Ukraine
1.1 Landeskennzeichen
1.2 Internationale Telefon-Vorwahl
1.3 Allgemeine Informationen
1.4 Informationen zum Staatsaufbau
1.5 Einreise- und Zollbestimmungen
1.6 Währung und Geldwechsel
1.7 Gesundheit
1.8 Botschaften und Konsulate
1.9 Wichtige Telefonnummern
2.1 Tourismus
2.2 Tourismus-Informationen
2.3 Links zum Thema Tourismus
2.4 Verkehr
2.5 Unterkünfte
2.6 Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken
2.7 Links: Weitere Informationen
3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik
3.2 Jugendschutz, kinder- und jugendrelevante Gesetze, altersbezogene gesetzliche Bestimmungen
3.3 Weitere Informationen
3.4 Schulsystem und Bildungswesen
4.1 Natur und Umwelt
4.2 Großschutzgebiete
4.3 Welterbestätten
1. Übersicht
1.1 Landeskennzeichen: UA
1.2 Internationale Telefon-Vorwahl: +380
1.3 Allgemeine Informationen
Ländername: Ukraine (Ukrajina/Україна)
Fläche: 603.700 km²
Einwohner: ca. 46,7 Millionen (ca. 78 % Ukrainer, ca. 17 % Russen, 0,6 % Weisrussen, die restlichen 4,4 % verteilen sich auf rund 100 weitere Ethnien)
Hauptstadt: Kiew / Київ (ca. 2,69 Millionen Einwohner)
Weitere wichtige Städte: Lemberg (Lwiw / Львів; ca. 735000 Einwohner), Kharkiv (Ха́рків; ca. 1,46 Millionen Einwohner), Odessa (Одеса; ca. 1 Millionen Einwohner)
Religionen: ukrainisch-orthodox (ca. 46 %); weitere Glaubensrichtungen: griechisch-katholisch, römisch-katholisch
Amtssprache: Ukrainisch
Währung: Hrywnja (Grywna/UAH), 1 Hrywnja = 100 Kopiyak (Kopeken)
Geographische Lage: Die Ukraine ist ein Staat in Osteuropa und grenzt an Rumänien, Moldawien, Ungarn, die Slowakei, Polen, Weißrussland und Russland.
Sie hat eine Küste am Schwarzen Meer, von dem die zur Ukraine gehörende Halbinsel Krim das Asowsche Meer abteilt. Die Ukraine ist das größte Land Europas.
1.4 Informationen zum Staatsaufbau
Parlamentarische Demokratie
1.5 Einreise- und Zollbestimmungen
Es besteht derzeit eine unbefristete Aussetzung des Visumserfordernisses für Deutsche, EU-Bürger, sowie Staatsangehörige der Schweiz und Liechtensteins. Diese können ohne vorherige Erteilung eines Visums für einen kurzfristigen Aufenthalt in die Ukraine einreisen. Diese Regelung gilt für Aufenthalte von bis zu 90 Tagen.
Weiterhin bedarf es dennoch zur Einreise der Vorlage eines Reisepasses oder vorläufigen Reisepasses, der mindestens einen Monat über das Ende des geplanten Aufenthalts in der Ukraine hinaus gültig sein muss. Ein Personalausweises genügt zur Einreise nicht. Für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 16. Lebensjahr genügt ein Kinderausweis oder alternativ ein Kinderreisepass, in jedem Fall jedoch mit Lichtbild.
Für einen Aufenthalt von mehr als 90 Tagen Dauer in der Ukraine ist weiterhin ein vorab bei einer ukrainischen Auslandsvertretung eingeholtes Visum notwendig. Selbiges gilt, wenn Sie planen, in der Ukraine eine Erwerbstätigkeit auszuüben. Über die aktuellen Visabestimmungen informiert die Konsularabteilung der ukrainischen Botschaft in Berlin (Website: www.botschaft-ukraine.de, Telefon: 030/28 88 70, Fax: 030/28 88 7-163).
Im Zusammenhang mit der Aussetzung des Visumserfordernisses legen die Grenzschutzbehörden verstärktes Gewicht auf die ordnungsgemäße Registrierung einreisender Gäste. Im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Registrierung bei der Einreise wird der Aufenthaltsort in der Ukraine erfasst. Zur Vermeidung längerer Wartezeiten ist anzuraten, dass Reisende genaue Angaben zum vorgesehenen Aufenthaltsort machen können. Dies erfolgt üblicherweise durch die an der Grenze vor der Passkontrolle erhältlichen Registrierungsformulare, die Sie gründlich und vollständig ausfüllen und mit ihrem Pass bei der Kontrolle abgeben sollten. Bei einer Einreise mit dem Flugzeug erhalten Sie die Formulare häufig bereits vom Flugzeugpersonal. Es empfiehlt sich, einen Kugelschreiber im Handgepäck mitzuführen.
Offiziell besteht nach einem Beschluss der Regierung der Ukraine vom 17.09.1997 (Nr. 1021) und 13.01.1999 (Nr. 35) für Reisende in die Ukraine die Verpflichtung, eine Reisekrankenversicherung mit Gültigkeit in der Ukraine nachzuweisen. Fälle, in denen dies beim Grenzübertritt kontrolliert und/oder die Einreise aufgrund des fehlenden Krankenversicherungsschutzes verweigert wurde, sind dem Auswärtigen Amt allerdings nicht bekannt. Es wird gleichwohl empfohlen, auf ausreichenden Krankenversicherungsschutz zu achten.
Vorsorglich wird auch darauf hingewiesen, dass es Rechtsvorschriften gibt, nach denen Ausländer, die sich länger als drei Monate im Lande aufhalten und dort arbeiten oder studieren wollen, bei Einreise einen negativen HIV-Test nachweisen oder alternativ einen Test im Lande durchführen lassen müssen. Bei positivem Testergebnis muss nach diesen Vorschriften mit der Ausweisung gerechnet werden. Fälle, in denen dies verlangt wurde, sind dem Auswärtigen Amt jedoch nicht bekannt.
Das Auswärtige Amt rät dringend, weiter reichenden Versicherungsschutz zu erwerben. Sie sollten zumindest über eine Auslandskrankenversicherung verfügen, welche die Kosten eines eventuellen medizinisch notwendigen Rücktransports nach Deutschland abdeckt.
Zudem weist das Auswärtige Amt darauf hin, dass bei der Einreise mit dem PKW an den Grenzübergangsstellen mit mehrstündigen Wartezeiten zu rechnen ist. Eine schnellere Abfertigung wird häufig von der Zahlung eines Geldbetrages abhängig gemacht. Als Nachweis dafür, dass es sich um ein rechtmäßig genutztes Fahrzeug handelt, ist Autoreisenden zu empfehlen, dass der im Fahrzeugschein eingetragene Halter zu den Insassen des Fahrzeugs gehört; andernfalls muss eine von einer ukrainischen Auslandsvertretung legalisierte Vollmacht des Fahrzeughalters zur Nutzung mitgeführt werden.
Der ukrainische Zoll kann das von Ihnen mitgeführte Gepäck oder Teile davon beschlagnahmen, wenn dieses unrichtig deklariert wurde oder Sie entgegen der gesetzlichen Bestimmungen etwas nicht deklariert haben, das hätte deklariert werden müssen. Bitte informieren Sie sich vor Einreise genau über die Zollbestimmungen. Vermeiden Sie größere Geldbeträge in bar einzuführen.
Sollten Sie unsicher sein, ob die von Ihnen eingeführten Güter oder Geldbeträge zu deklarieren sind, füllen Sie eine schriftliche Zollerklärung bei der Einreise aus. Es sind Fälle bekannt, in denen die nach den geltenden Regeln erforderliche Deklaration vom Zoll bei der Einreise nicht angenommen wurde. Bei der Ausfuhr der Güter wurden diese dann beschlagnahmt, weil sie bei der Einreise nicht deklariert worden sind. Lassen Sie sich deshalb in Zweifelsfällen die einschlägigen Gesetze zeigen, lassen Sie sich schriftlich geben, dass die von Ihnen eingeführten Güter nicht deklariert werden müssen oder bestehen Sie darauf, dass Ihre Erklärung über eingeführtes Gepäck quittiert wird.
Ein- und Ausfuhr von Devisen
Mit Beschluss der Nationalbank der Ukraine vom August 2005 über Änderungen und Ergänzungen der „Bestätigung der Instruktion zum grenzüberschreitenden Transfer von ukrainischer Währung, ausländischer Valuta, Bankmetallen, Zahlungsdokumenten, anderen Bankdokumenten und Geldkarten über die Zollgrenze der Ukraine“ gelten folgende Regelungen:
- bis zu 3.000 USD (oder Äquivalent dieser Summe in anderer Währung nach dem gültigen Wechselkurs der Nationalbank der Ukraine) in bar und/oder Schecks sowie bis zu 3.000 UAH (ukrainische Währung) in bar, die Beträge müssen mündlich deklariert werden,
- bis zu 15.000 USD (oder Äquivalent dieser Summe in anderer Währung nach dem gültigen Wechselkurs der Nationalbank der Ukraine) in bar oder Schecks sowie bis zu 10.000 UAH mit schriftlicher Zollerklärung,
- Bankmetalle in Form von Barren bis zu 500 Gramm mit schriftlicher Zollerklärung,
- Transitreisende dürfen bis zu 30.000 USD in bar oder Schecks oder Bankmetalle in Barren bis zu 1.000 Gramm unter Vorlage von die Weiterreise belegenden Dokumenten einführen.
Mit schriftlicher Zollerklärung können unabhängig von der Gesamtsumme Devisen in bar, Schecks oder Bankmetalle, die in die Ukraine auf gesetzlichem Wege eingeführt wurden, bei der Vorlage der entsprechenden Einfuhrzollerklärung ausgeführt werden. Dabei müssen die Regelungen hinsichtlich der Deviseneinfuhr beachtet werden.
Devisen, deren Gesamtsumme 10.000 USD nicht übersteigen dürfen ansonsten unter Beachtung folgender Bestimmungen ausgeführt werden:
- bis zu 3.000,- USD (oder Äquivalent dieser Summe in anderer Währung) in bar und/oder Schecks sowie bis zu 3.000 UAH
mit schriftlicher Erklärung:
- bis zu 10.000 UAH,
- Ausländische Währungen oder Schecks unter Vorlage von Bescheinigungen der jeweiligen Bank, bei der das Bargeld oder die Schecks gekauft oder vom eigenen Konto abgehoben wurden (Form 1),
- Bankmetalle bis zu 200 Gramm pro Person,
- Schecks von ausländischen Banken, die auf gesetzlichem Wege in die Ukraine geschickt wurden, sofern der Empfänger keinen Wohnsitz in der Ukraine hat.
Für Transitreisende gelten die gleichen Bestimmungen wie bei der Einreise.
Sofern Devisen, deren Wert 10.000 USD übersteigt, ausgeführt werden sollen, muss der Betrag durch eine bevollmächtigte Bank der Ukraine an die ausländische Bank überwiesen werden. Für die Ausfuhr von Schecks und Bankmetallen, deren Gesamtsumme den o. a. Betrag übersteigt, sowie in Fällen, die durch die o. g. Bestimmungen nicht abgedeckt sind, muss die Genehmigung der Nationalbank der Ukraine eingeholt werden.
In Kiew kann mit EC- oder Kreditkarte bei Geldautomaten oder Banken Bargeld abgehoben werden. Mitgebrachte Euro-Banknoten können problemlos in die Landeswährung getauscht werden. Es ist ratsam, Bargeld wegen der anhaltenden Wechselkursschwankungen in kleiner Stückelung mitzunehmen und nach und nach in Banken oder Wechselstuben zu tauschen. Beim Einsatz von Kreditkarten wird zur Vermeidung von Manipulationen besondere Aufmerksamkeit und eine kritische Auswahl des Kartenempfängers empfohlen.
Ausfuhrbestimmungen für Kulturgüter aus der Ukraine
Aufgrund des Erlasses des Kulturministeriums „Über die Regelung betreffend die Ermächtigung zur dauerhaften oder zeitweiligen Ausfuhr von Kulturgütern und die Kontrolle ihres Transportes über die staatlichen Grenzen der Ukraine“ vom 09.07.2002, der beim Justizministerium unter der Nummer 571/6859 registriert ist, gilt:
"Kulturgüter" sind Objekte materieller und geistlicher Kultur, die eine künstlerische, geschichtliche, ethnographische oder wissenschaftliche Bedeutung haben.
- Kulturgüter, die im staatlichen Register der nationalen Kulturerrungenschaften erfasst sind,
- Kulturgüter, die zum nationalen Archivfonds gehören,
- Kulturgüter, die zum Museumsfonds der Ukraine gehören.
1. Gemälde, Plastiken, Volkskunst (Samoware), Möbel:
Es dürfen grundsätzlich Kunstgegenstände (inkl. angewandter Kunst aus allen Materialien, auch Edelmetallen) ausgeführt werden, die nach 1950 hergestellt worden sind.
Bei Käufen direkt aus Kunstsalons und von Künstlern ist die Vorlage der Kaufquittung ausreichend, um den Gegenstand auszuführen. Im Gegensatz dazu dürfen Kunstgegenstände aus Antiquitätengeschäften grundsätzlich nicht exportiert werden.
In Zweifelsfällen entscheidet eine Expertenkommission des Kulturministeriums, ob der Gegenstand ausgeführt werden darf. Die Anschrift lautet: wul. Tarasa Schewtschenka 3, Kiew
2.Etage, Zi. 208 und 209, Telefon: 044-2795647 und 044-2795340
Für Bücher, die vor 1945 veröffentlicht worden sind, muss eine Ausfuhrerlaubnis obiger Kommission (siehe 1.) eingeholt werden. Dies gilt insbesondere für alle mehrbändigen Wörterbücher, Lexika und Enzyklopädien. Für nach 1945 veröffentlichte Druckwerke ist in der Regel keine Genehmigung notwendig. Es wird empfohlen, in Zweifelsfällen die Entscheidung der Kommission einzuholen.
Sämtliche Sammlungen ukrainischer Briefmarken, die nach 1991 hergestellt worden sind, dürfen ausgeführt werden. Aus der Zeit vor 1991 stammende Briefmarkensammlungen sind zunächst dem ukrainischen Philatelistenverband vorzulegen. Dort werden sie nach Durchsicht versiegelt. Im Anschluss erteilt obige Kommission die Ausfuhrgenehmigung.
Sämtliche Ausfuhr von Münzen und Banknoten von vor 1960 ist verboten. Die Ausfuhr von Erinnerungsmedaillen und Gedenkmünzen, die nicht als Zahlungsmittel verwendet wurden oder werden, ist aber genehmigungsfrei möglich. Die Ausfuhr von originalen Orden und Medaillen ist verboten. Kopien können exportiert werden. Dies ist gegebenenfalls durch eine Expertise nachzuweisen.
5. Musikinstrumente und Tonträger:
Vor 1950 hergestellte Musikinstrumente, darunter insbesondere in- und ausländische Instrumente aus der Massenproduktion, dürfen ausgeführt werden unter Vorlage eines der nachfolgenden Dokumente:
- Instrumentenpass des Herstellers,
- Kaufquittung,
- Herkunftsetikett (auf dem Instrument).
Die Ausfuhr aller Raritäten (insbesondere Saiteninstrumente) bedarf der Genehmigung der Kommission. Akkordeons aus der Zeit vor 1960 dürfen nicht ausgeführt werden.
Probleme sind bei jeder Ausfuhr von Flügeln und Klavieren zu erwarten. Diese sind in den Ausfuhrvorschriften nicht erwähnt. Ausländische Fabrikate dürfen in der Regel nicht ausgeführt werden, da diese zu Zeiten der Sowjetunion mit Subventionen eingeführt wurden.
Schallplatten von vor 1960 dürfen ebenfalls nicht ausgeführt werden.
Trachten aus der Zeit vor 1950 dürfen nicht ausgeführt werden. Pelze dürfen ohne Beschränkungen ausgeführt werden, es sei denn, diese sind Teil einer Tracht, die vor 1950 hergestellt worden ist. Da das Herstellungsjahr von Kleidungsstücken schwer nachweisbar ist, wird empfohlen, sich bei älteren Stücken an die Expertenkommission des Kultusministeriums zu wenden.
Uhren und Messinstrumente, die vor 1950 hergestellt worden sind, unterliegen einem Ausfuhrverbot.
Edelsteine (Amethyst, Topas, Aquamarin, Malachit, Türkis, Diamanten und Brillanten) dürfen generell nicht ausgeführt werden.
Dasselbe gilt auch für Bernstein, Perlmutt, Korallen, Elfenbein und Intarsienarbeiten.
Es empfiehlt sich, alle ins Land eingeführten Kunst- und Wertgegenstände bei der Einfuhr durch die Spedition beim Zoll registrieren zu lassen (Vorlage von Fotos), um die Wiederausfuhr zu ermöglichen.
Die Einhaltung der Ein- und Ausfuhrbestimmungen wird von den ukrainischen Zoll- und Grenzbehörden streng überwacht. Bereits geringfügige Verstöße können zu hohen Geldbußen führen. Im Falle eines Verstoßes haben Ausländer mit länger dauernden Ermittlungen zu rechnen, während derer sie das Land nicht verlassen können oder Untersuchungshaft verhängt wird.
Da sich die Ein- und Ausfuhrbestimmungen häufig ändern, übernimmt das Auswärtige Amt keine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit der Hinweise.
Im Straßenverkehr gilt striktes Alkoholverbot. Ist ein Verkehrsdelikt unter Alkoholeinfluss begangen worden, stellt dies einen wesentlichen Strafverschärfungsgrund dar. Bereits bei geringem Personenschaden muss in diesem Fall mit einer Freiheitsstrafe gerechnet werden.
Leider halten sich viele ukrainische Staatsbürger dennoch nicht an diese Regelung. Autos mit ausländischen Kennzeichen werden von der Polizei allerdings häufiger und strenger geprüft.
Die Strafen bei Drogendelikten fallen in der Ukraine wesentlich höher aus als in Deutschland. Mehrjährige Gefängnisstrafen drohen bereits bei der Einfuhr, dem Besitz, dem Transport oder dem Eigenkonsum geringer Mengen weicher Drogen. Drogenschmuggel oder der Handel mit Drogen innerhalb der Ukraine wird mit Freiheitsstrafen von bis zu zwölf Jahren bestraft.
Beim Fotografieren technischer Einrichtungen ist Vorsicht geboten. Militärische Einrichtungen sollten grundsätzlich nicht fotografiert werden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass aufgrund derartiger Fotos Anklage wegen Spionage erhoben wird. Bei einer darauf begründeten Verurteilung droht in der Ukraine eine Strafe von mindestens acht Jahren Haft.
1.6 Währung und Geldwechsel
Hrywnja (Ukrainisch: Гривня, wissenschaftliche Translit.: Hryvnja) ist seit der Währungsreform im September 1996 die Währungseinheit der Ukraine. Der ISO-Code ist UAH, ein Hrywnja wird in 100 kopijka (Kopeken) unterteilt.
Es sind Banknoten zu 1, 2, 5, 10, 20, 50, 100 und 200 Hrywnja und Münzen zu 1 Hrywnja, und 1, 2, 5, 10, 25 und 50 Kopeken im Umlauf.
Aktuelle Wechselkurse sind im Internet unter www.oanda.com/convert/classic einzusehen. In Kiew kann mit EC- oder Kreditkarte bei Geldautomaten oder Banken Bargeld abgehoben werden. Mitgebrachte Euro-Banknoten können problemlos in die Landeswährung getauscht werden. Es ist ratsam, Bargeld wegen der anhaltenden Wechselkursschwankungen in kleiner Stückelung mitzunehmen und nach und nach in Banken oder Wechselstuben zu tauschen. Beim Einsatz von Kreditkarten wird zur Vermeidung von Manipulationen besondere Aufmerksamkeit und kritische Auswahl des Kartenempfängers empfohlen.
1.7 Gesundheit
Bei Einreise in die Ukraine sollte ein gültiger Impfschutz gegen Diphtherie, Tetanus und Polio vorliegen. Auffrischungsimpfungen sind alle zehn Jahre empfohlen. Darüber hinaus empfiehlt sich auch ein Impfschutz gegen Hepatitis A. Bei Langzeitaufenthalt bzw. Reisen unter einfachen hygienischen Bedingungen könnten auch Impfungen gegen Typhus, Hepatitis B sowie ggf. auch gegen Frühjahr-Sommer-Meningo-Encephalitis (FSME) (Zeckenübertragung) vorgenommen werden. In den Sommermonaten, insbesondere in den südlichen Bereichen der Ukraine kann Cholera gelegentlich vorkommen. Hier sollten nahrungsmittelhygienische Maßnahmen strikt eingehalten werden. Es besteht ebenfalls das Risiko von Darminfektionen.
Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass in der Ukraine in den letzten Jahren Tuberkuloseerkrankungen und HIV-Infektionen deutlich zugenommen haben.
Die medizinische Versorgung entspricht nicht westeuropäischem Standard, eine Versicherung bei einer Flugrettungsgesellschaft ist daher empfehlenswert.
Das Leitungswasser ist als Trinkwasser nicht überall genießbar. Mineralwasser mit und ohne Kohlensäure auch aus einheimischer Produktion ist überall günstig zu erwerben. Andernfalls empfiehlt sich mindestens 15-minütiges Abkochen bzw. Filtern. Aufgrund der starken Leitungswasserchlorierung kann es bei empfindlicher Haut zu Irritationen kommen.
Nicht ganz auszuschließen ist, dass Waldpilze noch erhöhte radioaktive Belastung aufweisen. Daher sollte auf deren Verzehr weitgehend verzichtet werden.
Menschen, die sich langfristig in der Ukraine aufhalten wollen, sollten sich zur Sicherheit von einem erfahrenen Reisemediziner vor der Ausreise beraten lassen.
1.8 Botschaften und Konsulate
Adresse: ul. Bohdana Chmelnyzkoho 25, 01901 Kiew, Ukraine
Die Adressen sämtlicher Konsulate und der Außenstellen können unter http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laender/Ukraine.html bei Vertretungen Ukraine und Deutsche Vertretungen abgerufen werden.
1.9 Wichtige Telefonnummern
Notruf: 112, Feuerwehr: 101 oder 01, Polizei: 102 oder 02, Ambulanz: 103 oder 03
Telefonauskunft: Inland: 09
Landesvorwahl von Deutschland in die Ukraine: +380
Landesvorwahl von der Ukraine nach Deutschland: +49
Nutzbarkeit deutsche Mobiltelefone
GSM 900/1800 Mobilfunknetz. Hauptanbieter die auch mit den meisten deutschen Anbietern Roaming-Verträge haben: Astelit LLC (life:)), Golden Telecom LLC, Kyivstar GSM JSC, Ukrainian Mobile Communications (UMC) und Ukrainian Radio Systems (Beeline UA).
Genauere Informationen können unter http://www.gsmworld.com/roaming/gsminfo/cou_ua.shtml abgerufen werden.
2. Reiseinformationen
2.1 Tourismus
Die wirtschaftlichen Verhältnisse in der Ukraine sind noch immer sehr schwierig. Das Land gilt als eines der ärmsten in Europa und viele Ukrainer haben keine Beschäftigung. Deshalb ist der sich gut entwickelnde Tourismus ein echter Hoffnungsschimmer. Denn endlich hat die Ukraine die komplizierten Bedingungen für Visumerteilungen aufgehoben und Touristen können Ihren Urlaub in der Ukraine visumsfrei planen. Davon haben bisher vor allem die großen westukrainischen Städte profitiert: Kiew, Odessa und Lemberg sehen immer mehr ausländische Besucher. Donaukreuzfahrten boomen sowieso und die Krim wird von den ersten deutschen Reiseveranstaltern „wieder“ entdeckt. Denn auf der Krim befinden sich auch Erholungszentren (Sanatorien), ehemals vor allem für viele russische und weißrussische Bürger eingerichtet, die sich durchaus mit westeuropäischen Kurzentren vergleichen lassen, wobei der Standard noch nicht ganz dem westeuropäischen entspricht. Das Land hat eine lange Tradition des Massentourismus, die schon Mitte des 19. Jahrhunderts begann. Zu Sowjetzeiten war das Land, besonders die Halbinsel Krim, sogar der beliebteste Urlaubsort der UdSSR. Leider stellt die Sprache für viele Touristen noch ein Hindernis dar. Es werden hauptsächlich Ukrainisch und Russisch gesprochen, also Sprachen die nur von wenigen (West-) Europäern beherrscht werden. Außerdem werden Deutsch, Englisch oder Französisch häufig nicht verstanden, was bedeutet das man meist auf einen regionalkundigen Reiseleiter und Dolmetscher angewiesen ist, oder man lässt sich auf das Abenteuer ein, sich primär über die Gestik zu verständigen, was aber mit der aufgeschlossenen und freundlichen Bevölkerung auch kein unüberwindbares Problem darstellt.
Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist eine Stadt mit vielen Parkanlagen, die auf eine über 1500jährige Geschichte zurückblicken kann. Bei einem Stadtrundgang sollte man sich die St.-Sophien-Kathedrale (1037), die St.-Andrijiw-Kirche (18. Jh.) und das Höhlenkloster (11. Jh.) anschauen. Die St.-Sophien-Kathedrale gilt als eines der wichtigsten "russischen" Bauwerke überhaupt. Das Goldene Tor ist der letzte Überrest der Mauer, die im 10. Jahrhundert zur Verteidigung der Stadt gebaut wurde. Die Oper ist nicht nur für Musikfreunde interessant. Das Ukrainische Kunstmuseum dokumentiert die Entwicklung der Kunst vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart (Malerei, Graphik und Bildhauerei) und das Geschichtsmuseum zeigt eine Sammlung ausgeblasener Eier, die mit komplizierten Mustern bemalt sind. Auf dem Andrijiw-Hügel in der Altstadt bieten Künstler ihre Werke an.
Das Parlamentsgebäude liegt neben einem großen Park, der Erholung vom Großstadtlärm bietet. In luftiger Höhe auf dem Wlodymyr-Hügel genießt man einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt am Dnipro. Im Sommer wird im Dnipro gebadet, im Winter kann man Schlittschuhlaufen oder sein Glück beim Angeln versuchen. Schifffahrten auf dem Dnipro sind sehr beliebt. Auf der Truchaniw-Insel gibt es einen schönen Park und einen Strand.
Die Millionenstadt Odessa ist ein wichtiger Hafen, bedeutender Industriestandort und Sitz zahlreicher kultureller und wissenschaftlicher Einrichtungen. Auch als Kurort hat sich die Stadt seit langem einen Namen gemacht. Die berühmte Potjomkin-Freitreppe führt zur hübschen Seepromenade hinunter. Verschiedene Bootsfahrten in die nähere und weitere Umgebung werden von den Anlegestellen angeboten. Dem französischen Grafen Richelieu, dem Odessa viel verdankt, wurde in der Nähe der Freitreppe ein Standbild errichtet. Die Decke des Opernhauses schmücken Szenen aus verschiedenen Shakespeare-Stücken. Sehenswert sind außerdem die Philharmonie, der Woronzow-Palast und die Himmelfahrts-Kathedrale. Im Archäologischen Museum sind Fundstücke aus dem alten Ägypten und der Schwarzmeer-Region ausgestellt. Im Museum für Westliche und Orientalische Kunst hängen u. a. Werke von Rubens, Brueghel und Caravaggio. Der Botanische Garten, mehrere Parks und die Badestrände der Stadt bieten vielfältige Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten.
Lwiw (Lemberg) ist eine beschauliche Stadt in den Karpaten, die reich an bedeutenden Baudenkmälern vieler Stilepochen ist. Die architektonische Vielfalt der Bauwerke ist auf die vielen Invasionen vergangener Jahrhunderte zurückzuführen. Besonders besuchenswert sind die Dominikanerkirche (18. Jh.) und die St.-Jur-Kathedrale. Sehenswert ist auch der Marktplatz (Staryj Rynok), dessen mittelalterlicher Charakter erhalten geblieben ist. Die Zweiflüssestadt liegt eingebettet in eine Hügellandschaft, die zahlreiche Ausflugs- und gute Wandermöglichkeiten bietet.
Die Halbinsel Krim ganz im Süden des Landes ist eines der beliebtesten Feriengebiete am Schwarzen Meer. Der "Kurlaub" hat hier dank des angenehmen Klimas und der zahlreichen Mineralquellen eine lange Tradition. Der Großraum Jalta umfasst zahlreiche attraktive Kur- und Badeorte. In Jalta, der "Perle der Krim", steht außerdem das Tschechow-Museum, das im früheren Wohnhaus des Schriftstellers untergebracht ist. Im einzigen Theater der Stadt kommen seine Dramen häufig zur Aufführung. Jalta ist heute ein beliebter Urlaubsort. Die Lage am Meer und die exotische Vegetation machen den Reiz dieser grünen Hafenstadt aus. Vom Klima verwöhnt und vor kalten Winden geschützt, blühen hier selbst im Winter die Blumen. Interessante Sehenswürdigkeiten sind die an der Seepromenade gelegene Hauptstraße, das Historische Museum und der Aussichtspunkt auf dem Darsan-Hügel, den man mit einer Seilbahn erreichen kann. Der Jalta-Hotelkomplex mit reichhaltigem Sport- und Unterhaltungsangebot einschließlich eines Hotelstrandes bietet eine komfortable Unterkunft. An der Südküste der Krim eröffnen sich unzählige Ausflugsmöglichkeiten.
Außerdem sehenswert sind der für den letzten Zaren erbaute Weiße Palast in Liwadija. Weitere interessante Herrensitze und Schlösser findet man auch überall entlang der Küste. Vor allem der südlich von Jalta in Alupka gelegene Woronzow-Palast mit seinen Parkanlagen ist besuchenswert. Er wurde von einem englischen Architekten erbaut und ist die Hauptsehenswürdigkeit dieses hübschen Kurorts, in dem man nach Voranmeldung auch an Weinproben teilnehmen kann. Sitz der Verwaltung der Krim, von Industrie, Universität und vielen kulturellen Einrichtungen ist die Großstadt Simferopol. Es gibt mehrere Museen, wobei die Gemäldesammlung im Museum der Schönen Künste hervorzuheben ist. Die Überreste der antiken Stadt Neapolis bezeugen die lange Siedlungsgeschichte in diesem Raum. Ein Tagesausflug nach Bachtschisaraj bietet sich an. Die Stadt ist für einen Palastkomplex bekannt, der auch Moscheen und Gärten umfasst.
Die Ukraine hat aber nicht nur etwas für Kultur- und Städtetouristen zu bieten. Auch für Sporttouristen, Naturliebhaber und, mittlerweile, Ökotouristen gibt es interessante Angebote. Die Karpaten z. B. bieten gute Wintersportmöglichkeiten (v. a. Skifahren). Beliebt sind die Wintersportorte Slawsko und Skole unweit der slowakischen Grenze und Worokta, das an der rumänischen Grenze liegt. Bergsteigen und Bergwandern sind in dieser Region ebenfalls möglich. Die Karpaten und das Karpatenvorland mit ihren vielen Kurorten und Wandergebieten sind ideal für Erholungssuchende und "Kurlauber". Die Nationalparks und vielen Naturschutzgebiete bieten dem interessierten Urlauber schöne Einblicke in die, weitestgehend noch unberührte, Natur des Landes.
2.2 Tourismus-Informationen
Die aus anderen Ländern bekannten klassischen Touristen-Informations-Center gibt es in der Ukraine (noch) nur sehr vereinzelt und die vorhandenen sind auch noch ein wenig unorganisiert. Die besten Informationen über Sehenswürdigkeiten und lohnende Ausflugsziele kann man mit Sicherheit von der lokalen Bevölkerung bekommen, wenn man sich bereit ist die Konversation zu beginnen und diese notfalls auch mit Händen und Füssen zu führen. Ansonsten gibt es an den Flughäfen Schalter, an denen Informationsbroschüren ausliegen oder man findet Infomaterial z. B. in den Lobbys von Hotels oder bei den lokalen Reisebüros („Travel-Agencies“).
2.3 Links zum Thema Tourismus
2.4 Verkehr
Alle aktuellen Zugverbindungen kann man sich – auf Wunsch mit allen Zwischenhaltestellen – über die Reiseauskunft der Deutschen Bahn anzeigen lassen (http://reiseauskunft.bahn.de/bin/query.exe/dn). Zu beachten ist, dass dabei natürlich auch Verbindungen vorgeschlagen werden, bei denen man durch Länder reist, für die ein Visum nötig ist. Man sollte also den Zuglauf beachten. Informationen zu den entsprechenden Ländern finden Sie auf traveleast.eu jeweils unter Punkt 1.5 (Einreise- und Zollbestimmungen).
Es bestehen regelmäßige Busverbindungen zwischen Kiew bzw. Odessa und Deutschland (Berlin, Hamburg, München), Griechenland (Thessaloniki, Athen) und Bulgarien (Varna, Sofia).
Eurolines-Busse (Website: www.eurolines.com) verkehren zwischen der Ukraine und Deutschland. Fahrplan- und Tarifinformationen sind bei der Eurolines-Vertretung in Deutschland (Deutsche Touring GmbH, Adresse: Am Römerhof 17, D-60486 Frankfurt/M., Telefon: (069) 79 03 50, Fax: (069) 790 32 19, E-Mail: service@deutsche-touring.com, Website: www.deutsche-touring.com) erhältlich.
Das Straßennetz umfasst über 170.000 km, fast 30.000 km davon sind Autobahnen/Hauptstraßen. Die wichtigsten Grenzübergangsstellen sind auf den Strecken von Chelm/Polen nach Kiew und von Przemysl/Polen nach Mostiska (bei der Anreise aus Norddeutschland über Polen), Vysné Nemecké/Slowakische Republik – Uschgorod (bei Anfahrt aus Süddeutschland und Österreich über die Slowakische Republik) und Zahony/Ungarn – Tschop (bei Anfahrt aus Süddeutschland und Österreich über Ungarn). Von Kiew gelangt man über Charkiw auf die Halbinsel Krim. Bei Anreise aus Moskau besteht die Möglichkeit, über Charkiw auf die Krim zu gelangen.
Folgende Unterlagen muss man mit sich führen, wenn man mit dem Pkw in der Ukraine unterwegs ist:Internationaler Führerschein und Internationale Grüne Versicherungskarte.
Es gibt eine Gurtanlegepflicht und die Promillegrenze beträgt 0,0 %. Ist ein Verkehrsdelikt unter Alkoholeinfluss begangen worden, stellt dies einen wesentlichen Strafverschärfungsgrund dar. Bereits bei geringem Personenschaden muss in diesem Fall mit einer Freiheitsstrafe gerechnet werden. Leider halten sich viele ukrainische Staatsbürger dennoch nicht an diese Regelung. Autos mit ausländischen Kennzeichen werden von der Polizei allerdings häufiger und strenger geprüft.
Außerdem gelten folgende Geschwindigkeitsbegrenzungen: innerhalb geschlossener Ortschaften: 60 km/h, auf Landstraßen: 90 km/h und auf Autobahnen: 110 km/h.
Wer seinen Führerschein weniger als zwei Jahre hat, darf nicht schneller als 70 km/h fahren.
Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass bei der Einreise mit dem PKW an den Grenzübergangsstellen mit mehrstündigen Wartezeiten zu rechnen ist. Eine schnellere Abfertigung wird häufig von der Zahlung eines Geldbetrages abhängig gemacht. Als Nachweis dafür, dass es sich um ein rechtmäßig genutztes Fahrzeug handelt, ist Autoreisenden zu empfehlen, dass der im Fahrzeugschein eingetragene Halter zu den Insassen des Fahrzeugs gehört; andernfalls muss eine von einer ukrainischen Auslandsvertretung legalisierte Vollmacht des Fahrzeughalters zur Nutzung mitgeführt werden.
4. Schiff:
Die Donau (Website: www.danube-river.org) verbindet die Ukraine mit den Donau-Ländern. Neben dem Schwarzmeerhafen Odessa und dem Donauhafen Ismail sind Jalta, Sewastopol und Jewpatorija auf der Krim die wichtigsten Hafenstädte. Es bestehen Verbindungen in die russischen Häfen Noworossijsk und Sotschi, sowie nach Batumi und Suchumi in Georgien. Es bestehen außerdem regelmäßige Fährverbindungen der UKRFerry Shipping Company (Website: www.ukrferry.com) von Odessa u. a. nach Istanbul.
Kreuzfahrtschiffe der Aida (Website: www.aida.de) laufen Odessa und Jalta im Rahmen ihrer Schwarz- und Mittelmeerrundfahrten an. Die meisten Kreuzfahrten, die Jalta anlaufen, legen von türkischen, bulgarischen oder rumänischen Häfen ab. Jalta ist jedoch auch Abfahrtshafen verschiedener Kreuzfahrten.
Die Ukraine International Airlines (PS) (Website: www.ukraine-international.com) betreibt direkte Flugdienste nach Kiew von Frankfurt/M. und Berlin-Tegel, außerdem Direktflüge von Wien und Zürich. Weitere Flugverbindungen von Lwiw nach Warschau, von Simferopol in die Türkei und von Iwano-Frankiwsk nach Großbritannien (nur im Sommer). Swiss (LX) bietet Linienflüge von Zürich über München nach Kiew. Lufthansa (LH)fliegt Kiew von Frankfurt/M. und München aus an. Austrian Airlines (AUA)betreibt tägliche Flugdienste von Wien nach Kiew und fliegt regelmäßig ab Wien nach Donetsk und Lwow. Donbassaero fliegt zwischen München und Donetsk.
Der internationale Flughafen Borispol International (KBP) liegt ca. 35 km von der Kiewer Innenstadt entfernt. Der Flughafen verfügt über Einrichtungen wie 24-Std.-Banken/Wechselstuben, einen Duty-free-Shop, Restaurants, eine Post und eine Apotheke. Ein Bus fährt von 05:00 bis 21:30 Uhr halbstündlich ins Stadtzentrum (die Fahrkarten kosten etwa 2 Euro). Ein Zug fährt ebenfalls in die Stadt. Fahrzeiten jeweils etwa eine Stunde. Taxifahrten kosten um die 11 bis12 Euro.
Fortbewegung innerhalb des Landes
Es bestehen tägliche Verbindungen zwischen allen größeren Städten. Inzwischen gibt es auch komfortable und moderne Züge. Die Züge verfügen über drei Wagenklassen. Die Bahn ist auf Grund der teilweise sehr wechselhaften Wetterbedingungen besonders im Winter zuverlässiger als Flugverbindungen. Es ist allerdings nicht einfach Fahrkarten zu kaufen. Flusskreuzfahrten zwischen Kiew, Sewastopol und Odessa sind sehr beliebt. Tickets sind bei verschiedenen Reiseveranstaltern erhältlich.
Der Großteil des Straßennetzes ist asphaltiert. Die Straßen sind im Allgemeinen in gutem Zustand. Die wichtigen Städte sind über gute Autostraßen mit Tank- und Übernachtungsmöglichkeiten zu erreichen. Inzwischen gibt es auch private Autoreparaturwerkstätten, Ersatzteile sind jedoch häufig noch Mangelware. Bleifreies Benzin gibt es an fast allen Tankstellen, dennoch sollte man bei jeder Gelegenheit voll tanken und einen Reservekanister mitführen. An Tankstellen muss in der Landeswährung bezahlt werden. Kreditkarten werden nur selten angenommen.
Busse verkehren zwischen größeren Städten, von ihrer Benutzung wird jedoch abgeraten. Mietwagenstehen in größeren Städten zur Verfügung, die angebotenen Fahrzeuge sind allerdings oft in sehr schlechtem Zustand. Auch für lange Strecken ist das Taxi eine Alternative, die Fahrt von Kiew nach Odessa kostet etwa 200 US-Dollar. Der Fahrpreis sollte vor der Fahrt verbindlich ausgehandelt werden.
Für Informationen zur Fortbewegung mit dem Auto siehe oben.
Busse, Oberleitungsbusse und Straßenbahnen gibt es in den meisten Städten. Die Kiewer U-Bahn ist sauber, preisgünstig und zuverlässig. Busse und Oberleitungsbusse sind jedoch meist überfüllt und verkehren in recht unregelmäßigen Abständen. Auf einigen Strecken fahren Minibusse, die je nach Wunsch beliebig oft halten. Zwischen 01.00 bis 06.00 Uhr verkehren keine öffentlichen Verkehrsmittel.Für Russisch sprechende Fahrgäste sind die Fahrpreise in Taxis sehr günstig. Taxis haben schwarz-gelbe Leuchtanzeigen. Es gibt private und staatliche Taxiunternehmen, staatliche Taxis haben Taxameter, bei privaten Taxis sollte man den Fahrpreis vorher vereinbaren. Generell bezahlt man in Devisen.
2.5 Unterkünfte
Wie in allen Ländern ist es auch in der ukrainischen Hauptstadt teurer als im Rest des Landes. Da kaum Rucksacktouristen unterwegs sind, fehlt für selbige natürlich auch noch ein umfangreiches Angebot. Es gibt aber mittlerweile einige Jugendherbergen (Youth Hostels) und eine ganze Reihe von Campingplätzen. Allerdings konzentrieren sich die Angebote auf die touristisch schon gut erschlossene Bereiche des Landes, also auf die Regionen um Kiew, Odessa, Lwiw und auf die Krim. Außerhalb dieser Bereiche kann man aber in normalen Hotels übernachten, die von Ausnahmen abgesehen, bezahlbar sind.
2.6 Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken
Einkaufen kann man in den Großstädten der Ukraine relativ gut. Das Angebot ist nicht immer das aktuellste und auch nicht unbedingt in der besten Qualität, dafür ist das Preisniveau aber um einiges niedriger als in Westeuropa. Die Verhandlungen über den endgültigen Preis können dann aber doch ein wenig Zeit kosten, da bei offensichtlichen Touristen nicht immer der ausgezeichnete, sondern ein etwas höherer "Sonderpreis" verlangt wird. Da ist Verhandlungsgeschick gefragt. Ähnlich abenteuerlich kann der Einkauf von Lebensmitteln oder Alltagsgegenständen in der Ukraine ausfallen, z.B. wenn man diese in einem der vielen Tante-Emma-Läden, einem "Gastronom" oder Hybridmarkt einkaufen möchte. Hier gilt es erst mal herauszufinden, was man wo an welcher Theke oder in welchem Regal findet, welche Verkäuferin dafür zuständig ist (Gastronom) oder an welcher Kasse die aus dem Regal genommen Ware zu bezahlen ist (Hybridmarkt). Und richtig schwierig wird es dann, wenn man nicht genau weiß, was man haben möchte und die "Dreistigkeit" besitzt verschiedene Produkte vergleichen zu wollen. Umgehen kann man das Ganze, indem man in einen der großen, neuen, häufig rund um die Uhr geöffneten Supermärkte westeuropäischen Standards geht. Dann verpasst man aber etwas und wenn es nur eine abenteuer"lustige" Geschichte ist, die man zu Hause erzählen kann. Als Souvenirs aus der Ukraine bieten sich Keramik- und Lederwaren, Holzschnitzereien, Schmuck und Gemälde an. Diese Kunst und Kunstgewerbeartikel kann man häufig und am besten an Straßenständen direkt vom Künstler kaufen. Eine größere Auswahl bieten hingegen Galerien und Andenkenläden, dafür ist der Preis etwas höher. Die Öffnungszeiten der Geschäfte sind üblicherweise Montags bis Samstags von 08.00 bis 19.00 Uhr (Kaufhäuser), kleine Läden sind in der Regel Montags bis Freitags von 09.00 bis 18.00 Uhr geöffnet, einige Geschäfte auch bis 20.00 Uhr.
Die ukrainische Küche ist sehr vielfältig und hat Elemente unterschiedlicher europäischer Küchen aufgenommen (vor allem der polnischen, deutschen, jüdischen, türkischen und ungarischen Küche). Der Anteil der altslawischen Traditionen ist aber immer noch sehr groß und deutlich zu spüren.
Fleisch spielt eine zentrale Rolle in der ukrainischen Küche. Es wird vor allem Schweinefleisch benutzt, aber auch Rinder- und Hammelfleisch. Hühner-, Gänse- und Entenfleisch sind ebenfalls beliebt, Kaninchen werden eher auf dem Lande verzehrt. Unter anderem sind die Ukrainer für ihre Liebe zum Schweinespeck (Salo) bekannt. Dieser Speck entspricht nicht dem in Deutschland bekannten Speck mit Fleischanteilen, sondern besteht ausschließlich aus der weißen Fettschicht. Speck wird in der ukrainischen Küche traditionell sehr häufig eingesetzt. Schon im 16. bis 18. Jahrhundert kochten ukrainische Kosaken mit Speck, um sich von den "andersgläubigen Muslimen" abzugrenzen. Speck wurde in verschiedenen Varianten eingesetzt: grün, gesalzen, gekocht, geräuchert oder gebraten.
Oft wird Salo auch kräftig gewürzt und normalerweise zu Wodka genossen. Als besondere Spezialität gilt auch eine rohe Blutwurst, die am Tag nach der Schweineschlachtung zubereitet wird.
Beliebtester Fisch in der Ukraine ist der Karpfen. Die Zubereitungsarten sind grenzenlos von gebraten über gekocht bis in Aspik usw. Weitere beliebte Fische sind Dorsch, Hering und Lachs, aber auch die gesamte Breite der Süßwasserfische von Forelle über Wels, Zander, Hecht bis zum Aal.
Als klassische Beilage gilt in der Ukraine die Kartoffel. Dabei werden Kartoffeln in den unterschiedlichsten Variationen zubereitet und verzehrt, beispielsweise als Pell-, Salz-, Brat- und Petersilienkartoffeln. Auch unterschiedliche Teigwaren wie Nudeln und Knödel sind sehr beliebt. Brot wird praktisch zu allen Hauptgerichten serviert. Neben Kartoffeln bildet Weißkohl das Hauptgemüse, gegessen werden jedoch auch viele weitere Gemüsesorten. Unterschiedlichste Salate sind sehr beliebt und auch Pilze finden häufig Verwendung.
Pfannkuchen werden in der Ukraine sowohl süß als Dessert wie auch als Beilage zu anderen Gerichten gegessen. Es sind vor allem Meerrettich und Senf als Gewürze beliebt, häufig sehr scharf bis tränenerregend.
Ukrainischer Quark, oder Tworig bzw. Syr, ist etwas trockener als der deutsche. Er wird mit unterschiedlichen Beilagen wie Frühlingszwiebeln und Kräutern, Rosinen, Beeren und sogar Schokolade gegessen. Außerdem kennen die Ukrainer viele unterschiedliche Milchgetränke wie Kefir, Prostokwascha, Rjaschenka. Saure Sahne (smetana) ist ein wichtiger Bestandteil der ukrainischen Küche. Zu vielen Gerichten gehört ein obligatorischer Schlag saurer Sahne als Abrundung.
Eier werden nicht nur als selbständiges Gericht gereicht, sondern mehr noch als unerlässliche Zutat für Mehlspeisen, Süßspeisen und Eierteigwaren verwendet. Charakteristisch für die ukrainische Küche ist die Vielfalt von gefüllten Teigwaren.
Als Desserts werden verschiedene Sorten von Kuchen, Torten, Wareniki, frische und überbackene Früchte, Speiseeis, Honig und Quarkzubereitungen serviert.
Als das typisch ukrainisches Gerichte gilt Borschtsch, eine Rote Beete-Suppe. Obwohl Borschtsch auch ein Bestandteil der polnischen und russischen Küchen geworden ist, stammt er ursprünglich aus der Ukraine. Der Name stammt vom ukrainischen bzw. altrussischen Burjak = Rote Beete. Es gibt mehr als 30 lokale Sorten von Borschtsch mit recht unterschiedlichen Rezepturen.
Weitere ukrainische Spezialitäten sind: Kutja, eine festliche süße Speise aus Weizen (Graupen), Mohn, Sultaninen, Nüssen u. a., die an Weihnachten als Nachspeise gegessen werden; Okroschka, eine kalte Suppe mit Kwas (Malzgetränk); Petschenja, Braten in unterschiedlichsten Ausführungen (Russisch: Zharkoe), klassisch wird er in kleinen Töpfchen zubereitet und serviert; Rouladen aus Fleisch, Kohl (Holubzi-Kohlrouladen) oder Teig (Sawiwanez); Soljanka, dickflüssige, würzige und säuerliche Suppe, die aus sieben verschiedenen Fleischsorten gekocht wird, der Name stammt vom ukrainischen Sil = Salz; Ähnlich wie die Soljanka sind Kapustnjak (Kohlsuppe) und Rassolnik; Warenyky (Вареники), gekochte Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen, z. B. Kartoffeln, Sauerkraut, Quark, Fleisch, Pilze, Mohn, Obst und Früchte. Warenyky sind ein altes slawisches Gericht im Gegensatz zu den von türkischen Nomaden aus Nordchina mitgebrachten Pelmeni. Durch die Erzählung von Nikolaj Gogol "Die Nacht vor Weihnachten" sind Warenyky zum Symbol der Völlerei und Faulheit geworden, dort waren die Warenyky durch Zauberei von ganz allein aus der Schüssel gesprungen, in den Schmand eingetaucht und in den Mund geflogen. Piroggen (Pyrogy) sind angebratene Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen. Weitere zahlreiche Teigwaren sind Pampuschka, Galuschka, Knödel, Bliny (Mlynzi) oder Wergun.
Getrunken wird in der Ukraine mehr Tee als Kaffee, nicht nur zum Frühstück, sondern auch am Nachmittag und am Abend. Neben Mineralwasser (aus den zahlreichen Quellen etwa aus Transkarpatien) gibt es zu den Mahlzeiten häufig Kompottgetränke aus Obst (Uswar, Kompott aus getrockneten Früchten und Honig) und Kwas.
An alkoholischen Getränken ist Wodka (ukrainisch: Horilka) traditionell beliebt, obwohl der Verbrauch in den letzten Jahren geringer geworden ist. Bekannte Marken sind: Chiliwodka (Perzowka), Honigwodka (Medowa), unterschiedliche Kräuterwodkas (Nastojka). Hausbranntweine (Samogon) sind sehr verbreitet. Bier und Weine einheimischer und europäischer Sorten gewinnen zudem immer mehr an Bedeutung.
Wenn man bei Ukrainern eingeladen ist, kommt es nicht gut an, wenn man sich bei Trinksprüchen nicht an dem Genuss, meist von Wodka, beteiligt (zumindest nippen sollte man).
Wie bei allen slawischen Völkern ist in der Ukraine die Gastfreundschaft von sehr großer Bedeutung, auch bei einem kurzen Besuch werden Gäste bewirtet und bekommen nur das Beste.
2.7 Links: Weitere Informationen
3. Jugendarbeit
3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik
Verantwortlich für die staatliche Jugendpolitik ist das Ministerium für Familie, Jugend und Sport. Im Februar 2005 hat der neue Präsident Viktor Juschtschenko den neuen Minister, Juri Pawlenko, ernannt.
Das Ministerium unterhält regionale und lokale Büros in allen Provinzzentren. Der Aufgabenbereich des Ministeriums ist weit gefasst, es ist zuständig für Heime und Sozialdienste im ganzen Land. Weiterhin initiierte das Ministerium unter anderem Seelsorgezentren und Telefonnotdienste, mobile Beratungsstationen sowie Resozialisierungszentren für jugendliche Drogensüchtige. An den Angeboten – unter anderem zur Beschäftigungshilfe – nahmen 1998 etwa 2,1 Millionen Jugendliche teil. Dazu hat das Ministerium Unterstützungsfonds etabliert, mit denen der Wohnungsbau für junge Familien gefördert werden soll.
Das Ministerium (damals: für Familie, Kinder und Jugend) kooperierte 2002 mit insgesamt 66 öffentlichen gesamtukrainischen Kinder- und Jugendverbänden. Außerdem arbeitet das Ministerium unter anderem mit den Ministerien für Bildung und Wissenschaft, Gesundheit, Arbeit und Sozialpolitik zusammen. Schließlich unterhält das Ministerium bilaterale Kooperationen mit deutschen, französischen, italienischen, polnischen, russischen, georgischen, aserbaidschanischen und weißrussischen Institutionen.
In den Teilgebieten (oblasti) des Landes fungieren nachgeordnete Abteilungen für Jugendangelegenheiten. Regional betätigen sich die Zentren der sozialen Dienste für Jugend sowie die Abteilungen beziehungsweise Dienste für die Angelegenheiten der Minderjährigen. Die Umsetzung der Gesetzgebung erfolgt in Zusammenarbeit mit über 60 nationalen Jugend- und Kinderverbänden.
Zuständig für die Bildungspolitik auf allen Ebenen, von der Vorschulerziehung bis zu den Universitäten, ist das Ministerium für Bildung und Wissenschaft, welches auch eine Abteilung Internationale Kooperation unterhält. Diese hat spezielle Unterabteilungen für Kooperation mit internationalen Organisationen und Programmen sowie für Internationale Vereinbarungen und Austauschprogramme.
[Quelle: http://www.kmu.gov.ua.]
Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte
Die Situation in der Ukraine ist seit dem Ende der Sowjetzeit etwas unübersichtlich und noch im Wandel begriffen. Bevor die Ukraine zur Sowjetunion gehörte, gab es nur wenige Jugendorganisationen, sodass es kaum Anknüpfungspunkte gab, als 1992 die einzige große Jugendorganisation, der Kochst von der ukrainischen Diaspora (in den USA, Kanada und Australien) neu etabliert. In diesen und anderen haben dann allerdings viele der ehemaligen Kohrungspositionen übernommen, zum Beispiel im Nationalen Komitee der Ukrainischen Jugendorganisationen (UNKMO), das 1995 gegründet wurde (s. u.).
1999 gab es ein neues Gesetz für nichtstaatliche Kinder- und Jugendorganisationen, das von allen bereits registrierten Organisationen eine Neuregistrierung verlangte, die allerdings ziemlich umständlich ist. Außerdem gibt es zwei Möglichkeiten: Erstens die Registrierung durch eine einfache Mitteilung an die Behörden (keine weitergehenden Rechte, keine Möglichkeit, ein Bankkonto zu eröffnen) und zweitens eine langwierige Prozedur der Registrierung, durch die man den Status eines rechtlich anerkannten Vereins mit allen Möglichkeiten erhält.
In der Ukraine gibt es bisher keinen allein anerkannten nationalen Jugendrat ähnlich dem Deutschen Bundesjugendring (DBJR). Um die Position eines solchen konkurrieren verschiedene Organisationen, momentan vor allem das Nationale Komitee der Ukrainischen Jugend (UNKMO) und der Ukrainische Rat der Jugendorganisationen – Nationaler Rat (NUCYO), der sich 2003 gegründet hat. Beide wollten Ende 2003 Mitglied im Europäischen Jugendforum werden. Dieses akzeptiert aber nur jeweils ein Mitglied pro Land.
Das Nationale Komitee der Ukrainischen Jugend (UNKMO) wurde 1992 gegründet, ist einer der größten nationalen Jugenddachverbände und konnte bis 2002 als staatsnah gelten. Das Komitee verwaltete sämtliche Staatszuschüsse im Jugendbereich und kam der Position eines nationalen Jugendrates am nächsten. Seit 2002 verwaltet das Staatskomitee für Familie und Jugend (seit 2004 Ministerium für Familie, Kinder und Jugend) wieder alle Gelder selbst und UNKMO muss sich um die Gelder wie alle anderen Organisationen bewerben.
Von 1996 bis 1998 vertrat UNKMO die Ukraine auch im Europäischen Jugendforum, wurde dann aber wegen Unzuverlässigkeiten ausgeschlossen. 2003 hat es einen neuen Antrag eingereicht, dem aber aufgrund der unklaren Situation und fehlender Unterlagen noch nicht entsprochen werden konnte.
UNKMO vertritt über 70 nationale Jugendorganisationen und auch einen großen Teil aller überregionalen ukrainischen Jugendverbände. Die genaue Zahl ist schwer anzugeben, da teilweise Mitglieder geführt werden, die schon ausgetreten sind oder welche die Mitglied sein wollen, aber noch nicht als Verein registriert sind.
Der Nationale Rat der Ukrainischen Jugendorganisationen (National Council of Youth Organizations of Ukraine – National Rada; NUCYO) existiert seit 2003 und ist mit ca. 50 Mitgliedern nach eigener Aussage Dachverband für „die Mehrheit der Ukrainischen Nichtregierungsorganisationen“ [im Jugendbereich]. Die Ziele dieser Organisation bestehen unter anderem in der Interessenvertretung ihrer Mitglieder, in der Förderung von Programmen der Jugendorganisationen und der Durchführung eigener Programme, sowie in der Teilnahme an und Mitgestaltung der nationalen Jugendpolitik. NUCYO ist zwar noch nicht vollständig registriert, hat aber schon die Unterstützung des Premierministers bekommen, der an die entsprechenden Regierungsstrukturen und Ministerien einen Erlass geschickt hat, der besagt, dass NUCYO ein partnerschaftlicher und konsultativer Status im Hinblick auf die ukrainische Jugendpolitik zu gewähren sei. Dieser Umstand wird von UNKMO kritisiert.
Die Ukrainische Union der nichtstaatlichen Jugendorganisationen (USMO) ist 1996 von Mitgliedern des regionalen Jugendrates „Ostukrainischer Rat der Jugendorganisationen“ (VUSMO) gegründet worden (Registrierung: 1998). Es handelt sich um ein Netzwerk verschiedener Jugendorganisationen in der gesamten Ukraine, deren Hauptziel die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Jugendliche in ländlichen Gegenden ist. Bis 2003 galt USMO als schärfster Konkurrent von UNKMO; dies hat sich nun mit dem Erscheinen von NUCYO auf der Bildfläche der Jugendpolitik geändert.
Das damalige Staatskomitee für Familie und Jugend hat im August 2003 ein Nationales Informations- und Ressourcenzentrum für Jugendorganisationen eingerichtet, um die bis dahin kaum stattfindende Kommunikation zwischen den Beteiligten zu fördern.
Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen
Beim Ministerrat wurde 2004 ein Rat junger Berater gegründet, bestehend aus Vertretern der Jugendorganisationen. In Zusammenarbeit mit dem damaligen Ministerium für Familie, Kinder und Jugend (jetzt: Ministerium für Familie, Jugend und Sport) hat er Lobbyarbeit für die Jugendinteressen betrieben.
Das Ministerium für Familie, Jugend und Sport ist verantwortlich für staatliche Jugendarbeit im weitesten Sinn. Ihm zugeordnet sind unter anderem die regionalen und kommunalen Vertretungen des Ukrainischen Staatszentrums für Sozialdienste für Jugendliche, Jugendklubs, das Staatszentrum für Familien- und Jugendprobleme, regionale und kommunale Dienstleistungen für Minderjährige, sozialpsychologische Krisen-, Rehabilitations- und Sozialisationszentren sowie auch Internetzentren, Jugendgeschäftszentren und Arbeitskräfteaustausch.
[Quelle: http://www.kmu.gov.ua; Broschüre des Staatskomitees für Familie und Jugend, Kiew 2002]
Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte
Die Jugendarbeit in der Ukraine ist zu einer der Prioritätsaufgaben der Regierung ernannt worden. Als Schwerpunkte im Rahmen dieser Arbeit werden genannt:
- Begabtenförderung,
- Förderung von Jungunternehmern,
- Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit,
- Bekämpfung der Jugendobdachlosigkeit,
- Aufbau eines Netzes von Heimen, Pflegefamilien und Zentren für sozialpsychologische Rehabilitation,
- Bekämpfung von Menschenhandel.
Bei alldem strebt das für die ukrainische staatliche Jugendpolitik zuständige Ministerium für Jugend und Sport auch nach der Kooperation mit Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und internationalen Organisationen und Institutionen.
[Quelle: http://www.kmu.gov.ua; Broschüre des Staatskomitees für Familie und Jugend, Kiew 2002]
Aktionsprogramme
Das Ministerium für Familie, Jugend und Sport führt neben den Programmen "Kinder der Ukraine" und"Ukrainische Familie"zurzeit eine Reihe von Programmen durch, die sich direkt an Kinder und Jugendliche wenden. Hierzu gehören:
- Das Staatliche Zielprogramm zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen;
- Das Programm Nachhaltige Gesundheit, das Wohnungsbedingungen und soziale Sicherungssysteme dadurch verbessern soll, dass Alleinerziehenden und Familien mit vielen Kindern besondere staatliche Beihilfen gezahlt werden;
- Das Programm zur Verhinderung von HIV und AIDS, das spezielle Zentren für jugendliche Drogensüchtige aufbauen und ein Schema zur Reduzierung der Gefährdung von Jugendlichen konzipieren soll;
- Das Staatliche Beschäftigungsprogramm, das den Jugendlichen ihr von der Verfassung garantiertes Recht auf Arbeit garantieren soll;
- Das Staatliche Programm zur Förderung von Jungunternehmertum, das günstige Bedingungen schaffen soll, um jugendliche Arbeitslose zur Selbstständigkeit anzuregen;
- Das Programm zur Verbrechensverhinderung, das die Kriminalitätsrate senken soll, indem unter Jugendlichen ein vorbeugendes Bewusstsein der Ablehnung krimineller Handlungen geschaffen wird;
- das Programm zur Verhinderung von Menschenhandel, das sich gegen die sexuelle Ausbeutung Jugendlicher oder die Adoption von Kindern und Jugendlichen mit dem Ziel der Organspende wendet und Opfern Hilfe bei der Reintegration erweisen soll;
- das Staatsprogramm zur Verhinderung von Kinderobdachlosigkeit;
- das Programm Landjugend unter anderem mit Beschäftigung fördernden Maßnahmen;
- das Programm zur Förderung und Unterstützung jugendlicher Krimtataren, das deren „bürgerliche Position“ stärken soll und auch ein Forschungsprogramm zu den damit einhergehenden spezifischen sozialen Problemen beinhaltet.
3.2 Jugendschutz, kinder- und jugendrelevante Gesetze, altersbezogene gesetzliche Bestimmungen
Das Ministerium für Familie, Jugend und Sport ist für die Sozialpolitik im Jugendbereich zuständig. Gesetzliche Grundlage ist hier das Gesetz der Ukraine über die Förderung der sozialen Entwicklung der Jugend in der Ukraine vom5. Februar 1993, welches sich teilweise an das deutsche Kinder- und Jugendhilfegesetz anlehnt, etwa beim Subsidiaritätsgedanken und bei der Trägerpluralität. Der ukrainische Staat hat das Recht, nicht die Pflicht, freie Träger zu unterstützen.
Rechtsrahmen für die Arbeit des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft ist das Gesetz über die Bildung vom 23. Mai 1991. Daneben gibt es weitere Gesetze zur Berufsausbildung vom 10. Februar 1998undzur allgemeinen mittleren Bildung vom 13. Mai 1999.
Darüber hinaus existiert eine Reihe von Gesetzen, zum Beispiel:
- Das Familiengesetzbuch,
- Das Gesetz zur staatlichen Unterstützung von Familien mit Kindern,
- Das Gesetz zum Schutz der Kindheit,
- Das Gesetz zur sozialen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen,
- Das Gesetz zur Vorbeugung der Gewalt in der Familie,
- Das Gesetz zur staatlichen Hilfe von behinderten Kindern.
Darüber hinaus regeln mehrere Beschlüsse des Ministerrates sowie Erlasse des Präsidenten das Funktionieren verschiedener Institutionen im Bereich der Förderung, Beratung, Erholung und sozialer Unterstützung von Kindern, Jugendlicher und Familien in verschiedenen Lebenslagen.
Es existiert bisher kein einheitliches Rechtssystemin der Art des deutschen Kinder- und Jugendhilfegesetzes.
Derzeit sind einige Gesetzes- und Beschlussentwürfe im Gespräch, unter anderem zur Versorgung der jungen Leute mit dem ersten Arbeitsplatz nach dem Hochschulstudium, zur Kreditgewährung für Wohnbau und Ausbildung für junge Familien, zur Betreuung der Opfer des Menschenhandels, zur Einführung von Arbeitsbrigaden Jugendlicher (kurzfristige Arbeitseinsätze vor allem studierender Jugendlicher in den Ferien), zur Pflichtkrankenversicherung der Neugeborenen etc.
Folgende internationale Dokumente gelten in der Ukraine:
- UN-Kinderrechtskonvention,
- Welterklärung für das Überleben, den Schutz und die Entwicklung von Kindern,
- Übereinkommen über das Verbot der Kinderarbeit,
- Zusatzprotokoll zum Übereinkommen über die Rechte des Kindes, das sich mit der Frage befasst, wie Kinder vor sexueller Ausbeutung, Kinderhandel, Kinderprostitution und Kinderpornographie wirksamer geschützt werden können,
- Zusatzprotokoll zum UN-Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau.
3.3 Weitere Informationen
Weitere Informationen und Adressen von Jugendverbänden und Organisationen, sowie zu Kinder- und jugendpolitischen Strukturen sind unter http://www.dija.de/ (> Länderinfos >Ländername) zu finden.
3.4 Schulsystem und Bildungswesen
In der Ukraine besteht Schulpflicht für Kinder und Jugendliche ab fünf oder sechs Jahren. Das ukrainische Schulsystem hat zwölf Klassen. Die Alphabetisierungsrate lag 2001 bei 99,9 %.
Das Bildungsniveau hat sich in der Ukraine in der Transformationszeit erhöht. Während bei der letzten sowjetischen Volkszählung 1989 etwa 27,4% aller Einwohner über eine höhere Bildung verfügten, waren dies 2001 bereits 31,3%. Der Anteil von Ukrainern mit mittlerem Abschluss nahm mit 65,1% gegenüber 66% im Jahre 1989 leicht ab.
Der Ukraine ist die Angleichung an das europäische Bildungssystem relativ gut gelungen. Die Vielfalt der Bildungsangebote ist erheblich gewachsen, die Bildungsform kann entsprechend den eigenen Wünschen und Fähigkeiten ausgewählt werden. Größere Aufmerksamkeit als zu früheren Zeiten wird Begabten, aber auch körperlich und geistig Benachteiligten gewidmet.
Nach wie vor gibt es jedoch ein großes Bildungsgefälle zwischen Stadt und Land: So gaben bei der letzten Volkszählung 2001 fast 38% der städtischen Bevölkerung an, über eine höhere Bildung zu verfügen, auf dem Land hingegen nur 17,7%. Es werden jedoch Anstrengungen unternommen, um bessere Ausbildungsmöglichkeiten auf dem Land zu schaffen.
Zuständig für die Bildungspolitik ist auf allen Ebenen, von der Vorschulerziehung bis hin zu den Universitäten, das Ministerium für Bildung und Wissenschaft in Kiew, das auch eine Abteilung für internationale Kooperation mit speziellen Abteilungen für Kooperation mit internationalen Organisationen und Programmen sowie Internationale Vereinbarungen und Austauschprogramme hat.
Den Rahmen für die Arbeit des Ministeriums bildet seit April 2002 die Nationale Doktrin zur Entwicklung der Bildung. Demnach soll das Kiewer Ministerium die staatliche Bildungs- und Wissenschaftspolitik konzipieren und implementieren, was auch die Vorgabe von Prioritäten und die Finanzierung sowie Aufsicht aller beigeordneten Institutionen einschließt.
Explizit hervorgehoben ist auch eine weitere globale, insbesondere europäische Integration. 2003 unterhielt das Bildungsministerium mit 25 Ländern laufende Kooperationsvereinbarungen auf dem Gebiet der Forschung. Die Ukraine ist in die EU-Programme TACIS, INTAS und Kopernikus eingebunden; dazu gibt es seit 2002 ein bilaterales Abkommen über wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit.
[Quellen: Staatliches Statistikkomitee der Ukraine, zum Teil in Russisch und Englisch; http://www.internationale-kooperation.de, Ukrainisches Ministerium für Bildung und Wissenschaft]
Schulsystem
Das ukrainische Schulsystem gliedert sich in insgesamt zwölf Klassen in drei Schulstufen. Die Einschulung findet in der Regel mit sechs Jahren, je nach Wunsch der Eltern aber auch mit fünf beziehungsweise sieben, in Ausnahmefällen auch mit acht Jahren statt.
- Für die Grundschule (I. Stufe) sind bis zu vier Jahre vorgesehen, bei gutem Test zur Schulreife kann sie jedoch auf drei Jahre verkürzt werden. Nur 27 bis 40 Prozent der Kinder eines Jahrgangs gehen vier Jahre in die Grundschule, die Tendenz ist fallend.
- Die Mittelschule (II. Stufe) entspricht der Sekundarstufe I und dauert in der Regel fünf Jahre.
- Die Oberschule (III. Stufe) umfasst drei Klassen und ist der Sekundarstufe II vergleichbar.
- Die etwa 3.000 Elementarschulen machen knapp ein Siebtel aller Bildungseinrichtungen aus. Sie umfassen nur die Grundschule und finden sich vor allem auf dem Land.
- In den Allgemeinbildenden Schulen sind alle drei Schulstufen von der ersten bis zur zwölften Klasse zusammengefasst.
- Diesem Typ ähneln die Spezialschulen, mit dem Unterschied, dass hier einige ausgewählte Fächer der III. Stufe vertieft unterrichtet werden.
- Dazu sind seit der Wende eine Reihe von Schulen für unterschiedlich Begabte entstanden:
- Die über 270 Gymnasien umfassen nur Mittel- und Oberstufe und unterrichten je nach Spezialisierung bestimmte Fächer vertieft.
- Die über 230 Lyzeen sind reine Oberschulen, die bereits auf den späteren Beruf vorbereiten.
- Die 25 Colleges beinhalten ebenfalls nur die III. Stufe, haben demgegenüber aber eine humanistische, philosophische, philologische, kulturelle oder ästhetische Ausrichtung. Ein College wird mit dem Bachelor abgeschlossen.
[Quellen: http://www.internationale-kooperation.de, Ukrainisches Ministerium für Bildung und Wissenschaft]
Hochschulwesen
Das ukrainische Bildungssystem unterscheidet vier Stufen der weiterführenden Bildung. Die erste und unterste Ebene wird mit dem Titel Juniorspezialist abgeschlossen (siehe Berufsausbildung). Die zweite Ebene wird an Colleges und vergleichbaren Institutionen vermittelt, hier kann der Bachelor erworben werden. Die dritte und vierte Ebene umfasst Universitäten, Akademien, Konservatorien und angeschlossene Institute. Diese werden mit dem Magistertitel beendet.
Es gab 2003 in der Ukraine 106 Universitäten, 59 Akademien und 150 Institute, an denen insgesamt 1,4 Millionen Studierende eingeschrieben waren (2,8% der Bevölkerung). Ein Fünftel aller Studierenden war 1998 an einer privaten Hochschule immatrikuliert, die Gebühren hierfür schwankten zwischen 400 und 1000 Dollar für ein Jahr. 90% der Studenten war jünger als 25 Jahre. Daneben gab es in der Ukraine im Jahr 2001 979 Institutionen der ersten Bildungsstufe und 664 Einrichtungen der zweiten. Die unter den Studierenden beliebtesten Fächer waren 2000/01 Wirtschaft (28,4% aller Eingeschriebenen), Ingenieurwesen (22,2%), Bildungswesen (9,9%) und Jura (9%) gefolgt von Geisteswissenschaften (7,1%).
Das ukrainische Ministerium für Bildung und Wissenschaft entwickelt die Bildungsstandards und -programme und ist die vorgesetzte Behörde für die Institutionen und deren Schnittstelle zu staatlichen und internationalen Organisationen. Es gibt 80 bilaterale Abkommen zwischen ukrainischen und deutschen Hochschulen.
[Quelle: Ukrainisches Ministerium für Bildung und Wissenschaft]
Berufsausbildung
Nach dem Ende der Sowjetunion hat die Ukraine ihr gesamtes Berufsbildungssystem umgestaltet. Die Grundzüge der neuen Ausbildung wurden bereits in einem Dekret von Präsident Leonid Kutschma im Mai 1996 festgelegt, im Februar 1998 folgte ein Gesetz, welches die organisatorischen, finanziellen und geschäftlichen Grundlagen der Berufsausbildung regelt. 1999 wurde zudem das Gesetz über die gestufte Berufsbildung verabschiedet. Es folgten weitere konkrete Regulierungen des Kabinetts zu Institutionen, etwa Colleges und Zentren der Berufsausbildung, zur Organisation von Bildungs- und Produktionsprozessen oder Bestimmungen zum Arbeitsplatz.
2000/01 gab es in der Ukraine insgesamt 962 staatliche Institutionen der Berufsbildung, die dem Kiewer Ministerium für Bildung und Wissenschaft unterstellt waren. An ihnen lernten 523.000 Schüler im dualen System, davon 70% Männer. Über 25000 Arbeitslose machten hier 2000/01 eine Umschulung oder Weiterbildung. Die Berufsausbildung wird in der Regel mit der Bezeichnung Juniorspezialist abgeschlossen, bei entsprechender Qualifikation auch mit dem Titel Bachelor.
Die meisten Institutionen gab es für die Landwirtschaft (303), gefolgt von Bauberufen (260), Industrie (235) und Dienstleistungen (164). In den letzten Jahren sind 126 Institutionen vor allem zur Höheren Qualifikation neu entstanden. 2000/01 waren insgesamt 51 000 Mitarbeiter in der staatlichen Berufsausbildung beschäftigt. An den Institutionen gibt es auch Strukturen der Schülerselbstverwaltung. Ein Teil der Einrichtungen wie Institute oder Akademien reicht bereits in die Hochschulbildung hinein.
Die Bundesrepublik Deutschland unterstützte die Umstrukturierung der ukrainischen Berufsausbildung mit 16 Modellzentren im ganzen Land, die im Rahmen des Transform-Programms geschaffen wurden. Seit September 2000 gibt es auch ein Projekt mit dem europäischen Bildungsfonds, womit Qualitätsstandards erarbeitet, Fachkräfte geschult und Jugendliche und Arbeitslose für neue Technologien qualifiziert werden sollen.
[Quelle: Ukrainisches Ministerium für Bildung und Wissenschaft]
4. Natur und Kultur
4.1 Natur und Umwelt
Die Ukraine ist der größte Flächenstaat der komplett auf dem europäischen Kontinent liegt und erstreckt sich in Ost-West-Richtung über knapp 2000 Kilometer zwischen den westlichen Nachbarn Polen, Slowakei und Ungarn sowie dem östlichen Nachbar Russland. Zwischen Weißrussland im Norden bis zum Schwarzen Meer im Süden sind es 1000 Kilometer. Steppen- und Graslandschaften bedecken die Tiefebenen im Landesinnere. Ein bewaldetes Hügelterrain unterbricht in der Nähe von Lutsk im Nordwesten die unendlichen Weiten der Ukraine, während sich im Südosten in größeren und kleineren Schluchten Wasserströme Richtung Dnipro, dem größten Fluss der Ukraine, schlängeln. Lediglich die Ausläufer der Karpaten im Westen und Krimgebirge im Süden des Landes bilden größere Erhebungen. Im Bereich des Tieflandes gibt es insbesondere in der zentralukrainischen Oblast Poltawa kleinere Gas- und Erdölvorkommen, die aber für eine Eigenversorgung des Landes nicht ausreichend sind. Hoffnungen werden in die Erschließung von Feldern im Schwarzen Meer gesetzt. Aufgrund der vermuteten Rohstoffvorkommen bestehen momentan Grenzstreitigkeiten mit dem südwestlichen Nachbarland Rumänien um dem Kontinentalsockel der Schlangeninsel.
Abgesehen von den Berggebieten und den südwestlichen und südlichen Küstenregionen lässt sich die Ukraine hinsichtlich des Klimas, der Böden und der Vegetation in drei Großzonen gliedern. Im Nordwesten hat es Anteil an den Prypjatsumpfgebieten, die insbesondere durch frühere Gletschervorstöße aus Skandinavien während der Eiszeiten geprägt wurden. Hier finden sich die schlechtesten Böden des Landes. Hinzu kommt, dass diese Region besonders stark von der Katastrophe von Tschernobyl betroffen ist. Das Gebiet erhält relativ viel Niederschlag (500 bis 750 mm), die Sommer sind mild mit Durchschnittstemperaturen im Monat Juli von 17 bis 19 °C.
Die Westukraine ist durch die Karpaten geprägt. Es handelt sich um einen alten, abgetragenen Gebirgszug, dessen höchste Erhebungen max. 1.800 Meter hoch sind. Je mehr man sich der slowakischen Grenze nähert, desto höher werden sie und je mehr landeinwärts man sich bewegt, desto flacher wird das Land. Auf den Bergen überwiegt der Mischwald, in den Ebenen wurde der Wald gerodet, um Ackerland und Wiesen zu schaffen. Der Herbst beginnt schon im September mit der Verfärbung der Wälder und kühlen Temperaturen am Morgen und Abend. Im Winter können durchaus -30 °C erreicht werden.
Die waldreichsten Regionen befinden sich im Süden und Südosten – in den Karpaten und im Krimgebirge. In nördlicher Richtung wechseln sich Mischwälder mit Sumpflandschaften ab. Ein zentrales Wald-Steppen-Gebiet wurde in den 60er-Jahren in fruchtbares Ackerland umgewandelt. Einige unberührte Landschaften wie die Steppengebiete im Süden der Ukraine sind als Naturschutzgebiete deklariert worden, das älteste, Askanija Nowa, liegt unmittelbar nördlich der Krimhalbinsel. Die Südküste der Krim ist für ihre üppige abwechslungsreiche Vegetation bekannt. Hier wachsen u. a. Laubbäume, immergrüne Gräser, exotische Blumen und Sträucher. Ferner wachsen Zypressen, Himalayatannen, Douglasien, der immer-grüne Buchsbaum, der „Zigarrenbaum“ und der „Adambaum“ (Paulolonia).
Es gibt 80 Arten von Säugetieren, 280 Vogelarten, 10 Reptilienarten, 16 Amphibienarten, 60 Fischarten und 100 Mollusken. In den Karpaten leben drei Viertel aller Säugetierarten der Ukraine. Besonders stark verbreitet sind in Transkarpatien Maulwurf, Fuchs, Wolf, Marder, Braunbär, Dachs, Baummarder, Wiesel, Hermelin, Iltis, Nerz, Fischotter, Wildkatze, Luchs, Hase, Eichhörnchen, Bisamratte, Wildschwein, Reh und Karpatenhirsch.
Unter den Vögeln sind hervorzuheben: Auerhahn, Berghuhn, Haselhuhn, Fasan, Rebhuhn, Wachtel, Waldschnepfe, Turteltaube, Ringeltaube, Blesshuhn, Wachtelkönig, Kiebitz und Bekassine. Von Wasservögeln gibt es Haubentaucher, Hockerschwäne, Graugänse, Stockente, Knäckente, Fischreiher und Zwergdommel. Seltene Vögel sind Spechte, Drosseln und Weißstörche.
An Kriechtieren findet man in der Ukraine Steppenschildkröten, Eidechsen, Nattern, die gewöhnliche Natter als einzige Giftnatter der Karpaten, Salamander und Schlingnattern. In den Flüssen Transkarpatiens lebt fast die Hälfte aller Fische der Ukraine: die Bachforelle, die Donaulachs, die Äsche, der Zingel, der Hundfisch, der Bitterling, die Nase, die Flussbarbe, der Döbel, der Wels, der Hecht, die Schleie, der Kaulbarsch, die Plötze, die Karausche und das Donauneunauge.
Zum weiteren Bestand der artenreichen Tierwelt der Ukraine zählen u. a. noch Waldtiere wie Elche, Wildkatzen und Rotwild sowie die in der Steppe lebenden Hamster, der Iltis, Wachteln und Lerchen.
4.2 Großschutzgebiete
Das Biopsphärenreservat im Chersonskaja Oblast umfasst ca. 33.300 ha und wurde 1984 von der UNESCO als Biospärenreservat ausgezeichnet. Askanija Nova ist das bedeutendste Naturreservat der Ukraine.
Das Biosphärenreservat Schwarzes Meer befindet sich 45 km südwestlich der Stadt Kherson. Das Reservat umfasst diverse Feucht- und Sumpfgebiete, Meeresbuchten, Dünenlandschaften und, einst für die Region typisch, auch Wald- und Küstensteppe. Aufgrund andauernder landwirtschaftlicher Nutzung und Aufforstungsprogrammen mit Pinien war es wichtig, dass das Biosphärenreservat für eine nachhaltigere Entwicklung gegründet worden ist und die typischen Landschaften dieser Region unter Schutz gestellt sind. Das Biospärenreservat umfasst darüber hinaus drei Ramsar-Flächen. Das Gebiet ist bekannt für viele hervorragende Möglichkeiten zum "bird-watching".
Das Biosphärenreservat wurde 1993 gegründet, ein Teil der Flächen unterliegt bereits seit 1968 einem besonderen staatlichen Schutz. Der Schwerpunkt liegt neben der Erhaltung großflächiger, von Menschen weitgehend unbeeinflusster Naturräume, in der wissenschaftlichen Arbeit. Im Gebiet lebt eine Vielzahl bedrohter Tier- und Pflanzenarten, von denen über 100 der internationalen und nationalen Roten Liste zugeordnet sind, darunter auch einige endemische Arten. Ein ausgedehntes Feuchtwiesengebiet (rund 250 ha) mit großflächigem Vorkommen der Weißen Narzisse (Narcissus an-gustifolius), unweit der Stadt Chust nahe der rumänischen Grenze, ist dabei ebenso bedeutend wie die autochthonen Bu-chennaturwälder mit z.T. plenterähnlichen Strukturen und die Karst-Höhlen im Uholsky-Massiv. Im Gebiet des Biosphärenreservates liegen auch Teile der Genressourcenwälder Transkarpatiens, die zur Erhaltung autochthoner Buchenbestände durch Saatgutgewinnung ausgewiesen wurden. Das aus fünf räumlich getrennten Einzelgebieten bestehende Reservat umfasst insgesamt eine Fläche von rund 39.000 ha.
Nach einem beinahe dreitausend Kilometer langen Weg vom Schwarzwald bis zum Schwarzen Meer verliert sich die Donau am Rande Europas in einem riesigen Labyrinth aus Wasser, Schlamm und Schilf. Zwei Mündungsarme umschließen das größte intakte Feuchtgebiet Europas, dass überwiegend zu Rumänien gehört. Es wurde von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt.
4.3 Welterbestätten
Sophienkathedrale und Höhlenkloster Lawra Petschersk in Kiew (K/1990)
Die Kiewer Sophienkathedrale (Софійський собор) in Kiew, Ukraine, gilt als eines der herausragendsten Bauwerke europäisch-christlicher Kultur. In den Überlieferungen wird der Baubeginn mit dem Jahr 1037 angegeben, nachdem der Kiewer Fürst Jaroslaw der Weise (Ярослав Мудрый) 1036 die Petschenegen besiegen konnte.
Die Kathedrale wurde als vielkuppelige fünfschiffige Kreuzkirche mit offener Galerie nach byzantinischem Vorbild – speziell nach dem der Hagia Sophia in Konstantinopel – errichtet.
Als Hauptkathedrale der Kiewer Rus war sie ihrer christlichen und kulturellen Bedeutung nach dazu berufen, von der Weisheit des Christentums und der Festigung der politischen Macht der Rus zu künden. Die Kathedrale war Mittelpunkt des kulturellen und politischen Lebens des altrussischen Staates. Hier fanden u. a. die Thronbesteigungen der Kiewer Fürsten statt, hier tagte die Kiewer Volksversammlung (Veče), hier wurden Staatsgäste empfangen und Hofzeremonielle durchgeführt.
Die Ausmaße der Kathedrale waren schon für die damalige Zeit beeindruckend: Länge 37 m, Breite 55 m, Höhe bis zur Zentralkuppel 29 m. Die Innenausstattung ist durch Wandmalereien und vor allem durch hervorragende Mosaiken (seit dem 11. Jahrhundert) ebenfalls nach byzantinischen Vorbild gekennzeichnet: ca. 3000 m² Fresken, ca. 260 m² Mosaiken. Hervorzuheben sind das übergroße Mosaik der „Betenden Gottesmutter“ („Orans“) in der Altarapsis und das Mosaik des allherrschenden Christus („Pantokrator“) in der Zentralkuppel. Zählungen haben ergeben, dass für die Mosaike 177 verschiedene Farbschattierungen verwendet wurden. Die Kathedrale diente auch als Bestattungsort der Kiewer Fürsten. Als wichtiges Grabmal hat sich der Sarg von Jaroslaw dem Weisen bis heute erhalten, der hier 1054 beigesetzt wurde.
Nach dem Einfall der Mongolen in die Rus (Mitte des 13. Jahrhunderts) verlor nicht nur die Stadt Kiew ihre zentrale politische und kulturelle Funktion, sondern auch die Sophienkathedrale verlor ihre kirchliche Bedeutung. Der Kirchenbau wurde teilweise zerstört, der Sitz des Metropoliten nach Nowgorod Velikij (und später nach Moskau) verlegt.
Im 15. Jahrhundert wurde die Kathedrale weiterhin durch Einfälle der Krimtataren in Kiew zerstört. Eine Restaurierung und ein Wiederaufbau erfolgten in den Jahren 1685 bis 1707. Hierbei wurde die Innenausstattung kaum verändert, sodass sich der großartige byzantinische Eindruck bis heute erhalten hat. Dagegen wurde der äußere Kirchenbau vollkommen im Barockstil erneuert. Die Außengalerien wurden um ein Stockwerk erhöht und weitere sechs Kuppeln in der typischen Birnenform des ukrainischen Barocks hinzugefügt. Das Gelände der Sophienkathedrale wurde mit einer Mauer neu umfasst und weitere Gebäude wurden errichtet, u. a. der Metropolitenpalast, das Südtor, das Refektorium (als beheizbare Kirche auch „Warme Sophie“ genannt) und das Geistliche Seminar. Auffallend ist der Glockenturm (1699 – 1707), der über dem Hauptzugang errichtet wurde. Nach einer Erhöhung um eine vierte Etage 1851 ist er jetzt 76 m hoch.
Während der Sowjetzeit wurde der Gebäudekomplex 1934 als kirchliche Einrichtung geschlossen und als „Staatliches Reservat Sophien-Museum“ eröffnet.
Erst mit der Trennung der Ukraine von der zerfallenden Sowjetunion 1991 wurde die Sophienkathedrale wieder der orthodoxen Kirche übergeben. Aber in den folgenden Jahren gab es erhebliche Streitigkeiten innerhalb der orthodoxen Kirche über die Zugehörigkeit der Kathedrale: entweder zur orthodoxen Kirche des Kiewer Patriarchats oder des Moskauer Patriarchats. Ebenfalls gab es auch Ansprüche der ukrainisch-katholischen Kirche. Da diese Streitigkeiten nicht gelöst werden konnten, setzte sich der ukrainische Staat durch und schloss erneut die Sophienkathedrale für kirchliche und liturgische Zwecke. Sie ist seitdem wieder ein Museumskomplex, der auch zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört.
Das Kiewer Höhlenkloster (Ukrainisch: Києво-Печерська лавра, Russisch: Киево-Печерская лавра, Heiliges Maria-Himmelfahrt-Kloster) liegt am hügelig aufragenden Westufer des Dnipro südlich des heutigen Stadtzentrums. Der große von Mauern umgebene Klosterkomplex teilt sich in zwei Bereiche: die obere und die untere Lawra. Beide Teile umfassen eine Vielzahl von kulturell bedeutenden Kirchen, Klöstern und Museen sowie Mönchshöhlen, die den historischen Kern der Anlage bilden.
Das Kiewer Höhlenkloster ist eines der ältesten russisch-orthodoxen Klöster der Kiewer Rus. Die nachweislich ältesten Erwähnungen der Höhlen finden sich in der bedeutenden „Chronik der vergangenen Jahre“ (Повесть временых лет) Nestors (auch „Nestorchronik“ genannt, Anfang 12. Jahrhundert) sowie im „Paterikon“ des Höhlenklosters.
Den Aufzeichnungen nach ließ sich der Einsiedler Antonij aus Ljubetsch 1013 am Ufer des Dnipro in den Waräger-Höhlen nieder. Zusammen mit dem Mönch Feodosij, der 1062 Vorsteher der Asketengemeinschaft wurde, gründete er 1051 ein orthodoxes Kloster. Im ausgehenden 11. Jahrhundert erfolgte der erste Bau der Maria-Himmelfahrt-Kathedrale (Успенский собор). In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich der gesamte Klosterbereich zum führenden Kloster in der Kiewer Rus. Diese Tradition wurde auch nicht durch die Mongolenherrschaft ab dem 13. Jahrhundert unterbrochen, obwohl Kiew in dieser Zeit seine Bedeutung als wichtige Handelsstadt mit Konstantinopel einbüßte. 1688 wurde dem Höhlenkloster der Ehrentitel einer „Lawra“ verliehen. Diese hohe Auszeichnung erhielten nur wenige bedeutende Klöster im orthodoxen Russland.
Die heutigen Kirchen- und Klosterbauten sind durch den ukrainischen Barock ab dem 18. Jahrhundert geprägt. Wichtige Bauten seit dieser Zeit sind die Maria-Himmelfahrt-Kathedrale, die Dreifaltigkeitstorkirche, die Allerheiligenkirche, die Kreuzerhöhungskirche und die Gottesmutter-Geburtskirche. Der Bau des großen Glockenturms erfolgte ab 1731. Als letzter großer Kirchenbau entstand 1893 bis 1895 das Refektorium.
Nach der Russischen Revolution und den Wirren des Bürgerkriegs wurde das Höhlenkloster unter der jungen Sowjetmacht 1926 in ein staatliches Museumsreservat umgewandelt. Die Höhlen wurden 1929 geschlossen. 1941 wurde während des Zweiten Weltkriegs aus noch nicht geklärten Gründen die Maria-Himmelfahrt-Kathedrale gesprengt. 1988, als in der Sowjetunion unter Michail Gorbatschow eine Neuorientierung begann, wurde das Mönchsleben im Höhlenkloster wiederbelebt. Seit dem Zerfall der Sowjetunion und der Trennung der Ukraine von Russland wurde der untere Klosterbereich der orthodoxen Kirche zurückgegeben. Hier siedeln nun auch wieder Mönche in den traditionellen Höhlen. Die Maria-Himmelfahrt-Kathedrale wurde von 1998 bis 2000 wiederaufgebaut.
Das Kloster hat seinen Namen von ausgedehnten künstlich geschaffenen Höhlen bekommen, die seit der Gründungszeit als Einsiedeleien der Mönche dienten. Hier in größter Abgeschiedenheit von der Welt versuchten (und versuchen wieder) Mönche sich durch Gebet Gott zu nähern. Die langen Höhlengänge umfassen in gewissen Abständen kleinste Mönchszellen und unterirdische Kirchen. Die Höhlen wurden aber auch als Bestattungsort für verstorbene Mönche genutzt. Entlang der Gänge stehen in Nischen die Särge vieler Mönche, deren Körper sich in den Särgen im Laufe der Jahrhunderte mumifizierten. Auch der berühmte Chronist Nestor ist in den Höhlen bestattet. Das Höhlensystem, das heute teilweise für Touristen zugänglich ist, wird in zwei Bereiche unterteilt: die nahen und die fernen Höhlen. Die nahen Höhlen sind vom oberen, die fernen Höhlen vom unteren Teil der Lawra zugänglich.
Historisches Zentrum von Lwiw (Lemberg) (K/1998)
1256 errichtete der altrussische Fürst Danilo Romanovič an der Stelle des heutigen Lemberg eine Burg für seinen Sohn Lew. Von diesem Lew (russisch Löwe) hat die Stadt ihren Namen. Auch im Wappen und in zahlreichen Steinskulpturen der Stadt taucht der Löwe immer wieder auf. Nach der Zerstörung des Kiewer Reiches durch die Mongolen fielen seine westlichen Gebiete, darunter Lemberg, 1340/1349 an Polen. 1356 erhielt die Stadt vom polnischen König Kasimir dem Großen die Magdeburger Stadtrechte, deutsche Bürger, Juden sowie auch Christen, siedelten an und die Amtssprache war fast 200 Jahre lang deutsch. In der frühen Neuzeit entwickelte sich der Ort bald zu einem wichtigen Handelsplatz. 1772 fiel die Stadt mit der polnischen Teilung an das Habsburgerreich. Lemberg war Hauptstadt des Königreichs Galizien und Lodomerien und viertgrößte Stadt im Habsburgerreich. Die 1784 von Joseph II. gegründete Universität ist die älteste in der Ukraine.
Noch heute ist Lwiw die wichtigste Stadt der ukrainischsprachigen Westukraine. Manche Westukrainer, die sich gegenüber der weitgehend russischsprachigen Bevölkerung in der Ostukraine als die eigentlichen Ukrainer sehen, bezeichnen es sogar als die „heimliche Hauptstadt der Ukraine“.
Struve-Bogen (K/GÜ/2005)
Mit der Aufnahme des Struve-Bogens verzeichnen gleich zehn Länder einen gemeinsamen Eintrag in der Welterbeliste: Belarus, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, die Republik Moldau, Norwegen, Russland, Schweden und die Ukraine. Der Struve-Bogen ist eine Kette von geodätischen Messstationen von Hammerfest am Nordkap bis Ismail am Schwarzen Meer. In der Welterbeliste repräsentieren 34 der 265 Messstationen das gemeinsame Erbe der beteiligten Länder. Der Astronom Friedrich Georg Wilhelm Struve führte von 1816 bis 1855 die Meridianmessung durch und überbrückte eine Länge von 2820 Kilometern. Die Messung diente der exakten Bestimmung der Größe und Form unseres Planeten und war ein bedeutender Schritt für die Geowissenschaften. Der Struve-Bogen ist ein außergewöhnliches und frühes Beispiel für internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit.

