Slowakei
1.1 Landeskennzeichen
1.2 Internationale Telefon-Vorwahl
1.3 Allgemeine Informationen
1.4 Informationen zum Staatsaufbau
1.5 Einreise- und Zollbestimmungen
1.6 Währung und Geldwechsel
1.7 Gesundheit
1.8 Botschaften und Konsulate
1.9 Wichtige Telefonnummern
2.1 Tourismus
2.2 Tourismus-Informationen
2.3 Links zum Thema Tourismus
2.4 Verkehr
2.5 Unterkünfte
2.6 Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken
2.7 Links: Weitere Informationen
3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik
3.2 Jugendschutz, kinder- und jugendrelevante Gesetze, altersbezogene gesetzliche Bestimmungen
3.3 Weitere Informationen
3.4 Schulsystem und Bildungswesen
4.1 Natur und Umwelt
4.2 Großschutzgebiete
4.3 Welterbestätten
1. Übersicht
1.1 Landeskennzeichen: SK
1.2 Internationale Telefon-Vorwahl: +421
1.3 Allgemeine Informationen
Die Slowakei wird häufig mit Slowenien verwechselt. Slowenien ist jedoch eine ehemalige jugoslawische Teilrepublik, während die Slowakei aus der ehemaligen Tschechoslowakei hervorgegangen ist.
Einwohner: ca. 5,379 Millionen (ca. 86 % Slowaken, ca. 10 % Ungarn, ca. 2 % Roma, ca. 2 % andere Ethnien)
Hauptstadt: Bratislava (Pressburg), ca. 425.000 Einwohner
Weitere wichtige Städte: Košice ( dt. Kaschau, ca. 235.000 Einwohner), Prešov (ca. 92.000 Einwohner), Nitra (ca. 86.000 Einwohner), Žilina (ca. 85.000 Einwohner), Banská Bystrica (ca. 82.000 Einwohner), Trnava (ca. 69.000 Einwohner), Martin (ca. 59.000 Einwohner), Trenčín (ca. 57.000 Einwohner), Poprad (ca. 55.000 Einwohner)
Religionen: Katholiken (ca. 69 %), andere Konfessionen bzw. Konfessionslose (ca. 17 %), Protestanten (ca. 9 %), griechische Katholiken (ca. 4 %), Orthodoxe Christen (ca. 1 %)
Amtssprache: Slowakisch, Tschechisch (Handel), Ungarisch (Minderheiten)
Währung: Slowakische Krone (SKK/Sk), 1 SKK = 100 Heller
Geographische Lage: Die Slowakei ist ein Binnenstaat in Mitteleuropa und hat gemeinsame Grenzen mit Polen, der Ukraine, Ungarn, Österreich und Tschechien.
1.4 Informationen zum Staatsaufbau
1.5 Einreise- und Zollbestimmungen
Seit dem 21.12.2007 setzt die Slowakei das Schengen-Abkommen um. Somit wird auf allgemeine Grenzkontrollen im Personenverkehr verzichtet. Reisende benötigen einen Reisepass oder Personalausweis mit noch mindestens dreimonatiger Gültigkeit.
Kinderausweise müssen mit einem Lichtbild versehen sein. Der Eintrag von Kindern in Reisepässen von Eltern wird akzeptiert. Die neuen Kinderreisepässe werden anerkannt.
Deutsche Staatsangehörige unterliegen in der Slowakei einer Registrierungspflicht, wenn sie sich länger als drei Monate im Land aufhalten möchten. Ergänzende Informationen dazu erhalten Sie auf der Homepage der Botschaft Pressburg: www.pressburg.diplo.de.
Für die Einreise per Kraftfahrzeug sind die in Deutschland üblichen Papiere erforderlich, empfohlen wird die grüne Versicherungskarte. Fahrer von Dienstkraftfahrzeugen und Fahrer, die nicht gleichzeitig Halter des Fahrzeugs sind, benötigen eine Ermächtigung des Halters.
Die Slowakische Republik ist aufgrund völkerrechtlicher Vereinbarung verpflichtet, alle in Deutschland gültigen, von deutschen Behörden ausgestellten Führerscheine anzuerkennen. Dies gilt auch für den grauen DDR-Führerschein. Dennoch empfiehlt das Auswärtige Amt Besitzern älterer Führerscheine, entweder einen internationalen Führerschein mitzuführen oder einen neuen nationalen Führerschein ausstellen zu lassen, um Probleme zu vermeiden.
Der Besitz und Konsum von Drogen, auch in kleinen Mengen und zum eigenen Verbrauch bestimmt, ist strafbar und wird regelmäßig mit hohen Strafen geahndet. Dabei wird nicht zwischen so genannten leichten und schweren Drogen unterschieden!
Prostitution ist nicht strafbar, Zuhälterei ist strafbar.
Das strafbewehrte gesetzliche Schutzalter für Geschlechtsverkehr liegt für Hetero- und Homosexuelle bei 18 Jahren; sofern beide Sexualpartner unter 18 Jahren sind, bei 15 Jahren. Homosexualität ist nicht strafbar.
1.6 Währung und Geldwechsel
Die offizielle Währung der Slowakei ist die slowakische Krone (Slovenská koruna) (SKK/Sk), 1 SKK = 100 Heller (halier, Plural: halierov). Die Slowakische Krone soll nach Wunsch der Nationalbank der Slowakei im Jahr 2009 durch den Euro ersetzt werden.
Am 25. November 2005 trat die Slowakei ohne Vorankündigung dem Wechselkursmechanismus II (WKM II) bei. Über ihn ist die Krone bei 30-prozentiger Bandbreite zu einem festen Leitkurs an den Euro gekoppelt. Zunächst wurden 38,4550 Kronen je Euro als Leitkurs festgelegt. Infolge einer kontinuierlichen Aufwertung der Krone gegenüber dem Euro sah sich die slowakische Zentralbank jedoch gezwungen, in Absprache mit der EU eine Anpassung des Leitkurses umzusetzen. Somit gilt seit dem 19. März 2007 ein Leitkurs von 35,4424 Kronen je Euro.
Eine zweijährige Teilnahme am WKM II ist eines der Konvergenzkriterien zur Euro-Einführung. Folglich kann die Slowakei den Euro frühestens im März 2009 einführen.
Es sind Banknoten zu 20, 50, 100, 200, 500, 1000 und 5000 Kronen und Münzen zu 50 Heller und 1, 2, 5 und 10 Kronen im Umlauf.
Aktuelle Wechselkurse sind im Internet unter www.oanda.com/convert/classic einzusehen.
1.7 Gesundheit
Bei der Einreise in die Slowakei sind keinerlei Impfungen Pflicht. Es wird allerdings empfohlen sich gegen Hepatitis A und gegebenenfalls B impfen zu lassen. Dies wird für Kinder generell empfohlen. Außerdem besteht im Sommer die Möglichkeit einer Infektion mit Borreliose oder Frühjahr-Sommer-Meningo-Encephalitis (FSME) durch Zeckenbisse. Einen allgemeinen Schutz gegen Borreliosebieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel. Gegen die FSME kann man sich impfen lassen, was insbesondere bei Langzeitaufenthalten oder für Risikogruppen empfehlenswert ist.
Tollwut kommt landesweit vor. Überträger sind u. a. Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Gesetzlich Versicherten wird empfohlen, sich vor Abreise in die Slowakei die European Health Insurance Card (EHIC) (ersatzweise: E-111-SI-Formular) bei ihrer Krankenkasse zu besorgen. Diese ist dem slowakischen Krankenversicherungsträger im Krankheitsfalle zuerst vorzulegen und dann dem behandelnden Arzt oder Krankenhaus auszuhändigen. Ansonsten sind Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen und Krankenhausrechnungen direkt in bar zu bezahlen.
Privatversicherte bezahlen ihre medizinischen Leistungen selbständig und rechnen dies hinterher mit ihrer Versicherung ab. Dabei empfiehlt es sich jedoch, wo immer möglich, vorher den Kostenrahmen in etwa abzuklären.
1.8 Botschaften und Konsulate
Botschaft der Slowakischen Republik
Adresse: Friedrichstraße 60, 10117 Berlin
Telefon: 0049-30/8892 6-20
Fax: 0049-30/8892 6-222
E-Mail: botschaft@botschaft-slowakei.de, presse@botschaft-slowakei.de, la6lt6lt6la6lc6lh6le6l@6ls6ll6lo6lv6la6lk6l-6lv6le6lr6lt6le6li6ld6li6lg6lu6ln6lg6ls6la6lt6lt6la6lc6lh6le6l.6ld6le6 oder 7kd7od7nd7sd7ud7ld7ad7rd7ad7bd7td7ed7id7ld7ud7nd7gd7@d7bd7od7td7sd7cd7hd7ad7fd7td7-d7sd7ld7od7wd7ad7kd7ed7id7.d7dd7ed
Website: www.botschaft-slowakei.de
Bürozeiten: Mo. – Fr. 08.30 Uhr – 16.30 Uhr
Adresse: Hviezdoslavovo Nám. 10, SK-81303 Bratislava
Telefon: (00421/2) 59 20 44 00
Fax: (00421/2) 54 41 96 34
E-Mail: 3pz3uz3bz3lz3iz3cz3@z3gz3ez3rz3mz3az3nz3ez3mz3bz3az3sz3sz3yz3.z3sz3kz
Website: www.germanembassy.sk
Bürozeiten: Mo. – Fr. 09.00-11.30 Uhr
Die Adressen sämtlicher Konsulate und der Außenstellen können unter www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laender/Slowakei.html bei Vertretungen Slowakei und Deutsche Vertretungen abgerufen werden.
1.9 Wichtige Telefonnummern
Rettungsdienst: 112 und 16155, Feuerwehr & Polizei: 112, Pannenhilfe (ASA Slovakia): 18124
Telefonauskunft: Inland: 1181, Ausland: 12149
Landesvorwahl von Deutschland in die Slowakei: +421
Landesvorwahl von Slowakei nach Deutschland: +49
Es gibt Münz- und Kartentelefone. Die meisten öffentlichen Telefone sind Kartentelefone. Telefonkarten sind erhältlich bei Postämtern, Bahnhöfen, in Kaufhäusern, Kiosken und in Hotels. In den Hotels können Gebühren für Ferngespräche sehr hoch sein.
Nutzbarkeit deutscher Mobiltelefone
GSM 900/1800 Mobilfunknetz. Hauptanbieter die auch mit den meisten deutschen Anbietern Roaming-Verträge haben: Orange Slovensko a.s. (Orange SK) und T-Mobile Slovensko, a.s. (T-Mobile SK). Genauere Informationen können unter www.gsmworld.com/roaming/gsminfo/cou_sk.shtml abgerufen werden.
2. Reiseinformationen
2.1 Tourismus
Die Slowakei zählt in Westdeutschland noch nicht zu den klassischen Urlaubsländern wie Spanien, Italien oder Frankreich. Im Osten Deutschlands jedoch haben viele die Slowakei schon als Ziel eines Urlaubs kennen und schätzen gelernt. Der Tourismus war in der Slowakei schon immer eine wichtige Einnahmequelle und heute spielt er wirtschaftlich eine immer zentralere Rolle. Sowohl der Staat als auch die Bevölkerung sind sehr daran interessiert die touristische Infrastruktur weiter auszubauen und sich ein immer positiveres Image zu erarbeiten
Reiseziel Nummer Eins ist sicher die alpine Landschaft der Hohen Tatra. Hier ist die touristische Infrastruktur sehr gut entwickelt und auch die Sprache ist meist kein Problem, da hier oft Deutsch oder zumindest Englisch gesprochen wird. Die Hohe Tatra kann man ohne weiteres als Naturparadies bezeichnen. Um die Orte Poprad und Štrbské Pleso, der Ort liegt an einem schönen Bergsee inmitten der Hohen Tatra, finden sich hervorragend erschlossene Wintersport- und Wandergebiete mit Möglichkeiten zum Bergsteigen. Die meistens noch „ungezähmten“ Flüsse wie zum Beispiel die obere Waag (Vah) bieten Wildwasserrafting-Möglichkeiten. Und dann gibt es natürlich auch noch Sehenswürdigkeiten wie die Dobschauer Eishöhle, eigentlich ein Muss für jeden Besucher der Slowakei. Eine weitere beliebte Form des Urlaubs ist der Jagdurlaub in der Slowakei, da sich hier noch eine nahezu unberührte Natur findet. Im Land befinden sich neun Nationalparks (Tatra, Niedere Tatra, Pieninen, Slowakisches Paradies, Slowakischer Karst, Große Fatra, Kleine Fatra, Poloniny, Muránska Planina) und zahlreiche Naturschutzgebiete - es gibt kaum ein Gebirge, das nicht einer Form von Naturschutz unterliegt.
Überdies ist für die Slowakei ein häufiges Vorkommen von Höhlen charakteristisch. 13 Höhlen sind für Besucher zugänglich, die größte davon – die Demänov-Höhle der Freiheit – ist fast neun Kilometer lang.
Außerdem hat das Land zahlreiche mittelalterliche Burgen und Schlösser zu bieten. Darunter die Zipser Burg (Spišský hrad), die seit 1993 zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt. Die Slowakei ist das Land mit der höchsten Pro-Kopf-Anzahl an Burgen in Europa (und wohl auch weltweit).
Doch die Slowakei hat auch viel für den kulturell interessierten Besucher zu bieten. Durch ihre grenznahe Lage zu jeweils mehreren Ländern und durch viele ethnische Minderheiten wirken die Städte Bratislava und Košice trotz ihrer geringen Größe sehr kosmopolitisch. Hinzu kommt die für die ehemals österreichisch-ungarischen Städte typische „Kaffeehausatmosphäre“ und die in beiden Städten hervorragend erhaltene Altstadt mit spektakulären Sehenswürdigkeiten wie der Burg Bratislava. Aber auch viele kleinere Städte sind sehr reizvoll, insbesondere, da sie noch nicht von Touristen überlaufen sind.
Das Land ist durch Autobahnen und Eisenbahn gut erschlossen. Insgesamt gilt es als günstig und bietet sich deshalb vor allem für Familien mit Kindern und Rucksacktouristen an. Hier sind die Preise noch erschwinglich, wenn auch von deutschen Urlaubern manchmal ein höherer Preis genommen wird als von Inländern.
Aber auch der junge Spaßurlauber kommt an den zahlreichen Seen durchaus auf seine Kosten. Beispiel: Der Domaša bei Vranov im Osten der Slowakei. Touristisch kaum erschlossen, günstige Preise, Party bis in die Nacht. Für aufgeschlossene, abenteuerlustige Urlauber sicher eine Alternative. Große Abstriche müssen hier allerdings beim Standard der Campingplatz-Einrichtungen gemacht werden.
2.2 Tourismus-Informationen
In der Slowakei gibt es 52 Touristinformationszentren, die mit meisten mit „i“ gekennzeichnet sind. Diese sind in der Mehrheit über Telefon: 16186 erreichbar (Ortsvorwahl + 16186).
Vorabinformationen können über die Slowakische Zentrale für Tourismus bezogen werden.
Slowakische Zentrale für Tourismus
Adresse:Námestie Ľ. Štúra 1, P. O. Box 35, 974 05 Banská Bystrica
Telefon: +421 48 413 61 46
Fax: +421 48 413 61 49
E-Mail: fsgfagfcgfrgf@gfsgfagfcgfrgf.gfsgfkg
Website: www.slovakiatourism.sk
Slowakische Zentrale für Tourismus – Vertretung Deutschland (Slowakisches Institut)
Adresse: Zimmer Straße 27, 10969 Berlin
Öffnungszeiten: 10.00-16.00 Uhr nach telefonischer Voranmeldung
Telefonische Sprechzeiten: 10.00-14.00 Uhr, Mittagspause 12.30-13.00 Uhr
Telefon: 030 - 2594 2640
Fax: 030 - 2594 2641
E-Mail: 4sg4ag4cg4rg4@g4sg4ag4cg4rg4.g4sg4kg
Website: www.slovakiatourism.sk
2.3 Links zum Thema Tourismus
www.europa.eu.int/youth/travelling_europe/index_sk _de.html
Ski-Gebiete:
2.4 Verkehr
Slowakische Polizeibeamte sind berechtigt, Verkehrsstrafen bis zu einer Höhe von 2000 slowakischen Kronen (ca. 60 Euro) zu verhängen. Die genaue Höhe der Strafe fällt dabei in das Ermessen des Polizeibeamten. Man sollte eine Quittung für die bezahlte Strafe verlangen und keine Gefälligkeitszahlungen aushandeln. Sollte man sich ungerecht behandelt fühlen, sollte man den Namen des Beamten notieren. Er ist zum Tragen eines Namensschildes verpflichtet.
Bei Unfällen ist immer sofort die Polizei zu verständigen, die einen Dolmetscher beiziehen muss (mitunter kann die Wartezeit mehrere Stunden betragen). Man sollte unter keinen Umständen irgendwelche Dokumente unterschreiben, die man nicht zu 100 % verstanden hat (z.B. Polizeiprotokoll, Schuldeingeständnis).
Die slowakische Straßenverkehrsordnung schreibt das Fahren mit eingeschaltetem Licht in der Zeit vom 15. Oktober bis zum 15. März vor. Die Promillegrenze liegt bei 0,0 Promille. Die Autobahnen und teilweise auch Schnellstraßen sind vignettenpflichtig.
Es gibt Grenzübergänge zur Tschechischen Republik, der Ukraine, nach Polen, Ungarn und Österreich (Berg – Bratislava). Eine Autobahn führt von Bratislava über Brno (Brünn) nach Prag. Autofahrer in Österreich, die in Richtung Slowakische Republik unterwegs sind und die von der Westautobahn A 1 auf die Ostautobahn A 4 wechseln, können Wien südlich auf der Wiener Außenring-Schnellstraße S 1 umfahren.
Ergänzende Informationen zur Vignettenpflicht und den Grenzübergängen sind auf der Homepage der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Pressburg zu finden: www.pressburg.diplo.de/de/04/Reisehinweise/Reisehinweise.html.
Bratislava wird von verschiedenen Reedereien im Rahmen von Flusskreuzfahrten auf der Donau (Website: www.danube-river.org) angelaufen. Die wichtigsten Strecken sind Bratislava - Wien - Bratislava, Bratislava - Hainburg - Bratislava sowie Wien - Bratislava - Budapest.
Der Rhein, der Main-Donau-Kanal und das Staustufensystems Gabčíkovo – Nagymaros an der ungarisch-slowakischen Grenzeverbinden die Nordsee und das Schwarze Meer. In der Mitte dieses langen Wasserweges liegt Bratislava.
Zwischen Wien und Bratislava verkehrt dreimal täglich der sogenannte „Twin City Liner“. Ein Katamaran der die beiden Hauptstädte mit einer Fahrzeit von ca. 1h 15min verbindet.
Die Slowakische Republik wird von Air Slovakia (GM) (Website: www.airslovakia.sk), Slovak Airlines, Czech Airlines, Hemus Air Bulgaria, Aeroflot, Air Ukraine, Tyrolean Airways und Tunis Air angeflogen.
Fortbewegung innerhalb des Landes
Individualreisen in der Slowakei sind nicht teuer, z. B. Reisen mit der Bahn innerhalb der Slowakei. Eine deutsche Fahrplanauskunft gibt es im Internet z. B. auf den Seiten der „Eisenbahnen der Slowakischen Republik“ ŽSR (www.slovakia-online.de).
Die wichtigste Binnenschifffahrtsstraße ist die Donau, auf der auch regelmäßig Passagierschiffe zum Beispiel nach Wien verkehren.
Das Autobahnnetz befindet sich im Ausbau. Die Hauptverbindungen verlaufen hierbei parallel zu den Eisenbahnschienen.
2.5 Unterkünfte
In der Slowakei gibt es über 1800 Übernachtungsmöglichkeiten in allen Preis- und Qualitätsstufen, von der Jugendherberge bis zum 5-Sterne-Hotel.
In der Slowakei gibt es ein gut ausgebautes Netz von ca. 100 offiziellen Campingplätzen, von denen 76 besonders zu empfehlen sind. Diese Plätze sind zwar nicht luxuriös ausgestattet, reichen aber in fast allen Fällen für die Bedürfnisse der meisten Campingtouristen aus. Sie befinden sich meist an Wasserflächen, im Gebirge, in Thermalbädern oder in der Nähe von historischen Orten. Auf vielen Zeltplätzen kann man auch Bungalows mieten. Freies Zelten ist dagegen offiziell verboten.
Jugendherbergen, die das ganze Jahr über geöffnet haben, gibt es immer noch zu wenige. In den Sommermonaten Juli und August bieten sich die zahlreichen Studentenwohnheime als einfache Übernachtungsquartiere an. Pensionen und Privatquartiere in akzeptabler Ausstattung sind inzwischen zahlreich in Slowakei vertreten und vielfach zu günstigen Konditionen zu mieten (6 bis 20 Euro pro Bett bzw. Pensionszimmer, je nach Ausstattung).
Hotels aller fünf Kategorien sind selbst in mittelgroßen Städten zu finden. Insgesamt gibt es in der Slowakei mehr als 375 Hotels. In den oberen Kategorien kann man mit über 20 bis 40 Euro (in Bratislava auch mehr), in den einfachen mit etwa 10 bis 15 Euro pro Person rechnen.
2.6 Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken
Die meisten Geschäfte sind von Montag bis Freitag zwischen 9.00 bis 18.00 Uhr geöffnet, große Warenhäuser und Einkaufszentren sind donnerstags und freitags bis 19.00 bzw. 21.00 Uhr offen. Sonnabends sind die Geschäftszeiten in der Regel von 9.00 bis 13.00 Uhr. Die Ketten TESCO, Carrefour, BILLA und weitere sind samstags und sonntags geöffnet. Die TESCO Hypermärkte (Banská Bystrica, Bratislava, Košice, Nitra, Trnava) sind durchgehend 24 Stunden geöffnet. In den letzten Jahren verdichtete sich in Städten ein Netz kleinerer Läden, die in der Regel mit „Večierka“ gekennzeichnet sind, das heißt so viel wie „Abendverkauf“. Sie sind auch sieben Tage in der Woche geöffnet, verkaufen aber hauptsächlich Grundnahrungsmittel.
Besonders in Bratislava kann man sehr gut einkaufen gehen. Allerdings sollte man wissen wo und wann man dies am besten tut. Die besten Tipps können einem da die Touristinfos geben oder man spricht einfach mal jemanden an, die Slowaken sind sehr hilfsbereit und geben bestimmt gerne und ausführlich Auskunft.
Viele Österreicher und deren Gäste besonders aus Wien aber auch Einwohner und Gäste anderer naher Städte fahren nach Bratislava zum Einkaufen. Auch bei Österreich-Touristen aus Deutschland hat sich schon herumgesprochen, dass ein Einkaufsbummel in Bratislava viele Reize hat. Die Nahverkehrverbindungen sind gut ausgebaut und Hindernisse gibt es seit dem EU-Beitritt der Slowakei kaum. Die Geschäfte in der Innenstadt von Bratislava sind eher teuer, bieten dem finanzstarken Käufer jedoch fast das ganze Sortiment des westeuropäischen Luxus. Dagegen bieten die Einkaufszentren an der Peripherie von Bratislava deutlich günstigere Preise als z. B. in Wien an. Ein solches Zentrum ist der Shopping Park Avion auf der Ivanska cesta nahe dem Flughafen. Ein anderes Einkaufszentrum, der Aupark ist das am nächsten zu Österreich gelegene „Shopping-Paradies“ der Slowakei.
Beliebte Souvenirs, die man aus der Slowakei mitnehmen kann, sind Trachtenpuppen, Keramik, Erzeugnisse aus Holz (Schöpfgefäße – črpáky, Musikinstrumente – fujara, Figürchen, Schäferäxte – valašky), Leder und Textilien (gestickte Decken, Kissen, Volkstrachten). Diese Erzeugnisse findet man sowohl in Souvenirläden, als auch in Spezialgeschäften der Organisation ÚĽUV. ÚĽUV-Geschäfte befinden sich in Bratislava (Obchodná ul., Nám. SNP), Banská Bystrica (Dolná ul.), Bardejov (Radničné nám.), Košice (Hlavná ul.), Prešov (Hlavná ul.) und Trnava (Hlavná ul.). Mehr Informationen gibt es unter Website: www.uluv.sk .
Zu den typischen slowakischen gastronomischen Spezialitäten gehören auch Käse und Käseprodukte. Zu den beliebtesten gehören Käsezöpfe, geräucherte Schafskäsesorten wie Parenica, Oštiepky und Brimsenkäse Bryndza. Diese Käseerzeugnisse sind eigentlich in jedem Lebensmittelgeschäft erhältlich
Wer sich für Kunst interessiert dem wir das Geschäftsnetz „Dielo“ empfohlen. Die Ladenlokale dieses Netzwerkes bieten Werke slowakischer Künstler und Handwerker wie Gemälde, Keramik, Holzspielzeug und Plastiken an. Die Geschäfte sind in Bratislava, Košice, Banská Bystrica, Trenčín und Žilina zu finden. In allen größeren slowakischen Städten gibt es aber auch Antiquariate mit einem breiten Bücher-, Kunst- und Möbelangebot, in denen es sich zu stöbern lohnt.
Zum Frühstück gibt es Brot oder Brötchen, Wurstaufschnitt und Käse. Die Hauptmahlzeit wird traditionell mittags eingenommen und besteht meist aus Suppe, Fleisch und Knödeln oder Kartoffeln und Gemüse. Eine gewisse Nähe der slowakischen Küche zur tschechischen und zur ungarischen Küche lässt sich nicht leugnen. Klassiker wie knedle (Knödel) und guláš (Gulasch) findet man überall, von der Bahnhofskantine bis zum teuren Restaurant. Die slowakische Küche kann man ohne Zweifel als sehr „gehaltvoll“ bezeichnen; dementsprechend wird viel Fleisch und sehr viel Käse verwand, gerne auch in Kombination mit einer Sahnesoße.
Zu den beliebtesten slowakischen Speisen zählen „rezeň“ (paniertes Schnitzel) und Kartoffeln sowie andere Fleischgerichte, die mit Kartoffeln, Reis, Knödeln oder Nudeln gegessen werden. Auch Süßspeisen wie z. B. Pflaumenknödel werden als Hauptmahlzeit gegessen. Ein typisch slowakisches Gericht nennt sich Bryndžové Halušky (Schafskäse-Nockerln). Quasi Gnocchi-ähnliche Spätzle, dazu eine sehr gehaltvolle Schafskäsesauce und gebratener Speck. Beliebte Desserts sind „koláč“ (Nuss- oder Mohnbrötchen) und „torta“ (Kuchen). Zu Beginn der Mahlzeit sagt man „dobrú chut“(Guten Appetit). Als Vorspeise wird oft ein Teller mit frisch gebackenem Brot gereicht. Der slowakische Trinkspruch zu allen Gelegenheiten heißt „Na zdravie“ (“Zum Wohl”). In Restaurants ist es üblich, zur Mahlzeit Bier, Wein oder alkoholfreie Getränke zu trinken und danach einen türkischen Kaffee zu genießen. Milch gilt ausschließlich als Kindergetränk. Wasser gibt es nur auf Wunsch.
Auch Selbstverpfleger können in der Slowakei gut und vor allem günstig leben. Vor allem die slowakischen Käsesorten sind sehr ansprechend.
In der Slowakei kommen auch Weinliebhaber beim Einkauf von Weinen aus den slowakischen Weinbaugebieten auf ihre Kosten. Zu den beliebtesten Weinen gehören die aus dem Tokajer Gebiet, den Kleinen Karpaten, dem Gebiet Nitra, Topoľčany und Záhorie. Die Weltweinchronik erwähnt auch den slowakischen Hubert-Sekt, den sie sehr positiv bewertet und den Karpatské Brandy Spezial, der als Edeldestillat erzeugt wird. Typische slowakische Liköre sind Demänovka und der im Tatragebiet beliebte Horec. Slivovica und Borovička sind die beliebtesten slowakischen Aperitifs. Außerdem wird in der Slowakei auch gebraut. Zu den beliebtesten Bieren gehören Topvar, Zlatý Bažant, Šariš, Corgoň, Gemer und Martiner.
2.7 Links: Weitere Informationen
3. Jugendarbeit
3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik
Relevante Ministerien und ihre Zuständigkeiten
Durch eine gesetzliche Regelung aus dem Jahr 1990 liegt die Zuständigkeit für Jugend, Jugendarbeit und Jugendbildung beim Ministerium für Schulwesen der Slowakischen Republik. Dieses Ministerium ist für den ganzen Schul-, Hochschul- und außerschulischen Bildungsbereich zuständig. Innerhalb des Ministeriums gibt es eine Abteilung für Sport, Kinder und Jugend.
Der sozialrechtliche Schutz der Kinder und Jugendlichen gehört in die Kompetenz des Ministeriums für Arbeit, Sozialwesen und Familie.
Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte
Der Rat der Regierung für Kinder und Jugendliche (Rada vlády SR pre deti a mládež) ist ein Beratungs-, Initiativ- und Koordinierungsorgan der slowakischen Regierung im Bereich der komplexen staatlichen Kinder- und Jugendlichenfürsorge und beschäftigt sich mit Grundsatzfragen der Jugendpolitik. In seiner Tätigkeit stützt er sich auf mehrere Dokumente des internationalen Rechts, vor allem auf die Deklaration der Menschenrechte.
Der Rat besteht aus 18 Mitgliedern, sein Vorsitzender ist der Minister für Schulwesen der SR und sein Vizevorsitzender die Staatssekretärin des Ministeriums für Arbeit, Sozialwesen und Familie der SR. Weiterhin sind sechs Staatssekretäre aus folgenden Ministerien Mitglieder des Rates: Verteidigung, Gesundheit, Kultur, Inneres, Justiz und Regionalentwicklung. Ebenfalls gehören zum Rat ein Abgeordneter des Nationalrates aus dem Parlamentsauschuss für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Sport, Vertreter des Kinder- und Jugendfonds, der Gewerkschaftskonföderation, der Kinder- und Jugendverbände, UNICEF, Vertreter der Kinderstiftung, des Slowakischen Gemeinde- und Städtetages und des Hochschulstudentenrates.
Der Jugendrat der Slowakei (Rada mládeže Slovenska, RMS) ist ein Dachverband der Kinder- und Jugendverbände, der 1990 gegründet wurde.
Rada mládeže Slovenska (RMS, Jugendrat der Slowakei)
Adresse: Pražská 11, 816 36 Bratislava, Slovenská Republiká
Telefon: +421 2 52498108
Fax: +421 2 52493301
E-Mail: rms@rms.mladez.sk,
Website: www.mladez.sk/
Sein Hauptziel ist es, Beratungs-, Methodik- und Informationsdienste sicherzustellen und gleichzeitig zur Finanzierung der Tätigkeit der Kinder- und Jugendverbände beizutragen. Der Jugendrat hat begonnen, ein Pilotprojekt der regionalen Jugendräte zu realisieren, das mit der gerade verlaufenden Dezentralisierung der Staatsverwaltung zusammenhängt. Der Jugendrat ist offizieller Partner des Schulministeriums bei der Gestaltung und Durchführung der staatlichen Jugendpolitik.
Im Jahr 2005 wurde die bilaterale Zusammenarbeit des RMS erweitert. Dazu wurde ein Solidaritätsprojekt gegründet in Fortführung der Zusammenarbeit mit den bisherigen ausländischen Partnern. Ziel ist, die Erfahrungen an die Staaten außerhalb der EU, an die Nachbarn, die sich derzeit im Transformationsprozess befinden, weiterzugeben.
Die regionale beziehungsweise kommunale Jugendpolitik hängt stark von den Beziehungen der kommunalen Vertreter mit den überregionalen Jugendorganisationen ab. Sie ist im Land unterschiedlich gestaltet, in einigen Kommunen arbeiten Jugendparlamente. Eine Voraussetzung für regionale Jugendpolitik ist die finanzielle Dezentralisierung, die seit Januar 2005 wirksam ist.
Im Jahr 2004 wurden zudem gesetzliche Rahmenbedingungen für die Einrichtung von Schülerräten geschaffen, die die Interessen der Schülerinnen und Schüler sicherstellen sollen. In 60% aller Mittelschulen gibt es inzwischen Schülerräte. Ein Problem ist allerdings die mangelnde Erfahrung der jungen Menschen, deshalb hat die Ausbildung der Mitglieder der Schülerräte Priorität.
Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen
IUVENTA ist eine Einrichtung des Ministeriums für Schulwesen der SR, die die Vorgaben der Staatspolitik im Bereich der Kinder und Jugendlichen umsetzt. Sie orientiert sich nicht nur an analytischen und methodischen Aktivitäten, sondern auch an Forschungs-, Bildungs- und Beratungsaktivitäten. Gleichzeitig realisiert IUVENTA Aktivitäten im Rahmen der internationalen Jugendmobilität und fungiert als Nationalagentur des EU-Förderprogramms JUGEND. IUVENTA berät und unterstützt sowohl staatliche als auch Nichtregierungsorganisationen, die im Bereich der Jugendarbeit aktiv sind.
[Quelle: IUVENTA, www.iuventa.sk]
Anschließend folgt eine Liste einiger Kinder- und Jugendverbände (Diese Vereinigungen wurden 2001 zu gesamtslowakischen Kinder- und Jugendverbänden erklärt)
ZIPCeM
Adresse:Tenisová c. 25, P.O. Box 14, 971 05 Prievidza 5, Slovenská Republiká
Telefon: +421 46 5439-188
E-Mail: wiuwnuwfuwouw@uwzuwiuwpuwcuweuwmuw.uwsuwku
Website: www.zipcem.sk/
Cestovná kancelária mládeže (CKM; Reisebüro für Jugendliche)
Adresse: Vysoká 32, 814 11 Bratislava, Slovenská Republiká
E-Mail: xcfxkfxmfx@fxcfxkfxmfx.fxsfxkf
Website: www.ckm.sk (in Slowakisch)
AMAVET
Adresse: Moyzesova 10, 902 01 Pezinok, Slovenská Republiká
E-Mail: waywmywaywvyweywtyw@ywnyweywxywtywrywayw.ywsywky
Adresse: Mamateyova 4, 851 04 Bratislava 5, Slovenská Republiká
Slovenský skauting
Adresse: Pražská 11, 816 36 Bratislava 1, Slovenská Republiká
Strom života
Adresse: Pražská 11, 816 36 Bratislava 1, Slovenská Republiká
Spoločenstvo evanjelickej mládeže
Adresse: Zvonárska 23, 040 01 Kosice, Slovenská Republiká
Úsmev ako dar
Adresse: STV Mlynská dolina, 845 45 Bratislava 4, Slovenská Republiká
DO FÉNIX
Adresse: Pražská 11, 816 36 Bratislava 1, Slovenská Republiká
IUVENTA-NAFYM (National Agency for Youth Mobility)
Adresse: Búdková 2, 811 01 Bratislava, Slovenská Republiká
Telefon: +421 2 54411420,
Fax: +421 2 54411421
E-Mail: 0n40a40f40y40m40@40i40u40v40e40n40t40a40.40s40k4
Website: www.iuventa.sk/nafym
Internationaler Jugendaustausch- und Besucherdienst der Bundesrepublik Deutschland(IJAB) e.V. (Auslandspraktika, Freiwilligendienste, Aupair etc.)
Adresse: Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn
Telefon: 0228 9506-0
Fax: 0228 9506-199
E-Mail: siosnosfosoos@osiosjosaosbos.osdoseo
Website: www.ijab.de
Slowakisches Institut
Adresse: Zimmerstraße 27, 10969 Berlin
Telefon: 030 25899363
Fax: 030 25899364
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3.2 Jugendschutz, kinder- und jugendrelevante Gesetze, altersbezogene gesetzliche Bestimmungen
Die meisten Sachverhalte sind in der Rechtsordnung der Slowakischen Republik nicht taxativ geregelt sind. Die Gewährleistung einer angemessenen Aufsichtspflicht und des Kindeswohl wird durch allgemein gültige gesellschaftliche und bürgerliche Normen geregelt.
Die gegenseitigen Rechte und Pflichten der Eltern und Kinder sind im zweiten Teil des Familiengesetzes der Slowakischen Republik geregelt. Hier werden insbesondere die Rechte und Pflichten der Eltern, die Kinder zu erziehen, sie zu vertreten und ihre Angelegenheiten zu verwalten, geregelt. Als Grundlage dienst hier der Wille des Kindes.
In den Rahmen der Erziehungsfürsorge wird normalerweise auch die Pflicht der persönlichen und adäquaten Fürsorge für das Kind eingebunden. Kleinkindern soll hier eine besondere Fürsorge zukommen. Den Rechten und Pflichten der Eltern bei der Erziehung entspricht die Pflicht des Kindes, sich nach den Erziehungsmaßnahmen und Anweisungen der Eltern bzw. Erziehungsberechtigten zu richten. Der Missbrauch oder die Vernachlässigung der Elternrechte und -pflichten im Bereich der Erziehung wird als schwerwiegende Verletzung der grundlegenden gesellschaftlichen Beziehungen betrachtet. Solches Verhalten wird nicht nur im Familiengesetz in Form von Erziehungsmaßnahmen (z. B. Ermahnung, Aufsicht, Einschränkungen, die schädliche Einflüsse auf die Erziehung der Minderjährigen vermeiden sollen, insbes. das Verbot für Minderjährige, für sie ungeeignete Veranstaltungen in Lokalen oder Diskotheken zu besuchen, ggf. Ersatzerziehung, Festlegung der Pflegschaft/ Vormundschaft) sanktioniert, sondern, wenn es sich um einige besonders schwerwiegende Rechtsverletzungen handelt, auch im Strafgesetz. Der Schutz der Rechte von Kindern und Jugendlichen und deren rechtsgeschützten Interessen ist im Sozialhilfegesetz geregelt. Dessen Inhalt ist auf die Erziehungstätigkeit, die Organisierung der Ersatzfamilienfürsorge, die Amtsausübung des gerichtlichen Jugendvormundes, die Teilnahme am Gerichtsverfahren gegen Jugendliche, die Teilnahme am Gerichtsverfahren in den Angelegenheiten von Jugendlichen, auf die Stellung von Anträgen, auf die Anordnung bzw. Aufhebung der Anstaltserziehung, die Ausübung von Maßnahmen zugunsten von Minderjährigen, die keine Staatsangehörigen der Slowakischen Republik sind, die Erfüllung der aus den völkerrechtlichen Vereinbarungen abgeleiteten Aufgaben im Bereich des Kinderrechtsschutzes u. ä. ausgerichtet. Das Sozialhilfegesetz regelt gleichzeitig Maßnahmen, die sich auf das Vorbeugen und Vermeiden von Ursachen der Entstehung, Vertiefung oder Wiederholung der Störungen in der psychischen, physischen oder sozialen Entwicklung des Kindes bzw. Jugendlichen richtet.
Bis zu welchem Alter gilt man als Kind bzw. Jugendlicher?
Für Zwecke des Strafverfahrens wird als Minderjähriger /Jugendlicher in der slowakischen Republik eine Person im Alter zwischen 15 und 18 Jahren angesehen. Rechtstauglichkeit und Handlungsmündigkeit erreicht man durch die Volljährigkeit mit dem 18. Lebensjahr. Die Volljährigkeit kann allerdings auch durch frühzeitige Eheschließung erreicht werden. Sie verfällt nicht durch Scheidung oder Verwitwung.
Ist Kindern und Jugendlichen der Aufenthalt an öffentlichen Plätzen (Straßen, Parks) ohne Begleitung Erwachsener gestattet?
Der Aufenthalt eines Kindes an öffentlichen Plätzen ist auch ohne Begleitung einer erwachsenen Aufsichtsperson möglich. Das Alter wird nicht bestimmt.
Ist Kindern und Jugendlichen der Aufenthalt an jugendgefährdenden Orten (z.B. Orte, an denen sich Prostiuirte aufhalten) gestattet?
Welche Orte gelten als jugendgefährdend?
Weder „Erlaubnis oder Verbot des Aufenthalts“ noch „jugendgefährdende Orte“ sind in der Rechtsordnung der Slowakei spezifiziert.
Ist Kindern und Jugendlichen der Aufenthalt in Gaststätten, Restaurants, in Nachtbars, Nachtclubs oder vergleichbaren Vergnügungsorten oder die Anwesenheit bei Tanzveranstaltungen gestattet?
In der Rechtsordnung der Slowakei gibt es keine Regelung bzw. Alterseinschränkung für den Aufenthalt von Minderjährigen/Jugendlichen in Restaurants, Lokalen, Vergnügungsbetrieben,
Diskotheken, wobei allerdings aufgrund von allgemein verbindlichen Verordnungen dieser Aufenthalt in bestimmten Restaurants ohne Begleitung von Erwachsenen eingeschränkt werden kann.
Ist Kindern und Jugendlichen der Genuss von Branntwein oder ähnlichen hochprozentigen Getränken gestattet?
Ab welchem Alter? Ist die Abgabe eingeschränkt?
Ist der Genuss anderer alkoholischer Getränke (Wein, Bier etc.) Kinder und Jugendlichen gestattet?
Ab welchem Alter? Ist die Abgabe eingeschränkt?
Der Verkauf von Alkohol, einschließlich Bier und Wein, an Jugendliche bzw. deren Genuss sind verboten.
Welche Beschränkungen gibt es beim Besuch öffentlicher Filmveranstaltungen?
Welche Altersabstufungen gibt es?
Es ist geregelt, welche Filme jugendfrei sind und welche nicht, und es gibt folgende Altersabstufungen: ab 7, 12, 15 und 18 Jahren. Der Filmdistributor ist verpflichtet, den Eintritt von Personen, die jünger als festgesetzt sind, zu verhindern.
Ist Kindern und Jugendlichen der Besuch öffentlicher Spielhallen gestattet?
Kindern und Jugendlichen ist der Besuch von öffentlichen Spielhallen grundsätzlich verboten.
Ist Kindern und Jugendlichen das Rauchen in der Öffentlichkeit gestattet?
Für Personen, die jünger als 18 Jahre sind, ist das Rauchen und der Verkauf von Tabakerzeugnissen an diese, nicht gestattet, das Rauchen von Kindern und Jugendlichen wird jedoch gesellschaftlich toleriert.
Welche Beschränkungen gibt es, wenn ausländische Jugendliche kurzzeitig gegen Bezahlung arbeiten wollen, um ihre Reisekasse aufzubessern?
Ab welchem Alter ist es ihnen gestattet zu arbeiten?
Gibt es die Möglichkeit der so genannten „Working Holiday“?
Laut Gesetzbuch kann eine Person, die jünger als 16 Jahre ist, kein Arbeitsverhältnis abschließen, es gibt aber die Möglichkeit von Ferien- und Aushilfejobs.
Ist Kindern und Jugendlichen das Trampen/per Anhalter fahren gestattet?
Das Trampen ist auf den dafür besonders ausgewiesenen Plätzen gestattet, Fahren per Anhalter ist nicht verboten, es gibt keine Altersbestimmung.
An welche Einrichtungen können sich Kinder und Jugendliche bei auftretenden Problemen in Ihrem Land wenden?
Bei Problemen können sich Kinder und Jugendliche an die Polizei, Gesundheitseinrichtungen, Schuleinrichtungen, Beratungsstätten, Kinder- und Familienfürsorgeeinrichtungen, staatliche Institutionen oder Gemeindeeinrichtungen wenden.
Welche Bestimmungen gibt es bezüglich des Mitführens von Messern, Kampfgeräten (Pfeil und Bogen, Degen etc.) und Waffen?
Welche Altersbeschränkungen gibt es?
Das Mitführen von Messern und Kampfgeräten ist im Waffengesetz geregelt, das ihre Haltung und Benutzung regelt.
Welche Bestimmungen gibt es bezüglich sexueller Kontakte zu Jugendlichen?
Welche Altersbeschränkungen gibt es?
Sexuelle Kontakte zu Personen, die jünger als 15 Jahre sind, sind verboten. Solche Kontakte werden als Straftat angesehen und geahndet.
[Quelle: Botschaft der Slowakischen Republik (12/2003)]
3.3 Weitere Informationen
Weitere Informationen und Adressen von Jugendverbänden und Organisationen, sowie zu Kinder- und jugendpolitischen Strukturen sind unter www.dija.de/ (> Länderinfos >Ländername) zu finden.
3.4 Schulsystem und Bildungswesen
Das Bildungswesen wird auf staatlicher Seite vom Ministerium für Schulwesen gelenkt. Mit Beginn des Schuljahres 2002/2003 sind die ehemals staatlich gelenkten Schulen in die Verantwortung der Gemeinden übergegangen, wurden sozusagen dezentralisiert.
Die Probleme in diesem Bereich sind jedoch die gleichen geblieben. Viele Schulen sind weiterhin nicht im Stande, die Rechnungen für Strom und Gas zu bezahlen. Die Schulden gehen in die Millionen Slowakische Kronen. Not macht erfinderisch und so suchen Schuldirektoren nach Sponsoren oder vermieten Turnhallen und Internatzimmer, um den Schulbetrieb am Laufen zu halten.
Die Finanzierung des Schulwesens bleibt weiterhin Aufgabe des Staates, jedoch ermöglicht die neue Gesetzeslage den Selbstverwaltungen, über finanzielle Fragen der Schulen zu entscheiden.
Die Studentenzahlen sind im Vergleich zu hoch entwickelten Ländern niedrig. Ein großes Problem bleibt die Bildung der Roma-Kinder, obwohl in diesem Bereich neue Projekte in Angriff genommen wurden. Weiterhin gibt es in der Slowakei private und von der Kirche finanzierte Schulen.
Die Verfassung der Slowakei garantiert den Bürgern in Artikel 42 das Recht auf eine kostenlose Ausbildung an staatlichen Grund- und Mittelschulen und an Universitäten. Es besteht ein Schulsystem aus Grundschule, Mittelschule und Universität. Zum integralen Bestandteil gehören auch die Kindergärten, die vom dritten Lebensjahr besucht werden können. Die vorschulische Ausbildung dauert drei Jahre. Mit dem sechsten Lebensjahr beginnt eine neunjährige Schulpflicht. Die Dauer der Grundschulausbildung variiert je nach Typ der Grundschule. Staatliche Schulen bieten meist eine Ausbildung in neun Jahren (1.bis 9. Klasse), es existieren aber auch Gymnasien, die Kinder von der fünften bis zur zwölften Klasse (Abitur) besuchen.
Zum System der Mittelschulen gehören Gymnasien, mittlere Fachschulen und Berufsschulen. Gymnasien werden mit dem Abitur abgeschlossen und bereiten die Schüler meistens auf ein Studium an einer Universität vor. Auch an mittleren Fachschulen können die Schüler mit dem Abitur abschließen, sie werden ebenfalls auf ein Studium an Universitäten vorbereitet. Die Ausbildung dauert in der Regel vier Jahre. Das Studium an Berufsschulen dauert drei Jahre und wird mit der Abschlussprüfung für Fachtätigkeiten beendet.
Es gibt 16 Universitäten und technische Universitäten sowie zwei Hochschulen, die meist nach einem fünfjährigen Studiengang mit dem Magister oder Diplom abgeschlossen werden. Ausnahme bilden hier die Fächer Medizin und Architektur, in denen Studenten erst nach sechs Jahren ihr Diplom bekommen. An manchen Fakultäten besteht jedoch die Möglichkeit, das Studium nach drei Jahren mit dem Bachelorgrad abzuschließen. Darüber hinaus wurden in den letzten Jahren zwei private Universitäten, die Katholische Universität und die Hochschule für Management, gegründet. Alle, die an einer staatlichen Universität oder Hochschule studieren wollen, müssen eine Aufnahmeprüfung bestehen. Die Zahl der Plätze an den Fakultäten sowie Seminaren ist begrenzt. Insgesamt gibt es derzeit an den staatlichen und privaten Universitäten und Hochschulen, inkl. externer Hörer, rund 128.000 Studierende.
4. Natur und Kultur
4.1 Natur und Umwelt
Die Slowakei besteht im Norden und in der Mitte aus den, zu den Karpaten gehörenden, Gebirgen Tatry (Deutsch: Tatra) und Nízke Tatry (Deutsch: Niedere Tatra), Malá Fatra und Veľká Fatra, Slovenské rudohorie (Deutsch: Slowakisches Erzgebirge) und einigen anderen. Das Land bietet vor allem in der Tatra ein alpines Bild, im Süden erstreckt es sich bis in die Ungarische Tiefebene. Die höchste Erhebung der Slowakei ist mit 2.654 m der Gerlach, auch Gerlsdorfer Spitze (Gerlachovský Štít) genannt, in der Hohen Tatra. Neben dem Gerlach hat die Slowakei noch einige weitere 2.000er zu bieten, die vornehmlich in der Hohen Tatra liegen. Die tiefste Stelle ist der Fluss Bodrog bei Streda (94 m) an der Grenze zu Ungarn.
Der längste Fluss der Slowakei ist die Váh (Deutsch: Waag), die mit rund 400 km Länge durch die halbe Slowakei fließt. Gespeist wird die Váh von der Biely Váh (Weiße Waag), die in der Nähe des Touristenortes Štrbské Pleso in der Hohen Tatra entspringt, und von der Čierny Váh (Schwarze Waag), deren Quelle am Berg Kráľova Hoľa in der Niederen Tatra liegt. In der Nähe von Liptovský Hradok werden die beiden Flüsse zur Váh, die anschließend an einigen der größten slowakischen Städte wie Ružomberok, Martin, Žilina, Považská Bystrica, Trenčín, Piešťany und Komarno vorbeifließt, wo sie letztlich an der Grenze zu Ungarn in die Donau mündet. Der bekannteste Fluss der Slowakei ist die Donau, die größtenteils als Grenzfluss zu Ungarn ca. 170 km durch die Slowakei fließt.
Die Slowakei hat einige Stauseen. Der größte ist der Orava, der nordöstlich von Martin an der polnischen Grenze liegt, eine Oberfläche von 35 km² besitzt und 38 m tief ist. Bekannter ist vermutlich noch das Liptovská Mara, das bei Liptovský Mikuláš unweit der Urlaubshochburg Hohe Tatra liegt. Insgesamt sind 45 km² der Slowakei von Wasser bedeckt.
Bekannt ist die Slowakei außerdem für seine zahlreichen Thermalquellen, von denen viele als Heilquellen genutzt werden. Auch die Höhlensysteme der Slowakei sind weltweit bekannt und haben den Ruf besonders interessante Felsformationen aufzuweisen.
31% der Fläche der Slowakei wird zum Ackerbau genutzt, 3% für Plantagen, 17% für Weideland und 41% besteht aus Wäldern. 8% wird auf andere Art genutzt, z. B. für Wohnraum oder Industriestandorte.
Luftverschmutzung geht in erster Linie von der Metallindustrie aus. Die Abgase bergen Gesundheitsrisiken. Saurer Regen zerstört die Wälder ähnlich wie in Deutschland. Das Atomkraftwerk Jaslovské Bohunice (50 km nördlich von Bratislava) gilt als eines der unsichersten in Europa. Die Slowakei hat sich verpflichtet, das Kraftwerk bis 2008 abzuschalten. Immerhin nimmt man sich der Probleme endlich an, auch wenn es zwischen den einzelnen Betrieben erhebliche Unterschiede in der Einstellung zum Umweltschutz gibt. Insgesamt jedoch wurden in der Slowakei die Schwefeldioxid-Emissionen seit 1989 um 69% reduziert. Auch dies ist ein Effekt der höheren Umweltstandards, die mit dem EU-Beitritt der Slowakei einhergehen.
In der Slowakei gibt es neun Nationalparks. Dazu kommen etwa 13 weitere Landschafts-
schutzgebiete. Die Gesamtheit der geschützten Flächen von ca. 8.800 km² entspricht einem Anteil von 18 % der Gesamtfläche der Slowakei. Der Schutz der Landschaft ist für den Tourismus ein großer Vorteil, Ursprünglichkeit und Schönheit des Landes sollen erhalten bleiben. Trotzdem bleiben für die Touristen die besonderen Sehenswürdigkeiten weiterhin zugänglich, nur das nicht mehr ein unmittelbares Heranfahren mit dem Auto möglich ist.
In der Slowakei herrscht binnenländisches Kontinentalklima mit trockenen, heißen Sommern und feuchten, kalten Wintern. Der kälteste Monat ist der Januar, im Juli und im August ist es am wärmsten. In höheren Lagen liegt 130 Tage im Jahr Schnee. Die durchschnittliche Temperatur bewegt sich zwischen 0° C im Januar und 21° C im Juli und im August. Die durchschnittliche Höchsttemperatur liegt in den Sommermonaten bei ca. 25° C.
4.2 Großschutzgebiete
Nationalpark Große Fatra (Veľká Fatra)
Die Große Fatra (Slowakisch: Veľká Fatra) ist ein bewaldetes Gebirge in der Mittelslowakei etwa zwischen den Städten Ružomberok im Nordosten, Harmanec im Südosten, Turčianske Teplice im Südwesten und Martin im Nordwesten. Westlich der Großen Fatra befindet sich das Turčianska kotlina (Turzbecken) und die Kleine Fatra, im Osten geht die Große Fatra in die Niedere Tatra über und gehört zum slowakischen Teil der Karpaten. Der Nationalpark erstreckt sich auf einer Fläche von 40.371 ha und liegt in den Kreisen Banská Bystrica, Turčianske Teplice, Martin, Ružomberok und Dolný Kubín. Bis auf ein Gebiet am Kamm Smrekovica sind die Kämme im nördlichen Teil des Gebietes bewaldet. Weitere Gipfel im Zentralmassiv sind die Berge Rakytov (1.567 Meter) und Ploská (1.532 Meter). Im südlichen Teil kann man über einen Sessellift vom Ort Turecká nördlich von Banská Bystrica in die Gebirgswelt gelangen. Wichtige Berge sind hier der Smrekov (1.441 Meter), der Berg Krížna (1.574 Meter) sowie der Berg Kráľova studňa (1.384 Meter). Das Relief der Großen Fatra ist stark gegliedert und erreicht große Höhenunterschiede. Ihr Reiz sind Karstgebilde wie Felswände, Schwellen, Fenster und kleine Canyons. Zu den bekanntesten Tälern gehören Gaderská, Blatnická, Belianska und Bystrická. Die bekanntesten nicht zugänglichen Höhlen sind Mažarná, Jelenecká, Horná und Dolná Túfna. Wertvolle Pflanzengesellschaften sind Überreste von Kiefernrelikten, zum Beispiel zottiger Mannsschild. Die Fauna ist vor alem durch Gebirgstierarten vertreten. Es nisten 110 Vogelarten in der großen Fatra, außerdem leben hier 60 Säugetierarten, u. a. Luchs, Bär und Wolf. Das älteste Naturreservat innerhalb des Parks ist das Nationale Naturreservat Harmanecká tisina (1949 benannt), das vor allem zum Schutz tertiärer Relikte, wie der gemeinen Eibe gegründet wurde. In der Großen Fatra gibt es die größten Eibenvorkommen Mitteleuropas.
Nationalpark Kleine Fatra (Malá Fatra)
Die Kleine Fatra (Slowakisch: Malá Fatra) ist ein 55 Kilometer langes Gebirge im Nordwestteil der Slowakei südöstlich der Stadt Žilina im Verlauf des Karpatenbogens. Das Gebirge ragt aus den Talkesseln Žilinská und Turčianska kotlina auf und zieht sich im gewellten Bogen vom Pass Fačkovské sedlo bis nach Zázrivá. Es erstreckt sich über die Kreise Žilina, Martin, Ružomberok und Dolný Kubín. Der Nationalpark nimmt eine Fläche von 22.630 ha ein.
Auf relativ kleiner Fläche sind hier verschiedene Naturgebilde vereint, und zwar von grasigen Kämmen über zerklüftete Felshänge, Klammen, Schluchten bis hin zu tiefen und stillen Tälern. Der Gebirgskern ist aus Granit. Die Südhänge liegen frei, die Nord- und Osthänge sind aus Quarziten, Sandstein, Schiefern, Mergeln, Kalkstein und Dolomit. Im Kalkstein und dem Dolomit entstanden einmalige Felsgebilde, vor allem Klammen und Schluchten bei den Einstiegen in die Täler Vrátná dolina, Sokolie, Boboty, Horné, Dolné und Nové diery und im Massiv des Rozsutec. Am meisten bewundert werden die Höhle Kryštálová jaskyňa unterhalb des Malý Rozsutec mit Kalzitablagerungen, der Wasserfall Šutovský vodopád und der 7 km lange kurvige Durchbruch des Váh zwischen Dubná skala und Strečno. Im Mittelalter wurden die durch den Engpass führenden Handelswege durch die Burgen Starý hrad und Strečno bewacht. Der Engpass trennt die Kleine Fatra in die Krivánska Fatra im Norden¨(nach dem höchsten Berg Veľký Kriváň benannt) und die Lúčanská Fatra im Süden (nach dem höchsten Berg Veľká Lúka, 1.476 m, benannt). Der höchste Punkt des Nationalparks ist der Gipfel von Veľký Fatranský Kriváň – 1.709 m ü. d. M.. Mehr als 80 % der Parkfläche sind von Mischwäldern bedeckt, in denen Buchen überwiegen. Die Flora ist mit über 900 Arten höherer Pflanzen vertreten. Die Fauna repräsentieren zum Beispiel der Bär, der Luchs, der Fischotter, der Steinadler, der Uhu, der Auerhahn und die Ringdrossel.
Nationalpark Niedere Tatra (Nízke Tatry)
Die Niedere Tatra (Slowakisch: Nízke Tatry) ist ein Gebirgszug des geologischen Fatra-Tatra-Gebiets in den Karpaten und liegt südwestlich gegenüber der Hohen Tatra. Der Nationalpark erstreckt sich auf einer Fläche von 81.100 ha und umfasst die Kreise Banská Bystrica, Brezno, Liptovský Mikuláš, Poprad und Ružomberok. Der Gebirgsbogen zieht sich von Westen nach Osten und ist etwa 100 km lang. Den Westteil dieses Nationalparks bilden die Ďumbierske Tatry mit dem höchsten Gipfel Ďumbier (2.043 m) und den Ostteil die Kráľova Hoľa (1.948m). Im Gebirgsmassiv Kráľova Hoľa entspringen vier bedeutende slowakische Flüsse, Hron, Váh, Hornád und Hnilec. Der Zentralteil der Niederen Tatra ist aus Granit und Gneisen. Im Norden sind es Kalkstein und Dolomit mit vielen Karstgebilden. Die Nordhänge sind steil, mit Klippenrelief und Gletscherkesseln. Über Jahrtausende höhlte das Wasser hier eine unterirdische Welt aus. Heute gibt es in der Niederen Tatra 5 für die Öffentlichkeit zugängliche Höhlen: Demänovská kvapľová jaskyňa Slobody, Demänovská ľadová jaskyňa, Bystrianska jaskyňa, Jaskyňa mŕtvych netopierov und Važecká jaskyňa. Am längsten ist Demänovská kvapľová jaskyňa Slobody mit einem 23 km langen Ganglabyrinth. Der größte Bergsee des Parks ist Vrbické pleso im Tal Demänovská dolina. Unter den im Gebiet entspringenden Mineralwässern sind Korytnica und die Thermalquellen in Liptovský Ján am bekanntesten. Auch die Tier- und Pflanzewelt ist sehr vielfältig. Das Symbol dieses Nationalparks ist der Braunbär.
Durch die Niedere Tatra zieht sich ein dichtes Netz von Wanderwegen mit unterschiedlichem Schweregrad. Die Terrains an den Nordhängen von Ďumbier, Machnaté, Siná, Bystrá sind beliebte Ziele für Bergsteiger.
Nationalpark Muraner Hochebene (Muránska planina)
Bei der Muraner Hochebene handelt sich um ein Karstplateau im westlichen Teil des Slovenské Rudohorie (Slowakisches Erzgebirge) auf der Grenze zwischen Mittel- und Ostslowakei. Der Nationalpark nimmt eine Fläche von 20.318 ha ein. Er erstreckt sich über drei Kreise, Brezno, Revúca und Rimavská Sobota. Den Kern des Karstgebietes bildet ein Plateau aus Kalkstein und Dolomit mit zahlreichen Karstgebilden. Der höchste Gipfel ist Fabová hoľa (1.439 m) und der tiefste Punkt das Tal des Baches Muránka (400 m). Das Karstgebiet erreicht von Červená skala bis zu den Westausläufern hinter Tisovec eine Gesamtlänge von 25 km. Man hat auf dem Gebiet über 150 bedeutendere unzugängliche Höhlen, mehr als 50 Ponore und Austrittlöcher, aber auch eine Vielzahl von Karstoberflächenformen wie Karstgruben, Schlundlöcher, Klammen, Felstürmen und Klippen verzeichnet. Das umfangreichste Höhlensystem ist Bobačka (eine 2.221 m lange Höhle mit Siphons, unterirdischen Seen und Tropfsteinen). Auf dem Plateau Muránska planina wachsen außerdem große Wälder in denen Kalksteinbuchenwälder und gemischte Buchen- und Tannenwälder überwiegen. Auf den Felsklippen sind es dann primär Kiefern und Fichten. Im Park wachsen insgesamt über 90 Pflanzenarten. Ihre Höhlen und Nester haben hier der Bär, Wolf, Luchs, Wildkatze, der Fischotter, Steinadler, Schreiadler, Würgfalke, Uhu und diverse Finkenarten. In den Höhlen leben mehrere Fledermausarten. Eine Attraktion von Muránska planina ist die Zucht der slowakischen Gebirgspferdrasse, einer Kreuzung des Huzulponys mit nordischen Pferden.
Über das Terrain führt eine Zahnradbahn, die die Region Pohronie mit Gemer (Brezno – Tisovec – Hnúšťa) verbindet. An den Ruhm alter Zeiten erinnern die Überreste der Burg Muránsky hrad, deren Areal in 27 Bauabschnitte getrennt ist und das Schloss auf Predná Hora. In der Region befinden sich zahlreiche Weiler, die ideale Bedingungen für den Bauernhoftourismus bieten (in der Umgebung von Pohronská Polhora, Tisovec, Zlatno oder Muránska Zdychava).
Muránska planina ist vor allem für Wanderungen ideal. Es gibt hier 300 km markierte Wanderwege. Ausgangspunkte für die Touren und gleichzeitig Eingänge in den Nationalpark sind die Gemeinden an den Außengrenzen, vor allem Muráň, Tisovec, Pohronská Polhora-Michalová, Červená Skala und Závadka nad Hronom. Es gibt hier auch geeignete Bedingungen für Ski- und Radwanderungen im Hochgebirge, das Bergsteigen und Paragliding.
Nationalpark Pieninen (Pieniny)
Der Nationalpark Pieniny befindet sich im Norden der Ostslowakei im Gebirge Spišská Magura und bildet teilweise die Grenze zu Polen. Die Pieninen sind mit einer Fläche von 3.750 ha der kleinste Nationalpark des Landes. Er erstreckt sich über die Kreise Kežmarok und Stará Ľubovňa. Das Gebiet der Pieninen ist mit Tannen- und Buchenwäldern und ursprünglichen Kiefernwäldern auf den Felsen bestanden. Die hier wachsenden Pflanzen gehören zu den wärmeliebenden Hochgebirgsarten. Aus der Vielfalt der Tierwelt sollen an dieser Stelle nur beispielhaft der Luchs, Fischotter, Wespenbussard, Uhu, Sperlingskauz und das Haselhuhn genannt sein. Unter dem Massiv von Tri Koruny gräbt sich der Fluss Dunajec seinen Weg durch ein schmales Kalksteindurchbruchtal, das 8,5 km lang ist. Der Dunajec-Durchbruch gehört zu den größten Naturgebilden des Nationalparks Pieniny. Im Jahr 1967 erklärte man ihn zum Nationalen Naturreservat.
Eine Attraktion dieser Region ist die Floßfahrt durch den größten Canyon Mitteleuropas, den Canyon des Dunajec, von der Floßanlagestelle Majere-Kvašné lúky nach Lesnica mit 11 km Länge, und von der Anlegestelle Červený Kláštor nach Lesnica mit 9 km Länge. Durch das Durchbruchtal führt auch eine Wanderroute, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts angelegt wurde. Auf dieser Route verläuft auch der älteste slowakische Lehrpfad mit 10 Stationen, an denen Informationen und Fotografien über Sehens- und Wissenswertes des Dunajec-Durchbruchs angebracht sind.
Neben diesen Juwelen der Natur kann ein Besucher in den Pieninen auch wunderbare historische und kulturelle Sehenswürdigkeiten sowie die regionale Volkskunst und Architektur bewundern. Direkt in der Gemeinde Červený Kláštor befindet sich ein nationales Kulturdenkmal vom Beginn des 14. Jahrhunderts, ein Kartäuser-Kamaldulenser Kloster. Dieses Kloster wurde durch den Mönch Cyprian berühmt, der hier Heilpflanzen anbaute. Er erstellte ein umfangreiches Herbarium zusammen, das noch heute eines der Ausstellungsstücke des Heimatkundemuseums im Kloster ist.
Am 17. August 1932 wurde hier der erste internationale Landschaftspark Europas gegründet. Heute gibt es zwei Nationalparks, einen polnischen und einen slowakischen, wobei der größere in Polen liegt.
Nationalpark (Slowakische) Waldkarpaten (Poloniny)
Im Nordosten der Slowakei liegt in der Zone der Berge Bukovské vrchy an der Grenze mit Polen und der Ukraine der Nationalpark Poloniny mit einer Fläche von 29.805 ha. Der gesamte Park liegt im Kreis Snina. Seine Besonderheit sind die Kammwiesen – „Poloninen“, die auf den Hauptkämmen von Bukovské vrchy liegen. Die schönsten befinden sich in der Umgebung von Pľaša, Ďurkovec, Riaba skala und Kamenná lúka. Für die Poloniny sind vor allem Buchen und gemischte Tannen- und Buchenwälder typisch, die bis zu 80 % der Parkgesamtfläche bedecken. Die Konzentration an natürlichen (Ur-)Wäldern ist die höchste der Slowakei. Bewundernswert sind vor allem die mächtigen bis zu 400 Jahre alten Tannen, aber auch Buchen und Ahorne. Im Nationalpark wurden 6 nationale Naturreservate ausgerufen: Stužica, Jarabá skala, Rožok, Pľaša, Havešová und Stinska. Die Poloniny sind auch in Bezug auf die Tierwelt einmalig, hier leben Tierarten, die man sonst nirgendwo in der Slowakei findet. Bisher entdeckte man 3.600 Wirbellosenarten. Unter den Wirbeltieren sind es 294 Arten, davon 13 Amphibien-, 8 Reptilien-, 198 Vogel- und 55 Säugetierarten. Hier leben alle unsere Fleischfresser und ab und zu dringen aus dem nahen Nationalpark Biesczadski in Polen Auerochsen und Elche vor. Die Berge Bukovské vrchy sind eine gegliederte Einheit der Mittelgebirgslandschaft und ihr Grenzkamm mit einer Höhe von 1.000 bis 1.200 m ist die Wasserscheide zwischen dem Schwarzen Meer und der Ostsee.
Das gesamte Gebiet und die Umgebung bieten hervorragende Voraussetzungen für die Entwicklung des Fremdenverkehrs, der hier immer noch nicht so fortgeschritten ist, wie in den übrigen Teilen der Slowakei. Das kulturhistorische Angebot der Region repräsentieren vor allem die ostslowakischen Holzkirchen der östlichen Liturgie, wie zum Beispiel: Topoľa, Uličské Krivé, Ruský Potok oder Jalová.
Nationalpark Slowakischer Karst (Slovenský kras)
Der Slowakische Karst ist das größte und am vollkommensten entwickelte Karstgebiet der Slowakei. Er erstreckt sich im südöstlichen Teil des Slovenské Rudohorie (Slowakisches Erzgebirge) auf einer Fläche von 34.611 ha, die zentrale Schutzzone nimmt davon 11.741 ha ein. Er liegt in den Kreisen Rožňava und Košice-Land. Das ebene Gebiet gliedern Wasserläufe in ein Plateausystem mit zahlreichen ober- und unterirdischen Karsterscheinungen (Becken, Poljen, Dolinen, Karstgruben, Höhlen und Schluchten). Hier befinden sich auch die bekanntesten erschlossenen Höhlen, Domica, Gombasecká, Jasovská und Ochtinská aragonitová jaskyňa. Ochtínska aragonitová jaskyňa repräsentiert eine einmalige unterirdische Karsterscheinung mit einzigartigen Büschel- und Strauchgebilden aus milchweißem Aragonit. Eine Besonderheit ist auch Silická ľadnica, eine eingestürzte Schlucht mit ganzjährigen Eisgebilden. Im Jahr 1995 wurden 12 Höhlen des Slowakischen Karstes in das Verzeichnis des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.
Den Großteil des Gebietes bedecken Laubwälder mit Wintereichen, Weißbuchen und Buchen. Das Gebiet des Slowakischen Karstes gehört zu den floristisch reichsten der Slowakei. Hier wachsen Lotwurz, Hundszahn, frühe Nelke, Alpenaronstab und viele andere Blumen. Die vielfältige Tierwelt ist vor allem mit unteren Gruppen vertreten. Das Gebiet beherbergt 130 Weichtier-, 1.500 Käfer- und 1.022 Schmetterlingsarten. Aus der Vogelwelt sind es Würgfalke, Wespenbussard, Schlangenadler, Schreiadler, Habichtskauz und Steinschätzer. Das Gebiet des Slowakischen Karstes wurde 1977 das erste Biosphärenreservat des Landes.
Nationalpark Slowakisches Paradies (Slovenský raj)
Das Slowakische Paradies ist ein Gebirgszug und Nationalpark im nordöstlichen Teil der Westkarpaten und bildet den nordöstlichen Teil des Slovenské Rudohorie (Slowakisches Erzgebirge). Er erstreckt sich auf einer Fläche von 19.763 ha. Der Park liegt in den Kreisen Brezno, Poprad, Rožňava und Spišská Nová Ves. Typisch und eindrucksvoll sind für den Nationalpark Slovenský raj seine tiefen Schluchten und Klammen, die von Wasserströmen zwischen 150 m und 450 m tief in den Kalkstein und Dolomit gegraben wurden. Zu den bekanntesten Schluchten gehören Suchá Belá, Piecky, Sokol und Kyseľ mit zahlreichen Wasserfällen. Der höchste Berg ist mit 1.186 m der Javorina. Fast das gesamte Gebiet bedecken Buchen- und Fichtenwälder. Es gibt hier zahlreiche geschützte Pflanzenarten, Alpenaster, Frühlingsenzian, Trollblume, Karpatenglockenblume, slowakischer Enzian und Sibirischer Goldkolben. Für die artenreiche Fauna stehen Bär, Luchs, Schreiadler, Mäusebussard, Uhu und Schwarzstorch als Beipiel. Im Slowakischen Paradies gibt es fast 200 Höhlen und Schluchten. Bereits seit 1870 ist die Eishöhle Dobšinská ľadová jaskyňa zugänglich, die inzwischen zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Im Umfeld der Höhle befindet sich ein Naturreservat mit wertvollen Pflanzen. Im Jahr 1972 entdeckte man die 21 km lange Höhle Stratenská jaskyňa, die damit die längste und mächtigste Höhle der Slowakei ist. Nördlich der Gemeinde Stratená befindet sich in 1.153 m Höhe das Naturgebilde Havrania skala.
Der Nationalpark Slovenský raj gehört zu den am stärksten besuchten Tourismuszielen der Slowakei. Besonders beliebt ist der Durchbruch Prielom Hornádu. Das ist ein etwa 16 km langer Abschnitt am oberen Lauf des Hornád ab der Mündung von Veľká Biela voda bis Smižany. Der Fluss Hornád schuf hier einen Canyon, dessen Ufer von den Seitenkämmen und Gipfeln stellenweise mit Höhenunterschieden von bis 300 m herabfallen. Auf diesem Wanderweg befinden sich 7 Stahlbrücken und Stege, etwa 320 m Ketten an exponierten Hangpassagen, 140 Tritte und etwa 70 m Holzstege.
Die Tatra (Slowakisch und Polnisch Tatry) ist der Name eines Gebirgskomplexes des geologischen Fatra-Tatra Gebietes in den Karpaten. Der größere Teil liegt in der Slowakei, der kleinere Teil in Polen (der Rysy mit 2.499 m ü. NN. ist der höchste Berg Polens). Mit 2.665 m ü. NN ist der Gerlachovský štít in der Slowakei die höchste Erhebung der Tatra und der Karpaten. Hohe Tatra und West-Tatra sind zwei der wenigen Gebirgsabschnitte der Karpaten die zum Hochgebirge gezählt werden.
Die Tatra besteht aus der West-Tatra (im Deutschen auch: Liptauer Alpen, Slowakisch: Západné Tatry, Polnisch: Tatry Zachodnie) und der der Ost-Tatra (Sl.: Východné Tatry, Pl.: Tatry Wschodnie), die sich wiederum aus der Hohen Tatra (Sl.: Vysoké Tatry, Pl.: Wysokie Tatry) im Westen und der Belaer Tatra (Dt. auch: Belaer Kalkalpen, Sl.: Belianske Tatry, Pl.: Tatry Bielskie) im Osten zusammensetzt.
In der Tatra entspringen die beiden Quellflüsse des Dunajec, der nach Nordosten fließt, sowie der nach Südosten fließende Poprad (Popper), der oberhalb von Nowy Sącz dann in den Dunajec mündet. Der Dunajec wiederum ist ein rechter Nebenfluss der Weichsel.
Umgangssprachlich wird sowohl die West- und Ost-Tatra, als auch die Niedere Tatra als „Tatry“ bezeichnet (zumal das Wort „Tatry“ im Slowakischen und Polnischen heutzutage in der Mehrzahl steht), oder es wird fälschlicherweise nur die Hohe Tatra als Tatry bezeichnet.
Der Nationalpark Tatra wurde 1949 gegründet und ist damit der älteste im Lande und deckt ein Gebiet von 74.100 ha des slowakischen Teils der West- und Hohen Tatra, einschließlich der gesamten Belaer Tatra (Belianske Tatra), ab.
4.3 Welterbestätten
Bauerndorf Vlkolinec (K/1993)
Vlkolínec ist ein Dorf mit 35 Einwohnern und Stadtteil von Ružomberok. Der Ort wurde 1376 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und liegt auf etwa 700 bis 800 Metern Seehöhe in der Großen Fatra in der östlichen Slowakei unterhalb des Berges Sidorovo. Der in unverfälschter Weise erhaltene Ort ist einer der wenigen in Europa, in dem noch Bären, Wölfe beheimatet sind. Das Dorf ist einzigartig in Mitteleuropa, die Häuser sind aus Holz und mit Mustern und Bildern bemalt. Die Menschen in Vlkolinec leben im Einklang mit der Natur. Das Dorf besteht aus 50 Häusern, viele der Bewohner sind schon über 80 Jahre alt.
Spišský Hrad (Zipser Burg) mit Spišské Podhradie (Kirchdrauf) und Spišská Kapitula (Zipser Kapitel) (K/1993)
Spišské Podhradie ist ein Städtchen im Norden der Slowakei in der Zips gelegen.
Der Ort wurde 1249 zum ersten Mal schriftlich erwähnt und bekam 1412 das Stadtrecht. In der Stadt befindet sich das ehemalige Kloster der Barmherzigen Brüder.
Seit 1948 zählt zu dem Ort das Spišská Kapitula (Deutsch: Zipser Kapitel, Ungarisch: Szepeshely). Einst Sitz der Zipser Probstei und des 1776 errichteten Bistums war der zwischen 1662 und 1665 ummauerte Ort gleichzeitig Wohnstatt für die Bediensteten des Klerus. Die 1245 errichtete zweitürmige Martinskathedrale bildet den Mittelpunkt des Ortes, der 1950 zum Stadtdenkmal erklärt wurde.
Auf der gegenüber liegenden Seite des Tales, in dem sich das Städtchen Kirchdrauf befindet, liegt die riesige Zipser Burg (Spišský Hrad). Sie ist die größte Burg Mitteleuropas, ihre Außenmauern umfassen genau 41.426 m² Fläche. Die Ruine (früher auch „Zipser Haus“ oder „Zipser Schloss“ genannt) thront auf einem 634 m hohen felsigen Travertinkegel, der aus einer zwischen den Bergen gelegenen Ebene emporragt. Die nächste größere Stadt ist Zipser Neudorf (Slowakisch Spišská Nová Ves). Spätestens seit der Jungsteinzeit besiedelt, war die Burg ein Zentrum der Kelten, wurde aber Ende des 2. Jahrhunderts zugunsten eines benachbarten Hügelzuges aufgegeben.
Im 12. Jahrhundert wurde die Burg jedoch an die heutige Stelle zurückverlegt, an der sich in der Zwischenzeit eine befestigte slowakische Siedlung befunden hatte. Nachdem die Burg dem Mongoleneinfall standgehalten hatte, wurde sie um die Mitte des 14. Jahrhunderts beträchtlich erweitert. Im 15. Jahrhundert wurde sie vom Krieger Johann Giskra (Jan Jiskra) durch List erworben, und dieser hat die Burg bis zu ihrem heutigen Umfang ausgebaut.
Seit dem 12. Jahrhundert war die Burg Verwaltungssitz der Zips. 1460 wurde die Burg jedoch (wieder) Eigentum des Königs von Ungarn, der sie vier Jahre später den Zápolyas schenkte. Dann erhielten die Thurzos, eine slowakische Adels- und Geschäftsfamilie, die Burg und diese haben die (seit dem 12. Jahrhundert mehrmals umgestaltete) Burg im Renaissance-Stil umgebaut. Nach 1636 bemächtigten sich die Csákys der Burg, und zu Beginn des 17. Jahrhunderts kam es zu einer großzügigen Verbindung der bisher einzeln stehenden Gebäude. Da die Anlage für die moderne Kriegstechnik nicht mehr verwendbar und als Wohnstätte zu unbequem geworden war, verließen die Csákys die Burg. Nach 1710 brannte sie ab, und nach einem weiteren Schadensfeuer 1780 wurde sie auch von der letzten Militärgarnison verlassen.
1945 wurde die Anlage vom tschechoslowakischen Staat enteignet und später teilweise rekonstruiert. 1961 wurde die Burg zum nationalen Kulturdenkmal erklärt.
In der Umgebung von Spišské Podhradie befinden sich außerdem noch die Travertinfelsen Dreveník, die wegen ihrer Einzigartigkeit 1982 zum Staatsnaturreservat ernannt wurden.
Der Geysir Sivá Brada („Silberbart“) wurde bereits 1979 zum Staatsnaturreservat erklärt. Neben einer Kapelle befindet sich dort ein mineralhaltiges Quellgebiet mit kleineren Eruptionen. Dem Wasser wird Heilwirkung zugeschrieben, es ist kalk- und schwefelhaltig und nicht besonders wohlschmeckend.
Das Nachbardorf Žehra („Schigra“) ist eines der ältesten der Region. Der Ort wurde 1245 erstmals urkundlich als Sygura erwähnt. Die romanische Kirche zum Heiligen-Geist aus dem Jahr 1275 gehört wegen ihrer gotischen Fresken, zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert entstanden, zum UNESCO-Weltkulturerbe. Nach einem Brand im 15. Jahrhundert erhielt sie ein gotisches Gewölbe, das durch eine zentrale Säule palmenartig getragen wird.
Die ältesten Wandmalereien sind die sog. Konsekrationskreuze (Weihekreuze) aus dem Jahr 1275. Im Tympanon des Südportals findet sich eine Golgotha-Darstellung, ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert. Aus dem 14. Jahrhundert stammt eine Darstellung der Dreieinigkeit als Dreikopf. Die Bilder wurden wahrscheinlich in Folge einer Pestepidemie 1644/45 übertüncht und im 20. Jahrhundert wieder aufgedeckt.
Bergbaustadt Banská Štiavnica (Schemnitz) (K/1993)
Banská Štiavnica ist die älteste Bergbaustadt der Slowakei. Die Stadt liegt in den Karpaten, etwa 20 km von Zvolen (Altsohl) entfernt. Es leben ungefähr 11.000 Menschen auf einem Gemeindegebiet von 21 km².
Schon im 13. Jahrhundert war die Stadt für ihren Gold- und Silberabbau bekannt, 1156 wurde sie zum ersten Mal erwähnt. In der Umgebung der Stadt wurde im Jahr 1627 erstmals Schießpulver im Bergbau eingesetzt.
Höhlen im Aggteleker und Slowakischen Karst (N/GÜ/1995; 2000 erweitert)
Der Slowakische Karst (Slowakisch: Slovenský kras) ist einer der Gebirgszüge des Slowakischen Erzgebirges in der südlichen Slowakei und liegt somit in den Karpaten. Das aus einer Reihe großer Karstebenen und -plateaus bestehende Gebiet steht seit 1973 unter Naturschutz und ist seit 2002 Nationalpark. Seit 1977 ist der Karst ein Biosphärenreservat der UNESCO und die wichtigsten Höhlen sind ein Teil des UNESCO-Welterbes.
Historisches Zentrum von Bardejov (K/2000)
Bardejov (Deutsch: Bartfeld, Ungarisch: Bártfa, Polnisch Bardiów) ist eine Stadt im Norden der Slowakei. Sie hat cirka 33.000 Einwohner und liegt im Šariš („Scharosch“).
Die heutige Stadt entwickelte sich aus einer alten slawischen Siedlung, in die, wahrscheinlich erst im 13. Jahrhundert, deutsche Siedler einzogen. Die Siedler wurden normalerweise vom König angeworben. Die Siedlung verwendete das Augsburger Recht. Im Jahr 1241 wird die Siedlung zum ersten Mal ausführlich erwähnt, dabei erfährt man, dass es hier ein Zisterzienserkloster und deutsche Siedler gab, und dass Bardejov bereits eine hoch entwickelte Siedlung war. 1376 wurde sie zu einer königlichen Stadt und 1405 zu einer königlichen Freistadt erhoben. Ihre größte Blüte erreichte die Stadt im 15. Jahrhundert, danach folgte zwar ein wirtschaftlicher Rückgang, auf geistigem Gebiet aber folgte ein weiterer Aufschwung. Anfang des 16. Jahrhunderts wurde Bardejov Bestandteil der Pentapolitana. Bereits im 16. Jahrhundert kamen Slowaken auch in die höchsten Ämter der Stadt, und die Stadt wurde früh slowakisiert.
Die Stadt weist bis heute typische Merkmale einer Siedlungsstadt der deutschen Ostkolonisation auf, wie z. B. die typische planmäßige Rechteckform des Marktplatzes. Die Stadt weist in ihrem vollständig erhaltenen mittelalterlichen Stadtkern zahlreiche Kulturdenkmäler auf. Insbesondere sind das die St. Aegidius-Kirche von 1247, der Gansaughof und das 1505 erbaute Rathaus.

