Russland

 

1. Übersicht

1.1 Landeskennzeichen
1.2 Internationale Telefon-Vorwahl
1.3 Allgemeine Informationen
1.4 Informationen zum Staatsaufbau
1.5 Einreise- und Zollbestimmungen
1.6 Währung und Geldwechsel
1.7 Gesundheit
1.8 Botschaften und Konsulate
1.9 Wichtige Telefonnummern

2. Reiseinformationen

2.1 Tourismus
2.2 Tourismus-Informationen
2.3 Links zum Thema Tourismus
2.4 Verkehr
2.5 Unterkünfte
2.6 Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken
2.7 Links: Weitere Informationen

3. Jugendarbeit

3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik
3.2 Jugendschutz, kinder- und jugendrelevante Gesetze, altersbezogene gesetzliche Bestimmungen
3.3 Weitere Informationen
3.4 Schulsystem und Bildungswesen

4. Natur und Kultur

4.1 Natur und Umwelt
4.2 Großschutzgebiete
4.3 Welterbestätten

 


 

1. Übersicht

1.1 Landeskennzeichen: RUS

 

1.2 Internationale Telefon-Vorwahl: +7

 

1.3 Allgemeine Informationen

 

Ländername: Russland/Russische Föderation (Russisch: Ροссия)
Fläche: 17.075 Millionen km2
Einwohner: ca. 145,3 Millionen (ca. 82,5 % Russen, ca. 3,4 % Tataren, ca. 2,7 % Ukrainer, ca. 0,6 % Russlanddeutsche und ca. 10,8 % andere Ethnien)
Hauptstadt: Moskau (Москва) (ca.10,381 Millionen Einwohner)
Weitere wichtige Städte: St. Petersburg (Санкт-Петербург) (ca. 4,039 Millionen Einwohner), Novosibirsk (Новосибирск) (ca. 1,419 Millionen Einwohner), Jekaterinburg (Екатеринбург) (ca. 1,288 Millionen Einwohner), Nizhnij Novgorod (Нижний Новгород) (ca. 1,284 Millionen Einwohner), Samara (Самара) (ca. 1,135 Millionen Einwohner), Omsk (Омск) (ca. 1,129 Millionen Einwohner), Kasan (Казань) (ca. 1,105 Millionen Einwohner), Rostov am Don (Ростов-на-Дону) (ca. 1,074 Millionen Einwohner), Tscheljabinsk (Челябинск) (ca. 1,062 Millionen Einwohner)
Religionen: orthodoxe Christen (ca. 51 %), Moslems (ca. 7 %), andere christliche Konfessionen (ca. 1 %), andere Konfessionen bzw. Konfessionslose und Atheisten (ca. 41 %)
Amtssprache: Russisch
Währung: Rubel/Rbl (RUB), 1 Rubel = 100 Kopeken
Geographische Lage: Russland liegt in Osteuropa und grenzt an Norwegen, Finnland, Estland, Lettland, Belarus, Ukraine, Georgien, Aserbaidschan, Kasachstan, Mongolei und China, über die Exklave Kaliningrad grenzt es noch an Litauen und Polen. Russland ist Anrainerstaat der Ostsee, des Schwarzen Meeres, des Kaspischen Meeres, des Japanischen Meeres, des Ochotskischen Meeres, des Pazifiks, der Beringsee, des Nordpolarmeeres und der Barentssee.

 

1.4 Informationen zum Staatsaufbau

 

Präsidialdemokratie mit föderativem Staatsaufbau

 

1.5 Einreise- und Zollbestimmungen

Für deutsche Staatsangehörige besteht Visumpflicht sowohl bei Ein- als auch bei Ausreise und auch bei Transitreisen z.B. nach Kasachstan. Das Visum muss vor der Einreise bei einer der russischen Auslandsvertretungen beantragt und eingeholt werden. Das Gesetz verlangt einen sechs Monate über die Reise hinaus gültigen Reisepass, für Kinder unter 16 Jahren einen Kinderausweis, der stets mit Lichtbild versehen sein muss, oder ein Eintrag in den Reisepass eines Elternteils. Teilweise erteilen die russischen Auslandsvertretungen in Deutschland – nach eigenem Ermessen – Visa auch noch bei einer Gültigkeit des Reisepasses von drei Monaten nach Reiseende.

Ausländer müssen sich mittels einer vor der Einreise auszufüllenden Migrationskarte bei der Einreise registrieren lassen. Die Karte wird bei der Einreisepasskontrolle abgestempelt und verbleibt im Pass des Reisenden. Die Migrationskarte muss beim Verlassen des Landes wieder abgegeben werden. Migrationskartenformulare sind zurzeit ausschließlich in russischer Sprache erhältlich. Die einzutragenden Daten entsprechen im Wesentlichen den Angaben der in den Pass eingehefteten Ein-/Ausreisekarten.

Ein am 10.12.2003 geschlossenes deutsch-russisches Abkommen sieht für bestimmte Personengruppen – Regierungsmitglieder, Studierende, Schüler, Wissenschaftler, Mitarbeiter in sozialen oder medizinischen Einrichtungen, Geschäftsleute, Kulturmittler, Sportler, humanitäre Hilfsorganisationen, Personen mit dringenden persönlichen Angelegenheiten – die Möglichkeit gewisser Reiseerleichterungen vor. Reisende dieser Personengruppen sollten sich bei der Visumbeantragung auf das Abkommen berufen und die für sie geltenden speziellen Bestimmungen erfragen.

Für Deutsche besteht bei Reisen nach Russland Krankenversicherungspflicht. Bei den russischen Auslandsvertretungen ist eine Liste mit den akzeptierten Versicherungsunternehmen erhältlich. Bei der Visabeantragung muss ein Versicherungsschein vorgelegt werden. Weitere Informationen zum Visumverfahren können Sie der Homepage der russischen Botschaft unter www.russische-botschaft.de entnehmen.

Im Frühjahr 2002 wurde ein vereinfachtes Visaverfahren für Kurzzeitbesuche eingeführt (Beantragung bei ausgewählten Reisebüros, Erteilung des Visums an ausgewählten Grenzübergängen bei der Einreise). Das Verfahren bietet jedoch keine nennenswerten Vorteile gegenüber der Visumbeantragung bei einer russischen Auslandsvertretung und wird daher nicht empfohlen. Am Flughafen St. Petersburg wird das genannte Verfahren nicht praktiziert.

Es besteht Registrierungspflicht nach der Einreise. Die Registrierung muss innerhalb von drei Werktagen bei der zuständigen Migrationsbehörde (FMS) über den russischen Partner des deutschen Reisebüros erfolgen, welches das Visum beschafft hat (unter „einladende Organisation“ im Visum aufgeführt). Hierfür wird die zuvor bei der Einreise ausgefüllte und abgestempelte Migrationskarte benötigt.

Möglich ist seit 15.01.2007 zudem eine Registrierung per Post. Dem zweifach auszufüllenden An-/Abmeldeformular sollten zusätzlich eine Kopie der abgestempelten Migrationskarte, eine Reisepasskopie (Personaldatenseite), eine Kopie des Visums und eine Kopie der Passseite mit dem Einreisestempel beigefügt werden. Der untere Abschnitt des Formulars verbleibt als Nachweis der Registrierung beim Antragsteller. Vor der Ab- oder Weiterreise ist der untere Abschnitt bei der Post ebenfalls abzugeben. Sämtliche Portogebühren (Einschreibebrief) gehen zu Lasten des Antragstellers. Das Risiko für Verlust, nicht rechtzeitige Absendung, verspäteten Eingang der Dokumente bei der zuständigen russischen Behörde liegt allein beim Antragsteller.
Es wird darauf hingewiesen, dass das Verfahren nicht in jeder Postfiliale angeboten wird.

Die möglichen Strafen bei Verletzungen der An- und Abmeldepflicht betragen bei Privatpersonen zwischen RUB 2.000,00 bis 5.000,00 – verantwortlich ist diejenige Person, welche die An- und Abmeldeformalitäten durchführt. Es wird daher nochmals dringend empfohlen, sich unverzüglich nach der Ankunft in der Russischen Föderation an die im Visum angegebene „einladende Organisation“ (den Einlader) zu wenden und die Verfahrensweise der An- und Abmeldung zu klären.

Eine Ausreise aus der Russischen Föderation ohne gültiges Visum ist nicht möglich (z. B. abgelaufenes Visum, oder Passverlust). Dies bedeutet bei Pass- und Visaverlust während der Reise, dass nicht nur ein Passersatz, sondern auch ein neues russisches Visum bei den örtlichen russischen Pass- und Visabehörden beantragt werden muss.
Visaverlängerungen sind in der Regel nicht möglich. Bei Vorliegen besonderer Gründe (z. B. eigene Erkrankung) muss eine notwendige Verlängerung rechtzeitig in Verbindung mit einer entsprechenden Bescheinigung des behandelnden Arztes beim russischen Partner des deutschen Reisebüros vor Ort beantragt werden.

In der RF gibt es nach wie vor für Ausländer gesperrte Städte und Gebiete und in regionaler Zuständigkeit gesperrte Bereiche, die nicht abschließend veröffentlicht sind. Die zuständige Stelle, durch die die Registrierung erfolgen muss (z. B. Hotel oder die zuständige Innenbehörde, z. B. OVD), erteilt Auskunft über die örtlichen Sperrgebiete.

Sofern vom eigentlich geplanten und auch im Visum genannten Aufenthaltsort aus eine mehrtägige Reise/Ausflug geplant ist, muss eine entsprechende Abmeldung bei der Registrierungsstelle erfolgen. Bei einem Aufenthalt an einem Ort von mehr als drei Tagen muss dort eine Anmeldung erfolgen – bei Abreise die entsprechende Abmeldung.
Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird.

Wer aus Russland in einen anderen Staat der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) oder ins Baltikum ausreist und dann wieder einreisen möchte, benötigt ein zweifaches Visum, das zur Wiedereinreise berechtigt. Wer durch mehrere GUS-Staaten reisen möchte, braucht für jeden Staat ein Visum.

Alle Visa sind kostenpflichtig. Es gibt unterschiedliche Gebühren, die sich nach der Dauer der Bearbeitung richten, zum Beispiel: Ein innerhalb von drei Stunden ausgestelltes Touristenvisum kostet 155 Euro, wer eine Bearbeitungszeit von 15 Arbeitstagen in Kauf nimmt, zahlt 40 Euro.

Wer im Rahmen einer jugendpolitischen Aktivität nach Russland reist, bekommt die Kosten für das Visum erlassen. Grund dafür ist das jugendpolitische Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der ehemaligen Sowjetunion, das von Russland übernommen wurde.

Wer ein Visum für einen Studienaufenthalt oder für einen Kultur- und Schüleraustausch benötigt, der braucht für den Antrag eine Originaleinladung des russischen Innen- bzw. Außenministeriums. Soll der Aufenthalt länger als drei Monate dauern, so verlangt das Konsulat zusätzlich einen negativen HIV-Test.

Ausländischen Fachkräften, die in regelmäßigem Kontakt mit deutschen Einrichtungen des Jugendaustauschs stehen und öfter in die Bundesrepublik Deutschland einreisen, kann bei der zuständigen Auslandsvertretung auf Antrag ein Jahresvisum erteilt werden. Dieses berechtigt zur mehrmaligen Ein- und Ausreise.

Hinsichtlich der Ein- bzw. Ausfuhr von Devisen ist Folgendes zu beachten:
Nach derzeit gültigen Devisenvorschriften müssen lediglich Beträge ab einer Höhe von 10.000,- USD bei der Einreise deklariert werden (lückenloses Ausfüllen des Zoll-Anmeldeformulars, Benutzung des roten Zollkorridors, Siegelung des Formulars durch den Zoll). Bei der Einfuhr von geringeren Beträgen kann jeweils der grüne Zollkorridor benutzt werden. Bei der Ausreise können Devisen im Wert von bis zu 3.000,- USD frei ausgeführt werden. Liegt der auszuführende Betrag zwischen 3.000,- und 10.000,- USD, reicht eine einfache Deklarierung beim Zoll aus (Benutzung des roten Zollkorridors). Lediglich bei Beträgen über 10.000,- USD ist zusätzlich zur Deklarierung entweder die vorherige Einfuhr des Betrages mittels gesiegelter Zolldeklaration oder Überweisungsbescheinigung einer Bank nachzuweisen. Devisenschmuggel (nichtdeklarierte Ausfuhr von Devisen) bleibt strafbar und kann neben der Konfiszierung des Devisenbetrages und einer Geldstrafe zu einer mehrmonatigen Untersuchungshaft führen.

Es wird geraten, Bargeld in kleiner Stückelung (Dollar oder Euro) mitzunehmen und nach und nach kleinere Beträge (Wechselkursschwankungen) zu tauschen. Geld sollte nur in zugelassenen Banken oder Wechselstuben getauscht werden.

Die Bargeldbeschaffung mit Kreditkarten (VISA, EURO, MASTER), Reiseschecks (American Express, VISA, EURO, MASTER) und durch Überweisungen ist möglich. Die Beträge werden in zahlreichen Bankfilialen auch in Devisen (USD oder Euro) ausgezahlt. In Moskau existieren zur Zeit ausreichend Geldautomaten, an denen Bargeld in Landeswährung abgehoben werden kann. In der Vergangenheit ist es zu Fällen von Missbrauch von EC-Karten und Kreditkarten gekommen: Mehrere russische Geldautomaten wurden offensichtlich derart manipuliert, dass bei der Bargeldabhebung die Geheimnummer und die Datensätze „kopiert“ und dann unberechtigt Bargeld-Abhebungen zu Lasten des jeweiligen deutschen Kartenkontos getätigt wurden. Beim Einsatz der Karte am Geldautomaten sollte auf Veränderungen bzw. Manipulationen an der Eingabetastatur und am Einzugsmechanismus sowie auf unbeobachtete Eingabe der Geheimnummer geachtet werden.

Die Ausfuhr von Antiquitäten und Kunstgegenständen, sofern sie aus der Zeit vor 1945 stammen, ist grundsätzlich verboten. Insbesondere bei Ikonen wird diese Regelung streng überwacht. In anderen Fällen ist in der Regel eine Bescheinigung des Kulturministeriums erforderlich. In Zweifelsfällen sollte der russische Zoll vorab kontaktiert werden.

Bei einigen technischen Einrichtungen ist das Fotografieren verboten. Es wird zur Vorsicht geraten, da nicht alle Fotografierverbote angezeigt sind. Militärische Einrichtungen sollten grundsätzlich nicht fotografiert werden.

Die Ein- oder Ausfuhr von Drogen (auch bei geringen Mengen leichter Drogen wie Marihuana) kann langjährige Haftstrafen zur Folge haben.

Hinweis für Touristen, insbesondere Wanderer: im Grenzgebiet Polen-Russland (Gebiet Kaliningrad) ist die„grüne Grenze“ an verschiedenen Stellen nur durch weit auseinander liegende Grenzsteine markiert. Wer die Grenze von Polen aus (auch nur für wenige Meter) illegal überschreitet, muss mit der Festnahme durch die russische Grenzpolizei und mehrjähriger Haftstrafe rechnen. Gleiches gilt für die litauisch-russische Grenze (Kurischen Nehrung). Auf der ca. 4 km langen Grenze gibt es nach wie vor keinen (durchgehenden) Zaun im Bereich der Dünen.

Sicherheitshinweise:
Reisen nach Tschetschenien, wo ein Guerillakrieg andauert, sind nicht durchführbar.

Von Reisen nach Dagestan, Inguschetien, Nordossetien und Kabardino-Balkarien wird dringend abgeraten.
In den oben genannten Regionen besteht aufgrund von anhaltenden kriegerischen Auseinandersetzungen, Entführungsfällen und Gewaltkriminalität ein hohes Sicherheitsrisiko. Durch Entführungen sind in besonderem Maße Ausländer gefährdet, einschließlich Mitarbeiter humanitärer Hilfsorganisationen. In jüngster Vergangenheit sind in Dagestan wiederholt bei Bombenanschlägen Menschen ums Leben gekommen.

Personen, die trotz der hohen Risiken in die oben genannten Regionen reisen, können bei einem Notfall nur mit eingeschränkten Hilfemöglichkeiten der Botschaft Moskau und des Auswärtigen Amtes rechnen. Kurzfristig verfügte Beschränkungen der Reisefreiheit für Ausländer sind nicht auszuschließen.

Die Grenzübergänge nach Aserbaidschan (Samur) und Georgien sind für Ausländer ohne Sondergenehmigung nicht passierbar.

Bei Reisen in Grenzgebiete der Russischen Föderation (insbesondere zur Jagd und zum Angeln in grenznahen Bereichen oder bei individuellen Schiffstouren in den Küstengewässern) sind ggf. gesonderte Berechtigungsscheine für den Aufenthalt bei den zuständigen Grenzdienstverwaltungen zu beantragen. Deutsche Staatsangehörige sollten deshalb bei ihren Gastgebern bzw. bei den Reisebüros vor Reisebeginn nachfragen, ob Sonderregelungen im Reisegebiet bestehen.

1.6 Währung und Geldwechsel

 

Der Russische Rubel (Russ. Российский рубль) ist die Währung Russlands.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde der Rubel in den Nachfolgestaaten durch eigene Landeswährungen ersetzt; nur in Russland blieb die alte Währung im Umlauf. Noch 1992 wurden Banknoten mit den Emblemen der nicht mehr existenten Sowjetunion herausgegeben. Im gleichen Jahr erschienen aber auch neue Noten mit der russischen Flagge und dem Namen der Russischen Zentralbank anstelle einer Landesbezeichnung. Nach einigen Jahren hoher Inflation wurde die Währung 1998 reformiert, so dass 1000 alte Rubel (ISO 4217 RUR) einem neuen Rubel (RUB) entsprechen. Am 1. Juli 2006 wurde der Russische Rubel per Präsidialdekret zu einer weltweit handelbaren, frei konvertiblen Währung deklariert.

Derzeit sind in Russland 7 Banknotennominale in Werten zu 5, 10, 50, 100, 500, 1000 und 5000 Rubel im Umlauf. Außerdem sind 8 Münznominale in Werten zu 1, 5, 10 und 50 Kopeken, sowie 1, 2, 5 und 10 Rubel im Umlauf.

Es wird geraten, Bargeld in kleiner Stückelung (Dollar oder Euro) mitzunehmen und nach und nach kleinere Beträge (Wechselkursschwankungen) zu tauschen. Geld sollte nur in zugelassenen Banken oder Wechselstuben getauscht werden. Aktuelle Wechselkurse sind im Internet unter www.oanda.com/convert/classic einzusehen.

Die Bargeldbeschaffung mit Kreditkarten (VISA, EURO, MASTER), Reiseschecks (American Express, VISA, EURO, MASTER) und durch Überweisungen ist möglich. Die Beträge werden in zahlreichen Bankfilialen auch in Devisen (USD oder Euro) ausgezahlt. In Moskau existieren zur Zeit ausreichend Geldautomaten, an denen Bargeld in Landeswährung abgehoben werden kann.

1.7 Gesundheit

Empfohlene Impfungen

Das Auswärtige Amt empfiehlt, vor Reiseantritt von einem Arzt den Impfstatus gegen Tetanus, Diphtherie und Hepatitis A überprüfen zu lassen. Bei besonderer Exposition könnten auch Impfungen gegen Hepatitis B (z. B. Langzeitaufenthalt), Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME-Zeckenübertragung, Infektionsgebiete: St. Petersburg, Jekaterinburg, bis in die Waldgebiete Sibiriens, Saison April bis Oktober), ggf. auch Typhus, Tollwut sowie Japanische Encephalitis (z. B. Südostsibirien, südlich von Chabarowsk, Saison Juli bis September) empfohlen sein.

 
Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung in der Russischen Föderation entspricht nicht deutschen Verhältnissen, insbesondere ist die stationäre Betreuung schwierig, die Hygiene ist nicht immer gewährleistet, russische Sprachkenntnisse sind in der Regel erforderlich. Dieses gilt besonders außerhalb von Moskau und St. Petersburg.

In der Russischen Föderation ist es in den letzten Jahren zu einem deutlichen, zum Teil dramatischen Anstieg – auch durch zunehmenden Drogenmissbrauch, durch Prostitution, sowie in Einzelfällen auch über kontaminierte Blutkonserven – von sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten, wie z.B. HIV, gekommen. Es ist weiterhin ein deutlicher Anstieg von Lungentuberkuloseerkrankungen zu beobachten.

Eine Auslandskranken- und eine Flugrettungsversicherung sollten abgeschlossen werden.

 

1.8 Botschaften und Konsulate

 
Botschaft der Russischen Föderation
Adresse: Unter den Linden 63-65, 10117 Berlin
Telefon
: 030 229 11 10 und 030 229 11 29
Fax: 030/229 93 97
E-Mail: info@Russische-Botschaft.de
Website
: www.rusbotschaft.de
Bürozeiten: Mo. bis Fr. 08:30 bis 13:00, 14:30 bis 18:00 Uhr

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
Adresse: Uliza Mosfilmowskaja 56, 119 285 Moskau
Telefon: +7 495 937 95 00
Fax: +7 495 938 23 54 (allgemein)
E-Mail: germanmo@aha.ru
Website: http://www.moskau.diplo.de
Bürozeiten: Mo 08:00 bis 17:00 Uhr, Mi bis Do 08:00 bis 17:30 Uhr, Fr 08:00 bis 15:00 Uhr
Mittagspause 13:00 bis 13:45 Uhr

Erreichbarkeit in Notfällen außerhalb der Öffnungszeiten: +7 495 937 95 00 (24 Stunden besetzt)

Die Adressen sämtlicher Konsulate und der Außenstellen können unter http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laender/RussischeFoederation.html bei Vertretungen Russische Föderation und Deutsche Vertretungen abgerufen werden.

1.9 Wichtige Telefonnummern

 
Notrufnummern:

Notruf: 112, Unfallrettung: 03, Feuerwehr: 01, Polizei: 02
Telefonauskunft (national): 900, 09, 8120 oder +7 846 2 36 34 34
Telefonauskunft (international): 8120, +7 846 2 37 99 51 oder +7 846 2 37 99 52
Landesvorwahl von Deutschland nach Russland: 007
Landesvorwahl von Russland nach Deutschland: 8 (Freizeichen abwarten), dann 1049
Über verschiedene Telefondienstleister, z. B. Comstar in Moskau ist Deutschland auch über 0049 zu erreichen.

Die Telefonkosten von Moskau und St. Petersburg nach Westeuropa belaufen sich z.B. auf etwa 15 Rbl pro Minute. Neben den privaten Telefonanbietern, die auch Kartentelefone anbieten, gibt es staatliche Telefonbüros (meist in der Nähe des Postamtes) sowie Satellitentelefonbüros, die zuverlässigere Verbindungen bieten, aber auch teurer sind. Das Telefonieren vom Hotel aus ist kompliziert und außerdem sehr kostspielig.

 
Nutzbarkeit deutsche Mobiltelefone

GSM 900/1800 Mobilfunknetz. Hauptanbieter die auch mit den meisten deutschen Anbietern Roaming-Verträge haben: Baykalwestcom, JSC Sakhalin Telecom Mobile (Sakhalin GSM), JSC Uralsvyazinform (Utel (RUS17)), JSC Uralsvyazinform (Utel (RUSUT)), MegaFon - Open Joint Stock Company, Mobile TeleSystems (MTS), New Telephone Company, Nizhegorodskaya Cellular Communications, OJSC Mobile Communication Systems-Povolzhie (Megafon - Povolzhie), OJSC VimpelCom (Beeline), Primtelefon (Primtelefone), Yeniseytelecom (Yeniseitelecom), ZAO SMARTS und ZAO SMARTS (SMARTS-Ufa). Genauere Informationen können unter http://www.gsmworld.com/roaming/gsminfo/cou_ru.shtml abgerufen werden.

 

2. Reiseinformationen

 

2.1 Tourismus

 

Der Tourismus in Russland beschränkt sich momentan noch hauptsächlich auf einige wenige, kulturell interessante Städte und Regionen, besonders bei Reisegruppen. Während Individualtouristen häufig durch Visabeschaffung, sprachliche Hürden und ähnliche Probleme abgeschreckt werden, wird das Land bei Reisegruppen immer beliebter. 2001 kamen 21,2 Mio. Auslandsgäste nach Russland, so flossen 7,5 Mrd. US-Dollar ins Land. Der wirtschaftliche Faktor des Tourismus ist für Russland also nicht zu unterschätzen. Deshalb bemüht man sich in letzter Zeit auch von staatlicher Seite Individualreisen einfacher zu machen. Und es gibt Bestrebungen einen Ökotourismus zu etablieren. Wenn das Umweltbewusstsein auch nicht bei der gesamten Bevölkerung übermäßig stark ausgeprägt ist, so haben doch viele erkannt, wie wichtig es ist, das naturräumliche Potential ihrer Region zu erhalten, nicht zuletzt der lukrativen Einnahmequelle Ökotourismus wegen. Aber es gibt auch echte Naturschützer, die mit Grausen sehen, was Massentourismus in Naturschutzgebieten anrichten kann und die dieser negativen Entwicklung entgegenwirken wollen.

Besondere Sehenswürdigkeiten in Russland sind selbstverständlich die großen und altehrwürdigen Städte wie Moskau, St. Petersburg und Nowgorod. Aber auch die naturräumliche Attraktivität des Landes wird von immer mehr Reisenden wahrgenommen. Eine Reise mit der transsibirischen Eisenbahn gilt immer noch als unvergessliches Erlebnis. Die zehn Tage dauernde und 9.446 km lange Fahrt führt durch endlose Birken- und Kiefernwälder, Blockhüttensiedlungen und weite Steppen von Moskau bis nach Wladiwostok am Pazifik. Die Strecke geht unter anderem am Baikalsee vorbei, einem Gewässer von der Größe Belgiens, in dem besondere Tierarten wie z.B. Süßwasserrobben leben, und durch das multikulturelle Irkutsk, das als angenehmste Stadt an der gesamten Strecke gilt. Und in Ulan-Ude schließlich befindet sich das Ivolginsk Datsan, das buddhistische Zentrum des Landes.

Russland ist ein so großes und dementsprechend auch ein so vielfältiges Land, dass es schwierig bis unmöglich ist, in ein paar Absätzen alle touristischen Möglichkeiten abzuhandeln. Im Prinzip gilt für dieses Land der Leitspruch „Es gibt nichts, was es nicht gibt!“ Sonnenurlauber werden am Schwarzen Meer und am Kaspischen Meer fündig. Kulturtouristen haben ein Fülle an alten Städten und Kulturdenkmälern (siehe 4.3 Welterbestätten) zur Auswahl. Und Naturtouristen können aus einer riesigen Anzahl von Nationalparks, Biosphärenreservaten, Naturparks und Naturschutzgebieten ihr Reiseziel auswählen (siehe hierzu 4.2 Großschutzgebiete).

So groß wie Russland ist, so viele Ethnien, teilweise auch relativ kleine Völker, leben in ihm. Und alle haben bestimmte Verhaltenscodices, an die man sich aus Respekt auch halten sollte und dafür sollte man selbstverständlich gut vorbereitet sein. Um sich wirklich auf eine Reise in eine bestimmte Region Russlands vorzubereiten, sollte man Leute mit Erfahrung ansprechen, sich im Reisebüro umfassend informieren lassen und wenn es geht zumindest ein paar Brocken Russisch lernen.

 

2.2 Tourismus-Informationen

 

Die aus anderen Ländern bekannten klassischen Touristen-Informations-Center konnten sich in Russland noch nicht etablieren. Es gibt allerdings Bestrebungen ein Netzwerk aus Zentren aufzubauen, wobei insbesondere der Nordwesten um St. Petersburg dem Konzept der Touristen-Informations-Center sehr zugetan ist. Derzeit muss man sich aber noch mit einem spärlichen Angebot an kleinen Schaltern, wenn es denn überhaupt welche gibt, zufrieden geben.

Ansonsten gibt es an den Flughäfen aber auf jeden Fall Schalter, an denen Informationsbroschüren ausliegen. Außerdem findet man Infomaterial z. B. in den Lobbys von Hotels oder bei lokalen Reisebüros („Travel-Agencies“). Wegbeschreibungen zu und Informationen über besondere Sehenswürdigkeiten der Region kann man aber auch bei der lokalen Bevölkerung erfragen.

Vorabinformationen können über das Fremdenverkehrsamt Russlands (auf Englisch) eingeholt werden.

 

Federal Tourism Agency of the Russian Federation
Adresse: Myasnitskaya str. 47, Moskau
Telefon: 7-095-208-2937
Fax: 7-095-207-7907

 

2.3 Links zum Thema Tourismus

 
http://www.russland.in/
http://www.russlandreisen.de/
http://destinia.com/guide/die-welt/europa/russische-federation-y/1-30004-30185/main/de
http://de.wikipedia.org/wiki/Tourismus_in_Russland
http://www.russiatourism.ru (auf Englisch)
http://reisen.msn.de/index.php?id=76&KO=1&KONA=Europa&LANA=Russland&LA=44&BU=&RE=&pkq=russland%20tourismus
http://www.europa-auf-einen-blick.de/russland/tourismus.php
http://www.russia-travel.com/ (auf Englisch)
 

2.4 Verkehr

 
Einreise

 

 

 

1. Bahn:
Alle aktuellen Zugverbindungen kann man sich – auf Wunsch mit allen Zwischenhaltestellen – über die Reiseauskunft der Deutschen Bahn anzeigen lassen (http://reiseauskunft.bahn.de/bin/query.exe/dn). Zu beachten ist, dass dabei natürlich auch Verbindungen vorgeschlagen werden, bei denen man durch Länder reist, für die ein Visum nötig ist. Man sollte also den Zuglauf beachten. Informationen zu den entsprechenden Ländern finden Sie auf traveleast.eu jeweils unter Punkt 1.5 (Einreise- und Zollbestimmungen).

 

 

 

2. Bus:
Eurolines-Busse (Website: www.eurolines.com) verkehren zwischen einigen Städten Russlands und Deutschland. Genauere Fahrplan- und Tarifinformationen sind bei der Eurolines-Vertretung in Deutschland (Deutsche Touring GmbH, Adresse: Am Römerhof 17, D-60486 Frankfurt/M., Telefon: (069) 79 03 50, Fax: (069) 790 32 19, E-Mail: service@deutsche-touring.com, Website: www.deutsche-touring.com) erhältlich.

Mit dem Bus nach Russland zu reisen dauert lang und ist mit Sicherheit nicht die bequemste Alternative, dafür ist es allerdings der billigste Weg nach Russland zu gelangen.

 

 

 

3. Auto:
Auf dem Gebiet der Russischen Föderation ist der Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung Pflicht. Im Regelfall werden nur Policen anerkannt, die bei Russischen Versicherungsunternehmen abgeschlossen wurden. Die Kfz-Haftpflichtversicherung muss spätestens am Grenzübergang zur Russischen Föderation für die gesamte Dauer des Aufenthaltes abgeschlossen werden. Im Fall eines nicht selbst verschuldeten Unfalls ist nicht immer mit einer vollständigen Schadenersatzleistung des Unfallgegners zu rechnen, da die Deckungssummen der Haftpflichtversicherung relativ niedrig sind. Bei Pkw-Reisen in die Russische Föderation wird daher bis auf weiteres der Abschluss einer Vollkaskoversicherung empfohlen.

Besonderes Augenmerk sollte auf den Gültigkeitszeitraum der Zolleinfuhrbescheinigung für das Kfz gelegt werden. Wenn ein längerer Aufenthalt, als in der Gültigkeit angegeben, geplant ist, so muss die Zolleinfuhrerklärung vor Ablauf ihrer Gültigkeit bei der jeweils örtlich zuständigen Zollbehörde verlängert werden. Ohne gültige Einfuhrerklärung ist eine Kfz-Wiederausfuhr grundsätzlich nicht möglich. Fahren ohne gültige Zolldokumente kann zudem eine empfindliche Zollstrafe (Fahrzeugwert als grobe Richtlinie, dieser wird von den russischen Stellen ermittelt) nach sich ziehen.

Es wird darauf hingewiesen, dass bei der Einreise mit dem PKW oder mit dem Reisebus an den Grenzübergangsstellen zur Russischen Föderation mehrstündige Wartezeiten entstehen können. Das Nationalitätskennzeichen „D“ muss auch bei EU-Kennzeichen zusätzlich am Fahrzeug angebracht sein. Als Reisezweck müssen Reisende mit dem eigenen PKW in ihrem Visumantrag „Autotourist“ eintragen. Die Einfuhr von Kraftstoff in Reservekanistern ist verboten. Wer mit dem eigenen Auto einreist, sollte sein Visum bei der ersten Übernachtung im Hotel, Motel oder Campingplatz registrieren lassen. Das Autokennzeichen sollte im Visum eingetragen sein. Die Versorgung mit Tankstellen und Serviceeinrichtungen ist auf den Hauptstrecken (Europastraßen) am besten gewährleistet. Folgende Grenzübergänge stehen zur Verfügung: Von Finnland aus: Vaalima – Torfyanovka, Nuijamaa – Brusnitshnoje, Varitus – Kostomuksa, Raja/Jooseppi – Lotta
Von Polenaus: Bartoszyce – Bagrationovsk, Braniewo – Mamonovo
Von Norwegenaus: Storskog – Murmansk.

Zurzeit sind die Grenzübergänge nach Aserbaidschan (Samur) und Georgien (Kasbegi, Sotschi/Adler nach Abchasien) für Ausländer ohne Sondergenehmigung nicht passierbar. Besucher, die mit dem Pkw einreisen wollen, sollten sich vor Reiseantritt bei der Botschaft über die entsprechenden Grenzübergänge informieren. Es ist teilweise mit erheblichen Wartezeiten zu rechnen.

Weitere Informationen über Unterlagen und Bestimmungen für Reisen mit dem Pkw von Reiseveranstaltern.

 

 

 

4. Schiff:
Finnlines (Website: www.finnlines.fi) bietet Fährfahrten von Lübeck-Travemünde über Kaliningrad nach St. Petersburg an. Die finnische Reederei Silja Line (Website: www.siljaline.de) verbindet Rostock über Tallinn mit St. Petersburg.

 

 

 

5. Flugzeug:
Die nationale Fluggesellschaft heißt Aeroflot Russian Airlines (SU) (Website: www.aeroflot.com). Es gibt Direktverbindungen von einigen deutschen Flughäfen, von Zürich und Genf sowie Wien täglich oder mehrmals wöchentlich nach Moskau und St. Petersburg. Aeroflotbetreibt ferner Flugdienste zwischen Moskau und den meisten größeren Städten der ehemaligen Mitgliedsstaaten der Sowjetunion. Lufthansa fliegt ab Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg und München nach Moskau und von Frankfurt nach Rostov am Don. Austrian Airlines fliegt ab Wien nach Moskau, Jekaterinburg, St. Petersburg, Rostov am Don und Krasnodar. Polet Air verbindet München mit Voronezh.
Die internationalen Flughäfen:

Der internationale Flughafen Moskau (SVO) (Scheremetyewo) (Website: www.sheremetyevo-airport.ru) liegt 29 km nordwestlich der Stadt. Die Flughafeneinrichtungen umfassen Duty-free-Shops u. a. Geschäfte, Tourist-Information, Bank, Mietwagenschalter, Postamt, Wechselstube, Restaurants. Regelmäßige Expressbusse fahren durchgehend von den Bushaltestellen vor Terminal 1 sowie dem Busbahnhof bei der Ankunftsebene von Terminal 2 nach Moskau ab. Die Buslinie 851 fährt zur Metro-Station Rechnoi Vokzal und Buslinie 817 zur Metro-Station Planernaya (Fahrzeit: 45 Min. Busfahrt, dann 30 Min. mit der U-Bahn ins Stadtzentrum). Busse verkehren auch zwischen dem Flughafen und dem Air Terminal des Moskauer Hauptbahnhofs (Fahrzeit: 50 Min.). Taxis nach Moskau stehen rund um die Uhr an der Ankunftsebene von Terminal 2 und vor Terminal 1 zur Verfügung. Außerdem gibt es Autoline-Taxis, die auf einer festgelegten Strecke verkehren, sowie Airbus-Verbindungen (Abfahrt alle 20 Min.).

Der internationale Flughafen Moskau-Domodedowo (DME) (Website: www.eastline.ru/domodedovo/index_e.asp) liegt 40 km außerhalb Moskaus. Die Flughafeneinrichtungen umfassen Geschäfte, Restaurants, Post, Reisebüro, Gepäckaufbewahrung. Der schnelle Aeroexpress-Zug fährt nach Moskau-Paveletsky (Fahrzeit 40 bis 50 Min.). Expressbusse und Bus-Shuttles fahren zur U-Bahn-Station Domodedovskaya. Außerdem gibt es einen Taxistand.
Der internationale Flughafen Vnukowo Airport (VKO) (Website: www.vnukovo-airport.ru/eng) liegt 11 km südwestlich von Moskau. Die Flughafeneinrichtungen umfassen Duty-free-Shops u. a. Geschäfte, Post, Restaurant, Gepäckaufbewahrung. Die Buslinie Nr. 611 verbindet den Flughafen alle 10 bis 15 Minuten mit der Metrostation Ygo-Zapadnaya. Ein Expressbus zur Metrostation Ygo-Zapadnaya oder zur Metrostation „Aeroport“ fährt alle 20 Minuten zwischen 07.00 und 21.00 Uhr. Flughafenbusse fahren vom zentralen Air Terminal zum Flughafen (Fahrzeit 75 Min.). Taxis sind vorhanden.

Der internationale Flughafen St. Petersburg (LED) (Pulkovo) liegt 17 km südlich der Stadt. Die Flughafeneinrichtungen umfassen Bank/Wechselstube (24-Std.), Post, Snackbar, Duty-free-Shops u. a. Geschäfte, Bar, Restaurant, Tourist-Information, Konferenz- und Geschäftseinrichtungen, Mietwagenschalter, Gepäckaufbewahrung (24 Std.). Busse fahren zur Metrostation Moskovskaya. Außerdem gibt es einen Taxistand.

Der internationale Flughafen Irkutsk (IKT) (Website: www.icc.ru/fed/airport.html) ist die Drehscheibe Russlands nach Südostasien, von hier aus kann man weiterfliegen nach Chabarowsk, in die Mongolei, Japan, nach China und Nordkorea.
Der internationale Flughafen Novosibirsk Tomachevo (OVB) liegt 20 km westlich der Stadt. Busse und Taxis sind vorhanden.
Der internationale Flughafen Krasnojarsk-Yemelyanovo (KJA) liegt 38 km nordwestlich vom Stadtzentrum entfernt. Busse und Taxis sind vorhanden.

 

Fortbewegung innerhalb des Landes

Nur wenige Fernverkehrszüge dürfen auch von Besuchern benutzt werden. Außerdem müssen alle Sitzplätze im Voraus gebucht werden. Zugfahrkarten für nationale und internationale Züge werden bei den Niederlassungen der Moscow Railway Agency (Website: www.mza.ru/eng/services/persons/index.htm) gekauft. Die Transsibirische Eisenbahnist die beste Möglichkeit, das Landesinnere kennen zu lernen. Außerdem fährt der Orient-Express von Moskau nach Beijing.

Langstreckenbusse dürfen normalerweise nicht von Besuchern benutzt werden.

Bleifreies Benzin ist nur in Kaliningrad, St. Petersburg und nahe der Grenzen zu Finnland, Estland und Lettland erhältlich. Es wird empfohlen, an Tankstellen bekannter Marken zu tanken (BP, TNK, LukOil). In Moskau werden teilweise Kreditkarten zur Zahlung akzeptiert. Der Abschluss einer Vollkaskoversicherung wird empfohlen. Notwendige Unterlagen sind der internationale Führerschein (empfohlen) oder nationaler Führerschein mit Übersetzung. Die internationale Grüne Versicherungskarte gilt nicht. Es gelten folgende Geschwindigkeitsbegrenzungen: in geschlossenen Ortschaften 60 km/h, auf Landstraßen 90 km/h und auf Autobahnen 110 km/h.
Wer seinen Führerschein noch nicht länger als zwei Jahre hat, darf generell nicht schneller als 70 km/h fahren.

Weitere Verkehrsbestimmungen:
Nachtfahrten sollten vermieden werden, und Besucher dürfen keine Anhalter mitnehmen.
Die Promillegrenze liegt bei 0,0‰. Abblendlicht ist seit 2006 ganzjährig auch tagsüber Vorschrift. Jedes Fahrzeug muss mit Sicherheitsgurten, Erste-Hilfe-Kasten, Feuerlöscher und Nothupe/rotem Warnlicht ausgerüstet sein. Hupenbenutzung ist nur zur Unfallvermeidung erlaubt. Bei Unfällen müssen die nächste Verkehrswacht oder das Reisebüro benachrichtigt werden. Alle Beteiligten müssen eine schriftliche Aussage machen, die von einem Milizbeamten bestätigt werden muss. Alle anfallenden Reparaturkosten trägt der Besucher.

Einige internationale Autovermietungen haben Niederlassungen in Moskau. Die Reiseroute muss von einem Reiseveranstalter genehmigt werden, und Besucher dürfen die für Pkw-Reisen vorgesehenen Strecken nicht verlassen. Die Übernachtungsorte, die Art der Unterbringung und die Zahl der Übernachtungen müssen angegeben werden. Der Mietpreis schließt die Versicherung mit ein. Man kann das Fahrzeug auf Wunsch gleich am Grenzübergang abholen. Folgende Unterlagen sollte man immer bei sich haben: gültigen Reisepass mit gültigem Visum, internationaler (empfohlen) oder nationaler Führerschein mit Übersetzung, Unterlagen mit der genehmigten Reiseroute, den Übernachtungsorten und den Mietwagenpapieren, eine Karte mit den genehmigten Reiserouten sowie Touristenpapiere. Eine Vorausbuchung über einen Reiseveranstalter wird empfohlen.

Der öffentliche Nahverkehr ist gut und preiswert. In den meisten Städten gibt es U-Bahnen, Straßenbahnen und Oberleitungsbusse. In St. Petersburg und Moskau (Website: www.metro.ru) gibt es jeweils ein ausgedehntes U-Bahn-Netz (Metro). In den verschiedenen Verkehrszonen gelten Einheitsfahrpreise. Taxis kann man auf der Straße anhalten, telefonisch bestellen oder an Taxiständen finden. Oft wird Bezahlung in Devisen verlangt. Vorsicht vor nicht registrierten Taxis, Überfälle auf Reisende können vorkommen.

 

2.5 Unterkünfte

Derzeit gibt es zwei Jugendherbergen in St. Petersburg, zwei in Moskau, eine in Nowgorod und eine in Irkutsk. Jugendherbergen sind meist sicherer und sauberer als Hotels der gleichen Preisklasse. Reservierungen sollten mindestens 3-4 Wochen im Voraus gemacht werden. Es gibt keine Altersgrenze. Weitere Informationen erteilt die Russian Youth Hostel Association, Adresse: St Petersburg International Hostel, 3rd Sovietskaya Street, Building no 28, 193069 St. Petersburg-RU, Telefon: (812) 277 0569 oder 329 8018, Fax: (812) 277 5102 oder 329 8019, E-Mail: lada_serova@ryh.ru oder ryh@ryh.ru, Website: www.hostelling-russia.ru oder www.ryh.ru).

Über das gesamte Land sind zahlreiche Campingplätze verteilt. Genauere Infos gibt es im Internet, aber leider meist nur auf Russisch. Außerdem sollte man sich am besten selbst ein Bild vor Ort machen.
Hotels gibt es in sämtlichen Qualitäts- und Preisklassen. Man sollte die Zimmer wenn möglich immer schon vorab von Deutschland aus buchen.

Außerdem besteht vor allem auf dem Land häufig die Möglichkeit sich bei Privatpersonen oder in kleinen Pensionen einzumieten. Das ist nicht selten die beste Alternative, da Gäste sehr gut versorgt werden und man einen intensiveren Kontakt mit der Bevölkerung hat. Auf diesem Wege erhält man häufig auch Insider-Tipps, was man sich in der betreffenden Region unbedingt noch anschauen muss.

 

2.6 Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken

 
Einkaufsmöglichkeiten

In den großen Städten gibt es eigentlich alles zu kaufen, was das Herz begehrt. Hin und wieder kann man dabei auch ein Schnäppchen machen, man sollte aber nicht damit rechnen. Die Preise sind nämlich in den Großstädten auf für osteuropäische Verhältnisse hohem Niveau. Und gute Qualität lassen sich die Händler mittlerweile auch gut bezahlen. Auf dem Land ist das Angebot deutlich übersichtlicher, aber über kleine Schätze zu einem niedrigen Preis zu stolpern ist bedeutend wahrscheinlicher als in den Großstädten. Ein Einkaufsbummel lohnt sich fast überall allemal, auch auf den zahlreichen Wochenmärkten.

Die regulären Öffnungszeiten sind:
Bei Banken: Montag bis Donnerstag ca. 9.30 bis 17 Uhr, Freitag ca. 9.30 bis 16 Uhr (oft ohne Mittagspause).
Bei der Post: Montag bis Freitag 8 bis 20/21 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen kürzere Öffnungszeiten, in Großstädten oft rund um die Uhr geöffnet.
Bei Geschäften: Lebensmittelläden in der Regel die ganze Woche von 9 bis 22/23 Uhr, oft ohne Mittagspause. In Großstädten gibt es auch Supermärkte bzw. kleinere Geschäfte (Kioske), die rund um die Uhr geöffnet haben, Kaufhäuser und Shopping-Malls in der Regel von Montag bis Sonntag 10/11 bis 20/21/22 Uh.
Büros: Montag bis Freitag 9/10 bis 17/18 Uhr in der Regel mit einer Stunde Mittagspause ab 13 Uhr.
Behörden: Mo bis Fr 8/9 bis 17 Uhr, in der Regel mit einer Stunde Mittagspause, oft ab 13 Uhr.

 

 

 

Russische Gastronomie

Da Russland die Größe eines Kontinents hat, gibt es unzählige Völker mit genau so vielen Spezialitäten, die zu einer endlosen Liste von Gerichten führen. Die Russische Küche existiert in ihrer heutigen Form auch erst seit etwa hundert Jahren. Nachfolgend sind einige kulinarische Spezialitäten genannt, die im westlichen Teil von Russland gerne gegessen werden. Einzelne Gerichte und Zutaten der Russischen Küche sind weltbekannt, besonders Kaviar, eingelegte Gurken, Wodka, Krimsekt oder Borschtsch, eine Suppe aus roter Bete mit saurer Sahne. Auch in Westeuropa sehr bekannt ist das Boeuf Stroganoff, Rindfleisch geschmort in saurer Sauce. Als Nachtisch sollte man Blintschiki, Pfannkuchen aus Buchweizen und Gries mit süßer Sauce probieren. Andere traditionelle Gerichte wie Pelmeni oder Piroggen sind außerhalb der Landesgrenzen fast unbekannt, und russische Restaurants im Ausland sind äußerst selten.

Das russische Essen ist meist sehr nahrhaft, sprich fettig. Gewürze werden eher selten benutzt, dafür utze, wird auch oft gegessen, sie ist für Westeuropäer aber eher gewöhnungsbedürftig.

Milchprodukte und Fleisch sind seltner erhältlich. Man kann beides, genauso wie Obst und Gemüse, am frischesten und billigsten auf dem Land am Wegrand von den Bäuerinnen kaufen. Traditionell wird in Russland dreimal täglich warm gegessen. Dies hat sich nicht geändert, nur muss man auch davon ausgehen, dass aus Zeit- oder Geldnot dies nicht immer eingehalten wird. Auf dem Land findet immer noch weit gehend Selbstversorgung mit Gemüse und Milch statt. Brot wird jedoch nicht mehr selbst gebacken. Zum Frühstück gibt es Kaffee oder Tee, saure Milchprodukte (Quark, Kefir), Eier, gekochte Wurst oder Käse, Milch-Kascha und Brot. Kinder bekommen in der Schule ein warmes Frühstück. In Kantinen wird mittags meist Suppe gegessen. Oft sind dies dünnflüssige Suppen wie Fleischbrühe, in die Einlagen wie Graupen oder Reis gegeben werden. Die russische Küche kennt gerade besonders viele Suppengerichte. Die bekanntesten darunter sind der schon angesprochene Borschtsch, Soljanka, Ucha (Fischsuppe) und Schtschi (Kohlsuppe). Zu den Suppen werden Roggenbrot und gefüllte Piroggen gegessen. Beliebt ist auch die kalte Suppe Okroschka, die im Sommer serviert wird. Sie wird aus Kwas, einem alkoholfreien Getränk, das mit Bierhefe hergestellt wird und sehr gut den Durst löscht, Fleisch, Gurken, Kräutern und Gewürzen zubereitet. Dazu werden saure Sahne und gehackte hartgekochte Eier gereicht. Zu einer Suppe gehört auch immer Brot. Die Suppenmahlzeit kann durch einen gemischten Salat als Vorspeise und Kompott (oder Kisel) zum Nachtisch ergänzt werden. Auch abends wird häufig noch eine warme Mahlzeit eingenommen.

Ein festliches Essen beginnt in Russland stets mit Sakuski (kalten Vorspeisen), einer ganzen Reihe unterschiedlicher Salate (darunter dem mittlerweile schon legendären Oliviersalat), Sülzen, eingelegtem Fisch, Kaviar, Wurst, Piroschki, gefüllten Eiern und belegten Brötchen. Das Servieren der Sakuski vor dem Hauptgericht ist eine alte Tradition. Schon im zehnten Jahrhundert hat man zu Beginn einer Mahlzeit kalte Gerichte serviert. Die russischen Hausfrauen entwickelten im Laufe der Zeit mit viel Phantasie immer neue Rezepte. Die Zahl der Sakuski wurde daher immer größer und ließ den Tisch schöner und dekorativer werden. Zu den Sakuski trinken die Gastgeber und ihre Gäste Wodka und andere starke Getränke.

Ein alter Brauch ist auch der Empfang des Gastes mit Brot und Salz, die ihm auf einem bestickten Handtuch überreicht werden. Wird ein Gast aus dem Ausland erwartet, so bereitet die russische Familie als Hauptspeise meistens Pelmeni zu.

Für VegetarierInnen kann es schwerer sein als in ihrem Heimatland, sich zu ernähren, denn es gibt nur wenige VegetarierInnen in Russland.

Wasser aus der Leitung sollte man nicht trinken, wenn es nicht vorher gefiltert oder abgekocht wurde. Tee ist ein russisches Nationalgetränk. Er gelangte im 16. Jahrhundert über die Seidenstraße von China aus nach Russland. In einer kleinen Keramikkanne wird ein kräftiges Extrakt gekocht, welches anschließend mit sprudelnd kochendem Wasser aus dem Samowar auf die gewünschte Stärke verdünnt wird. Man kann aber auch z.B. einen starken indischen Tee zu sich nehmen. Gesüßt wird der Tee mit Zucker oder Honig, auch Milch und Zitrone werden verwendet. Dazu werden Suschki, Lebkuchen und Konfekt gegessen. Warenje wird auf kleinen Tellerchen serviert und mit einem Teelöffel gegessen. Manchmal wird der Tee auch zusammen mit Gelee getrunken.

 

2.7 Links: Weitere Informationen

 
www.de.wikipedia.org/wiki/Russland
www.auswaertiges-amt.de
http://www.weltkulturerbe-online.de/europa/russland.htm
www.russlandhandbuch.piranho.de
www.russlandinfo.de
www.kulturportal-russland.de
 

3. Jugendarbeit

3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik

 

Das für Jugendfragen zuständige Ministerium ist das Ministerium für Bildung und Wissenschaft, das im März 2004 neu gebildet wurde. Das Ministerium hat eine Abteilung für Jugendpolitik und eine Abteilung für die internationale Zusammenarbeit. Das Ministerium ist zuständig für die strategische Planung, Analyse und die Festlegung der Prioritäten der Jugendpolitik in Russland. Im Bereich der internationalen jugendpolitischen Zusammenarbeit trägt das Ministerium die Verantwortung für die Vorbereitung und Unterzeichnung von Regierungsabkommen.

Neben dem Ministerium besteht eine Föderale Agentur für Bildung. Dieser sind die Abteilungen für Jugendfragen sowie für die internationale Zusammenarbeit unterstellt. Die Agentur ist für die Umsetzung der Jugendpolitik in Russland zuständig. Im Bereich der internationalen jugendpolitischen Zusammenarbeit trägt die Agentur die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung regelmäßiger Fachprogramme und Veranstaltung zur Umsetzung von Abkommen und Vereinbarungen.

In der Russischen Föderation gibt es Komitees für Jugendfragen auf der Ebene der Republiken, der Regionen und Gebiete, der Bezirke sowie auf der Ebene der Stadt- und Kreiskomitees für Jugendfragen. Bei den Stadtkomitees handelt es sich um Komitees der Exekutive. In allen Fällen gibt es Abteilungen für Kinder- und Jugendpolitik in den Stadt- und Bezirksverwaltungen.

Weitere Einrichtungen, die sich mit Kinder- und Jugendfragen beschäftigen, sind:
Das Ministerium für Gesundheitswesen und soziale Entwicklung, unter anderem die Föderale Agentur für Körperkultur, Sport und Tourismus sowie die Föderale Dienst für Arbeit und Beschäftigung, das Ministerium für Kultur und Massenkommunikation, sowie das Ministerium für Zivilverteidigung, Notfälle und Beseitigung der Folgen von Naturkatastrophen.

Programme zum Austausch deutscher und russischer Jugendlicher fördert die Stiftung deutsch-russischer Jugendaustausch (http://www.stiftung-drja.de/)

Staatliche nationale Jugendförderung

Ein Kinder- und Jugendplan, der wie in der Bundesrepublik Deutschland die Förderung der Jugendarbeit regelt, existiert in der Russischen Föderation nicht. Laut Gesetz ist die Abteilung für Jugendpolitik im Bildungsministerium der Russischen Föderation für die staatliche Jugendförderung zuständig. Der Haushalt wird jedes Jahr neu bestimmt. Im Staatsbudget nehmen die Ausgaben für Kinder- und Jugendprogramme einen verschwindend geringen Platz ein. Die Abteilung für Jugendpolitik im Bildungsministerium der Russischen Föderation stellt mittlerweile kaum noch finanzielle Mittel für die Arbeit des Nationalen Jugendrates zur Verfügung.

Die Aufgabe der Förderung wurde weitgehend an die Regionen abgegeben. 99% der regionalen Förderung kommen aus dem Haushalt der Regionen. Regionen, denen es wirtschaftlich gut geht (Nizhniy Novgorod, Tjumen, Jakutsker Gebiet), stellen weit mehr Geld für die Jugendförderung zur Verfügung als wirtschaftlich schwächere Regionen.

In der Russischen Föderation gibt es keine relevanten privaten russischen Stiftungen. Wichtige Stiftungen, die die Bereitstellung von Geldern im Bereich der Jugendförderung in der Russischen Föderation übernehmen, sind US-amerikanische oder westeuropäische Stiftungen, zum Beispiel die Stiftung G. Soros, die Robert-Bosch-Stiftung, die Ford-Stiftung, Stiftung Eurasia, die Charles Stuart Mott Foundation, Xerox Foundation, AT&T Foundation, World Learning, Samuel Rubin Foundation, Counterpart Foundation, Greenville Foundation. Weitere wichtige Adressen unter: http://www.austausch.com/link1005.shtml (Internationale Organisationen/Stiftungen).

Eine andere Geldquelle für Kinder- und Jugendarbeit entsteht durch die Bereitstellung von Finanzmitteln durch Geschäftsleute, die damit ihr Ansehen im Bereich der Wohlfahrt erhöhen wollen, deren Interessen aber meist nur von kurzfristiger Dauer sind, weil sie etwa ein bestimmtes Projekt interessiert und sie es deshalb unterstützen. Steuervorteile spielen hier auch eine bedeutende Rolle. Ebenso werden ausländische Unternehmen, die in der Russischen Föderation angesiedelt sind, als Geldgeber in Betracht gezogen. Die Möglichkeiten in diesem Bereich schöpfen die russischen Kinder- und Jugendorganisationen und -verbände aber bisher nicht voll aus.

 

Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte

Der 1992 gegründete Russische Nationale Jugendrat koordiniert als Dachverband die Aktivitäten der Kinder- und Jugendorganisationen Russlands. Ende 2002 umfasste er 72 Mitgliedsorganisationen. Dabei handelt es sich um föderale Organisationen und regionale Koordinierungszentren. Jede Organisation ist mit einer Stimme vertreten. Der Nationale Jugendrat ist Mitglied im Europäischen Jugendforum.

DerRussische JugendverbandalsNachfolgeverband des Kotzt den Nationalen Jugendrat durch die Bereitstellung von Räumlichkeiten und die Nutzung von Telefon und Fax. Der Mitgliedsbeitrag der Mitgliedsorganisationen des Nationalen Jugendrates liegt bei 100 US-Dollar pro Jahr, was für viele nicht wenig ist.

Der 1992 gegründete Russische Nationale Jugendratentspricht in seinem Status etwa dem Deutschen Bundesjugendring (DBJR).

2000 wurde zur besseren Koordination der Jugendpolitik eine Regierungskommission für Jugendfragen gebildet, der Vertreter betroffener Ministerien und föderaler Kommissionen, Abgeordnete der Duma und der russischen Regionen sowie Mitarbeiter von gesellschaftlichen Jugendvereinigungen angehören.

Im Juni 1993 wurde der Beschluss zu den Hauptrichtlinien der staatlichen Jugendpolitik in der Russischen Föderation ratifiziert. Diese sind: die Rechte der jungen Leute zu sichern, jungen Leuten Garantien im Arbeits- und Beschäftigungsbereich zu geben, unternehmerische und landwirtschaftliche Aktivitäten von jungen Menschen zu unterstützen, jungen Familien staatliche Unterstützung zu gewähren, talentierte junge Leute zu unterstützen, Bedingungen für die physische und geistige Entwicklung junger Leute zu schaffen, die Arbeit von Kinder- und Jugendverbänden zu unterstützen, internationalen Austausch zu entwickeln.

Im Dezember 2001 wurde die überarbeitete Konzeption der staatlichen Jugendpolitik durch die Regierungskommission für Jugendfragen gebilligt. Sie stellt perspektivisch die Hauptanliegen der russischen Regierung im Bereich der Jugend dar. Ziel ist ein ganzheitliches System, das von der Föderation bis hin zur lokalen Selbstverwaltung eine abgestimmte Jugendpolitik ermöglicht. Geplant sind ein neues föderales Gesetz zur Jugendförderung sowie eine Novellierung der Wohnungsgesetzgebung, des Beschäftigungsgesetzes und der Steuergesetzgebung dahingehend, dass ausbildende Arbeitgeber begünstigt werden.

Die „Strategie der Russischen Föderation für die staatliche Jugendpolitik 2006 bis 2010“sieht eine Reihe von Maßnahmen für die Integration der Jugend in sozialökonomische, gesellschaftspolitische und soziokulturelle Zusammenhänge vor.

Seit Oktober 2001 gibt es ein staatliches Programm zur patriotischen Erziehung. Demnach sollen „Verbindungen zwischen Armee und Jugend“ geschaffen und „Formen der staatsbürgerlich-patriotischen Erziehung“ in Sommerlager und ins „System der allgemeinen und beruflichen Bildung“ eingeführt werden. Zur Durchführung der Hauptrichtlinien der russischen Jugendpolitik wurden die Programme „Die Jugend Russlands“beziehungsweise „Die Kinder Russlands“ verabschiedet. Im Dezember 2000 wurde das föderale Programm „Die Jugend Russlands“verlängert und für einen Zeitraum von 2001 bis 2005 verabschiedet.

Das Programm „Die Kinder Russlands“wurde bis 2006 verlängert. Schwerpunkte des Programms war: Behinderte Kinder, Entwicklung von Sozialdiensten für Familien und Kinder, vorbeugende Maßnahmen für unbeaufsichtigte Kinder und gegen Rechtsbruch durch Minderjährige, Waisen, Talentierte Kinder, Entwicklung der gesamtrussischen Zentren „Orlenok“ und „Okean“, Kinder aus dem Norden, Migranten- und Flüchtlingskinder, Kinder aus Tschernobyl, sichere Familienplanung.

Die Zahl der föderalen Aktionsprogramme auf dem Gebiet der staatlichen Jugendpolitik wurde insgesamt erhöht. Beispielsweise wurde ein Pilotprojekt zur Ausbildung von Fachkräften an mehr als 30 Hochschulen des Landes begonnen.

„JUGEND in Aktion“ ist ein Aktionsprogramm der Europäischen Kommission für die Förderung internationaler Aktivitäten für junge Leute außerhalb der Schule. Im Rahmen der Aktionen 1 (Jugendbegegnungen), 2 (Europäischer Freiwilligendienst) und 5 (Unterstützende Maßnahmen) können Jugendliche aus der Russischen Föderation an Jugendaustauschmaßnahmen teilnehmen. Die aktuellen Antragsfristen beziehungsweise Vordrucke für Förderanträge kann man bei Jugend für Europa (JfE) – Deutsche Agentur für das EU-Aktionsprogramm „JUGEND in Aktion“ unter 0228 9506-222 oder unter http://www.webforum-jugend.de abrufen.

Im RahmendesEuropäischen Freiwilligendienstes (EFD) können deutsche Jugendliche in Russland einen Freiwilligendienst absolvieren. Weitere Informationen unter http://www.go4europe.de,

Das Tacis-Programm der Europäischen Kommission eröffnet russischen Organisationen und Einrichtungen jährlich den Erhalt von Fördermitteln für Projekte.

Weitere Information sind auf http://www.dija.de/wai1/showcontent.asp?ThemaID=1041 abrufbar.

 

Nachfolgend ein paar Adressen von Jugendorganisationen bzw. -verbänden:

Deutsche Jugend aus Russland e.V. (DJR)
Adresse: Landhausstr. 5, 70182 Stuttgart (Mitte)
Telefon: 0711/ 284 94 80
Fax: 0711/ 284 94 79
E-Mail: djr-bund@t-online.de
Website: www.djr-stuttgart.de

 

 

 

Russischer Jugendverband
Adresse: ul. Maroseyka 3/13, ZK RSM, RUS - 103982 Moskau
Telefon: +7 095 2068152
Fax: +7 095 2068612
E-Mail: rsm@morozov.ru

 

 

 

Verband RADUGA - Jugend für die Umwelt und eine dauerhafte Entwicklung
Adresse: Vorob'jevy gory, MGU, Fakultät für Wirtschaft, k. 484, RUS - 119899 Moskau
Telefon: +7 095 2808067
Fax: +7 095 9390877

 

 

 

Jugendklub des Komitees für Jugendangelegenheiten
Adresse: Mikrorayon 1/10/21, RUS - 404170 g. Svetlyj Jar, Volgogradskaya obl.
Telefon: +7 8277 62832 oder 62933 oder 69272

 

 

 

Kulturakademie Krasnodar
Adresse: ul. Pushkina 35, kv. 66, RUS - g. Krasnodar

 

Bezüglich der Zahlen der im Justizministerium der Russischen Föderation registrierten Kinder- und Jugendorganisationen liegen die Angaben zwischen 150.449 NGOs im Januar 1996 und 374.000 NGOs im Oktober 1996. Viele dieser Organisationen sind unregelmäßig tätig. Experten schätzen, dass das Verhältnis von lebenden, toten und schlafenden Organisationen etwa 40:20:40 beträgt. Die Mehrzahl der Organisationen ist in Großstädten wie Moskau, St. Petersburg, Novosibirsk, Jekaterinburg und Nizhniy Novgorod sowie in Städten wie Krasnodar, Voronezh und Irkutsk angesiedelt. Die meisten Organisationen sind in Moskau registriert.

Der Organisationsgrad der Kinder und Jugendlichen in den Kinder- und Jugendorganisationen reicht von weniger als 100 Mitgliedern (Interregionaler Jugendverband der Landschaftsarchitekten; MALA) bis hin zu über eine Million Mitgliedern (Russischer Verband der gewerkschaftlichen Studentenorganisationen der technischen Hochschulen; RAPOS). Die Altersstruktur der Mitglieder bewegt sich zwischen acht und 35 Jahren je nach Art der Organisation. In einigen Regionen wurde die Altersgrenze für Jugendliche auf 35 Jahre festgesetzt.

 

3.2 Jugendschutz, kinder- und jugendrelevante Gesetze, altersbezogene gesetzliche Bestimmungen

 

Der Begriff der staatlichen Jugendpolitik wurde 1991 in der Russischen Föderation eingeführt. Die staatliche Jugendpolitik bezieht die Altersgruppe der 14- bis 30-Jährigen ein. Auf regionaler Ebene liegen lokale gesetzliche Regelungen vor, da in einigen Republiken schon Zehnjährige beziehungsweise auch 35-Jährige unter den Begriff der Jugendlichen gefasst werden.

Ein Kinder- und Jugendhilfegesetz, wie es in der Bundesrepublik Deutschland vorliegt, gibt es in der Russischen Föderation noch nicht.

Gesetzliche Grundlagen für die Umsetzung der staatlichen Jugendpolitik und die Arbeit der Kinder- und Jugendorganisationen, sind:

  • Erlass des Präsidenten der Russischen Föderation über vorrangige Maßnahmen im Bereich der staatlichen Jugendpolitik (vom September 1992)
  • Beschluss des Obersten Sowjets der Russischen Föderation über die grundlegenden Ausrichtungen der staatlichen Jugendpolitik (vom Juni 1993)
  • Gesetz über öffentliche Verbände (vom April 1995)
  • Gesetz über die staatliche Förderung von Kinder- und Jugendverbänden (vom Mai 1995)
  • Gesetz über Wohlfahrtstätigkeit und Wohlfahrtsverbände (vom Juli 1995)
  • Gesetz über nichtkommerzielle Organisationen (vom Dezember 1995)
  • Gesetz über die Ergänzungen zu ausgewählten gesetzlichen Grundlagen (Gesetz über Nichtregierungsorganisationen, Januar 2006).

Außerdem haben die Regionen Gesetze für die staatliche Jugendpolitik erlassen.

Der Familienkodex der Russischen Föderation vom Dezember 1995 sichert die Rechte von Kindern und Familien.
Eine Gesamtübersicht aller kinder-, jugend- und familienrelevanten Gesetze und Beschlüsse (etwa 140) ist unter http://detirossii.narod.ru/Zakond.htm (Internetdokument in Russisch) verfügbar.

Mitte 2002 wurde das Gesetz über den Zivildienst als Alternative für den Militärdienst verabschiedet.
Als volljährig gilt in Russland eine Person, die 18 Jahre alt ist. Somit ist man wahlberechtigt und darf einen Führerschein erwerben. Außerdem wird man mit dem 18. Lebensjahr wehrpflichtig. Das Schuleintrittsalter beträgt 5 Jahre. Ein Recht auf eine Kandidatur für ein politisches Amt und die Erlaubnis Alkohol zu konsumieren, erlangt man in Russland erst mit 21 Jahren.

Nachfolgend ein paar konkrete gesetzliche jugendrelevante Vorgaben:
Eine allgemein gültige, gesetzliche Grundlage ist allerdings sehr schwer zu beschreiben, weil Russland aus vielen Föderationssubjekten besteht und es in jedem Subjekt gesetzliche Besonderheiten gibt.

 
Bis zu welchem Alter gilt man als Kind bzw. Jugendlicher?

Bis zum Alter von 18 Jahren gilt man in Russland als Jugendlicher (Minderjähriger).

Ist der Aufenthalt an öffentlichen Plätzen (Straßen, Parks) ohne Begleitung Erwachsener gestattet?

Ab welchem Alter?

Der Aufenthalt an öffentlichen Plätzen ist in Russland generell ohne Begleitung Erwachsener gestattet.

Ist Kindern und Jugendlichen der Aufenthalt in Gaststätten, Restaurants gestattet?

Ab welchem Alter?

Ist Kindern und Jugendlichen der Aufenthalt in Gaststätten, Restaurants in Begleitung Erwachsener gestattet?

Ab welchem Alter?

Kinder und Jugendliche dürfen sich in Gaststätten, Restaurants aufhalten.

Ist Kindern und Jugendlichen der Aufenthalt in Nachtbars, Nachtklubs oder vergleichbaren Vergnügungsorten gestattet?

Ab welchem Alter?

Kinder und Jugendliche dürfen Nachtklubs besuchen, doch jeder Klub bestimmt in der Regel selbst Eintrittsalter und Bedingungen des Aufenthalts.

Ist Kindern und Jugendlichen der Genuss von Branntwein oder ähnlichen hochprozentigen Getränken gestattet?

Ab welchem Alter? Ist die Abgabe eingeschränkt?

Ist der Genuss anderer alkoholischer Getränke (Wein, Bier etc.) Kinder und Jugendlichen gestattet?

Ab welchem Alter? Ist die Abgabe eingeschränkt?

Die Abgabe von Branntwein und hochprozentigen Getränken an Jugendliche ist nicht gestattet.

Welche Beschränkungen gibt es beim Besuch öffentlicher Filmveranstaltungen?

Welche Altersabstufungen gibt es?

Beim Besuch öffentlicher Filmveranstaltungen gibt es Altersbegrenzungen, die mit der Filmkategorie verbunden sind.

Ist Kindern und Jugendlichen das Rauchen in der Öffentlichkeit gestattet?

Ab welchem Alter?

Das Rauchen ist den Jugendlichen offiziell nicht verboten (d. h. wird gesetzlich nicht geregelt), doch die Abgabe von Tabakwaren an Jugendliche ist verboten.

An welche Einrichtungen können sich Kinder und Jugendliche bei auftretenden Problemen in Ihrem Land wenden?

Bei entstehenden Problemen ist es empfehlenswert, sich in erster Linie an die Deutsche Botschaft in Moskau bzw. Deutsche Generalkonsulate in Russland zu wenden. [Quelle: Botschaft der Russischen Föderation (12/2003)]

 

3.3 Weitere Informationen

Weitere Informationen und Adressen von Jugendverbänden und Organisationen, sowie zu Kinder- und jugendpolitischen Strukturen sind unter http://www.dija.de/ (> Länderinfos >Ländername) zu finden.

3.4 Schulsystem und Bildungswesen

 

Schulen leiten und verwalten sich selbst, wobei Lehrer, Schüler und Eltern zu beteiligen sind. Fragen der inneren pädagogischen Gestaltung fallen in ihre Kompetenz. Über finanzielle und sonstige materielle Ressourcen wird eigenverantwortlich verfügt. Alle staatlichen Schulen sind für die Schüler kostenfrei. Mittel werden aufgrund staatlicher und regionaler Normen (nach Anzahl der Schüler) zugewiesen. Darüber hinaus dürfen und sollen Schulen sich selbst Einnahmen verschaffen. Unter anderem nimmt die Zahl der zahlenden Studierenden an bestimmten Hochschulen (Wirtschaft, Management, Jura, staatliche Verwaltung) immer mehr zu.

Das allgemeinbildende russische Schulwesen umfasst drei Stufen:
Die Grundschulstufe mit drei bzw. vier Schuljahren, die Hauptstufe mit den Schuljahren 5 bis 9 und den Sekundarbereich II mit Einschluss einer zweijährigen Oberstufe (10. und 11. Schuljahr). Im Sekundarbereich II gibt es unterschiedliche Schulformen, die zu unterschiedlichen (teilweise schon für einen Beruf qualifizierenden) Abschlüssen führen. Die allgemeinbildende Mittelschule, die die Schuljahre 10 und 11 umfasst, die beruflich-technischen Schulen, die zu einer Facharbeiterqualifikation führen und die mittleren Fachschulen oder Berufsoberschulen, die einen Abschluss auf der Technikerebene oder in bestimmten sozialen Berufen vermitteln. Die allgemein bildenden Abschlüsse des oberen Sekundarbereiches (Attestat zrelosti) berechtigen nur zur Bewerbung auf einen Studienplatz und zur Teilnahme an der Hochschulaufnahmeprüfung.

Seit der Gründung der Russischen Föderation sind Hunderte von alternativen Institutionen zum staatlichen Schulsystem entstanden. Dazu gehören neue Privatschulen, Colleges, Gymnasien und Lyzeen in privater Trägerschaft, die teilweise hohe Schulgelder verlangen. Großen Zulauf haben auch freie Waldorf- und Montessorischulen sowie kirchliche und traditionelle Schulen. Gymnasien sind Schulen, deren Fächerspektrum unter anderem durch ein erweitertes Fremdsprachenangebot gekennzeichnet ist mit Schwerpunkt auf den Geistes- und Kulturwissenschaften. Gymnasien können auf der Hauptstufe, aber auch bereits in den ersten Klassen der Grundstufe einsetzen. Der Zugang ist von einem Ausleseverfahren abhängig. Lyzeen treten überwiegend als Oberstufenschulen auf. Der Schwerpunkt liegt hier in praktisch-angewandten Disziplinen wie Informatik und Computertechnik. Es gibt Schulen mit erweitertem Deutsch- oder anderem Fremdsprachenunterricht oder erweitertem Mathematik- oder naturwissenschaftlichem Unterricht. Andere Schulen setzen den Schwerpunkt auf Sport, Musik oder Kunsterziehung.

Das Schuljahr beginnt im Allgemeinen am 1. September. Das russische Notensystem reicht von 1 bis 5, wobei 5 die beste und 1 die schlechteste Note ist.
Es gibt eine kleine Anzahl Spezialschulen für Hochbegabte (Musik, Kunst, Sport) und einigespezialisierte wissenschaftliche Bildungszentren an Universitäten (spezielle Internatsschulen für Begabte in den Bereichen der Naturwissenschaften z.B.)

Das russische Hochschulsystem ist gekennzeichnet durch ein System der Unterstellung unter bestimmte staatliche Einrichtungen:

  • Die Unterstellung unter das Staatskomitee für Hochschulbildung der Russischen Föderation. Dies umfasst die Finanzierung, materielle Versorgung der Hochschulen und akademische Fragen (Promotion, Habilitation, Berufung). Das Staatskomitee setzt die Standards und Rahmenbedingungen für die Lehre und den Hochschulabschluss und formuliert die Aufgaben der Hochschulen. Etwa 250 Hochschulen sind dem Staatskomitee für Hochschulbildung unterstellt.
  • Bestimmte Hochschulen sind dem zuständigen Fachministeriumunterstellt, zum Beispiel die pädagogischen Hochschulen dem Bildungs- und Wissenschaftsministerium. Die Fachministerien sind zuständig für die Finanzierung, die Bereitstellung der Infrastruktur und für die Formulierung der Aufgaben der Hochschulen.
  • Manche Hochschulen sind unmittelbar der Regierung unterstellt. Dazu gehören die Finanzakademie, die Verwaltungsakademie und die Akademie für Volkswirtschaft.

Es gibt zudem unterschiedliche Kategorien von Hochschulen.

Universitäten sind für Lehre und Forschung im Bereich der Grundlagenwissenschaften aller Disziplinen zuständig. Sie sollen im Bereich der Aufklärung ein Zentrum für Bildung, Wissenschaft und Kultur sein und diese fördern.

Akademien sollen Lehre und Forschung auf einem bestimmten Gebiet von Wissenschaft, Technik und Kultur fördern, um die berufliche Bildung zukünftiger Fachleute zu sichern.

An Instituten wird die berufliche Bildung in Übereinstimmung mit den Aufgaben aus Wissenschaft, Technik und Kultur gefördert. Das Institut als selbständige Hochschule respektive als Teil der Universität oder Akademie dient der angewandten Forschung.

Das College als selbständige Institution oder Teil einer Hochschule oder Akademie dient der höheren Berufsausbildung durch Voll- oder Teilbildungsprogramme.

Das russische Studienjahr besteht aus zwei Semestern. Studienbeginn an russischen Hochschulen ist der 1. September; das Studienjahr endet im Juni. Nach dem ersten Semester werden im Dezember/Januar Prüfungen abgelegt. Im Februar gibt es nur eine kurze Semesterpause. Am Ende des zweiten Studienjahres folgen von Mai bis Mitte Juni die Jahresabschlussprüfungen. Wiederholungsprüfungen finden im September statt. Dieser Vorgang wiederholt sich das ganze Studium hindurch bis zu den Abschlussprüfungen am Ende des Studiums.

Das Studium an einer russischen Hochschule dauert in der Regel fünf, in der Medizin sechs Jahre. In den ersten beiden Jahren absolvieren die Studierenden ein allgemeines Grundstudium. Hier stehen besonders gesellschaftspolitische Fächer und Grundlagen des gewählten Studienfaches auf dem Stundenplan. Ab dem dritten Studienjahr (Kurs) ist eine stärkere fachliche Spezialisierung möglich.

Die Zahl der ausländischen Studierenden hat nach dem Zusammenbruch der UdSSR rapide abgenommen. Bis 1991 kam das Gros der ausländischen Studierenden aus den so genannten „Bruderländern der UdSSR“, den Ländern des ehemaligen Ostblocks, Lateinamerikas, Afrikas und Asiens mit sozialistischer Orientierung. Durch die plötzlich steigenden Lebenshaltungskosten sahen sich viele Staaten nicht mehr in der Lage, ihren Studierenden Förderung zu gewähren. Auch die Förderung von russischer Seite entfiel weitestgehend.

Deutsche Interessierte können sich für ein Auslandsstudium in der Russischen Föderation bewerben. Auskünfte darüber erteilt der Akademische Austauschdienst, der auch Adressen von relevanten Institutionen im Studienführer Russische Föderation zusammengetragen hat. Die InWEnt GmbH (hervorgegangen aus der Carl-Duisberg-Gesellschaft und der Deutschen Stiftung für internationale Entwicklung) vermittelt zum Beispiel selbst Auslandspraktika in Russland und informiert in der Broschüre „Weiterbildung ohne Grenzen. Angebote zur beruflichen Qualifikation im Ausland“ über weitere Möglichkeiten, insbesondere für Auszubildende und junge Berufstätige.

Das Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin bietet eine vom Bundespräsidenten ausgezeichnete, kostenlose Praktikumsbörse für Osteuropa an.

 

4. Natur und Kultur

4.1 Natur und Umwelt

 

Über die russische Natur und Umwelt zu schreiben gestaltet sich bei der Größe des Landes und den sehr unterschiedlichen naturräumlichen Gegebenheiten als schwierig. Das Kapitel kann dementsprechend nur einen kleinen Einblick vermitteln.

 

Das russische Kernland grenzt an die Staaten Norwegen (196 km) und Finnland (1340 km), gefolgt von einem kurzen Küstenstreifen zur Ostsee. Danach teilt sich Russland eine Grenze mit den baltischen Ländern Estland (294 km) und Lettland (217 km), weiter südlich gefolgt von Weißrussland (959 km) und der Ukraine (1576 km).

Das Schwarze Meer trennt die europäischen Grenzen Russlands von den asiatischen. Im Kaukasus grenzen Georgien (723 km) und Aserbaidschan (284 km) an. Es folgt ein Küstenstreifen am Kaspischen Meer und eine lange gemeinsame Grenze mit Kasachstan (6846 km).

In Ostasien grenzt Russland erstmals an die Volksrepublik China (etwa 40 km) und dann an die Mongolei (3485 km). Danach trifft das russische Hoheitsgebiet zum zweiten Mal mit dem der VR China zusammen (3605 km). Mit Nordkorea (19 km) besteht die letzte Landverbindung zu einem anderen Staat. Danach folgen die Küstenlinien zum Japanischen, dem Ochotskischen Meer, zum Pazifischen Ozean und schließlich zur Beringsee. Über die nur etwa 85 km schmale und 30 m bis 50 m tiefe Beringstraße ist Russland im äußersten Osten von Alaska getrennt.

Der gesamte nördliche Teil des Landes grenzt an den Arktischen Ozean. Dort liegen verschiedene zu Russland gehörende Inseln, als nördlichste Franz-Josef-Land. Die Gesamtlänge der Landesgrenzen beträgt 20.017 km, die Küstenlinie umfasst 37.653 km.

Neben dem Kernland besitzt Russland noch eine Exklave, den nördlichen Teil Ostpreußens, die heutige Oblast Kaliningrad. Die Exklave grenzt an Litauen (227 km) und Polen (206 km) und gehörte bis 1945 zu Deutschland.

Geografisch betrachtet gliedert sich Russland hauptsächlich in die folgenden acht Großlandschaften (ungefähr in West-Ost-Richtung):

  • Westlich des Uralgebirges liegt die osteuropäische Ebene.
  • Östlich des Uralgebirges befindet sich das westsibirische Tiefland.
  • Direkt südlich des Arktischen Ozean liegt das Nordsibirisches Tiefland.
  • Zwischen Jenissei und Lena befindet sich das mittelsibirische Bergland.
  • Die Gebirge im Süden Russlands (bzw. Sibiriens) sind die südsibirischen Gebirge.
  • In der Flussniederung der Lena liegt die mitteljakutische Niederung.
  • Die Gebirge östlich der Lena werden ostsibirisches Bergland genannt.
  • Und südlich der ostsibirischen See schließt sich das ostsibirische Tiefland an.
Flüsse und Ströme Russlands

Im europäischen Teil Russlands ist der wichtigste Fluss die Wolga. Sie ist der längste Fluss Europas und verläuft ausschließlich in Russland. Nach 3.531 km mündet sie schließlich ins Kaspische Meer. Als Wasserweg erfährt die Wolga besondere Bedeutung, da sie Nordeuropa mit Zentralasien verbindet. Eine große Bedeutung für die slawischen Staaten besitzt auch der Dnepr (auch Dnjepr genannt). Der Strom entsteht westlich von Moskau und fließt anschließend durch Weißrussland und die Ukraine, wo er ins Schwarze Meer mündet. Über den Dnepr-Bug-Kanal ist er mit dem polnischen Fluss Bug und mit Weichsel und Memel verbunden, was den Dnepr zu einer wichtigen Wasserstraße macht.

Flüsse, die in das Kaspische Meer entwässern:
Die Wolga entspringt in den Waldaihöhen beim Dorf Wolgowerchowe (128 m ü. NN) und mündet ins Kaspische Meer (-28 m), hat also ein Gefälle von nur 156 m, ist aber mit 3.534 km Länge der längste Fluss Europas. Die Kama ist ein 1.805 km langer, linker und der größte Nebenfluss der Wolga im europäischen Teil von Russland. Die Wjatka ist ein 1.314 km langer Zufluss der Kama im Osten des europäischen Teils von Russland. Die Oka ist ein rechter, 1.480 km langer Nebenfluss der Wolga im europäischen Teil Russlands. Die Moskwa entspringt in den Smolensker Höhen, fließt von dort durch die zentralrussischen Oblaste Smolensk und Moskau und mündet in die Oka.
Der Ural entspringt im gleichnamigen Gebirge und verläuft in Richtung Süden nach Kasachstan. Da er erst jenseits der kasachischen Grenze schiffbar wird, hat er für Russland nur geringe wirtschaftliche Bedeutung, jedoch wird er allgemein als Teil der Innereurasischen Grenze angesehen.

Flüsse, die in den Atlantik entwässern:
Die Newa durchquert Sankt Petersburg und mündet in die Ostsee.
Der Wolchow entspringt aus dem Ilmensee und mündet bei Sjasstroj in den Ladogasee.
Die Düna ist ein in die Ostsee mündender, 1.020 km langer Strom in Russland, Weißrussland und im Baltikum.
Der Pregel mündet westlich von Kaliningrad in das Frische Haff.
Die Memel (Russisch: Neman), ist ein 937 km langer Strom, der durch Weißrussland und Litauen fließt und vor der Mündung ins Kurische Haff und die Ostsee fließt. Die Memel ist der Grenzfluss zwischen der Kaliningrader Oblast und Litauen.
Der Don mündet in das Asowsche Meer, ein an das Schwarze Meer anschließendes Binnenmeer.
Der Kuban fließt vom Elbrus aus 906 km durch das Hochland von Stawropol bis zum Asowschen Meer. Der Fluss ist wirtschaftlich bedeutend, da er schiffbar ist.

Flüsse, die in das Polarmeer entwässern:
Die Petschora (Fluss) ist ein 1.809 km langer, zum Nordpolarmeer fließender Strom im nördlichen, europäischen Teil Russlands.
Der Ob entwässert 2.430.000 km² mit etwa 13.070 m³/sek. (Jahresdurchschnitt 1994). Er fließt aus dem Altai in den Arktischen Ozean. Der Tschulym ist ein 1.799 km langer Nebenfluss des Ob. Mit seinem rechten Quellfluss Weißer Ijus ist er 2.023 km lang. Der Irtysch ist mit 4.248 km der längste Nebenfluss des Ob. Der Tobol ist ein 1.591 km langer Zufluss des Irtysch in Kasachstan und Russland.
Der Jenissei entwässert 2.440.000 km² mit etwa 20.022 m³/sek. (Jahresdurchschnitt 1995) und fließt aus dem Sajangebirge in den Arktischen Ozean. Die Angara ist der einzige Abfluss des Baikalsees und mündet in den Jenissei. Die Selenga ist ein Zufluss des Baikalsees und damit der Angara. Sie entspringt in der Mongolei. Die Steinige und die Untere Tunguska münden in den Jenissei.
Die Lena entwässert 2.460.000 km² mit etwa 16.440 m³/sek. (Jahresdurchschnitt 1994) und entspringt im Baikalgebirge. Sie mündet bei Tiksi.
Die Indigirka entspringt südwestlich des Tscherskigebirges und mündet bei Polarnoje. Bei Yurty führt der Fluss 4.9 m³/sek. (Jan 1990) und 967 m³/sek. ( Jul 1990) Wasser.
Die Kolyma entwässert 526.000 km² mit etwa 2.728 m³/sek. (Jahresdurchschnitt 1994) und fließt vom Tscherskigebirge nach Tscherski, wo sie mündet.

Flüsse, die in den Pazifik entwässern:
Der Amur bildet seit 1689 die 2.824 km lange Grenze zwischen Russland und China. Der Ussuri ist ein rechter Nebenfluss des Amur in Russland und China. Der 588 km lange Fluss entspringt in Russisch-Fernost nordöstlich von Wladiwostok im Süden des Sichote-Alin-Gebirges. Die Seja (Russisch: Зея) ist der linke und etwa 1.200 km lange Nebenfluss des Amur in der Oblast Amur.

 

 

 

Gebirge und Berge Russlands

Die russische Topographie ist sowohl von vielen Gebirgen und Gebirgsketten, als auch von Senken geprägt.

Die bedeutendsten Gebirge in Russland sind (alphabetisch sortiert):
Altai, Baikalgebirge, Chibinen, Kaukasus, Kolymagebirge, Putoranagebirge, Sajangebirge, Stanowojgebirge, Stanowojhochland, Tannu-ola-Gebirge, Tscherskigebirge, Ural und Werchojansker Gebirge.
Der höchste Berg in Russland ist der Elbrus (5.642 m) im Kaukasus.

Klima

Große Teile Russlands sind vom Kontinentalklima mit heißen Sommern und sehr kalten Wintern geprägt. Die vier Klimastationen Moskau, Jekaterinburg, Nowosibirsk und Bomnak liegen alle etwa auf 55° nördlicher Breite von West nach Ost. An ihnen lässt sich die zunehmende Kontinentalität mit immer ausgeprägteren Differenzen zwischen dem wärmsten und kältesten Monat des Jahres gut erkennen. Im Nordosten Sibiriens – beim Ort Oimjakon – liegt der Kältepol der Nordhalbkugel.

Die Klima- und Ökozonen verlaufen in Russland weitgehend breitengradparallel, so dass stark schematisiert folgende Nord-Süd-Abfolge in sechs Schritten erkannt werden kann:

  • Klimazone: Polare Zone,Eisklimate; Ökozone: Kältewüste; Verbreitung: Inseln im Nordpolarmeer, nördlicher Teil der Taimyr-Halbinsel
  • Klimazone: Tundrenklimate; Ökozone: Kältesteppe (Tundra); Verbreitung: 200-800 km breite Zone nördlich des Polarkreises, im Mittelsibirischen Bergland nördlich 70° nördlicher Breite
  • Klimazone: Gemäßigte Zone,Kaltgemäßigte Klimate; Ökozone: borealer Nadelwald, in Sibirien „Taiga“; Verbreitung: 1000 bis 2000 km breite Zone nördlich der Linie St. Petersburg–Ufa–Irkutsk–Sachalin
  • Klimazone: Kühlgemäßigte Klimate; Ökozone: sommergrüner Laub- und Mischwald; Verbreitung: im europäischen Russland das Dreieck St. Petersburg–Odessa–Ufa, in Westsibirien der Streifen Tscheljabinsk–Krasnojarsk, Amur-Gebiet
  • Klimazone: Trockenklimate der mittleren Breiten; Ökozone: winterkalte Steppe, winterkalte Halbwüste; Verbreitung: am Unterlauf von Don und Wolga, Nordkaukasus, Kaspische Senke, Tuwa
  • Klimazone: Subtropische Zone,Mittelmeerklima; Ökozone: Hartlaubwald; Verbreitung: Schwarzmeerküste zwischen Noworossisk und Sotschi
 
Flora und Fauna

Über zwei Fünftel des russischen Territoriums sind von Wald bedeckt, der größte Teil davon liegt im asiatischen Landesteil. Insgesamt stellen die Wälder Russlands nahezu ein Viertel der Waldfläche der Erde dar. Die Waldzonen des Landes lassen sich unterteilen in einen nördlichen Teil, den borealen Nadelwaldgürtel (Taiga), und den sehr viel kleineren südlichen Mischwald. Die Taiga schließt sich südlich an die Tundra an, sie bedeckt die nördlichen zwei Fünftel des europäischen Teiles von Russland und erstreckt sich über einen großen Teil Sibiriens und des russischen Fernen Ostens. Ein erheblicher Teil dieser Region ist durch tief reichende Dauerfrostböden gekennzeichnet.

Die Taiga besteht hauptsächlich aus Nadelbäumen, doch an einigen Stellen tragen Laubbäume wie Birken, Pappeln, Espen und Weiden zur Waldvielfalt bei. Im äußersten nordwestlichen Teil der europäischen Region beherrschen verschiedene Kiefernarten die Taiga. Östlich der Westhänge des Uralgebirges dominieren Tannen, zudem wachsen hier Kiefern, in einigen Gegenden gibt es fast reine Birkenwaldbestände. Die Taiga der Westsibirischen Tiefebene besteht hauptsächlich aus Kiefernarten, entlang der Südränder des Waldes sind Birken vorherrschend. In weiten Teilen des Mittelsibirischen Berglandes und in den fernöstlichen Gebirgen dominieren Lärchen. Überall in der Taiga sind die Bäume im Allgemeinen klein und stehen weit auseinander. Ein beträchtlicher Teil des Landes ist baumlos, hauptsächlich aufgrund unzureichender Entwässerung. In diesen Gebieten bilden Sumpfgräser und Gebüsche die pflanzliche Decke. Die vorherrschenden Böden der Taiga sind Podsole, die relativ unfruchtbar sind, da die meisten ihrer Pflanzenminerale durch das saure Grundwasser ausgewaschen wurden. Mischwald bedeckt den zentralen Teil des Osteuropäischen Tieflandes von Sankt Petersburg im Norden bis zur ukrainischen Grenze im Süden. Im Mischwald dominieren im Norden Nadelbäume und im Süden Laubbäume, hauptsächlich Eichen, Buchen, Hainbuchen und Ahorn. Ein ähnlicher Wald beherrscht fast den ganzen Süden des fernöstlichen Russlands, am mittleren Flusstal des Amur und südlich entlang des Ussuri-Flusstales. In der Mischwaldzone findet man hauptsächlich graubraune Waldböden. Sie sind nicht so unfruchtbar wie die Böden der Taiga im Norden. Mit entsprechenden Anbaumethoden und starker Düngung können sie recht ertragreich sein.

Nach Süden hin geht der Mischwald in eine schmale Waldsteppenzone über, bevor die eigentliche Steppenzone beginnt. Die Waldsteppe weist Graslandvegetation mit verstreuten Baumhainen auf, ist heute jedoch größtenteils kultiviert. Sie ist durchschnittlich 150 Kilometer breit und erstreckt sich nach Osten über das mittlere Wolgatal und das südliche Uralgebirge bis in die südlichen Bereiche des Westsibirischen Tieflandes. Isolierte Gebiete dieser Zone finden sich auch weiter im Süden, in den Zwischengebirgsbecken Ostsibiriens.

 

Die Tierwelt in der Tundra entlang der arktischen und pazifischen Küste und auf den vorgelagerten Inseln ist überraschend vielfältig. Hier leben Eisbären, Eisfüchse, Rentiere, Schneehasen und Lemminge sowie Walrosse und Hundsrobben (Bart-, Sattel-, Ringel- und Kegelrobben). Zur Avifauna (Vogelwelt) gehören Schneehühner, Gerfalken, Raufußbussarde, Schnee-Eulen, Möwen und Seetaucher. Im Sommer ziehen viele Gänse, Schwäne und Enten in diese Region, um hier zu brüten. In der warmen Jahreszeit bietet die Tundra Stechmücken optimale Vermehrungsmöglichkeiten, und diese Insekten können zur Plage werden. Die Taiga ist Lebensraum für Elche, Rentiere, Braunbären, Luchse, Zobel und eine Vielzahl von Waldvögeln wie Auerhühner, Haselhühner, Waldschnepfen, Tannenhäher, Seidenschwänze, Habichte, Sperber, Habichtskäuze, Bartkäuze und Sperbereulen.

In den Laubwäldern leben viele auch in der Taiga anzutreffende Arten, zu den bemerkenswerten Säugetieren gehören Wölfe, Nerze und Biber. Die Wälder im Süden des fernöstlichen Russland sind bekannt für ihre großen Sibirischen Tiger (eine vom Aussterben bedrohte Unterart) sowie für Leoparden und Braunbären. In der Steppe leben Nagetiere wie Bobaks (nahe Verwandte der Alpenmurmeltiere), Perlziesel, Zwerghamster und Blindmäuse, doch kommen dort auch Raubtiere wie Steppeniltisse und Huftiere wie die Saiga (eine Steppenantilope) vor. Die Kaukasusregion weist eine besonders reiche Tierwelt auf. Große Raubtiere wie Braunbären, Leoparden, Hyänen und Schakale leben dort, aber auch Steinböcke, Bezoarziegen, Gämsen, Rothirsche und Wildschweine. In den Binnen- und Küstengewässern Russlands gibt es etwa 1.500 Fischarten.

 
Umwelt

In der Sowjetunion wurde das produzierende Gewerbe systematisch ausgebaut, Auswirkungen auf die Umwelt wurden dabei kaum beachtet. Schätzungen zufolge sind bis zu 60 Prozent der Luft, des Wassers und der Böden in Russland schwer belastet. Ein großes Problem stellt die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser dar. Etwa ein Drittel des zur Verfügung stehenden Trinkwassers entspricht nicht internationalen Richtwerten. Als ein besonders sensibles Ökosystem ist auch der Baikalsee immer noch durch industrielle Verschmutzungen gefährdet. Eine große Gefahr, deren Ausmaß noch kaum abgeschätzt werden kann, ist die unkontrollierte Entsorgung und Lagerung von radioaktiven Abfällen, insbesondere der russischen U-Boot-Flotte, in den Küstengebieten und -gewässern (vor allem in den Gebieten um Murmansk und Nowaja Semlja).

Aufgrund der schlechten Wirtschaftslage in Russland fällt es ausländischen Unternehmen leicht, Lizenzen für Holzeinschläge in den sibirischen Wäldern zu bekommen. Dies hat in den letzten Jahren zu großflächigen Abholzungen geführt. Ein großer Teil der Wälder, zum Teil bisher weitgehend unberührter Urwald, ist davon bedroht. Russische Wälder sind aufgrund der langen Winter und kurzen Sommer sehr empfindliche Ökosysteme. Die Bäume wachsen langsam, die Natur erholt sich von jedem menschlichen Eingriff nur sehr schleppend. Was in West-Europa oder in den Tropen in Jahrzehnten nachwächst, braucht in Russland mehrere Generationen.

Die Luftverschmutzung ist in den meisten Städten sehr stark. Ursache hierfür sind u. a. die überwiegend veralteten Verkehrsmittel und die qualitativ minderwertigen Kraftstoffe. Bei verheerenden Bränden wurden 1997 und 1998 im Fernen Osten Russlands ausgedehnte Waldgebiete zerstört. Das verheerende Ausmaß der Umweltschäden in Russland zeigt sich auch daran, dass landesweit 4 bis 5 Prozent aller Krankheiten auf Umweltbelastungen zurückzuführen sind.

Seit 1998 haben sich die Umweltbedingungen leicht verbessert. Als Hauptgrund dafür werden Rückgänge bei der industriellen Produktion angeführt. So zeigen Umweltdaten zur Wasser- und Luftverschmutzung in einigen Regionen des Landes für 1998 jeweils einen Rückgang von einigen Prozent an. Der ehemalige russische Umweltminister Danilow Daniljan erklärte, dass trotzdem über 15% des russischen Territoriums derzeit immer noch als ökologisches Notstandsgebiet zu betrachten sind (Greenpeace 2000). Das sind wohlgemerkt nur die Flächen mit extrem starker Verschmutzung. Drei Viertel der Oberflächengewässer der russischen Föderation sind verschmutzt (Greenpeace 2000). Radioaktive Strahlung verseucht große Gebiete, industrielle Verschmutzung und Ressourcenraubbau (Brade/Schulze 1997, S.100) (besonders durch ausländische Unternehmen) vergiften riesige Flächen und verwandeln diese in unwirtliche Mondlandschaften. Vor allem die bereits existierenden und noch geplanten Erdöl- und Erdgasförderungen im kaspischen, sowie im sibirischen Raum verursachen irreversible Schäden von noch nicht gekanntem Ausmaß. Bereits heute versickern laut Greenpeace allein in Sibirien durch marode Förder- und Transporteinrichtungen bei unfallfreiem Betrieb jährlich zwischen drei bis zehn Millionen Tonnen Erdöl im Boden, kontaminieren Oberflächengewässer und vernichten jegliche Fauna und Flora (Greenpeace 2000).

Als größten Feind der Umwelt betrachten Beobachter die immer stärker anwachsende ökonomische Krise der russischen Föderation, die die ökologischen Belange zum unbezahlbaren Luxusgut degradiert. Hier ist auch der Grund für die mangelnde Umweltexekutive zu suchen, die zwar legislativ geregelt, jedoch durch den finanziellen Notstand vieler Gebiete, Regionen und der gesamten Föderation unrealisierbar geworden ist. Der Staat sieht sich finanziell noch nicht einmal in der Lage, die Beantragung zur Anerkennung als Schutzgebiete zu finanzieren.

 

Das russische Naturschutzgesetz von 1995 unterscheidet unter Berücksichtigung der Besonderheiten des Managements der Schutzgebiete folgende Kategorien:

 
  • Staatliche Zapovedniki, darunter Biosphärenreservate
  • Nationalparks
  • Naturparks
  • Staatliche Zakasniki
  • Naturdenkmäler
  • Waldschutzgebiete

1. Zapovedniki
Die Schutzgebietskategorie der Zapovedniki existiert in Russland seit Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts (Fenner 1998, S.173). Die russischen Zapovedniki sind ungefähr vergleichbar mit den deutschen Naturschutzgebieten. Es handelt sich hier um naturbelassene oder vollständig von menschlichen Eingriffen regenerierte Gebiete. In ihnen ist keine wirtschaftliche- und touristische Nutzung gestattet. Laut dem Naturschutzgesetz der russischen Föderation von 1995 sind Zapovedniki für immer aus der wirtschaftlichen Nutzung herausgenommen, und dürfen für keinen anderen Zweck umgewidmet werden. Die russischen Zapovedniki nehmen eine Fläche von mehr als 30 Millionen Hektar ein, das entspricht 1,8 % der Gesamtfläche der russischen Föderation. Das größte Zapovednik hat eine Fläche von ca. vier Millionen Hektar, entsprechend der Größe Luxemburgs. Die Zapovedniki unterstehen als Föderationseigentum den zentralen Staatsorganen in Moskau. Sie haben eine eigene Verwaltung, einen wissenschaftlichen Beirat, kleine Laboratorien und beschäftigen je zwischen 16 und 22 Wissenschaftler sowie zusätzliches Schutzpersonal. In der gesamten russischen Föderation existieren momentan 95 Zapovedniki, darunter 18 Zapovedniki, die den internationalen Schutzstatus eines Biosphärenreservates der UNESCO tragen.

 
2. Nationalparks
Im Jahre 1981 beschloss der Oberste Sowjet die Errichtung von Nationalparks. Als Folge von diesem Beschluss wurde 1983 der erste russische Nationalpark gegründet. Die meisten der heute 34 Nationalparks wurden jedoch erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, bzw. nach der Gründung der russischen Föderation 1991 etabliert. Nationalparks unterstehen als Föderationseigentum der Staatsforstverwaltung. Ihre Gesamtfläche von 8,2 Millionen Hektar entsprechen ca. 0,5 % der Landesfläche. Die Nationalparks sind eingeteilt in eine Außen- und eine Kernzone. In der Kernzone ist keinerlei kommerzielle Nutzung zulässig, wohingegen in der Außenzone eine sogenannte regulierte wirtschaftliche und touristische Nutzung durchaus erlaubt ist.

 

 

 

3. Naturpark
Der russische Schutzstatus der Naturparks ähnelt dem der Nationalparks. Die wesentlichen Unterschiede sind die Zugehörigkeit sowie der langzeitliche Schutz der Gebiete.

Aufgrund des zunehmenden Nationalitätsbewusstseins und dem Streben nach Unabhängigkeit wurden in den letzten Jahren vermehrt Naturparks gegründet. Diese unterstehen der jeweiligen regionalen Hoheit und nicht mehr, wie die Nationalparks, den zentralen Staatsorganen in Moskau.

Der eklatante Unterschied liegt jedoch darin, dass bei den Nationalparks in der Abwägung zwischen Belangen des Naturschutzes und konkurrierenden Belangen, die des Naturschutzes überwiegen sollen. Folglich sollen bei den Naturparks die Belange des Naturschutzes den konkurrierenden Belangen untergeordnet werden, was eine erhebliche Beeinträchtigung des Schutzstatus darstellt.

 

 

 

4. Zakasniki
Zakasniki sind sogenannte Ressourcenschutzgebiete sowie staatliche Schonungen. Ihre Bewirtschaftung dient speziellen Schutzzielen, wie dem Schutz, der Nutzung, der Arterhaltung sowie der Wiedereinbürgerung verschiedener faunistischer, sowie floristischer Spezies. So gibt es in der russischen Föderation beispielsweise Jagd-, Botanik- und Zoologieschutzgebiete.

Zakasniki können den Forst- und Jagdbehörden auf föderaler-, regionaler- und lokaler Ebene unterstehen. Sie besitzen keine eigene Verwaltung und Finanzierung. Zakasniki sind, für russische Verhältnisse, kleine Schutzgebiete mit einer Flächenausdehnung von maximal 150.000 Hektar. Mit einer Gesamtfläche von ca. 44 Millionen Hektar belegen sie eine Fläche von 2,6 % der Landesfläche der russischen Föderation. Es gibt zurzeit mehr als 1000 Zakasniki in der russischen Föderation. Ein großer Nachteil dieser Schutzkategorie ist, dass Zakasniki alle fünf Jahre neu bestätigt werden müssen, was eine gewisse Unsicherheit bei langfristigen Schutzzielen in sich birgt

 

 

 

5. Naturdenkmal
Der Schutzstatus der Naturdenkmäler ist vergleichbar mit der Schutzkategorie der deutschen Naturdenkmäler. Einzelne Naturgegenstände von außergewöhnlichem kulturellem oder naturhistorischem Wert können unter diesen Schutz gestellt werden. Die sie umgebende Natur wird dabei nicht berücksichtigt. Naturdenkmäler unterstehen der russischen Föderation oder den Subjekten der russischen Föderation und damit deren Staatsorganen.

 

 

 

6. Waldschutzgebiet
Eine weitere, bei uns nicht bekannte Schutzgebietskategorie, stellen die Waldschutzgebiete dar, die sich wiederum in drei Klassen aufgliedern.

 

 

 

6.1. Wälder der ersten Kategorie
22 % der russischen Wälder gehören dieser Kategorie an. Es handelt sich hierbei um Streifenwälder entlang von Wasserkörpern als Wasserschutz, um Streifenwälder entlang von Straßen und Eisenbahnstrecken als Erosionsschutz, sowie stadtnahe Wälder und Parks zur Erholung und Wälder anderer Nutzungsart wie zum Beispiel zur Rentierzucht oder zur Zapfenernte.
 

 

 

 

6.2. Wälder der zweiten Kategorie
7 % der russischen Wälder gehören diesem Gebietstyp an. Industrielle Nutzung ist in diesen Wäldern nur unter strengen Auflagen zulässig. Wälder in dicht besiedelten Gebieten gehören in diese Gruppe, ebenso wie Wälder mit unzulänglichen Holzressourcen - es ist eine Regenerationsmaßnahme, um industrielle bzw. wirtschaftliche Nutzung baldmöglichst wieder aufnehmen zu können.
 

 

 

 

6.3. Wälder der dritten Kategorie
Waldflächen dieser Kategorie umfassen 71 % der russischen Wälder. Sie dienen der industriellen, sowie wirtschaftlichen Nutzung oder sind als sogenannte Reservewälder für die Holznutzung ausgezeichnet.

 

 

 

Umweltverbände

Die landesweite Vereinigung „Sapowedniki“, in der mehr als 20.000 Jungen und Mädchen in rund 40 Regionalgruppen organisiert sind, war Hauptveranstalter für ein Treffen, bei dem im November 2003 mehr als 250 Nachwuchs-Umweltschützer aus dem ganzen Land in Moskau zusammengekommen sind, um über den Erhalt der Naturschutzgebiete und Nationalparks fünf Tage lang zu diskutieren. Auf der Tagesordnung standen Themen wie Mittelbeschaffung oder der richtige Umgang mit Umweltsündern. Das ökologische Lager wird unter anderem vom russischen Ministerium für Naturressourcen und von der Schweizer Botschaft unterstützt. Die Vereinigung veranstaltet regelmäßig Malwettbewerbe oder führt Umfragen durch. So haben die jungen Umweltschützer ermittelt, dass gerade mal jeder dritte Schüler in Moskau bereit wäre, Vögel durch regelmäßiges Füttern anzulocken und gut die Hälfte der Befragten immerhin Müll sammeln würde.

 

4.2 Großschutzgebiete

 

Weil es den Rahmen sprengen würde, einen umfassenden Überblick über die enorm große Anzahl an Großschutzgebieten in Russland zu geben, wird im Folgenden nur eine kleine Auswahl beschrieben. Am Ende des Abschnitts befindet sich eine Liste der weiterern Nationalparks, Naturschutzgebiete und Biosphärenreservate, die hier nicht beschrieben wurden. Wer sich für diese interessiert und genauere Informationen haben möchte, sollte gezielt nach diesen im Internet suchen, bzw. sich Informationen von den entsprechenden Stellen (Nationalparkverwaltungen, Touristinfo, Reisebüros) zuschicken lassen.

 
Biosphärenreservat Kurische Nehrung

Die Kurische Nehrung ist ein 98 km langer Landstreifen (bzw. Halbinsel) zwischen Klaipeda (Deutsch: Memel) und Lesnoje (Deutsch: Sarkau), von dem heute 52 km zu Litauen und 46 km zu Russland gehören. Die Nehrung besteht ausschließlich aus Sand mit riesigen Wanderdünen, es sind die größten Dünen Europas, die in den vergangenen Jahrhunderten, nach der Abholzung in der frühen Neuzeit, immer wieder Ortschaften unter sich begruben. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gelang es die Dünen zu bepflanzen und zu stabilisieren. Die Nehrung trennt das Kurische Haff von der Ostsee. Bei Klaipeda in Litauen befindet sich eine etwa 300 m breite Verbindung zwischen diesen Gewässern. Im Jahr 2000 wurde die Kurische Nehrung von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Benannt ist die Kurische Nehrung nach dem Volksstamm der Kuren. Der litauische Teil der Kurische Nehrung wurde zum Nationalpark erklärt.

 
Meschtschora

Die Meschtschora (Russisch: Мещёра oder Мещёрская низменность - Meschtschora-Tiefebene, Deutsch auch Meschtschera) ist eine Tiefebene in den Oblasten Moskau, Wladimir und Rjasan. Das Gebiet wird von allen Seiten durch Flüsse begrenzt: im Norden durch die Kljasma, im Südwesten durch die Moskwa, im Süden durch die Oka und im Osten durch Sudogda und Kolp. Es stellt eine hauptsächlich in der letzten Eiszeit geformte, leicht in Nord-Süd-Richtung geneigte Sanderebene dar. Im nördlichen Teil beträgt die Höhe über dem Meeresspiegel 120 bis 130 m, im Süden 80 bis 100 m. Es gibt viele Seen und Sümpfe bzw. Torfmoore. Etwa die Hälfte der Fläche ist von Mischwäldern bedeckt. Die westlichen Ausläufer der Meschtschora-Tiefebene reichen bis in das Stadtgebiet Moskaus hinein; hier bilden sie einen Teil des Nationalparks Lossiny Ostrow.

 
Pleschtschejewo-See

Der Pleschtschejewo-See (Russisch: Плеще́ево о́зеро) ist einer der größten natürlichen Seen in Zentral-Russland und liegt etwa 140 Kilometer nordöstlich von Moskau im Oblast Jaroslawl. Aufgrund seiner landschaftlich ansprechenden Lage und des hohen Biotopwertes haben der See und seine Umgebung den Nationalparkstatus erhalten. Am südöstlichen Ufer des Pleschtschejewo-Sees rund um die Trubesch-Mündung liegt die altrussische Stadt Pereslawl-Salesski, die Bestandteil des Goldenen Ringes ist. Das knapp 24.000 Hektar große Gebiet, das den See und umliegende Landschaftsbestandteile umfasst, wurde 1988 als Nationalpark ausgewiesen. Den größten Teil des Nationalparks belegen mit 15.000 Hektar die Waldflächen, gefolgt von 6.000 Hektar Wasserflächen, zu denen sowohl der Pleschtschejewo-See selbst als auch umliegende Flüsse und Sümpfe zählen. Der Nationalpark beheimatet Hunderte von Pflanzenarten, von denen 35 auf der russischen Roten Liste stehen. Darüber hinaus bietet er Lebensraum für rund 60 Wildtierarten, – darunter Rothirsch, Reh, Europäisches Gleithörnchen, Otter, Knirpsspitzmaus – sowie 210 Vogelarten wie Graureiher, Graugans, Singschwan, Rohrdommel, Sumpfohreule oder Kranich. Einige Arten wie Luchs oder Russischer Desman kommen auch im Nationalpark nur noch selten oder gar nicht mehr vor.

 

Biosphärenreservat Astrachansky

Das 1919 gegründete Naturschutzgebiet im Delta der Wolga wurde 1984 als Biosphärenreservat anerkannt und umfasst eine Fläche von 86.816 ha.

 

Dagestansches Naturschutzgebiet

Das Naturschutzgebiet wurde ausgewiesen, um den natürliche Zustand der nordwestlichen Küste des Kaspisees zu erhalten und die Bildung der seltenen Wanderdünen zu schützen. Das Gebiet hat eine Fläche von 19.061 ha. Sumpfige Wiesen mit verschiedenen Schilfrohrarten prägen das Gebiet. Im Golf von Kizljarskij sind Fischarten wie der Plötz, der Wels, der Barsch, der Hecht und der Stör verbreitet. Entlang der westlichen Küste des Kaspisees sind 107 Vogelarten zu finden, u. a. Gänse, graue Enten, Habichte, Tauben, Sperlinge, Schwalben, Stare, Zeisige und Lerchen.

 
Kaukasisches Naturschutzgebiet

Das Naturschutzgebiet liegt an der Grenze des gemäßigten und subtropischen klimatischen Gürtels und umfasst die fünf umliegende Gebiete von Krasnodar (Mostovsky, Majkopsky Adygejskoj, Lazarevsky, Hostinsky, Adlersky), sowie den Bezirk der Region Stawropol (Urupsky). Hier finden sich auf einer Fläche von 280.335 ha 900 Pflanzenarten, darunter Lilien, Schneeglöckchen, Mohn und Johannisbeere. Unter den Holzarten finden sich u. a. Eiche, Weißtanne, Fichte, Buche, Hainbuche.

 

Nationalpark Seberschogo

Das etwa 50.000 Hektar große Naturschutzgebiet ist von 86 Seen zerklüftet, seltene Eulen- und Fischarten leben hier. Der Nationalpark grenzt direkt an Lettland und Weißrussland.

 

Woronesh Biosphärenreservat

Das 31.053 ha umfassende 1927 gegründete Naturschutzgebiet wurde 1984 als Biosphärenreservat anerkannt.

 
Nationalpark Shorsky

Der Nationalpark Shorsky liegt in der Region Kemerovo und bedeckt eine Fläche von 338.345 Hektar. 95,4% seiner Fläche sind waldbedeckt, 1.600 Hektar sind Wasserwege und weitere 500 Hektar sind Sumpfgebiet. Gegründet wurde dieser Nationalpark im Jahre 1989. Er untersteht dem staatlichen Forstministerium in Moskau und beschäftigt momentan 50 Mitarbeiter. Durch die Errichtung dieses Nationalparks sollen die Ökosysteme der Shorsky Bergregion sowie die der Taiga geschützt werden, mit besonderem Augenmerk auf die gesamte Biodiversität, sowie im Besonderen auf Individuen der roten Liste. Neben 108 verschiedenen Vogelarten beherbergt der Shortsy Nationalpark Schneehase, Zobel, Nerz, Otter, Wolf, Lux, Elch, Dachs, Braunbär, Wildziege und Rentier. Außerdem sind 800 verschiedene Pflanzenarten im Park heimisch, die repräsentativ für die Vegetation Süd- Sibiriens sind.

Neben der Protektion der Ökosysteme soll zudem auch die Kultur und Lebensweise der einheimischen Bevölkerung, der so genannten „Shortsy People“ bewahrt werden. Bei dieser kleinen ethnischen Gruppe handelt es sich um eine traditionell wirtschaftende Gruppe mit einer reichen Kultur und Folklore. Unter sowjetischer Herrschaft verlor diese Gruppe, wie viele andere ethnische Gruppen auch, ihre kulturellen Wurzeln, fand jedoch nach der Perestroika wieder zu ihrer Lebensweise zurück. Sie gebrauchen wieder ihre Sprache, die im Park gelehrt wird, sie zelebrieren wieder Ihre Folklore und haben überdies ein kleines Museum eröffnet, in dem sie von ihrer Kultur berichten. Die Shortsy People wohnen zu großen Teilen wieder im Nationalpark, sie leben und wirtschaften traditionell und sind auch die einzigen, die in diesem Nationalpark jagen und fischen dürfen.

Wie viele andere Schutzgebiete auch, erhofft man sich durch Ausbau eines sanften Tourismus, den Nationalpark auch über die Grenzen der Region bekannt machen zu können, um somit auch in Zukunft finanziell abgesichert zu sein. Der National Park Shorsky wird als gutes Beispiel beschrieben, Naturschutz sowie traditionelle Lebensweisen gemeinsam zu schützen und zu repräsentieren.

 
Naturschutzgebiet Zentral-Sikhote-Alin

Das Naturschutzgebiet Zentral-Sikhote-Alin umfasst drei Tier- und Landschaftsschutzgebiete der Bergregion im Südosten Russlands sowie einen Gebirgszug an der Küste des Japanischen Meers. Dieses vielfältige Biosphären-System ist Lebensraum für zahlreiche endemische Pflanzen- und Tierarten, unter anderem für den sibirischen Tiger.

 
Naturreservat Wrangel-Insel

Das Naturreservat Wrangel-Insel im Nordpolarmeer vor der Küste Sibiriens umfasst die beiden Inseln Wrangel und Herald. Wrangel war während des Pleistozäns nicht vergletschert, was zu einer außergewöhnlichen Biodiversität führte. Die Insel ist Brutstätte gefährdeter Zugvögel, besitzt die weltweit größte Population von Walrossen, die größte Dichte von Polarbären und ist ein wichtiger Lebensraum für Grauwale und Wandervögel.

Urwälder von Komi

Das Welterbeobjekt Komi (3.28 Mill. ha) umfasst die aneinander grenzenden Territorien des Naturschutzgebietes „Petschoro-Ilytschskij“ und des Nationalparks „Jugyd-Wa“ im Nord-Osten der Republik Komi. Das Gebiet im Ural besteht aus Tundra und Alpentundra und schließt die größte geschlossene Urwaldfläche in Europa ein. Das Gebiet, das durch seinen Reichtum an Pflanzen- und Tierarten gekennzeichnet ist, wird schon seit mehr als 50 Jahren wissenschaftlich erforscht. Diese unberührten Naturräume aus Koniferen, Espen, Birken, Torfmooren, Flüssen und Seen, sind wertvolle Zeugnisse der natürlichen Prozesse, die die Biodiversität der Taiga bilden.

Goldene Berge des Altai in Südsibirien

Der Altai (Russisch: Altaj) ist ein Gebirge in Sibirien, Kasachstan, Mongolei und China. Der höchste Berg ist die Belucha mit 4.506 m Höhe im Zentral-Altai. Der Altai bildet die Wasserscheide zwischen Ob und Irtysch. Die Ausläufer des Gebirges in der Mongolei heißen Mongolischer Altai (Ektag) und Gobi-Altai.

Die Bezeichnung Goldene Berge des Altai leitet sich aus dem türkisch-mongolischen Wort „altan = golden“ ab.

Die Fläche der Goldenen Berge des Altailiegt auf dem Gebiet des „echten“ Altai. Sie umfasst insgesamt 1.611.457 ha, wovon 1.002.000 ha als Totalreservate unter dem strengem Schutz eines Zapovednik stehen. Die streng geschützten Flächen sind die Gebiete des Katunsky (872.000 ha) und des Altaisky Zapovednik (130.000 ha).
Die verbleibenden 609.457 ha haben einen geringeren Schutzstatus (Teletskoye-See: 93.753 ha; Berg Belucha mit Pufferzone: 262.800 ha; Ukok-Schutzgebiet: 252.904 ha).

Das gesamte Gebiet umfasst mehr als 1.500 Gletscher und 1.274 Seen. Es liegt auf einer Höhe zwischen 109 und 4.506 m ü. NN, wobei die Waldgrenze in einer Höhe zwischen 1.800 und 1.900m liegt. Das schon vor ca. einer Millionen Jahre besiedelte Gebiet ist heute nur sehr schwach besiedelt. Momentan beschäftigen die Schutzgebiete 150 Mitarbeiter. Der Zugang zu den streng geschützten Gebieten ist nur zu Fuß, zu Pferd oder mit dem Helikopter zu bewältigen.

Der besondere Schutzwert dieser Gebiete ist seine Landschafts- und Biodiversität, seine ungestörte großflächige Ausdehnung, seine zum Teil einzigartige Fauna und Flora, sowie seine spezifischen Naturcharakteristiken von einzigartiger Wichtigkeit.
Die zusammenhängenden Landschaftstypen lassen sich in Wald, Waldsteppe, Subalpiner Raum, Alpintundra sowie Gletschertundra unterteilen.

Einzigartig ist auch die Größe des Gebietes, eine ungestörte Landschaft mit einer Fläche von 390000 km², mit der Option das Schutzgebiet flächenmäßig noch weiter auszubreiten. Diesbezügliche Verhandlungen der altaiischen Regierung mit den Provinzialregierungen von Kasachstan, der Mongolei und der Volksrepublik China sind in den letzten Jahren bereits Erfolg versprechend geführt worden.
Im gesamten Gebiet der Golden Mountains zählt man 60 Säugetierarten, 20 Fischarten und über 300 Vogelarten. Vier Spezies der Säugetiere und 13 der Vögel sind im roten Buch aufgenommen, also vom Aussterben bedroht. Man trifft hier auf Goldadler, Grau- und Wanderfalke, Wildkatze, mongolische Gazelle, Bergschaf und Schneeleopard.

17 der mehr als 2.000 Pflanzenarten in den Goldenen Bergen sind reliktisch, 212 endemisch. Von den endemischen Spezies sind 60 Arten sogar paläo-endemisch, demnach Überbleibsel des Pleistozäns.
Die Goldenen Berge stellen den Ursprung des hydrologischen Regimes des westsibirischen Tieflandes dar und entwässern in die Vorfluter Ob und Irtysch. Der Teletskoye-See, als zweitgrößter Süßwassersee Sibiriens, steht auf Platz 3 der Biodiversität der zentralasiatischen Seen. Er zeichnet sich durch sein großes Süßwasservolumen von mehr als 39 Kubikkilometern, seiner Tiefe von 325 Metern sowie einer Sichttiefe von 15,5 Metern aus. Er wird umrundet von einer drei Kilometer breiten absolut strikten Schutzzone.

Doch auch dieses ferne Paradies ist von Umweltzerstörung im großen Stil bedroht. Durch mangelnde Bewirtschaftungspläne für die Landwirtschaft werden große Teile der Schutzgebiete überweidet, mit der Folge, dass sich viele faunistische und floristische Spezies zurückziehen. Auch der übermäßige Einsatz von Kunstdünger und das ungelöste Problem der Fäkalienentsorgung tragen zu diesem Artenrückgang bei. Ebenso werden die Goldenen Berge von starker Luftverschmutzung bedroht, die von der nahe gelegenen Industrie, den Minen sowie von den kasachischen Raketenabschussbasen emittiert werden. Großflächiger Holzeinschlag bedroht die Schutzgebiete genauso, wie der bislang ungelenkte Massentourismus der die Natur schwer belastet. Zwar erhofft man sich durch den Tourismus die Gegend auch ökonomisch überlebensfähig zu machen, doch bedarf es dafür strenger Reglementierungen die momentan ebenso wenig bestehen, wie eine funktionierende Umweltexekutive.

 
Westlicher Kaukasus

Schneebedeckte Berge, Wasserfälle, atemberaubende Schluchten: Der Kaukasus ist eine der landschaftlich schönsten Regionen Russlands. Die Gipfel des Gebirges, das sich vom Schwarzen bis zum Kaspischen Meer hinzieht, bilden heute die Grenze zwischen Russland und seinen südlichen Nachbarn Aserbaidschan und Georgien.

Das Kaukasische Biosphärenreservat mit den Hochgebirgsräumen des Westlichen Kaukasus befindet sich 50 km nordöstlich des Schwarzen Meeres (Gesamtfläche 275.000 ha). Es ist eine der wenigen ausgedehnten Gebirgsregionen in Europa, die bisher keinem größeren Einfluss menschlicher Tätigkeit ausgesetzt waren. Darum gehört dieser Raum zu den Habitaten seltener endemischer Pflanzen- und Tierarten (bzw. Reliktarten), darunter unter anderem lokale Arten des europäischen Wisents und des Edelhirsches sowie des westkaukasischen Steinbocks. Die Landschaft zeichnet sich durch eine große Vielfalt von Alpen- und Subalpenökosystemen aus.

Baikalsee

Der Baikalsee („Reicher See“, wird auch „Heiliges Meer“, „Brunnen des Planeten“ und „Perle Sibiriens“ genannt) ist das größte Süßwasserreservoir der Erde. Er enthält ein Fünftel der gesamten Süßwasserreserven der Erde. Er liegt bei Irkutsk und ist mit 25 Millionen Jahren der älteste und mit 1.637 Metern der tiefste See der Welt. Der See ist sichelförmig und hat seine größte Ausdehnung von Südwesten nach Nordosten und ist 636 km lang und bis zu 80 km breit.

Der Baikalsee ist Teil einer kontinentalen Riftzone, des Baikal-Rifts. Da hier die eurasische und die amurische Platte auseinanderdriften, entstehen Risse in der Erdkruste. Der Riss, in dem der Baikalsee liegt, ist ca. 1.600 km lang und fast 6 km tief. Da die Spalte mit Sedimenten aufgefüllt ist, reicht der Baikalsee nur bis in 1.637 m Tiefe.

Gespeist wird der Baikalsee von 365 Flüssen und Bächen, die aus den umliegenden Gebirgen in den See fließen. Einziger Abfluss ist die Angara - einer der großen Flüsse Sibiriens.

Seine Umwelt weist eine einzigartige Flora und Fauna auf: zwei Drittel der insgesamt 2.500 Tier- und Pflanzenarten sind endemisch, d. h. sie kommen ausschließlich hier vor. Zum Beispiel lebt hier die einzige Süßwasser-Robbe der Welt, die Nerpa (Baikalrobbe), der Omul, eine Lachsart oder der Golomjanka, ein Fettfisch, der am tiefsten lebende Süßwasserfisch.

Bedroht wird diese Landschaft heute durch Industrialisierung, Abholzung der Wälder, eine exzessive Fischerei und zunehmende Besiedlung (ermöglicht durch die Transsibirische Eisenbahn und den Bau der Baikal-Amur-Magistrale).

Uvs-Nuur-Becken

Dieses grenzüberschreitende Naturdenkmal - Biosphärenreservat zwischen Russland und der Mongolei umfasst unterschiedliche Ökosysteme: die ewigen Schneefelder im Turgen-Gebirge, Seen- und Steppengebiete, die Wüste von Altan Els. Im Uvs-Nuur See findet man viele Relikttierarten wie Seehunde und Seevögel und auch verschiedene Wandervögel. In den Wüsten- und Bergregionen leben seltene Tiere wie die mongolische Wüstenrennmaus, Polarkatzen, Schneeleoparden, Wildschafe und der asiatische Steinbock. Seit 1997 ist das Uvs-Nuur-Becken UNESCO-Biosphärenreservat.

Vulkan-Region von Kamtschatka mit dem Naturpark Kluchevskoy

Kamtschatka ist mit 370.000 km² die größte Halbinsel Ostasiens und befindet sich zwischen der Beringstraße und dem Ochotskischen Meer bzw. Sachalin. 1996 wurde die Vulkanregion von Kamtschatka, die größtenteils als Naturpark ausgewiesen ist, wegen ihrer einzigartigen Schönheit seiner Landschaften und dem einmaligen Reichtum seiner Fauna von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Der Großteil der Region ist stark bewaldet und u. a. Heimat von Bären, Zobeln, Füchsen und Bibern, die wegen ihrer wertvollen Felle gejagt werden. Obwohl Kamtschatka reich an Bodenschätzen ist, ist deren Abbau aufgrund des kalten Klimas nur unter schwierigen Bedingungen möglich. Der Koryakskaya Sopka ist Teil einer vulkanischen Gebirgskette, die über die Halbinsel verläuft. 30 Vulkane sind noch aktiv und hunderte Vulkane erloschen.

Wegen der Anhäufung tätiger Vulkane, ihrer Verschiedenartigkeit and der Mannigfaltigkeit der vulkanischen Nebenerscheinungen (Geysire, Fumarole, unterirdische Heißwasserquellen usw.) gehört Kamtschatka zu den interessantesten vulkanischen Regionen der Welt.

Weitere Nationalparks, Naturschutzgebiete und Biosphärenreservate

Alania
Alkhanay
Bashkiria
Chavash Varmane
Kenozersky
Khvalynsky
Kurshskaya Kosa
Losiny Ostrov
Mary Chodra
Meschera
Meschersky
Nechkinsky
Nizhnyaya Kama
Biosphärenreservat Oka
Orlovskoye Polesiye
Paanayarvi
Plescheevo Ozero
Pribaikalsky
Prielbrusiye
Pripyshminskiye Bory
Russky Sever
Samarskaya Luka
Sebezhsky
Shushensky Bor
Smolenskoye Poozerie
Smolny
Sochinsky Taganay
Tunkinsky
Ugra
Valdaysky
Vodlozersky
Yugyd Va
Zabaikalsky
Zuratkul
 

4.3 Welterbestätten

 

Historisches Zentrum von Sankt Petersburg (K/1990)

St. Petersburg ist mit ca. 4,5 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt der russischen Föderation. Das historische Zentrum liegt auf mehrere Inseln verteilt. Die Inseln sind durch Brücken miteinander verbundenen. Auf dem Festland bildet der Newski-Prospekt die Hauptachse der Stadt. Alexander Newski war ein bekannter russischer Fürst. Peter der Große beauftragte die bedeutendsten Baumeister seiner Zeit mit der Ausgestaltung der neuen Residenz. Prachtvolle Paläste, Parks und großzügige Plätze entstanden. Der Gründungserlass Peters des Großen wird auf den 27. Mai 1703 datiert. Er hat Petersburg als erste europäische Stadt in Russland und sein "Fenster nach Europa" innerhalb kürzester Zeit aus dem Boden gestampft. Zunächst ließ er im Newa-Delta Sümpfe trockenlegen und die heutige Peter- und Paulfestung bauen. 1712 löste Petersburg Moskau als Hauptstadt ab. Petersburg kann weiterhin den Anspruch erheben, Kulturhauptstadt Russlands zu sein: die Eremitage, das Mariinski-Theater oder das Orchester der Staatlichen Schostakowitsch Philharmonie genießen Weltruf. Weitere, umfassendere Informationen zu einzelnen Sehenswürdigkeiten sind unter http://www.kirov-center.org/dzk06_01_30002.shtml zu finden.

Kirchen von Kishi Pogost (Insel Kishi im Onegasee) (K/1990)

Kishi (Russisch: Кижи, von Karelisch „kischat“ für „Spiele“) ist eine Insel im Onegasee auf der ein Bauensemble in alter Holzbauweise steht. Der Name der Insel deutet darauf hin, dass sich an der Stelle früher ein heidnischer Ritusplatz befand.

Die Insel ist ca. 7 km lang und 0,5 km breit. Sie ist von einer Vielzahl (ca. 5000) zumeist kleinerer Inseln umgeben. Im 18. Jahrhundert wurde das bestehende Ensemble erbaut, welches die Verklärungskirche mit 22 Zwiebeltürmchen (gebaut 1714) und die Kirche „Maria Schutz und Fürbitte“ (gebaut 1764) umfasst. Die 37 m hohe Verklärungskirche wurde errichtet, nachdem der Vorgängerbau in Flammen aufgegangen war. Das Dach ist mit 30.000 Espenholzschindeln gedeckt. Sie ist heutzutage die einzige erhaltene Mehrkuppelkirche der Welt in Holzbauweise.

Der Glockenturm der 1764 errichteten Kirche „Maria Schutz und Fürbitte“ wurde 1862 neu errichtet, nachdem der alte baufällig geworden war. Später wurden verschiedene Kapellen, Bauernhäuser mit Nebengebäuden und eine Windmühle aus Dörfern der Umgebung nach Kishi umgesetzt.

Nachdem die Kirche nach der Oktoberrevolution geschlossen wurde, wurden 1988 die Glocken rekonstruiert und 1994 die Kirche „Maria Schutz und Fürbitte“ neu geweiht. Die Verklärungskirche wird derzeit rekonstruiert und soll erst zum 300. Jubiläum im Jahre 2014 wieder eröffnet werden.

Kreml und Roter Platz in Moskau (K/1990)

Der Moskauer Kreml (Russisch: Московский Кремль, Moskowski Kreml) ist das historische und geografische Zentrum der russischen Hauptstadt Moskau. Die gegenwärtigen Mauern und Türme des gut erhaltenen Kremls wurden in den Jahren 1485 bis 1495 erbaut. Die Gesamtlänge der Mauern beträgt 2.235 Meter, die Höhe der Mauern variiert zwischen 5 und 19 Meter, die Dicke zwischen 3,5 und 6,5 Meter. Die Mauern des Kremls bilden in etwa ein Dreieck. Entlang der Mauern befinden sich 20 Türme. Drei der Türme, die sich an den Ecken des Mauerndreiecks befinden, sind rund, die anderen 17 Türme sind quadratisch. Der höchste Turm des Kremls ist der 71 Meter hohe Spasskaja Turm. Die fünf größten Türme des Kremls, die jeweils einen roten Stern tragen wurden, mit Ausnahme des Tajnitzkaja-Turmes, jeweils über einem Tor errichtet, das ins Innere Kremls führt. Auf drei dieser Türme, dem Borowitzkaja-, dem Troitzkaja- und dem Spasskaja-Turm, befinden sich zudem Turmuhren. Die weitaus größte und bekannteste davon ist die auf dem Spasskaja-Turm, welcher am nördlichen Ende des Roten (Schönen) Platzes steht. Entlang der Kremlmauer auf dem Roten Platz befindet sich ein Ehrenfriedhof.

Der Rote Platz (Russisch: Красная Площадь/Krasnaja Ploschtschad) ist aufgrund seiner Größe, seiner geschichtlichen Bedeutung und der angrenzenden Gebäude der berühmteste Platz Moskaus. Er wird im Südosten durch die Basiliuskathedrale, im Südwesten durch die Kremlmauer mit dem Leninmausoleum und dem Moskauer Kreml, im Nordwesten durch das Historische Museum und im Nordosten durch das Kaufhaus GUM begrenzt.

Einst (im 15. Jh.) befand sich an der Stelle des heutigen Roten Platzes ein Teil der Moskauer Altstadt „Kitai-Gorod“ (Китай-город, vermeintlich „China-Town“, da „Китай“ im modernen Russisch „China“ bedeutet; kommt jedoch vermutlich von „kita“, einer zur Entstehungszeit üblichen Bezeichnung für eine im Holzbefestigungsbau verwendete Stangenkonstruktion). Hier lebten und arbeiteten hauptsächlich Handwerker und Marktleute. Die Häuser waren aus Holz und wurden immer wieder Opfer von Großbränden, die auch den Kreml bedrohten. Schließlich ordnete Zar Iwan III. nach einem Brand im Jahre 1493 an, die unmittelbar an den Kreml angrenzende freigewordene Stelle nicht erneut zu bebauen, und den Hauptmarktplatz Moskaus aus dem Kreml heraus dorthin zu verlagern. Der Hauptmarktplatz innerhalb des Kremls hatte bereits zu diesem Zeitpunkt den Namen „Schöner Platz“ getragen. Es sollte allerdings mehrere Jahrhunderte dauern, bis der Name dem eigentlichen Platz aus dem Kreml hinaus folgte.

Im Jahre 1552 wurde an der Stelle der heutigen Basiliuskathedrale die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit errichtet. Daher trug der heutige Rote Platz zunächst den Namen Troizkaja (Троицкая, also „Platz der Heiligen Dreifaltigkeit“). Nur 3 Jahre später hat Zar Iwan IV. („der Schreckliche“) die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit abreißen und an deren Stelle die Basiliuskathedrale errichten lassen.

Der überaus rege Handel auf dem „Platz der Heiligen Dreifaltigkeit“ führte dazu, dass er mit immer größer werdenden Marktständen, Handwerkerbuden und -zelten zugebaut wurde. Immer wieder gab es Erlässe der Zaren, bestimmte Bauten abzureißen und die Errichtung von Häusern auf dem Platz im Folgenden zu unterlassen. Doch das nützte wenig. Die Bauten entstanden stets von neuem und immer wieder gab es Großbrände. Deshalb trug der Platz seit dem Ende des 16. Jh. den Namen „Poschar“ (Пожар, Russisch für Brand).

In der zweiten Hälfte des 17. Jh. wurden rund um den „Poschar“ einige ausgesprochen schöne Gebäude errichtet; das südliche Ende des Platzes schmückte die Kirche der Heiligen Mutter Gottes. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten historischen Dokumente, in denen der Platz erstmalig unter seinem heutigen Namen Krasnaya Ploschad, also „der Schöne Platz“, geführt wird. Praktisch die gesamte nachfolgende Entwicklung des Platzes wurde dadurch motiviert, diesem Namen auch gerecht zu werden. Die Bezeichnung „Roter Platz“ hat weder einen Bezug zur Zeit des Kommunismus in Russland noch zur Farbe der Kremlmauern und -türme, deren Anstrich bis zum 19. Jahrhundert weiß war. Der Name ist schon im 16. Jahrhundert belegt und bedeutet eigentlich „schöner Platz“: das Adjektiv „красный“ (krasny) bedeutete ursprünglich „schön“, im Laufe der Zeit hat es jedoch die Bedeutung „rot“ angenommen und wird heute in der Alltagssprache auch nur noch in dieser Bedeutung gebraucht. Dies führt zu irrigen Annahmen zur Namensherkunft selbst bei Russen und zur etwas irrtümlichen Übersetzung als „Roter Platz“ im Deutschen und anderen indogermanischen Sprachen.

Der Handel wurde im Laufe der Zeit immer lebhafter. Bereits im 17. Jh. wurde hier unter anderem mit gedruckten Büchern und Holzschnitten gehandelt. Zu dieser Zeit hieß der Platz im Volksmund auch Torgowaja (Торговая), also „Handelsplatz“.

Richtig offiziell wurde der heutige Name „Schöner Platz“ tatsächlich erst im 19. Jh. Aus dieser Zeit stammt vermutlich auch die falsche Übersetzung ins Deutsche.

Baudenkmäler von Nowgorod und Umgebung (K/1992)

Weliki Nowgorod ist umgeben von weitläufigen Moor- und Waldgebieten, in denen insbesondere Torf abgebaut wird. Sehenswert ist die gesamte Altstadt zu beiden Seiten des Wolchow. Im Westen liegt unter anderem der Kreml aus dem 11. Jahrhundert und zahlreiche Kirchen, darunter die Sophienkathedrale. Im Osten liegt der Jaroslawl-Hof mit vielen schönen Bauten. Die Altstadt birgt viele Klöster, darunter ganz besonders das Juriew-Kloster von 1030 und das Antonius-Kloster, sowie das Zverin Kloster und das Peryn Kloster. Ein Freilichtmuseum für Holzarchitektur veranschaulicht die Holzarchitektur Russlands.

Geschichts- und Kulturdenkmäler auf den Solowetzky-Inseln am Weißen Meer (K/1992)

Die Solowetzky-Inseln (Russisch: Соловецкие острова/Solowezkije ostrowa) sind eine aus sechs größeren (bewohnten) und mehreren kleineren und unbewohnten Inseln bestehende russische Inselgruppe im Weißen Meer. Als Alexander Solschenizyn den Begriff Archipel Gulag prägte, dachte er an den Archipel Solowki. Das Lager Solowki war Russlands erstes großes Häftlingslager, das Modell des sowjetischen Lagersystems. Die Inseln liegen im Weißen Meer etwa 530 Kilometer nördlich von St. Petersburg und 160 Kilometer südlich des Polarkreises. Die Halbinsel Kola befindet sich gut 150 Kilometer weiter nördlich. Vom russischen Festland aus kommend, aus Richtung der kleinen Stadt Kem, ist das erste was man von den Solowetzky erblickt ein Umriss in weiter Ferne, mit vielen kleinen vorgelagerten Inseln, je näher das Boot den Inseln kommt, ußer wird der aus der Ferne bereits sichtbare Kreml. Das Kloster wurde im Jahre 1429 auf der Hauptinsel von den Mönchen Sawatij, German und Zosima gegründet, und stellte eines der wichtigsten wirtschaftlichen, politischen, kulturellen und militärischen Zentren der Region dar. Inzwischen werden die Klosteranlagen wieder von russisch-orthodoxen Mönchen bewohnt; ein Gefängnis befindet sich nicht mehr auf den Inseln. Die Inseln und ihre historischen Bauwerke können von Touristen im Rahmen geführter Ausflugstouren besucht werden.

Kreml und Kathedrale von Wladimir, Kreml, Klöster und Kirchen von Susdal und Kideksha (K/1992)

Im Gegensatz zu den meisten anderen westrussischen Großstädten wird Wladimir nicht von der Industrie dominiert, wichtigster Wirtschaftszweig ist der Tourismus. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen die Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale, das Goldene Tor, ein altes Stadttor, die Demetriuskathedrale als letztes Zeugnis der fürstlichen Residenz, das Fürstinnen-Kloster, das Kloster Bogoljubowo ebenfalls mit Überresten eines Schlosses und nicht weit des Stadtzentrums die schöne Mariä-Schutz-Kirche an der Nerl von 1165, die Andrei Bogoljubski in nur einem Sommer errichten ließ, sowie weitere Kirchen und Klöster und wunderschöne Profanbauten.

Von besonderer kunsthistorischer Bedeutung sind zwei Werke Andrei Rubljows: Ein Fresko mit einer Darstellung des Jüngsten Gerichts und seine „Wladimirskaja“ - eine Ikone. Die Darstellung vom jüngsten Gericht findet sich im hinteren Teil der Maria-Himmelfahrtskathedrale. Anders als in den meisten anderen Darstellungen des jüngsten Gerichts gibt es aber nicht Gerettete und Verdammte sondern nur Gerettete - zweifellos Ausdruck der theologischen Überzeugung Rubljows. Das Fresko ist renovierungsbedürftig.

Rubljows „Wladimirskaja“, eine Ikone der Muttergottes mit Jesus am Arm findet sich im neben der Kathedrale liegenden Museum. Sie ist eine Kopie der berühmten aus Kiew nach Wladimir und von Wladimir nach Moskau verbrachten „Wladimirskaja“, die aber von Rubljow adaptiert wurde.

Fernab von Industrien und Hauptverkehrsadern konnte die Stadt Susdal ihr historisches Bild bis heute weitgehend beibehalten, darüber hinaus finden sich in der Museumsstadt auch alte Bauwerke, die aus anderen Landesteilen stammen und hier wiederaufgebaut wurden.

Der Susdaler Kreml, die Muttergottes-Geburts-Kathedrale mit den fünf blauen Kuppeln und dem Erlöser-Euthymios-Kloster wurden zum Weltkulturerbe erklärt.

In Susdal sind drei große Klöster erhalten. Im Zentrum der Stadt liegt das Maria-Gewandsniederlegungs-Kloster. Im Norden der Stadt, außerhalb der alten Stadt Susdal liegen an gegenüberliegenden Ufern des Kamenka-Flusses das Erlöser-Jewfimi Mönchskloster und das Maria-Schutz Nonnenkloster, die beide noch als Kloster genutzt werden. Sie sollen der Legende nach durch einen unterirdischen Gang verbunden sein.

Das 1352 gegründete Erlöser-Jewfimi Kloster beherbergt viele sakrale Gebäude aus dem 16. und 17. Jahrhunderts, ein Sammlung alter russischer Bücher, unter anderem auch ein Exemplar des ersten auf russisch gedruckten Buches „Apostol“, und das Grab des Fürsten Dimitri Posharski, des Helden des russischen Aufstandes 1612 gegen die polnische Fremdherrschaft während der Wirren der Smuta. Das Kloster diente von 1764 bis in die 1950er Jahre als Gefängnis für politische und religiöse Abweichler und während des Zweiten Weltkrieges als Kriegsgefangenlager der Roten Armee und war davor und danach Teil des Gulag-Systems.

Die Gebäude des 1364 gegründeten Maria-Schutz-Kloster entstammen ebenfalls dem 16. und 17. Jahrhundert. Es war ein bekannter Verbannungsort für Frauen aus aristokratischen Kreisen. So waren hier unter anderem Ehefrauen der Zaren Iwan III. dem Großen, Wassili III. und Peter I. dem Großen inhaftiert.

Ebenfalls sehr sehenswert ist das Ikonenmuseum sowie die wiederaufgebauten Blockhäuser, Holzkirchen und Windmühlen im Freilichtmuseum.

Befestigtes Kloster der heiligen Dreifaltigkeit und des heiligen Sergius in Sergiev Posad (K/1993)

Das Kloster der Heiligen Dreifaltigkeit und des Heiligen Sergij in der rund 80 km nordöstlich von Moskau gelegenen Stadt Sergiev Posad (während der Sowjetzeit: Sagorsk) ist eines der bedeutendsten religiösen Zentren der russisch-orthodoxen Kirche.

Es war von 1946 bis 1988 Sitz des Patriarchen von Moskau und ganz Russland. Das Kloster wurde 1340 vom Heiligen Sergij von Radonesch gegründet. Die wichtigste Feier des zur Lawra erhobenen Klosters ist das Dreifaltigkeitsfest, zu dem Gläubige aus der ganzen Umgebung, manche sogar aus weit entfernten Regionen, zur Heiligen Ölung pilgern.

Die 1422 erbaute Dreifaltigkeitskathedrale ist das älteste Gebäude des Klosters und wurde über dem Grabmal des Heiligen Sergij errichtet. Auf einen bescheidenen Vorraum folgt der Kirchenraum mit einer prächtigen Ikonostase, die den Altar von der Kirchengemeinde trennt. Die Ikonenreihen erzählen, von oben nach unten und von links nach rechts gelesen, die biblische Geschichte in Bildern. Der Mönch Andrej Rubljow hat die Ikonostase und den Innenraum ausgeschmückt. Rechts von dem zum „Königreich Gottes“ führenden „Zarentor“ hängt die Haupt-Ikone: die Dreifaltigkeits-Ikone.

Wie in allen orthodoxen Klöstern wird die Gottesmutter Maria sehr verehrt. Rechts neben der Ikonostase steht ein Sarkophag. Hier ruht der Heilige Sergij von Radonesch.

Das Kloster hat jahrhundertelang Kunstschätze gesammelt, darunter kostbare Ikonen. Später kam hinzu, was von alten zerstörten Kirchen übrig blieb. Zum Beispiel das „Zarentor“ aus der Schule des Andrej Rubljow: die Ikonenmalerei gehört bis heute zur Tradition in der Umgebung von Sergiev Posad. Das Kloster wurde von Zaren und Bojaren reich beschenkt. In einem Buch sind die Namen der Spender verzeichnet. „Je größer die Sünden, desto reicher die Gaben.“ Ein Beispiel: eine gestickte Decke; sie war für einen Sarkophag bestimmt. Durch feinste Stickereien versuchte man, Damast und Brokat der Syrer nachzuahmen, das Geschenk einer wohlhabenden Familie, die sich vermutlich einen Platz im Paradies erkaufen wollte.

Überreich wurde das Kloster von Boris Godunow beschenkt. Angeblich soll sein schlechtes Gewissen ihn bewogen haben, die Ikone der Dreifaltigkeit verschwenderisch mit Gold und Edelsteinen verkleiden zu lassen. Boris Godunows Neigung zur Prachtentfaltung hat eine ganze Generation von Juwelieren beschäftigt, und es wurde ein völlig neuer Stil entwickelt. Zar Boris Godunow ist mit seiner Familie im Klosterhof beigesetzt worden.

Das Kloster wurde 1917 verstaatlicht. Die Mönche mussten fliehen und sich verstecken. Viele von ihnen wurden ermordet. Andere fanden Unterschlupf in den alten Mauern des nahen Klosters Tschernígowski Skit. Zur Lawra gehörten einst viele Einsiedeleien und kleine Klöster, die so genannten Skiten, die alle in Sichtweite voneinander lagen. Im Jahr 1943 konnte das religiöse Leben in der Lawra der Heiligen Dreifaltigkeit wieder aufgenommen worden.

Auferstehungskirche in Kolomenskoe (K/1994)

Kolomenskoe (Russisch: Коломенское) ist eine alte Zarenresidenz südöstlich der Moskauer Innenstadt, die in den früheren Jahrhunderten auf dem damals wichtigen Weg nach Kolomna lag. Die malerische Umgebung am Moskwa-Fluss wurde in den 1960ern in das Stadtgebiet aufgenommen. Das Dorf Kolomenskoe wurde erstmals im Testament des Moskauer Großfürsten Iwan Kalita im Jahr 1339 erwähnt. Im Lauf der Zeit entwickelte sich das Dorf zu einem beliebten Landsitz der Moskauer Herrscher. Das älteste erhaltene Bauwerk ist die einzigartige Auferstehungskirche (1532) aus weißem Stein, die zum Gedenken an die langersehnte Geburt des Thronfolgers, des späteren Zaren Iwan der Schreckliche, errichtet wurde. Als erste Steinkirche zeltartiger Form kennzeichnete die „Weiße Säule“ einen gewagten Bruch mit der in Russland bis dahin vorherrschenden byzantinischen Architekturtradition.

Die Kirche basiert auf einem niedrigen kreuzförmigen Erdgeschoss, dann folgt ein verlängerter „Četverik“ (oktagonaler Körper) und dann ein oktagonales Zelt, gekrönt durch eine kleine Haube. Die schmalen Pilaster auf den Seiten des Četverik, die pfeilförmigem Fensterrahmen der drei Reihen der Kokoschniki, der ausgeglichene Rhythmus der Treppenarkaden und der offenen Galerien unterstreichen die dynamische Tendenz dieses Meisterwerks der russischen Architektur. Es wird angenommen, dass der vertikale Aufbau des Bauwerks und sein weltweit erstes steinernes zeltförmiges Dach von den hölzernen Kirchen des russischen Nordens übernommen wurden.

Urwälder von Komi (N/1995)

Beschreibung siehe oben

Baikalsee (N/1996)

Beschreibung siehe oben

Vulkan-Region von Kamtschatka mit dem Naturpark Kluchevskoy (N/1996; 2001 erweitert)

Beschreibung siehe oben

Goldene Berge des Altai in Südsibirien (N/1998)

Beschreibung siehe oben

Westlicher Kaukasus (N/1999)

Beschreibung siehe oben

Kreml von Kazan (K/2000)

Die Stadt Kazan gilt als architektonische Perle, die Orient und Okzident in sich vereint. Der Kreml gilt als einer der schönsten überhaupt. Im Kreml steht der ehemalige Gouverneur-Palast der von 1843 bis 1853, an der Stelle des Khan-Palastes vom russischen Architekten Konstantin Andrejewitsch Thon errichtet wurde. Darüber hinaus errichtete Thon auch die neben dem Kreml stehende Schlosskirche. Anlässlich des erfolgreichen Feldzuges nach Kasan ließ Iwan IV. eine Kathedrale in Moskau errichten: die Basilius-Kathedrale auf dem roten Platz. Gleichzeitig wurde auf Befehl des Zaren eine kleine hölzerne Kirche im Kasaner Kreml gebaut, die schon nach drei Tagen fertig war. Später wurde diese Kirche umgebaut, und seit ca. 1556 steht im Kasaner Kreml eine prachtvolle orthodoxe Kathedrale: die Mariä-Verkündigungs-Kathedrale. Diese Kathedrale ist das älteste Baudenkmal im Kreml.

Nahe der Mariä-Verkündigungs-Kathedrale befindet sich ein Turm aus rotem Ziegelstein: der Sujumbike-Turm, der nach der letzten Kasaner Zarin Sujumbike benannte Turm entstand im 18. Jahrhundert. Hinter dem Turm befindet sich ein Mausoleum mit den Sarkophagen der tatarischen Khane.

Anlässlich des 1.000-jährigen Bestehens im Jahre 2005 wurden der Kreml und andere Gebäude renoviert.

Der Hauptturm des Kasaner Kremls ist der Spasski-Turm oder Erlöser-Turm. Dieser Turm wurde im 19. Jahrhundert errichtet. Aber nach der Meinung einiger bekannten Architekten stammt das erste Stockwerk des Turmes aus dem 16. Jahrhundert und wurde noch von den russischen Baumeistern Postnik Jakowlew und Iwan Schirjaew erbaut. Bis zur Revolution 1917 befand sich im obersten Stockwerk eine Kapelle und noch heute kann man die Umrisse von Kirchenfenstern erkennen. Ganz oben auf dem Turm ist ein Stern angebracht, der in den 30-er Jahren aufgestellt wurde. Heute streitet man darüber, ob der Stern an dieser Stelle passend ist. Aber die Regierung ist der Meinung, dass ein Kreuz die Tataren und ein Halbmond die Russen beleidigen könnte.

Kloster Ferapontov (K/2000)

Das 1398 von dem Mönch Ferapont gegründete Kloster besteht aus 6 Steinbauten des 15. bis 17. Jahrhunderts umgeben von einer steinernen Mauer und liegt im Kreis Kirillow der Region Vologda. Sämtliche Bauten und Fresken des Ferapontov Klosters stellen in ihrer Einheit die Idee der Gottesverwirklichung dar.

Das Kloster spielte eine große politische Rolle in der Zeit der Erweiterung des Grossen Moskauer Fürstentums und der Entstehung des russischen Staates. Ende des 15. Jahrhunderts - Anfang des 16. Jahrhunderts wurde das Ferapontov Kloster zum geistigen und kulturellen Zentrum der Region, zu einem der berühmtesten Klöster im Norden, dessen hohe geistliche Autorität selbst in Moskau geachtet wurde.

Die ganze Anlage und die Landschaft um das Kloster haben sich im Laufe der Jahrhunderte fast nicht verändert.

Besonders berühmt ist das historische Bauensemble aus dem 15. Jahrhundert, durch die einmalige monumentale Wandmalerei in der Kathedrale zur Geburt der Gottesmutter, geschaffen 1502 vom Moskauer Heiligenmaler Dionissi und seinen Söhnen. Es ist das einzige erhaltene Freskenensemble aus der Blütezeit der nationalen Kunst in ganz Russland. Von den großen Werken Theophanes des Griechen und Andrej Rubljows sind nur wenige erhalten geblieben. Weder die Natur noch der Mensch konnten jedoch dem Wunderwerk von Dionissi etwas anhaben. Die Gesamtfläche der Wandbilder beläuft sich auf 600 qm.

Kurische Nehrung (K//2000)

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Naturschutzgebiet Zentral-Sikhote-Alin (N/2001)

Beschreibung siehe oben

Uvs-Nuur-Becken (N//2003)

Beschreibung siehe oben

Zitadelle, Altstadt und Festung von Derbent (K/2003)

Die Zitadelle, Altstadt und Festung von Derbent waren Teil des nördlichen Grenzwalls des Sassanidenreiches. Die zwischen zwei parallel verlaufenden Wällen am Ufer des Kaspischen Meeres angelegte Verteidigungsanlage wurde im 5./6. Jahrhundert von den Persern gegründet. Derbent besaß noch im 19. Jahrhundert große strategische Bedeutung.

Naturreservat Wrangel-Insel (N/2004)

Beschreibung siehe oben

Kloster Novodevichy (K/2004)

Das Novodevichy-Kloster oder Neujungfrauenkloster (Russisch: Новодевичий Богородице-Смоленский женский монастырь) in Moskau ist neben dem Dreifaltigkeitskloster von Sergijew Posad das wohl bekannteste russische Kloster. Seinen Namen erhielt es zur Unterscheidung vom alten Frauenkloster, dem Himmelfahrtskloster im Kreml. Es liegt in einer Biegung der Moskwa, etwa 4 km südwestlich des Stadtzentrums.

Das im so genannten Moskauer Barock im 16. und 17. Jahrhundert errichtete Novodevichy-Kloster im Südwesten Moskaus ist eng mit der Geschichte des Kremls verbunden und wurde von den Frauen der Zarenfamilie und des russischen Adels genutzt. Der früheste Bau der Klosteranlage ist die 1524 bis 1525 angeblich von dem italienischen Architekten Aloisio da Milano errichtete Smolensker Kathedrale. Es handelt sich um eine traditionelle Kreuzkuppelkirche mit sechs Säulen, fünf Kuppeln und drei Apsiden. Sie ist von drei Seiten mit einer breiten Galerie umgeben, an die im 17. Jh. an der Nord- und Südseite überdachte Treppenaufgänge angebaut wurden. In dem hohen Sockelgeschoss befindet sich die Gruft.

Die ersten Fresken der Smolensker Kathedrale entstanden zwischen 1526 und 1530. In der Folge wurden sie mehrfach erneuert, so etwa 1666 unter Boris Godunow durch Meister der Rüstkammer und einige Jahre später durch die Ikonenmaler I. Jelisarow und F. Karpow unter Leitung von Simon Uschakow. Aus der ersten Ikonostase (1598) sind die Ikonen der Festtagsreihe erhalten geblieben. Die heutige goldverzierte geschnitzte Ikonostase (1683–1685) mit fünf Reihen wurde von Meistern der Rüstkammer (unter Leitung von Ossip Andrejew, Klim Michailow und Stepan Sinowjew) im Auftrag der Regentin Sofia angefertigt.

In der Mitte der Kathedrale steht ein großes getriebenes Weihwasserbecken (1685).

Altstadt von Jaroslawl (K/2005)

Jaroslawl (Russisch: Ярославль) ist eine Stadt an der Wolga. Sie ist auch die Hauptstadt der Oblast Jaroslawl. Sie liegt im europäischen Teil des Landes 282 km nordöstlich von Moskau.

Jaroslawl liegt an einer Alternativstrecke der Transsibirischen Eisenbahn und ist eine der ältesten Städte des Landes. Im Mittelalter war Jaroslawl die Hauptstadt eines Fürstentums. Die Stadt wird zum „Goldenen Ring“ gezählt, einer Gruppe altrussischer Städte im europäischen Teil Russlands und ist ein beliebtes Touristenzentrum.

Die Altstadt von Jaroslawl ist bekannt für ihre mehr als 20 Kirchen aus dem 17. Jahrhundert. Sie ist ein Beispiel für die städtebauliche Reform, die Kaiserin Katharina die Große 1763 für ganz Russland anordnete. Die Stadt wurde im neoklassizistischen Stil renoviert und sternenförmig angelegt.

Struve-Bogen (K//2005)

Mit der Aufnahme des Struve-Bogens verzeichnen gleich zehn Länder einen gemeinsamen Eintrag in der Welterbeliste: Belarus, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, die Republik Moldau, Norwegen, Russland, Schweden und die Ukraine. Der Struve-Bogen ist eine Kette von geodätischen Messstationen von Hammerfest am Nordkap bis Ismail am Schwarzen Meer. In der Welterbeliste repräsentieren 34 der 265 Messstationen das gemeinsame Erbe der beteiligten Länder. Der Astronom Friedrich Georg Wilhelm Struve führte von 1816 bis 1855 die Meridianmessung durch und überbrückte eine Länge von 2820 Kilometern. Die Messung diente der exakten Bestimmung der Größe und Form unseres Planeten und war ein bedeutender Schritt für die Geowissenschaften. Der Struve-Bogen ist ein außergewöhnliches und frühes Beispiel für internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit.