Mazedonien
1.1 Landeskennzeichen
1.2 Internationale Telefon-Vorwahl
1.3 Allgemeine Informationen
1.4 Informationen zum Staatsaufbau
1.5 Einreise- und Zollbestimmungen
1.6 Währung und Geldwechsel
1.7 Gesundheit
1.8 Botschaften und Konsulate
1.9 Wichtige Telefonnummern
2.1 Tourismus
2.2 Tourismus-Informationen
2.3 Links zum Thema Tourismus
2.4 Verkehr
2.5 Unterkünfte
2.6 Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken
2.7 Links: Weitere Informationen
3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik
3.2 Jugendschutz, kinder- und jugendrelevante Gesetze, altersbezogene gesetzliche Bestimmungen
3.3 Weitere Informationen
3.4 Schulsystem und Bildungswesen
4.1 Natur und Umwelt
4.2 Großschutzgebiete
4.3 Welterbestätten
1. Übersicht
1.1 Landeskennzeichen: MK
1.2 Internationale Telefon-Vorwahl: +389
1.3 Allgemeine Informationen
Ländername: Republik Mazedonien, Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien (Mazedonisch: Makeдoния)
Fläche: 25.713 km2
Einwohner: 2.02 Millionen (ca. 64,2 % Mazedonier, ca. 25,2 % Albaner, ca. 3,9 %Türken, ca. 2,6 % Roma, ca. 1,8 % Serben, ca. 0,8 % Bosniaken, ca. 0,5% Vlachen, ca. 1,0 % andere Ethnien)
Hauptstadt: Skopje (ca. 580.000 Einwohner)
Weitere wichtige Städte: Kumanovo (ca. 105.000 Einwohner), Bitola (ca. 95.000 Einwohner), Tetovo (ca. 87.000 Einwohner), Gostivar (ca. 81.000 Einwohner), Prilep (ca. 77.000 Einwohner), Ohrid (ca. 56.000 Einwohner), Veles (ca. 55.000 Einwohner), Strumica (ca. 55.000 Einwohner), Štip (ca. 48.000 Einwohner)
Religionen: Mazedonisch-Orthodoxe (ca. 70 %), Islam (ca. 25 %), Katholiken (ca. 0,5 %), andere Konfessionen bzw. Konfessionslose (ca. 4,5 %)
Amtssprache: Mazedonisch und Albanisch, es wird aber auch viel Türkisch, Romani, Serbisch und Vlachisch gesprochen
Währung: Mazedonischer Denar (MKD), 1 MKD = 100 Deni
Geographische Lage: Mazedonien liegt in Südosteuropa auf dem Balkan zwischen Kosovo, Serbien, Bulgarien, Griechenland und Albanien.
1.4 Informationen zum Staatsaufbau
Republik, Parlamentarische Demokratie
1.5 Einreise- und Zollbestimmungen
Es besteht keine Visumpflicht für deutsche Staatsangehörige. Zur Einreise benötigen deutsche Staatsangehörige einen Reisepass mit noch mindestens sechsmonatiger Gültigkeitsdauer. Die Einreise mit Personalausweis ist nicht möglich. Die frühere Praxis, wonach ausnahmsweise und ohne Rechtsanspruch von den mazedonischen Behörden an der Grenze eine touristische Durchfahrtsgenehmigung gegen Zahlung einer Gebühr erteilt werden konnte, wurde 2007 ersatzlos aufgehoben. Kinderausweise und Kinderreisepässe werden als Passersatzpapiere akzeptiert; ein in den Reisepass der Mutter eingetragenes Kind braucht keinen eigenen Ausweis.
Devisen können seit Mitte März 2003 bis zu einem Gegenwert von max. 2.000,- Euro ein- und ausgeführt werden, wobei Beträge ab 150,- Euro bei der Ein- und Ausreise deklariert werden müssen.
Sowohl bei touristischen Aufenthalten als auch bei der Durchreise müssen Waffen bei der Einreise deklariert werden. Grundsätzliche Voraussetzung für das Mitführen von Waffen ist ein gültiger Waffenschein. Daraufhin wird von der Polizei eine zeitlich für die Dauer des Aufenthalts beschränkte Genehmigung erteilt. Es besteht auch die Möglichkeit, die Waffe für die Dauer des Aufenthalts an der Grenze zu deponieren.
Das unbefugte Fotografieren oder sonstige Dokumentieren von militärischen und strategischen Einrichtungen wird strafrechtlich verfolgt. Auch in ist der Besitz sowie der Kauf und Verkauf von Drogen ist in Mazedonien strafbar.
1.6 Währung und Geldwechsel
Der Denar ist die Währung in Mazedonien. Er ist in 100 Deni unterteilt. Der Name leitet sich von der römischen Münze Denarius ab. Nach der mazedonischen Unabhängigkeit 1992 löste der Mazedonische Denar den Jugoslawischen Dinar ab. Die Schwankungsbreite des Kurses lag in den letzten Jahren relativ konstant zwischen 60 bis 62 Denar für einen Euro. Aktuelle Wechselkurse sind im Internet unter www.oanda.com/convert/classic einzusehen.
Die Banknoten sind sehr bunt und unterscheiden sich hauptsächlich durch die auf ihnen abgedruckten Symbole. Es sind folgende Noten im Umlauf: 10, 50, 100, 200, 250, 500, 750 und 1000 Denar. Kursmünzen gibt es in Stückelungen zu 50 Deni, sowie 1, 2 und 5 Denar.
Es besteht chronischer Mangel an Wechselgeld. Die übliche Forderung lautet „sitno“ – auf Deutsch also „passend“. Meistens ist es einfacher in Denar passend zu bezahlen. Manchmal aber auch in Euro.
Die meisten Mazedonier kennen den Wechselkurs zum Euro auswendig. Vielfach werden Ausländern gegenüber Preise in Euro angegeben, obwohl Denar ebenso angenommen werden.
Es ist fast überall Barzahlung mit Euro bzw. Umtausch von Euro in MKD möglich. Reiseschecks werden in den Läden weniger gerne angenommen, sie können aber in den meisten Banken eingelöst werden.
Der in Mazedonien am häufigsten angenommene Reisescheck ist der Euroscheck.
Ausländische Zahlungsmittel können in Banken und Wechselstuben umgetauscht werden. Wechselstuben gibt es in den größeren Hotels, am Flughafen, in Bahnhöfen und an vielen anderen Stellen. Die Banken sind in Mazedonien von Montag bis Samstag von 9 bis 16 Uhr und Wechselstuben von 9 bis 18 Uhr oder später geöffnet.
Die Bargeldversorgung mit EC-Karte oder Kreditkarten sowie Traveller-Cheques ist in Skopje möglich, in Provinzstädten nur vereinzelt.
Nicht alle Hotels akzeptieren Kreditkarten. In den meisten größeren Hotels, in Restaurants und in Läden kann mit den bekanntesten Kreditkarten wie VISA, Mastercard, Eurocard, Diner's Club und American Express gezahlt werden, es muss jedoch im Voraus gefragt werden, ob dies möglich ist.
Die meisten Banken geben bei Vorlage der Kreditkarte mit einem gültigen Reisepass Bargeldvorschuss.
1.7 Gesundheit
Der Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amts empfiehlt Schutz gegen Tetanus, Diphtherie, bei Langzeitaufenthalt über drei Monate auch Hepatitis A und Hepatitis B. In besonderen Fällen (Landaufenthalt, Jagd, Jogging u.a.) kann auch ein Impfschutz gegen Tollwut und Typhus sinnvoll sein. HIV/Aids ist im Land ein großes Problem und eine große Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen. Landesweit besteht ein Übertragungsrisiko von Borreliose/Lymekrankheit durch Zecken v.a. in Gräsern, Sträuchern und im Unterholz. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.
Die medizinische Versorgung im Lande ist mit Mitteleuropa vergleichbar, sie ist aber vielfach technisch, apparativ und/oder hygienisch nicht auf dem neuesten Stand. Oft fehlen auch europäisch ausgebildete Deutsch, Englisch oder Französisch sprechende Ärzte. Ein ausreichender, weltweit gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung sind dringend zu empfehlen. Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den Temperaturen entsprechend geschützt werden.
Bei Bedarf kann man sich in Mazedonien an einen Arzt wenden, sowohl an eine Privatpraxis als auch an ein öffentliches, vom Staat als Träger betriebenes Krankenhaus. Die normalen Praxisstunden beginnen zwischen 7 und 8 Uhr und enden gegen 17.00 bzw. 19.00 Uhr.
Außerhalb dieser Zeiten, das heißt nachts, am Wochenende, an Sonn- und Feiertagen ist der ärztliche Not- oder Bereitschaftsdienst zuständig.
In jedem Fall müssen die bei ambulanter Behandlung verabreichten Medikamente bezahlt werden. Medikamente erhält man im Normalfall in den Apotheken, deren Öffnungszeiten den allgemeinen Geschäfts- und Ladenschlusszeiten entsprechen.
1.8 Botschaften und Konsulate
Botschaft der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien
Adresse: Königsallee 2- 4, D-14193 Berlin; Konsularabteilung: Hubertusallee 5, 14193 Berlin
Telefon: +49 (0)30 890 69 522; Konsularabteilung +49 (0)30 890 69 511
Fax: +49 (0)30 89 54 11 94; Konsularabteilung: +49 (0)30 89 09 41 41
E-Mail: qa0qm0qb0qa0q.0qb0qe0qr0ql0qi0qn0q@0qt0q-0qo0qn0ql0qi0qn0qe0q.0qd0qe0
Bürozeiten: Mo- Fr 9.00- 13.00 Uhr
E-Mail: zdiztizbizoizsizkizoizpiz@izoizniz.iznizeiztiz.izmizkizoizdizeizri Z6rf6ef6gf6@f6sf6kf6of6pf6.f6df6if6pf6lf6of6.f6df6ef
Bürozeiten: Mo- Do 08.00- 12.00 Uhr, 14.00- 16.00 Uhr, Fr 08.00- 12.00 Uhr
Die Adressen sämtlicher Konsulate und der Außenstellen können unter www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laender/Mazedonien.html bei Vertretungen Mazedonien und Deutsche Vertretungen abgerufen werden.
1.9 Wichtige Telefonnummern
Rettungsdienst: 94 (vom Handy 985), Feuerwehr: 93 (vom Handy 985), Polizei: 92 (vom Handy 985), ADAC-Notruf über die Auslandsstation in Serbien/Montenegro: 011-2422707 oder 011-2422801
Telefonauskunft (englischsprachig – ohne Gewähr): 188
Landesvorwahl von Deutschland nach Mazedonien: +389
Landesvorwahl von Mazedonien nach Deutschland: +49
Nutzbarkeit deutsche Mobiltelefone
GSM 900/1800 Mobilfunknetz. Hauptanbieter die auch mit den meisten deutschen Anbietern Roaming-Verträge haben: COSMOFON AD Skopje und T-Mobile Macedonia. Genauere Informationen können unter www.gsmworld.com/roaming/gsminfo/cou_mk.shtml abgerufen werden.
2. Reiseinformationen
2.1 Tourismus
Der Tourismus in Mazedonien spielt, obwohl noch relativ gering entwickelt, wirtschaftlich schon wieder eine zentrale Rolle. Vor den jugoslawischen Kriegen war der Tourismus insbesondere im Gebiet der beiden Seen, Ohrid und Prespa, gut entwickelt, kam in der Folge der Kriege jedoch weitgehend zum Erliegen. Trotzdem ist er einer der wenigen Wirtschaftszweige Mazedoniens, der eine positive Bilanz aufweist und somit für eine gute wirtschaftliche Entwicklung steht. Das Land ist sehr bemüht den Tourismus weiter auf- und auszubauen, allerdings geht der Prozess nur sehr schleppend vorwärts, da das Land von den großen Anbietern noch nicht als attraktives Reiseziel anerkannt ist und selbst kaum finanzielle Ressourcen hat um den Aufbauprozess in großen Schritten voranzutreiben. Mazedonien hat im Gegensatz z. B. zu Bosnien-Herzegowina dabei zum Glück kaum mit Kriegsschäden zu kämpfen, da das Land weitestgehend friedlich seine Unabhängigkeit erlangt hat. Das heißt die Voraussetzungen sind relativ gut und man ist in Mazedonien der festen Überzeugung, dass man in den nächsten Jahren, zumindest in Teilen des Landes, zu den touristisch besser erschlossenen Ländern wie Kroatien aufschließen kann.
Mazedonien ist ein bisher noch weitgehend unbekanntes Reiseziel. Das kleine Land auf dem Balkan ist aber gerade deshalb für Individualreisende und Naturliebhaber interessant.
Neben den lebendigen Städten wie Skopje, Ohrid oder Bitola sind es vor allem die zahlreichen Gebirgszüge von bis zu 2.800 m Höhe und die großen Seen Ohrid und Prespa im Süden die zu Erkundungen, Klettertouren oder Wanderungen einladen. Urlaub in Mazedonien kann bedeuten, sich auf einsamen Pfaden durch wilde Berglandschaften zu bewegen, entlegene Dörfer und türkisch geprägte Altstädte zu entdecken oder in entlegenen Klöstern zu übernachten.
Es gibt bereits einige Initiativen, die einen naturverbundenen und umweltorientierten Tourismus vorbereiten. Das Wandern und Klettern in Mazedoniens artenreichen Nationalparks zählt schon seit langem zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen des Landes. Dorfbewohner organisieren biologische Verköstigung und Unterkünfte in ländlichem Ambiente, außerdem sind Kanutouren und Höhlenbesichtigungen im Angebot. Und immer wieder wird man auf Spuren der äußerst turbulenten Geschichte Mazedoniens stoßen. So finden sich neben antiken Ausgrabungen mittelalterliche Festungen und orthodoxe Klöster. Andernorts findet man türkische Bäder oder winzige Felsenkirchen oder man entdeckt langsam bröckelnde sozialistische Baudenkmäler.
Einen Urlaub in Mazedonien zu verbringen ist häufig aber auch immer noch mit Improvisation verbunden und man sollte möglichst wenig voraussetzen: Eine bisweilen sehr eigenwillige Infrastruktur und „originelle Organisation“ nach Balkanart lassen es niemals langweilig werden. Die wenig schöne, aber doch irgendwie zutreffende Bezeichnung „Transformationsland“ beschreibt die Situation zurzeit vielleicht am besten: Im postkommunistischen Makedonien ist alles im Wandel, was für Reisende wenig Struktur verheißt und nicht immer den gewohnten Standard. Dabei gibt es aber gleichzeitig viel Neues zu entdecken, so z. B. auch die reiche Kultur des Landes die von den Mazedoniern intensiv gepflegt wird. Die bewegte Geschichte Mazedoniens spiegelt sich auch in den Traditionen wieder, denn sowohl die Trachten, als auch die Volksmusik beinhalten orientalische und mittel- und osteuropäische Bestandteile. In der mazedonischen Volksmusik spielen Kaval (eine Flöte), Tapan (eine große zylinderförmige Trommel), die Gajda (eine Art Dudelsack) und die Tambura (eine zweisaitige Laute) eine zentrale Rolle.
Der beliebteste mazedonische Volkstanz ist der Teskoto, den vor allem Männer tanzen. Der langsam beginnende und kontinuierlich schneller werdende Tanz symbolisiert das Erwachen des mazedonischen Nationalbewusstseins im Laufe der Zeit und wird in traditioneller mazedonischer Tracht aufgeführt. Am Anfang Juni stattfindenden Festival für Volkstanz und Volksmusik in Ohrid nehmen Folkloregruppen der gesamten Balkanhalbinsel teil, Ende August treffen sich Dichter beim Internationalen Festival der Dichtkunst in Struga.
Die Stadt Ohrid gilt im Land generell als Stadt der Kulturfestivals. Wer sich also für diesen Bereich begeistern kann, kommt um einen Besuch der alten unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes stehenden Stadt nicht herum. Sie lag einst an der römischen Militärstraße Via Egnatia, die Rom mit Byzanz verband. Aus dieser Zeit stammt auch das antike Theater mit der herrlichen Kulisse des Ohridsee im Hintergrund. Das Theater wurde erst vor wenigen Jahren freigelegt und komplett restauriert. Heute finden hier im Juli und August die Ohrider Festspiele statt bei denen es Ballettaufführungen, Oper, Klassik- und Jazzkonzerte gibt. Die historische Altstadt, die Uferpromenade, die zahlreichen byzantinischen Kirchen und sein antikes Theater laden zum Bummeln und Verweilen ein.
2.2 Tourismus-Informationen
Die Rolle der klassischen Tourismusinformationszentren übernehmen in Mazedonien derzeit Reisebüros, die Reisenden alle notwendigen Informationen vermitteln. Natürlich nicht ohne auf die Exklusivität der eigenen Angebote hinzuweisen. Man sollte, wenn möglich, also mehrere Meinungen einholen und Preise vergleichen. Eine umfangreiche Liste von „Travel Agencies“ in Mazedonien ist im Internet beim „Touristenverein Skopje“ zu finden à
Adresse: „Dame Gruev“ block 3, 1000 Skopje, Macedonia
Telefon: +389 2 3118 498
Fax: +389 2 3230 803
E-Mail: hi1hn1hf1ho1h@1hs1hk1ho1hp1hj1he1ht1ho1hu1hr1hi1hs1hm1h.1ho1hr1hg1
Website: www.skopjetourism.org
In Bezug auf die Reiseangebote neutralere Informationen kann man auch über das
Wirtschaftsministerium der Republik Mazedonien – Abteilung Tourismus
Adresse: Zeleznicka bb oder Jurij Gagarin Str. 15, MK-1000 Skopje, Mazedonien
Telefon/Fax: +389 (2) 3093 540
E-Mail: itqioqiuqirqiiqisqimqi@qieqicqioqinqioqimqiyqi.qigqioqivqi.qimqikq
2.3 Links zum Thema Tourismus
2.4 Verkehr
Alle aktuellen Zugverbindungen kann man sich – auf Wunsch mit allen Zwischenhaltestellen – über die Reiseauskunft der Deutschen Bahn anzeigen lassen (reiseauskunft.bahn.de/bin/query.exe/dn). Zu beachten ist, dass dabei natürlich auch Verbindungen vorgeschlagen werden, bei denen man durch Länder reist, für die ein Visum nötig ist. Man sollte also den Zuglauf beachten. Informationen zu den entsprechenden Ländern finden Sie auf traveleast.eu jeweils unter Punkt 1.5 (Einreise- und Zollbestimmungen).
Die Deutsche Touringbietet u.a. auch EurolinesVerbindungen von Deutschland nach Skopje an (Deutsche Touring GmbH, Adresse: Am Römerhof 17, D-60486 Frankfurt/M., Telefon: (069) 79 03 50, Fax: (069) 790 32 19, E-Mail: service@deutsche-touring.com, Website: www.deutsche-touring.com). Vom internationalen Busbahnhof in Skopje bestehen tägliche Fernbusverbindungen nach Tirana (Albanien), Sofia (Bulgarien), Belgrad (Serbien) und Istanbul (Türkei). Ob man sich die lange Fahrt und die ganzen Grenzkontrollen antun möchte, sollte man sich jedoch gut überlegen. Busse sind allerdings die preiswerteste Möglichkeit nach Mazedonien zu kommen.
Der internationale Verkehr muss einen langen Umweg über Ungarn und Serbien bzw. Bulgarien in Kauf nehmen. Die Anreise über Albanien ist ebenfalls möglich (Fährverbindung von Italien und Slowenien). Drei neuere Grenzübergänge nach Albanien sind beim Prespasee, Ohrid und Debar vorhanden. Mit Wartezeiten an der Grenze nach Serbien muss gerechnet werden. An der mazedonisch-griechischen Grenze muss mitunter ebenfalls mit langen Wartezeiten gerechnet werden. Auf den Hauptverbindungsstraßen von und nach Bulgarien und Albanien herrscht normaler Grenzverkehr, und es gibt kaum Schwierigkeiten. Die Autobahngebühr zur Durchfahrt durch Mazedonien von Norden nach Süden beträgt ca. 160,- Denar, das entspricht etwa 2,50 Euro für PKW und Motorräder, und ca. 450,- Denar (etwa 7,- Euro) für LKW und Busse. Da die Gebühr an die Benzinpreise gekoppelt ist, können sich auch kurzfristig Änderungen ergeben. Der nationale Führerschein reicht aus. Ein internationaler Führerschein wird jedoch vor allem bei Anreise über Bulgarien empfohlen. Die grüne Versicherungskarte für Kfz ist gültig, wenn Mazedonien als Land darauf vermerkt ist. Andernfalls ist bei Grenzübergang eine Versicherungsgebühr in Höhe von ca. 40,- Euro (bei einem Aufenthalt bis zu 14 Tagen) bzw. ca. 55,- Euro (bis zu einem Monat) zu entrichten.
Die nationale Fluggesellschaft heißt MAT-Macedonian Airlines(Website: www.mat.com.mk). MAT fliegt ab Berlin, Düsseldorf und Hamburg nach Skopje. Cirrus Airlines fliegt von Frankfurt direkt nach Skopje.
Der internationale Flughafen Skopje (SKP) (Website: www.airports.com.mk) befindet sich 25 km von der Stadt entfernt. Im Flughafen gibt es ein Restaurant, Geschäfte, einen Duty-free-Shop (geöffnet von 05:00 bis 22:30 Uhr), eine Bank/Wechselstube (geöffnet von 05:00 bis 22:30 Uhr), eine Poststelle (geöffnet von 05:00 bis 22:30 Uhr), einen Mietwagenschalter, einen Tourist-Information-Schalter. Busse und Taxis fahren zur Stadt (Fahrzeit ca. 25 bis 30 Min.).
Ohrid Internationaler Flughafen(OHD) (Internet: www.airports.com.mk) liegt 10 km von Ohrid entfernt. Taxis fahren zur Stadt.
Fortbewegung innerhalb des Landes
Die Hauptverbindungstrecken der mazedonischen Eisenbahn führen von Skopje (im Norden) via Veles nach Gevgelija (im Süden), von Skopje via Veles und Shtip nach Kochani (im Osten), von Skopje via Kumanovo nach Tabanovce (im Norden), von Skopje via Tetovo und Gostivar nach Kichevo (im Westen) sowie von Skopje via Veles, Bogomila und Prilep nach Bitola (im Süden). Da das Bahnnetz nicht allzu umfangreich ist, empfiehlt es sich für Reisen innerhalb Mazedoniens eher den Bus zu nehmen – die Busse sind schnell und oft ziemlich modern. Das Busnetz in Mazedonien ist gut ausgebaut und es bestehen häufige Verbindungen von Skopje nach Ohrid und Bitola. Fernbusverbindungen müssen rechtzeitig im Voraus gebucht werden.
Die Qualität der Hauptstraßen ist relativ gut. Viele Autobahnen in Mazedonien sind mautpflichtig, darunter fallen die Strecken von Kumanovo im Norden über Miladinovci, Skopje, Petrovec nach Gradsko im Süden, sowie die Strecke von Skopje über Tetovo nach Gostivar im Westen. Die Autobahngebühr zur Durchfahrt durch Mazedonien von Norden nach Süden beträgt ca. 160,- Denar, das entspricht etwa 2,50 Euro für PKW und Motorräder, und ca. 450,- Denar (etwa 7,- Euro) für LKW und Busse. Da die Gebühr an die Benzinpreise gekoppelt ist, können sich auch kurzfristig Änderungen ergeben. Die Versorgung mit bleifreiem Benzin ist problemlos. Eine ADAC-Auslands-Notrufstation ist in Belgrad (Serbien) eingerichtet. Sie ist auch für Mazedonien zuständig und bietet ADAC-Mitgliedern und Inhabern eines ADAC-Auslandskranken- und Unfallschutzes Hilfeleistungen bezüglich Hotels, Mietwagen, Fahrzeug- oder Krankenrücktransporte (Telefon: (011) 242 27 07, Website: www.adac.de). Der nationale Führerschein reicht aus. Die grüne Versicherungskarte für Kfz ist gültig, wenn Mazedonien als Land darauf vermerkt ist.
Es gelten folgende Verkehrsbestimmungen: Autofahrer müssen auch tagsüber mit eingeschaltetem Abblendlicht fahren; Promillegrenze: 0,5 ‰; Gurtanlege- und Sturzhelmpflicht; Telefonieren am Steuer ist nur mit Freisprecheinrichtung gestattet.
Innerhalb von Ortschaften darf 50 bis 60 km/h, auf der Schnellstraße 80 bis 100 km/h und auf der Autobahn 120 km/h schnell gefahren werden.
2.5 Unterkünfte
In Skopje und in der Ferienregion an den Seen an der Grenze zu Albanien und Griechenland stehen Hotels der Touristenklasse zur Verfügung. Außerhalb dieser Bereiche gibt es nur wenige Hotels. Die Qualität der Hotels ist zum Teil wohl auch eher mit „dürftig“ zu bezeichnen. Manche Hotels, insbesondere die in Skopje, sind aber schon auf einem guten Standard. Dafür liegt das Preisniveau für Übernachtungsmöglichkeiten in Skopje auch 100 % und mehr über dem im übrigen Land.
Außerhalb der Hauptstadt finden sich fast überall in Mazedonien verhältnismäßig gute und vor allem günstige (ab 7 Euro pro Person und Übernachtung) Pensionen und Privatunterkünfte. Man sollte allerdings keinen besonderen Komfort erwarten.
Es gibt wohl auch eine Jugendherberge in Skopje, über die aber keine näheren Auskünfte zu bekommen waren, als dass sie mit 15 Euro pro Person und Nacht ziemlich teuer ist. Sowohl Jugendherbergen als auch Campingplätze sind in Mazedonien bisher generell eher rar. Aber es gibt einen Mazedonischen Jugendherbergsverband über den detailliertere Informationen einzuholen sind. Macedonian Youth Hostel Association, Adresse: Po Box 499, Prolet 25, 1000 Skopje, Mazedonien; Telefon: (389) (91) 239947, 235029, Fax: (389) (91) 235029.
Genauere Informationen zu Campingplätzen sollten über die „Travel Agencies“ der jeweiligen Zielregion zu beziehen sein.
2.6 Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken
Mazedonien ist (materiell) kein besonders reiches Land, deshalb sollte man nicht erwarten hier großartig einkaufen zu können. Skopje und Ohrid eignen sich für einen Einkaufsbummel, das Angebot ist aber meist nicht mit westeuropäischen Standards zu vergleichen. Allerdings soll in Skopje auch ein Einkaufszentrum nach dem Vorbild einer amerikanischen Mall, eröffnen. Beliebte mazedonische Souvenirs sind Stickereien, Holzschnitzereien und Töpferwaren. Außerdem gibt es einige sehr gute Ikonenmaler deren Werke bzw. Repliken teilweise schon zu sehr günstigen Preisen (ab ca. 25 Euro) angeboten werden. Beinahe alle Geschäfte machen von 13.00 bis 15.00 Uhr Mittagspause.
Die mazedonische Küche lässt sich am besten mit einem Wort beschreiben "Skara", was "Gegrilltes" bedeutet. Egal ob Schwein, Rind, Huhn oder Lamm, alles kommt auf den Grill. Zum Frühstück wird häufig günstiges und sättigendes "Burek" mit Joghurt angeboten. Aber auch als Snack zwischendurch wird gerne ein "Burek" bei einer "Burekzinica" mitgenommen. Typisch mazedonische Spezialitäten sind "Tavce gravce", ein Bohneneintopf, "Pastrmahilija", eine Mischung aus Pizza und Pide mit Fleisch und häufig auch Ei belegt, "Kebapci" ähnlich den Kebabs aus der Türkei, gegrillte Ohridforelle, die als besondere Delikatesse gilt und der auf dem ganzen Balkan beliebte "Sopska Salata", ein gemischter Salat mit Käse. Häufig angeboten werden auch Moussaka, Pizza und viele Salatvarianten, die aber fast immer Schafskäse beinhalten. Die meistverkauften Käsesorten heißen "Sirenje", das ist weißer Käse, und der gelbe "Kaskaval".
Von den üblichen Softdrinks und Kaffee (türkisch oder als Espresso) abgesehen, gibt es hier u.a. "Skopsko Pivo", das lokale Bier, welches stark, gut und verhältnismäßig günstig ist. Das lokale Feuerwasser heißt auch hier (wie in Bulgarien) Rakija, ein Traubenschnaps. Der kann in Bulgarien gut schmecken, doch in Mazedonien zieht er einem die Schuhe aus. Außerdem wird der ouzoähnliche "Mastika" sehr gerne getrunken. Mazedonien produziert auch Rotwein, der richtig gut schmecken kann. Man sollte allerdings erst mal vorsichtig probieren, denn nicht alle Rotweine sind auch wirklich gut.
2.7 Links: Weitere Informationen
3. Jugendarbeit
3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik
Mazedonien hat sehr große wirtschaftliche Probleme, es gilt als eines der ärmsten Länder Europas. Hinzu kommen noch die schwelenden Konflikte der verschiedenen Ethnien, die selten offen ausgetragen werden, einen Wachstums- und Aufbauprozess aber empfindlich lähmen, da niemand dem anderen etwas gönnt. Die Erwachsenenarbeitslosigkeit im Land ist hoch (über 25 %), die Situation der Jugendlichen ist noch schlechter. Diese schlechte Basis führt natürlich nur noch zu weiteren Spannungen innerhalb der Bevölkerung. Dementsprechend schlecht ist es um die Jugendarbeit in Mazedonien bestellt. Der Staat hat kein Geld für Jugendprojekte, und vor allem andere Probleme, die seine volle Aufmerksamkeit erfordern. Deshalb ruht die Jugendarbeit in Mazedonien hauptsächlich auf den Schultern von privat organisierten Initiativen, Nicht-Regierungs-Organisation und ausländischen Verbänden und Stiftungen. So führten beispielsweise einige deutsche Jugendverbände Jugendaustauschprogramme durch und organisierten unterstützte Treffen von Jugendgruppen aus Deutschland und Mazedonien.
Eine Organisation, die sich generell auf dem Balkan engagiert und sich dementsprechend auch in Mazedonien einbringt ist das "Cooperation and Development Network Eastern Europe" (Kurzbezeichnung: CDN). Dies ist ein Netzwerk grüner Jugendorganisationen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa sowie dem Kaukasus.
Das hauptsächliche Instrument der bildungspolitischen Arbeit des CDN ist auch der internationale Austausch junger Menschen.
In Mazedonien hat das CDN die Jugendorganisation der größten mazedonischen Umweltorganisation "DEM-Mladi" (vergleichbar der BUND-Jugend) als Mitglied, deren politische Arbeit sich allerdings auf ökologische Themen beschränkt.
DEM-Mladi ist ein Dachverband von 30 lokalen Umweltschutzgruppen als Vollmitglieder und 16 anderen Organisationen als Partnern des Verbandes. Der Naturschutz steht dem Namen entsprechend im Vordergrund, der Verband bemüht sich aber auch um Jugendliche. Allein schon in der Form, dass er Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitgestaltung ermöglicht und ihnen Perspektiven für die Zukunft vermittelt. Außerdem existiert noch ein Nationaler Jugendrat
DEM – Mladi – Ecologists' Movement of Macedonia
Adresse: Vasil Gjorgov 39, baraka 6, 1000 Skopje, Republic of Macedonia
Telefon: + 389 2 220 518
Fax: + 389 2 128 075
E-Mail: idoieoimoimoiloiaoidoiioi@oidoieoimoi.oiooiroigoi.oimoiko
Website: www.dem.org.mk/ (bisher leider nur auf Mazedonisch)
Adresse: Bul. Ilinden Block 12 BB, 1000 Skopje, Makedonija (Mazedonien)
3.2 Jugendschutz, kinder- und jugendrelevante Gesetze, altersbezogene gesetzliche Bestimmungen
Zur Zeit keine aktuellen Informationen verfügbar.
3.3 Weitere Informationen
Zur Zeit keine aktuellen Informationen verfügbar.
3.4 Schulsystem und Bildungswesen
In Mazedonien besteht eine allgemeine Schulpflicht für Kinder von 6 oder 7 Jahren bis zu 14 oder15 Jahren. Die Schulausbildung ist kostenlos. Das Schuljahr beginnt am 1. September und endet am 10.Juni. Die Leistungen der Schüler werden nach einem 5-Noten-System bewertet: exzellent (5), sehr gut (4), gut (3), befriedigend (2) und unbefriedigend (1). Um eine Prüfung zu bestehen, muss man mindestens eine Zwei haben.
Die Schulausbildung ist in zwei Stufen unterteilt: die Grund- und die Mittelstufe. Die Grundstufe dauert acht Jahre und wird in zwei Etappen untergliedert. Die erste ist die eigentliche Grundschule, die vier Jahre dauert. Hier unterrichtet der Klassenlehrer alle Fächer. Die zweite Etappe umfasst alle Klassen bis zur achten Klasse. Die verschiedenen Fächer werden nunmehr von Fachlehrern übernommen. Der Fremdsprachenunterricht beginnt in der fünften Klasse, die Schüler können sich für Englisch, Deutsch oder Französisch entscheiden. Die Grundstufe wird ohne zusätzliche Prüfungen abgeschlossen. Mit dem Abschluss der Grundstufe endet die allgemeine Schulpflicht.
Danach können die Schüler ihre Ausbildung in einer Mittelschule fortsetzen. Es gibt verschiedene Mittelschularten:
- Mittelschulen mit allgemeiner Ausbildung (z.B. gymnasiale Ausbildung)
- Mittelschulen, in denen verschiedene Berufe erlernt werden können:
- zweijährige Mittelschulen (ähnlich wie die Hauptschulen in Deutschland)
- dreijährige Mittelschulen (entsprechen etwa den Realschulen in Deutschland)
- vierjährige Mittelschulen, wo neben den praktischen Erfahrungen auch theoretische Kenntnisse vermittelt werden (vergleichbar mit den Berufsfachschulen in Deutschland)
- Mittelschulen für behinderte Schüler
- Kunstmittelschulen mit einer Ausbildungsdauer von vier Jahren.
Mit dem Abschluss der Mittelstufe machen die Schüler die Mittelstufenreife, die samt Aufnahmeprüfungen die Grundvoraussetzung für eine Hochschulausbildung ist. Einen Hochschulabschluss kann man entweder an einer Hochschule mit einer Studiendauer von zwei Jahren oder an einer Universität erlangen.
Die Volksschulen bieten Schulungen, Kurse und Prüfungen für berufliche Befähigung an.
Zurzeit wird an einem neuen Gesetz für berufliche Bildung gearbeitet, das auch die Ablegung von Meisterprüfungen als postmittlere Ausbildung vorsieht.
4. Natur und Kultur
4.1 Natur und Umwelt
Mazedonien – das bedeutet Berge, Berge, Berge und hier und da auch Berge. Es gibt keinen Zugang zum Meer, der größte Teil des Landes liegt auf einem 600 bis 900 Meter hohen Plateau. Der Fluss Vardar entspringt im westlichen Hochgebirge nahe der Grenze zu Albanien bzw. dem Kosovo und durchfließt das gesamte Land in Richtung Südosten, er mündet schließlich in der Nähe von Thessaloniki in die Ägäis. Er bildet die Hauptorientierungsachse des Landes und hat vier größere Nebenflüsse.
Im Südwesten an der Grenze zu Albanien hat Mazedonien je etwa zur Hälfte Anteil am Ohridsee und am Prespasee. Diese Seen (Höhe 700 bzw. 900 m) sind etwa 400 km² groß und sind durch Tektonik in einer geologischen Schwächezone der Erdkruste entstanden.
Der Ohridsee mit max. 289 m Tiefe ist der tiefste See auf der Balkanhalbinsel. Die höchsten Berge findet man im Nordwesten rund um Tetovo – mit einigen Gipfeln um 2.700 m Höhe.
Hier erstreckt sich die "Shar Planina" (Schar-Gebirge) mit dem 2.763 m hohen Golem Korab an der albanischen Grenze als höchster Erhebung des Landes, gefolgt vom nur 15 m kleineren Titov Vrv. Auch die Bergkette zwischen den beiden Seen ist äußerst beeindruckend und gleichzeitig einer der drei Nationalparks des Landes. Im Gebirge westlich von Tetovo gibt es sogar einige Wintersportmöglichkeiten und Skilifte.
Das Klima in Mazedonien ist kontinental geprägt, mit heißen (bis 40°C), trockenen Sommern und recht kalten Wintern (bis zu –30°C). Deshalb gelten manche Bergregionen auch bis in den Mai als absolut schneesicher. Dank der fruchtbaren Böden gedeiht in Mazedonien fast alles - Getreide, Tabak, Reis, Baumwolle, Gurken, Tomaten usw. werden in großem Stil angebaut und auch exportiert. Die Region Mazedonien ist tektonisch noch immer aktiv. 1963 beispielsweise wurde die Hauptstadt Skopje in einem desaströsen Erdbeben zum Teil zerstört.
Die Nationalparks sind wegen ihrer schönen Landschaft und Natur beliebte Erholungs- und Touristenorte. Wie in den meisten Gebirgsketten auf der Balkanhalbinsel weisen auch die mazedonischen Gebirge das typische Relief auf – hohe Berge wechseln sich mit tiefen Tälern ab. Besonders interessant sind dabei einige etwas seltsame Reliefformen, wie z.B. die Steinflüsse und -seen im Pelister-Nationalpark.
Etwa ein Drittel des Landes ist bewaldet. Die in den Tälern vorherrschenden Rotbuchen und Kastanien werden ab etwa 1.200 m von Nadelhölzern wie Tannen und Kiefern abgelöst. In den Uferregionen von Ohridsee und Prespasee wachsen Feigen- und Walnussbäume sowie Zypressen.
In den höheren Gebirgslagen leben u. a. Wölfe, Luchse, Gämsen, Steinböcke und Braunbären, die dank der Abgeschiedenheit ihres Lebensraumes stabile Bestände bilden. Auch Rehe, Hirsche, Marder und Wildschweine finden in den Waldgebieten einen geeigneten Lebensraum. Im Seengebiet im Südwesten Mazedoniens ist die Vogelwelt besonders artenreich.
Die beiden Seen stellen wegen ihren weltweit einzigartigen Flora und Fauna besonders schützenswerte Ökosysteme dar. Durch die Einleitung ungeklärten häuslichen und gewerblichen Abwassers werden die Seen stark belastet. Rückstände aus mineralischen Düngern der intensiv betriebenen Landwirtschaft werden diffus (d.h. nicht über die Kläranlage ableitbar) ins Grundwasser und über verschiedene Gräben und Kanäle ins Seewasser eingetragen. Darüber hinaus fehlen umfangreiche Teile im mazedonischen Entsorgungsnetz. Modellrechnungen zeigen z.B., dass der Ohrid-See in zehn bis fünfzehn Jahren bei in einem solchen Ausmaß andauernder Belastung sterben wird. Nicht zuletzt deshalb sind besondere Schutzmaßnahmen notwendig. Um die starke Umweltverschmutzung zu stoppen, sind unter Leitung der Weltbank, der Deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau und anderer internationaler Organisationen mehrere Umweltprojekte gestartet worden. Alle Projekte haben als Ziel eine ordnungsgemäße Behandlung der von mazedonischer Seite in den See eingeleiteten Abwässer, um damit die organische und mineralische Gewässerbelastung signifikant zu verringern. Oberstes Ziel ist es, einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt des Ökosystems zu leisten. Zielgruppe sind die Einwohner der um die Ohrid- und Prespa-See herum liegenden Ortschaften, die von einer verbesserten Wasserqualität der Seen profitieren sollen.
4.2 Großschutzgebiete
Der Galicica-Nationalpark befindet sich in dem gleichnamigen Galicica Gebirge, das Teil der Gebirgskette Sara-Pind ist. Der Park nimmt eine Fläche von 227 Quadratkilometer zwischen den Seen Prespa und Ohrid ein. Der Großteil der geologischen Oberfläche des Gebirges ist mit 500 bis 550 m Kalkstein bedeckt, der eine poröse Struktur hat. Für das Massiv ist ein sehr reichgegliedertes Relief typisch - breite und tiefe Täler wechseln sich mit hohen Gipfeln ab, wovon der höchste (über 2000 m) im südlichen Teil des Gebirges liegt. Das Relief bietet dem Besucher einen weiten Blick auf die benachbarten Seen und die schöne Gebirgslandschaft. Durch die Wassermassen der beiden Seen und vom warmen Mittelmeerklima begünstigt, das sich durch die relativ niedrigen albanischen Berge bis nach Mazedonien bemerkbar macht, herrscht im Galicica-Nationalpark ein mildes kontinentales Klima. Diese günstigen klimatischen Bedingungen sind auch der Hauptgrund für die große Tier- und Pflanzenvielfalt im Park. Es wurden über 800 Pflanzenarten gezählt, einige davon kann man nur auf den Hängen dieses Gebirges sehen, sie sind im Galicica endemisch. Die unteren Hänge sind entweder mit buschreichem Weideland mit Wacholder und Rosen bewachsen oder, vor allem an den Nordhängen, mit Laubwäldern (viel Eiche) und Pinien. Bislang ist die Flora des Parks aber nur recht bruchstückhaft untersucht. Die Fauna des Galicica-Nationalparks wird durch 170 Wirbeltierarten repräsentiert: 10 Amphibien-, 18 Reptilien-, 124 Vogelarten und 18 Säugetierarten kommen auf dem Gebiet des Nationalparks vor. In den völlig unbesiedelten Bergregionen streifen bis heute Bären und Wölfe umher und auch Luchse sollen noch vorkommen. Die Anzahl der wirbellosen Tierarten ist unbekannt.
Der Mavrovo-Nationalpark ist mit einer Fläche von 73.088 ha der größte Nationalpark Mazedoniens. Der Nationalpark erstreckt sich über den südlichen Teil des Sar-Gebirges, den westlichen und zentralen Teil des Bistra-Gebirges und Teile der Korab- und Desat-Gebirge. Der höchste Gipfel ist der Golem Korab (2764 Meter). In der Mitte des Nationalparks liegt das Tal des Flusses Radika und dessen Einzugsgebiet, wo viele interessante geo-morphologische Formen zu finden sind: Felsschluchten, einmalig skurrile Steinformen, Höhlen, usw. Im Mavrovo-Nationalpark herrscht typisches Gebirgsklima – sehr kalt und mit viel Schnee im Winter und wegen der unmittelbaren Nähe des Mittelmeeres mild im Sommer. Zu der Flora des Parks zählen einzigartige Pflanzenarten die es teilweise schon im Tertiär gab. In einer Höhe bis zu 1300 Metern, entlang den Flüssen Radika und Mala Reka, wo das günstigste Klima herrscht, wächst ausschließlich Eichenwald. Für die Landschaft in einer Höhe zwischen 1300 bis 1550 Metern wiederum ist Buchenwald charakteristisch. Ein relativ großer Teil des Parks ist auch mit Fichten bedeckt. Im Mavrovo-Nationalpark findet man reichlich lokale und für die Balkanhalbinsel typische Pflanzenartens: insgesamt über 38 Baum- und über 35 Buscharten. Die Vielfalt der Fauna steht der der Flora in nichts nach. Die Umweltbedingungen hier sind unter anderem für mehr als 140 Vogelarten ideal. Zur Bereicherung der Fauna im Nationalpark tragen auch 12 Reptilien-, 11 Amphibien- und 33 Säugetierarten bei. Unter den einzigartigen Säugetieren nehmen der Bär, der Steinbock, der Luchs und die Wildkatze mit Sicherheit einen besonderen Platz ein. Zwischen den Gipfeln in den höheren Teilen des Nationalparks liegen 17 Gletscherseen. Der größte See im Park ist der künstlich angelegte Mavrovo-See, der mit seinem kristallklaren Wasser und der schönen Landschaft einen beliebten Erholungsort in Mazedonien darstellt.
An den Gebirgshängen gibt es einige ursprüngliche Bergdörfer, Rostuše, Janče, Gari und Selce, in denen der für die Region typische Altbaustil noch zu sehen. In den Dörfern trifft man auch immer noch Männer und Frauen, die die für diesen Teil Mazedoniens traditionelle Tracht tragen. Besonders schön und prächtig sind die Kostüme, die bei bestimmten Anlässen wie orthodoxen Feiertagen, Ostern und Hochzeiten angezogen werden. Eine für Touristen unvergessliche Szene dürfte die "Galička Hochzeit" sein. Dieser alte Brauch wird jedes Jahr im Juli vor dem Hintergrund der einzigarteigen Dorfarchitektur und unter dem Klang der Tambura und Gajda wieder aufleben gelassen. Bei Rostuše befindet sich eines der wichtigsten Kulturdenkmäler des Landes - das Kloster St. Jovan Bigorski. Die Holzschnitzereien in der Kirche des Klosters sind Meisterwerke der einheimischen Schnitzkunst, die nicht nur Bibelmotive sondern auch die einmalige Flora und Fauna der Region um den Radika Fluss darstellen. Das Kloster bildet auch heutzutage noch ein religiöses Zentrum.
Stadt: Ohrid
Der Ohrid-See liegt mitten im Balkan im Dreiländereck von Mazedonien, Albanien und Griechenland. Der Ohridsee ist ein tektonisch entstandener See und gehört zu den ältesten und tiefsten Seen der Welt. Rund um den See findet man endemische Tier- und Pflanzenarten, d. h. Arten die es nur hier gibt. Die einzigartige Natur und die zahlreichen Kunstschätze an den Ufern des Sees stehen unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes. Der Ohrid-See liegt in dem Tal zwischen den Städten Ohrid und Struga. Er befindet sich 695 m über dem Meeresspiegel und nimmt 394 qkm Fläche ein. Die durchschnittliche Tiefe des Sees ist 164 m, der tiefste Punkt liegt bei 289 Metern, womit der See den siebten Platz in Europa belegt. Drei Gebirgsketten umstehen den See: Mokra Planina (Mokra Gebirge 1.589 m) und Jablanica (1.945 m) auf albanischer Seite und Galicica Planina (Galicica Gebirge 2.255 m) im Osten, auf mazedonischer Seite. In den See fließen zahlreiche Gebirgsflüsse und unterirdische Gewässer. Einige Forscher vertreten deshalb die Meinung, dass das Seewasser einzigartig in der Welt sei. Die Wassertemperatur der verschiedenen Schichten des Sees ist sehr unterschiedlich - von 6°C auf dem Boden des Sees bis 26°C im Sommer an der Wasseroberfläche. Der See beheimatet 17 einheimische Spezies, wovon 10 für die Fischereiindustrie sehr wichtig sind. Die wohl weltweit bekannteste Fischart im See ist die Ohrid-Forelle. Außerdem leben noch Süßwassermuscheln, Krebse und diverse Algenarten im See. Auch die Flora des Sees ist sehr artenreich. Für den Ohrid-See typisch ist die Unterwasserpflanze namens "Hara", die den Seeboden in einer Tiefe von 6 bis 15 m bedeckt.
Die größte Stadt am See ist Ohrid mit seinen prachtvollen byzantinischen Kirchen Sveti Sophia und Sveti Kliment. Ohrid lag einst an der römischen Militärstraße Via Egnatia, die Rom mit Byzanz verband. Aus dieser Zeit stammt auch das antike Theater mit der herrlichen Kulisse des Ohridsees im Hintergrund. Heute finden hier die Ohrider Festspiele statt. Auf einem Felsen über dem See direkt an der Grenze zu Albanien liegt die über 1.000 Jahre alte Kloster Sveti Naum (der Heilige Naum). In dem Kloster wohnt noch ein Mönch. Die zierliche Basilika des Klosters ist ein Kleinod byzantinischer Freskenmalerei. Der größte Teil des Klosters ist zum Hotel umgebaut und hat komfortable Zimmer mit Blick auf den See. Sveti Naum liegt am südlichsten Ende des Ohridsees. Es ist vielleicht die schönste Stelle, um den See und sein täglich wechselndes Farbenspiel zu genießen.
Das Pelister-Massiv, bekannt als Baba-Massiv, befindet sich im südwestlichen Teil der Republik Mazedonien. Bezüglich seiner Fläche (367.462 Quadratkilometer) belegt das Pelister-Gebirge den dreizehnten und bezüglich seiner Höhe den dritten Platz in Mazedonien. Damit ist es auch eins der zehn höchsten Gebirge auf der Balkanhalbinsel. Das Gebirge hat das typische Balkanrelief mit hohen Gipfeln (über 2.000 m) und tiefen Tälern. Der Berg mit dem höchsten Gipfel ist der Pelister (2.601 m), der dem Gebirge seinen Namen gab. Von hier aus kann man den Prespa-See und das Galicica-Gebirge im Westen und die schönen Landschaften im Süden, Richtung Griechenland und Albanien, sehen. Wegen der unberührten Natur, aber auch wegen der besonderen historischen und wissenschaftlichen Bedeutung der Wälder im Pelister-Gebirge wurde dieses 1948 als Nationalpark unter Schutz gestellt. Der Pelister-Nationalpark ist durch vielfältige Reliefformen, die durch sehr langfristige und komplexe Naturprozesse entstanden sind, kennzeichnet. Unter den periglazialen Reliefformen sind die sog. "Steinflüsse" besonders bemerkenswert. Das sind hohe Gebirgshänge, welche wie Flussbecken aussehen die mit Granitblöcken, Quarzschiefern, etc. gefüllt sind. Sie sind vor vielen Jahren durch das Abrutschen vereister Gesteinmassen (dem sog. Glazialprozess) entstanden. Die größten und längsten Steinflüsse befinden sich auf der Nordseite des Gebirgshangs Crvena Stena (Rote Seite) und über dem Kopanki-Gebiet. Einige von ihnen erreichen eine Länge von drei Kilometern. Ein anderes interessantes Phänomen, das auf die gleiche Art und Weise formiert wurde, sind die Steinseen auf der Nordostseite der höheren Teile des Pelister-Gebirges und auf dem Weg zum Berg Stiv. Weitere seltsame Reliefformen, die durch die Vereisung entstanden, sind Steinringe, Steinterrassen und sehr scharfe Felskanten. Die Vereisung hat auch andere Spuren im Pelister-Gebirge hinterlassen: Zwei von den vier Hochgebirgsseen sind Gletscherseen. Die Flora des Pelister-Nationalparks ist wie in den anderen Nationalparks Mazedoniens sehr artenreich. Hier wachsen mehr als 88 Baumarten. Der Buchenwald ist am meisten verbreitet, gefolgt von Kiefer- und Eichenwald. Der Rest ist Mischwald: Kiefer-Tannenwald, Kiefer-Buchenwald, Kiefer-Buchen-Tannenwald, Buchen-Tannenwald und Buchen-Eichenwald. Zur Vegetation des Pelister Nationalparks gehören 21 Pflanzenklassen, acht davon Baumklassen und 13 Grassarten. Von den Baumarten zeichnet sich die Pinie (Pinus peuce) als biologische Besonderheit auf der Balkanhalbinsel aus. Sie ist auch in anderen Gebirgen in Bulgarien, Griechenland und Albanien zu sehen. Die Pinie findet man im Pelister in einer Höhe zwischen 600 und 2.200 m. Der Artenreichtum der Tierwelt im Pelister Nationalpark wird durch 12 Amphibien-, 16 Reptilien-, 130 Vogel- und 37 Säugetierarten repräsentiert. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Bären, Hirschen, Wildkatzen, Steinböcken und den verschiedenen Adlerarten. In den Gebirgsbächen gibt es zwei Forellenarten – die Pelister- und die Pelagonija-Forelle. In den Gebirgsseen Malo Ezero (Kleinsee) und Golemo Ezero (Großsee) leben verschiedene Krebsarten. Nennenswert sind auch die vielen Insekten, die im Park vorkommen. Die Reptilien sind durch eine giftige und zwei ungiftige Schlangenarten sowie durch sechs verschiedene Eidechsenarten vertreten.
Der Große Prespa See ist der zweitgrößte See der Republik Mazedonien. Mit einer Küstenlinie von circa 150 Kilometern bedeckt der auf 853 m über NN gelegene See eine Fläche von knapp 700 Quadratkilometern. In Mazedonien nimmt der See eine Fläche von über 274 qkm ein, der andere Teil des Sees liegt in Albanien und Griechenland. Der Prespa-See ist in seiner größten Ausdehnung 34 km lang und 10 km breit. Die durchschnittliche Tiefe beträgt 18 m, maximal ist der See 54 m tief. Die höchste Oberflächenwassertemperatur liegt zwischen 18ºC im Juni und 24ºC im August. Die Lufttemperatur liegt im Sommer meist bei angenehmen 25 °C bis 30°C. Von den Dörfern am Prespa-See aus fahren Boote zur Insel Golem, die mitten im See liegt. Pelikane, Kormorane und einige andere Wasservögel sind die einzigen Bewohner der Insel. Der Große Prespa-See wird vor allem durch unterirdische Zuflüsse und einige Bäche gespeist und ist durch ein unterirdisches Kluftsystem mit dem 158 Meter tiefer gelegenen Ohrid-See verbunden. Der Große Prespasee bildet das Zentrum des Prespa-Nationalparks, der von den drei Anrainerstaaten gemeinsam gegründet wurde und zu den größten Naturschutzgebieten Europas gehört. Zehntausende Wasservögel aus Skandinavien, dem Baltikum und der Barentssee kommen alljährlich zum Überwintern in das Seengebiet. Der Prespa- und der Ohrid-See sind Naturschutzgebiete im Rahmen der Ramsar-Konvention (die älteste internationale Naturschutzkonvention). Durch geringe Niederschläge und die verstärkte Entnahme von Wasser für die Landwirtschaft und den Haushaltsverbrauch ist der Wasserspiegel des Sees in den letzten Jahren deutlich gesunken. Es werden verstärkte Umweltschutzanstrengungen notwendig sein, um das einzigartige Ökosystem erhalten zu können.
Attraktionen um den Großen Prespa-See sind verschiedene prähistorische Siedlungen (aus der Bronzezeit), orthodoxe Kirchen und Einsiedler-Kapellen. Die berühmteste – und sehr sehenswert – ist die Kapelle Sankt Maria auf einer Insel im Großen Prespa-See. Die orthodoxen Einrichtungen stammen aus byzantinischer und postbyzantinischer Zeit - Ohrid war damals ein Zentrum des orthodox-katholischen Glaubens.
4.3 Welterbestätten
Stadt und See von Ohrid mit ihrer Umgebung (K/N/1979; 1980 erweitert)
Die Stadt wurde in der Antike als Lychnidos gegründet. Sie lag an der Via Egnatia, die den Adriahafen Dyrrachion (heute Durrës in Albanien) mit Byzanz verband. Archäologische Funde (z. B. die Polyconhous Basilica aus dem fünften Jahrhundert) bezeugen die frühe Annahme des Christentums. Bischöfe aus Lychnidos waren auf mehreren ökumenischen Konzilien zugegen.
Seit dem Jahr 879 ist der Name Ohrid belegt. Um die erste Jahrtausendwende war Ohrid kurze Zeit die Hauptstadt des makedonischen Reiches. Über der Stadt thront die Ruine der Festung des Zaren Samuil. Als Bischofsstadt war Ohrid im Mittelalter ein bedeutendes kulturelles Zentrum des makedonischen Reiches, wovon noch heute zahlreiche Kirchen- und Klostergebäude zeugen. In den Klöstern um Ohrid entstanden seit dem neunten Jahrhundert zahlreiche religiöse Handschriften. Sie stehen am Beginn der altkirchenslawischen Schriftkultur.
Zur Zeit der Osmanenherrschaft bestand bis ins 18. Jahrhundert ein Patriarchat, das für einen Großteil der orthodoxen Christen auf dem Balkan zuständig war.
Neben den gut erhaltenen orthodoxen Kirchen und Klöstern mit ihrer Architektur und ihren Kunstschätzen prägen die Bürgerhäuser mit ihrer typischen Balkanarchitektur das Stadtbild. – Zur weiteren Beschreibung des Ohrid- und des Prespasees und der Nationalparks siehe oben.

