Polen
1.1 Landeskennzeichen
1.2 Internationale Telefon-Vorwahl
1.3 Allgemeine Informationen
1.4 Informationen zum Staatsaufbau
1.5 Einreise- und Zollbestimmungen
1.6 Währung und Geldwechsel
1.7 Gesundheit
1.8 Botschaften und Konsulate
1.9 Wichtige Telefonnummern
2.1 Tourismus
2.2 Tourismus-Informationen
2.3 Links zum Thema Tourismus
2.4 Verkehr
2.5 Unterkünfte
2.6 Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken
2.7 Links: Weitere Informationen
3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik
3.2 Jugendschutz, kinder- und jugendrelevante Gesetze, altersbezogene gesetzliche Bestimmungen
3.3 Weitere Informationen
3.4 Schulsystem und Bildungswesen
4.1 Natur und Umwelt
4.2 Großschutzgebiete
4.3 Welterbestätten
1. Übersicht
1.1 Landeskennzeichen: PL
1.2 Internationale Telefon-Vorwahl: +48
1.3 Allgemeine Informationen
Ländername: Republik Polen (Polnisch: Rzeczpospolita Polska)
Fläche: 312.678 km2
Einwohner: ca. 38,537 Millionen
Hauptstadt: Warschau (Polnisch: Warszawa) (ca. 2,4 Millionen Einwohner)
Weitere wichtige Städte: Lodz (Polnisch: Łódź) (ca. 774.000 Einwohner), Krakau (Polnisch: Kraków) (ca. 757.000 Einwohner), Breslau (Polnisch: Wrocław) (ca. 636.000 Einwohner), Posen (Polnisch: Poznań) (ca. 571.000 Einwohner), Danzig (Polnisch: Gdańsk) (ca. 459.000 Einwohner), Stettin (Polnisch: Szczecin) (ca. 411.900 Einwohner), Bromberg (Polnisch: Bydgoszcz) (ca. 368.000 Einwohner), Lublin (ca. 356.000 Einwohner), Kattowitz (Polnisch: Katowice) (ca. 320.000 Einwohner)
Religionen: Katholiken (ca. 95 %); Orthodoxe (ca. 1,5 %); Protestanten (ca. 1 %), Konfessionslose (ca. 2,5 %)
Amtssprache: Polnisch
Währung: Złoty (PLN), 1 Złoty = 100 Grosz
Geographische Lage: Polen liegt in Mitteleuropa zwischen der russischen Exklave Kaliningrad, Litauen, Belarus, der Ukraine, der Slowakei, Tschechien und Deutschland. Es ist ein Anrainerstaat der Ostsee.
Polen ist seit dem 01.05.2004 Mitglied der EU.
1.4 Informationen zum Staatsaufbau
1.5 Einreise- und Zollbestimmungen
Nach dem Beitritt zur Europäischen Union am 1. Mai 2004, trat Polen am 21.12.2007 offiziell dem Schengen-Raum bei. Somit können alle EU-Bürger die polnische Grenze ohne jegliche Passkontrolle passieren. Die Kontrollen für Flugreisende entfallen allerdings erst zum Flugplanwechsel Ende März. Jeder Reisende ab 16 Jahren sollte einen gültigen Personalausweis oder Reisepass mit sich führen. Kinder mit deutscher Staatsangehörigkeit bis zum 16. Lebensjahr dürfen mit eigenem Kinderreisepass oder Kinderausweis mit Lichtbild nach Polen einreisen oder müssen im Reisepass der Eltern eingetragen sein. Für Reisen von EU-Bürgern nach Polen, die länger als 90 Tage im Halbjahr dauern, ist eine Aufenthaltsgenehmigung notwendig. Der Antrag für eine befristete Aufenthaltsgenehmigung muss spätestens 45 Tage nach der visafreien Einreise nach Polen bei der zuständigen Woiwodschaft (Verwaltungsbezirk) gestellt werden. Deutsche, die auch polnische Staatsangehörige sind müssen sich gemäß polnischem Gesetz in Polen mit dem polnischen Reisedokument ausweisen.
Folgende Zollvorschriften sind zu beachten: Ein in Deutschland zugelassenes Kfz, das nicht nur zu Urlaubszwecken nach Polen verbracht wird, ist, wenn eine Abmeldung der deutschen Zulassung nicht bereits in Deutschland erledigt wurde, bei einer polnischen Zulassungsbehörde auf ein polnisches Kennzeichen anzumelden. Die polnische Stelle leitet die Information über die Anmeldung in Polen an das deutsche Kraftfahrtbundesamt weiter.
Vor der Anmeldung muss das Kfz vom polnischen TÜV geprüft werden. Bei der Anmeldung wird in der Regel der Kraftfahrzeugschein/die Zulassungsbescheinigung Teil II von der polnischen Behörde einbehalten. Für jedes Fahrzeug ist außerdem eine gültige polnische Haftpflichtversicherung nachzuweisen.
Für jedes nach Polen eingeführte Kfz wird seit 2006 eine 'Recyclinggebühr' in Höhe von 500,- PLN erhoben. Diese Gebühr wird, selbst wenn das Fahrzeug wieder ausgeführt wird, nicht zurückerstattet.
Die Ein- und Ausfuhr von 10.000 Euro oder mehr ist in der EU deklarationspflichtig.
Die Ausfuhr von Gegenständen (z. B. Bücher, Kunstgegenstände, Schmuck, Möbel), aus der Zeit vor 1945 unterliegt besonderen Regelungen. Es wird deshalb empfohlen, vor einem Kauf eines solchen Gegenstandes, der nach Deutschland mitgenommen werden soll, die Ausfuhrmöglichkeit zu prüfen.
Bei der Wiedereinreise nach Deutschland ist zu beachten, dass die Freimenge für Zigaretten bis zum 31.12.2008 auf 200 Stück begrenzt ist.
Der Konsum von Alkohol und anderen Rauschmitteln in der Öffentlichkeit ist verboten. Die Einfuhr und der Besitz von Drogen sind, wie in Deutschland, verboten.
Bestimmte gekennzeichnete militärische Anlagen oder Ämter dürfen nicht fotografiert werden.
Hinweis für Touristen, insbesondere Wanderer, im Grenzgebiet Polen-Russland (Gebiet Kaliningrad): Die „grüne Grenze“ ist an verschiedenen Stellen nur durch weit auseinander liegende Grenzsteine markiert. Wer die Grenze (auch nur für wenige Meter) illegal überschreitet, muss mit der Festnahme durch die russische Grenzpolizei und mehrjähriger Haftstrafe rechnen.
1.6 Währung und Geldwechsel
Der Beitritt Polens zur Europäischen Union am 1. Mai 2004 bedeutete währungspolitisch nicht die Einführung des Euro in Polen. Zunächst muss Polen dem "Eurowarteraum" WKM II für mindestens zwei Jahre beitreten. Dieser Beitritt ist vor 2009 eher unwahrscheinlich.
Der Złoty (ausgesprochen: Swotte) ist das offizielle Zahlungsmittel Polens. 100 Grosz sind ein Złoty. Es sind Banknoten zu 10, 20, 50, 100 und 200 Złoty und Münzen zu 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Grosz und zu 1, 2 und 5 Złoty im Umlauf. Reisende können bei Banken, in Wechselstuben („Kantor“) sowie in größeren Hotels und Reisebüros Geld wechseln. Banken haben in der Regel montags bis freitags von 7:30 bis 17 Uhr und samstags von 7:30 bis 14 Uhr geöffnet. Dort kann auch mit Kreditkarten Geld gewechselt werden. Es gibt flächendeckend Geldautomaten, die EC-Karten akzeptieren und auch in deutscher oder englischer Sprache zu bedienen sind. Gängige Kreditkarten werden in den meisten Hotels, vielen Restaurants und Geschäften akzeptiert.
Die polnische Zentralbank (Narodowy Bank Polski) veröffentlicht auf ihrer Website: www.nbp.pl rund um die Uhr den aktuellen Wechselkurs.
1.7 Gesundheit
Für Polen sind keine vorsorglichen Impfungen notwendig. Während der Sommermonate sollten sich Reisende in Waldgebiete allerdings von ihrem Arzt hinsichtlich einer Schutzimpfung gegen Zeckenbisse beraten lassen. Gegebenenfalls ist auch eine Hepatitis-A- und Hepatitis-B-Impfung empfehlenswert.
Einen allgemeinen Schutz gegen Borreliosebieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel. Tollwut kommt landesweit vor. Überträger sind u.a. Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Die ärztliche und zahnärztliche Versorgung in den Städten und Ferienzentren ist gut. Das Angebot an Apotheken ist ebenfalls gut. Da Spezialarzneimittel oft erst bestellt werden müssen, sollte man diese mitnehmen. Die ärztliche Versorgung im kleinstädtischen bzw. ländlichen Bereich ist zwar auch in Ordnung, allerdings noch nicht mit der Qualität in Westeuropa vergleichbar. So gibt es vor allem in der Versorgungsdichte mit Fachärzten und Krankenhäusern z.T. einige Lücken und auch der Standard vieler öffentlicher Kliniken ist, oft aus finanziellen Gründen, noch sehr ausbaufähig.
Seit dem 1. Mai 2004 gelten für Polen die gleichen Regelungen wie für andere EU-Länder. Das mit Polen bestehende Sozialversicherungsabkommen im Bereich der Krankenversicherung sieht keine Leistungen für Besucher und Touristen vor. Gesetzlich bzw. privat Versicherten wird empfohlen, sich vor Abreise nach Polen eine „Europäische Versicherungskarte“ zu beschaffen. Diese ist bei der jeweiligen Krankenkasse erhältlich.
Die eigene Krankenkasse übernimmt dann die Kosten, die im Krankheitsfall für ärztliche Leistungen in Polen anfallen. Grundsätzlich ist es dann auch möglich, einen Arzt oder Zahnarzt in Polen in Anspruch zu nehmen. Wer eigens wegen einer Behandlung nach Polen reist, sollte vorher mit seiner Kasse die Bedingungen der Kostenübernahme klären.
Bis 30. April 2004 müssen alle Kosten zunächst vor Ort in bar gezahlt werden. Nur Erste Hilfe ist kostenfrei. Da bis zu diesem Zeitpunkt die Kosten von deutschen Versicherungen in der Regel nicht zurückerstattet werden, empfiehlt sich eine private Auslandskrankenversicherung.
1.8 Botschaften und Konsulate
Adresse: Lassenstr. 19- 21, 14193 Berlin
E-Mail: info@botschaft-polen.de und info@wirtschaft-polen.de
Bürozeiten: Mo- Fr 8.00-16.00 Uhr
Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Polen/Ambasada Republiki Federalnej Niemiec
Adresse: ul. Dabrowiecka 30, 03932 Warszawa
Telefon: +48 22 58 41 700
Fax: +48 22 58 41 739
E-Mail: info@ambasadaniemiec.pl
Website: www.ambasadaniemiec.pl
Bürozeiten: Mo- Fr: 9.00- 12.00 und nach Vereinbarung
Die Adressen sämtlicher Konsulate und der Außenstellen können unter http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laender/Polen.html bei Vertretungen Polen und Deutsche Vertretungen abgerufen werden.
1.9 Wichtige Telefonnummern
Rettungsdienst: 999 (gebührenfrei), Feuerwehr: 998 (gebührenfrei), Polizei: 997 (gebührenfrei), Notrufnummer für deutsche Touristen (nur in der Feriensaison vom 01.05. bis zum 30.08. von 8 bis 22 Uhr): 0800-200 300 – landesweit, gebührenfrei, von jedem Festnetzanschluss erreichbar, 0048-22-601 55 55 vom eigenen Handy
Telefonauskunft: 913 für das Ortsnetz, 912 für Fernverbindungen
Landesvorwahl von Deutschland nach Polen: +48
Landesvorwahl von Polen nach Deutschland: +49
Nutzbarkeit deutsche Mobiltelefone
GSM 900/1800 Mobilfunknetz. Hauptanbieter die auch mit den meisten deutschen Anbietern Roaming-Verträge haben: Polkomtel S.A. (Plus), Polska Telefonia Cyfrowa (Era) und PTK Centertel (Orange). Genauere Informationen können unter http://www.gsmworld.com/roaming/gsminfo/cou_pl.shtml abgerufen werden.
2. Reiseinformationen
2.1 Tourismus
Der Tourismus in Polen wächst weiter, was zum einen Teil an der Öffnung des polnischen Luftraums für Billig-Airlines und dem allmählichen Ausbau des Autobahnnetzes sowie zum anderen an einer Wiederentdeckung Polens durch Touristen aus aller Welt liegt. Außerdem lockt Polen mit einem niedrigen Preisniveau im Vergleich zu anderen EU-Ländern und bietet sowohl Touristen die kulturorientiert reisen, als auch denjenigen, die die Natur vorziehen eine Vielzahl an Möglichkeiten. Erholungsgebiete und Kurorte finden man im südlichen und nördlichen Polens. Hierbei seien folgende Regionen hervorgehoben: Ermland-Masuren, Westpommern, Pommern, Kujawien-Pommern, Kleinpolen, das Karpatenvorland und Niederschlesien. Die Ostsee, die Seenplatten und einige Gebirgsflüssen, v.a. Dunajec, San, Poprad, Bobr und ihren Stauseen eignen sich hervorragend für Wassersport jeglicher Art. SkifahrerInnen und WanderInnen werden in den Bergregionen Tatry, Beskiden, Krakau-Tschenstochauer Jura, Heiligkreuzgebirge, Sudeten mit dem Riesengebirge fündig. Als Wintersporthauptstadt Polen gilt Zakopane. Außerdem schützt Polen mit 23 Nationalparks wertvolle Naturschätze.
Kulturschätze findet man vor allem in der ehemalige Königsstadt Krakau, die oft als schönste Stadt Polens angesehen wird. Das Kulturangebot in den polnischen Metropolen ist vielfältig und auch für den kleinen Geldbeutel erschwinglich. Die Kneipenkultur und das Nachtleben sind insbesondere in den großen Studentenstädten Krakau, Warschau, Breslau und Posen für junge Gäste sehr attraktiv. Insgesamt gibt es 13 Weltkulturerbestätten der UNESCO in Polen.
Viele Städte, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden, haben polnische Restauratoren mustergültig wieder aufgebaut. Diese Leistungen sind vor allem in Warschau, Posen, Breslau und Danzig zu sehen.
2.2 Tourismus-Informationen
Allgemeine touristische Vorabinformationen kann man über das Polnische Fremdenverkehrsamt und/oder die Polnische Gesellschaft für Tourismus und Landeserkundung beziehen. Ansonsten gibt es in allen Orten die in irgendeiner Form touristisch erschlossen sind Tourismusinformationszentren in separaten kleinen Büros oder am Bahnhof oder einem Hotel. Anschließend sind nur die Adressen der Tourismusinformationen der größeren Städte aufgeführt.
Adresse: Kurfürstendamm 71, 10709 Berlin
E-Mail: info@polen-info.de
Polnische Gesellschaft für Tourismus und Landeserkundung (Polskie Towarzystwo Turystyczno-Krajoznawcze)
Adresse: ul. Senatorska 11, 00-075 Warszawa, Polska
Telefon: +48 22 6223706
Fax: +48 22 6223708
Website: http://www.pttk.pl
In den touristischen Informationsstellen der größten polnischen Städte erhält man vor Ort Informationen über touristische Angebote, kulturelle Veranstaltungen oder Übernachtungsmöglichkeiten. Die Öffnungszeiten der Touristeninformationen sind zwar je nach Saison und Region unterschiedlich, in der Regel aber von 9 bis 17 Uhr.
Adresse: al. Naj. Marii Panny 65, 42-200 Częstochowa
Telefon: +48 (0)34 368 22 50
Website: www.czestochowa.um.gov.pl
Adresse: ul. Długa 45, 80-827 Gdańsk
Telefon: +48 (0)58 301 91 51
E-Mail: biuro@pttk-gdansk.pl
Website: www.pttk-gdansk.pl ( auch auf Deutsch)
Adresse: Plac Konstytucji 1, 81-345 Gdynia
Telefon/Fax: :+48 (0)58 628 54 66
Website: www.gdynia.pl/it (auch auf Englisch)
Adresse: ul. Konst. 3 Maja 25a, 58-540 Karpacz
Telefon: +48 (0)75 761 86 05
E-Mail: it@www.karpacz.pl
Website: www.karpacz.pl (auch auf Deutsch)
Adresse: ul. Dworcowa 1, 78-100 Kołobrzeg
Telefon/ Fax:+48 (0)94 352 79 39
Telefon/ Fax:+48 (0)94 354 72 20
E-Mail: cepit@post.pl
Website: www.kolobrzeg.turystyka.pl
Adresse: Rynek Glówny 1-3, 31-042 Kraków
Telefon: +48 (0)12 432 00 60
E-Mail: it-krakow@wp.pl
Website: www.krakow.pl (auch auf Englisch)
Adresse: pl. Wolności 3, 11-730 Mikołajki
Telefon:+48 (0) 87 421 68 50
E-Mail: itmikolajki@op.pl
Adresse: Stary Rynek 59/60, 61-772 Poznań
Telefon:+48 (0)61 852 61 56
E-Mail: cit@wielkopolska.mw.gov.pl
Website: www.city.poznan.pl (auch auf Englisch)
Adresse: Al. Niepodleglości 1, 70-412 Szczecin
Telefon/Fax:+48 (0)91 434 04 40
E-Mail: cit.szczecin@wp.pl
Website: www.szczecin.pl (auch auf Deutsch)
Adresse: ul. Krakowskie Przedm. 89, 00-429 Warszawa
E-Mail: info@warsawtour.pl
Website: www.warsawtour.pl (auch auf Deutsch)
(Büros im Hauptbahnhof, am PKS-Bahnhof, Rynek, Plac Zamkowy u. im Flughafen Okęcie)
Adresse: Rynek 14, 50-101 Wrocław
Telefon: +48 (0)71 344 31 11
Website: www.wroclaw.pl (auch auf Englisch)
Adresse: ul. Kościuszki 17, 34-500 Zakopane
Telefon: +48 (0)18 201 22 11
E-Mail: info@um.zakopane.pl
Website: www.zakopane.pl (auch auf Englisch)
2.3 Links zum Thema Tourismus
www.mapapolski.pl - Landkarte Polens mit Suchfunktion für Ortschaften (nur Polnisch)
www.ostsee-urlaub-polen.de - Reiseinformationen zur Ostsee.
www.pit.org.pl - Polnische Touristenkammer (Englisch, Polnisch)
www.intur.com.pl/instytut.htm - Polnisches Tourismusinstitut (Englisch, Polnisch)
www.hotel.pl - Hotels und Unterkünfte in Polen. Landkarte und Links
www.gemeindenblick.ch/bestof - Link zur Geschichte Polens und zu den polnischen Städten
www.lot.com/index.shtml - Website der polnischen Fluggesellschaft LOT (Informationen auch auf Englisch und Französisch)
Zwei englischsprachige Webseiten mit vielen nützlichen touristischen Hinweisen und weiterführenden Links (beispielsweise zu den Touristikbüros der einzelnen Städte und Regionen).
www.europa.eu.int/youth/travelling_europe/index_pl_de.html
http://destinia.com/guide/die-welt/europa/polen/1-30004-30179/main/de
2.4 Verkehr
Alle aktuellen Zugverbindungen kann man sich – auf Wunsch mit allen Zwischenhaltestellen – über die Reiseauskunft der Deutschen Bahn anzeigen lassen (http://reiseauskunft.bahn.de/bin/query.exe/dn). Zu beachten ist, dass dabei natürlich auch Verbindungen vorgeschlagen werden, bei denen man durch Länder reist, für die ein Visum nötig ist. Man sollte also den Zuglauf beachten. Informationen zu den entsprechenden Ländern finden Sie auf traveleast.eu jeweils unter Punkt 1.5 (Einreise- und Zollbestimmungen).
Zahlreiche Busunternehmen bieten eine Anreise nach Polen von Deutschland und Österreich mit dem Bus an, z. B. Sindbad, Eurolines, Touring, Omnia. Von Berlin gibt es regelmäßige Linienbusverbindungen nach Bydgoszcz (Bromberg), Kołobrzeg (Kolberg), Szczecin (Stettin), Warschau u. a. Städte. Auskünfte: Berlin Linien Bus GmbH, Telefon: (030) 86 19 33 1, Website: www.berlinlinienbus.de. Gullivers Reisen fährt zahlreiche Städte im Linienverkehr an, u. a. Gdansk, Warszawa, Wrocław und Krakow. Telefon: (030) 89 06 60 0, Website: www.gulliver.de). Eurolines-Busse (Website: www.eurolines.com) fahren von und nach Polen. Fahrplan- und Tarifinformationen sind bei der polnischen Eurolines-Generalvertretung (Pekaes Bus Eurolines, Website: www.eurolines.com.pl) oder der Eurolines-Vertretung in Deutschland (Deutsche Touring GmbH, Adresse: Am Römerhof 17, D-60486 Frankfurt/M., Telefon: (069) 79 03 50, Fax: (069) 790 32 19, E-Mail: service@deutsche-touring.com, Website: www.deutsche-touring.com) erhältlich.
Auf der Internet-Seite des polnischen Fremdenverkehrsamtes (Website: www.polen-info.de) sind weitere Linienverbindungen zu finden.
Das Mitführen der Grünen Versicherungskarte ist nicht mehr Pflicht. Dennoch empfiehlt es sich, die Grüne Versicherungskarte mitzuführen, da sie erfahrungsgemäß die Abwicklung im Schadensfall erheblich erleichtert.
Wegen des noch begrenzten Autobahnnetzes in Polen – bis auf den Raum Schlesien/Kleinpolen und ein Teilstück zwischen Posen und Warschau gibt es noch keine Autobahnen – sollte man bei Benutzung von Kraftfahrzeugen ausreichend Zeit für die Fahrt einplanen. Das Autobahnnetz wird aber immer weiter ausgebaut.
In Polen gibt es 3812 km befahrbare Wasserstraßen. Die wichtigsten Seehäfen Polens befinden sich in Danzig, Gdynia, Swinemünde und Stettin. Regelmäßige Fährverbindungen bestehen aber hauptsächlich zwischen Polen und Skandinavien.
DieInsel- und Halligreederei (Website: www.adler-schiffe.de) veranstaltet Fahrten von den deutschen Badeorten auf Usedom nach Międzyzdroje/Misdroy auf der polnischen Ostseeinsel Wolin. Folgende Verbindungen werden regelmäßig angeboten:
- Heringsdorf/Bansin/Ahlbeck auf Usedom und Świnoujście /Swinemünde
- Heringsdorf auf Usedom und Międzyzdroje /Misdroy auf Wolin
- Kamminke auf Usedom und Świnoujście /Swinemünde
- Kamminke auf Usedom und Nowe Warpno/Neuwarp mit Bustransfer nach Szczecin/Stettin.
Ausflugsfahrten werden im Sommer auch von Sassnitz nach Świnoujście/Swinemünde angeboten. In den Sommermonaten verkehrt außerdem ein Ausflugsschiff von Berlin über Havel, Oder-Havel-Kanal und Oder bis nach Szczecin/Stettin. Weitere Informationen erhält man bei Stern und Kreis Schifffahrt GmbH, Adresse: Puschkinallee 15, D-12435 Berlin, Telefon: (030) 536 36 00, Fax: (030) 53 63 60 99, E-Mail: info@sternundkreis.de, Website: www.Sternundkreis.de
Flüge von und nach Polen bieten u.a. folgende Gesellschaften: LOT, Lufthansa, CSA, Malev, SAS und Austrian Airlines.
LOT z. B. bietet Direktverbindungen von
- Frankfurt/M. nach Gdansk (Danzig), Warszawa (Warschau), Katowice (Kattowitz), Kraków (Krakau), Poznań (Posen) und Wroclaw (Breslau),
- Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Köln, Stuttgart und München nach Warszawa,
- Düsseldorf nach Katowice (Kattowitz),
- Hamburg nach Gdansk (Danzig),
- München nach Gdansk (Danzig), Katowice (Kattowitz) und Poznan sowie
- Genf und Zürich nach Warszawa (Warschau).
LOT bietet zudem täglich Flugdienste von Zürich direkt nach Warszawa und von Genf über München oder Frankfurt nach Warszawa. Von Wien wird Warszawa mehrmals täglich angeflogen.
Die Lufthansa (LH) bietet außerdem regelmäßige Linienflüge von Düsseldorf, Frankfurt/M., Hamburg, München und Stuttgart direkt nach Warszawa sowie von Düsseldorf und Frankfurt/M. direkt nach Katowice an.
In der Sommersaison bietet die DNV-Touristik GmbH Direktflüge von verschiedenen deutschen Städten über Warschau nach Masuren (Szczytno) an. DNV-Touristik GmbH, Adresse: Heubergstraße 21, D-70806 Kornwestheim, Telefon: (07154) 13 18 30, Fax: (07154) 13 18 33, E-Mail: info@dnv-tours.de, Website: www.dnv-tours.de
Die internationalen Flughäfen:
Der internationale Flughafen Warszawa „Frederic Chopin“ (WAW)(Okecie) (Website: www.lotnisko-chopina.pl) liegt 10 km südwestlich der Stadt. Die Fahrzeit in die Stadt beträgt mit dem Bus ca. 30 Min., mit dem Taxi ca. 20 Min. Die Flughafeneinrichtungen umfassen eine Bank, einen Duty-free-Shop, eine Touristen-Information, Mietwagenschalter, Hotel-Reservierungsschalter, Gepäckaufbewahrung, eine Post (Öffnungszeiten: Mo-Fr 08.00 bis 20.00 Uhr, Sa 08.00 bis 14.00 Uhr), Bars, Restaurants. Bustickets sowie inländische und internationale Bahntickets sind bei den Reise- und Touristenbüros (u. a. beim Reisebüro Orbis) in den Ankunfts- und Abflugshallen und am Zeitungskiosk RUCH erhältlich. Die Busgesellschaft Intercity Polski Express (Website: www.polskiexpress.pl) bietet regelmäßige Direktverbindungen zu 30 Städten in Polen an. Die Bushaltestellen befinden sich direkt vor der Ankunftshalle zwischen dem Terminalgebäude und dem mehrstöckigen Parkhaus. Die Busse 175 und 188 fahren täglich in der Zeit von 04.50 bis 23.20 Uhr alle 10 bis 15 Minuten nach Warschau und halten auch am Bahnhof und in der Altstadt. Der Nachtbus 611 fährt von 23.39 bis 04.39 Uhr. Einige Hotels haben Shuttlebusse. Der Taxistand befindet sich vor der Ankunftshalle.
Der internationale Flughafen Kraków (KRK)(Balice Johannes Paul II.) (Website: www.lotnisko-balice.pl) liegt 11 km westlich der Stadt. Die Flughafeneinrichtungen umfassen eine Bar, eine Wechselstube, Mietwagenschalter, Touristeninformation, Duty-free-Shops u. a. Geschäfte. Die Busse 192 und 208 fahren vor dem Terminal ab (Fahrzeit zum Stadtzentrum ca. 35-40 Min.). Außerdem sind Taxis vorhanden.
Der internationale Flughafen Wroclaw (WRO)(Strachowice) (Website: www.airport.wroclaw.pl) liegt 8 km außerhalb der Stadt. Flughafeneinrichtungen umfassen eine Bank, einen Konferenzraum, Mietwagenschalter, einen Duty-free-Shop, eine Post, Restaurants und Geschäfte. Der Bus 406 fährt von 05.22 bis 22.28 Uhr zum Bahnhof/Busbahnhof. Außerdem verkehrt einmal täglich ein Shuttlebus. Taxis stehen vor dem Terminal.
Neben den großen internationalen Flughäfen gibt es auch einige kleinere Flughäfen die im internationalen Verkehr angeflogen werden. So z. B. in Gdansk (GDN) (Website: www.airport.gdansk.pl), Katowice (KTW) (Website: www.gtl.com.pl) und Poznan (POZ)(Website: www.airport-poznan.com).
Fortbewegung innerhalb des Landes
Das Schienennetz der Polnischen Staatsbahn PKP ist insgesamt 22.560 km lang . Es ist sternartig angelegt mit Warschau als Mittelpunkt. Weitere wichtige Verkehrsknotenpunkte sind Posen, Danzig, Stettin, Breslau, Katowice und Krakau. Von Warschau nach Katowice/Krakau sowie nach Posen, Łódź und Breslau existiert eine Neubaustrecke (CMK). Die wichtigsten Städte werden durch InterCity-Züge miteinander verbunden, in den genannten großstädtischen Regionen existieren S-Bahn-ähnliche Vorortzugsysteme. Bahnfahren in Polen ist sehr preisgünstig. Besonders interessant und preisgünstig für Touristen und Kurzurlauber sind die Netzkarten der polnischen Bahn, so etwa das Wochenendticket „Bilet Turistyczny“. Es kostet 50 Złoty pro Person (nur 2. Kl.) und gilt nicht in Express- oder IC/EC-Zügen. Das Ticket erlaubt eine unbegrenzte Zahl von Fahrten vom ersten freien Arbeitstag, 9 Uhr bis zum letzten freien Arbeitstag um 19 Uhr, es gilt nicht nur an Wochenenden, sondern auch an Feiertagen.
Auch die persönliche Wochennetzkarte „Bilet sieciowy tygodniowy imienny“ ist empfehlenswert. Die Ausflugskarte der PKP –„Bilet wycieczkowy“ gilt freitags ab 19 Uhr sowie sonnabends und sonntags. Für eine Fahrt auf einer Strecke von max. 120 km zwischen Abfahrts- und Zielort gibt es für die einfache Fahrt 15 Prozent Ermäßigung und für Hin- und Rückfahrt 33% Ermäßigung auf den normalen Fahrpreis (für Personen- und Schnellzüge, nur in der 2. Kl.). Alle drei Tickets sind an Bahnhöfen am Schalter erhältlich, gibt es am Abfahrtsbahnhof keinen geöffneten Schalter, kann man die Karte auch beim Schaffner kaufen.
Des Weiteren gilt seit einiger Zeit das InterRail-Ticket der Deutschen Bahn auch in Polen. Mit dem Inter Rail One Country Pass der Deutschen Bahn kann man an drei bis acht frei wählbaren Tagen innerhalb eines Monats durch ganz Polen reisen. Die meisten Zuschläge sind bereits inbegriffen. Die Fahrt zur und von der polnischen Grenze ist um 25 Prozent ermäßigt. Preis für 3 Tage/2. Kl. für Erwachsene 56 Euro, je Zusatztag 12 Euro.
Das Ticket „Wochenende mit IC“ („Weekend z IC“) kostet 99 Zloty und gilt in der 2. Klasse von EC, IC und EX-Zügen (nicht im Berlin-Warszawa-Express). Es berechtigt zu einer unbegrenzten Zahl von Fahrten ab 18 Uhr des letzten Arbeitstages (Freitag) bis 18 Uhr des letzten Feiertags/Sonntags. Für eine Reservierung muss ein Zuschlag gezahlt werden, ohne Reservierung darf man die Züge auch nutzen, muss aber ggf. seinen Sitzplatz frei machen.
Vor allem in der Hauptferienzeit empfiehlt sich eine Platzreservierung zu einem geringen Aufpreis.
Genaue Fahrplanauskunft über Zugverbindungen in Polen kann auf der Website der Polnischen Staatsbahnen mit Preisinformationen, Internetreservierung etc. (auf Polnisch) (Website: www.pkp.com.pl) nachschauen.
Außerdem gibt es, trotz des wachsenden Individualverkehrs in Polen, immer noch ein ausgedehntes Überlandbusnetz. Neben den staatlichen Buslinien PKS gibt es zahlreiche Angebote von privaten Anbietern. Das Reisen mit dem Bus ist eine der preisgünstigsten Möglichkeiten Polen zu erkunden.
Hinweise zum Straßenverkehr, wenn man selber fährt oder eine Busreise selber organisiert:
Das Mitführen der Grünen Versicherungskarte ist nicht mehr Pflicht. Dennoch empfiehlt es sich, die Grüne Versicherungskarte mitzuführen, da sie erfahrungsgemäß die Abwicklung im Schadensfall erheblich erleichtert.
Bei Alkohol am Steuer gilt die 0,2‰-Grenze. Auch geringfügige Überschreitungen können bereits mit Freiheitsstrafen geahndet werden. Außerdem kann man mit dem Entzug des Führerscheins und einer Fahrzeugsicherstellung rechnen. Von Anfang Oktober bis Ende Februar muss tagsüber mit Abblendlicht gefahren werden. Für Motorräder gilt dies ganzjährig. Das Telefonieren während der Fahrt ist verboten. Erlaubt ist die Benutzung einer Freisprechanlage.
Der Erwerb der fahrzeugbezogenen Gebührenkarten (Vignette) ist bei den polnischen Grenz- und Binnenzollämtern, an bestimmten Tankstellen sowie bei den polnischen Gewerbeorganisationen möglich. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Gebührenkarte korrekt ausgefüllt ist, da ansonsten bei Kontrollen Geldbußen erhoben werden. Insbesondere bei deutschen und westeuropäischen Bussen werden diese Vignetten häufig bei Verkehrskontrollen genau kontrolliert. Wichtig sind insbesondere, dass die Fahrzeugnummer gut zu lesen ist und die Geltungsdauer exakt angegeben wird.
Für Dienstleistungen mit im Ausland angemeldeten Bussen in Polen muss Beförderungssteuer (sog. Pauschalsteuer) an der Grenze entrichtet werden, da diese Steuer im Gegensatz zum innerdeutschen Busverkehr nicht bereits im Fahrpreis einbegriffen ist. Die Beförderungssteuer beträgt 20 PLN pro Person und Einfahrt. Die Vignette ist in jedem Fall und unabhängig von der benutzten Straße zu zahlen. Für bestimmte Autobahnen kommen besondere Gebühren hinzu. Eine Befreiung von dieser Steuer ist auch bei Fahrten für humanitäre Zwecke nicht möglich.
Wegen des noch geringen Autobahnnetzes in Polen – bis auf den Raum Schlesien/Kleinpolen und ein Teilstück zwischen Posen und Warschau gibt es noch keine Autobahnen – sollten Sie bei Benutzung von Kraftfahrzeugen ausreichend Zeit für die Fahrt einplanen.
Weitere Verkehrsbestimmungen:
- Es besteht Anschnallpflicht. Kinder bis zu 12 Jahren müssen hinten sitzen. Es ist Pflicht, ein Warndreieck mitzuführen. Empfehlenswert ist ein Nationalzeichen (z.B. D) am Heck.
- Geschwindigkeitsbegrenzung:
- in geschlossenen Ortschaften: 50 km/h (05.00 bis 23.00 Uhr) und 60 km/h (23.00 bis 05.00 Uhr),
- außerorts: 90 km/h,
- auf Schnellstraßen: 100 km/h,
- auf zweispurigen Schnellstraßen: 110 km/h,
- auf Autobahnen: 130 km/h.
In allen Städten gibt es gute Busnetze, Straßenbahnen und Oberleitungsbusse, die auch in die Vororte fahren. Das städtische Nahverkehrssystem in Warschau (Website: www.ztm.waw.pl) umfasst Busse, Straßenbahnen, U-Bahn und Vorortzüge. Es bestehen Einheitstarife, und Fahrkarten können im Voraus gekauft werden. In allen städtischen Verkehrsmitteln, in Vorstadtbussen und in der U-Bahn gelten Fahrkarten mit Aufdruck „ZTM Warszawa“, die in Pressekiosken und bei Busfahrern (mit Zuschlag) zu kaufen sind. Taxissind in den meisten Städten vorhanden. Es gibt Taxistände, man kann Taxis jedoch auch telefonisch bestellen. Zwischen 23.00 bis 05.00 Uhr, an Wochenenden und für Fahrten außerhalb der Stadt wird ein Zuschlag erhoben. Taxifahrer erwarten 10% Trinkgeld.
2.5 Unterkünfte
Es gibt ein gut ausgebautes Netz von Jugendherbergen (es gibt etwa 1.200 Jugendherbergen) und Wanderhütten, die z. B. von PTTK betrieben werden. Polnischer Jugendherbergsverband (Polskie Towarzystwo Schronisk Młodzieżowych) (Adresse: ul. Chocimska 28, 00-791 Warszawa, Polska, Telefon: +48 22 8498128, Fax: +48 22 8498354, E-Mail: hostellingpol.ptsm@pro.onet.pl, Website: www.ptsm.pl). Diese sind meist relativ groß und anonym, oft mit nach Geschlechtern getrennten Zimmern. Wichtig zu beachten ist, dass die JH verhältnismäßig früh am Abend schließen (selbst in Warschau spätestens um 23 Uhr) und auch tagsüber (meist zwischen 10 und 16 Uhr) geschlossen sind. Oft können Ausnahmeregelungen mit dem Personal vereinbart werden. Es gibt auch Hostels, die durchgehend geöffnet haben.
Über 200 Campingplätze sind über das ganze Land verteilt. Die Saison dauert von Mitte Mai bis Ende September. Mit dem Ausweis des Campingverbands (FICC) erhält man 10% Ermäßigung. Weitere Informationen kann man beim Polnischen Verband für Camping und Caravanning (Polska Federacja Campingu i Caravaningu) (Adresse: Ul. Grochowska 331, PL-03-838 Warszawa, Telefon/Fax: (022) 810 60 50) erhalten. Aber auch wildes Zelten wird geduldet.
Auch Hotels sämtlicher Preis- und Qualitätsklassen sind vorhanden. Man sollte sich vor Reiseantritt im Reisebüro, über die Homepages der Orte die man bereisen will oder den Polnischen Hotelverband, (Adresse: Ul. Nowogrodzka 44 m 2, PL-00-695 Warszawa, Telefon: (022) 622 69 91/-93, Fax: (022) 622 69 92) ein genaueres Bild machen, wo man wie, für wie viel unterkommen kann.
Außerdem bieten insgesamt rund 4000 Bauernhöfe Ferien auf dem Lande an. Ein großer Teil von ihnen ist Mitglied der Polnischen Föderation für Tourismus auf dem Lande. Das Logo der Organisation, ein Storch auf dem Dach, bürgt für einen guten Qualitätsstandard. Weitere Informationen gibt es bei: Polska Federacja Turystiki Wiejskiej Gospodarstwa Goscinne, Adresse: Ul. Wspolna 30, p. 544, PL-00-930 Warszawa, Telefon: (0602) 45 91 37
2.6 Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken
An dieser Stelle einen Einkaufsführer mit konkreten Empfehlungen zu präsentieren würde den Rahmen sprengen und der riesigen Auswahl immer noch nicht gerecht werden. In Polen sollte man sich einfach hin und wieder mal etwas Zeit für einen Einkaufsbummel nehmen. Gerade in den Großstädten ist die Auswahl sehr groß und das Angebotene hat meist auch eine ordentliche Qualität. Trotzdem sollte man vergleichen, um sicher gehen zu können, dass man die bestmögliche Qualität für einen adäquaten Preis bekommt. Viele Geschäfte in den Großstädten sind für polnische Verhältnisse zwar recht teuer, aber immer noch günstiger als in Westeuropa. Auf Märkten und in kleineren Städten kann man eigentlich immer ein paar Schnäppchen ergattern. Benzin, Tabakwaren, Alkohol und Lebensmittel sind bedeutend günstiger als in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In Polen gibt es keine Beschränkung der Ladenöffnungszeiten, allerdings haben nur wenige Großmärkte in den Außenbezirken der Großstädte rund um die Uhr geöffnet, ansonsten liegt die reguläre Öffnungszeit vieler Läden montags bis sonntags zwischen 6 und 22 Uhr.
Verglichen mit Deutschland sind die Preise in den polnischen Cafés und Restaurants in der Regel günstiger. In Städten und Ferienzentren ist das Angebot sehr vielfältig. Sehr preiswertes Essen bieten in größeren Städten die Milchbars „Bar mleczny“ an. Trinkgelder sollten bei etwa zehn Prozent der Rechnungssumme liegen. Restaurants haben in der Regel von 9 bis 23 Uhr geöffnet, in Großstädten zum Teil auch länger. Cafés sind meist zwischen 7 und 19 Uhr geöffnet. Souvenirläden sind meist werktags von 9 bis 19 Uhr offen.
Die Polnische Küche ist bodenständig und ähnelt den benachbarten Küchen was Gewohnheiten und Bestandteile anbelangt. Dafür variiert die Polnische Küche regional. In den letzten zehn Jahren haben sich einige Essgewohnheiten den westeuropäischen angepasst. So verschob sich bei den Selbstversorgern der ländlichen Bevölkerung (die polnische Landwirtschaft wird zu 50% privat auf kleinen Höfen betrieben) der Anteil der hinzugekauften Nahrungsmittel von 1:5 auf 5:1 zu den selbst produzierten – was vor allem auf die erheblich bessere Versorgungslage zurückzuführen ist. Die Menge der Eigenproduktion hat deutlich abgenommen, nicht jedoch die Bandbreite. Generell wird aber immer noch erheblich mehr eingemacht als in Deutschland.
Das Hauptgericht des Tages ist warm und wird in der Regel am späteren Nachmittag – nach der Arbeit – gegessen. Es besteht im Allgemeinen aus einer Suppe und dem Hauptgericht. Morgens und abends stellen Wurst und Käse zusammen mit Mischbrot die Grundnahrung dar, dabei werden die Beilagen extra gereicht und gegessen. Das Auflegen der Beilagen auf die Brotscheiben hat erst in den letzten Jahren zugenommen. Zu festlichen Gelegenheiten, besonders am Heiligen Abend, stellt ein mehrgängiges fleischloses Menü ein zentrales Ereignis dar. Dieses Menü hat oft zwölf Speisen, die den zwölf Jüngern Jesu gewidmet sind. Jeder Tischgast sollte dann von jeder Speise etwas probiert haben. Traditionell bleibt an Heiligabend ein Stuhl für einen gegebenenfalls überraschend eintreffenden Gast frei.
Vorspeisen (Przekaski) sind Aal in Aspik, marinierter Fisch in saurer Sahne, Rollmops, „Kulebiak“ (eine Pilz- und Kohlpastete), „Kabanos“ (eine lange, dünne, stark gewürzte Wurst) oder „Mysliwska“(eine Wurst aus Schweine- und Wildfleisch). Suppen wie „Barszcz“(Rote-Beete-Suppe mit saurer Sahne) oder „Rosol“ (Rinder- oder Hühnerbouillon) werden häufig in Tassen und mit kleinen Pasteten, die mit Fleisch oder Kohl gefüllt sind, serviert. Weitere landesweit bekannte Suppen sind „Flaki“, eine Suppe mit in Streifen geschnittenem Kuhmagen, vergleichbar mit dem ostpreußischen Fleck oder den sächsischen Flecken und „Zurek“, eine säuerliche Getreidesuppe mit unterschiedlichen Zutaten, wie gekochten Eier, Kartoffeln, Wurst.
Piroggen (gefüllte Teigtaschen), meist mit Weißkäse oder mit Weißkohl gefüllt, werden nicht nur gerne in Polen gegessen. Auch in Russland den baltischen Staaten und in Finnland gibt es sie in unterschiedlichen Varianten. Weitere beliebte Gerichte sind „Zrazy Zawijane“ (pilzgefüllte Rouladen in saurer Sahne) mit gekochtem „Kascha“ (Buchweizen), „Golonka“ (Eisbein) und „Kopytka“, kleine Kartoffelklößchen, gekocht, meist mit Butter, Zucker und Zimt serviert. Der Name „Kopytka“ heißt soviel wie „kleine Hufen“, was aus der Form der „Kopytka“ hervorgeht.
Das polnische Nationalgericht „Bigos“ (Weißkohl-Sauerkrauttopf mit Steinpilzen) war ursprünglich ein Essen der Jäger des polnischen Landadels, der „Schlachta“. Man hatte immer einen Kessel mit „Bigos“ dabei. Eine Feier in Polen ist ohne ein würzig-pikantes „Bigos“ undenkbar. Polen hat auch eine große Auswahl an frischem Fisch (Ryba). Karpfen wird in einer süßsauren Aspiksoße serviert, und pochierter Hecht mit Sahnemeerrettich ist sehr zu empfehlen. Polnische Backwaren (Ciastka) gelten als ausgezeichnet.
Getrunken wird in Polen sehr viel mehr Tee (herbata) als Kaffee, nicht nur zum Frühstück, sondern auch am Nachmittag und am Abend. Oft wird der Tee mit Zitrone serviert.
Kaffee wird je nach Region entweder „auf türkische Art“, d.h. mit Satz und viel Zucker, aber dann selten mit Milch oder Sahne oder mit viel Zucker, Milch oder Sahne zubereitet. Kaffee und Tee werden oft in Gläsern serviert. Neben Mineralwasser gibt es zu den Mahlzeiten häufig Kompottgetränke oder Buttermilch.
Was alkoholische Getränke angeht, kann Polen auf eine lange Brauereitradition zurückblicken und ist für seine vielen, häufig aromatisierten Wodkasorten bekannt. Zu den beliebtesten Biermarken gehören „Zywiec“, „Okocim“ und „EB“. Wodka wird eiskalt und nicht selten aus Wassergläsern getrunken. „Wyborowa“ soll der beste Wodka sein. Eine kleine Auswahl der weiteren verschiedenen Geschmacksrichtungen: „Zubrowka“ - Bisongras, „Tarniowka“ - Schlehe, „Sliwowica“ – Pflaume und „Pieprzowka“ – weißer Pfeffer.
2.7 Links: Weitere Informationen
3. Jugendarbeit
3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik
Der Begriff der politischen Bildung wird als solcher in Polen nicht benutzt, da Assoziationen mit politischer Indoktrination und dem sozialistischen System dabei kaum zu vermeiden sind. Dennoch gibt es, nur unter anderem Namen (Demokratieerziehung, staatsbürgerliche Bildung oder ähnliches), politische Jugendbildung im Sinne einer Vermittlung von Kenntnissen über Staat, Gesellschaft und politische Strukturen, einer Befähigung zur Wahrnehmung und Ausübung demokratischer Rechte und Pflichten. Angebote dieser Art machen unter anderem einige der in der Föderation Polnischer Begegnungsstätten (FPDS - Federacja Polskich Domów Spotkañ) zusammengeschlossenen Häuser.
Es gibt allerdings keine mit der deutschen Bundes- beziehungsweise mit den Landeszentralen für politische Bildung vergleichbaren Institutionen.
Parteipolitisches Engagement zeigt nur ein
Adressen einiger Jugendverbänden, Agenturen, Jugendorganisationen und Jugendbegegnungshäuser:
Polnische Agentur für das EU-Aktionsprogramm Jugend in Warschau /Anlaufstelle für Europäische Freiwillige - Narodowa Agencja Programu Młodzież
Adresse: ul. Mokotowska 43, IV p, 00551 Warszawa, Polen
Telefon: +48 22 622 37 06, +48 22 628 60 14
Fax: +48 22 622 37 08; +48 22 628 60 17
E-Mail: mlodziez@mlodziez.org.pl
Website: www.youth.org.pl
Adresse: ul. Mokotowska 43, 00-551 Warszawa, Polen
Website: www.socrates.org.pl
Deutsch-Polnisches Jugendwerk - Polsko-Niemiecka Współpraca Młodzieży
Förderung des deutsch-polnischen Jugendaustausches.
Adresse Büro Warschau: ul. Alzacka 18, 03972 Warszawa/Polska
Telefon: +48 22 518 89 10
Fax: +48 22 617 04 48
E-Mail: biuro@pnwm.org
Website: www.pnwm.org
Adresse Büro Potsdam: Friedhofsgasse 2, 14473 Potsdam
Telefon: 0331 284 790
Fax: 0331 297 527
E-Mail: buero@dpjw.org
Website: www.dpjw.org
European Centre for Youth Cooperation ECYC - Europejskie Centrum Wspòłpracy Młodzieży
Adresse: pl. Św. Katarzyny 9, 87-100 Toruń/Polen
Telefon: +48 56 652 22 40
Fax: +48 56 652 22 41
E-Mail: ecwm@ecwm.org.pl
Website: www.ecwm.org.pl
Jugendinformationszentrum Krakau - Regionalne Centrum Informacji Młodzieżowej
Adresse: ul. Basztowa 5, 31-134 Kraków, Polen
Telefon/Fax: +48 12 429 65 69
E-Mail: mii@mii.firmy.com
Website: http://www.rcim.krakow.pl/main/index.php
Internationale Jugendbegegnungsstätte in Auschwitz/IJBS
Seit der Entstehung der IJBS unterstützen die jungen Freiwilligen der Aktion Sühnezeichen – Friedensdienste aus Deutschland und seit einigen Jahren auch Mitglieder des Vereines Gedenkdienst aus Österreich die pädagogische Arbeit des Hauses.
Das pädagogische Angebot des Hauses: Studienfahrten zur Auseinandersetzung mit der Geschichte des KL Auschwitz/Birkenau und den damit verbundenen Themenbereichen, internationale thematische Seminare/Antisemitismus, Rassismus, Nationalismus, internationale Beziehungen, Demokratisierungsprozesse, Polen heute, Theater-, Kunst-, Foto-, Zeitungsworkshops, Programme im Rahmen des internationales Jugendaustausch, Konferenzen, Vorträge, Lesungen, Ausstellungen, Ausführungen und Konzerte.
Internationale Jugendbegegnungsstätte
Adresse: ul. Legionow 11, 32-600 Oświęcim, Polen
Telefon: +48 (33) 843 21 07 – Rezeption
Telefon/Fax: +48 (33) 843 12 11 – Verwaltung, Direktor
Telefon/Fax:: 0048 (33) 843 23 77 – Pädagogische Abteilung
E-Mail: mdsm@mdsm.pl
Website: www.mdsm.pl
Maximilian-Kolbe-Haus für Versöhnung und Begegnung in Danzig
Das Maximilian-Kolbe-Haus für Versöhnung und Begegnung in Danzig (DMK) wurde 1992 vom Franziskanerorden gegründet. Die grundlegende Idee dieses Ortes beschreibt das Wort „Versöhnung“, deswegen richten sich die Veranstaltungen hier auch vor allem an junge Menschen aus Polen und Deutschland. Jedes Jahr finden im DMK, Konferenzen, Seminare sowie Workshops statt, an denen aber auch Menschen vieler anderer Nationalitäten teilnehmen.
Adresse: ul. Św. Trójcy 4, 80-822 Gdańsk, Polen
Internationales Jugendbegegnungs- und Bildungszentrum in Rodowo (Masuren)
Zum Angebot des Zentrums gehören internationale thematische Seminare zur EU-Erweiterung, Polen heute, Beziehungen zu Nachbarn Polens, Theater-, Kunst-, Foto-, Zeitungsworkshops/ Programme im Rahmen des internationales Jugendaustausch, Einsatzstelle für europäische Freiwilligen
Internationales Jugendbegegnungs- und Bildungszentrum „Camp Rodowo“ - MCSM Camp Rodowo
Adresse: Rodowo 2, 11731 Sorkwity, Polen
Telefon: +48 89 7428102
Fax: +48 89 7428400
E-Mail: rodowo@poczta.onet.pl
Website: www.republika.pl/rodowo und www.kreisau.de
Dieser Verband bestand schon zu sozialistischen Zeiten und ist mit 200.000 Mitgliedern der stärkste Pfadfinderverband in Polen und seit 1996 wieder Mitglied in der Weltorganisation der Pfadfinderbewegung.
Adresse: ul. Konopnickiej 6, 00-491 Warszawa, Polen
Pfadfinderverband der Republik - Związek Harcerstwa Rzeczypospolitej
Adresse: ul. Litewska 11/13, 00-589 Warszawa, Polen
Telefon: +48 22 629-24-98, 629-12-39, 629-07-17
E-Mail: naczelnictwo@zhr.pl
Website: www.zhr.pl
3.2 Jugendschutz, kinder- und jugendrelevante Gesetze, altersbezogene gesetzliche Bestimmungen
Amtliche Texte, die den Kinder- und Jugendbereich betreffen, findet man in der Sammlung der Regelungen und Verwaltungsvorschriften, die vom Ministerrat 1995 herausgegeben wurde. Zu diesen Gesetzen und Verordnungen gehören unter anderem:
- die Kinderrechtskonvention,
- das Gesetz über das Bildungssystem,
- das Gesetz über das Hochschulwesen,
- das Gesetz über das Familienrecht,
- das Gesetz über die Erziehung zur Enthaltsamkeit und gegen den Alkoholmissbrauch,
- das Gesetz über die Beschäftigung und Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit,
- die Verordnung über den Aufenthalt von Minderjährigen in der Kinder- und Jugendstube der Miliz,
- die Konvention über die Maßnahmen gegen den Frauen- und Kinderhandel,
- der Beschluss über amtliche Untersuchungen des Gesundheitszustands der Jugendlichen,
- die Verordnung über die Verbreitung von Rundfunk- und Fernsehsendungen, die die psychische, seelische und körperliche Entwicklung von Kindern und Jugendliche stören können,
- das Gesetz über die Jugendgerichtsbarkeit,
- das Gesetz über das Kinder- und Pflegegeld,
- die UNESCO-Konvention,
- die Verordnung über öffentliche psychologische und pädagogische Beratungsstellen sowie andere öffentliche Fachberatungsstellen und andere.
Viele Gesetze werden durch Verordnungen und Verwaltungsvorschriften ergänzt.
Die polnische Internetseite www.abc.com.pl/serwis/publik.htm hat eine kostenlose Suchmaschine für alle neuen Gesetzestexte seit 1995.
Bis zu welchem Alter gilt man als Kind bzw. Jugendlicher?
Als minderjährig gelten in Polen Personen von der Vollendung des 13. Lebensjahrs bis zu Ihrem 18. Lebensjahr. Ein Minderjähriger hat eine eingeschränkte Rechtsgeschäftsfähigkeit und unterliegt der elterlichen Aufsichtpflicht. (...) Roznica maloletni nieletni. Das Gesetz vom 26.10.1982 Verfahrensordnung bei Minderjährigen sieht als minderjährige Personen, die sich nach der Vollendung des 13. Lebensjahres und vor der Vollendung des 17. Lebensjahres strafbar gemacht haben. Eine Garantie für Kinderrechte ist vor allem das polnische Grundgesetz (Konstitution der Republik Polen) und die Kinderrechtskonvention aus dem Jahre 1989 (1991 durch Polen ratifiziert). In Polen gibt es einen Ombudsmann/Fürsprecher für Kinderrechte.
Ist Kindern und Jugendlichen der Aufenthalt an öffentlichen Plätzen (Straßen, Parks) ohne Begleitung Erwachsener gestattet?
Ab welchem Alter?
Gemäß Art. 43 der StVO vom 20.06.1997 dürfen Kinder bis einschließlich 7 Jahren die Straße nur in Begleitung von Personen nutzen, die das 10. Lebensjahr vollendet haben (gilt nicht in dem Bereich, wo die Kinder wohnen). Darüber, ob sich ein Kind an öffentlichen Plätzen ohne Begleitung von Erwachsenen befinden darf, entscheiden die Eltern (die gesetzlichen Aufsichtspersonen). Laut des Familien- und Betreuungsgesetzes vom 25.02.1964 (Gesetzblatt aus dem Jahre 1964 Nr. 9, Ziff. 59, mit späteren Änderungen) tragen die Eltern (die gesetzlichen Aufsichtspersonen) die Verantwortung für die Sicherheit der Kinder. Das Kind unterliegt der Aufsichtspflicht der Eltern bis zur Volljährigkeit. Die Aufsichtspflicht der Eltern umfasst im Besonderen: das Recht der Eltern zur Obhut über die Person und das Vermögen des Kindes. Sie soll so erfolgen, wie es das Wohl des Kindes und der Öffentlichkeit (gesellschaftliches Interesse) erfordert.
Ist Kindern und Jugendlichen der Aufenthalt an jugendgefährdenden Orten (z. B. Orte, an denen sich Prostituierte aufhalten) gestattet?
Welche Orte gelten als jugendgefährdend?
Der Aufenthalt an jugendgefährdenden Orten ist Kindern und Jugendlichen nicht gestattet.
Das Gesetz zum Verfahren in Jugendangelegenheiten vom 26.10.1982 (Gesetzblatt aus dem Jahre 2002, Nr. 11, Ziff. 109) schreibt jedem Bürger die Pflicht vor, der Jugendgefährdung vorzubeugen. Insbesondere Eltern oder andere Aufsichtpflichtige und die Schule, sind verpflichtet das Familiengericht bzw. die Polizei über die Umstände einer Gefährdung eines Minderjährigen in Kenntnis zu setzen und die Verstöße gegen das soziale Zusammenleben zu bezeugen.
Ist Kindern und Jugendlichen der Aufenthalt in Gaststätten, Restaurants gestattet?
Ab welchem Alter?
Ist Kindern und Jugendlichen der Aufenthalt in Gaststätten, Restaurants in Begleitung Erwachsener gestattet?
Ab welchem Alter?
Ob Kinder und Jugendliche sich in Gaststätten und Restaurants aufhalten dürfen, entscheiden die Eltern. Es gibt viele Gaststätten, deren Zielgruppe Kinder und Jugendliche bilden.
Ist Kindern und Jugendlichen der Aufenthalt in Nachtbars, Nachtclubs oder vergleichbaren Vergnügungsorten gestattet?
Ab welchem Alter?
In Nachtbars, Nachtclubs und ähnlichen Vergnügungsbetrieben dürfen sich nur volljährige Personen aufhalten. Nächtlicher Vergnügungsbetrieb ist für Volljährige bestimmt. Eltern (gesetzliche Aufsichtspersonen) haften für den Aufenthalt des Minderjährigen in Nachtlokalen und Discos.
Ist Kindern und Jugendlichen die Anwesenheit bei Tanzveranstaltungen gestattet?
Ab welchem Alter?
Ist Kindern und Jugendlichen die Anwesenheit bei Tanzveranstaltungen in Begleitung Erwachsener gestattet?
Ab welchem Alter?
Siehe Antwort zu jugendgefährdenden Orten.
Ist Kindern und Jugendlichen der Genuss von Branntwein oder ähnlichen hochprozentigen Getränken gestattet?
Ab welchem Alter? Ist die Abgabe eingeschränkt?
Ist der Genuss anderer alkoholischer Getränke (Wein, Bier etc.) Kinder und Jugendlichen gestattet?
Ab welchem Alter? Ist die Abgabe eingeschränkt?
Der Ausschank von Alkohol an Personen unter 18 Jahren ist gesetzlich untersagt. Besteht Zweifel an der Volljährigkeit des Konsumenten, dürfen Alkohol ausschenkende Personen die Vorlage eines Dokumentes fordern, dass die Volljährigkeit beweist
Welche Beschränkungen gibt es beim Besuch öffentlicher Filmveranstaltungen?
Welche Altersabstufungen gibt es?
In Polen gibt es folgende Alterseinschränkungen beim Kinobesuch: ohne Einschränkungen, ab 12 Jahren, ab 16 Jahren, ab 18 Jahren. Der für Kulturangelegenheiten zuständige Minister kann weitere Richtlinien bestimmen.
Ist Kindern und Jugendlichen das Rauchen in der Öffentlichkeit gestattet?
Ab welchem Alter?
Das Gesetz vom 9.11.1995 über Gesundheitsschutz vor Folgen von Tabakkonsum (Gesetzblatt aus dem Jahre 1996 Nr. 10, Position 55) verbietet das Rauchen außerhalb von gesonderten und dementsprechend angepassten Räumen: d.h. in Einrichtungen des Gesundheitswesens, Schulen, Erziehungs- und Bildungseinrichtungen, in Betrieben und anderen öffentlichen Gebäuden sowie in einräumigen Gaststätten. Für die Umsetzung des Verbotes in den oben genannten Orten ist der Eigentümer oder der Betreiber zuständig. Art. 6 Abs. 1 des oben genannten Gesetzes verbietet die Abgabe von Tabakwaren an Personen unter 18 Jahren. Der Verkauf von Tabakwaren ist in Gesundheitseinrichtungen, Schulen, Erziehungs- und Bildungseinrichtungen und Sporthallen verboten (ebenfalls verboten ist der Verkauf an Automaten und von Schachteln, die weniger als 20 Stück beinhalten). Ebenfalls verboten ist Werbung für Tabakwaren, Tabakgegenstände und Produkte, die Tabakwaren oder Tabakgegenstände imitieren, sowie von Symbolen, die mit Tabakgenuss in Verbindung gesetzt werden können.
Welche Beschränkungen gibt es, wenn ausländische Jugendliche kurzzeitig gegen Bezahlung arbeiten wollen, um ihre Reisekasse aufzubessern?
Ab welchem Alter ist es ihnen gestattet zu arbeiten?
Gibt es die Möglichkeit der so genannten „Working Holiday“?
Eine langfristige Anstellung von Personen bis 16 Jahren z.B. auf Basis eines Arbeitsvertrages ist gesetzlich untersagt. Eine Anstellung von Personen bis 16 kann nur über einen kurzen und begrenzten Zeitraum erfolgen und erfordert die Einwilligung des gesetzlichen Vertreters oder der Aufsichtsperson. Der Arbeitgeber darf außerdem nur in den Bereichen Kultur, Sport, Werbung und Kunst tätig sein.
Jugendliche ab 16 Jahren dürfen bis zum 18. Lebensjahr einer leichten Arbeit nachgehen, sofern sie eine Mittlere Reife vorweisen können. Außerdem benötigen sie einen ärztlichen Nachweis, dass die Arbeit ihre Gesundheit nicht schädigt. Des Weiteren darf die Arbeit das Wohl des Jugendlichen in keiner anderen Weise gefährden und den Jugendlichen nicht von seiner Schulpflicht abhalten. Hat ein Jugendlicher keine Qualifikation, darf er nur zur Berufsvorbereitung angestellt werden. Die Grundsätze zur Vergütung der Arbeit Jugendlicher sind ebenso gesetzlich festgeschrieben wie die Rahmenbedingungen zur Arbeitszeit.
Ist Kindern und Jugendlichen das Trampen/per Anhalter fahren gestattet?
Ab welchem Alter?
Die polnische Gesetzgebung sieht keine detaillierten Regelungen in diesem Bereich vor. Bezüglich Personen, die per Anhalter fahren, also auch bezüglich Kindern und Jugendlichen, greifen Bestimmungen des zweiten Teils „Fußgängerverkehr“ des Gesetzes über die Straßenverkehrsordnung vom 20.06.1997 (Gesetzblatt aus dem Jahre 2003, Nr. 58, Ziff. 515 mit späteren Änderungen). Darüber, ob ein Kind oder ein Minderjähriger per Anhalter reisen darf, entscheiden die Eltern/die gesetzlich bestimmten Aufsichtspersonen.
An welche Einrichtungen können sich Kinder und Jugendliche bei auftretenden Problemen in Ihrem Land wenden?
Generell können sich Kinder und Jugendliche bei Problemen an alle öffentlichen Einrichtungen in Polen wenden, sofern diese für das entsprechende Anliegen zuständig sind. Bestehen zum Beispiel Probleme, die die Rückreise ins Heimatland betreffen, sollte man sich mit der nächstmöglichen Landesvertretung in Verbindung setzen.
Welche Bestimmungen gibt es bezüglich des Mitführens von Messern, Kampfgeräten (Pfeil und Bogen, Degen etc.) und Waffen?
Welche Altersbeschränkungen gibt es?
Die Regelungen zur Vergabe und Rücknahme von Waffenscheinen, zu Kauf, Lagerung, Verkauf, Deponierung von Waffen und Munition, der Durchfuhr durch das Gebiet der Republik Polen, der Ein- und Ausfuhr von Waffen und Munition sowie dem Waffenbesitz von Ausländern und dem Funktionieren von Schießständen sind im Waffen- und Munitionsgesetz vom 21.05.1999 festgelegt (Gesetzblatt, Nr. 53, Ziff. 549 mit späteren Änderungen). Art. 4 des oben genannten Gesetzes beinhaltet die Definitionen von Waffen und Munition. Im Art. 9 befindet sich eine Vorschrift, die besagt, dass man Schusswaffen und dazu passende Munition besitzen darf, wenn vorher ein Waffenschein von dem zuständigen Wojewodschaftskommandanten (Verwaltungsbezirkskommandanten) der Polizei ausgestellt wurde. Im Art. 15 Abs. 1 Punkt 1 ist die Regel festgehalten, dass Personen unter 21 Jahren keinen Waffenschein erhalten können. Im Kapitel 3 dieses Gesetzes befinden sich Vorschriften, die Durch-, Ein- und Ausfuhr von Waffen und Munition bestimmen sowie die Problematik des Waffen- und Munitionsbesitzes durch Ausländer regeln. Auf Antrag einer Schule, einer Sportorganisation, des Polnischen Jägerbundes oder eines Verteidigungsvereins kann der Waffenschein auch Personen ausgestellt werden, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Eine solche Waffe kann aber nur zu Sport- oder Jagdzwecken benutzt werden.
Welche Bestimmungen gibt es bezüglich sexueller Kontakte zu Jugendlichen?
Welche Altersbeschränkungen gibt es?
Art. 200 § 1 des Strafgesetzbuches vom 6.6.1997 (Gesetzblatt aus dem Jahre 1997, Nr. 88, Ziff. 553) lautet: „Wer einen Minderjährigen, der jünger als 15 Jahre alt ist, zu Geschlechtsverkehr oder zu anderen sexuellen Handlungen zwingt, die er ausüben oder über sich ergehen lassen muss, unterliegt der Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren“.
[Quelle: Ministerium für nationale Bildung und Sport (Ministerstwo Edukacji Narodowej i Sportu), Jugendabteilung unter Mithilfe des Wirtschaftsministeriums, des Ministeriums für Arbeit und Sozialpolitik, des Ministeriums für innere Angelegenheiten und Verwaltung (2/2004). Praktische Hinweise und Informationen bezüglich des deutsch-polnischen Jugendaustausches kann das Deutsch-Polnische Jugendwerk mit Büros in Warschau und in Potsdam geben. (www.pnwm.org, oder www.dpjw.org).]
Für weitere Fragen kann man sich in Polen an folgende Institutionen wenden: die Polizei, das Komitee für Kinderrechte und das Familiengericht. (Quelle: Büro für Koordination der Präventivdienste der Hauptkommandantur der Polizei)
3.3 Weitere Informationen
Weitere Informationen und Adressen von Jugendverbänden und Organisationen, sowie zu Kinder- und jugendpolitischen Strukturen sind unter http://www.dija.de/ (> Länderinfos >Ländername) zu finden.
3.4 Schulsystem und Bildungswesen
Die Vorschulerziehung erfasst Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren und findet in Kindergärten und Schulkindergärten statt.
Die Grundstufe des Schulsystems bilden seit 2000 die für alle Kinder gemeinsamen und obligatorischen sechsklassigen Grundschulen und die darauf aufbauenden dreijährigen Gymnasien, die den deutschen Mittelstufen, nicht den deutschen Oberschulen entsprechen.
Weiterführende Schulen und Mittelschulen (öffentliche und nichtöffentliche sowie staatlich anerkannte nichtöffentliche Schulen) sind gegliedert in die dreijährige oder zweijährige Berufshauptschulen, die die Ausbildung zum Facharbeiter ermöglichen und den deutschen Gymnasien entsprechenden die dreijährigen, allgemeinbildenden Lyzeen, die mit der Reifeprüfung (Abitur, wie in Österreich Matura genannt) abgeschlossen werden. Das Abitur berechtigt zur Bewerbung um einen Studienplatz, drei- oder vierjährige Berufslyzeen oder Technika. Absolventen können das Abiturzeugnis oder das Abgangszeugnis erhalten. Sonderschulen werden von behinderten, chronisch kranken und verhaltensgestörten Kindern und Jugendlichen besucht.
Im Schuljahr 2001/02 gab es 3.1 Millionen Kinder und Jugendliche an den 15.800 polnischen Grundschulen, noch einmal 1.7 Millionen gingen in die Gymnasien. 716.000 Jugendliche besuchten die 2.300 allgemein bildenden Sekundarschulen, und 1.13 Millionen die zur Verfügung stehenden 8.218 berufsbildenden Einrichtungen. Heute machen weitaus mehr Polen ihr Abitur als zu Beginn der Transformation: 1990/91 besuchten 445.000 ein Gymnasium, heute sind es über 700.000.
Seit der politischen Wende in Polen und in Osteuropa wurden die Curricula in vielen Fächern geändert und an die Anforderungen von Demokratie und Marktwirtschaft, der Revolution bei den elektronischen Medien und der intensiven Kooperation mit dem Westen (wichtigste Fremdsprachen sind heute Englisch und Deutsch) angepasst.
(Quellen: Statistisches Hauptamt/Główny Urzád Statystyczny; Ministerium für nationale Bildung und Sport/Ministerstwo Narodowej Edukacji i Sportu; Büro für akademische Anerkennung und internationalen Austausch/Biuro Uznawałnosci Wykszta cenia i Wymiany Miêdzynarowej)
In Polen besteht eine allgemeine Schulpflicht vom 7. bis zum 15. Lebensjahr, das heißt bis zur 9. Klasse. Über 90% der Jugendlichen (15-18 Jahre) gehen aber anschließend nicht direkt in den Beruf, sondern besuchen weiterführende Schulen, insbesondere die technischen und Berufsschulen, Tendenz steigend.
In den letzten Jahren hat sich bei der Trägerschaft von Schulen eine Veränderung vollzogen: Früher waren die meisten Schulen staatlich, heute kommen immer mehr andere Träger wie Gemeinden, die Kirche oder auch andere gesellschaftliche Organisationen dazu. Bei diesen Trägern ist der Schulbesuch in der Regel kostenpflichtig, in staatlichen Schulen nicht.
Das Bildungsniveau in Polen entspricht dem europäischen Durchschnitt. Die Alphabetisierung liegt bei 99%. 54% aller Polen zwischen 25 und 64 Jahren haben eine höhere Ausbildung.
4. Natur und Kultur
4.1 Natur und Umwelt
Das Gebiet Polens kann man in fünf geografische Großräume aufteilen. Im Nordwesten befindet sich die von der Pommerschen bis zur Danziger Bucht reichende Ostseeküste, die durch zahlreiche Nehrungen, Binnengewässer und Dünen gekennzeichnet ist. Die weitgehend gerade verlaufende Küstenlinie wird durch das Stettiner und das Frische Haff sowie die Pucker Bucht unterbrochen. Im Norden und der Mitte schließt sich das von der Eiszeit geformte Tiefland der mitteleuropäischen Ebene an, in dem vier große Seenplatten (Masurische Seenplatte, Kaschubische Seenplatte, Pommersche Seenplatte und Großpolnische Seenplatte) liegen, deren zahlreiche Gewässer in eine hügelige Moränenlandschaft eingebettet sind. Südlich des Tieflandes liegen die durch die Urstromtäler der großen Flüsse geprägten Landschaften Schlesiens und Masowiens. Insbesondere die Lubliner Region an der mittleren Weichsel mit ihren Lößböden ist stark durch Hohlwege gekennzeichnet. Südlich davon befinden sich die polnischen Mittelgebirge, der Krakauer-Tschenstochauer Jura, das Heiligkreuzgebirge, die Beskiden, die Waldkarpaten und die Sudeten. Die höchste Erhebung Polens, die Tatra, ist ein geologisch sehr vielseitiges Hochgebirge.
Die längsten Flüsse Polens sind die Weichsel mit 1.047 km, der Grenzfluss Oder mit 854 km, die Warthe mit 808 km und der Bug mit 772 km. Die Weichsel und die Oder münden genauso wie zahlreiche kleinere Flüsse in Pommern in die Ostsee. Die Liebe und die Angerapp fließen über den Pregel, die Czarna Hańcza und die Memel in die Ostsee. Daneben entwässern einige kleinere Flüsse, wie z.B. die Iser in den Sudeten, über die Elbe in die Nordsee. Die Orava aus den Beskiden fließt über die Waag und die Donau genauso wie einige kleinere Flüsse aus den Waldkarpaten über den Dnjestr ins Schwarze Meer.
Die polnischen Flüsse wurden schon sehr früh beschifft. Während ihrer Raubzüge durch Europa befuhren bereits die Wikinger mit ihren Drachenbooten Weichsel und Oder. Im Mittelalter und der Neuzeit, als Polen-Litauen die Kornkammer Europas war, hatte die Verschiffung von Agrarprodukten auf der Weichsel Richtung Danzig und weiter nach Westeuropa eine sehr große Bedeutung, wovon noch viele Renaissance- und Barockspeicher in den Städten entlang des Flusses zeugen.
In Polen gibt es 21 Gipfel, die über 2000 m hoch sind. Sie befinden sich alle in der Tatra. Die Tatra, welche auf polnischem Gebiet aus Hoher und Westlicher Tatra besteht, stellt die höchste Bergkette der gesamten Karpaten dar. Auch der, mit 2.499 m höchste Berg, Rysy mit seinem Meerauge (Morskie Oko), einem Bergsee, gehört zu diesem Gebirge. Die zweithöchste Gebirgskette in Polen sind die Beskiden mit der Babia Góra (1.725 m) als höchstem Gipfel. Gefolgt werden sie vom Riesengebirge, dessen Schneekoppe mit 1.602 m die höchste Erhebung der Sudeten darstellt. Zu den schönsten Bergen Polens werden die Waldkarpaten im äußersten Südosten des Landes gezählt. Deren höchste Erhebung ist die in der Polonina gelegene Tarnica mit ca. 1.300 m Höhe. Unter Touristen sind zudem die Niederen Beskiden (ca. 1.000 m), die Gorce (ca. 1.300 m), und die Pieniny (ca. 1.000 m) bekannt, die jeweils durch einen Nationalpark geschützt sind.
Der mit 2 m u. NN am tiefsten gelegene Punkt Polens befindet sich bei Raczki Elblaskie in der Nähe von Elbląg (Elbing) im Weichseldelta.
Mit fast 10.000 stehenden Gewässern, deren Fläche einen Hektar überschreiten, gehört Polen zu den seenreichsten Ländern der Welt. In Europa weist nur Finnland mehr Seen pro km² auf. Die größten Seen mit über 100 km² Oberfläche sind der Śniardwy (Spirdingsee) und der Mamry (Mauersee) in Masuren, sowie das Jezioro Łebsko (Leba-See) und das Jezioro Drawsko (Dratzig-See) in Pommern. Neben den Seenplatten im Norden (Masuren, Pommern, Kaschubei, Großpolen) gibt es auch eine hohe Anzahl an Bergseen in der Tatra, von denen das Meeresauge (Polnisch: Morskie Oko) der flächenmäßig größte ist. Der mit über 100 m tiefste See ist der Hańcza-See in der Seenplatte von Wigry, östlich von Masuren in der Wojewodschaft Podlachien. Gefolgt wird er von dem Tatra-Bergsee „Großer Polnischer See“ im „Tal der fünf polnischen Seen“.
Zu den ersten Seen, deren Ufer besiedelt wurden, gehören die Seen der Großpolnischen Seenplatte. Die Pfahlbausiedlung von Biskupin, die von mehr als 1.000 Menschen bewohnt wurde, gründeten bereits vor dem 7. Jahrhundert v. Chr. Angehörige der Lausitzer Kultur. Die Vorfahren der heutigen Polen, die Polanen, bauten ihre ersten Burgen auf den Seeinseln (Polnisch: Ostrów). Der legendäre Fürst Popiel soll im 8. Jahrhundert von Kruszwica am Goplo-See aus regiert haben. Der erste historisch belegte Herrscher Polens, Herzog Mieszko I., hatte seinen Palast auf einer Wartheinsel in Posen.
In Polen leben noch Tiere, die in weiten Teilen Europas bereits ausgestorben sind, wie z.B. der Wisent im Urwald von Białowieża und in Podlachien, der Braunbär in Białowieża, in der Tatra und in den Waldkarpaten, der Wolf und der Luchs in verschiedenen Waldgebieten, der Elch in Nordostpolen und der Biber in Masuren, Pommern und Podlachien. In den Wäldern trifft man auch häufig auf Nieder- und Hochwild (Rotwild, Rehwild und Schwarzwild). Zudem gibt es im Osten Polens auch Urwälder, wie der zuvor schon erwähnte Urwald von Białowieża, die bisher noch unberührt vom Menschen geblieben sind. Große Waldgebiete gibt es auch in den Bergen, Masuren, Pommern und Niederschlesien.
Polen ist das wichtigste Brutgebiet der europäischen Zugvögel. Ein Viertel aller Zugvögel, die im Sommer nach Europa kommen, brütet in Polen, insbesondere in den Seenplatten und den Sumpfgebieten entlang der Biebrza, des Narew und der Warthe, die jeweils durch einen Nationalpark geschützt werden. In Masuren gibt es Dörfer, in denen mehr Störche als Menschen leben.
Das Klima in Polen ist gemäßigt. Außerdem geht es fließend vom westeuropäischen, maritimen Klima zum Kontinentalklima Osteuropas über. Die Sommer sind allgemein warm mit Tagesdurchschnittstemperaturen zwischen 16°C und 19°C und die Winter kalt, mit Tagesdurchschnittstemperaturen um 0°C im Nordwesten und bis zu -5°C im Südosten. Niederschlag fällt vor allem im Frühjahr und Herbst, wobei die Niederschlagsmengen nach Osten hin abnehmen.
4.2 Großschutzgebiete
Der Białowieser Nationalpark (Polnisch: Puszcza Białowieska, Weißrussisch: Белавеская Пушча) gilt als letzter Tiefland-Urwald Europas und befindet sich im Grenzgebiet zwischen Polen und Weißrussland. Er breitet sich auf polnischer Seite auf einer Fläche von 105,17 km² aus. Davon stehen 47,16 km² unter besonderem Schutz. Dieses „Strenge Schutzgebiet“ darf durch Touristen nur mit Führern auf festen Routen betreten werden. Weitere Teile des Waldes sind Wissenschaftlern und anderen mit Sondergenehmigungen vorbehalten. Eingriffe des Menschen werden nur innerhalb der Touristenrouten akzeptiert. Die Eingriffe beschränken sich aber auf das Befreien der Wege von umgestürzten Bäumen. Und dies geschieht ausschließlich manuell, d.h. ohne Einsatz von Motorsägen und anderen Maschinen. Weitere Eingriffe werden auch bei Befall von Bäumen durch Schädlinge nicht vorgenommen. Neben dem „Strengen Schutzgebiet“ existieren innerhalb des Nationalparks kleinere, aber frei zugängliche Schutzgebiete. In diesen wird zwar auf eine Auslichtung der Bäume verzichtet, wertvolles Altholz wird jedoch entnommen. Die restlichen Teile des Nationalparks werden forstwirtschaftlich bearbeitet.
Als erster Nationalpark Polens wurde der Białowieża Nationalpark 1923 gegründet. Der Nationalpark unterhält im gleichnamigen Dorf Białowieża ein Lehr- und Informationszentrum mit einer multimedialen Ausstellung über Tiere und Pflanzen im Park.
Im Wald- und Heidegebiet des Parks kommen bis heute Wisente vor – eine Art Maskottchen der Gegend. Diese waren 1919 zwischenzeitlich ausgestorben, doch durch Nachzucht mehrerer Zoos und zoologischer Gärten, in denen es weltweit nur noch 56 Wisente gab, konnte im Jahre 1956 eine kleine Herde im Wald von Białowieża ausgewildert werden. Mittlerweile existiert wieder eine halbwegs stabile Population (ca. 250 Exemplare). Aber auch vielen anderen (insgesamt 12.000) – oft bedrohten – Tierarten bietet sich in Białowieża ein Rückzugsgebiet, beispielsweise dem Schwarzstorch und der Blauracke. Außerdem brüten neun Spechtarten, u.a. Weißrücken- und Dreizehenspecht, Schreiadler und Schlangenadler, sieben Eulenarten, Rotdrosseln und Zwergschnäpper auf dem Gebiet des Parks. Die biologische Vielfalt des Waldes ist überwältigend, denn nicht nur tausende Tierarten, sondern auch 3.500 Pilz- und 5.500 Pflanzenarten wurden bisher beschrieben. Eine der ersten ausführlichen Beschreibungen des Urwaldgebietes unter forstlichen Gesichtspunkten verfasste der damalige polnische Generalforstmeister Julius von den Brinken im Jahr 1826 unter dem Titel „Mémoire déscriptif sur la Forêt impériale de Bialowicza en Lithouanie“.
In die Geschichte ging die „Beloweschskaja Puschtscha“ ein, als bei Brest die Auflösung der Sowjetunion beschlossen wurde.
Der Babia Góra Nationalpark (3.392 ha) liegt im südlichen Teil des Landes, in der Woiwodschaft Małopolskie (Kleinpolen) nahe der Grenze zur Slowakei. Er umfasst die nördliche und südliche Seite des Babia Góra- Massivs mit dem höchsten Berg der Beskiden, dem Diablak (1725 m ü.d.M.). Im Jahre 1977 wurde er von der UNESCO zu einem Weltreservat der Biosphäre erklärt und in das Programm Mensch und Biosphäre (MAB) einbezogen.
Die Wälder hier haben ihren primären Urwaldcharakter erhalten. Die untere Bergwaldstufe wird von Tannen-Buche-Wäldern mit Fichte und Ahorn geprägt. Als nächste Vegetationszone folgt die alpine Höhenstufe mit vielen seltenen Hochgebirgspflanzen. Die Parkfauna umfasst u.a. ca. 105 Vogelarten (darunter Ohreneulen, Uraleulen, Uhus, Spechte und Alpenbraunellen). Der Auerhahn ist in den letzten Jahren zu einer Seltenheit geworden. Im Park sind viele Säugetiere beheimatet. Zahlreich vertreten sind die Hirsche. Zu den selteneren Tieren gehören Luchse, Wölfe und Bären sowie kleine Waldnagetiere wie Siebenschläfer, Haselmäuse und Gartenschläfer.
Das Riesengebirge (Polnisch: Karkonosze, Tschechisch: Krkonoše) ist das höchste Gebirge der Sudeten an der Grenze zwischen Polen und Tschechien und erreicht in der Schneekoppe eine Höhe von 1.602 m ü. NN. Charakteristisch ist der subalpine Charakter des Gebirges mit eiszeitlichen Gletscherkaren, Bergseen und den steilen felsigen Flanken der Berge. Nahe am Kamm bei Špindlerův Mlýn (Spindlermühle) befindet sich in fast 1.400 m Höhe die Quelle der Elbe. Seit 1959 (Polen) bzw. 1963 (Tschechien) steht das Riesengebirge als Nationalpark unter Naturschutz. Große Teile des Riesengebirges stehen zusätzlich als Biosphärenreservat unter dem Schutz der UNESCO. Allgemein bekannt sind die Sagen und Märchen um den Berggeist Rübezahl (Tschechisch: Krakonoš, Polnisch: Liczyrzepa bzw. Duch Gór = Berggeist), der im Riesengebirge seine Heimat hat. Der Nationalpark Riesengebirge (5.575 ha) umfasst die höchsten Partien des Riesengebirges (Karkonosze) mit dem höchsten Berg – Schneekoppe (Śnieżka)1602 m ü.d.M.
Unter Schutz stehen die naturkundlich wertvollsten und landschaftlich reizvollsten Abschnitte des Riesengebirges mit der Felszone und den nacheiszeitlichen Kesseln, Bergseen, und vielen Härtlingen. Auf den ausgedehnten Hochplateaus (über 1200 m ü.d.M.) gibt es Hochmoore mit vielen Pflanzenrelikten aus der Eiszeit. In den höchsten Zonen tritt alpine Felsflora auf. Im Riesengebirge leben außer den typischen Waldtieren auch Mufflons, die einst von Korsika hierher gebracht wurden.
Auf dem gebiet des Świętokrzyski-Nationalparks liegt Łysogóry, der höchste Kamm des Świętokrzyskie-Gebirges (Heiligkreuzgebirge). Dieses Gebirge gehört zu den ältesten Polens.
Der Gebirgszug Łysogóry wird von Tannenwäldern dominiert mit kleineren Beständen von Kiefer, Buche und Lärche. Die reiche Flora ist durch viele seltene Gebirgs- und Tieflandpflanzen geprägt. Der prachtvollste Vertreter der Parkfauna ist der Hirsch.
Im Park befinden sich auch Kulturdenkmäler, von denen zwei noch aus paganischer Zeit stammen. Am bekanntesten ist der im 12 Jahrhundert gegründete benediktinische Klosterkomplex. In einem Teil des Klostergebäudes befindet sich das Naturkundemuseum des Nationalparks. Der Nationalpark, der 1950 auf 5.909 ha Fläche gegründet wurde, besteht zu 95 % aus Nadel- und Mischwäldern. Einige Berghänge sind mit Geröllhalden „Gołoborze“ bedeckt. Ein etwa 16 km langer Wanderweg durchzieht den Park von West nach Ost.
Der Biebrzanski-Nationalpark (59.223 ha) gilt als größtes und wertvollstes Sumpf- und Moorgebiet in Mitteleuropa. Auf einer Länge von 135 km blieb der Fluss Biebrza in seinem natürlichen Lauf erhalten. Beim Frühjahrs-Hochwasser werden regelmäßig große Landstriche unter Wasser gesetzt. Mehr als 270 verschiedene Vogelarten haben in dem Schutzgebiet ihren Lebensraum und ihre Brutstätten. Vor allem im Frühjahr zieht der Nationalpark Ornithologen aus aller Welt an. Für Touristen sind innerhalb des Nationalparks rund 480 km Wanderwege und 400 km Radwege ausgewiesen. Per Kajak kann man auf 135 km Länge auf der Biebrza durch den Park fahren. Außerdem besteht auch die Möglichkeit den Narew, einen weiteren Fluss, zu befahren. Die Nationalparkverwaltung unterhält bei Osowiec-Twierdza ein Informationszentrum.
Der Bieszczady-Nationalpark ist der drittgrößte Nationalpark Polens (29.202 ha) und wurde 1973 im Süden der Waldkarpaten eingerichtet. Er liegt an der Grenze zur Slowakei und zur Ukraine. Im Bieszczady-Nationalpark sind relativ viele Tierarten beheimatet, die in anderen Teilen Europas als bedroht oder selten gelten. Auf stabile Populationen großer karnivorer Säugetiere wie Bären, Wölfe und Luchse ist man besonders Stelle.
Die Bieszczady ist eine außergewöhnlich attraktive Gegend für Wanderer, Mountainbiker (auf markierten Wegen), Skilangläufer (nicht für Anfänger geeignet) und Naturfotografen. Seit einigen Jahren gibt es Bestrebungen des Nationalparks Reittourismus zu betreiben, wozu Pferdzuchten und spezielle Reitwege eingerichtet wurden. Touristen können in PTTK –Herbergen und Berghotels sowie der Unterkunftsbasis des Nationalparks unterkommen.
Das 650 m hoch gelegene Ustrzyki Górne, Zentrum des Parks und Sitz der Nationalparksverwaltung, ist per Bus gut zu erreichen. Durch den Park führen viele ausgewiesene Wanderwege von denen einige in Ustrzyki Górne zusammenlaufen.
Nationalpark Tuchler Heide – Park Narodowy Bory Tucholskie
Der Park Narodowy Bory Tucholskie (Nationalpark Tuchler Heide, 4.798 ha) liegt im Norden Polens, in der Woiwodschaft Pomorskie, im größten Waldkomplex Polens, den Bory Tucholskie (Tucheler Heide). Der Bory-Tucholskie-Nationalpark ist eine wichtige Ergänzung im Netz der unter strengstem Naturschutz stehenden Gebiete in Polen.
Die Eröffnung des Nationalparks in den Bory Tucholskie hat den Erhalt der für diese Gegend typischen oligotrophen Sanderlandschaft zum Ziel. Denn diese Landschaftsform ist nicht für Polen, sondern für ganz Europa einzigartig.
Der Dragenauer Nationalpark (Drawieński Park Narodowy) liegt im Drawa (Drage)-Urwald und umfasst das Flusstal der Drawa (Drage), einen der schönsten Flüsse Pommerns, und 13 Seen. 78 % der Parkfläche werden Kiefernwäldern bedeckt. Es gibt aber auch Mischwälder mit Eichen, Buchen und Erlen. Zu den Besonderheiten des 11.342 ha großen Parks gehört das Hochmoor im Quellgebiet des Flusses Płociczna. In den Parkgewässern leben unzählige Fischarten. Weitere Vertreter der selteneren Fauna die auf dem Gebiet des Parks angetroffen werden kann sind Biber, Fischotter und Fischadler. Der Dragenauer Nationalpark wird nicht besonders stark frequentiert, weshalb man hier die Natur noch ganz in Ruhe genießen kann. Besuchern wird empfohlen, den Park mit dem Fahrrad oder dem Kanu zu erkunden.
Der Gorce Nationalpark (7.030 ha) umfasst den Zentralteil der Gorce-Gebirgskette in den Westbeskiden mit Ausnahme des höchsten Gipfels Turbacz. Dieser typische Gebirgspark wird durch eine stufenweise Gliederung des Baumbestandes gekennzeichnet. Die untere Stufe bilden Karpaten- Buchenwälder und Tannenbestände, während in der oberen Stufe hauptsächlich Fichten wachsen. Die Fauna wird vor allem von typischen Waldtieren wie Hirsch, Reh, Wildschwein, Luchs, Wildkatze und Wolf repräsentiert. Erwähnenswert sind auch die kleinen Populationen von Auerhahn und Feuersalamander.
Gorce gilt als ein attraktives touristisches Gebiet für Sommer- und Winterwanderungen. Seit ein paar Jahren entwickelt sich aber auch der Fahrradtourismus. Dieser ist allerdings auf bestimmte Routen und Wege beschränkt.
Der Kampinoser Nationalpark grenzt unmittelbar an die Hauptstadt Polens, Warschau. Er wurde 1959 eingerichtet und umfasst eine Fläche von rund 38.000 Hektar.
In dem ehemaligen Urstromtal der Weichsel wechseln sich mit Pinien und Kiefern bewachsene Dünen und sumpfige Laubwälder ab. Die Dünen erreichen Höhen von bis zu 30 Metern. Im gesamten Gebiet wurden rund 150 verschiedene Vogelarten nachgewiesen. Der Park ist seit 2000 als Welt-Biosphärenreservat von der UNESCO anerkannt. Durch den Nationalpark führen rund 350 Kilometer markierte Wander- und Radwege. Hauptort des Nationalparks ist Kampinos. Im Dorf Granica befindet sich das Museum des Nationalparks.
Der Magurische Nationalpark befindet sich in den Niederbeskiden. Sein Name stammt vom Berg Magura Wątkowska, seinem höchsten Punkt (847 m ü.d.M.). Der Park schützt die typische Beskiden-Landschaft mit bewaldeten, kuppelförmigen Hügeln, die von Fluss- und Bachtalern durchgezogen werden. Auf den Anhöhen wachsen Buchen- und Tannen-Fichten-Wälder. Die Flora wird außerdem von zahlreichen naturgeschützten Gebirgsarten repräsentiert. Von den seltenen Tierarten sind u. a. Braunbär, Wolf, Luchs und Wildkatze sowie Steinadler und Uhu zu nennen.
Der Magurische Nationalpark (19.962 ha) wie überhaupt die gesamten Niederbeskiden eignet sich hervorragend für Wanderungen, aber auch das Interesse am Fahrradtourismus nimmt zu.
Narwiński Nationalpark – Narwiński Park Narodowy
Der Narwiński Nationalpark liegt im nordöstlichen Teil Polens in der Woiwodschaft Podlaskie. Der Park befindet sich im „Oberek Narew“-Tal. Moore, Sumpfgebiete und Gewässer sind die dominierenden Ökosysteme und umfassen ca. 90% des Parkgebiets. In den Mooren und Sumpfgebieten wachsen fast 200 Arten von Gefäßpflanzen, von denen 13 unter Artenschutz stehen. In den Jahren 1979 bis 1981 wurde im Tal das Vorkommen von 179 Vogelarten nachgewiesen, darunter von 149 nistenden Arten. Das Narew-Tal erfüllt die notwendigen Kriterien, um dieses Gebiet zu einem hervorragenden Brutgebiet für Wasser- und Sumpfvögel von internationaler und europäischer Bedeutung zu machen. Es ist Brutregion von über 1 % der europäischen Population von mindestens 10 Vogelarten, darunter die Rohrdommel, die Rohrweihe, die Wiesenweihe, das Kleine Sumpfhuhn, das Tüpfelsumpfhuhn und die Doppelschnepfe. Außerdem brüten hier drei Vogelarten, die weltweit vom Aussterben bedroht sind – der Seeadler, der Wachtelkönig und der Segenrohrsänger.
Im Parkgebiet (7.350 ha) leben zudem rund 40 Säugetierarten, darunter eine kleine Population von Elchen und Ottern, sowie zahlreiche Biber (ca. 260 Exemplare). Die wenigen Besucher der Parks sind hauptsächlich Kanuten, Schulgruppen, Wissenschaftler und Naturfreunde.
Der Nationalpark „Gór Stołowych“(Heuscheuergebirge) umfasst den polnischen Teil des Heuscheuergebirges (6.340 ha). Der Park liegt in Südwestpolen in der Woiwodschaft Dolnoslaskie (Niederschlesien) an der Grenze zur Tschechischen Republik. Er wurde er im Jahre 1993 gegründet. Das Gebirge besitzt eine Tafelstruktur, die in Europa einmalig ist, und zeichnet sich durch seine besonderen Felsformationen aus. Zu den bekanntesten Felsformationen gehören „Kwoka“ (die Henne), „Wielbłąd“ (das Kamel) und „Głowa wielkoluda“ (der Kopf des Riesen). In der Sandsteinzone hat sich ein System von Korridoren herausgebildet, die Felsenlabyrinthe formen. Besonders bekannt und sehenswert sind die der „Błędne Skały“ („Irrende Felsen“ oder auch „Wilde Löcher“).
In den ausgedehnten, geschlossenen Wäldern des Parks kann man häufig Hirsche, Rehe, Wildschweine, Füchse, Eichhörnchen und andere kleine Nagetiere antreffen. Von den Insekten fressenden Säugetieren ist der Igel häufig vertreten, seltener die Zwergspitzmaus und die für Berggegenden typische Bergspitzmaus.
Ornithologische Raritäten sind hier das Haselhuhn, die Waldschnepfe, der Schwarzstorch, der Wespenbussard, der Baumfalke und die für diese Region der Taiga typischen Sperlings- und Raufußkäuze. In den Felsen nisten Uhus, Turmfalken, Raben, Hausrotschwänze und Kleiber. Die ausgedehnten Grasflächen sind Brutplatz für die in Europa seltenen Wachtelkönige. Außerdem trifft man an Bach- und Flussläufen häufig auf Wasseramseln und Bergstelzen.
Der Nationalpark Roztocze (8.482 ha) befindet sich im mittleren Teil des Hochwalls Roztocze, der sich von Szastarka bei Kraśnik erstreckt. Der Hauptfluss des Nationalparks ist der Wieprz, dessen Tal den Nationalpark in zwei fast gleich große Gebiete teilt. Der Nationalpark ist ein typischer Waldpark. Wälder nehmen 95 % der Fläche ein, wobei Buche und Tanne vorherrschen. Die reiche Flora ist sowohl durch Flachland- und Gebirgspflanzen vertreten als auch durch besondere, stenotherme Arten aus Südosteuropa. Von den Tieren sollte vor allem auf 190 Vogelarten hingewiesen werden.
Der Słowiński Nationalpark (18.619 ha) wurde im Jahr 1977 als Biosphärenreservat anerkannt. Er befindet sich an der Ostsee zwischen den Orten Lębork/Lauenburg und Słupsk/Stolp. Er umfasst auch die beiden Seen Łeba und Gardno. Der ökologisch besonders interessante Teil des Parks ist die Gardno-Łeba-Nehrung, deren Dünensystem im naturnahen Zustand erhalten werden konnte. Besonderes Interesse genießen die 30 m hohen Wanderdünen, die sich um ein paar Meter jährlich verschieben. Im Park leben viele bedrohte Vogelarten, u. a. Seeadler, Uhu, Kormoran, Schwarzstorch, sowie allerlei Arten von Wasservögeln. Der Name des Parks bezieht sich auf das Volk der Slowinzen, die ursprünglich am Rande des Łebasees lebten.
Tatra (Slowakisch und Polnisch: Tatry) ist der Name eines Gebirgskomplexes des geologischen Fatra-Tatra Gebietes in den Karpaten. Der größere Teil liegt in der Slowakei, der kleinere Teil liegt in Polen (der Rysy mit 2499 m ü. NN. ist der höchste Berg Polens). Die Hohe Tatra und die West-Tatra ist einer der wenigen Gebirgsabschnitte der Karpaten, die zum Hochgebirge zählen. Im Jahre 1993 wurde der Tatra-Nationalpark als Biosphärenreservat anerkannt und bildet seitdem zusammen mit dem slowakischen Tatransky Narodni Park (21.164 ha) ein internationales, die ganze Tatra umfassendes, Schutzgebiet.
Die Pflanzenwelt des Nationalparks umfasst viele seltene Arten, und auch einige seltene Tierarten u. a. Gämsen, Alpenmurmeltiere, Braunbären, Luchse und Steinadler kommen hier vor. Die Basis für den Tourismus stellt ein Netz aus markierten Wanderrouten und Jugendherbergen dar. Zentrum des touristischen Verkehrs ist Zakopane. Mit dem Bus kann man bequem zu den verschiedenen Eingängen des Nationalparks gelangen. Eine Seilbahn führt außerdem in das Zentrum des Parks.
Der Wielkopolski-(Großpolnischer) Nationalpark (7.584 ha) repräsentiert die Natur der großpolnischen Seenplatte und liegt in der Nähe von Poznań. Das Parkgebiet ist überwiegend bewaldet. Im Nationalpark gibt es über 40 Säugetierarten. Noch vielfältiger ist die Vogelwelt mit etwa 190 Spezies, wovon über 100 auf dem Gebiet des Parks brüten. Sehr interessant sind die vielen Wirbellosenarten. Allein 300 Insektenarten konnten nachgewiesen werden, darunter die geschützten Hirsch- und Bockkäfer.
Der Wigierski Nationalpark (15.085 ha) befindet sich im Nordosten Polens, im Grenzgebiet zwischen Suwałki-Waldland und der Augustower Ebene (Polnisch: lasόw suwalskich i rόwniny augustowskiej). Er umfasst den Wigry-See, der auf der internationalen Liste der einmaligen Seegebiete steht. Durch den Nationalpark fließt der Fluss Czarna Hańcza, der von Wigry abwärts eine sehr attraktive Kanuroute darstellt.
Im Park finden sich über 160 Moos- und etwa 300 Flechtenarten. Besonders wertvoll ist die Pflanzenwelt der Torfmoore mit vielen seltenen Arten. Im Park gibt es 46 Säugetier-, über 100 Vogel- und 32 Fischarten, u. a. eine große, auf etwa 250 Tiere geschätzte Population von Bibern, dessen Konterfei übrigens auch das Logo des Nationalparks ist.
Auf dem Gebiet des Parks sind viele interessante Kulturdenkmäler erhalten geblieben. Das wertvollste Objekt ist ein postkameduler Klosterkomplex. Er liegt auf einer Halbinsel und ragt in den Wigry-See hinein. In den im Park gelegenen Dörfern kann man noch wertvolle Beispiele der traditionellen Volksbauweise sehen.
Der Woliński Nationalpark, der ca. 90 km nördlich von Szczecin (Stettin) liegt, umfasst den westlichen Teil der Insel Wollin und wurde am 3. März 1960 gegründet. Es ist der erste und bisweilen einzige polnische Nationalpark in dem auch das Meer geschützt wird.
Im Nationalpark gibt es insgesamt sechs Gebiete, die einem strengem Naturschutz unterliegen und eine Gesamtfläche von 224.5 ha haben.
Im Nationalpark genießen 54 Pflanzenarten einen besonderen Schutz. Charakteristisch für den Nationalpark sind die Dünenpflanzen. Auf den salzigen Laken der Swine wachsen halophile Pflanzen, also solche, die salzige Lebensräume bevorzugen. Die Fläche des Nationalparks wird zu großen Anteilen (41,1%) von Wäldern bedeckt. Die ältesten Buchenwälder wachsen entlang des Kliffufers. Die am Meer gelegenen Buchenwälder sind typische Orchideenbuchenwälder. Eine andere Art von Buchenwäldern sind die pommerschen Buchenwälder, die im südwestlichen Teil der Insel Wollin vorkommen. Die pommerschen Buchenwälder bilden an vielen Stellen einen Mischwald mit Eichen und manchmal Kiefern.
Die Tierwelt der Insel Wollin ist sehr artenreich. Die Insel ist eine Region, in der sich die Wanderwege vieler Vogelarten kreuzen. Hier findet man über 200 Vogelarten, von denen einige Zugvögel sind und andere hier brüten. Auf dem Territorium des Wolliner Nationalparks leben auch einige Paare des Seeadlers. Dieser bedrohte Vogel wurde zum Symbol dieses Nationalparks erklärt. Eine der größten Attraktionen der polnischen Tierwelt ist der Wisent. Die Wisente leben im Nationalpark in einem Gehege (Reservat) und sind für die Touristen und Besucher ein beliebtes Reiseziel.
Im Verwaltungsgebäude des Nationalparks befindet sich auch das Museum und das Umweltbildungszentrum.
Der Park ist 7.956 ha groß und liegt an der nordwestlichen Grenze der Woiwodschaft Lubuskie. Dort wo die Warthe in die Oder mündet, erstreckt sich ein Vogelparadies mit großem Artenreichtum und enormen Individuenzahlen. Die Überschwemmungsgebiete der Warthe stehen seit Jahren unter Schutz und sind wegen ihrer internationalen Bedeutung auch nach der Ramsar-Konvention geschützt. 2001 erlangte das Gebiet die höchste Naturschutzkategorie und auf einer Fläche von ca. 8.000 Hektar wurde der Nationalpark „Warthemündung” ausgewiesen. Der Park ist in unterem Bereich des Eberswalder Urstromtals gelegen. Seine Landschaft bilden hauptsächlich offenes Wiesen- und Weideland, das durch ein dichtes Netz von Kanälen und Flussaltgewässern durchschnitten wird. Die durch die Parkmitte fließende Warthe teilt den Park in zwei Teile – die im Norden gelegene Schutzzone „Nordpolder” und den südlichen, in einem Überschwemmungsgebiet gelegenen Teil – die Schutzzone „Słońsk”. Da die Wasserpegelschwankungen in diesem Parkteil im Jahresverlauf bis zu 4 m betragen können, sind hier sowohl die Landschaft als auch die Standortbedingungen sehr wechselhaft. Der Nordpolder ist dagegen von der Warthe durch einen Hochwasserdeich getrennt, wodurch die hydrologischen Bedingungen viel stabiler sind.
In der Vergangenheit war das heutige Parkgebiet von Auenwäldern bewachsen. Hauptsächlich waren es Bruchweiden- sowie Eschen-Erlen-Auenwälder. Infolge der im 18. Jh. durchgeführten Meliorationsarbeiten, der Entwaldung und jahrelanger Wiesen- und Weidewirtschaft sind ausgedehnte offene Ökosysteme entstanden.
Die gegenwärtig in dem Parkgebiet vorkommenden Pflanzengemeinschaften sind für große Tieflandflüsse typisch. Von den in Polen geschützten Arten kommen hier vor: Weiße Seerose, Gelbe Teichrose, Echte Engelwurz, Sand-Nelke und Sand-Segge. Zu den im polnischen Maßstab seltenen und im regionalen Maßstab bedrohten oder aussterbenden Arten zählen u. a.: Sumpf-Platterbse, Lauch-Gamander, Kleinblütiges Schaumkraut, Stachelspitziges Laichkraut, Sumpf-Brenndolde, Gewöhnliche Natternzunge oder der in diesem Gebiet allgegenwärtige Wasser-Ehrenpreis.
Der Nationalpark "Warthemündung" ist aus ornithologischer Sicht eines der wertvollsten Gebiete Polens. Die einzigartigen Feuchtgebiete mit dem ausgedehnten Wiesen- und Weideland sind eines der wichtigsten Refugien für Wasser- und Watvögel in Polen. In dem Parkgebiet wurden 254 Vogelarten nachgewiesen. Für Vogelarten wie Brandgans, Schnatterente, Austernfischer, Zwergmöwe und Zwergseeschwalbe zählt der Park zu den wichtigsten Brutgebieten in Polen. Während der Zugzeit halten sich hier riesige Vogelscharen auf. Im Spätherbst wird der Park zum Reich der nordischen Gänse (Saat- und Blässgänse), deren Anzahl in dieser Zeit durchaus 200.000 Tiere erreichen kann. Die Saatgans wurde zum Wappenvogel des Nationalparks. Das Gebiet ist für manche Vogelarten auch ein wichtiges Winterquartier, so z. B. für Sing- und Höckerschwäne, Seeadler, Enten und Gänse.
Von anderen Tiergruppen kommen in dem Parkgebiet 38 Säugerarten vor, darunter z. B.: Fischotter, Hermelin, Dachs, Biber, Bisamratte, Wildschwein und Reh.
Infolge der Rezession in der Landwirtschaft und der unterlassenen Nutzung wachsen leider die Wiesen und Weideplätze an vielen Stellen im Park wieder zu. Das hat eine Flächenreduzierung offener Biotope, und im Endeffekt auch die Minderung der Individuenstärke von vielen seltenen und vom Aussterben bedrohten Vogelarten zu Folge. Die Wiederaufnahme des extensiven Abweidens und der Mahd auf dem Wiesen- und Weideland würde ermöglichen, diese ungünstigen Biotopveränderungen aufzuhalten und dadurch die Populationen der Vögel wider zu stärken.
Der Ojcowski-Nationalpark (2.146 ha) liegt im Süden Polens, in der Wojewodschaft Malopołskie, 16 km nördlich von Krakau. Der Park umfasst die Täler zweier kleiner Flüsse (Pradnik und Saspowka) sowie anliegende Bereiche der Jura-Hochebene. Er ist der kleinste Nationalpark Polens.
Die geologische Basis des Parkgebiets besteht aus Jura-Kalkstein. Infolge der Einwirkung von Karstwasser in den Ojcow-Tälern ist eine seltsame Landschaft entstanden, unterbrochen von steilwandigen Schluchten von bis zu 120 m Tiefe mit unterschiedlichen Felsformen und Restbergen. In der Ojcow-Region gibt es zwei Arten von Kalkstein: Block-Kalkstein und Schicht-Kalkstein. Block-Kalkstein ist unempfindlich gegen Verwitterung und schafft in den Tälern Restberge und Einzelfelsen von besonderer Gestalt, wie z. B. „Maczuga Herkulesa“ („Keule des Herkules“) und „Igla Deotymy“ („Nadel der Deotyma“).
Im Parkgebiet befinden sich ca. 400 Höhlen und andere Karstformationen, wie Vauclusequellen, Kerbtäler, Karstflächen und -trichter. Zu den längsten Höhlen im Park gehören die Lokietka-Höhle (320 m), die Ciemna-Höhle (230 m) und die Zbojecka-Höhle (189 m).
Die Vielfalt des Reliefs und des Mikroklimas haben den Reichtum und die Verschiedenheit der Parkflora beeinflusst, die rund 1000 Arten von Gefäßpflanzen unterschiedlicher ökologischer Bedürfnisse und unterschiedlicher Herkunft umfasst, darunter ca. 50 Bergarten und über 100 wärmeliebende Arten, die sonst hauptsächlich im Süden Europas vorkommen.
Die Parkfauna ist ausgesprochen reich. Bisherige Untersuchungen konnten das Vorkommen von ca. 5500 Tierarten nachweisen, ihre Gesamtzahl wird jedoch auf 12 000 Arten geschätzt. Zu den hier vorkommenden Säugetieren gehören der Dachs, die Haselmaus, das Hermelin und der Biber. Zu den interessantesten Säugetieren gehören die Fledermäuse, von denen viele in den hiesigen Höhlen leben.
Im Parkgebiet befinden sich auch zahlreiche Architektur-Denkmäler. Dazu gehören u. a. das gut erhaltene Renaissance-Schloss in Pieskowa Skala und die Ruinen eines gotischen Schlosses in Ojcow. Der Ojcow-Nationalpark verfügt über eine Dauerausstellung im Prof. Wl. Szafer-Museum, die jährlich von rund 40.000 Personen besucht wird. Ebenfalls zur Besichtigung offen sind die Lokietka-Höhle, die Ciemna-Höhle sowie die Burgruinen in Ojcow.
Das Prof. Wl. Szafer-Museum im Ojcow-Nationalpark entstand im Jahre 1965. Hier werden Daten über die Bestände im Park gesammelt, die Rahmenbedingungen zur Durchführung wissenschaftlicher Untersuchungen geschaffen und Informationen über den Park aufbereitet.
Die Pieninen oder Pieniny sind ein zerklüftetes Gebirge nordöstlich der Hohen Tatra im polnisch-slowakischen Grenzgebiet auf beiden Seiten des Dunajec, der durch das Gebirge bricht. Es gibt zwei Nationalparks, einen polnischen und einen slowakischen, wobei der größere in Polen liegt. Bekannt ist das Gebiet für seine Naturschönheiten, wie die „Drei Kronen“, auf Polnisch „Trzy Korony“ und Slowakisch „Tri Koruny“, drei Kalksteinfelsen im Dunajectal, dessen höchster Gipfel auf 982 Meter Höhe liegt. Eine weitere Attraktion stellen die Floßfahrten auf dem Grenzfluss Dunajec dar, der hier durch eine teilweise nur etwa 100 m breite Schlucht zwischen bis zu 300 m hohen Felswänden fließt. Der Nationalpark umfasst eine Fläche von 2.346 ha und wurde 1954 gegründet.
Der Park (9.762 ha) liegt im westlichen Teil von Polesie, das im Süden an die Lubelska-Hochebene grenzt, im Norden an Podlasie und im Western an Mazowsze. Der Park liegt mit seinem gesamten Gebiet in der Region der Leczyca-Wlodawa-Seenplatte, dem südlichen Teil der Polesie Lubelskie. Das Parkgelände ist ein Ausläufer der Tundra oder Waldtundra, der sich weit nach Südwesteuropa vorgeschoben hat. Das Parkrelief ist überwiegend flach.
Die charakteristischsten Pflanzengemeinschaften des Parks sind die niederen und hohen Torfmoore. Wälder bestehen in Form von Sumpfbirkenwäldern und Kiefernwäldern, und in den unter Wasser stehenden Vertiefungen in Form von Erlenwäldern. Den Hintergrund bilden die am zahlreichsten vertretenen Wasser- und Schilfgemeinschaften. Insgesamt wurden im Park 208 Pflanzengemeinschaften unterschieden. In den Sümpfen Bubnow und Staw wachsen viele geschützte und seltene Pflanzenarten, die hier in bedeutenden Größenordnungen und manchmal sogar massenweise vorkommen.
Im Parkgebiet leben 21 Fischarten, darunter Karpfen, Schleien, Plötzen, Rotfedern, Hechte, Barsche und Aale. Von den sechs Reptilienarten verdient die Sumpfschildkröte besondere Beachtung, die hier eine ihrer größten Populationen in Europa hat. Am besten untersucht sind die Vögel. Von den 146 hier brütenden Arten sind 17 stark bedroht. Die Mehrheit der im Park vorkommenden Vögel leben in sumpfigen oder dauerfeuchten Lebensräumen. Die wertvollsten Arten sind die zufliegenden Steinadler, Seeadler und Schelladler, sowie die hier brütenden Schreiadler, Kraniche, Strandläufer, Waldwasserläufer, Graugänse, Uhus und Schwarzstörche. Weitere ornithologische Seltenheiten in den erwähnten Torfmooren sind u. a. auch der Große Brachvogel und die Doppelschnepfe. Der am häufigsten anzutreffende Raubvogel ist die in Polen immer seltener werdende Wiesenweihe. Die erwähnten Torfmoore spielen eine bedeutende Rolle während der Wanderperiode der Vögel, und dienen vor allem im Frühling als Ort für einen Zwischenstopp für viele Entenarten, Blesshühner, Schwäne, Kraniche und Watvögel. Von den 35 Säugetierarten sind Birkenmaus, einige Fledermausarten, Hermelin, Otter, Elch, Wolf und der vor kurzem wieder ausgewilderte Biber besonders erwähnenswert.
4.3 Welterbestätten
Altstadt von Krakau (K/1978)
Am besten erkundet man die historische Altstadt Krakaus indem man dem „königlichen Weg“ folgt. Dieser beginnt nördlich der Altstadt am Denkmal der Grunwaldschlacht, das an den Sieg der Polen über den deutschen Ritterorden erinnert. Man überquert die innere Ringstraße um die Altstadt und steht vor der Barbakane, die als größter gotischer Wehrturm Europas gilt. Weiter kommt man zu den Resten der Stadtmauer mit dem Krakauer Florianstor. Durch dieses letzte erhaltene Stadttor betritt man die Altstadt. Im Verlauf der Floriansstraße kommt man am Apothekenmuseum vorbei und erreicht den größten europäischen Marktplatz des Mittelalters. Am und um den Hauptmarkt (Polnisch: Rynek Główny) liegen mehrere Sehenswürdigkeiten, dazu gehören die Krakauer Marienkirche mit dem berühmten Hochaltar des Nürnbergers Veit Stoß, die Krakauer Barbarakirche, die Sukiennice (Tuchhallen) mit Gemäldegalerie und Souvenirläden, der Krakauer Rathausturm, die Krakauer Adalbertkirche und weitere Denkmäler und Bürgerhäuser. Etwas abseits des Marktplatzes liegt der alte Teil der Jagiellonen-Universität. Entlang der Grodzkastraße kommt man an weiteren Kirchen vorbei. Dazu gehören die Dominikanerkirche, die Krakauer Peter-und-Paul-Kirche, die Krakauer evangelische Kirche. Am Ende des Weges sieht man das überwältigende Wawel-Schloss auf dem Wawelhügel am Ufer der Weichsel mit dem Feuer speienden Denkmal des Wawel-Drachen.
Salzbergwerk Wieliczka (K/1978)
Das Salzbergwerk in Wieliczka ist eines der ältesten der Welt. Schon seit etwa 3500 vor Christus lässt sich die Salzsiederei in der Gegend nachweisen. Als Mitte des 13. Jahrhunderts die Salzquellen erschöpft waren, suchte man nach unterirdischer Salzsole. Dabei stieß man auf die Steinsalzlagerstätte. Eine Sage bringt die Entdeckung mit der Herzogin Kunigunde (Polnisch: Kinga), der Gattin des Herzogs Boleslaus des Keuschen von Krakau und Sandomir und Tochter der Königs Béla IV. von Ungarn in Verbindung.
Der Goryszowskischacht wurde etwa 1280 abgeteuft. Im 15. Jahrhundert kamen im Bergwerk erstmals Maschinen und seit dem 17. Jahrhundert auch Pferde zum Einsatz. Der Abbau erfolgte bis zum 18. Jahrhundert nur im oberen Teil des Flözes bis in 60 m Tiefe, später wurden 4 weitere Sohlen unter den alten Flözen angelegt, die bis in 340 m Tiefe reichen. Ab dem 14. Jahrhundert bis 1772 vereinigten die Königlichen Salinen die Salzbergwerke Wieliczka und Bochnia. Sie waren das größte königliche Bergbauunternehmen in Polen. 1368 erließ Kasimir der Große eine Bergordnung, die die Salzproduktion und den Salzhandel regelte und als erste europäische Bergordnung gilt. Die Verwaltung der Salinen oblag einem Salzgrafen, der seinen Sitz im Schloss Wieliczka hatte. Aus den Einnahmen des Salzhandels, der in seiner Blüte im 14.–16. Jahrhundert ein Drittel der gesamten Staatseinnahmen erwirtschaftete, wurden unter anderem die Kosten für den Bau des königlichen Schlosses Wawel, der Akademie und der Stadtbefestigungsanlagen in Krakau sowie der Heeressold bestritten. 1913 wurde die noch immer in Betrieb befindliche Salzsiederei zur Produktion von Salzsole erbaut. Nach 1918 wurde das Bergwerk Staatsbesitz der Republik Polen, die sich 1932 das staatliche Monopol auf Salz vorbehielt. 1965 wurde der Name der Saline von Zupa Solna in Wieliczka geändert. Seit 1994 ist das Salzbergwerk auch „Denkmal der Geschichte der polnischen Nation“, der Eintrag in die Liste des gefährdeten Welterbes erfolgte 1989. Seit 1993 ist die Salzförderung eingestellt und das Bergwerk dient ausschließlich dem Tourismus und als Sanatorium. Dennoch ist Wieliczka ein wichtiger polnischer Salzproduzent, jedoch ausschließlich von Sudsalz. Wegen der Gefahr des Einsturzes der Saline und damit auch der Stadt bei Wassereinbrüchen wird das eindringende Wasser an die Oberfläche befördert und daraus Siedesalz gewonnen. Neben den Abbaustollen gibt es eine Touristenroute bis in eine Tiefe von 130 m, einen Heilstollen für Atemwegserkrankungen, und einige der größeren Kavernen im Bergwerk können als Festsäle gemietet werden.
Konzentrationslager Auschwitz (K/1979)
In Auschwitz befindet sich heute das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau. Es zählt jährlich etwa 700.000 Besucher.
Als der Lagerkomplex von Auschwitz nach dem Krieg zu einer musealen Denkstätte umgewidmet wurde, beschränkte man sich auf das Kerngebiet des Stammlagers wie es vor 1942 bestanden hatte. Große Teile des Geländes mit nationalsozialistischen Steinbauten wurden ausgegrenzt und vom Militär genutzt. Das Häftlingsaufnahmegebäude wurde zum Empfangszentrum umgebaut, wodurch seine ursprüngliche Funktion heute unkenntlich ist. Das Krematorium mit Öfen und Gaskammer wurde rekonstruiert. Dem Besucher wird leider nicht eindeutig vermittelt, dass die eigentliche Stätte des Völkermords drei Kilometer entfernt in Auschwitz-Birkenau liegt. Bis 1991 gab eine Tafel an der Rampe in Birkenau die Zahl der in Auschwitz Ermordeten mit 4 Millionen an, obgleich diese unmittelbar nach Kriegsende erfolgte sowjetische Schätzung längst von Historikern widerlegt und als um ein Mehrfaches überhöht bezeichnet worden war. Holocaustleugner nutzten solche vermeidbaren Unstimmigkeiten für ihre Argumentation aus.
Im Gründungstatut für das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau wurde 1947 festgelegt, dass der Ort der Erinnerung „an das Märtyrertum des polnischen Volkes und anderer Völker in Oświęcim“ dienen solle. Für die polnische Geschichte ist das Stammlager von herausragender symbolischer Bedeutung: Hier wurden nationalbewusste Polen als Geiseln und Widerstandskämpfer an der „Schwarzen Wand” erschossen, hier erduldeten vorbildhafte Männer wie Maksymilian Rajmund Kolbe im Todesblock den Opfertod. Die offizielle Flagge zeigt symbolhaft das rote Dreieck, die Kennzeichnung des nichtjüdischen politischen Häftlings. Der Holocaust als Tragödie des jüdischen Volkes, die mit dem Ort Auschwitz-Birkenau verknüpft ist, wird allein durch Ausstellungsstücke in Block 4 und Block 5 repräsentiert.
Als „unrechtmäßige Aneignung“ empfanden jüdische Überlebende die Bemerkung des polnischstämmigen Papstes Johannes Paul II. beim Besuch am 7. Juni 1979, der von „sechs Millionen polnischer Opfer des Völkermordes“ sprach. Irritationen, Proteste und handgreifliche Auseinandersetzungen gab es nach der Gründung eines Klosters in unmittelbarer Nachbarschaft des Lagers, bis die Karmeliterinnen 1993 ihr christliches Gebetszentrum in angemessenem Abstand neu errichteten. Erhebliche Auseinandersetzungen gab es vor der 1987 erfolgten Seligsprechung der Karmeliterschwester Theresa Benedicta vom Kreuz, die 1998 sogar kanonisiert wurde. Sie war vom jüdischen Glauben zum Christentum konvertiert, als Jüdin verfolgt und in Auschwitz-Birkenau ermordet worden. Verehrer setzten ihr dort ein Kreuz; jüdische Besucher fühlten sich provoziert und stellten einen Davidstern auf. Der Streit uferte aus und offenbarte Spannungen zwischen katholischer Kirche und Juden.
Im Herbst 1989 wurde eine Kommission berufen, die eine Umwandlung der Gedenkstätten mit einer für alle Opfergruppen annehmbare Lösung finden sollte. Einer der Vorschläge läuft auf eine Trennung der Gedenkstätten hinaus. Auschwitz I würde als zentraler Ort für Polen und christliche Verfolgte dienen; Auschwitz II sollte würdige Erinnerungsstätte des Holocaust werden. Eine derartige Kompromisslösung, die Empfindlichkeiten berücksichtigen würde, ist bislang allerdings noch nicht umgesetzt worden.
Altstadt von Warschau (K/1980)
Der repräsentativste Platz der Altstadt Warschaus ist der große dreieckige Schlossplatz. Ursprünglich wurde seine Südseite durch das Krakauer Tor begrenzt, von dem nur noch eine gotische Brücke übrig geblieben ist. Die Ostseite bildet die Westfassade des Königsschlosses (Zamek Królewski), die Nordwestseite des Schlossplatzes wird von der Häuserfront der Altstadt eingenommen. Unterhalb des Schlossplatzes verläuft seit 1949 der Ostwesttunnel Trasa WZ. In der Mitte des Platzes steht die 1643/44 aufgestellte Sigismundssäule (Kolumna Zygmunta). Der Schlosshügel ist seit über 8.000 Jahren bewohnt und eine erste Burg errichteten die Herzöge von Masowien gegen Ende des 13. Jahrhunderts. Es folgten weitere Umbauten der Gotik und Renaissance. Das jetzige frühbarocke Gebäude mit dem 60 m hohen Uhrturm stammt aus den Jahren 1598 bis 1619. Der Flügel zur Weichsel dagegen aus dem Rokoko. Im Inneren dominieren Elemente des Klassizismus. Das Schloss brannte 1939 während der Bombardierung Warschaus aus und wurde 1944 von der Wehrmacht gesprengt. Nach dem Krieg blieb die Ruine bestehen und wurde 1971-1988 aus Spendenmitteln originalgetreu rekonstruiert.
Östlich unterhalb des Schlossplatzes neben dem Königsschloss befindet sich der spätbarocke Palast unter dem Blechdach (Pałac Pod Blachą), der nach dem Material seines Daches benannt wurde. Denn dieser Palast war das erste Gebäude in Warschau, das statt eines Schindeldaches ein Blechdach erhielt. Er wurde von 1698 bis 1701 errichtet. Der Palast wurde nach dem Warschauer Aufstand niedergebrannt und 1948 bis 1949 wiederaufgebaut.
Historischer und geografischer Mittelpunkt der Altstadt ist der prächtige Marktplatz (Rynek), in dessen Mitte die Skulptur der Flussjungfrau Syrenka steht. Seit dem Mittelalter befand sich in der Mitte des Platzes das Rathaus, das 1817 abgerissen wurde. Der Marktplatz selbst wurde im 13. Jahrhundert auf einer Fläche von 90 × 73 Meter angelegt und vor allem von Kaufleuten und Handwerkern bewohnt. Später siedelten sich auch viele Künstler um ihn herum an. Der Großteil der Patrizierhäuser wurde nach dem Stadtbrand von 1607 wiederaufgebaut, wobei sich gotische Elemente vor allem in den Fundamenten erhalten konnten. In der ganzen Häuserzeile auf der Nordseite des Marktplatzes befindet sich das Museum der Stadt Warschau. Besonders schön treten hier das „Baryczka-Haus“ und das „Haus zum Negerlein“ hervor, dessen Renaissancefassade von Santi Gucci stammt. Die berühmteste Ansicht des Marktplatzes bietet die Südseite (Zakrzewski-Seite), die vom Turm der Jesuitenkirche überragt wird. Besondere Beachtung verdienen hier das „Haus zum Löwen“ und die Sonnenuhr von Tadeusz Przypkowski. Die zwei Brunnen aus dem 18. Jahrhundert wurden in den 1970er Jahren wieder hergestellt.
Vom Marktplatz aus führen jeweils zwei Seitenstraßen in alle Himmelsrichtungen. Die nördliche Ulica Nowomiejska (Neustädter Straße) führt zur Barbakane, einer massiven Verteidigungsanlage auf einer gotischen Brücke um das Neustädter Stadttor, die im 15. Jahrhundert von Jan Baptysta errichtet wurde. Die Ulica Świętojańska (Johannesstraße) führt nach Südosten zum Schlossplatz.
An der Straße befindet sich die Johanneskathedrale. Sie stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, wurde aber in den folgenden Jahrhunderten umgebaut. Zuletzt wurde sie, dem Zeitgeist des 19. Jahrhunderts entsprechend, im Stil der englischen Neugotik umgestaltet, wodurch ihr historisches Aussehen zerstört wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Bauwerk bis auf die Fundamente verwüstet, lediglich der alte, niedrige Glockenturm blieb teilweise erhalten. Da die Kirche von Grund auf rekonstruiert werden musste, entschied man sich, sie als Neuschöpfung in Anlehnung an die Masowische Gotik neu erstehen zu lassen.
Gleich daneben steht die der Muttergottes geweihte Jesuitenkirche, die von 1609 bis 1629 im Übergangstil des Manierismus zum Barock erbaut wurde. Außerdem ist das im Renaissancestil gehaltene „Haus zum Schiff“ eine weitere Sehenswürdigkeit an der Ulica Świetojanska. Weitere repräsentative Bürgerhäuser, wie das „Haus zu den Tauben“, „Haus mit der Christus-Statue“ oder das „Burbach-Patrizierhaus“, finden sich an den Straßen Ulica Szeroki Dunaj (Breite Donau – ehemaliger Bach innerhalb der Altstadt), Ulica Wąski Dunaj (Schmale Donau), der Ulica Piwna (Bierstraße), der Ulica Brzozowa (Birkenstraße) und der Ulica Rycerska (Ritterstraße). An der Piwna-Straße befindet sich die 1356 erbaute Martinskirche mit einem gotischen Chor und einer barocken Fassade. Steil zur Weichsel hinab führt die malerische Ulica Kamienne Schodki (Steinerne Treppengasse), die zum ehemaligen Weißen Tor führte. Der Kanonikerplatz im Osten der Altstadt wird von manieristischen Bürgerhäusern gesäumt, die ursprünglich dem Kanoniker Orden gehörten. In seiner Mitte steht die 1646 gegossene Warschauer Erzglocke. Ein besonders schöner Blick auf die Altstadt bietet sich vom Pragaer Weichselufer.
Nationalpark Białowieża (Belowescher Heide) (N/GÜ/1979; 1992 erweitert)
Beschreibung siehe oben
Altstadt von Zamość (K/1992)
Die Altstadt Zamośćs ist vor allem wegen ihrer farbenprächtigen und reichlich verzierten Bürgerhäuser sehenswert. Ein besonderes Bauwerk stellt die von Bernardo Morando entworfene und im späten 16. Jahrhundert erbaute Kollegiatskirche, die zu Polens schönsten Kirchen aus der Zeit des Manierismus gehört. Im Zentrum des Marktplatzes findet sich am Ende einer geschwungenen Freitreppe das alte Rathaus mit seinem 52 m hohen achteckigen Uhrturm.
Altstadt von Torun (Thorn) (K/1997)
Der gesamte Bereich der Mittelalterlichen Altstadt Toruns wird in die Alt- und die im 13. Jh. als eine Handwerkersiedlung entstandene Neustadt geteilt. Dazwischen liegt das Schloss des Deutschen Ordens. 1246 erhielt die Neustadt Stadtrechte. Später wurde sie in die Altstadt eingemeindet. Folgende Bauten sind bemerkenswert:
Rathaus auf dem Altstadtmarkt in Backsteingotik wurde im 13. Jh. errichtet und im Laufe der Jahre bis ins 18. Jh. im Barockstil umgebaut. Früher war es ein Verwaltungs- und Handelszentrum, gegenwärtig befindet sich dort das Heimatmuseum. Zum Rathaus gehört ein 40 Meter hoher Turm, der zur Stadtbesichtigung zugänglich ist. Vor dem Rathaus befindet sich ein Nicolaus-Kopernikus-Denkmal.
Kirchen und andere Sehenswürdigkeiten:
Der Dom des Heiligen Johannes des Täufers und des Heiligen Johannes des Evangelisten aus dem 13. Jh. ist eines der ältesten Sakralgebäude im Kulmerland. Schon immer war diese Kirche die wichtigste der Stadt, zunächst als Pfarrkirche der Toruner Altstadt, dann als Hauptgotteshaus der vereinigten Alt- und Neustadt und schließlich als Dom der neu eingerichteten Toruner Diözese. Auch wurde hier Nicolaus Kopernikus getauft. Im 14. und 15. Jahrhundert wurde die Kirche fortlaufend ausgebaut. Die Arbeiten wurden kurzweilig unterbrochen, weil 1351 ein Brand einen Teil des Gotteshauses zerstörte. Am Nord- und Südschiff wurde eine Reihe von Kapellen angebaut. Auf diese Weise wurde die Kirche verbreitert und bis auf 56,2 Meter verlängert. Dabei wurden eine Arkade an der Westseite und ein Turm angebaut. Das Gotteshaus wurde auf die gegenwärtige Höhe von 27,3 Metern gebracht. Im Jahre 1406 stürzte der Kirchturm ein. Bald begann man den Bau des neuen Turmes mit einer Höhe von 52 Metern. Die Arbeiten an dem Bau wurden vom Meister Johann Gotland bis 1433 geführt. Im 15. Jahrhundert wurde der Baukörper der Kirche, der mit seiner Größe und Dekorationfülle imponiert, endgültig gestaltet. Charakteristisch ist auch der Klang der Kirchenglocke, die 1500 in einer Toruner Glockengießerei gegossen wurde und „Tuba Dei“ genannt wird. Sie hat einen Durchmesser 2,17 Meter und ein Gewicht von 7.200 kg. In der Zeit von 1530 bis 1583 wurde die Pfarrkirche von den Protestanten übernommen. Während der nächsten 13 Jahre wurde sie von Katholiken und Protestanten gemeinsam benutzt. In diesen Jahren wurde das Innere der Kirche verputzt und übertüncht. Damals wurden die Religionswandgemälde von 14. und 15. Jh. verwischt. Gegenwärtig sind die Gemälde teilweise abgedeckt (hauptsächlich im Presbyterium und an der Ostwand). Sie zeugen vom Reichtum der mittelalterlichen Ausschmückung der Wände. Als Eingang in die Kirche dient die mit einer zierlichen Ziegel-Attika geschmückte Nordvorhalle.
Ein weiteres bedeutendes sakrales Gebäude in Torun ist die Marienkirche aus dem 14. Jh. mit schönen Wandgemälden, dort befindet sich auch das Grabmal der schwedischen Königstochter aus dem Jahr 1636, also der Prinzessin von Schweden Anna Wasa (* 7. Mai 1568; † 26. Februar 1625), Schwester des polnischen und schwedischen Königs Sigismund III. Wasa.
Dann gibt es noch die Jakobskirche, als Pfarrkirche der Neustadt 1309 errichtet. Außerdem verschiedene Kornspeicher aus dem 14. bis 17. Jh., darunter das Esken-Haus „Czerwony Spichrz“, Sitz einer angesehenen Thorner Familie. Es beherbergt heute das Stadtgeschichte-Museum. Erwähnenswert sind auch noch die Stadtmauer aus dem 13. und 14. Jh. mit einigen Basteien, Türmen und Stadttoren und die Befestigungsringe um die Stadt aus den Jahren 1824 und 1910.
Deutschordensschloss Malbork (Marienburg) (K/1997)
Die Marienburg ist eine Ordensburg in Malbork (Marienburg) bei Danzig. Die Burg war der Hauptsitz des Deutschen Ordens. Es handelt sich um den größten Backsteinbau Europas. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Burg zu 60 Prozent zerstört. Danach fiel sie an Polen und wurde vom polnischen Staat wieder aufgebaut. Seit einigen Jahren ist auch die Marienkirche wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Diese wurde nicht renoviert, sondern bisher nur gegen Einsturz gesichert. So soll das Ausmaß der Zerstörung auf eindringliche Weise dokumentiert werden. Die Marienburg ist heute einer der wichtigsten Anziehungspunkte für Touristen in Polen und wird überwiegend als Museum genutzt.
Kalvarienberg Zebrzydowska (K/1999)
Kalwaria Zebrzydowska verdankt seine Gründung dem krakauer Woiwoden Mikolaj Zebrzydowski. Im Jahre 1600 ließ er auf dem Berg Zarek eine kleine Hl. Kreuz Kirche nach dem Vorbild der Golgatha Kapelle zu Jerusalem bauen. Am 4. Oktober 1601 wurde die gebaute Kirche feierlich eingeweiht und der Stifter entschloss sich schon während der Weihe, hier auch Christi Grabes Kapelle nach dem Vorbild jener zu Jerusalem zu bauen. Um den Schutz dieses Sanktuariums zu sichern, ließ er die Franziskaner Patres-Bernardiner (Fratres Minores) ansiedeln: (Die Ordensbrüder betreuten seit 300 Jahren die heiligen Stätten in Jerusalem ). Im Jahre 1602 haben die Patres die Schenkungsurkunde von Mikolaj Zebrzydowski bekommen und kurz danach wurde der Bau des Klosters und der anliegenden kleinen Kirche begonnen.
Nach dem Jahre 1604 erweitert M. Zebrzydowski seine Pläne. Da er eine große Ähnlichkeit der Lage seiner Güter mit der Lage jener zu Jerusalem bemerkt hatte, entschloss er sich, auf seinem Boden die heiligen Stätten von Jerusalem nachzubauen. Bei der Ausführung seiner Pläne waren ihm folgende Architekten behilflich: Giovanni Bernardoni und der aus Belgien stammende Paul Baudarth. Der Bau des Klosters und der Kirche wurde im Jahre 1609 beendet, der Bau der Kreuzwegkapellen und einigen weiteren Kapellen (insgesamt 24) dauerte aber bis 1617.
Fast unmittelbar nach der Bestimmung des Geländes zum Bau der einzelnen Stationen kamen Wallfahrten, die eine neue Jerusalem Passionsandacht nach der von den Mönchen des neuen Klosters bearbeiteten Ordnung abhielten.
Nach dem Tode von Mikolaj Zebrzydowski (+1620) setzte sein Sohn den Bau fort. Damals wurde die Heilige Kreuz-Kirche sehr weit ausgebaut und die schöne Mutter Gottes Grab-Kirche gebaut. Es wurde eine ganz neue Form der Andacht zur Ehre Mutter Gottes eingeführt. Man hat neue Stationen nach dem Vorbild der Kreuzwegstationen gebaut, die man in Polen als „Wegchen zur Ehre Mutter Gottes“ bezeichnet. Deswegen wurden zusätzlich 9 Kapellen errichtet. Mit der Zeit wurde auch das Mutter Gottes Bild in die Klosterkirche angebracht, was Ihren Kult immer stärker belebte. Von nun an nannte man Sie Mutter Gottes von Kalwaria. Dieses Bild wurde im Jahre 1887 feierlich gekrönt.
Außer den Wegchenandachten, die von den einzelnen Wallfahrten abgehalten wurden, veranstaltete man noch zu Lebzeiten Mikolaj Zebrzydowskis am Karfreitag und zu Maria Himmelfahrt feierliche allgemeine Prozessionen. Mit der Zeit wurden sie weithin bekannt und bilden bis zum heutigen Tag die Hauptfeierlichkeiten von Kalwaria (Misterien von Kalwaria am Karfreitag, Einsetzung und Triumph Mutter Gottes).
Der immer größer werdende Wallfahrerstrom und die mit deren Betreuung verbundenen Bedürfnisse trugen zum Ausbau des Klosters selbst (1655-1656), der Klosterkirche ( 1692-1720 ) und zum Bau der zur Kirche anliegenden Kapelle (Mutter Gottes- Unbeflecktes Empfängniss-, Hl. Anton-Kapelle) bei. Die zahlreichen Bauten verlangten aber permanente Instandhaltungsmaßnahmen, was bis heute gilt.
Friedenskirchen in Jawor (Jauer) und Świdnica (Schweidnitz) (K/2001)
Zu den Beschlüssen des Westfälischen Friedens im Jahr 1648 gehörte die Erlaubnis für die schlesischen Protestanten, drei Kirchen zu bauen: in Glogau, Jauer und Schweidnitz. Die Bedingung hierfür war die Verwendung von Holz ohne Nägel als Material und die Wahl der Standorte außerhalb der Stadtmauern.
Die evangelische Friedenskirche „Zum Heiligen Geist“ (Polnisch: Kościół Pokoju p. w. Świętego Ducha) in Jawor (Deutsch: Jauer) gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Schlesien. Die Kirche wurde in den Jahren 1654–1655 nach einem Entwurf des Breslauer Architekten Albrecht von Saebisch gebaut. Die Länge beträgt 43,5 m, die Breite 14 m, die Höhe 15,7 m, die Fläche ca. 1180 m². Die Kirche fasst ca. 5.500 Personen. Die Malereien im Inneren sind ein Werk von Georg Flegel und sind in den Jahren 1671–1681 entstanden. Die Motive der mehr als 200 Bilder entstammen zumeist der Bibel. Die Kanzel aus dem Jahr 1670 ist ein Werk von Matthäus Knote aus Liegnitz. Der Altar von Martin Schneider entstammt dem Jahr 1672. Die erste Orgel von J. Hoferichter aus Liegnitz entstammte dem Jahr 1664. Sie war mangelhaft, daher wurde sie in den Jahren 1855–1856 durch eine neue Orgel von Adolf Alexander Lummert aus Breslau ersetzt. Diese wurde in den Jahren 1899, 1937 und ab 2002 ausgebaut und renoviert. Am Anfang des 18. Jahrhunderts wurde der Glockenturm angebaut. Die evangelische Kirchengemeinde in Jawor zählt gegenwärtig ca. 40 Personen, daher wird die Kirche mit der finanziellen Unterstützung aus Deutschland unterhalten.
Die evangelische Friedenskirche „Zur heiligen Dreifaltigkeit“ (Polnisch: Kościół Pokoju pw. Świętej Trójcy) in Świdnica gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Schlesien. Sie gilt als die größte Holzkirche Europas. Sie hat eine Fläche von ca. 1.090 m² und fasst ca. 7.500 Personen, darunter ca. 3.000 auf Sitzplätzen.
Die Kirche wurde in den Jahren 1656-1658 nach einem Entwurf des Breslauer Architekten Albrecht von Saebisch gebaut; die Innenausstattung wurde im Stil des Barock gehalten. Die Orgel aus den Jahren 1666-1669 ist ein Werk von Christoph Klose aus Brieg. Das Taufbecken aus dem Jahr 1661 wurde von Pankratius Werner aus Hirschberg erschaffen. Für die Malereien an der Decke aus 1696 waren Christoph Kalicki und Christian Süßenbach verantwortlich. Die Kanzel aus dem Jahr 1729 und der Altar aus dem Jahr 1752 wurden von Gotfried August Hoffman erschaffen. Im Jahr 1708 wurde neben der Kirche ein Glockenturm gebaut. Seit dem Jahr 1992 wird die Kirche restauriert.
Holzkirchen im Süden von Kleinpolen (K/2003)
Im Südosten Polens befinden sich zahlreiche hölzerne orthodoxe und römisch-katholische Kirchen, die sich perfekt in die natürliche Umgebung einfügen. Einige der Kirchen sind mehrere hundert Jahre alt und sie wurden allesamt nicht von bekannten Architekten, sondern von einfachen Handwerkern errichtet. Diese Holzkirchen sind herausragende Beispiele für die römisch-katholische Kirchenbautradition. Dank der in Nord- und Mitteleuropa seit dem Mittelalter benutzten Technik der waagerecht gelegenen Knüppelhölzer konnten diese von adeligen Familien finanzierten Kirchen gebaut werden. Sie stellten enorm wichtige Prestigeobjekte dar. In Bezug auf die Mauerbauten in den Städten waren die Holzkonstruktionen eine interessante Ersatzlösung
Park Muzakowski (Muskauer Park) (K/GÜ/2004)
Der Standesherr von Muskau, Fürst Hermann von Pückler-Muskau (1785–1871), wollte seine Stadt nach eigenen Worten „durch einen herrlichen und großen Garten verschönern“ und legte nach intensiven Studien in England den Park ab 1815 mit innovativen Konzepten an. Unterstützt wurde er dabei von Jacob Heinrich Rehder und später von seinem Schüler, dem Gartenkünstler Eduard Petzold, der dort vor allem wirkte, als Pückler 1845 schuldenhalber Muskau hatte verkaufen müssen.
Im ursprünglichen Park lagen die Stadt Muskau und mehrere Dörfer. Im heutigen Areal befinden sich immerhin noch das ebenfalls von Fürst Pückler erneuerte „Neue Schloss“, ein Museum im Renaissance-Bau, das „Alte Schloss“, das historische Tropenhaus mit Kakteen, das Kavaliershaus als heutiges Moorbad, der Bade- und Bergpark, der Schlosspark sowie die in maurischem Stil erbaute Orangerie. Petzolds artenreiche und europaweit berühmte Baumschule, das „Arboretum Muscaviense“, konnte hingegen nicht erhalten werden. Durch das Potsdamer Abkommen vom 2.8.1945 wurde der Park mit der Oder-Neiße-Grenze in einen deutschen und einen polnischen Teil gespalten.
Die Instandhaltung des Parks stieß in der DDR auf zahlreiche Schwierigkeiten (Pückler war als „Junker“ (Fürst) und „Kosmopolit“ eine „persona non grata“), doch gelang es ab 1965 dem Parkdirektor Kurt Kurland (* 1926), den deutschen Teil immerhin aus dem Natur- in den Denkmalschutz überführen zu lassen und so seinen Charakter zu bewahren. Heute wird der Park von Polen und Deutschland weitergepflegt.
Jahrhunderthalle in Breslau (K/2006)
Die Breslauer Jahrhunderthalle (Polnisch: Hala Ludowa = Volkshalle) ist eine im Jahre 1913 vom Architekten und Stadtbaurat Max Berg gebaute Veranstaltungshalle aus Stahlbeton. Den Kuppelbau führte die Firma Dyckerhoff & Widmann AG aus. Die Kuppel war mit einer freien Spannweite von 65 m Durchmesser zum Zeitpunkt der Fertigstellung weltweit die größte dieser Art. Sie wurde zu Ehren des 100. Jahrestages der preußischen Befreiungskriege gegen Napoleon I. erbaut und am 10. März 1913 mit Gerhart Hauptmanns „Festspiel in deutschen Reimen“ eröffnet. Vorbild für die Kuppel war die Festhalle in Frankfurt am Main, die allerdings eine Eisenkonstruktion darstellt.
Die Ring- und Eingangsbauten, bestehend aus den Messehallen und der Pergola, wurden von der Firma Hoch- und Tiefbau-AG ausgeführt. Die Entwürfe stammen vom Architekten Hans Poelzig.
Die Einweihung der Halle wurde mit der zur damaligen Zeit größten Orgel der Welt begangen, einer Schöpfung des Frankfurter Orgelbauers Wilhelm Sauer, ausgeführt durch die Orgelbaufirma E. F. Walcker & Cie. Die Orgel hatte 15.133 Pfeifen und 200 Register. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Orgelwerk auf drei neue Orgeln aufgeteilt. So entstand unter anderem die Breslauer Domorgel, die mit 150 Registern und 13.207 Pfeifen die größte Orgel Polens darstellt.
Die Halle wird gegenwärtig für Messen, Sportveranstaltungen und kulturelle Veranstaltungen genutzt. Sie besitzt rund 6.000 Sitzplätze, bei Verwendung von Stehplätzen fasst sie fast 20.000 Personen.
Im Jahre 2004 wurde die Halle auf die polnische Liste der wichtigsten Baudenkmäler der Geschichte des Landes gesetzt, die derzeit ca. 25 Objekte zählt. Nach Bemühungen der Stadtverwaltung wurde die Breslauer Jahrhunderthalle am 13. Juli 2006 als Pionierleistung des Stahlbetonbaus und der modernen Architektur in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Gemeinsam mit dem im Jahre 1948 vor dem Haupteingang der Halle in der Form einer ca. 100 m hohen Nadel gebauten Denkmal aus Stahl (Polnisch: Iglica) zählt die Jahrhunderthalle zu den Wahrzeichen der Stadt Breslau.

