Montenegro
1.1 Landeskennzeichen
1.2 Internationale Telefon-Vorwahl
1.3 Allgemeine Informationen
1.4 Informationen zum Staatsaufbau
1.5 Einreise- und Zollbestimmungen
1.6 Währung und Geldwechsel
1.7 Gesundheit
1.8 Botschaften und Konsulate
1.9 Wichtige Telefonnummern
2.1 Tourismus
2.2 Tourismus-Informationen
2.3 Links zum Thema Tourismus
2.4 Verkehr
2.5 Unterkünfte
2.6 Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken
2.7 Links: Weitere Informationen
3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik
3.2 Jugendschutz, kinder- und jugendrelevante Gesetze, altersbezogene gesetzliche Bestimmungen
3.3 Weitere Informationen
3.4 Schulsystem und Bildungswesen
4.1 Natur und Umwelt
4.2 Großschutzgebiete
4.3 Welterbestätten
1. Übersicht
1.1 Landeskennzeichen: MON
1.2 Internationale Telefon-Vorwahl: +382
1.3 Allgemeine Informationen
Ländername: Republik Montenegro (Montenegrinisch: Republika Crna Gora, Република Црна Гора)
Fläche: 13.812 km2
Einwohner: ca. 630.000 (ca. 43,16 % Montenegriner, ca. 31,99 % Serben, ca. 7,77 % Bosniaken, ca. 5,03% Albaner, ca. 3,97 % Slawische Muslime, ca. 1,1 % Kroaten, ca. 0,42 % Roma und Sinti, ca. 6,56 % andere Ethnien)
Hauptstadt: Podgorica, (Kyrillisch: Подгорица) (ca. 136.000 Einwohner)
Weitere wichtige Städte: Nikšić (Kyrillisch: Никшић) (ca. 58.000 Einwohner), Pljevlja (Kyrillisch: Пљевља) (ca. 21.000 Einwohner), Bijelo Polje (Kyrillisch: Бијело Поље) (ca. 16.000 Einwohner), Cetinje (Kyrillisch: Цетиње) (ca. 15.000 Einwohner)
Religionen: Serbisch-Orthodoxe (ca. 75 %), Katholiken (ca. 3,5 %), Muslime (ca. 15 %), Konfessionslose (ca. 6,5 %)
Amtssprache: Serbisch/Montenegrinisch (geschrieben sowohl in lateinischer als auch in kyrillischer Schrift), daneben die Sprachen der Minderheiten (insbes. Albanisch)
Währung: Euro
Geographische Lage: Montenegro liegt in Südosteuropa im Westen des Balkan zwischen Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien und Albanien. Es ist ein Anrainerstaat des Mittelmeeres.
1.4 Informationen zum Staatsaufbau
1.5 Einreise- und Zollbestimmungen
Für die Einreise nach Montenegro besteht für deutsche Staatsangehörige Passpflicht. Der Reisepass muss mindestens für die geplante Aufenthaltsdauer gültig sein. Da ein visumsfreier Aufenthalt bis zu 90 Tagen zulässig ist, gehen die montenegrinischen Grenzbehörden erfahrungsgemäss davon aus, dass auch die Gültigkeitsdauer des Reisepasses mindestens 90 Tage betragen muss. Bundespersonalausweise werden nicht anerkannt.
Die Einreise in die Republik Montenegro ist unabhängig vom Aufenthaltszweck bis zu einer Dauer von 90 Tagen visumsfrei. Bei einem Aufenthalt von mehr als 90 Tagen muss im Lande eine Aufenthaltsgenehmigung beantragt werden.
Personen, die neben der deutschen auch die montenegrinische Staatsangehörigkeit besitzen, werden von den montenegrinischen Behörden ausschließlich als eigene Staatsangehörige betrachtet und sind verpflichtet, bei der Ein- und Ausreise montenegrinische Reisedokumente zu benutzen.
Ausländer müssen sich in Montenegro innerhalb von 24 Stunden am Ort des Aufenthaltes polizeilich anmelden. Verstöße gegen die Meldepflicht werden unter Umständen streng geahndet. Bei Unterkunft in einem Hotel wird die Anmeldung von diesem übernommen.
Der Kinderausweis wird zur Einreise nach Montenegro uneingeschränkt anerkannt.
1.6 Währung und Geldwechsel
Offizielles Zahlungsmittel in Montenegro ist der Euro: 1 Euro = 100 Cent
In einigen Banken können Traveller-Schecks eingelöst werden. Generell werden gegenwärtig Kreditkarten (Euro/Mastercard, Visa, American Express, Diners) und Euroschecks zur Zahlung allerdings nur vereinzelt akzeptiert.
1.7 Gesundheit
Empfohlene Impfungen
Es wird eine Schutzimpfung gegen Frühjahr-Sommer-Meningo-Encephalitis (FSME) empfohlen. Außerdem besteht ein Übertragungsrisiko von Borreliose/Lymekrankheit durch Zeckenbisse v. a. in Gräsern, Sträuchern und im Unterholz. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.
Eine medizinische Versorgung nach deutschem Standard ist in Montenegro nicht immer gewährleistet. Auch Krankenhäuser verfügen nicht immer über adäquate Ausstattung und sind mitunter nicht in der Lage, Patienten mit bestimmten Krankheitsbildern angemessen medizinisch zu versorgen. Die Hygiene lässt im Allgemeinen zu wünschen übrig. Eine kostenlose Behandlung auf Auslandskrankenschein/Patientenkarte ist nicht möglich. Bei Wanderungen in der Natur und im Hinterland ist der Hinweis angebracht, dass es in der warmen Jahreszeit in vielen Gegenden Montenegros zahlreiche, zum Teil giftige Schlangenarten gibt. In felsigen Gegenden und im hohen Gras sind daher große Vorsicht angebracht.
1.8 Botschaften und Konsulate
Adresse: Dessauer Straße 28/29, 2. Etage, 10963 Berlin
Telefon: (030) 25291996
Fax: (030) 25292334
E-Mail: -
Adresse: Herzegovacka 10, 81000 Podgorica
Telefon: (00381 81) 66 72 85
Fax: (00381 81) 66 72 85
E-Mail: wd1we1wu1wt1ws1wc1wh1we1w.1wb1wo1wt1ws1wc1wh1wa1wf1wt1w@1wc1wg1w.1wy1wu1
1.9 Wichtige Telefonnummern
Telefonauskunft: 988, Uhrzeit: 95
Landesvorwahl von Deutschland nach Montenegro: +382
Landesvorwahl von Montenegro nach Deutschland: 9949
Nutzbarkeit deutsche Mobiltelefone
GSM 900/1800 Mobilfunknetz. Hauptanbieter die auch mit den meisten deutschen Anbietern Roaming-Verträge haben: ProMonte GSM und T-Mobile Montenegro LLC. Genauere Informationen können unter www.gsmworld.com/roaming/gsminfo/cou_me.shtml abgerufen werden.
2. Reiseinformationen
2.1 Tourismus
Nachdem der Tourismus in Montenegro einige Jahre beinahe gar nicht mehr stattgefunden hat, wird das Land als touristisches Ziel wieder beliebter. So spielt der Tourismus in Montenegro wirtschaftlich auch schon wieder eine entscheidende Rolle. Immerhin 15 % des BIPs werden durch ihn erwirtschaftet. Dem World Travel & Tourism Council (WTTC) zu Folge ist Montenegro seit Jahren das wachstumsstärkste Reiseland weltweit, obwohl es noch lange nicht wieder so gut erschlossen ist , wie vor den jugoslawischen Konflikten.
Montenegro hat viel zu bieten. Die kleine ehemalige Teilrepublik Jugoslawiens weist eine große landschaftliche Vielfalt auf kleinstem Raum auf. Die adriatische Küste mit einigen schönen Stränden ist für den Erholungs- und Sonnenurlaub geeignet. Und historisch Interessierte werden in vielen Ortschaften Spuren der diversen Kulturen finden, die die Geschichte des kleinen Landes geprägt haben.
In den 70er und 80er Jahren war die montenegrinische Adriaküste bereits für viele Reisende aus den deutschsprachigen Ländern ein attraktives Urlausziel. Dabei waren viele nicht nur von der Schönheit des Landes begeistert, sondern auch und vor allem von der großen Gastfreundschaft seiner Menschen. Die kriegerischen Auseinandersetzungen im ehemaligen Jugoslawien haben in den 90er Jahren, von wenigen „Wagemutigen“ abgesehen, die meisten Touristen davon abgehalten in das kleine Land der Schwarzen Berge zu kommen. Und das obwohl Montenegro von direkten Kriegshandlungen verschont geblieben ist. Jetzt, nachdem wieder weitgehend Ruhe auf dem Balkan eingekehrt ist, kommen nun auch die Touristen langsam zurück.
Die meisten Besucher zieht es an die Küste. Ada Bojana ist eine einzigartige Sandinsel an der Mündung des Flusses Bojana in der Adria und eine bekannte Freikörperkultursiedlung. Der große Strand bei Ulcinj besteht aus mehr als dreizehn Kilometern feinsten Sandes. Ulcinj ist das Fremdenverkehrszentrum der südlichen Adria, eine Stadt, die über zweitausend Jahre alt ist. Bar ist eine Hafenstadt, die durch lebhaften Seeverkehr mit Italien verbunden ist und der Endbahnhof der Eisenbahnstrecke, die in nördlicher Richtung nach Podgorica, und weiter nach Belgrad führt. Es folgen zahlreiche Strände und Fremdenverkehrsortschaften mit viel Sonne, sauberem Meer und einer weitgehend unberührten Natur, Sutomore, Canj, Buljarica, Petrovac, Perazica Do, Drobni Pijesak. Budva ist eine weitere Metropole des montenegrinischen Fremdenverkehrs, eine mittelalterliche Stadt mit vielen gewundenen Gassen, die von einer hohen Festungsmauer umschlossen wird. In unmittelbarer Nähe befindet sich Milocer, früher die Sommerresidenz des Königs mit dem „Strand der Königin“, der als einer der schönsten Strände des Mittelmeeres gilt. Sveti Stefan liegt in der Nähe von Budva und ist eine kleine Adria-Insel deren Fläche lediglich 1,46 Hektar umfasst. Bekannt ist Sveti Stefan vor allem für das gleichnamige Fischerdorf, dessen Häuser im klassischen Mittelmeerstiel zu Appartements umgebaut wurden, so dass ein einzigartiger Hotelkomplex entstand. Die Bucht von Kotor bildet im Mittelmeerraum einen einzigartigen Fjord, der sich zu erkunden lohnt. Die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten Altstadt von Kotor macht die Geschichte des Landes wieder lebendig. In der näheren Umgebung von Tivat liegt der einzige internationale Flughafen an der montenegrinischen Küste. Herceg Novi, die Stadt der Sonne, der Blumen und der Kunst ist eine altertümliche Stadt, die auf mehr als sechshundert Jahre Geschichte zurückblicken kann. Hier befindet sich auch das Seebad Igalo, ein Gesundheitszentrum am Mittelmeer. Die montenegrinische Küste ist vom Festland durch hohe und steile Karstgebirge, Rumiaj, Sutorman, Lovcen und Orijen getrennt.
Auch abseits der touristischen Küstenorte findet man viele Spuren der von verschiedenen Kulturen geprägten ereignisreichen Geschichte Montenegros. So scheint auch in der alten Residenzstadt Cetinje die Zeit stehen geblieben zu sein. Hier befindet sich auch das Nationalmuseum, in dem die hoch verehrte Ikone von Philermos ausgestellt wird.
Nur eine Autostunde von der Küste entfernt kann man dann ein ganz anderes Montenegro mit seiner unberührten Natur bereisen. Der Skutarisee hat einen ganz besonderen Flair der Ruhe und das Durmitorgebirge und der dazugehörige Nationalpark laden zu Wanderungen ein. Es gibt viele oft einsam gelegenen Seen und zahlreichen Kulturgüter, die die Völker dem Land gebracht haben, zu entdecken.
Montenegro ist aber nicht nur während der warmen Monate ein geeignetes Reiseziel. Bisher noch kaum bekannt und weitgehend unberührt vom Massentourismus sind die Wintersportzentren. Hier kann man nicht nur Ski fahren, sondern auch wandern und die Natur erleben. Ausländische Besucher vergleichen nach einem Besuch die Skigebiete Montenegros oft mit denen der Schweiz.
Der Osten Montenegros ist touristisch bisher noch kaum erschlossen. Er gilt aber als Geheimtipp, mit der Ortschaft Plav und seinem See als touristischen Höhepunkten.
Um die Attraktivität Montenegros als Reiseziel noch weiter zu erhöhen, wurde in den letzten Jahren viel Geld, insbesondere in die Infrastruktur, investiert. So wurden beispielsweise die beiden internationalen Flughäfen Podgorica und Tivat renoviert und modernisiert.
Der Tunnel „Sozina“, der eine schnellere Verbindung zwischen dem Flughafen Podgorica und der südlichen Küste ermöglicht, wurde fertig gestellt. Dadurch kann die größere Kapazität des Podgorica-Airports optimaler genutzt werden. Der Tunnel „Vrmac“, der die Hafenstadt Kotor mit dem Flughafen Tivat verbindet, wurde rekonstruiert. Außerdem wurde eine Straßenverbindung zwischen Risan an der Bucht von Kotor und Zabljak, dem Hauptort im Durmitorgebirge hergestellt. Diese neue Straße ermöglicht einen einfacheren und schnelleren Weg von der Küste zu den Erholungsgebieten im Durmitorgebirge und zum Tara-Canyon.
2.2 Tourismus-Informationen
In einigen Orten Montenegros sind Tourismusinformationszentren eingerichtet. Manche davon sind in Hotels integriert, aber der Großteil ist in kleinen Büros untergebracht, wie man sie auch aus anderen Ländern kennt.
Touristische - Informations- Telefonnummern: 9797, 9817
Adresse: Herceg Novi, Jova Dabovica 12, Telefon: 088/323 209, Fax: 088/323 619
Adresse: Kotor, Stari grad 328, Telefon: 082/ 325 952, Fax: 082/325 947
Adresse: Tivat, Palih boraca 8, Telefon: 082/ 671 324, Fax: 082/671 323
Adresse: Budva, Njegoseva 28, Telefon: 086/ 402 550, Fax: 086/402 551
Adresse: Bar, Obala 13. jul b. b., Telefon: 085/ 311 633, Fax: 085/312 912
Adresse: Ulcinj, Ul. 26. novembra, Telefon: 085/ 412 595, Fax: 085/412 295
Adresse: Podgorica, Slobode 47, Telefon/Fax:: 081/ 246 698
Adresse: Zabljak, Narodnih heroja 3. Telefon/Fax: 089/ 61 802
Adresse: Kolasin, M. Vegovica 1 (Hotel Bjelasica), Telefon: 081/ 865 885
Adresse: Plav, Carcija bb, Telefon: 087/ 52 888
Adresse: Cetinje, Njegoseva 1 (Hotel Grand), Telefon: 086/ 31 104, 31 108
2.3 Links zum Thema Tourismus
2.4 Verkehr
Alle aktuellen Zugverbindungen kann man sich – auf Wunsch mit allen Zwischenhaltestellen – über die Reiseauskunft der Deutschen Bahn anzeigen lassen (reiseauskunft.bahn.de/bin/query.exe/dn). Zu beachten ist, dass dabei natürlich auch Verbindungen vorgeschlagen werden, bei denen man durch Länder reist, für die ein Visum nötig ist. Man sollte also den Zuglauf beachten. Informationen zu den entsprechenden Ländern finden Sie auf traveleast.eu jeweils unter Punkt 1.5 (Einreise- und Zollbestimmungen).
Direkte Busverbindungen sind keine vorhanden. Eurolines Germany bietet allerdings mit der Linie T31 (Deutschland-Kalabrien) die Möglichkeit von vielen Orten in Deutschland nach Ancona zu kommen. Von dort aus kann man mit dem Schiff übersetzen (s.u.)
Zur Einreise mit dem Auto wird eine gültige grüne Versicherungskarte benötigt. Über folgende Grenzübergänge gelangt man nach Montenegro:
Von Bosnien und Herzegowina aus: Sitnica, Vilusi, Vracenovci, Cepan polje und Metaljika
Montenegro ist auch auf dem Seeweg gut erreichbar. Von Ancona und Bari aus gehen regelmäßig Fähren nach Bar, dass neben Budva, Kotor und Zelenika den Status eines internationalen Seehafen besitzt.
Am bequemsten und schnellsten reist man mit dem Flugzeug nach Montenegro. Ab München erreicht man Tivat in einer Stunde und 20 Minuten, ab Düsseldorf beträgt die Flugzeit ca. zwei Stunden und 15 Minuten. Montenegro Airlines fliegt ganzjährig von Podgorica nach Frankfurt. Während der Sommersaison fliegen Chartermaschinen aus dem deutschsprachigen Raum Tivat an. Der Flugverkehr in Montenegro wird über die beiden internationalen Flughäfen Podgorica und Tivat abgewickelt, Montenegro Airlines unterhält regelmäßige Fluglinien mit: Belgrad, Budapest, Zürich, Frankfurt, Ljubljana, Istanbul, Rom, Paris und Wien. Außerdem wird Montenegro regelmäßig von JAT und Adria Airways angeflogen.
Der Flughafen „Golubovci“ (Podgorica-Airport) liegt 12 km außerhalb Podgoricas. Nach Kolasin sind es 80 km, Zabljak 170 km, Budva 62 km und Bar 65 km. Telefon: 081/ 243 007 und 244 916.
Der Flughafen Tivat liegt 4 km außerhalb Tivats. Nach Budva sind es 20 km, Herceg Novi 20 km, Kotor 4 km, Bar 60 km und Ulcinj 84 km. Telefon: 082/671 337 und 670 930
Wer mit dem eigenen Auto unterwegs ist, sollte Vorsicht walten lassen. „Der Straßenverkehr in Montenegro ist mit weit größeren Risiken behaftet als in Deutschland. Diese ergeben sich aus dem oft schlechten Zustand der Straßen, dem häufig undisziplinierten Fahrverhalten der Verkehrsteilnehmer und der oft unzureichenden Absicherungen am Fahrbahnrand, was im sehr gebirgigen Montenegro mit zahlreichen Schluchten eine große Gefahr darstellt. Zusätzlich ist auch in unübersichtlichen Kurven mit überholenden Fahrzeugen zu rechnen. Eine verhältnismäßig hohe Zahl von Unfallopfern ist die Folge. Bei Reisen in oder durch Montenegro sind nur für den Tunnel Sozina (zwischen Podgorica und Petrovac)und die Autofähren (Bucht von Kotor) Gebühren zu zahlen. Ferner werden geringe Gebühren für die Benutzung einiger Panoramastraßen in Nationalparks verlangt (Lovčen, Durmitor)“(Quelle: www.offroad-reisen.com/REISEN/MONTENEGRO/MTN-Info/MTN-Info_A-Z.htm#VKSM). Der Bahnverkehr in Montenegro beschränkt sich zur Zeit auf die Strecke Bar – Belgrad und deren Abzweige. Allerdings ist auch eine Wiederaufnahme des Personenverkehrs in Richtung Albanien geplant.
2.5 Unterkünfte
Wer nach Montenegro reist, sollte im Hinterkopf haben, dass er in ein Land kommt, das mehr als zehn Jahre praktisch von jeglichen Investitionen abgeschnitten war. Viele der Hotels sind noch renovierungsbedürftig, was bedeutet, dass häufig der Standard westeuropäischer Hotels nicht erreicht wird. Davon sollte man sich jedoch nicht abschrecken lassen. Mittlerweile wurden über 200 größere Hotels nach Europäischem Standard kategorisiert und eine große Anzahl kleinerer Hotels wurde ebenfalls erfasst und kategorisiert.
Außerdem gibt es Alternativen. Wer ein Privatquartier sucht, sollte sich mit der Nationalen Tourismusorganisation in Verbindung setzen oder bei lokalen Reisebüros nachfragen. In der Hochsaison, die von Anfang Juli bis Ende August dauert, ist es in einzelnen Orten fast unmöglich ein Zimmer zu finden. Hier empfiehlt sich immer noch die Buchung über die großen Reiseveranstalter, bei denen ein Montenegro-Urlaub überdies sehr viel preiswerter sein kann, als in einem individuell geschnürten vergleichbaren Paket.
In Montenegro stehen einige Campingplätze zur Verfügung, die allerdings auch, zumindest wenn man eine Reise während der Hauptsaison plant, im Voraus gebucht werden sollten. Eine Liste von Campingplätzen ist im Internet unter www.montenegro-info.com/ Unterpunkt Camping (am linken Bildschirmrand) zu finden.
2.6 Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken
Die Geschäfte sind täglich von 09:00 bis 21:00 Uhr; Lebensmittelgeschäfte von 06:00 bis 21:00 Uhr geöffnet. Während der Sommersaison sind die Geschäfte in Touristenzentren bis 24:00 geöffnet. Zahlung mit Kreditkarten (Diners Club, Visa, Master Card) ist in den meisten Geschäften möglich.
In Podgorica gibt es einige Einkaufsmöglichkeiten. Allerdings ist die Auswahl an Geschäften noch recht übersichtlich. Frische Lebensmittel kann man am besten auf einem der diversen Märkte und Wochenmärkte kaufen, die es auch in kleineren Ortschaften regelmäßig gibt. Souvenirs gibt es in allen Touristenorten entlang der Küste, im Hinterland hingegen ist die Auswahl nicht so groß. Die Qualität der Ware kann sehr stark schwanken. Vergleichen lohnt sich also. Und je stärker ein Ort von Touristen frequentiert wird, uher sind auch die Preise. In diesem Fall ist es also auch ratsam, ein wenig Geduld mitzubringen und sich nicht im ersten Laden des ersten Ortes, den man besucht, komplett mit Waren einzudecken.
Selbstverständlich kann man in Montenegro auch internationale Küche genießen, wie in Pizzerias oder in französische Restaurants, aber die lokale Gastronomie hat so viel zu bieten, dass es eigentlich schade wäre beim „Altbekannten“ zu bleiben. Hier ein kleiner Überblick: Zum Mittagessen gibt es häufig Lammbraten im „Satsch“ gegart, oder Kajmak und Piva, klare Fischsuppe und gekochten Fisch, oder gebratenen Karpfen und geräucherte Ukeleien. Dazu werden gerne lokale Weine wie Vranac oder Krstac gereicht. Als Nachtisch oder für Zwischendurch gibt es den Käsekuchen „Sirnica“, frische Pfirsiche und Wassermelonen. Am Nachmittag entspannt man sich gerne bei einem Niksic-Bier. Und zum Abendessen werden kalte Platten mit Schinken, Ziegenkäse, Tomaten und Löwenzahn serviert. Wer auf einem üppigeren Abendessen besteht, der kann dazu noch Meerbarben aus der Pfanne oder gegrillte Bernsteinmakrelen probieren. Und zum Abschluss genießt man dann einen Traubenschnaps.
Zudem hat in Montenegro jede der verschiedenen Regionen des Landes ihre ganz eigenen kulinarischen Spezialitäten.
Das Dorf Njegusi, das unter dem Gipfel des Berges Lovcen liegt, ist für zahlreiche Spezialitäten bekannt. Landesweit bekannt sind der Schinken, der Käse, „Kastradina“ (getrocknetes Schafsfleisch) und die Wurst aus dem kleinen Bergdorf. Der Njegusi Schinken wird aus Schweinefleisch gemacht. Den besonderen Geschmack und das Aroma verdankt er der Mischung aus Meer- und Bergluft und dem Holz, das zum Räuchern verwendet wird.
Die montenegrinische Küste wiederum wartet mit typisch mediterranen Gerichten auf.
Getreide, Fisch, Oliven, Ziegenkäse und Milch sind typische Bestandteile der Mahlzeiten entlang des Küstenstreifens. Meersfrüchte und die unterschiedlichsten Fischarten werden nach oft traditionellen Rezepten zubereitet. Fisch „na gradele“ zum Beispiel wird auf dem Grill zubereitet. Während des Grillens wird er mit aromatischen Kräutern, meistens mit Rosmarin, bestrichen. Serviert wird er dann schließlich mit einer Marinade aus Knoblauch, Petersilie und Olivenöl, mit Gemüse und Salat als Beilagen. Fisch „leso“ hingegen wird in Wasser gekocht, dem auch Öl, Weinessig, Zwiebeln, Lorbeer und andere Gewürze hinzugefügt werden. Er wird mit Salzkartoffeln und Mangold serviert. Er ist häufig Bestandteil eines traditionellen festlichen Abendessens. Das „Brodetto“ wird aus mehreren Fischsorten (braunem Zackenbarsch, großem Drachenkopf, Muräne, großköpfiger Meeräsche) zubereitet. Als Beilage wird dazu Polenta, eine Speise aus Maismehl, serviert. Eine typische Nachspeise an der Küste ist die „Rozata“, die dem Aussehen nach Pudding ähnelt und aus Eiern, Milch und Karamell zubereitet wird.
Die Spezialitäten aus der Region um den Skutarisee sind Karpfen aus der Pfanne, der zusammen mit Dörrpflaumen, Äpfeln und Quitten zubereitet wird. Oder auch auf Zwiebeln gebackener Karpfen, Aal mit Reis oder Aal am Spieß. Landesweit besonders geschätzt wird der frisch geräucherte Karpfen aus dieser Region. Ein besonderes kulinarisches Erlebnis sind getrockneten Ukeleien, leicht gebraten oder gekocht und als Salat zubereitet.
Dank der saftigen und reichen Weiden der Gebirge Durmitor, Sinjajevina und Bjelasica sind Milchprodukte und Fleisch die Hauptbestandteile in der Küche der Berge des montenegrinischen Nordens. Als geschmacklich besonders hervorragend gelten unter dem „Satsch“ gegartes Lammfleisch, gegrillte oder mit Sauermilch zubereiteten Forellen und verschiedenen Arten Wild. Zu den traditionellen Bergspeisen wie „Kacamak“ und „Cicwara“ wird meist hausgemachte Sauermilch getrunken.
Der „Satsch“ ist eine große, flache Metallglocke, mit dem Brotteig oder Bratfleisch bedeckt werden.Dann wird das Ganze mit Asche und Glut bedeckt. Auf diesem Wege werden die Speisen unter dem „Satsch“ ganz langsam und schonend gegart. Die Restaurants in ganz Montenegro haben diese traditionelle Art des „Backen unter dem Satsch“ übernommen. Das Fleisch bleibt so besonders saftig und die Beilagen, wie zum Beispiel Kartoffeln, nehmen auch ein feines Fleischaroma an.
2.7 Links: Weitere Informationen
3. Jugendarbeit
3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik
Da der souveräne Staat Montenegro erst seit kurzem besteht, gibt es wenig aktuelle Informationen über eine rein montenegrinische Jugendarbeit zu finden. Alle Quellen behandelten noch Serbien und Montenegro im Zusammenhang.
3.2 Jugendschutz, kinder- und jugendrelevante Gesetze, altersbezogene gesetzliche Bestimmungen
3.3 Weitere Informationen
3.4 Schulsystem und Bildungswesen
Das serbische Schulsystem, das auch in Montenegro noch immer angewandt wird, ist zu großen Teilen vom seiner sozialistischen Vorgängerrepublik geformt worden. Bis heute sind praktisch alle Schulen staatlich geführt. In die achtjährige Pflichtschule, die Primarschule genannt wird und in zwei Abschnitte unterteilt ist, treten die Kinder normalerweise mit sieben Jahren ein. In den ersten vier Jahren werden die Schüler gemeinsam von einem Lehrer unterrichtet, in den zweiten vier Jahren erhalten sie zusätzlich fachspezifischen Unterricht. Nach jeder abgeschlossenen Klasse bekommen sie ein Zeugnis, mit dem sie in die nächsthöhere Klasse versetzt werden. Der Unterricht findet meist auf Serbisch statt, in einigen Regionen wird auch in den Minderheitensprachen unterrichtet.
Um in die anschließende Sekundarschule eintreten zu können, mussten sich Schüler bis vor wenigen Jahren einer Aufnahmeprüfung unterziehen. Heute wird sie durch eine Abschlussprüfung der Primarschule ersetzt. Zur Auswahl stehen neben einigen Kunstschulen, allgemein bildende Gymnasien und berufliche Sekundarschulen. Während die vierjährigen Gymnasien vor allem auf den Hochschulbesuch vorbereiten, werden die Schüler der zwei- bis vierjährigen beruflichen Sekundarschulen zusätzlich zum allgemein bildenden Unterricht in beruflichen Fähig- und Fertigkeiten unterwiesen. Wer die vierjährige Form mit einem hohen Anteil an allgemein bildenden Fächern wählt, erhält ebenfalls einen Abschluss, der zur Aufnahme eines Studiums berechtigt.
Obwohl die Schulpflicht damals in Jugoslawien nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführt wurde, gibt es bis heute eine beträchtliche Zahl von Analphabeten – besonders bei Frauen in ländlichen Gebieten. 1991 wurde sie auf acht Prozent geschätzt. Auch die Schulabbrecherquote ist in manchen Gegenden hoch.
4. Natur und Kultur
4.1 Natur und Umwelt
Im September 1992 hat sich Montenegro in seiner Verfassung zum „Ökologischen Staat“ erklärt. Allerdings hat im Land der Schwarzen Berge die Natur schon seit dem 19. Jh. einen sehr hohen Stellenwert. Ziel dieses „Ökologischen Staates“ ist eine gesunde Interaktion von Mensch und Natur. Wie ein Blick in die Landschaft verrät, ist dies kein besonders leichtes Unterfangen. Denn in den letzten Jahrzehnten wurden doch einige Umweltsünden begangen. Mittlerweile sind in Montenegro vier Nationalparks ausgewiesen: Biogradska Gora, Durmitor, Lovcen und der Skutarisee. Diese nehmen sieben Prozent der Landesfläche ein.
Montenegro befindet sich an der westlichen Adriaküste. Zwischen den zwei am weitesten von einander entfernten Punkte des Landes liegen 190 km Luftlinie. Montenegro umfasst eine Fläche von 13.812 km². Es ist zugleich ein Küsten-, Kontinental- und Gebirgsland. Montenegro befindet sich in einem Bereich der sowohl von subtropischem als auch subpolarem Klima beeinflusst wird. Über Montenegro trifft die Luft, die aus Afrika in Richtung Norden vordringt auf die Polarluft, die in südlicher Richtung vordringt. Dementsprechend liegen in dem kleinen Land vier verschiedene Klimaregionen mit einer entsprechenden Anzahl an Übergangsgebieten. An der adriatischen Küste ist das Klima mediterran, im Landesinnern gemäßigt kontinental und in den Bergen gibt es lange Winter mit viel Schnee. Im Sommer liegt die Durchschnitts-Lufttemperatur bei 27,4 °C. In dieser Zeit erreicht das Meer eine Höchsttemperatur von 27,1 °C.
Die stark gegliederte Küstelinie ist 293,5 km lang und die 117 Strände besitzen eine Gesamtlänge von 73 km. In der Südadria wurden 116 Fischarten und eine Vielzahl von Krebsen und Muscheln nachgewiesen.
Das Karstgebiet sieht so aus als wenn es direkt aus dem Meer herausgewachsen wäre. Es stellt ein schwer überwindbares natürliches Hindernis zwischen der Küste und dem Festland dar. Die Serpentinen von Kotor, Risan und Petrovac führen in die Bergschluchten. Dahinter erstreckt sich ein weites Karstgebiet mit Mulden, Talsenken, nackten Felsen und kalkigen Felsenriffen. In der Mitte dieses Gebietes befindet sich der Nationalpark Lovcen. Über diesem thront der Berg Lovcen, dem der Park seinen Namen verdankt. Er ist das Symbol Montenegros und an seiner Spitze befindet sich das „Njegoš-Mausoleum“. Das Denkmal, welches dem großen Dichter, Philosophen und Herrscher Montenegros im 19. Jahrhundert gewidmet ist.
In Zentralmontenegro befindet sich die Ebene von Zeta und Bjelopavlici, das größte und fruchtbarste Gebiet Montenegros. Die Ebene von Zeta ist das in Montenegro am dichtesten besiedelte Gebiet. Hier befindet sich auch die zwei größten Städte, Podgorica, die Hauptstadt Montenegros und Niksic. Das Schmuckstück dieser Region ist der Nationalpark „Skadarsko Jezero“ (Skutarisee) mit einer Fläche von 40.000 Hektar und dem größten See auf dem Balkan. „Skadarsko Jezero“ ist vom Meer durch den sieben Kilometer breiten Berg Rumija getrennt. Im See befinden sich zahlreiche Inseln und Halbinseln mit Ruinen (Zabljak, Lesendro, Grnozur), die von einer stürmischen Geschichte zeugen. Im See leben vierzig Fischarten, von denen einige (Skadarkarpfen und Ukleva) endemisch sind, dass heißt sie kommen nur in diesem Gewässer vor. Des Weiteren wurde knapp 270 Vogelarten gezählt. Hier haben auch Pelikane ihren letzten Zufluchtsort in Europa.
Aus der Ebene steigt das Bergrelief Montenegros steil in die Höhe. Wenn man im Sommer die tropische Hitze von Podgorica in nördlicher Richtung verlässt, erreicht man bereits nach einer viertelstündigen Fahrt Gebiete in denen Kontinental- bzw. Gebirgsklima herrscht. Der Weg führt durch die Schlucht von Platije auf dessen Grund sich der Fluss Moraca schlängelt direkt in die Berge. Der nördliche Teil Montenegros ist das Gebiet der hohen Gebirge (Durmitor, Vojnik, Maganik). Der nordöstliche Teil ist eine sandig-karstige Region, in der ebenfalls hohen Berge (Bjelasica, Komovi, Visitor) liegen. Dort befinden sich auch die zwei übrigen Nationalparks des Landes, „Biogradska Gora“ und „Durmitor“.
4.2 Großschutzgebiete
Der 39.000 ha große Nationalpark im Norden des Landes gehört seit 1980 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Er umfasst das Bergmassiv Durmitor, die Hochebene Jezera und das Gebirge Piva, die Schlucht des Flusses Susica und einen Teil der Schlucht des Flusses Tara. Weite Almen ziehen sich in sanften Wellen durch die Hochtäler. Die Felsen der Berge sehen teilweise wie ein Stück gefaltetes Papier aus, deutliche Spuren der Jahrmillionen lang wirkenden tektonischen Kräfte. 48 der Gipfel des zum Gebirgszug der Dinariden gehörenden Bergmassivs sind über 2.000 m hoch. Der höchste Gipfel ist mit 2.522 m der Bobotov Kuk, der zugleich auch die höchste Erhebung des gesamten Landes ist. Im Winter ein beliebtes Wintersportgebiet, wird der Durmitor im Sommer vor allem zum Wandern und Bergsteigen besucht. Der Fluss Tara mit seinen einhundertfünfzig Kilometern ist der längste Gebirgsfluss in Montenegro. Seine Schlucht ist ungefähr achtzig Kilometer lang und erreicht eine Tiefe von bis zu 1.300 m. Damit ist sie die zweittiefste und zweitlängste Schlucht der Welt nach dem „Grand Canyon“ in Amerika. Die Fahrt mit dem Floß durch die unberührte Natur der Schlucht gilt als ganz besonderes Erlebnis. 16 Seen liegen in die Karstlandschaft eingebettet. Der größte ist der „Crno Jezero“ (Schwarze See), der zwei Kilometer außerhalb von Zabljak, dem Hauptort der Region, liegt.
Nationalpark Biogradska gora
Nach dem Yellowstone-Nationalpark in den USA ist der schon 1872 vom montenegrinischen König Nikola ausgerufene Park der zweitälteste Nationalpark der Welt und gleichzeitig einer der drei letzten Urwälder Europas mit typischer Urwaldvegetation. Der Nationalpark umfasst 5.400 ha um den Berg Bjelasica zwischen den Flüssen Tara und Lim und liegt etwas nördlich von Kolasin. Viele Bäume sind über 500 Jahre alt. Die Tannen erreichen eine Höhe von fünfzig Metern. Steinadler und Auerhühner sowie weitere 150 Vogelarten sind ebenso im Nationalpark zu Hause wie Hirsche, Rehe, Gämsen, Bären, Wölfe, Wildschweine, Füchse, Hasen und Fischotter. Im Park wurden auch 350 Insektenarten identifiziert. Der bekannteste und größte See der Region ist der Biograder See („Biogradsko Jezero“), der auf 1.094 m über dem Meeresspiegel liegt.
Nationalpark Skadarsko Jezero
Der Skutarisee („Skadarsko Jezero“) ist der größte See der Balkanhalbinsel. Der See liegt im Grenzgebiet zwischen Albanien, zu dem etwa zwei Drittel der Fläche gehören, und Montenegro. Nach Südosten ist er durch ein bis zu 1.600 m hohes Gebirge (Rumija) von der nur 20 km entfernt liegenden Adria getrennt, während sich an der Nordostseite ein weit gedehntes, teilweise versumpftes Flachland anschließt. Der Wasserstand des Skutarisees schwankt sehr stark. Je nach Jahreszeit um bis zu 5 m. Anders als der tektonisch angelegte und geologisch alte Ohridsee ist der Skutarisee geologisch sehr jung. Seine heutige Form hat er mehr oder weniger erst innerhalb der letzten 18.000 Jahre bekommen. Der Nationalpark Skutarisee wurde erst 1983 ausgewiesen und ist damit der jüngste Nationalpark Montenegros. Er umfasst eine Fläche von 40.000 ha. 1996 wurde er in die internationale Ramsar-Liste schützenswerter Feuchtgebiete aufgenommen.
Für Ornithologen ist der Skutarisee eines der wichtigsten Vogelschutzgebiete, für Angler einer der besten Fischgründe, für Ingenieure eines der größten Frischwasserreservoire des Balkans und für Naturliebhaber einfach ein besonderes Erlebnis. Kegelförmige Berge scheinen aus dem Wasser zu wachsen, tausende weißer und gelber Seerosen bedecken die Oberfläche des Sees und die Lichtstimmungen wechseln von Stunde zu Stunde. Rund 50 kleine Inseln, teils mit vergessenen Ruinen von Klöstern, Kirchen und Gefängnissen, liegen über den See verteilt.
39 Fisch- und 264 Vogelarten wurden auf dem Gebiet des Parks nachgewiesen. Der See gilt als einer der letzten Zufluchtsorte für Pelikane. Eine hydrogeologische Besonderheit sind die Grundquellen, die bis zu 60 m unter der Wasseroberfläche entspringen. Damit liegen sie weit unter Meeresniveau. Die mittlere Tiefe des Sees beträgt nur sechs Meter.
Der Lovćen -Nationalpark umfasst auf 6.220 ha sehr unterschiedliche Landschaftstypen des Mittelgebirges rund um die Gipfel „Stirovnik“ (1.749 m) and „Jezerski Vrh“ (1.657 m) an der Grenze zwischen adriatischer Küste und dem Binnenland. Die nächsten Städte sind Kotor, Budva und Cetinje. Unter den Nationalparks Montenegros nimmt der Nationalpark Lovćen eine Sonderstellung ein. Hier steht nicht die Natur im Mittelpunkt, sondern die Kulturgeschichte: Auf dem Gipfel „Jezerski Vrh“ steht das Njegoš-Mausoleum des kroatischen Bildhauers Ivan Meštrović, das 1970 bis 1974 erbaut wurde. Petar II. Petrović Njegoš, der berühmteste Regent und Poet des Landes ließ auf dem Gipfel 1845 eine Grabkapelle errichten. Er hatte schon auf dem Sterbebett verfügt, dass er dort beigesetzt werden wolle. Als heiligem Berg der Montenegriner kommt dem „Jezerski Vrh“ eine hohe symbolische Bedeutung zu. Die Gipfel des Lovcen sind von überall im Lande zu sehen. Für den Besucher ist jedoch nicht nur das Mausoleum und die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt beeindruckend. Der Blick über das karstige Relief rund um die Gipfel, das von Gletschereinwirkung geprägt ist, erzählt auch viel vom Leben in diesen Bergen. Häuser und Hütten liegen wie mit dem Würfelbecher verstreut und kleine, runde Felder sind dort angelegt, wo Kalkauswaschungen in den Felsen eine landwirtschaftliche Nutzung erlauben.
4.3 Welterbestätten
Bucht und Region von Kotor (K/1979)
Das fast 2.000 Jahre alte Kotor ist berühmt für seine mittelalterliche Altstadt. Zu den bekannten Bauwerken gehört die St. Tryphonius-Kathedrale („Sveti Tripun“), in der die Reliquien des Schutzpatrons der Stadt, des heiligen Tryphon, aufbewahrt werden. Der älteste Teil der Kirche stammt von 1166, wobei die prägende Stirnseite mit den Türmen nach dem Erdbeben von 1667 neu gebaut wurde. Weitere Bauwerke sind die einschiffige romanische St. Lukaskirche (1195), die im 17. Jahrhundert an die orthodoxe Kirche ging, und der Uhrturm im Renaissance-Stil (1602) beim Hauptplatz der Altstadt. Unter venezianischer Herrschaft wurden im 15. bis 18. Jahrhundert einige Paläste errichtet, die noch heute das Stadtbild prägen. An den Hängen der Bucht von Kotor erstrecken sich über 4,5 Kilometer die bis zu 15 Meter breiten und 20 Meter hohen Verteidigungsanlagen bis in eine Höhe von 260 Metern auf dem Berg San Giovanni.
Nationalpark Durmitor (N/1980)
Beschreibung siehe oben

