Moldawien/Moldau

1. Übersicht

1.1 Landeskennzeichen
1.2 Internationale Telefon-Vorwahl
1.3 Allgemeine Informationen
1.4 Informationen zum Staatsaufbau
1.5 Einreise- und Zollbestimmungen
1.6 Währung und Geldwechsel
1.7 Gesundheit
1.8 Botschaften und Konsulate
1.9 Wichtige Telefonnummern

2. Reiseinformationen

2.1 Tourismus
2.2 Tourismus-Informationen
2.3 Links zum Thema Tourismus
2.4 Verkehr
2.5 Unterkünfte
2.6 Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken
2.7 Links: Weitere Informationen

3. Jugendarbeit

3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik
3.2 Jugendschutz, kinder- und jugendrelevante Gesetze, altersbezogene gesetzliche Bestimmungen
3.3 Weitere Informationen
3.4 Schulsystem und Bildungswesen

4. Natur und Kultur

4.1 Natur und Umwelt
4.2 Großschutzgebiete
4.3 Welterbestätten

 


 

 

1. Übersicht

 

1.1 Landeskennzeichen: MD

 

1.2 Internationale Telefon-Vorwahl: +373

 

1.3 Allgemeine Informationen

 

Ländername: Moldawien/Republik Moldau (Moldawisch: Republica Moldova)
Fläche: 33.700 km²
Einwohner: ca. 3.816 Millionen (ca. 75 % Moldauer, ca. 8,4 % ukrainischer, ca. 5,9 % russischer und ca. 1,9 % bulgarischer Abstammung, ca. 4,4 % Gagausen, ca. 2,2 % bezeichnen sich als Rumänen, daneben 1,0% jüdische und deutschstämmige Minoritäten, ca. 1,2 % andere Ethnien)
Hauptstadt: Chisinau (Deutsch ausgesprochen: Kischinau) (Moldawisch: Chişinåu) (ca. 624.000 Einwohner)
Weitere wichtige Städte: Tiraspol (ca. 158.000 Einwohner), Bălţi (ca. 123.000 Einwohner), Tighina (ca. 97.000 Einwohner), Rîbniţa (ca. 54.000 Einwohner)
Religionen: Moldawisch-Orthodoxe, Orthodoxe Kirche Bessarabiens, Ukrainisch-Orthodoxe, Russisch-Orthodoxe, religiöse Minderheiten bilden die römisch-katholische Kirche (ca. 20.000 Mitglieder) und die Zeugen Jehovas (ca. 18.000 Mitglieder)
Amtssprache: Moldawisch/Moldauisch (Rumänisch), russisch ist immer noch die meistgesprochene Sprache, daneben wird auch noch häufig Ukrainisch und Gagausisch (eine Turksprache) gesprochen.
Währung: 1 Moldau-Leu (Pl. Lei) (MDL) = 100 Bani
Geographische Lage: Moldau ist ein Binnenstaat in Osteuropa. Er grenzt im Westen an Rumänien und wird im Norden, Osten und Süden von der Ukraine umschlossen.

 

1.4 Informationen zum Staatsaufbau

 

Parlamentarische Demokratie/Republik

 

1.5 Einreise- und Zollbestimmungen

 

Die Visumpflicht für deutsche Staatsangehörige besteht seit dem 01.01.2007 nicht mehr. Die Einreise kann nur mit gültigem Reisepass, nicht mit Personalausweis, erfolgen.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Aktuelle Informationen sind bei der Botschaft oder einer anderen Auslandsvertretung der Republik Moldau in Deutschland erhältlich.

Reisende sollten nicht über die Grenzübergänge zwischen der Ukraine und dem abtrünnigen Landesteil Transnistrien einreisen. Reisende riskieren, sich illegal in der Republik Moldau aufzuhalten, weil an diesen Grenzübergängen keine Kontrolle durch die moldauischen Behörden erfolgt.

Vor Reisen nach oder durch Transnistrien sollten sich Reisende über die aktuelle politische Lage informieren. Eine konsularische Betreuung durch die Botschaft kann im Landesteil Transnistrien nicht ohne weiteres erfolgen.

Gegenstände des persönlichen Bedarfs dürfen zollfrei eingeführt werden. Devisen müssen deklariert werden; bei der Einreise ist eine entsprechende Erklärung auszufüllen. Die Einfuhr von Waffen aller Art ist verboten. Bei Einreise mit dem eigenen Fahrzeug muss dieses registriert werden.

Bei Reisen durch den Landesteil Transnistrien, der sich außerhalb der Kontrolle der moldauischen Regierung befindet, sollten weder militärische Anlagen noch Industrie- und Verkehrseinrichtungen fotografiert werden.

 

1.6 Währung und Geldwechsel

 

Der Moldauische Leu (Pl. Lei) gilt als offizielles Zahlungsmittel in Moldawien. Die kleinste Einheit ist 1 Ban (b), wobei sich 1 Leu (MDL) in 100 Bani teilt. Nach dem Sturz des Sozialistischen Regimes der Sowjetunion und der Unabhängigkeit der Republik Moldau wurde im November 1993 der Russische Rubel abgeschafft und durch die neue Währung, den Moldauischen Leu, ersetzt. „Leu“ bedeutet im Rumänischen „Löwe“. Die Währung war während der 1990er Jahre starken Wertschwankungen ausgesetzt und wird daher von der moldauischen Bevölkerung nicht sehr geschätzt. Im Laufe der Jahre entwickelte sich eine zunehmende Beliebtheit des US-Dollars. Der US-Dollar gilt in Moldawien als weit verbreitetes, stabiles Zahlungsmittel. Im Normalfall stellt es also kein Problem dar, in Moldawien mit dieser Fremdwährung zu bezahlen, sofern sich die Note in einwandfreiem Zustand befindet. Seit ca. 2005 erfreut sich auch der Euro einer großen Beliebtheit. Da der Euro stärker und stabiler als der US-Dollar ist, gehen immer mehr Leute dazu über, ihre Preise in Euro anzugeben.

Auch die moldauischen Banken genießen kein großes Ansehen. Dieses starke Misstrauen der Bevölkerung macht den US-Dollar und Euro auch als allgemeines Vorsorge- und Sparmittel für die Zukunft beliebt.

Folgende Banknoten befinden sich im Umlauf: 1, 5, 10, 20, 50, 100, 200, 500 und 1000 Lei. Kursmünzen gibt es in Stückelungen zu 1, 5, 10, 25 und 50 Bani.
Am 1.02.07 lag der Wechselkurs bei 1 EUR = 16.7652 MDL

Aktuelle Wechselkurse sind im Internet unter www.oanda.com/convert/classic einzusehen.

1.7 Gesundheit

 
Empfohlene Impfungen

Leitungswasser ist generell gechlort, abgefülltes Mineralwasser ist jedoch zu empfehlen und überall erhältlich. Fleisch, Geflügel, Obst und Gemüse können in der Regel bedenkenlos verzehrt werden.

Der Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amts empfiehlt, vor Reiseantritt den Impfschutz durch einen Arzt überprüfen zu lassen. Hierbei ist insbesondere auf einen ausreichenden Impfschutz für Polio, Tetanus und Diphtherie und Hepatitis A zu achten. Bei längeren Aufenthalten im Lande, insbesondere von Kindern und Jugendlichen sollte auch ein Impfschutz gegen Hepatitis B in Erwägung gezogen werden. Bei Aufenthalt auf dem Lande und unter einfachen Lebensbedingungen ist eine Schutzimpfung gegen Typhus empfehlenswert. Ebenso empfiehlt sich wegen der zahlreichen streunenden Hunde eine Impfung gegen Tollwut.

Landesweit besteht das Übertragungsrisiko von Borreliose/Lymekrankheit durch Zecken v. a. in Gräsern, Sträuchern und im Unterholz. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel. Für die Reisezeit März/April bis Oktober/November wird eine Schutzimpfung gegen Frühjahr-Sommer-Meningo-Encephalitis (FSME) empfohlen. Für Risikogruppen und bei Langzeitaufenthalten wird generell eine vorherige Schutzimpfung nach ärztlicher Beratung empfohlen.

 
Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung in Moldawien ist insbesondere auf dem Land, gelinde gesagt, dürftig. Es gibt Bereiche, in denen nicht mal eine Grundversorgung vorhanden ist. Generell ist der Standard weit unter dem Mitteleuropas. Man sollte also sehr auf seine Gesundheit achten, gerade wenn man sich außerhalb des Einzugsbereiches einer größeren Stadt befindet. Im Notfall kann man sich an die Unfallstation in der Suite 401, im 4. Stock des „Hotel National“ in Chisinau wenden. Ein Krankenhaus mit 24-stündiger Ambulanzstation steht ebenfalls zur Verfügung. Alle Behandlungen und Rezepte sind kostenpflichtig. Wer auf Medikamente angewiesen ist, sollte eine Reiseapotheke mitführen. Der Abschluss einer Reisekrankenversicherung sowie einer Reiserückholversicherung wird dringend empfohlen.

 

1.8 Botschaften und Konsulate

 

Botschaft der Republik Moldau (Moldawien)
Adresse: Gottlandstraße 16, 10439 Berlin
Telefon:(030) 44 65 29 70
Fax: (030) 44 65 29 72
E-Mail: eoxefxefxeixecxeexe@xebxeoxetxesxecxehxeaxefxetxe-xemxeoxelxedxeaxeuxe.xedxeex

 

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
Adresse: Str. Maria Cibotari 35, 2012 Chisinau, Republica Moldova
Telefon: +373 22 20 06 00 , -01, -02
Fax: +373 22 23 46 80
E-Mail: giwgnwgfwgowg@wgcwghwgiwgswgiwgnwgawguwg.wgdwgiwgpwglwgowg.wgdwgew
Website: www.chisinau.diplo.de

 

Die Adressen sämtlicher Konsulate und der Außenstellen können unter www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laender/Moldau.html bei „Vertretungen Moldau“ und „Deutsche Vertretungen“ abgerufen werden.

 

1.9 Wichtige Telefonnummer

 
Notrufnummern:

Notruf/Rettung: 903 (nur Festnetz) und 112, Feuerwehr: 901 (nur Festnetz), Polizei: 902 (nur Festnetz)
Telefonauskunft: National  src=

2. Reiseinformationen

2.1 Tourismus

 

Bis zu seiner Unabhängigkeit Anfang der 1990er Jahre war Moldawien eine der wohlhabendsten Sowjetrepubliken. Seither hat sich wegen des ungelösten Transnistrien-Konflikts (1992) die wirtschaftliche Lage drastisch verschlechtert. Der durchschnittliche Monatslohn betrug im Februar 2003 gerade einmal 30 Euro, Pensionäre bekommen 12 Euro im Monat. Um die wichtigsten Lebenskosten zu decken, wären mindestens 100 Euro nötig.

Das heißt viele Menschen leben unter der Armutsgrenze und sind darauf angewiesen sich zu gewissen Anteilen selbst zu versorgen. Manche bieten deshalb auch ihre Privaträume als Touristenunterkünfte an. Doch bisher hat Tourismus in Moldawien noch kaum eine Bedeutung. Der noch nicht vollständig zur Ruhe gekommene Konflikt mit Transnistrien lähmt diesen Wirtschaftszweig. Dem Staat stehen nur sehr begrenzt finanzielle Mittel zur Verfügung und die werden häufig an anderen Stellen dringender benötigt, als sie in die Entwicklung des Tourismus zu investieren.
Dabei hätte das Land durchaus Potential. Moldawien ist ein ruhiges, sehr beschauliches Land.

Das Klima ist im Sommer, vor allem zwischen Mai und September, sehr angenehm, doch die Winter können kalt werden. Weite, landwirtschaftlich genutzte Flächen werden immer wieder durch kleine Wälder unterbrochen, dazwischen findet man noch weitere Steppenlandschaften. Das Land war einst fast vollständig mit Laubwald bedeckt, der gegen Süden in Wiesensteppen überging. Doch die hohe Fruchtbarkeit des schwarzen Bodens und die Tatsache, dass man hier acht Monate im Jahr Getreide anbauen kann, hat das Gesicht des Landes entschieden verändert. Mittlerweile ist der Großteil des Waldes abgeholzt.

Moldawien hat eine wechselhafte und reiche Geschichte, dementsprechend gibt es viele historische Gebäude, insbesondere religiöse Bauten, zu entdecken. Und in manchen Regionen Moldawiens versucht man auch, den Tourismus stärker zu fördern. Das wird in „Orhei vechi“, einem alten Kloster, besonders deutlich. Hier ist man dabei, ein neues Hotel an der historischen Stätte zu errichten. Solche Unternehmen basieren häufig noch auf privaten Initiativen, aber in Moldawien muss man wohl erst mal den Weg der kleinen Schritte gehen.

Chisinau, die Hauptstadt von Moldawien wurde im Lauf der letzten Jahrzehnte auch mal „Kischineu“ oder „Kischinjow“ genannt. Die Stadt liegt in einer waldigen Gegend am Ufer des Byk und wurde schon 1466 gegründet. Sie hat einige interessante Museen für Kunst und Geschichte sowie hin und wieder gute Ausstellungen in der Puschkin-Gedenkstätte. Der Dichter lebte ein paar Jahre in Chisinau, als Moldau gerade mal wieder zu Russland gehörte.
Chisinau ist der richtige Standort, um Ausflüge ins Land zu machen – beispielsweise zu den großen Weingütern.

Wein spielt generell eine zentrale wirtschaftliche Rolle in Moldawien und viele Menschen sind der Überzeugung, dass insbesondere der rote moldawische Wein einer der besten der Welt sei. Deshalb gibt es auch Bestrebungen eine Art Weintourismus zu etablieren. Mit einer Unterbringung an einem zentral gelegenen Ort, von dem aus man zu verschiedenen Weingütern reisen könnte, auf denen man dann an Proben teilnähme.

Eine weitere moldawische Großstadt ist Tiraspol. Ihr heutiger Name hat noch immer einen direkten Bezug zur Antike: In der Nähe lag einst eine griechische Kolonie namens Tiras, die bei den Römern dann „Danastris“ hieß. 1791 wurde hier eine Festung namens Srednjaja errichtet, deren Gräben und Wälle erhalten blieben und heute besichtigt werden können. Die Stadt ist, – wie viele, die im 18. Jahrhundert groß wurden – streng schachbrettartig aufgebaut. Aber die Loggien und die hübschen Balkone in den alten Wohnvierteln vermitteln trotzdem ein charmantes Flair.

Tighina ist vor allem für seine Nachbarschaft bekannt: für das südwestlich gelegene Karbuna. Dort machte man Funde aus der Kupferzeit. Sie beweisen, dass Moldawien schon damals Handelsbeziehungen nicht nur ins Donaugebiet, sondern sogar bis zum Mittelmeer hatte.Fast die Hälfte der Fundgegenstände sind Werkzeuge und Schmuckstücke aus Kupfer. Doch auch Gegenstände aus Marmor sind darunter. Die meisten Stücke sind jedoch im Historischen Museum in Chisinau ausgestellt.

Moldawien ist auch für seine Folklore bekannt, die liebevoll gepflegt wird. Auch heute noch gibt es viele „Tarafs“, Musikgruppen, die auf zum Teil seltenen Instrumenten wie dem Tsamabal, einer Art Zimbel, oder dem dudelsackähnlichen Tsimpoispielen.

In der moldawischen Volksmusik wird viel improvisiert. Weitere typische Instrumente sind Violine, Flöte, Akkordeon und Cembalo. Die mehrstimmige Musik in Moldawien zeigt den Einfluss des russischen und ukrainischen Chorgesangs. Ausländische Besucher gelten als Ehrengäste und werden dementsprechend bewirtet.

 

2.2 Tourismus-Informationen

 

Tourismusinformationszentren wie man sie aus anderen Ländern kennt, gibt es in Moldawien nicht, da der Tourismus noch nicht besonders gut entwickelt ist. Informationen über Ausflugsziele und Transportmöglichkeiten können aber bei den lokalen Reisebüros – „Travel Agencies“ – eingeholt werden. Unter www.turism.md/eng/agencies/ gibt es eine Liste der staatlich anerkannten/gemeldeten Reisebüros. Ansonsten kann man sich auch direkt an das Kultur- und Tourismusministerium wenden.

Ministry of Culture and Tourism
Adresse: Piata Marii Adunari 1, MD-2033, mun. Chisinau, Republica Moldova
Telefon: + (373 22) 22 76 20
Fax: + (373 22) 23 23 88
E-Mail: 3cx3ux3lx3tx3ux3rx3ex3@x3tx3ux3rx3ix3sx3mx3.x3mx3dx – für kulturelle Angelegenheiten.
E-Mail: epderdeodemdeode@detdeuderdeidesdemde.demdedd – für touristische Angelegenheiten
Website: www.turism.md/

 

2.3 Links zum Thema Tourismus

 
destinia.com/guide/die-welt/europa/moldavien/1-30004-30149/main/de
www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laender/Moldau.html
www.excite.de/reise/reisefuehrer/europa/moldawien_moldau
www.fernweh.com/travelguide/land_MD_Moldawien+%28Moldau%29.htm
www.turism.md – Staatliche Tourismusagentur – offizielle Webseite für Tourismus in der Republik Moldau (auf: Englisch, Rumänisch, Russisch).
www.railway.md
www.reiserat.de/reisen_welt/gus/moldau/ (Quelle einiger touristischer Informationen auf dieser Seite)
 

2.4 Verkehr

Einreise

 

 

 

1. Bahn:
Alle aktuellen Zugverbindungen kann man sich – auf Wunsch mit allen Zwischenhaltestellen – über die Reiseauskunft der Deutschen Bahn anzeigen lassen (reiseauskunft.bahn.de/bin/query.exe/dn). Zu beachten ist, dass dabei natürlich auch Verbindungen vorgeschlagen werden, bei denen man durch Länder reist, für die ein Visum nötig ist. Man sollte also den Zuglauf beachten. Informationen zu den entsprechenden Ländern finden Sie auf traveleast.eu jeweils unter Punkt 1.5 (Einreise- und Zollbestimmungen).

 

 
2. Bus:
Es gibt regelmäßige Busverbindungen zwischen Chisinau und Bukarest und Kiew sowie nach Rumänien, in die Ukraine und nach Westeuropa.

Die Deutsche Touringbietet u. a. auch EurolinesVerbindungen von Deutschland nach Chisinau an (Deutsche Touring GmbH, Adresse: Am Römerhof 17, D-60486 Frankfurt/M., Telefon: (069) 79 03 50, Fax: (069) 790 32 19, E-Mail: service@deutsche-touring.com, Website: www.deutsche-touring.com).

 
3. Auto:
Es gibt Grenzübergänge von der Ukraine und Rumänien (Grenzstationen: Leuscheni, Sculeni und Giurgiulesti). Die Entfernung zwischen Chisinau und Odessa beträgt 183 km. Der Straßenzustand ist je nach Region sehr unterschiedlich, häufig schlecht und oft nicht beleuchtet. Es kann zu Treibstoffengpässen kommen, deshalb sollte immer ein gefüllter Reservekanister mitgeführt werden. Die Grüne Versicherungskarte wird nicht anerkannt, an der Grenze muss eine kurzzeitige Versicherung abgeschlossen werden.

Mit dem eigenen Fahrzeug durch Moldau reisende Ausländer müssen bei Verkehrskontrollen gelegentlich mit polizeilichen Schikanen rechnen, die auf Zahlung eines Bestechungsgeldes abzielen. Die Höhe der erwarteten Zahlung beläuft sich auf Beträge zwischen 5 und 10 Euro.

 
4. Schiff:
Die Donau (Website: www.danube-river.org) verbindet Moldawien mit den anderen Donau-Ländern.

 

 

 

5. Flugzeug:
Die nationalen Fluggesellschaften sindAir Moldova (9U) (Website: www.airmoldova.md) und Air Moldova International (RM). Air Moldova fliegt von Frankfurt nach Chisinau. Moldovian Airlines(Website: www.mdv.md), Transaero (Website: www.transaero.ru),Tarom (Website: www.tarom.de) und Tyrolean Airlinesbieten regelmäßige Flüge nach Moldawien an. Außerdem besteht reger Charterflugverkehr von Deutschland, Frankreich, Rumänien, der Türkei, den ehemaligen Mitgliedsstaaten der Sowjetunion, den Niederlanden, Ungarn und Israel nach Moldawien.
Internationaler Flughafen:

Der Flughafen Chisinau International (KIV) liegt 14,5 km von der Innenstadt entfernt. Es bestehen regelmäßige Busverbindung zur Stadt (Fahrzeit ca. 25 Min.). Außerdem ist ein Taxistand vorhanden. Moldova-Tur (Adresse: bd. Shtefan суд Mare, 4 Hotel "National", MD 2001, Chisinau, Moldova; Telefon: (03732) 540301, (03732) 540305; Fax: (03732) 540494, (03732) 272586) bietet nach Voranmeldung auch einen Abholservice an.

 

Fortbewegung innerhalb des Landes

Das Schienennetz umfasst über 1145 km. Tägliche Zugverbindungen gibt es von Chisinau nach Ocnita, Tighina und Ungheni sowie gute Verbindungen in alle Landesteile. Weitere Informationen sind bei Moldova Railways (Website: www.railway.md; Telefon: (02) 25 27 37 oder (2) 25 27 35) erhältlich.

Das Straßennetz umfasst 13.622 km. Busseverkehren zwischen den meisten Ortschaften und Städten. Weitere Informationen sind am Hauptbusbahnhof von Chisinau (Telefon: (02) 54 21 85) oder am Südost-Busbahnhof (Telefon: (02) 72 39 83) erhältlich. Taxis warten meist vor den großen internationalen Hotels (in Chisinau) oder können unter den Rufnummern 900 bzw. 905-8 bestellt werden. Fahrpreise sollten im Voraus vereinbart werden. Mietwagen werden von Moldova-Tur (Adresse: bd. Shtefan суд Mare, 4 Hotel "National", MD 2001, Chisinau, Moldova; Telefon: (03732) 540301, (03732) 540305; Fax: (03732) 540494, (03732) 272586) wahlweise mit oder ohne Fahrer vermittelt. Die Berechnung erfolgt entweder per Kilometer oder tageweise. Avis hat eine Niederlassung in Chisinau. Über einige Hotels können Mietwagen auch mit englischsprachigem Chauffeur gemietet werden. Notwendige Unterlagen:Internationaler Führerschein, die Grüne Versicherungskarte wird nicht anerkannt, es muss eine kurzzeitige Versicherung abgeschlossen werden.

Im Stadtverkehr benutzt man am besten die öffentlichen Verkehrsmittel, anstatt sich selbst ins Getümmel zu stürzen. Busse, Oberleitungsbusse und Minibusse sind sehr preiswert, aber leider meist überfüllt und unzuverlässig. Die Busse verkehren normalerweise im 15-Minutentakt zwischen 05.00 und 24.00 Uhr. Tickets sind im Kiosk oder beim Fahrer erhältlich. Tickets für Minibusse sind beim Fahrer erhältlich. Taxis stehen vor Hotels, Restaurants und auf Parkplätzen. Die Taxis können auch telefonisch unter Telefon: 1400, 1405, 1406, 1407 oder 1408 bestellt werden.

2.5 Unterkünfte

 

Es gibt einige gute Hotels in Chisinau, die meist in der Nähe des Bahnhofes oder des Stadtzentrums liegen. Aber auch in einigen anderen Städten findet man Hotels. Die Qualität der Unterbringung kann sehr schwanken. Man sollte sich also am besten erst ein Bild machen bevor man sich irgendwo ein Zimmer nimmt. Ansonsten kann man auf kleine Pensionen zurückgreifen oder sich in Privatunterkünften einmieten. Die Preise sind für westeuropäische Standards meist sehr günstig (ab 3 Euro pro Person und Nacht). Das Angebot ist bisher noch relativ übersichtlich und bedauerlicherweise überwiegend auf Moldawisch, was die Suche erschwert. der Tourismus in Moldawien befindet sich nun einmal erst im Aufbau.

2.6 Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken

 
Einkaufsmöglichkeiten

In Moldawien gibt es kaum Möglichkeiten großartig shoppen zu gehen. In den großen Städten wird man ein paar interessante Läden finden, aber die Auswahl ist ziemlich begrenzt. Schaut man sich den durchschnittlichen Pro-Kopf-Verdienst in Moldawien an, ist dies auch nicht weiter verwunderlich. Die meisten Leute sind froh, wenn sie sich genug Nahrungsmittel leisten können, da bleibt kein Geld für Mode oder ähnliches. Wenn man ein paar schöne Mitbringsel sucht, könnte man aber bei dem einen oder anderen Kunsthandwerker oder Winzer fündig werden. Denn die Moldawier sind für ihre schönen, handgefertigten Trachten und Teppiche bekannt. Und auch ihre Weine oder Branntweine genießen einen immer besser werdenden Ruf.

 
Moldawische Gastronomie

In der moldawischen Küche spielen vor allem Milchprodukte eine zentrale Rolle. Brânză (Schafskäse), Caşcaval (Käse aus Kuhmilch), Smetana (russische saure Sahne), Tvorog (körniger Frischkäse, der mit Zucker gegessen wird) gehören zum Standard auf jeder Speisekarte. Interessant ist die Art und Weise, wie man hier Mâmâligâ (Polenta, Maisfladen) isst, man tunkt sie erst in zerlassenen Speck, dann in Knoblauch und dann in Schafskäse. Als weitere Spezialitäten zählen Mititeji, das sind kleine Bratwürste mit Zwiebeln und Paprika, Tocana, ein Eintopf mit Schweinegeschnetzeltem, der mit Wassermelonen und Äpfeln gegessen wird und Placinte, gefüllter Blätterteig. Knoblauch, Zwiebeln und Kräuter finden in vielen Gerichten Verwendung. Gemüsesorten die typischerweise zu moldawischen Gerichten gehören sind Auberginen, Paprika, Kohl, Kartoffeln und Tomaten.

In Moldawien gibt es in Restaurants primär zwei „Geschmacksrichtungen“ – die einen bieten traditionelle rumänische Küche an, die anderen italienische. Außerdem ist die russische Küche (Pelmeni und Co.) noch relativ häufig anzutreffen. In kleinen Städten sind Restaurants Mangelware, aber in Alimentari (Lebensmittelgeschäft) und auf den Märkten kann man sich selbst versorgen.
Vin (Wein) wird in Moldawien nahezu überall angebaut. Besonders bekannt für den Weinanbau ist Cricova – eine kleine Stadt etwa 15 km nördlich der Hauptstadt. Dort wird der Wein in kilometerlangen Stollen gelagert. Riesling, Gligote und Semilion sind die bekanntesten einheimischen Weißweine, zu den besten Rotweinen zählen moldawischer Cabernet und Bordeaux. Branntwein, z. B. Nistriju oder Doina, wird zum Dessert gereicht. Es wird aber auch einheimisches Bere (Bier) angeboten. Die Marken „Chişinău“, „Vitanta“ und „Premium“ sind weit verbreitet. Letzteres gilt als sehr gut. Wodka, der in Moldawien Rachiu heißt, gibt es natürlich auch in verschiedenen Sorten und Stärken.

 

2.7 Links: Weitere Informationen

 

www.moldova.md - offizielle Website der Republik Moldau ( auf: Rumänisch, Russisch, Englisch).
www.europa-auf-einen-blick.de/moldau/index.php
www.tabibito.de/balkan/moldawien.shtml - Informationen zu Reisen in Moldawien

 

3. Jugendarbeit

3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik

 

In Moldawien wird dem sozialen Sektor nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Das wenige Geld, das die Regierung zur Verfügung hat, wird in andere Zweige investiert. Dementsprechend schlecht ist es auch um die Jugendarbeit bestellt. Eine staatliche Jugendförderung findet eigentlich nicht statt. Selbst die „staatlichen“ Waisenhäuser und Kinderheime sind zu fast 100% von privaten Spenden und Hilfen abhängig. In den Waisenhäusern leben nicht nur „echte“ Waisen, sondern auch viele Kinder die von ihren Eltern abgegeben werden, weil sich diese die Versorgung ihrer Kinder einfach nicht leisten können und keinen anderen Ausweg sehen.

Eigentlich liegt ein Aktionsplan von Moldawien in Zusammenarbeit mit der EU vor, doch spürbare Verbesserungen im Bereich der Sozial- und Jugendarbeit hat es noch nicht gegeben. Die Um- bzw. Beschreibung des Aktionsplans lautet wie folgt:

„Aktionspläne für die Zusammenarbeit mit Nicht-EU-Ländern aufgestellt – Zur Umsetzung der neuen Europäischen Nachbarschaftspolitik (ENP) der Europäischen Union legte die Kommission im Dezember 2004 Aktionspläne für engere Beziehungen zu zunächst sieben dieser „neuen Nachbarn“ vor. Mit ihnen wurde unter anderem die Förderung des Jugendaustauschs verabredet.

Die Aktionspläne, die am 09.12.2004 von der EU-Kommission angenommen wurden, betreffen die Ukraine, Moldawien, Israel, Jordanien, Marokko, Tunesien und die Palästinensische Behörde. Für jedes Land liefert der Aktionsplan eine Agenda für die Zusammenarbeit mit der EU in den kommenden drei bis fünf Jahren. Die Pläne knüpfen an die bestehenden Assoziations- oder Kooperationsabkommen mit den einzelnen Partnern an, lösen diese aber nicht ab. Sie legen individuelle Schwerpunkte und Maßnahmen fest. Für alle Länder, mit denen Aktionspläne aufgestellt wurden, ist damit zu rechnen, dass sie verstärkt in EU-Förderprogramme, vor allem in "JUGEND IN AKTION " einbezogen werden.

Moldawien:

Moldawiens Demokratieprozess und die Entwicklung der Rechtsstaatlichkeit sollen mit den im Aktionsplan festgelegten Maßnahmen gefördert werden. Es ist geplant, das Erziehungs- und Bildungssystem stärker an die Standards der EU-Mitgliedstaaten und damit dem „Bologna-Prozess“ anzulehnen. Daneben ist eine Stärkung des Jugendaustauschs und eine Zusammenarbeit im Bereich nicht-formaler Bildung für Jugendliche geplant. So sollen der interkulturelle Dialog beworben und Jugendaustausch und Kooperation in der nicht-formalen Bildung durch das Programm JUGEND ausgebaut werden.
[Quelle: Europäische Kommission | 21.01.2005]“

Die Jugendarbeit und auch generell die soziale Arbeit muss also primär von privaten Initiativen übernommen werden. Diese gehen hauptsächlich vom Ausland, so auch von Deutschland, aus. Gerade die Finanzierung der Projekte und Initiativen hängt stark von der Unterstützung von außen ab. Als Beispiel sei hier Agapedia angeführt, die ein eigenes Kinderheim in Chisinau betreiben. Außerdem versuchen sie einen mobilen medizinischen Dienst einzurichten. Dieser soll dann zumindest für einen Teil der über 200 Gemeinden die bisher keine medizinische Grundversorgung hatten, zur Verfügung stehen.

Auch die „Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (IJGD)“ engagieren sich durch Vermittlung von Stellen bzw. Arbeitskräften im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes (EVS) in Moldawien.

Des Weiteren bestehen einige kirchlich-religiöse Initiativen, die sich darum bemühen der armen Bevölkerung ein paar Perspektiven aufzuzeigen. So sind z. B. einige Brüder der „Steyler Missionare“ in Moldawien aktiv. Und auch die Heilsarmee engagiert sich sehr stark in Moldawien. So bestehen mittlerweile sechs soziale Einrichtungen dieser Glaubensgemeinschaft, die eine ihrer Kernaufgaben in der Kinder- und Jugendbetreuung sehen.

 

3.2 Jugendschutz, kinder- und jugendrelevante Gesetze, altersbezogene gesetzliche Bestimmungen

 
keine Informationen verfügbar
 

3.3 Weitere Informationen

 
keine Informationen verfügbar
 

3.4 Schulsystem und Bildungswesen

 

In Moldawien besteht von 6 bis 15 Jahren Schulpflicht. Die Grundschule (Primary School) dauert vier Jahre. Die erste Stufe der weiterführenden Schule (Lower Secondary School) dauert 5 Jahre, womit die Schulpflicht endet. Die zweite Stufe der weiterführenden Schule (Upper Secondary School) ist wieder in zwei „Programme“ unterteilt, ein Zweijähriges, das mit dem „Atestat de studi medii de cultură generală“ abgeschlossen wird und für eine berufliche Ausbildung qualifiziert. Und ein dreijähriges „Programm“, das, wenn erfolgreich absolviert, mit dem „Diploma de Bacalaureat“ abgeschlossen wird. Das „Diploma de Bacalaureat“ berechtigt zum Studium an einem „College“, das mit unseren Fachhochschulen gleichzusetzen ist, oder einer der staatlichen Universitäten und Akademien oder einem Institut. Zusätzlich zum „Diploma de Bacalaureat“, das nur eine generelle Zugangsberechtigung repräsentiert, gibt es an einigen Instituten noch kompetitive Eingangstests. Es existieren auch einige private Institute, die eine höhere Ausbildung anbieten.

Das Studium an den „Colleges“ dauert je nach Fachrichtung zwei bis drei Jahre. Die Dauer eines Universitätsstudiums variiert zwischen 4 und 6 Jahren. Beide Studienformen werden mit einem weiteren Diplom abgeschlossen. An ein universitäres Diplomstudium kann dann noch ein Doktorandenstudium angeschlossen werden, das mit dem Doktortitel abgeschlossen wird.

Das Bildungssystem Moldawiens steht in dem Ruf, noch nicht dem europäischen Standard angepasst zu sein und deutlich unter dem Durchschnitt zu liegen. Deshalb gibt es auch Förderabkommen mit der EU (siehe 3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik), die bisher aber noch nicht umgesetzt wurden.

 

4. Natur und Kultur

4.1 Natur und Umwelt

 

Moldawien erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung über 350 km und west-östlich über 150 km und ist mit seiner Gesamtfläche von 33.700 km² eher klein. Der Großteil Moldawiens liegt zwischen den Flüssen Dnjestr (Mold./Rum. Nistru) und Pruth (Mold./Rum. Prut) und damit in der historischen Landschaft Bessarabien. Ein kleinerer Teil des Landes liegt östlich des Dnjestr (Transnistrien). Nominell gehört Transnistrien noch immer zu Moldawien, praktisch jedoch stellt es ein autonomes Gebiet dar. Die Lage gilt derzeit als stabil, birgt aber immer noch ein großes Konfliktpotential.

Moldawien besteht größtenteils aus flachwelliger Landschaft. Trotz der relativ geringen mittleren Höhe des Landes (ca. 147 m), können in den zentralen Landesteilen Moldawiens auch größere Höhenunterschiede auftreten. Höchste Erhebung ist der nahe der Grenze zu Rumänien gelegene Balaneschty mit 430 Metern Höhe. Der Süden von Moldawien wird noch von der Donau- und Schwarzmeerniederung erreicht. Im Norden grenzt das Land an die Podolische Platte der Westukraine. Die längsten Flüsse des Landes sind der Dnjestr und der Pruth. Der Pruth mündet nahe der Südgrenze Moldawiens in die Donau. Die größeren Nebenflüsse (Bîc, Reut, Botna) verlaufen großteils parallel und fließen in den Dnjestr.

Das Klima ist subkontinental mit großen Temperaturunterschieden im Jahresverlauf. Bedingt durch die Einflüsse des Schwarzen Meeres wird der kontinentale Charakter jedoch etwas gemildert. Die mittleren Temperaturen liegen im Januar durchschnittlich bei -3 bis -5 °C und im Juli in den meisten Landesteilen bei über 20 °C. Während der warmen Jahreszeit können die Tageshöchstwerte auch 40 °C übersteigen. Moldawien hat relativ geringe und auch unregelmäßig über das Jahr verteilte Niederschläge. Im Süden sind die Niederschlagsmengen mit einem Jahresdurchschnitt von 350 l/m2 am niedrigsten, in den höher liegenden Gegenden werden die höchsten Werte erzielt, hier können die Niederschläge auch schon mal 600 l/m2 im Jahr übersteigen. Im Süden und Südosten wird das Land künstlich bewässert.

Die dominierenden Vegetationsformen sind Steppe und Waldsteppe. Ungefähr ein Drittel Moldawiens war einmal von Wäldern aus Buchen, Eichen und Hainbuchen bedeckt, die heute nur noch in einigen Gebieten im Zentrum des Landes wachsen. Dieser zentrale Landesteil wird deshalb auch umgangssprachlich als „Codrii“ („die Wälder“) bezeichnet. Wegen der fruchtbaren Schwarzerdeböden wurden weite Bereiche in Kulturland umgewandelt. Das warme, trockene Klima ermöglicht Wein- und Obstanbau in großem Maßstab. Die Fauna des Landes ist vielfältig, obwohl sich die Bestände vieler Tierarten, etwa des Wolfes, dramatisch verringert haben. Zu den bemerkenswerten Raubtieren gehören außerdem Wildkatze, Marderhund, Steppeniltis und Tigeriltis. Osteuropäische Elemente der Nagetierfauna sind Westblindmaus, Ährenmaus, Steppenbirkenmaus, Zwerghamster und Perlziesel.

 

4.2 Großschutzgebiete

 

Moldawien hat bisher keine offiziell ausgewiesenen Nationalparks.

Es gibt jedoch Bestrebungen zumindest einen Nationalpark einzurichten. Seit einigen Jahren schon versucht die Nicht-Regierungs-Organisation „Biotica“ die Regierung davon zu überzeugen einen „Nationalpark Unterer Dnjestr“ auszuweisen. Bisher ist aber nichts in diese Richtung geschehen, da die versprochenen staatlichen Hilfen ausgeblieben sind und die existierende Infrastruktur nicht ausreicht, um das Gebiet ordentlich zu erschließen. Es gibt bisher ein paar Privatunterkünfte, in die man sich einmieten kann. Und ein Gasthaus („Mester Faur“, Adresse: Str Stefan cel Mare 100, Cioburciu; Telefon: +373 (0) 242 35 259), das damit wirbt, Bootstouren zu organisieren, Fahrten in Kunsthandwerkerdörfer anzubieten und Weinproben durchzuführen. Leider fehlt bisher ein englischsprachiges Angebot. Der angestrebte Park soll eine Fläche von ca. 50.000 ha einnehmen. Das Gebiet liegt südöstlich von Chisinau und umfasst den Dnjestr südwärts bis zur ukrainischen Grenze.

In Moldawien existieren bisher fünf wissenschaftliche Reservate, mit einer Gesamtgröße von 19.378 ha, und 30 Naturschutzgebiete die zusammen 22.278 ha groß sind. Außerdem gibt es das „Codru Reserve“, das älteste ausgewiesene Reservat des Landes, das auch den höchsten Publikumszuspruch genießt. In ihm wurden 924 Pflanzen-, 138 Vogel- und 45 Säugetierarten nachgewiesen. Weitere Informationen über Reisen in diese Gebiete können über „Biotica” bezogen werden.

 

4.3 Welterbestätten

 

Struve-Bogen (K//2005)

Mit der Aufnahme des Struve-Bogens verzeichnen gleich zehn Länder einen gemeinsamen Eintrag in der Welterbeliste: Belarus, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, die Republik Moldau, Norwegen, Russland, Schweden und die Ukraine. Der Struve-Bogen ist eine Kette von geodätischen Messstationen von Hammerfest am Nordkap bis Ismail am Schwarzen Meer. In der Welterbeliste repräsentieren 34 der 265 Messstationen das gemeinsame Erbe der beteiligten Länder. Der Astronom Friedrich Georg Wilhelm Struve führte von 1816 bis 1855 die Meridianmessung durch und überbrückte eine Länge von 2820 Kilometern. Die Messung diente der exakten Bestimmung der Größe und Form unseres Planeten und war ein bedeutender Schritt für die Geowissenschaften. Der Struve-Bogen ist ein außergewöhnliches und frühes Beispiel für internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit.