Serbien

 

1. Übersicht

1.1 Landeskennzeichen
1.2 Internationale Telefon-Vorwahl
1.3 Allgemeine Informationen
1.4 Informationen zum Staatsaufbau
1.5 Einreise- und Zollbestimmungen
1.6 Währung und Geldwechsel
1.7 Gesundheit
1.8 Botschaften und Konsulate
1.9 Wichtige Telefonnummern

2. Reiseinformationen

2.1 Tourismus
2.2 Tourismus-Informationen
2.3 Links zum Thema Tourismus
2.4 Verkehr
2.5 Unterkünfte
2.6 Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken
2.7 Links: Weitere Informationen

3. Jugendarbeit

3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik
3.2 Jugendschutz, kinder- und jugendrelevante Gesetze, altersbezogene gesetzliche Bestimmungen
3.3 Weitere Informationen
3.4 Schulsystem und Bildungswesen

4. Natur und Kultur

4.1 Natur und Umwelt
4.2 Großschutzgebiete
4.3 Welterbestätten

 


 

1. Übersicht

1.1 Landeskennzeichen: SRB

 

1.2 Internationale Telefon-Vorwahl: +381

 

1.3 Allgemeine Informationen

 
Ländername: Serbien (Serbisch: Srbija, Србија), die offizielle Bezeichnung lautet Republik Serbien (Republika Srbija/Република Србија).
Fläche: 77.484 km²
Einwohner: ca. 7,5 Millionen (ca. 82,8 % Serben, ca. 3,9 % Ungarn, ca. 2,1 % Bosniaken bzw. „ethnische Muslime“, ca. 1,4 % Roma, ca. 0,9 % Montenegriner, ca. 0,9 % Kroaten, ca. 0,8 % Slowaken, ca. 0,8 % Albaner, ca. 0,5 % Vlachen, ca. 0,5 % Rumänen, ca. 0,4 % Mazedonier, ca. 0,3 % Bulgaren und ca. 4.000 Deutsche sowie Angehörige der weiteren insgesamt 21 Minderheiten)
Hauptstadt: Belgrad (Beograd/Београд), ca. 1,29 Millionen Einwohner
Weitere wichtige Städte: Niš (ca. 237.000 Einwohner), Novi Sad (ca. 192.000 Einwohner), Kragujevac (ca. 147.000 Einwohner), Subotica (ca. 101.000 Einwohner), Zrenjanin (ca. 81.000 Einwohner), Pančevo (ca. 77.000 Einwohner), Čačak (ca. 74.000 Einwohner), Kruševac (ca. 65.000 Einwohner), Leskovac (ca. 64.000 Einwohner)
Religionen: Serbisch-Orthodoxe (ca. 85 %), Katholiken (ca. 5 %), Moslems (ca. 3 %), Protestanten (ca. 1 %), andere Konfessionen bzw. Konfessionslose und Atheisten (ca. 6 %)
Amtssprache: Serbisch (geschrieben sowohl in lateinischer als auch in kyrillischer Schrift); daneben die Sprachen der Minderheiten
Währung: Serbischer Dinar (RSD/N. Din.), 1 Serbischer Neuer Dinar = 100 Paras
Geographische Lage: Serbien liegt zentral auf der Balkanhalbinsel. Es grenzt an Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Mazedonien, Kosovo, Montenegro, Bosnien und Herzegowina (Republika Srpska) und Kroatien.
 

1.4 Informationen zum Staatsaufbau

 
Republik, Rechtsnachfolger der Bundesrepublik Jugoslawien
 

1.5 Einreise- und Zollbestimmungen

 

Für die Einreise nach Serbien besteht für deutsche Staatsangehörige Passpflicht. Der Reisepass muss mindestens für die geplante Aufenthaltsdauer gültig sein, der Bundespersonalausweis wird nicht anerkannt. Da ein visumfreier Aufenthalt bis zu 90 Tagen zulässig ist, gehen die serbischen Grenzbehörden erfahrungsgemäß davon aus, dass auch die Gültigkeitsdauer des Reisepasses mindestens 90 Tage betragen muss.

Der Kinderausweis nach altem Vordruck bzw. der neue Kinderpass werden zur Einreise nach Serbien uneingeschränkt anerkannt, für die Einreise in den Kosovo bzw. bei Reisen über Ungarn wird allerdings unabhängig vom Alter des Kindes empfohlen, vor Reiseantritt einen neuen Kinderpass ausstellen zu lassen, sofern der bisherige Kinderausweis kein Lichtbild enthält.

Abgelaufene Reisepässe oder Kinderausweise werden grundsätzlich nicht anerkannt. In Serbien sind touristische Reisen bis zu 3 Monaten Dauer visumfrei (Achtung: Auf diese Dauer werden auch Aufenthalte im Kosovo angerechnet!). Bei längerem Verbleib oder Aufnahme einer Erwerbstätigkeit muss vor Reiseantritt ein Einreisevisum bei einer serbischen Auslandsvertretung eingeholt werden. Eine spätere Verlängerung der Aufenthaltsberechtigung durch die serbischen Inlandsbehörden ist nicht möglich.

Insbesondere Transitreisende durch Serbien, etwa mit Reiseziel Griechenland oder Türkei, werden dringend darauf hingewiesen, dass für deutsche Staatsangehörige in Serbien weiterhin Passpflicht besteht (Reisepass mit Gültigkeitsdauer von mindestens weiteren 90 Tagen; Bundespersonalausweis nicht ausreichend). Selbst wenn in Einzelfällen serbische Grenzbehörden gegen eine Gebühr von ca. 60 Euro Passierscheine („turisticka propusnica“) zur Ein- bzw. Durchreise ausstellen, sind Durchreisende an der mazedonischen Grenze erneut mit dem Problem konfrontiert, da auch dort Passpflicht für deutsche Staatsangehörige besteht. Die mazedonischen Grenzbehörden halten sich streng an die Passpflicht und stellen keine Passierscheine o. ä. Dokumente aus, mit der Folge, dass Transitreisende ohne Reisepass spätestens dann ihre Reise abbrechen bzw. längere Umwege in Kauf nehmen müssen.

Personen, die neben der deutschen auch die serbische Staatsangehörigkeit besitzen, werden von den serbischen Behörden ausschließlich als eigene Staatsangehörige betrachtet und sind verpflichtet, bei der Ein- und Ausreise serbische Reisedokumente zu benutzen.

Die allgemeine Wehrpflicht gilt in Serbien auch für dauerhaft im Ausland lebende Staatsangehörige. Männliche Doppelstaatsangehörige im wehrdienstpflichtigen Alter, die in Serbien keinen Militärdienst abgeleistet haben, müssen deshalb bei der Einreise mit Festnahme und strafrechtlicher Verfolgung rechnen.

Ausländer müssen sich in Serbien innerhalb von 24 Stunden am Ort des Aufenthaltes polizeilich anmelden. Dabei wird eine Bescheinigung für Nachweiszwecke ausgestellt. Verstöße gegen die Meldepflicht werden u. U. streng geahndet bzw. können zu Problemen bei der Ausreise führen. Bei Unterkunft in einem Hotel wird die Anmeldung von diesem übernommen.

Die Einfuhr von Bargeld in Landeswährung in die Republik Serbien ist auf 120.000 Dinar (nur in Banknoten bis 1.000 Dinar Nennwert) beschränkt.
Die Einfuhr von Devisen nach Serbien ist in unbeschränkter Höhe möglich. Beträge ab dem Gegenwert von 5.000,- Euro sind bei der Einreise unbedingt anzumelden und der darüber ausgestellte Beleg bis zur Ausreise aufzubewahren. Verstöße gegen die Anmeldepflicht werden bei der Ausreise mit Devisenbeschlagnahmung geahndet.

Reisegepäck und Waren des persönlichen Bedarfs können nach Serbien vorübergehend zollfrei eingeführt werden, müssen jedoch wieder ausgeführt werden. Bei bestimmten Gegenständen (Kameras, Laptops o. ä.) bestehen zahlenmäßig Beschränkungen. Zur Vermeidung von Problemen bei der Wiederausfuhr wird empfohlen, höherwertige Gegenstände bei der Einreise anzumelden und die Zollbehörden um Fertigung einer beglaubigten Einfuhrliste zu bitten.
Die Ein- und Durchfuhr von Benzin und Dieselkraftstoff in Kanistern ist in Serbien nur bis zu einer Menge von 5 l zulässig.

Weiterhin bestehen in Serbien für folgende Warengruppen Beschränkungen bei der zollfreien Einfuhr: Alkoholika (2 l Wein oder 1 l Spirituosen über 22%), Tabakwaren (200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250 g Rauchtabak), 1 l Parfum oder Eau de Toilette.
Gegenstände von archäologischem oder künstlerischem Wert dürfen nur mit vorheriger Genehmigung der zuständigen serbischen Behörde ausgeführt werden. Dies gilt auch für Jagdtrophäen.
Haustiere dürfen nur mit gültigem Gesundheits- und Impfnachweis eingeführt werden.
(Jagd-) Waffen mit zugehöriger Munition können in Serbien nur im Rahmen von in Serbien organisierten Gruppenreisen ein- und ausgeführt werden. Funkgeräte dürfen nur mit vorheriger Genehmigung der zuständigen serbischen Behörden eingeführt und genutzt werden.

Im Gegensatz zur früheren Gesetzeslage sind seit 01.01.2006 sexuelle Handlungen an Minderjährigen (also Personen vor Vollendung des 18. Lebensjahres) in jedem Falle strafbar.
Der Erwerb, Verkauf oder Besitz von Drogen wird in Serbien streng geahndet. Dies gilt auch für ausschließlich zum Eigenbedarf bestimmte kleinere Mengen.

In Teilen Südserbiens (Region um Presevo, Bujanovac und Medvedja) ist von einer latent gespannten Sicherheitslage auszugehen. Im Falle von Unruhen im Kosovo ist ein Übergreifen auf die albanisch besiedelten Regionen Südserbiens nicht völlig auszuschließen.

 

1.6 Währung und Geldwechsel

 

Die offizielle Währung in Serbien ist der Dinar. Der Euro ist in Serbien nicht als Zahlungsmittel zugelassen. Zahlungen in ausländischer Währung an Deviseninländer sind nicht zulässig. Es sind Banknoten zu 10, 20, 50, 100, 200, 500, 1000 und 5000 Dinar und Münzen zu 50 Paras und 1, 2, 5, 10 und 20 Dinar im Umlauf. Aktuelle Wechselkurse sind im Internet unter www.oanda.com/convert/classic einzusehen.

In Serbien kann nicht überall mit Kreditkarten ausländischer Banken bezahlt werden. Die Geldversorgung über EC-Karte ist außerhalb der Großstädte und der touristisch erschlossenen Gebiete nur begrenzt möglich. Es wird daher empfohlen, bei Reisen in diese Gebiete ausreichend Bargeld mit sich zu führen.

In serbischen Enklaven kann auch mit Dinar bezahlt werden. Zahlungen mit EC-Karte oder anderen Kreditkarten sind nicht möglich, internationale Geldautomaten existieren nicht. Es wird daher empfohlen ausreichende Barmittel mitzuführen.

Geldüberweisungen sind mittels WESTERN UNION möglich.

1.7 Gesundheit

Empfohlene Impfungen

Es wird empfohlen sich gegen Hepatitis A und gegebenenfalls B impfen zu lassen. Dies wird für Kinder generell empfohlen. Außerdem besteht im Sommer die Möglichkeit einer Infektion mit Borreliose oder Frühjahr-Sommer-Meningo-Encephalitis (FSME) durch Zeckenbisse. Einen allgemeinen Schutz gegen Borreliosebieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel. Gegen die FSME kann man sich impfen lassen, was insbesondere bei Langzeitaufenthalten oder für Risikogruppen empfehlenswert ist. Seit einigen Jahren tritt in Südserbien vereinzelt auch das hämorrhagische Kongo-Krim-Fieber auf. Auch Tollwut kommt landesweit vor, die Überträger sind u. a. Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Bei längerem Aufenthalt und Arbeitsgenehmigung muss in der Regel das Ergebnis eines HIV-Testes nachgewiesen bzw. ein Gesundheitszeugnis vorgelegt werden. Touristen sind davon nicht betroffen.

 
Medizinische Versorgung

Eine medizinische Versorgung nach deutschem Standard ist in Serbien nicht gewährleistet. Auch Krankenhäuser verfügen nicht immer über adäquate Ausstattung und sind mitunter nicht in der Lage, Patienten mit bestimmten Krankheitsbildern angemessen medizinisch zu versorgen. Die Hygiene lässt im Allgemeinen zu wünschen übrig. Lediglich in der Hauptstadt Belgrad existiert eine Reihe öffentlicher und privater Kliniken und Praxen mit zufriedenstellender Ausstattung. Serbische medizinische Einrichtungen erheben für die Behandlung von Ausländern oft im Vergleich zu Inländern erheblich höhere Gebühren. Eine kostenlose Behandlung auf Auslandskrankenschein/Patientenkarte ist nicht möglich. Es wird generell empfohlen eine Reisekrankenversicherung und Reiserückholversicherung abzuschließen.
Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den Temperaturen entsprechend geschützt werden.

 

1.8 Botschaften und Konsulate

 
Botschaft der Republik Serbien
Adresse: Taubertstraße 18, Berlin 14193
Telefon: 030-8 95 77 00
Fax: 030-82 5 22 06
E-Mail: vidvndvfdvodv@dvbdvodvtdvsdvcdvhdvadvfdvtdv-dvsdvmdvgdv.dvddved
Bürozeiten: Mo-Fr 9-13.00 Uhr, Mi auch 15-18.00 Uhr

 

 

 

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
Adresse: Ulica Kneza Milosa 76, 11000 Beograd
Telefon: (00381 11) 306 4300
Fax: (00381 11) 306 4303
E-Mail: 1io1no1fo1oo1@o1bo1eo1lo1go1ro1ao1do1.o1do1io1po1lo1oo1.o1do1eo
Website: www.belgrad.diplo.de
 

Die Adressen sämtlicher Konsulate und der Außenstellen können unter www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laender/Serbien.html bei Vertretungen Serbien und Deutsche Vertretungen abgerufen werden.

 

1.9 Wichtige Telefonnummern

 
Notrufnummern

Notruf: 112, Rettungsdienst: 94, Feuerwehr: 93, Polizei: 92, ADAC-Auslandsstation in Serbien: (011) 42 27 07
Telefonauskunft (national): 988 oder 011988 (für die Region Belgrad) oder 011989
Landesvorwahl von Deutschland nach Serbien: +381
Landesvorwahl von Serbien nach Deutschland: +49

 

Nutzbarkeit deutscher Mobiltelefone

GSM 900/1800 Mobilfunknetz. Hauptanbieter die auch mit den meisten deutschen Anbietern Roaming-Verträge haben: Telekom Srbija und Telenor D.o.o. (MOBTEL). Genauere Informationen können unter www.gsmworld.com/roaming/gsminfo/cou_rs.shtml abgerufen werden.

 

2. Reiseinformationen

2.1 Tourismus

Obwohl Serbien als ehemalige Teilrepublik Jugoslawiens auf der Landkarte seit vielen Jahrhunderten einen festen Platz einnimmt, ist die Region selbst innerhalb Europas, bedingt durch die jüngere Vergangenheit, ein „neues" Reiseland. Um den „weißen Fleck" auf der touristischen Weltkugel mit Leben zu füllen, hat die Nationale Tourismusorganisation eine deutschsprachige Broschüre unter dem schlichten Titel „Serbien" herausgebracht. Der 36-seitige, durchgehend vierfarbig gestaltete und zahlreich bebilderte Reiseführer erlaubt einen Einblick in die Vielfalt dieses „jungen“ Reiseziels. Vorgestellt werden in Wort und Bild nicht nur die bekannten Ziele Belgrad und Novi Sad, sondern auch Naturparks, Weinanbaugebiete, der serbische Teil der Donau und vieles mehr. Die kostenfreie Broschüre kann telefonisch unter 00381/11/3238540 oder per E-Mail vnevtevoevsev@evyevuevbevcev.evneveevte bestellt werden (siehe auch 2.2 Tourismus-Informationen).

Nach dem Zerfall Jugoslawiens hielten sich die Touristen wegen des Bürgerkrieges 1991 bis 1995 weitgehend fern von Serbien. Während 1987 noch 4.5 Millionen Touristen Serbien besuchten, waren es im Jahr 2005 nur noch etwas mehr als 400.000. Die Regierung hat für die touristische Entwicklung Serbiens im Jahr 2006 einen Etat von 50 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Die Entwicklung des Tourismus und seines wirtschaftlichen Potentials hat also eine hohe Priorität in Serbien.

Die touristischen Hauptziele in Serbien sind die Großstädte Belgrad und Novi Sad, zahlreiche Kurorte, die Gebirge Kopaonik und Zlatibor sowie die Donau. Des Weiteren bieten sich in Serbien zahlreiche Festungen und Klosteranlagen, Schluchten, von denen das Eiserne Tor die größte ist, Seen und Grotten zur Besichtigung an. Viele dieser geografischen Besonderheiten sind als Nationalpark bzw. Naturschutzgebiet unter Schutz gestellt.

Es gibt aber auch die Möglichkeit in Serbien einen Urlaub auf dem Lande zu verbringen. Auf diesem Wege bietet sich eine Gelegenheit das Leben auf dem Bauernhof und althergebrachte Methoden der Herstellung von Kleidung oder Nahrung, wie etwa von Schinken, Käse, Stoffen, Kleidung, Geschirr oder Werkzeugen kennen zu lernen oder sich daran zurückzuerinnern. Laut Francesco Frangialli, dem Generaldirektor des Welttourismusverbands (WTO), soll Serbien in den nächsten Jahren gerade in diesem Bereich gefördert und auf dem internationalen Touristikmarkt präsentiert werden.

Die Gebirge in Zentralserbien sind ein hervorragender Ort zum Skifahren. Nicht usterreichische Unternehmen im Jahre 2003 hunderte von Millionen Euro in die dortigen touristischen Standorte. Der Staat ist zudem am Ausbau neuer Skigebiete interessiert.

Serbien verfügt über mehr als 50 Kurorte und über 1.300 natürliche und künstliche Mineral- und Thermalquellen, über etwa ein Dutzend Bergspitzen von über 2.500 m Höhe und über die unversehrtesten Wälder in ganz Europa. Dementsprechend bietet sich Serbien auch Gesundheits- bzw. Kurtouristen als Zielort an. Naturliebhaber kommen allemal auf ihre Kosten.

Kulturtouristen können in Serbien einige der schönsten europäischen Kirchenfresken finden, zudem zieren zahlreiche Burgen die Landschaft, vor allem entlang der Donau. In Serbien befindet sich auch die größte europäische Burg in einer Ebene. Gleich mehrere römische Siedlungen und Bauwerke der Kaiser Trajan, Justinian, Konstantins des Großen und einiger anderer römischer Kaiser befinden sich in Serbien. Auch einige der bedeutendsten archäologischen Fundstätten der Prähistorie Europas liegen in Serbien.

 

2.2 Tourismus-Informationen

 

Die aus anderen Ländern bekannten klassischen Touristen-Informations-Center gibt es in Serbien in vielen Städten (noch) nicht. In Belgrad gibt es ein paar Adressen, über die man Tourismus-Informationen erhalten kann (Adressen unter der Website der Touristischen Organisation Belgrads). Ansonsten gibt es an den Flughäfen Schalter an denen Informationsbroschüren ausliegen. Man findet Infomaterial aber auch z. B. in den Lobbys von Hotels oder bei lokalen Reisebüros („Travel-Agencies“). Wegbeschreibungen zu und Informationen über besondere Sehenswürdigkeiten der Region kann man aber auch bei der lokalen Bevölkerung erfragen.

 

Vorabinformationen können über drei Stellen bezogen werden, das Ministerium für Tourismus von Serbien, die National Tourism Organization of Serbia und die Touristische Organisation Belgrads.

 

Ministerium für Tourismus von Serbien
Adresse:
Nemanjina 22-26, CS-11000 Beograd
Telefon: (011) 361 88 52 oder 361 05 79

Fax: (011) 361 02 58.
E-Mail: k4a4b4i4n4e4t4@4m4i4n4t4t4u4.4s4r4.4g4o4v4.4y4u4
Website: www.minttu.sr.gov.yu

 

National Tourism Organization of Serbia (NTOS)
Adresse: Decanska 1/II, CS-11000 Beograd
Telefon: (011) 334 25 21
Fax: (011) 322 10 68.
E-Mail: xnixtixoixsix@ixyixuixbixcix.ixnixeixti
Website: www.serbia-tourism.org

 

Touristische Organisation Belgrads
Adresse: Dečanska 1, CS-11000 Beograd
Telefon: (011) 324 84 04 oder 324 83 10
Fax: (011) 324 87 70.
E-Mail: xizxnzxfzxozx@zxtzxozxbzx.zxczxozx.zxyzxuz
Website: www.tob.co.yu oder www.belgradetourism.org.yu

 

2.3 Links zum Thema Tourismus

www.osteuropa-infoseite.de/serbien.htm
www.turizamcg.zoom
www.serbia-tourism.org
www.hotels.co.yu
www.belgradetourism.org.yu
www.fruskagora-natl-park.co.yu
www.vojvodina.srbija-info.yu
www.kopaonik.net
www.jat.com
www.destinia.com/guide/die-welt/europa/serbien/1-30004-30240/main/de
 

2.4 Verkehr

Einreise

 

 

 

1. Bahn:
Alle aktuellen Zugverbindungen kann man sich – auf Wunsch mit allen Zwischenhaltestellen – über die Reiseauskunft der Deutschen Bahn anzeigen lassen (reiseauskunft.bahn.de/bin/query.exe/dn). Zu beachten ist, dass dabei natürlich auch Verbindungen vorgeschlagen werden, bei denen man durch Länder reist, für die ein Visum nötig ist. Man sollte also den Zuglauf beachten. Informationen zu den entsprechenden Ländern finden Sie auf traveleast.eu jeweils unter Punkt 1.5 (Einreise- und Zollbestimmungen).

 

 

 

2. Bus:
Internationale Busverbindungen starten bzw. enden eigentlich immer in Belgrad. Eurolines-Busse (Website: www.eurolines.com) fahren von und nach Serbien. Fahrplan- und Tarifinformationen sind bei der serbischen Eurolines-Generalvertretung (Eurolines Yugoslavia, Website: www.eurolines.co.yu) oder der Eurolines-Vertretung in Deutschland (Deutsche Touring GmbH, Adresse: Am Römerhof 17, D-60486 Frankfurt/M., Telefon: (069) 79 03 50, Fax: (069) 790 32 19, E-Mail: service@deutsche-touring.com, Website: www.deutsche-touring.com) erhältlich.

 

 

 

3. Auto:
Die Verkehrsvorschriften und besonders die Geschwindigkeitsbegrenzungen sollten beachtet werden, es gibt häufige Verkehrskontrollen. Alle Grenzübergänge haben rund um die Uhr geöffnet. Für den Transit durch bzw. den vorübergehenden Aufenthalt in Serbien wird der deutsche Führerschein anerkannt. Die Ausstellung eines internationalen Führerscheins ist in diesen Fällen nicht erforderlich.

Sofern der Fahrer des Kfz nicht identisch mit dem in den Kfz-Dokumenten eingetragenen Halter ist, muss eine beglaubigte Vollmacht des Halters mitgeführt werden.

Die grüne Versicherungskarte gilt seit 01.03.2002 wieder für Serbien, sofern die Länderangabe „YU, SCG oder SRB“ auf der Karte eingetragen und nicht gestrichen ist. Der Abschluss einer zusätzlichen Kfz-Haftpflichtversicherung bei einer serbischen Haftpflichtversicherung ist somit im Regelfall nicht mehr erforderlich. Sofern keine Grüne Versicherungskarte mit entsprechendem Eintrag vorliegt, kann an den Grenzübergängen weiterhin gegen eine Prämie von derzeit ca. 110,- Euro (zahlbar in Dinar) für PKW (+ gegebenenfalls Zuschläge für Anhänger oder Wohnwagen) eine Haftpflichtversicherung für 30 Tage abgeschlossen werden.

Ohne gültige Haftpflichtversicherung wird die Einreise per PKW nach Serbien verweigert.

Eine ADAC-Auslands-Notrufstation ist eingerichtet (Belgrad, Telefon: (011) 42 27 07). Sie bietet ADAC-Mitgliedern und Inhabern eines ADAC-Auslandskranken- und Unfallschutzes Hilfeleistungen bezüglich Hotels, Mietwagen, Fahrzeug- oder Krankenrücktransporte. Website: www.adac.de).

Bei Reisen in oder durch Serbien sind Mautgebühren zu zahlen. Landstraßen sind gebührenfrei. Autobahnen sowie autobahnähnlich ausgebaute Straßen hingegen sind gebührenpflichtig, wobei für Ausländer ungefähr doppelt so hohe Preise erhoben werden, wie für Inländer.

Pkw mit ausländischen Kennzeichen müssen derzeit auf der Transitstrecke Subotica - Belgrad - Nis - Leskovac für die Hin- und Rückreise jeweils den Gegenwert von ca. 30,- Euro, Pkw mit Anhänger und Kleinbusse je ca. 40,- Euro an Maut zahlen. Für die Transitstrecke Sid - Belgrad - Nis - Leskovac fällt derzeit jeweils der Dinar-Gegenwert von 25,- Euro bzw. 35,- Euro an Mautgebühren an. Die Maut kann in Serbien bisher nur mit Bargeld bezahlt werden. Es wird Zahlung in Landeswährung empfohlen, da bei Zahlung in Euro ein Rundungsaufschlag anfällt. Für die Zahlung der Maut in Euro bzw. für den an den Grenzen möglichen Geldtausch sollten kleine Scheine und Münzen mitgeführt werden. Von einem Ausweichen auf Landstraßen zur Umgehung der Mautgebühr wird wegen des schlechten Straßenzustandes abgeraten.

Informationen sind auch über die Vertretung des ADAC in Belgrad (Telefon: 00381-11-2422 801/707) erhältlich.

Bei Verwicklung von Ausländern in Kfz-Unfälle kommt es insbesondere bei Fällen von Personenschäden regelmäßig zur Inhaftierung ausländischer Fahrzeugführer und, insbesondere bei Todesfolgen auf serbischer Seite, nach gerichtlicher Feststellung der Schuld zu Verurteilungen mit mehrjährigen Haftstrafen, die entgegen deutscher Rechtsprechung nicht zur Bewährung ausgesetzt werden. Daher wird dringend empfohlen, sämtliche Verkehrsregeln, insbesondere die geltenden Höchstgeschwindigkeiten (Landstraßen 80 km/h, Autobahnen 120 km/h), streng zu beachten und umsichtig und ausgeruht zu fahren. Bei jedem Unfall muss in Serbien die Polizei gerufen werden, die ein Schadensprotokoll anfertigt, dass für Versicherungszwecke und ggf. Zollverfahren bei der Ausreise unerlässlich ist. Die Promillegrenze in Serbien beträgt 0,5 . Wegen der Schuldzuweisung bei Unfällen und der damit verbundenen möglichen Inhaftierung in Serbien wird jedoch dringend gänzlicher Verzicht empfohlen!

Bei Nachtfahrten durch Serbien besteht ein erhöhtes Risiko: U. a. die schlechtere Qualität des Straßenbelags sowie der Straßen- und Kfz-Beleuchtung erfordern höchste Aufmerksamkeit.

Fahrzeuge sollten wegen häufiger Diebstähle und Aufbrüche möglichst nur in verschlossenen Garagen oder auf bewachten Parkplätzen abgestellt werden. Im geparkten Fahrzeug sollten keine Reisedokumente oder Wertsachen oder anderes Gepäck zurückgelassen werden.

 

 

 

4. Schiff:
Die Donau (Website: www.danube-river.org) verbindet Serbien mit den anderen Donau-Ländern.

 

 

 

5. Flugzeug:
Die nationale Fluggesellschaft heißtYugoslav Airlines (JAT)(Website: www.jat.com) und bietet mehrmals wöchentlich Flugverbindungen von größeren deutschen Städten an. Die LTU fliegt von Düsseldorf und von Berlin nach Tivat. Germanwings fliegt von Köln/Bonn nach Belgrad. Belgrad wird auch von anderen größeren Fluglinien, unter anderem Lufthansa, Austrian Airlines und Swiss angeflogen.

Der internationale Flughafen Belgrad (BEG) (Website: www.airport-belgrade.co.yu) liegt 20 km westlich der Stadt. Die Flughafeneinrichtungen umfassen einen Duty-free-Shop, eine Bank, Mietwagenschalter, eine Post, Tourist-Information, Geschäfte, eine Wechselstube und ein Restaurant/Bar. Flughafenbusse und Taxis fahren zum Stadtzentrum (Fahrzeit 25 Min.).

Fortbewegung innerhalb des Landes

Ein ausgedehntes Fernbusnetz verbindet alle größeren Städte und Ortschaften in Serbien. Hauptanbieter ist Lasta (Website: www.lasta.co.yu). Saisonbedingt gibt es auch Sonderbuslinien. Im Winter werden Streckenverbindungen von Belgrad zu verschiedenen Wintersportgegenden angeboten.

Für den Transit durch bzw. den vorübergehenden Aufenthalt in Serbien mit dem eigenen Pkw wird der deutsche Führerschein (EU-Papier- bzw. Kartenformat) anerkannt. Die Ausstellung eines internationalen Führerscheins ist in diesen Fällen nicht erforderlich.

Bei Reisen in oder durch Serbien sind auf Autobahnen sowie autobahnähnlich ausgebauten Straßen Mautgebühren zu zahlen. Landstraßen sind gebührenfrei. Von einem Ausweichen auf Landstraßen zur Umgehung der Mautgebühr wird wegen des schlechten Straßenzustandes allerdings abgeraten.

Informationen sind auch über die Vertretung des ADAC in Belgrad (Telefon: 00381-11-2422 801/707) erhältlich.
Weitere Informationen zur Versicherung und was man bei Reisen mit dem Auto durch Serbien noch unbedingt beachten sollte sind unter dem Punkt Auto zu finden.

In größeren Städten sind die Busverbindungen gut, in Belgrad bietet das Städtische Verkehrsunternehmen (Website: www.gsp.co.yu) außerdem Straßenbahnen, Stadteisenbahnen und Oberleitungsbusse. Mehrfachfahrkarten können im Voraus in Tabakläden, in Kiosken oder direkt beim Busfahrer gekauft werden und müssen an Bord des jeweiligen Verkehrsmittels entwertet werden.

 

2.5 Unterkünfte

 

Deluxe-Hotels stehen im Wesentlichen in Belgrad zur Verfügung. Hotels der anderen Kategorien bieten oft sehr begrenzten Service. Die besten Hotels sind häufig ausgebucht, weshalb eine Vorausbuchung sehr zu empfehlen ist. Die Hotels in Serbien sind in folgende Kategorien unterteilt: Deluxe, A-, B-, C- und D-Klasse. Pensionen der 1., 2. und 3. Klasse findet man überall im Land. Gasthäuser, die auch Zimmer anbieten, gibt es an den meisten Hauptstraßen. Weitere Informationen sind von Reiseagenturen erhältlich.

Die Internetpräsenz des Jugendherbergsverbandes gibt immer noch Serbien und Montenegro als gemeinsames Reiseziel an. Im Allgemeinen ist es auch hier vorteilhaft, insbesondere während der Hauptsaison, die Zimmer im Voraus zu buchen. Campingplätze sind ebenfalls vorhanden.

2.6 Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken

Einkaufsmöglichkeiten

In Serbien wirklich gut einkaufen gehen kann man in Belgrad, Niš und Novi Sad. Die Großstädte bieten alles, was man braucht, teilweise auch zu sehr guten Preisen. Lebensmittel kauft man selbstverständlich auf den Wochenmärkten, die es auch in kleineren Gemeinden gibt, am frischesten ein, am besten direkt vom Erzeuger. Die großen Städte bieten auch eine Auswahl an Luxusartikeln. Wer hingegen authentische serbische Souvenirs sucht, sollte sich lieber auf dem Land bei einem der traditionellen Handwerker umschauen. Hier gibt es meist Trachten, Töpferware und Schmuck zu kaufen. Die Waren gibt es natürlich auch in Belgrad und den anderen größeren Städten, aber meist nur zu deutlich höheren Preisen und zu häufig zweifelhafter Qualität. Da der Tourismus in Serbien erst langsam wieder in Tritt kommt, sind nicht alle Gemeinden optimal auf touristische Wünsche eingestellt, hier wird aber viel in Bewegung gesetzt. Auf der anderen Seite haben manche Orte vielleicht gerade auch deshalb einen besonderen Charme, weil sie nicht wie das Bilderbuchtouristenörtchen daherkommen und nicht an jeder Straßenecke ein Souvenirshop oder Minimarkt rund um die Uhr geöffnet hat.

Die Öffnungszeiten der Geschäfte sind meist von Montag bis Freitag von 08.00 bis 12.00 und 17.00 bis 20.00 Uhr sowie samstags von 08.00 bis 15.00 Uhr. Kaufhäuser und Supermärkte in größeren Städten und Touristenzentren haben in der Regel ganztägig geöffnet (Montag bis Samstag von 08.00 bis 20.00 Uhr). Einige Supermärkte öffnen auch am Sonntagvormittag.

 
Serbische Gastronomie

Die serbische Küche gilt als Teilbereich der so genannten Balkanküche. Das markanteste Merkmal dieser ländlich geprägten Küche ist die große Auswahl von Grill- und Fleischgerichten. Beeinflusst wurde die serbische Küche vor allem von der griechischen, ungarischen, italienischen und türkischen Küche.

Gerichte wie die Serbische Bohnensuppe (Serbisch: Pasulj Čorba), Sarma, das sind gefüllte Kohlrouladen, das serbische Reisfleisch (Serbisch: Đuveč) und das Spanferkel (Serbisch: Pečeno Prase) sind zwar im ganzen Balkan in vielen Varianten anzutreffen, vor allem im deutschsprachigen Raum sind sie jedoch als Teil der serbischen Kochkultur bekannt. Der serbische Rakija oder Šljivovica aus Zwetschgen, Weintrauben oder Feigen ist der wohl meistgetrunkene Schnaps des Balkans (nicht zu verwechseln mit dem türkischen Raki). Noch wenig bekannt ist hingegen der Vranac, ein regionaler Rotwein.

Die Kochgewohnheiten der serbischen Küche variieren regional, und je mehr man nach Osten geht, uren; kommt man in den Westen, der italienische. In den zentraleren Regionen wie Šumadija sind Wildgerichte eine kulinarische Spezialität. In der Nähe von Flüssen, Seen und an der montenegrinisch-serbischen Grenze überwiegen die Meeres- und Fischspezialitäten. Die Bauern in der Vojvodina sind wahre Meister in der Herstellung der berühmten pikanten Wurst Kulen, die Serben in der Republika Srpska in Bosnien-Herzegowina und in der Umgebung der Stadt Šabac haben viele Variationen der Pita hervorgebracht, die ursprünglich nur mit Lamm- oder Rindfleisch zubereitet wurde, und auch in Serbien angeboten wird.

Das berühmte große serbische 6-Gänge-Menü wird vor allem bei feierlichen Anlässen aufgetragen: Es beginnt mit vielen Vorspeisen, den so genannten Meze, und diese gelten schlicht als Appetitanreger. Sie werden meistens klein geschnitten, auf relativ großen Tellern und Pfannen serviert und dazu werden reichlich alkoholische Getränken wie Rakija (Schnaps) konsumiert. Zu den beliebtesten Zutaten gehören: Kobasica (Wurst) (mindestens zwei Sorten, meistens dabei Čajna Kobasica und Kulen), Käse (mindestens zwei Sorten, meistens Schafs- und Kuhkäse), gekochte Kartoffeln, Slanina (geräucherter Speck), Oliven, gekochte Eier und scharfe Paprika. Hinzugefügt werden noch viele Gewürze und einige Aufstriche, an denen sich jeder frei bedienen kann, z.B. Ajvar, Kajmak, Salz, Rosmarin, Pfeffer, Thymian, Salbei, Zitrone, Essig, Senf, Sauerrahm und Meerrettich (Serbisch: Ren). Meistens werden daran anschließend zwei Arten von Suppen serviert, eine Supa (klare Suppe, meistens Hühnerbrühe) und eine Čorba (trübe Suppe, meistens Karpfen-Fischsuppe, Serbisch: Riblja Čorba oder Riblji Paprikas). Zum ersten Hauptgang wird je nach Region Fisch, Fleisch und Gemüse gereicht, meistens jedoch das in ganz Serbien beliebte Rinflajš (gekochtes Huhn oder Truthahn, Kartoffeln und Rüben fein gewürzt) oder etwas vom Grill wie Ražnjići, Ćevapčići, Vešalica (Schnitzel geräuchert, gekocht und gegrillt, fein gewürzt) und Kobasica. Dazu gibt es entweder Šopska salata (Salat in der Regel aus zerkleinertem Fetakäse, Gurken, Tomaten, Zwiebeln und Essig) oder Urnebes salata (Salat in der Regel mit 2 Sorten Paprika, Knoblauch, Käse, Essig und Oregano). Zum zweiten Hauptgang wird meistens eine Sarma (Kohlroulade) aufgetischt. Der dritte Hauptgang fällt dann je nach Größe der Gesellschaft unterschiedlich aus. Bei kleineren Anlässen, etwa 15 Personen, wird meistens ein gebratenes Spanferkel (Serbisch: Pečeno prase), gewürzt je nach Geschmack mit Meerrettich, Pfeffer und Salz, oft zusätzlich während des Bratens mit Bier mariniert, aufgetragen. Bei größeren Anlässen, ab 15 Personen, wird zusätzlich eine gebratene Rinderkeule (Serbisch: Pečena kravlja butina) oder ein Lammbraten (Serbisch: Pečeno jagnje) dazu serviert. Zum Abschluss werden meistens frisches Obst, Torten, Kuchen und starker Kaffee, der in einem konischen Kupferkännchen namens Džezva zubereitet wird, serviert.

 

2.7 Links: Weitere Informationen

 
de.wikipedia.org/wiki/Serbien
www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laender/Serbien.html
www.tabibito.de/balkan/serbien.shtml
www.wetteronline.de
www.viamichelin.de
www.bahn.de
 

3. Jugendarbeit

3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik

 

Zurzeit sind keine Informationen verfügbar.

 

3.2 Jugendschutz, kinder- und jugendrelevante Gesetze, altersbezogene gesetzliche Bestimmungen

 

Zurzeit sind keine Informationen verfügbar.

 

3.3 Weitere Informationen

Zurzeit sind keine Informationen verfügbar.

3.4 Schulsystem und Bildungswesen

 

Das serbische Schulsystem ist zu großen Teilen von dem seiner sozialistischen Vorgängerrepubik geformt worden. Bis heute sind praktisch alle Schulen staatlich geführt. In die achtjährige Pflichtschule, die Primarschule genannt wird und in zwei Abschnitte unterteilt ist, treten die Kinder normalerweise mit sieben Jahren ein. In den ersten vier Jahren werden die Schüler gemeinsam von einem Lehrer unterrichtet, in den zweiten vier Jahren erhalten sie zusätzlich fachspezifischen Unterricht. Nach jeder abgeschlossenen Klasse bekommen sie ein Zeugnis, mit dem sie in die nächsthöhere Klasse versetzt werden. Der Unterricht findet meist auf Serbisch statt, in einigen Regionen wird auch in den Minderheitensprachen unterrichtet.

Um in die anschließende Sekundarschule eintreten zu können, mussten sich Schüler bis vor wenigen Jahren einer Aufnahmeprüfung unterziehen. Heute wird sie durch eine Abschlussprüfung der Primarschule ersetzt. Zur Auswahl stehen neben einigen Kunstschulen allgemein bildende Gymnasien und berufliche Sekundarschulen. Während die vierjährigen Gymnasien vor allem auf den Hochschulbesuch vorbereiten, werden die Schüler der zwei- bis vierjährigen beruflichen Sekundarschulen zusätzlich zum allgemein bildenden Unterricht in beruflichen Fähig- und Fertigkeiten unterwiesen. Wer die vierjährige Form mit einem hohen Anteil an allgemein bildenden Fächern wählt, erhält ebenfalls einen Abschluss, der zur Aufnahme eines Studiums berechtigt.

Die berufliche Bildung findet in Serbien praktisch ausschließlich an den beruflichen Sekundarschulen statt, die drei Viertel der Schüler als Sekundarschule wählen. Sie bieten 543 Ausbildungsprofile in 15 Ausbildungsbereichen an (technisch, medizinisch, kaufmännisch, landwirtschaftlich etc.). Zur Auswahl stehen zwei-, drei- oder vierjährige Kurse. Nach dem erfolgreichen Abschluss einer vierjährigen beruflichen Sekundarausbildung erhalten die Schüler zusätzlich das Reifezeugnis.

In Serbien gibt es vier staatliche Universitäten, die vierjährige Diplomstudiengänge anbieten. Daneben existieren eine Anzahl von Fachhochschulen und Fachschulen (z. B. für Maschinenbau, Wirtschaft, Informatik) und zwölf private Universitäten. Die Unterrichtssprache im universitären Bereich ist Serbisch. An den zweijährigen Fachschulen darf in einer Minderheitensprache unterrichtet werden, wenn dies zuvor genehmigt wurde.

Grund- und Weiterbildungsprogramme für Erwachsene gibt es in Serbien kaum. 2001 existierten nur noch zehn Schulen, die Erwachsene und jugendliche Schulabbrecher unterrichteten. Um den Mangel auszugleichen, bieten einige Sekundarschulen und Universitäten Kurse außerhalb ihres regulären Curriculums an.

 

4. Natur und Kultur

4.1 Natur und Umwelt

Das Relief Serbiens ist sehr unterschiedlich und abwechslungsreich. Den Norden Serbiens dominiert die weite und fruchtbare Pannonische Tiefebene. Sie wird durchflossen von der Theiß und der Donau, welche sie zusammen mit der Save im Süden abgrenzen. Das einzige Gebirge, das die flache Vojvodina durchzieht, ist die Fruška Gora (511 m) in Syrmien, zwischen der Donau und Save. Südlich der Donau-Save Linie schließt das zentralserbische Hügelland der Šumadija an. Im südlichen Zentralserbien schließen Mittelgebirge an das Hügelland an. Im äußersten Südwesten (Prokletije und Šar Planina) sowie im Osten (Stara Planina) des Landes erreichen die Berggipfel Höhen über 2.000 m (teilweise über 2.500 m). Die höchste Erhebung Serbiens, der 2.656 m hohe Djeravica, liegt im Dreiländereck Serbien-Montenegro-Albanien. Die Gebirge Serbiens werden von zahlreichen Schluchten durchzogen. Eine davon ist das Eiserne Tor an der Donau, welches die Karpaten im Norden vom Balkangebirge im Süden trennt. 30 % der Fläche Serbiens sind bewaldet.

Hydrographisch gehört der größte Teil Serbiens zum Einzugsbereich der Donau, die in ihrem Mittellauf auf einer längeren Strecke das Land durchquert und ins Schwarze Meer hin entwässert. Die wichtigsten Donaunebenflüsse in Serbien sind die Save (in die wiederum die Drina mündet), die Morava, die Theiß und der Timok. Lediglich der äußerste Südwesten des Landes wird durch den Weißen Drin zur Adria hin entwässert, der äußerste Südosten wird über den Fluss Pčinja, welcher in den Vardar mündet, zur Ägäis hin entwässert. Die Theiß nimmt ihrerseits den Begej auf. Die Save nimmt die Drina und die Kolubara auf. Die Morava nimmt die Toplica, die Nišava und die Zapadna Morava auf. Die Drina nimmt den Lim auf, welcher wiederum den Uvac aufnimmt. Die Zapadna Morava nimmt die Djetinja, Moraviaca und den Ibar, welcher die Sitnica aufnimmt, auf. Die größte Insel Serbiens ist die 60 km² große Flussinsel Ostrvo in der Donau östlich von Belgrad bei Kostolac.

Serbiens Seen sind meist künstlich entstanden. Die natürlichen Seen sind flächenmäßig sehr klein. Zu erwähnen wären die Seen Palić (5 km²) und Ludaš in Nordserbien (bei Subotica). Der größte künstlich entstandene See in Serbien ist der Djerdapsee (253 km²) an der Grenze zu Rumänien. Er ist der größte See im Land. Weitere Stauseen wären der Vlasinasee im Südosten, der Gazivodesee am Ibar im Südwesten, der Zlatarsee im Sandžak, der Perućacsee und der Zvorniksee, welche beide an der Drina liegen (an der Grenze zu Bosnien und Herzegowina).

In Serbien treffen alle fünf europäischen der insgesamt 9 Biome aufeinander. Laut der IUCN ist das serbische Territorium zusammen mit den bulgarischen Gebirgen eines der weltweit 153 Zentren der natürlichen Artenvielfalt. Im Gebiet Serbiens sind 38,93 % der europäischen Pflanzenarten, 51,16 % der europäischen Fischarten, 74,03 % der europäischen Vogelarten und 67,61 % der europäischen Säugetierarten vertreten. 1.600 der in Serbien vorkommenden wilden Pflanzen- und Tierarten werden international als äußerst wichtig angesehen. Zum Teil sind es auch weltweit gefährdete Tierarten, die meist in einem der Schutzgebiete Serbiens ein Refugium haben.

Serbien liegt auf dem Balkan, einer Halbinsel mit einer sehr großen Landmasse, die im Westen, Süden und Osten von relativ warmen Meeren (Adria, Ägäis und Schwarzes Meer) und im Norden vom restlichen europäischen Festland umgeben ist. Ein weiterer wichtiger Faktor, welcher das Klima Serbiens bestimmt, ist das Relief. Grob gesagt herrscht in Serbien Kontinentalklima im Norden, gemäßigt-kontinentales Klima im Süden und Gebirgsklima in den höheren Gebirgen im Süden des Landes. Die Winter in Serbien sind kurz, kalt und schneereich, die Sommer sind warm. Der kälteste Monat ist der Januar, der wärmste ist der Juli. Die Jahresdurchschnittstemperatur in Serbien liegt bei 10°C, die durchschnittliche Niederschlagsmenge bei 896 mm.

 

4.2 Großschutzgebiete

Serbien verfügt über vier Nationalparks und zehn Naturparks mit einer Gesamtfläche von 7.315,08 km², wodurch mehr als 8 % Serbiens unter Naturschutz stehen.

Nationalpark Djerdap

Das „Eiserne Tor“ ist die größte Flussklippenlandschaft Europas. Die Donau durchbricht hier die südwestlichen Karpaten. Im Djerdap-Nationalpark befinden sich einige der bedeutendsten archäologischen Fundstätten Europas. Er erstreckt sich entlang der Donau zwischen Golubac und Tekija über eine Länge von 100 km und über eine Fläche von 63.680 ha. Die Donau durchbricht hier die südwestlichen Karpaten und prägt die einzigartigen Schluchten und Pässe durch ihren Flusslauf. Đerdapska klisura heißt der größte Pass, der aus vier verschiedenen Schluchten (Gornja klisura, Gospođin vir, Veliki und Mali kazan und Sipska klisura) besteht. Gospođin vir ist mit 82 Metern eines der tiefsten Flusstäler der ganzen Welt. Die Klippen des Canyons Kazan sind über 300 Meter hoch, während das Flussbett in diesem Teil auf 150 Meter verengt wird.

Die tertiäre Flora und Fauna machen den Nationalpark zu einem einzigartigen Naturreservat. So sind über 1.100 Pflanzenarten hier zu finden und außerdem Braunbären, Luchse, Wölfe, Goldschakale, Schwarzstorche und verschiedene Eulenarten.

Ein sehr interessanter archäologischer Fundort ist Lepenski vir. Die Fundstücke sind über 8000 Jahre alt und geben Aufschlüsse über die früheren Einwohner und Siedlungen in diesem Gebiet. Golubački Grad (Festung Golubac) und Kladovo sind mittelalterliche Klöster.

Nationalpark Kopaonik
Stadt: Raska, Brus

Im Kopaonik-Gebirge liegen 12 verschiedene Ökoreservate, die zum Nationalpark Kopaonik zusammengefasst wurden. Außerdem ist das Kopaonik-Gebirge das bedeutendste Wintererholungs- und Skigebiet in Serbien.

 
Nationalpark Tara
Stadt: Bajina, Basta

Der Nationalpark Tara ist ein 1981 gegründeter Nationalpark in der Gebirgsregion im Westen Serbiens. Das Tara-Gebirge schließt nordwestlich an das Zlatibor-Gebirge an und erstreckt sich bis zur Drina, die hier die Grenze zu Bosnien-Herzegowina darstellt. Der Nationalpark erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 37.584 ha, wobei das Kerngebiet etwa 22.000 ha groß ist. Der niedrigste Punkt des Parks liegt auf 250 m über NN, während der höchste bei 1.500 m über NN liegt.

Auf dem Gebiet des Nationalparks Tara sind über 1.000 Pflanzenarten zu finden. Einige davon gibt es nur hier, wie z. B. die Omorika. Der Tara-Nationalpark ist damit eines der bedeutendsten Ökosysteme Europas. Die den Tara-Nationalpark durchziehende Tara-Schlucht ist die längste (90 km) und tiefste (teilweise bis zu 1.300 m) Schlucht Europas und nach dem Grand Canyon in Colorado die zweitgrößte Schlucht der Welt.

Drei Viertel der Fläche des Nationalparks sind von dichten Wäldern bedeckt. Eine botanische Besonderheit ist die Pančić-Fichte, deren einziges Verbreitungsgebiet im Tara zu finden ist.

Die landschaftliche Attraktivität macht den Nationalpark auch zu einem bedeutenden touristischen Ziel der Region. Unweit des Nationalparks wurde 2003 die Museums- und Touristikbahn „Šarganska osmica“ in Betrieb genommen.

 

Nationalpark Fruška Gora

Fruška Gora ist ein Nationalpark in Nordserbien (Vojvodina). Dieser kleine Berg, der die Donau umarmt, erstreckt sich in der Ost-West-Richtung über eine Länge von 80 km. Sein am höchsten gelegener Punkt „Crveni Cot“ liegt 539 m über dem Meeresspiegel. Die Täler von Fruška Gora sind mit Viehweiden, Getreidefeldern, Weingärten, Obstplantagen, Waldwiesen und Abhängen bedeckt. Dichte Mischwälder beginnen ab einer Höhe von 300 m. Das größte Vorkommen an Linden in Europa gibt diesem Nationalpark zudem eine unverwechselbare Gestalt. Auch sind über 700 Heilkräuterarten in Fruška Gora zu finden, ebenso wie viele Tierarten, die teilweise in Europa vom Aussterben bedroht sind, u. a. Luchse, Hirsche, Mufflons, Wildschweine und Marder.

Über ein Dutzend mittelalterlicher serbischer Klöster sind über ganz Fruška Gora verteilt. Deshalb ist Fruška Gora einer der drei heiligen Berge in der christlich-orthodoxen Welt (neben dem Berg Sinai mit dem Katharinenkloster und dem Berg Athos mit dem Kloster Hilandar). Erbaut wurden sie meist auf wunderschönen Abhängen in den bewaldeten Teilen des Berges. Interessant sind sie vor allem aufgrund ihrer unverwechselbaren Architektur, die eine Mischung aus dem Byzantinischen Stil und dem Barock darstellt. Leider wurden einige von ihnen während des Zweiten Weltkrieges stark beschädigt, doch sie beherbergen noch immer uralte Fresken und Ikonen. Mit ihren Fresken und Bibliotheken zählen die Klöster von Fruška Gora zu den bedeutendsten und schönsten in Europa. Die bekanntesten unter ihnen sind Krušedol und Hopovo.

Der Nationalpark wurde für die Liste des UNESCO-Weltnatur- und Weltkulturerbes nominiert.

 
Spezial-Naturreservat Gornje Podunavlje

Gornje Podunavlje ist ein Spezial-Naturreservat im Bezirk Zapadna Bačka der autonomen Provinz Vojvodina in Serbien. Es stellt ein sehr wichtiges Gebiet dar, dass seit dem Jahr 1982 auf einer Fläche von 10.000 Hektar entlang der Donau besteht. In ihm befindet sich einer der letzten Riedwälder Europas, mit vielen Gewässern, Sumpfteilen und Wiesen, der sehr reich an verschiedensten Tier- und Pflanzenarten ist. Dieses Reservat grenzt im Norden an den Nationalpark „Donau-Drau“ in Ungarn und im Westen an den Naturpark Kopački rit in Kroatien.

Im Reservat wachsen zum Beispiel Silberweide, Schwarzpappel, Weißpappeln und euroamerikanische Pappel, doch am eindrucksvollsten sind die Steineichenwälder. Viele Säugetierarten leben hier, vor allem sehr viele Mäusearten und auch einige Großwildarten wie Hirsche.

In diesem Naturgebiet ist auch die Vogelwelt mit über 230 Arten besonders stark präsent, d. h. 70 % der serbischen Vogelarten sind hier zu finden.

Das Reservat ist außerdem reich an Fischarten. Die günstigen Bedingungen ermöglichen den Fischen eine rasche Vermehrung. So sind ca. 50 Süßwasserfischarten im Reservat zu finden. Die häufigsten Arten sind Karpfen, Wels, Hecht und Zander. Es gibt große Bemühungen seitens der Reservatsleitung, das hohe Fischvorkommen aufrecht zu erhalten.

Spezial-Naturreservat Deliblatska Peščara

Deliblatska Peščara (Deutsch: Deliblat-Dünen) ist ein Spezial-Naturreservat und befindet sich im Bezirk Južni Banat in der autonomen Provinz Vojvodina in Serbien.

Es erstreckt sich zwischen der Donau und der Grenze zu Rumänien über 354 km und über eine Fläche von 30.000 Hektar. Es stellt ein wüstenartiges Phänomen dar, eine Sanddünenlandschaft mitten auf dem Balkan, mit einer einzigartigen Orografie, Flora und Fauna in Europa. Daher wird das Gebiet in Serbien auch umgangssprachlich „Evropska Sahara“ (Europäische Sahara) oder auch „Banatski Pesak“ (Sand des Banat) genannt.

Am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Sanddüne mit Akazien und anderen Bäumen bepflanzt. Heute ist mehr als die Hälfte der Sandlandschaft bepflanzt und manche Teile sind reiche Saisonjagdgründe. Die imposante Größe der Sandberge mit über 200 m über NN, ihre Schönheit, das ständige wechseln der Blütenfarben der verschiedensten Pflanzenarten machen diese Düne so attraktiv für Besucher.

Der vielleicht schönste Teil des Reservats ist der „Mädchenbrunnen“. Er wird mit vielen Legenden in Verbindung gebracht. Vor einem Jahrhundert wurde er zum Zweck der Bewässerung künstlich angelegt. Doch er etablierte sich auch als Frischwasserquelle. Der Legende nach trugen früher junge Mädchen Wasser vom Brunnen zu den müden und tüchtigen Arbeitern (wahrscheinlich entstand dadurch auch der Name). Um diesen großen Brunnen wurden große Sportanlagen, ein Bad und viele Wanderwege errichtet.

 
Spezial-Naturreservat Obedska bara

Obedska bara ist ein Spezial-Naturreservat in der autonomen Provinz Vojvodina in Serbien. Es ist ein Sumpf- und Waldgebiet, das sich entlang der Save in der Nähe von Belgrad über eine Fläche von 175.000 Hektar erstreckt. Es ist außerdem eines der ältesten Naturreservate Serbiens, gegründet wurde es bereits 1874. Hier findet man 220 Vogelarten, 50 Säugetierarten, 11 Lurcharten, 16 Fischarten, 180 Pilzarten und 500 Moosarten. Dieses Naturreservat ist somit das Gebiet mit der größten Biodiversität im Pannonischen Becken. Aufgrund dieser Naturschätze ist Obedska bara auch international angesehen und wurde für die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes nominiert.

 

4.3 Welterbestätten

 

Stadt Stari Ras, Kloster Sopoćani und die Petrova crkva (Peterskirche) (K/1979)

Die Festung Arsa wurde erstmals im 6. Jahrhundert vom oströmischen Historiker Prokopios erwähnt. Sie soll unter Justinian I. errichtet worden sein. Im 13. Jahrhundert wurde die Stadt Stari Ras, die aus der Festung hervorgegangen war, verwüstet, vermutlich von den Mongolen. Stari Ras wurde nahe der Stadt Novi Pazar in Südwestserbien von Archäologen entdeckt und war im Frühmittelalter die Hauptstadt des serbischen Fürstentums Raszien. Es befindet sich auf einem Berg über dem Tal des Flusses Raška.

Sopoćani ist ein mittelalterliches serbisch-orthodoxes Kloster. Das 1265 von König Stefan Uroš I. gestiftete Kloster liegt 16 km von Novi Pazar entfernt auf einem malerischen Berg. Es sollte dem Stifter als Begräbnisstätte dienen. Der marmorne Steinsarg über Königs Uroš I. Grabstelle, im südlichen Teil der Kirche, ist heute noch erhalten. Die Fresken auf den Wänden und die Ikonen im Inneren von Sopoćani zählen zu den schönsten serbischen mittelalterlichen Malereien. Viele internationale Historiker beschrieben diese als die besten Arbeiten des Serbisch-byzantinischen Stils.

Die Petrova crkva (Peterskirche; Serbisch: Петрова црква) liegt in Südwestserbien, zwei Kilometer nördlich von Novi Pazar, und ist die älteste Kirche Serbiens. Sie wurde im 9. Jahrhundert erbaut, als die Serben das Christentum annahmen.

Kloster Studenica (K/1986)

Das Kloster Studenica wird als die Wiege des serbischen Königreiches angesehen. In einem waldreichen Gebirgskessel gelegen, war das Kloster seit seiner Entstehung im ausgehenden 12. Jahrhundert überaus bedeutend und wurde alsbald das wohlhabendste aller serbischen Klöster. In der Blütezeit umfasste die sehr große Anlage rund ein Dutzend Kirchen und Paläste und bot innerhalb der Klostermauern einigen hundert Menschen Platz. Serbien lag im frühen Mittelalter zwischen zwei großen Machtblöcken, dem fränkischen Westen und dem byzantinischen Osten. Das zwang die serbischen Machthaber zu geschicktem politischen Lavieren. In einer Zeit des schwächer werdenden Byzantinischen Reiches gelang es Stefan Nemanja, die serbischen Stämme zu einem serbischen Staat zu einen. Sein Sohn, der als der heilige Sava bekannt wurde, stand als erster Erzbischof der neuen serbisch-orthodoxen Kirche vor, die zum tragenden Pfeiler des jungen serbischen Staates wurde. Stefan Nemanja, der sechs Jahre nach der Klostergründung zu Gunsten seines zweiten Sohnes Stefan Prvovenčani abdankte, ging als Mönch Simeon auf den Berg Athos in das Kloster Hilandar. Bestattet wurde er jedoch im Kloster Studenica.

Drei Kirchen und das Refektorium (Speisesaal) sind heute noch auf dem von einer Ringmauer umgebenen Klostergelände erhalten. Zentrum der Anlage ist die einschiffige Muttergotteskirche, die eine zwölfeckige Vierungskuppel besitzt und in ihrer Bauform vielen anderen serbischen Kirchen als Vorbild diente. Die reiche Dekoration an Portalen, Fenstern und Konsolen erinnert stark an die westeuropäische Romanik und ist in dieser Üppigkeit an serbischen Kirchen eher selten zu finden. Die künstlerisch weniger bedeutende Außenvorhalle, die unter Stefan Nemanjas Enkel, König Stefan Radoslav, mit Fresken ausgestaltet wurde, verdeckt ein wenig das schöne spätromanische Westportal, das von einer thronenden Madonna im Bogenfeld, sowie von Löwen und Greifen geschmückt ist. Der Innenraum der Kirche ist mit Wandmalereien bedeckt, die aus drei unterschiedlichen Epochen stammen. Die ältesten Fresken aus dem frühen 13. Jahrhundert sind nur teilweise erhalten, zählen aber zu den wertvollsten Werken jenes Jahrhunderts. Vermutlich arbeitete hier ein griechischer Maler aus Byzanz, der nicht die komplizierte Mosaiktechnik der großen byzantinischen Kirchen anwenden konnte, doch mit seinen „gemalten Mosaiken“ einen guten Ersatz fand. Die monumentale Kreuzigungsszene an der Westwand, in feierlichem Gold und Azurblau, strahlt erhabene Größe aus, sie ist das Meisterwerk dieses unbekannten Künstlers. Die jüngsten Malereien im Altarraum und im Schiff, sie zeigen den Tod Marias und den Klosterstifter Stefan Nemanja, entstanden in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, als die Türken Serbien beherrschten.

Die Königskirche, ein kleiner serbisch-byzantinischer Kuppelbau, wirkt neben der großen Muttergotteskirche deutlich bescheidener. König Stefan Uroš II. Milutin ließ sie als eine seiner zahlreichen Stiftungen erbauen, die von Serbien über Thessaloniki und den Berg Áthos bis ins Heilige Land verstreut sind. Die beiden Hofmaler Euthychios und Michael dekorierten die Kirche fast vollständig mit Fresken zum Marienleben, die zu den gelungensten und harmonischsten der serbischen Freskenmalerei zählen. Die gut erhaltenen Wandbilder sind kleinformatig, voller Details und wirken so lebensfroh und heiter wie aus dem Leben gegriffen. Besonders anmutig sind die Mädchenfiguren an der Nordwand gestaltet, die an der Einführung Marias in den Tempel teilnehmen. An der Südwand prüfen sie die Temperatur des Badewassers für Marias Sohn.

Schließlich gehört zur Klosteranlage auch die aus Bruchsteinen errichtete Nikolauskirche, deren um 1220 entstandene Fresken nur vereinzelt erhalten blieben, an der Westwand die Darstellung des Einzugs in Jerusalem und Frauen am Grab Christi.