Litauen

 

1. Übersicht

1.1 Landeskennzeichen
1.2 Internationale Telefon-Vorwahl
1.3 Allgemeine Informationen
1.4 Informationen zum Staatsaufbau
1.5 Einreise- und Zollbestimmungen
1.6 Währung und Geldwechsel
1.7 Gesundheit
1.8 Botschaften und Konsulate
1.9 Wichtige Telefonnummern

2. Reiseinformationen

2.1 Tourismus
2.2 Tourismus-Informationen
2.3 Links zum Thema Tourismus
2.4 Verkehr
2.5 Unterkünfte
2.6 Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken
2.7 Links: Weitere Informationen

3. Jugendarbeit

3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik
3.2 Jugendschutz, kinder- und jugendrelevante Gesetze, altersbezogene gesetzliche Bestimmungen
3.3 Weitere Informationen
3.4 Schulsystem und Bildungswesen

4. Natur und Kultur

4.1 Natur und Umwelt
4.2 Großschutzgebiete
4.3 Welterbestätten



 

1. Übersicht

 

1.1 Landeskennzeichen: LT

 

1.2 Internationale Telefon-Vorwahl: +370

 

1.3 Allgemeine Informationen

 
Ländername: Republik Litauen (Litauisch: Lietuvos Respublika)
Fläche: 65.300 km²
Einwohner: 3.4 Millionen (ca. 81,4 % Litauer, ca. 8,3 % Russen, ca. 6,9 % Polen, ca.1,5 % Weißrussen, ca. 1,9 % andere Ethnien)
Hauptstadt: Wilna (litauisch: Vilnius) (ca. 542.000 Einwohner)
Weitere wichtige Städte: Kaunas (ca. 361.000 Einwohner), Klaipėda (ca. 187.000 Einwohner), Šiauliai (ca. 129.000 Einwohner), Panevėžys (ca. 115.000 Einwohner), Alytus (ca. 69.000 Einwohner)
Religionen: Katholiken (ca. 80 %), Russisch-Orthodoxe (ca. 4,1 %), Protestanten (ca. 1,9 %), Muslime, Juden und Konfessionslose (ca. 4 %)
Amtssprache: Litauisch, aber auch Russisch, Englisch, Polnisch und Deutsch werden, zumindest in den Städten, ebenfalls gesprochen
Währung: 1 Litas (LTL/Lt) = 100 Centas
Geographische Lage: Litauen liegt in Nordeuropa zischen Russland, Polen, Belarus und Lettland. Es ist ein Anrainerstaat der Ostsee.

Litauen ist seit dem 01.05.2004 Mitglied der EU.

 

1.4 Informationen zum Staatsaufbau

 
Parlamentarische Präsidialrepublik

1.5 Einreise- und Zollbestimmungen

 

 

Nach dem Beitritt zur Europäischen Union am 1. Mai 2004, trat Litauen am 21.12.2007 offiziell dem Schengen-Raum bei. Somit können alle EU-Bürger die litauische Grenze ohne jegliche Passkontrolle passieren. Die Kontrollen für Flugreisende entfallen allerdings erst zum Flugplanwechsel Ende März. Jeder Reisende ab 16 Jahren sollte einen gültigen Personalausweis oder Reisepass mit sich führen. Kinder mit deutscher Staatsangehörigkeit bis zum 16. Lebensjahr dürfen mit eigenem Kinderreisepass oder Kinderausweis mit Lichtbild nach Litauen einreisen oder müssen im Reisepass der Eltern eingetragen sein. Für Reisen von EU-Bürgern nach Litauen, die länger als 90 Tage im Halbjahr dauern, ist eine Aufenthaltsgenehmigung notwendig.

Über eventuell abweichende Regelungen und spezielle Zollvorschriften informiert das Auswärtige Amt.

Die Einfuhr folgender Waren im Rahmen einer Besuchs- und Geschäftsreise ist abgabenfrei möglich: 800 Zigaretten, 400 Zigarillos, 200 Zigarren, 1 kg Tabak, 10 Liter hochprozentige Alkoholika, 20 Liter mit Alkohol angereicherter Wein (z. B. Port oder Sherry,), 90 Liter Wein (davon höchstens 60 Liter Schaumwein) und 110 Liter Bier.

Alle Arten von Waffen unterliegen der Anzeigepflicht bei der Einreise. Die Vorlage der entsprechenden Waffentragegenehmigungen ist erforderlich.

Litauen ist Mitgliedstaat des Washingtoner Artenschutzabkommens. Von der Einfuhr von bestimmten Wildtier- und Wildpflanzenarten sowie von daraus gewonnenen Produkten ist daher abzusehen.

 
 

1.6 Währung und Geldwechsel

 

Die litauische Währung ist seit dem 25. Juni 1993 der Litas (1 Litas = 100 Centas). Er existierte bereits während der Ersten Republik, in den Jahren 1922 bis 1940. 1993 löste er die Übergangswährung Talonas (vagnorkos, vagnoreliai) ab, die ein Jahr lang den Russischen Rubel ersetzt hatte. Auf litauisch: 1 litas/centas, 2-9 litai/centai, 10 oder mehr litų/centų.

Banknoten gibt es im Wert von 500, 200, 100, 50, 20 und 10 Litas. 1-, 2- und 5-Litas-Scheine sind nur noch selten in Umlauf, sie sind aber noch gültig. Kursmünzen gibt es in Stückelungen von 1, 2 und 5 Litas sowie 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Centas.

Seit dem 4. Februar 2002 ist der Litas in Vorbereitung auf den Beitritt zum Euro über ein Currency Board mit dem festen Wechselkurs von 1 EUR = 3,4528 LTL an den Euro gebunden. Zuvor war der Litas an den US-Dollar mit dem Kurs von 1 USD = 4 LTL gebunden. Der Eurokurs von 1 : 3,4528 spiegelt das damalige Wechselkursverhältnis von US-Dollar zu Euro wider.

Am 27. Juni 2004 erfolgte zusammen mit Estland und Slowenien der Beitritt zum Wechselkursmechanismus II. Am 16. Mai 2006 empfahl die Europäische Kommission Litauen aufgrund seiner leicht über den Maastricht-Kriterien liegenden Inflation, nicht zum 1. Januar 2007 in die Eurozone aufzunehmen. Die endgültige Entscheidung über eine Aufnahme fällte der Ecofin-Rat. In der Sitzung am 11. Juli 2006 änderte der Ecofin-Rat die Entscheidung erwartungsgemäß nicht. Nach den Regeln des Wechselkursmechanismus II hätte Litauen den Euro nun frühestens am 1. Januar 2008 einführen können. Wann der Euro in Litauen nun eingeführt wird, ist bisher nicht entschieden, die litauische Regierung strebt dafür das Jahr 2010 an.

Es gibt zahlreiche Wechselstuben, vor allem in größeren Hotels, Postämtern, Flughäfen und Bahnhöfen. Geld kann aber auch in Banken gewechselt werden. Größere Hotels, Restaurants, Geschäfte und Banken akzeptieren Kreditkarten z.B. Eurocard und Mastercard. Einzelheiten sind bei dem Aussteller der betreffenden Kreditkarte erhältlich. An den zahlreich vorhandenen Geldautomaten in allen kleineren und größeren Städten kann häufig auch mit der Kreditkarte Geld abgehoben werden.

1.7 Gesundheit

 
Empfohlene Impfungen

Besondere Schutzimpfungen sind für Litauen nicht vorgeschrieben. Es ist allerdings empfehlenswert sich gegen Hepatitis A und gegebenenfalls B impfen zu lassen. Dies wird für Kinder generell empfohlen. Außerdem besteht im Sommer die Möglichkeit einer Infektion mit Borreliose oder Frühjahr-Sommer-Meningo-Encephalitis (FSME) durch Zeckenbisse. Einen allgemeinen Schutz gegen Borreliosebieten hautbedeckende Kleidung und Insekten abweisende Mittel. Gegen die FSME kann man sich impfen lassen, was insbesondere bei Langzeitaufenthalten oder für Risikogruppen empfehlenswert ist.

Tollwut kommt landesweit vor. Überträger sind u.a. Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksack Reisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

 
Medizinische Versorgung

Eine deutschen Standards entsprechende medizinische Versorgung in Unglücks- und Krankheitsfällen ist nur in den größeren Städten Wilna, Kaunas, Klaipėda, Šiauliai und Panevėžys gewährleistet.

Gesetzlich Versicherten wird empfohlen, sich vor der Abreise nach Litauen das E-111-S1-Formular bzw. die europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) bei ihrer Krankenkasse zu beschaffen. Die staatliche Krankenkasse in Litauen tritt für medizinische Leistungen der Ärzte und für Arzneien in Vorlage. Voraussetzung ist, dass die Patienten den behandelnden Ärzten den Nachweis zum Versicherungsschutz (E -111-S1 Formular bzw. Krankenversicherungskarte EHIC) vorlegen können. Es kann allerdings noch nicht davon ausgegangen werden, dass dieses neue Verfahren bereits überall im Land bekannt ist und ein vertragsgemäßes Eintreten der Krankenkasse in jedem Fall sichergestellt ist.

Unabhängig davon wird dringend empfohlen, für die Dauer des Auslandsaufendhaltes eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen, die Risiken abdeckt, die von den gesetzlichen Kassen nicht übernommen werden (z.B. notwendiger Rücktransport nach Deutschland im Krankheitsfall, Behandlung bei Privatärzten oder Privatkliniken).

Weitere Einzelheiten enthält die Internetseite www.dvka.de der Deutschen Verbindungsstelle für Krankenversicherung unter der Rubrik "Urlaub im Ausland". Ansonsten können Auskünfte über die aktuellen Regelungen bei der Krankenkasse eingeholt werden.

 

1.8 Botschaften und Konsulate

 
Botschaft der Republik Litauen
Adresse: Charitéstr. 9, 10117 Berlin-Mitte
Telefon: +49(0)30 / 890 681 0,
Fax: +49(0)30 / 890 095 93
E-Mail: eicencefceoce@cebceocetcesceccehceacefcetce-celceicetceaceuceecence.cedceec
Website: www.botschaft-litauen.de
Bürozeiten: Mo – Fr: 9.00 - 13.00 Uhr und 14.00 -17.00 Uhr
 

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland - Vokietijos Federacines Respublikos ambasada
Adresse: Sierakausko Gatve 24/8, 03105 Vilnius, Lietuva
Telefon: +370 5 210 64 00
Fax: +370 5 210 64 46
E-Mail: hgwhewhrwhmwh.whewhmwhbwh@whtwhawhkwhawhswh.whlwhtw
Website: www.deutschebotschaft-wilna.lt
Bürozeiten: Die Mitarbeiter der Botschaft sind telefonisch von 8.00 Uhr bis 16.30 Uhr erreichbar.

 

Die Adressen sämtlicher Konsulate und der Außenstellen können unter www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laender/Litauen.html bei Vertretungen Litauen und Deutsche Vertretungen abgerufen werden.

 

1.9 Wichtige Telefonnummern

 
Notrufnummern:

 

 

 

Notruf: 03 und 112, Feuerwehr: 01, Polizei: 02
Telefonauskunft (englischsprachig): 118
Landesvorwahl von Deutschland nach Litauen: +379
Landesvorwahl von Litauen nach Deutschland: +49
 

Nutzbarkeit deutsche Mobiltelefone

GSM 900/1800 Mobilfunknetz. Hauptanbieter die auch mit den meisten deutschen Anbietern Roaming-Verträge haben: OMNITEL, UAB Bité Lietuva (BITE GSM) und UAB TELE2. Genauere Informationen können unter www.gsmworld.com/roaming/gsminfo/cou_lt.shtml abgerufen werden.

 

2. Reiseinformationen

2.1 Tourismus

 

Litauen bietet sowohl für den kulturell interessierten Reisenden mit seiner Architektur, Kirchengeschichte, jüdischen Geschichte, Hinweisen auf die deutsche sowie die sowjetische Besatzung und die Teufelssymbolik interessante Orte, als auch für den Strandurlauber mit teilweise menschenleeren und schönen Sandstränden auf der Kurischen Nehrung und bei Palanga, und ebenso für den Naturliebhaber mit Hunderten unberührter Seen und unverbauten Flüssen für Kanutouren, viele Anreize. Zudem ist das Reisen und Leben in Litauen vergleichsweise günstig: die Preise für Bus- und Taxifahrten beispielsweise sind mit durchschnittlich 1,00 Litas (= 29 Euro-Cent) für ein Busticket oder ca. 10,00 Litas (= 2,90 Euro) für eine Taxifahrt quer durch die Hauptstadt Vilnius (1,50 Litas pro km) relativ gering. Ähnliches gilt für die Restaurants. Auch Hotels sind billiger als in Deutschland. Kredit- und Debitkarten werden fast überall akzeptiert. Die Akzeptanz ist sogar deutlich größer als in Deutschland.

Viele Städte bieten dem Betrachter heute wieder eine romantische Atmosphäre. Erholungsgebiete finden sich im Nordwesten Litauens an der Ostseeküste, in Niederlitauen (Žemaitija) und in Aukschtaitien (Aukštaitija/Oberlitauen). Im Süden des Landes laden die Kurorte Druskininkai und Likenai zu Ferien im Nationalpark der "Dzūkija" ein.

Für Nachtschwärmer finden sich zudem viele Cafés, Klubs und Diskotheken in der Hauptstadt, die sich hauptsächlich im Stadtzentrum befinden. Aber auch in Kaunas und Klaipėda kann man durchaus abends Ausgehen.

Wegen seiner großen jüdischen Bevölkerung wurde Vilnius früher oft auch als "Jerusalem des Nordens" bezeichnet. Während die jüdische Kultur weit gehend aus dem Stadtbild verschwunden ist; es hat nur noch eine von einst 40 Synagogen überdauert; ist der jahrhundertelange polnisch-katholische Einfluss mit seinen zahlreichen Barockkirchen italienischer Baumeister immer noch sehr präsent. Die große Altstadt ist gut erhalten bzw. restauriert und verströmt ein angenehmes Flair. In der Nähe der Hauptstadt liegt die bereits in der Sowjetunion wieder restaurierte Wasserburg Trakai. Die gotische Inselburg aus dem Mittelalter (14. Jh.) im Galva-See ist die Hauptattraktion und mit Abstand die am häufigsten fotografierte Sehenswürdigkeit Litauens. Sie wurde in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts umfassend renoviert oder besser gesagt, aufgebaut, denn von der Burg stand nur noch eine Ruine. Seit 1962 beherbergt die Burg das Historische Museum. Sie ist die einzige erhaltene Wasserburg in Osteuropa, daher ist sie zu einer Art Nationalheiligtum geworden. Auch die Ortschaft Trakai selbst ist eine alte und sehenswerte Stadt.

Die zweitgrößte Stadt Litauens ist Kaunas. Sie ist "litauischer" als Vilnius, da sie stark durch ihre Funktion als Hauptstadt der ersten Litauischen Republik zwischen 1918 und 1940 geprägt wurde, und bietet ebenfalls eine schöne Altstadt. Ein interessantes Panorama auf die Altstadt bietet sich vom Zusammenfluss von Memel und Neris. Als eher ausgefallene Attraktion kann das Teufelsmuseum angesehen werden.

Ein dritter Ort, der neben vielen anderen einen Besuch wert ist, ist die Hafenstadt Klaipėda im Westen des Landes. Klaipėda, das unter dem historischen Namen Memel lange zu Ostpreußen gehörte und bis zum Zweiten Weltkrieg mehrheitlich von Deutschen bewohnt war, besitzt Reste einer schönen Fachwerkaltstadt, wie man sie aus Deutschland, Großbritannien oder aus Dänemark und dem Elsass kennt. Beliebte Badestrände findet man in Nida und anderen Teilen der Stadt Neringa (Kurische Nehrung) oder Palanga. Die litauische Küste bildet den Schwerpunkt des Fremdenverkehrs in Litauen und ist vor allem bei ausländischen Touristen sehr beliebt.

Weiterhin ist auch der traditionsreiche Kurort Druskininkai in Südlitauen sowie der so genannte Berg der Kreuze (Kryžių Kalnas) – ein nationales Wahrzeichen des Landes – über die Grenzen Litauens hinaus bekannt.

Noch kaum entdeckt, aber sehr schön und weit gehend naturbelassen, sind die beiden Nationalparks im Osten des Landes: Der waldreiche Dzūkija-Nationalpark südwestlich von Vilnius nahe Alytus, wo jahrhundertealte Traditionen und Lebensweisen bis heute überdauert haben, und der nördlich von Vilnius gelegene Aukštaitija-Nationalpark, dessen gut hundert untereinander verbundene Seen mit ihren vielen Buchten und Inseln einmalige Kanuwanderrouten bieten. Zu guter Letzt soll als Naturziel das Nemunas-Delta nicht unerwähnt bleiben. Die Memel mündet nach gut 740 km bei Rusnė ins Kurische Haff und teilt sich hier in vier Hauptarme. Das wasserreiche Flachland ist ein Paradies für Angler und Ornithologen: Störche beispielsweise werden hier zu Dutzenden gezählt, und besonders interessant ist, wenn im Spätwinter/Frühling das jährliche Hochwasser weite Flächen unter Wasser setzt.

Seit dem 14. Jahrhundert dominierten mitteleuropäische, vor allem polnische, aber auch deutsche und ab dem 18. Jahrhundert auch russische Einflüsse die litauische Kultur. Doch mit Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckten die Litauer, wie auch ihre baltischen Nachbarn, ihre Wurzeln wieder und heute haben Tradition und Volkstümliches eine große Bedeutung. Die Litauer sind sehr stolz auf ihre Kultur und Geschichte, was man als Besucher respektieren sollte. Das ganze Jahr über finden zahlreiche Musik- und Kulturfeste in allen Regionen statt. Hanse- und Operntage, Jazz- und Folklorefestivals sind schon zur Tradition geworden.

Im Juli versammeln sich in Vilnius die Liebhaber von Jazz-, Volks- und klassischer Musik. Mit jedem Jahr wächst die Popularität des Festivals und es melden sich immer wieder neue Jazzmusiker zum Festival an.
Außerdem gibt es noch ein internationales Folklorefest mit dem Namen „Baltica“, das jedes Jahr in der Hauptstadt eines anderen Baltischen Staates stattfindet.

 

2.2 Tourismus-Informationen

 

Die klassischen Touristeninformationszentren gibt es im ganzen Land. Auch kleinere Ortschaften besitzen meistens eine oder zumindest einen Infoschalter in einer öffentlichen Einrichtung. Eine umfangreiche Liste ist im Internet unter baltikuminfo.de/index.php?p=42&id=Litauen zu finden.

 

Touristische Informationen können außerdem beim

Baltischen Informations- und Tourismusbüro
Adresse: Salzmannstr. 152, 48159 Münster
Telefon: 0251/215

oder dem

Touristischem Informationszentrum in Vilnius
Adresse: Vilniaus Str. 22, Vilnius
Telefon: +370 5 2629660
Fax: 2628169
E-Mail: utbuibucbu@buvbuibulbunbuibuubusbu.bulbutb

angefordert werden.

 

2.3 Links zum Thema Tourismus

 
baltikuminfo.de
www.auswaertiges-amt.de
destinia.com/guide/die-welt/europa/litauen/1-30004-30131/main/de
www.excite.de/reise/reisefuehrer/europa/litauen
www.fernweh.com/travelguide/land_LT_Litauen.htm
www.odci.gov/cia/publications/factbook/geos/lh.html
neris.mii.lt/ (Lithuanian Homepage)
www.litauen-info.de/
www.litauen-info.de/ Ausführliche, nach Themen geordnete Infos und Links zu Litauen
www.litauen.org/ Ausführliche Landesinformationen, Tipps und Links
 

2.4 Verkehr

Einreise

 

 

 

1. Bahn:
Alle aktuellen Zugverbindungen kann man sich – auf Wunsch mit allen Zwischenhaltestellen – über die Reiseauskunft der Deutschen Bahn anzeigen lassen (reiseauskunft.bahn.de/bin/query.exe/dn). Zu beachten ist, dass dabei natürlich auch Verbindungen vorgeschlagen werden, bei denen man durch Länder reist, für die ein Visum nötig ist. Man sollte also den Zuglauf beachten. Informationen zu den entsprechenden Ländern finden Sie auf traveleast.eu jeweils unter Punkt 1.5 (Einreise- und Zollbestimmungen).

 

2. Bus:
Direkte Busverbindungen bestehen zwischen Vilnius und Berlin, Bremen, Bremerhafen, Köln, Dresden, Erfurt, Freiburg, Hamburg, Hannover, München, Saarbrücken und Stuttgart. Aus vielen Städten Deutschlands fahren nach Vilnius u.a. Ecolines (Website: www.ecolines.lv), Reisedienst von Rahden GmbH (Website: www.von-rahden.de) und Salza Tours (Website: www.baltic-line.com).Eurolines-Busse (Website: www.eurolines.com) fahren von und nach Litauen. Fahrplan- und Tarifinformationen sind bei der litauischen Eurolines-Generalvertretung (Eurolines Baltic International, Website: www.eurolines.lt) oder der Eurolines-Vertretung in Deutschland (Deutsche Touring GmbH, Adresse: Am Römerhof 17, D-60486 Frankfurt/M., Telefon: (069) 79 03 50, Fax: (069) 790 32 19, E-Mail: service@deutsche-touring.com, Website: www.deutsche-touring.com) erhältlich.

 

3. Auto:
Die Via Baltica (Website: www.viabaltica.net) stellt eine Landverbindung zwischen Deutschland und Finnland dar und führt über 1500 km durch Polen und die Baltischen Staaten durch Seen- und Waldgebiete, entlang der Bernsteinküste bis nach Tallinn am Finnischen Meerbusen. Die großen Städte wie Vilnius, Riga und Tallinn sind über die zum Teil gut ausgebaute Via Baltica (E 67) miteinander verbunden. Litauen hat ein gut ausgebautes Straßennetz, das die Republik mit allen Nachbarstaaten verbindet. Es gibt zahlreiche Grenzübergangsstellen von Litauen nach Lettland, Belarus und in die Region Kaliningrad (Russische Föderation). Am günstigsten ist die Anreise über Polen (zwei Grenzübergänge bei Kalvarijai und Lazdijai in Litauen). Seit Dezember 2007 fallen hier dank des Schengener Abkommens die Grenzkontrollen weg. Wer über Belarus anreist, benötigt ein belorussisches Transitvisum, das vor Reiseantritt besorgt werden muss. An den Tankstellen gibt es bleifreies Benzin. Immer mehr Tankstellen haben 24 Stunden geöffnet. Der nationale oder EU-Führerschein und der Reisepass reichen aus um nach Litauen mit dem Auto einreisen zu dürfen.

In Litauen gilt die 0,4–Promille-Grenze. Fahren unter Alkoholeinfluss wird strafrechtlich mit hohen Strafen bis zum Entzug des Führerscheins geahndet. Es besteht Anschnallpflicht.

Kinder unter 12 Jahren dürfen nicht auf dem Beifahrersitz sitzen. Abblendlicht muss in der Zeit vom 01.11. bis 01.03. rund um die Uhr eingeschaltet sein. Die Ampelschaltung ist anders als in Deutschland: Grün – blinkendes Grün – Gelb – Rot. Das blinkende Grün entspricht Gelb in Deutschland. Wenn die Ampel auf Gelb steht, darf nicht mehr gefahren werden. Es gelten folgende Geschwindigkeitsbegrenzungen: innerhalb geschlossener Ortschaften 50 km/h, auf Autobahnen 110 km/h und auf Landstraßen 90 km/h. Die grüne Versicherungskarte ist für Litauen vorgeschrieben. Es ist darauf zu achten, dass in den dafür vorgesehenen Formularen das Länderkürzel für Litauen (LT) vorhanden ist. Ein handschriftlicher Nachtrag ist nicht ausreichend. Für Inhaber einer gültigen grünen Versicherungskarte entfällt die für Kraftfahrzeuge vorgeschriebene Haftpflichtversicherung. Eine abgabenfreie Einfuhr von Benzin oder Diesel im Ersatzkanister ist nicht erlaubt. Ein Feuerlöscher im Auto ist obligatorisch. Für alle Fahrzeugtypen (auch PKW) wird auf der Kurischen Nehrung eine Straßenbenutzungsgebühr als Umweltschutzabgabe erhoben. Auch in Litauen besteht uneingeschränkte Helmpflicht für Motorradfahrer.

 

 

 

4. Schiff:
Ganzjährig verkehrt dreimal wöchentlich eine Fähre zwischen Mukran in der Nähe von Saßnitz auf Rügen und Klaipeda (Website: www.lisco.lt). Die Fahrzeit beträgt ca. 19 Std., Vorausbuchung wird empfohlen. Außerdem gibt es eine tägliche Verbindung (außer montags) zwischen Kiel und Klaipeda, Überfahrtsdauer etwa 20 Std. Nähere Informationen erteilt die Lithuanian Shipping Company (Lisco). Generalvertretung Deutschland: Lisco Baltic Service GmbH, Adresse: Ostuferhafen 15, D-24149 Kiel; Telefon: (0431) 20 97 60; Fax: (0431) 20 97 65 55; E-Mail: cpdcadcsdcsdcadcgdcedc@dcldcidcsdccdcodc-dcbdcadcldctdcidccdc-dcsdcedcrdcvdcidccdcedc.dcddcedc;d Website: www.dfdstorline.com ). DFDS Tor Line SIA GmbH, (Telefon: 0431-20 97 64 20; Fax: 0431-20 97 65 55; E-Mail: gpggaggsggsggagggggegg@gglggiggsggcggogg-ggbggagglggtggiggcgg-ggsggeggrggvggiggcggegg.ggdggegg;g Website: www.dfdstorline.com).

Informationen und Tickets gibt es auch bei Krantas Travel, Klaipeda, E-Mail: lvblibllblnblubliblsbl@blvblibllblnblubliblsbl.blkblrblablnbltblablsbl.bllbltbl;b Website: www.krantas.lt. Weitere Informationen sind außerdem bei Scandlines Deutschlanderhältlich (Website: www.scandlines.de). Des Weiteren gibt es Verbindungen von Klaipeda nach Schweden und Dänemark. Klaipeda ist der einzige ganzjährig eisfreie Seehafen der Baltischen Staaten.

 

 

 

5. Flugzeug:
Täglicher Linienflugverkehr mit der nationalen Fluggesellschaft Fly Lal (TE)(Website: www.lal.lt) von Frankfurt nach Vilnius sowie in den Sommermonaten von Berlin, Hamburg, Hannover, München und Köln/Bonn nach Palanga beziehungsweise Vilnius.

Air Baltic (Website: www.airbaltic.com) bietet direkte Verbindungen nach Vilnius ab Hamburg, Berlin, Stuttgart und München an.
Lufthansa (LH) fliegt Vilnius direkt von Frankfurt an. Von anderen deutschen Flughäfen bestehen Umsteigeverbindungen. Zum Flugplanwechsel Ende März 2008 werden die Grenzkontrollen an das Schengen-Abkommen angepasst.

Die internationalen Flughäfen:
Der Vilnius International Airport (VNO) (Website: www.vilnius-airport.lt) liegt 5 km außerhalb der Stadt. Die Flughafeneinrichtungen umfassen Banken/Wechselstube (24-Std.), Duty-free-Shops, Geschäfte, Mietwagenschalter, eine Gepäckaufbewahrung, Hotelreservierungsschalter und einen Tourist-Information- Schalter. Busse und Minibusse fahren alle bis 15 Minuten zum Bahnhof und in die Innenstadt (Fahrzeit 15 Minuten) von Vilnius. Zudem stehen Taxis zur Verfügung.
Der Kaunas International Airport (KUN) (Website: www.kaunasair.lt) liegt 12 km vom Stadtzentrum entfernt. Die Fahrt dauert mit dem Auto ca. 25 Min. Es gibt eine Shuttlebus- und auch Linienbusverbindung nach Kaunas. Außerdem stehen Taxis und eine Autovermietung zur Verfügung.
Der Palanga International Airport (PLQ) (Website: www.palanga-airport.lt) liegt 30 km von Klaipeda entfernt. Er ist der Hauptflughafen für die gesamte baltische Ostseeküste. Die Flughafeneinrichtungen: Geschäfte, Café, Bar, Wechselstube und Touristeninformation. Es fahren regelmäßig Busse nach Palanga und Klaipeda. Außerdem stehen auch hier Taxis und eine Autovermietung zur Verfügung.

Fortbewegung innerhalb des Landes

Es bestehen gute Bahnverbindungen von Vilnius in alle größeren Städte einschließlich Kaunas, Klaipėda und Šiauliai. Zweimal täglich verkehrt ein Zug (darunter ein Nachtzug) von Vilnius zur Ostseeküste, der allerdings nicht in Palanga, dem beliebtesten Bade- und Kurort an der Ostsee, hält. Dafür kann man jedoch von Kretinga oder Klaipeda den Bus nach Palanga nehmen. Von Klaipeda aus gibt es auch Busverbindungen nach Nida und Juodkrante auf der Kurischen Nehrung. Vorortzüge Richtung Ignalina verbinden Vilnius mit der Seenplatte im Trakaier Naturschutzgebiet.

Das Linienbusnetz ist gut und verbindet nahezu alle Ortschaften des Landes. Generell kommt man mit Express-Bussen schneller ans Ziel als mit Linien-Bussen. Vilnius hat einen zentralen Omnibusbahnhof. Mehr Informationen zum Bussystem gibt es online unter Website: www.vilniustransport.lt und Website: www.toks.lt. Alle größeren Städte sind an das Straßennetz angeschlossen und können von Vilnius aus von Pkw-Reisenden erreicht werden. Der Zustand der Straßen ist im Allgemeinen recht gut. Moderne vierspurige Autobahnen führen von Vilnius nach Kaunas, Klaipeda und Panevezys.

In Litauen gilt die 0,4-Promille-Grenze. Fahren unter Alkoholeinfluss wird strafrechtlich mit hohen Strafen bis zum Entzug des Führerscheins geahndet. Es besteht Anschnallpflicht.

Kinder unter 12 Jahren dürfen nicht auf dem Beifahrersitz sitzen. Abblendlicht muss in der Zeit vom 01.11. bis 01.03. rund um die Uhr eingeschaltet sein. Die Ampelschaltung ist anders als in Deutschland: Grün – blinkendes Grün – Gelb – Rot. Das blinkende Grün entspricht Gelb in Deutschland. Wenn die Ampel auf Gelb steht, darf nicht mehr gefahren werden. Es gelten folgende Geschwindigkeitsbegrenzungen: innerhalb geschlossener Ortschaften 50 km/h, auf Autobahnen 110 km/h und auf Landstraßen 90 km/h. Die grüne Versicherungskarte ist für Litauen vorgeschrieben. Es ist darauf zu achten, dass in den dafür vorgesehenen Formularen das Länderkürzel für Litauen (LT) vorhanden ist. Ein handschriftlicher Nachtrag ist nicht ausreichend. Für Inhaber einer gültigen grünen Versicherungskarte entfällt die für Kraftfahrzeuge vorgeschriebene Haftpflichtversicherung. Eine abgabenfreie Einfuhr von Benzin oder Diesel im Ersatzkanister ist nicht erlaubt. Ein Feuerlöscher im Auto ist obligatorisch. Für alle Fahrzeugtypen (auch PKW) wird auf der Kurischen Nehrung eine Straßenbenutzungsgebühr als Umweltschutzabgabe erhoben.

Auch in Litauen besteht uneingeschränkte Helmpflicht für Motorradfahrer.
Innerhalb der Städte verkehren Busse und Oberleitungsbusse, in Vilnius zwischen 04.00-00.00 Uhr. Fahrkarten sind am Kiosk meist günstiger als im Bus. Informationen zu den Fahrplänen gibt es online unter Website: www.vilniustransport.lt. Taxis (Taksi) haben grüne Leuchtschilder. Touristen sollten Fahrten mit Taxis, die das Taxischild nicht haben, vermeiden und den Fahrpreis vor Fahrtantritt erfragen.
 

2.5 Unterkünfte

 

Seit Litauen unabhängig wurde, bemühen sich westliche und litauische Investoren darum, die ehemaligen, zum Teil ziemlich heruntergekommenen staatlichen Hotels dem internationalen Standard anzupassen. Allerdings fand der Großteil der Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen zur Erweiterung der Hotelkapazität und zur Verbesserung des Hotelangebots hauptsächlich in Vilnius statt. In der Hauptstadt gibt es mittlerweile einige größere Hotels mit relativ gutem Komfort. Aber auch außerhalb von Vilnius hat sich einiges getan und nun findet man auch „auf dem Land“ und in den anderen größeren Städten Litauens eine gute Auswahl an größeren Hotels und kleineren Pensionen, die vor der Unabhängigkeit unter staatlicher Aufsicht standen. Insbesondere in der Hauptsaison im Sommer wird eine Vorausbuchung dringend empfohlen. Die großen Hotels in Kaunas liegen alle in der Stadtmitte und auch in Klaipeda stehen einige größere Hotels zur Verfügung. Gute Unterkunftsmöglichkeiten in Palanga und auf der Kurischen Nehrung bieten Pensionen und Ferienhotels. Weitere Informationen erteilen dieBaltische Tourismuszentrale (Adresse: Salzmannstr. 152, 48159 Münster; Telefon: 49 - (0) 251 - 21 507 42; Fax: 49 - (0) 251 - 21 507 43; Website: www.baltic-info.de), sowie die Lithuanian Hotel Association (Adresse: Hotel Lietuva, Ukmerges 20, LT-2009 Vilnius; Telefon/Fax: (02) 72 65 60; E-Mail: nibnnbnfbnobn@bnlbnibntbnhbnubnabnnbnibnabnnbnhbnobntbnebnlbnsbn.bncbnobnmbn;b Website: www.lithuanianhotels.com).

Eine der besten Möglichkeiten Land und Leute kennen zu lernen bieten private Unterkünfte. Es gibt inzwischen viele kleine Gasthöfe, die Urlaub auf dem Lande zusammen mit Freizeitaktivitäten anbieten. Das hausgemachte Essen sowie eine echte Sauna gehören meist auch zum Angebot. Private Zimmer und Ferienhäuser aus privater Hand werden durch örtliche Reisebüros vermittelt. Es gibt aber auch im Internet einige Websites über die man sich über das Angebot an Ferienwohnungen und -häusern informieren kann. Beispiele: www.ferienwohnungen.net, www.ferienundwohnen.de, www.ferienhaus-discount.de.

Momentan gibt es acht Jugendherbergen in Litauen, die sich im litauischen Jugendherbergsverband zusammengeschlossen haben – Lithuanian Youth Hostel (Adresse: Aušros Vartu 20-15a, LT-2001 Vilnius; Telefon: (02) 62 53 57; Fax: (02) 22 01 49; E-Mail: zopzlpzdpztpzopzwpznpzhpzopzspztpzepzlpzspz@pzdpzepzlpzfpzepz.pzlpztpz;p Website: www.balticbackpackers.com).

Es gibt nur wenige offizielle Campingplätze, diese liegen jedoch in den schönsten Landesteilen wie Palanga (Ostseeküste) und Trakai (Seengebiet) sowie in der Nähe der größten Städte, darunter drei in und um Vilnius. Auf der Kurischen Nehrung ist das Campen verboten. An fast allen Seen und Flussufern, auch in den Nationalparks, darf man sein Zelt an ausgewiesenen Stellen gegen eine geringe Gebühr aufschlagen, es gibt jedoch kaum Serviceeinrichtungen. Wer seinen Wohnwagen in einem Naturschutzgebiet abstellt, muss mit hohen Gebühren rechnen (ca. 200 Euro).

 

2.6 Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken

 
Einkaufmöglichkeiten

Die Versorgung mit Lebensmitteln ist gut, das ständig erweiterte Netz von Supermarktketten sorgt für ein leicht zugängliches Angebot, manchmal bis spät abends. Regionale Spezialitäten (z.B. wunderbar aromatischen Honig, lecker Käsesorten, bisher unbekannte Quarkvarianten, oder natürlich das wunderbar duftende, dunkle Kümmelbrot...) lassen sich auch auf den zahlreichen Märkten finden. In Vilnius wird gerade ein Ökomarkt aufgebaut.

Eine Sehenswürdigkeit für sich ist der einem riesigen Basar ähnliche Gariūnai-Markt etwas außerhalb von Vilnius an der Schnellstraße Richtung Kaunas. Hier gibt es buchstäblich alles vom Angelhaken bis zum Autoreifen, Berge von Obst und Gemüse, Blumen, Honig, Bernstein, Leinenstoffe und Kunstgewerbeartikel.

Vilnius ist auch zum shoppen die erste Adresse im Land. Die Haupteinkaufsstraßen mit vielen Geschäften und Kaufhäusern sind der Gediminos prospektas, die Vilniaus und die Basanaviųiaus. Doch das Akropolis stellt alles in den Schatten: ein Einkaufszentrum amerikanischer Dimension mit Maxima-Markt und über hundert Geschäften, Restaurants, Kinoforum und Vergnügungspark. Souvenirs sucht man dagegen besser in der südlichen Altstadt, zum Beispiel bei Sauluva und im Souvenirmarkt nebenan: Kunsthandwerk, Geschnitztes, Gewebtes, Keramik und Kirchenmalerei von Kunst bis Kitsch - hier wird so gut wie jeder Geschmack bedient.

Wer gern nach Antiquitäten sucht, findet in der Dominikonų gatvė interessante Läden.
Allerdings ist das Preisniveau in der Hauptstadt ziemlich hoch, für den Preisbewussten wäre es dementsprechend empfehlenswert sich hier einen Überblick zu verschaffen um dann in ländlicheren Gebieten gezielt nach günstigeren Angeboten zu suchen.

Selbstverständlich kann man nicht nur in Vilnius einkaufen. Auch die anderen größeren Städte eignen sich für einen Einkaufsbummel. Als kleine Beispiele seien hier Kaunas, Klaipėda und Nida angeführt. Eine weitere gute Möglichkeit etwas einzukaufen und auch einen Einblick in das Leben von Litauen zu erhalten bietet der Markt von Kaunas der regelmäßig am Samstag stattfindet. Auch dieser ist ein Markt auf dem man alles findet. Neben allen möglichen Lebensmitteln erhält man auch frisch geräucherten Fisch oder Wurst. Man kann aber auch Kleidung, wie T-Shirts oder CDs erwerben. Es gibt kaum etwas, was es nicht gibt. Der Markt ist sehr voll und es geht eng und sehr geschäftig zu.

Klaipėdas Haupteinkaufsstraßen sind die H. Manto gatvė und die Tiltų gatvė. Hier findet man interessante Läden wie die Passage Klaipėdos Pasažas (Tiltų 26), in der junge litauische Mode angeboten wird. Bernstein und Kunsthandwerk gibt es auch hier reichlich, allerdings ziemlich überteuert in der Altstadt. Deshalb gilt auch für Klaipėda das gleiche wie für Vilnius (s.o.). Das größte Souvenirgeschäft der Stadt in der Sukilėlių 4 offeriert auch Schnitzereien und Handgewebtes.

In Nida findet man originelle Souvenirs in den Straßen Taikos und Naglių. Die Bernsteingalerie von Kazimieras Mizgiris betreibt Filialen in der Skruzdynės 17a und in der Naglių 14a. Mizgiris, von Beruf eigentlich Fotograf, hat übrigens auch wundervolle Nehrungsbildbände herausgegeben.

Aber auch außerhalb der großen Städte kann man schöne Geschäfte in den kleineren Ortschaften Litauens entdecken. Dort bieten Kunsthandwerker ihre Ware an. Kunsthandwerk spielt in den baltischen Republiken generell eine wichtige Rolle. Wer sich für diesen Sektor interessiert wird auch in Litauen nicht enttäuscht. Gerade der litauische Bernsteinschmuck hat einen guten Ruf, aber auch Schnitz- und Webarbeiten sind von guter Qualität.

 
Litauische Gastronomie

Die litauische Küche wurde von vielen Kulturen beeinflusst. Die stärksten Einflüsse hatten, der Geschichte des Landes entsprechend, die Deutschen, die Polen und die Russen. Die litauische Küche ist, wie die baltische Küche im Allgemeinen, eher deftig: Fleisch, Fisch- und Pilzgerichte mit Kartoffeln in allen Variationen, dazu herzhafte Soßen. Im Sommer ist die Auswahl an Salaten, Gemüse und kalten Suppen groß. So gibt es z. B. eine kalte Rote-Beete-Suppe mit Dill.
Hefegebäck wie Piroggen mit Speck, und Süßspeisen mit Waldbeeren werden als Snack zwischendurch, zum Kaffee oder als Nachtisch angeboten.

Daneben gibt es – vor allem in den größeren Städten – eine breite Auswahl internationaler Restaurants.
Als typische litauische Spezialitäten gelten eine traditionell geräucherte Wurst (Skilandis), kalt servierte Suppe (Saltibarsciai), Kartoffelpuffer (Bulviniai Blynai), Kartoffelwurst (Vedarai) oder Kartoffelklöße mit Hackfleischfüllung (Cepelinai). Überhaupt spielen Kartoffeln (Bulvės) die absolut zentrale Rolle in der litauischen Küche.

Geschmorte Gans mit Äpfeln und Pflaumen gefüllt ist eher eine allgemein baltische Spezialität. Auch Balandėliai - mit Gehacktem gefüllte Krautrouladen mit etwas Sahne - sieht man in vielen Restaurants. An der Ostseeküste Litauens wird guter, geräucherter Aal serviert.

Selbstverständlich gibt es auch noch eine große Auswahl anderer Fisch- und Fleischgerichte. Zum Essen wird häufig Midus getrunken, das berühmte litauische Honiggetränk mit leichtem Alkoholgehalt, das man auch mal probiert haben sollte. Auch Bier (Alus) ist in Litauen, wieder eine Gemeinsamkeit mit den anderen baltischen Staaten, beliebt und wird in zahlreichen Sorten in vielen oft eher kleinen Brauereien hergestellt. Allerdings sind viele davon hochprozentig und damit nicht nur stark sondern auch eher süß. Wodka und Co. gibt es natürlich auch überall. Im Allgemeinen sind die Restaurants in Litauen relativ gut und nicht allzu teuer.

 

2.7 Links: Weitere Informationen

 
de.wikipedia.org/wiki/Litauen
baltikuminfo.de
www.std.lt/ Litauisches Statistisches Büro
rc.lrs.lt/ Parlament der Republik Litauen, mit Link zur Kommission für Jugend und Sport
www.reisesuchmaschine.com/europa/litauen.html
 

3. Jugendarbeit

 

3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik

 

Seit 1996 besteht der Staatliche Jugendrat (State Council for Youth Affairs, Adresse: Gedimino pr. 37, LT-01109 Vilnius; Telefon: +370 5 2 497 002, 2 497 007; Fax: +370 5 2 496 354; E-Mail: 3ik3nk3fk3ok3@k3vk3jk3rk3tk3.k3lk3tk3;k Website: www.jrd.lt/index.php) bei der Regierung der Republik Litauen als die für Jugendfragen zuständige Einrichtung. Er ist eine der Regierung rechenschaftspflichtige Institution. Er setzt sich zusammen aus sechs Regierungsvertretern und sechs Vertretern des Nationalen Jugendrates LiJOT.

Auf diese Weise haben Jugendorganisationen direkten Einfluss auf die Gestaltung der Kinder- und Jugendpolitik des Staates. Der LiJOT hat sich dafür eingesetzt, ähnliche Strukturen auch auf regionaler Ebene durchzusetzen, um so die direkte Einflussnahme und Partizipation von Jugendlichen an der Gestaltung lokaler Jugendpolitik zu fördern. Außerdem hat der LiJOT 2002 einen Vorschlag über die Schaffung eines Ministeriums für Kinder, Jugend und Familie an Regierung, Parlament und Präsidenten eingereicht.

Beim litauischen Parlament gibt es eine Kommission für Jugend- und Sportfragen. Sie diskutiert die Umsetzung der Ziele der staatlichen Jugendpolitik, macht Vorschläge für deren Umsetzung und kontrolliert die Umsetzung der Ziele.

Das Ministerium für Soziales und Arbeit (Socialines Apsaugos ir Darbo Ministerija) ist für die Kinder und Jugendliche betreffenden sozialen Bereiche zuständig. Arbeitsbereiche sind: die Verbesserung der Wohnsituation junger Familien durch die Bereitstellung günstiger Baukredite, die Senkung der Anzahl der obdachlosen Personen beziehungsweise derer ohne festen Wohnsitz, Förder- und soziale Integrationsprogramme für Waisen und Kinder in Fürsorge, Präventionsmaßnahmen gegen Gewalt und Ausbeutung von Kindern, Drogenmissbrauch, Kinderprostitution und Verbrechen. Außerdem setzt sich das Ministerium durch die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden für die Stärkung eines Netzwerkes der Institutionen ein, die für die Rechte von Kindern eintreten.

Das Ministerium für Bildung und Wissenschaft (Švietimo ir Mokslo Ministerija) betreut alle Angelegenheiten, die für Kinder und Jugendliche im Bildungsbereich relevant sind. Dazu gehören unter anderem die Sicherung der staatlichen Finanzierung für die höhere Bildung für junge Leute, die Durchführung des Programms zur Sozialisation von Kindern und Jugendlichen und der Vorbeugung von Verbrechen, Maßnahmen für begabte Kinder, die Förderung der Zusammenarbeit zwischen dem Staatlichen Jugendrat und Jugendorganisationen, die Förderung des Zugangs zum Computer an Schulen (ein Computer auf 10 SchülerInnen). Im Rahmen des Ende Sommer 2002 verabschiedeten Programms zur Sozialisierung von Kindern und Jugendlichen arbeitete das Ministerium für Bildung und Wissenschaft mit den Ministerien für Inneres, Gesundheit, Soziales und Arbeit, Sicherheit und Justiz zusammen.
(Quelle: Regierungsprogramm Litauens 2001-2004)

Dem Bildungsministerium ist das Litauische Jugendzentrum, die größte Kinder- und Jugendorganisation im Bereich der Freizeit und außerschulischen Bildung, unterstellt.

Das Verteidigungsministerium (Krašto Apsaugos Ministerija) ist auch im Kinder- und Jugendbereich aktiv und dort zuständig für die Organisation und Durchführung von Sommercamps sowie Gewaltpräventionsprogrammen für Kinder und Jugendliche.

Angelegenheiten des Kinder- und Jugendschutzes fallen unter die Zuständigkeit des Zivilgerichts. Dort gibt es bereits ausgebildete Richter und Staatsanwälte für den Bereich der Jugendkriminalität.
(Quelle: Youth Policy in Transformation, 2002)

Die kommunale Jugendpolitik wird von den kommunalen Institutionen umgesetzt. In ihrer Arbeit werden sie von so genannten kommunalen Koordinatoren für Jugendangelegenheiten unterstützt. Auf Entscheidung des Kommunalrates kann ein ständiger oder ein vorläufiger kommunaler Jugendrat gebildet werden. Der kommunale Jugendrat setzt sich paritätisch aus Vertretern der kommunalen Institutionen und Behörden sowie der Jugendorganisationen zusammen.

Der nationale Jugendrat Litauens heißt Lietuvos Jaunimo Organizacijų Taryba (LiJOT) (Adresse: Didzioji str. 8-5, 01128 Vilnius; Telefon: +370 5 279 12 80; Tel./Fax: +370 5 279 10 14; E-Mail: 6li6ii6ji6oi6ti6@i6li6ii6ji6oi6ti6.i6li6ti6;i Website: www.lijot.lt/). Er wurde 1992 gegründet und hatte Ende November 2002 44 Mitgliedsorganisationen mit rund 88 000 Mitgliedern. Der LiJOT ist Mitglied im Europäischen Jugendforum (EYF).
Die regionalen Jugendräte in Litauen haben die Aufgabe, die auf kommunaler Ebene tätigen Jugendorganisationen zu vereinigen und zu vertreten.

Der Nationale Jugendrat und die regionalen Jugendräte koordinieren die Arbeit der Jugendorganisationen, um die Kräfte für die Zusammenarbeit, den Informationsaustausch, die Stärkung der Organisationen und für die Entwicklung des gesellschaftlichen Engagements der jungen Menschen zu bündeln. Die gemeinsamen Ziele sind:

  • die Förderung von Jugendinitiativen,
  • die Förderung der Verständigung und Zusammenarbeit der jungen Menschen,
  • die Förderung der dem Staat und der Gesellschaft nützlichen Tätigkeit der Jugendlichen,
  • die Anregung und Förderung der aktiven Beteiligung junger Menschen am gesellschaftlichen und bürgerlichen Leben,
  • die Vertretung der Interessen der Jugend auf der kommunalen und staatlichen Ebene sowie im Kontakt mit anderen natürlichen und juristischen Personen.

Jugendpolitische Einrichtungen auf regionaler und lokaler Ebene befinden sich weiterhin im Aufbau. Litauen hat mit der Schaffung von Jugendberatungsinstitutionen begonnen.
(Quelle: Youth Policy in Transformation, 2002)

2004 wurde das Rahmengesetz für Jugendpolitik der Republik Litauen verabschiedet. In diesem Gesetz heißt es zur Begriffsstimmung von Jugendpolitik: „Jugendpolitik ist eine zielgerechte Tätigkeit zur Lösung von Jugendproblemen und zur Schaffung von günstigen Bedingungen für die Bildung der Persönlichkeit des jungen Menschen und für die Integration in das gesellschaftliche Leben, sowie die Tätigkeit, womit das Verständnis sowie die Toleranz der Öffentlichkeit und ihren einzelnen Gruppen gegenüber jungen Menschen angestrebt wird.“

Die Jugendpolitik wird unter anderem in folgenden Bereichen umgesetzt: staatsbürgerliche Bildung und Wehrdienst, Bildung, Schulung, Wissenschaft, Studium und Erziehung, informelle Erziehung, Arbeit und Beschäftigung, Wohnungsbeschaffung, Freizeit, Erholung, kreative Aktivitäten und Kultur, Sozial- und Gesundheitsschutz, Gesundheit, Körperkultur und Sport, Drogensucht und andere Formen der Abhängigkeit, Kriminalitätsprävention.

Kinder- und Jugendpolitik wird in Litauen dezentral umgesetzt, das heißt, dass jede Gemeinde ihre eigenen Entscheidungen unter Zugrundelegung der allgemeinen Richtlinien der staatlichen Jugendpolitik trifft.
(Quelle: Youth Policy in Transformation, 2002)

2002 wurden fünf Aktionsprogramme initiiert:

  • Programm Bürgerliche Bildung und Beteiligung sowie Stärkung von Jugendorganisationen
  • Programm Außerschulische Jugendbildung
  • Programm Drogen- und Rauschmittelprävention, Gewaltprävention, Bewältigung psychischer Krisen
  • Programm Jugend als aktive Teilnehmende der Informationsgesellschaft
  • Programm Jugend für die ländliche Gemeinschaft

(Quelle: Youth Policy in Transformation, 2002)

Im Bereich der internationalen jugendpolitischen Zusammenarbeit hat Litauen bilaterale Abkommen mit Deutschland und Polen abgeschlossen. Im Jugendbereich wird darüber hinaus eng mit den nordischen, den baltischen Staaten und den Beneluxstaaten kooperiert. Es gibt eine nationale Agentur JUGEND für Europa Litauen. Seit 2007 nimmt Litauen am europäischen Programm YUGEND teil.

 

3.2 Jugendschutz, kinder- und jugendrelevante Gesetze, altersbezogene gesetzliche Bestimmungen

 

Ein junger Mensch in Litauen ist eine Person, die 14, aber noch nicht 29 Jahre alt ist. Alle Personen unter 14 Jahren zählen als Kinder.

Das vom nationalen Jugendrat LiJOT und dem Parlament entwickelte Rahmengesetz für Jugendgesetz der Republik Litauen Nr. IX-1871 wurde Mitte 2004 vom litauischen Parlament (Seimas) verabschiedet. In dem Gesetz werden die Strukturen der freien und staatlichen Träger der Jugendarbeit und die Gestaltung der Jugendpolitik auf lokaler und nationaler Ebene geregelt. Außerdem sind die Prinzipien der Parität, der Subsidiarität, der Zusammenarbeit zwischen Institutionen, der Partizipation und der Selbstbestimmung von Jugendlichen, der Informationsaustausch, der freiwilligen Arbeit sowie die Selbstverwaltung von Jugendlichen festgeschrieben. Ebenso wird an Ergänzungen zu bestehenden Gesetzen wie dem Gesetz über die außerschulische Jugendbildung und dem Gesetz über die Standardisierung der Arbeit der lokalen Referenten für Jugendpolitik gearbeitet.

Weitere wichtige Gesetze: Gesetz über die Grundlagen des Schutzes der Rechte des Kindes No. IX-1094; Gesetz über einen Beschäftigungsvertrag – Zusatz über Nachbarschaftshilfe und Freiwilligenarbeit im Juni 2000; Regierungsresolution über Freiwilligenarbeit bei Nichtregierungsorganisationen im Dezember 2001.
(Quelle: Youth Policy in Transformation, 2002)

Altersbezogene gesetzliche Bestimmungen

Führerscheinerwerb – ab 18 Jahre; ab 14 Jahre Fahrschulunterricht für Motorrad und Auto möglich; ab 10 Jahre mit dem Fahrrad auf öffentlichen Straßen
Alkohol-/Tabakgenuss – ab 21 Jahren; kein Alkoholverkauf an Personen unter 21 Jahren; Veranstaltungen für Minderjährige dürfen nicht von Tabakfirmen gesponsert sein
Wehrpflicht – ab 19 Jahre (in Ausnahmefällen ab 18 Jahre), Dauer des Wehrdienstes: 1 Jahr; alternativer Dienst für Wehrdienstverweigerer dauert 18 Monate; Studierende an Hoch- und Fachhochschulen können alternativ zum Wehrdienst Kurse für Armeeoffiziere belegen und das militärische Training in den Sommerferien absolvieren
Wahlrecht – ab 18 Jahre (für Staatsbürger Litauens und Personen mit unbegrenzter Aufenthaltsgenehmigung)
Volljährigkeit – ab 18 Jahre
Volle Strafmündigkeit – ab 16 Jahre (in Ausnahmefällen mit 14 Jahren)
Mitgliedschaft/Gründung Parteien und Organisationen – ab 18 Jahre; ab 14 Jahre in Gewerkschaften
Arbeitsaufnahme – ab 16 Jahre; ab 14 Jahre mit Erlaubnis der Eltern (nur für Arbeiten, die von den Ministerien für Soziales und Arbeit sowie für Gesundheitsfürsorge genehmigt sind)
Freiwilligentätigkeit in Litauen – ab 16 Jahre für Personen mit Wohnsitz in Litauen (unter 16 Jahre mit Erlaubnis der Eltern)
Heirat – ab 18 Jahre; ab 15 Jahre mit Gerichtsbeschluss; bei Schwangerschaft noch früher möglich
Sexuelle Mündigkeit – ab 18 Jahre
Auslandsreisen – ab 18 Jahre ohne Begleitung; bei verheirateten Minderjährigen auch früher

Mit 16 Jahren erhalten Bürgerinnen und Bürger Litauens einen Pass, bei Auslandsreisen in Ausnahmefällen auch früher.
(Quelle: Youth Policy in Transformation, 2002)

 

Bis zu welchem Alter gilt man als Kind bzw. Jugendlicher?

Es existieren keine spezifischen Normen, die Altersabschnitte für Kinder festlegen.

Ist Kindern und Jugendlichen der Aufenthalt an öffentlichen Plätzen (Straßen, Parks) ohne Begleitung Erwachsener gestattet?

Ab welchem Alter?

Jede Gemeinde legt eigene Regeln darüber fest, wie lange Kinder sich an öffentlichen Plätzen aufhalten dürfen.

Ist Kindern und Jugendlichen der Aufenthalt an jugendgefährdenden Orten (z. B. Orte, an denen sich Prostituierte aufhalten) gestattet?

Welche Orte gelten als jugendgefährdend?

Keinem Kind bzw. Jugendlichen ist es gestattet, sich an gefährdenden Orten aufzuhalten. Als gefährdende Orte gelten solche, die Menschen aus Gruppen höheren Risikos frequentieren. (Kriminelle, Drogen-Dealer etc.).

Ist Kindern und Jugendlichen der Aufenthalt in Gaststätten, Restaurants gestattet?

Ab welchem Alter?

Ist Kindern und Jugendlichen der Aufenthalt in Gaststätten, Restaurants in Begleitung Erwachsener gestattet?

Ab welchem Alter?

Es besteht keine spezifische Vorschrift, die eine Altersbeschränkung festlegt. Kinder können sich mit Zustimmung ihrer Eltern in Restaurants aufhalten.

Ist Kindern und Jugendlichen der Aufenthalt in Nachtbars, Nachtklubs oder vergleichbaren Vergnügungsorten gestattet?

Ab welchem Alter?

Personen ab 21 Jahren, an einigen Orten ab 18 Jahren, dürfen sich in Nachtklubs aufhalten.

Ist Kindern und Jugendlichen die Anwesenheit bei Tanzveranstaltungen gestattet?

Ab welchem Alter?

Ist Kindern und Jugendlichen die Anwesenheit bei Tanzveranstaltungen in Begleitung Erwachsener gestattet?

Ab welchem Alter?

Kinder dürfen sich in besonderen Tanzsälen (Klubs für Kinder) aufhalten.

Ist Kindern und Jugendlichen der Genuss von Branntwein oder ähnlichen hochprozentigen Getränken gestattet?

Ab welchem Alter? Ist die Abgabe eingeschränkt?

Ist der Genuss anderer alkoholischer Getränke (Wein, Bier etc.) Kinder und Jugendlichen gestattet?

Ab welchem Alter? Ist die Abgabe eingeschränkt?

Kindern und Jugendlichen ist der Kauf und Genuss von Alkohol generell untersagt, was den Konsum solcher Getränke in der Öffentlichkeit einbezieht. Man macht sich strafbar sobald man Menschen unter 21 Jahren Alkohol verkauft

Welche Beschränkungen gibt es beim Besuch öffentlicher Filmveranstaltungen?

Welche Altersabstufungen gibt es?

Momentan bereitet die Regierung die Verabschiedung der Regeln vor.

Ist Kindern und Jugendlichen der Besuch öffentlicher Spielhallen gestattet?

Ab welchem Alter?

Personen ab 21 Jahren dürfen Kasinos besuchen.

Ist Kindern und Jugendlichen das Rauchen in der Öffentlichkeit gestattet?

Ab welchem Alter?

Kinder und Jugendliche dürfen nicht in der Öffentlichkeit rauchen.

Welche Beschränkungen gibt es, wenn ausländische Jugendliche kurzzeitig gegen Bezahlung arbeiten wollen, um ihre Reisekasse aufzubessern?

Ab welchem Alter ist es ihnen gestattet zu arbeiten?

Gibt es die Möglichkeit der so genannten „Working Holiday“?

Es gibt keine gesetzliche Grundlage. Die Altersgrenze differiert: Ein Kind ab 14 Jahren kann mit schriftlicher Zustimmung der Eltern eine Arbeit annehmen. „Working Holidays” könnten in einem speziellen Arbeits- und Freizeit-Camp verbracht werden, falls es ein solches gibt.

An welche Einrichtungen können sich Kinder und Jugendliche bei auftretenden Problemen in Ihrem Land wenden?

Kinder können sich an verschiedene Institutionen wenden: Regionale Kinderschutz-Organisationen. In jeder Gemeinde bzw. Stadt gibt es zumindest ein Stelle von einer der 60 Organisationen in ganz Litauen, die sich um solche Aufgaben kümmern, wie z.B. Day Centers, entsprechende NGOs; HelpLine etc.

Welche Bestimmungen gibt es bezüglich des Mitführens von Messern, Kampfgeräten (Pfeil und Bogen, Degen etc.) und Waffen?

Welche Altersbeschränkungen gibt es?

Für einen Waffenbesitz benötigt ein Erwachsener eine Erlaubnis. Kinder erhalten keine solche Erlaubnis.

Welche Bestimmungen gibt es bezüglich sexueller Kontakte zu Jugendlichen?

Welche Altersbeschränkungen gibt es?

Jeglicher sexuelle Kontakt mit Personen unter 18 Jahren ist untersagt.
Quelle: Children‘s Rights Ombudsman Institution, Litauen (3/2004)

 

3.3 Weitere Informationen

Weitere Informationen und Adressen von Jugendverbänden und Organisationen, sowie zu Kinder- und jugendpolitischen Strukturen sind unter www.dija.de/ (> Länderinfos >Ländername) zu finden.

 

3.4 Schulsystem und Bildungswesen

 

Allgemeines

Mit der Vorstellung des Nationalen Schulkonzepts 1988 begann der Reformprozess des litauischen Bildungssystems. Das Bildungsgesetz wurde 1991 verabschiedet. Gemeinsam mit dem Litauischen Bildungskonzept und dem Aktivitätsprogramm zur Reform des Bildungssystems bildet es die Basis für die Reform. Das litauische Bildungssystem krankt derzeit an zu wenig Geld für die Renovierung der Schulgebäude, chronisch unterbezahlten Lehrkräften und veralteten Lehrmethoden. Oft packen die Eltern der Schülerinnen und Schüler mit an, um das Nötigste zu regeln. Das Gehalt eines Hochschulprofessors liegt bei rund 2 000 Litas (580 Euro). Die Bildungsreform soll bis 2010 abgeschlossen sein.

Das Bildungssystem umfasst die Vorschulbildung für Kinder bis sechs Jahre (Kinderkrippen, Kindergärten, Kindergartenschulen), allgemeine Schulbildung (Grundstufe, Mittelstufe, Oberstufe), Berufsausbildung, und berufliche Weiterbildung, Hochschulwesen und Erwachsenenbildung.

Das Schuljahr in Litauen beginnt am 2. September und endet am 30. Mai. In Litauen besteht allgemeine Schulpflicht für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 16. Lebensjahr. Normalerweise werden Kinder mit sechs Jahren eingeschult. Das Recht auf Bildung ist in der litauischen Verfassung verankert. Die Ausbildung in öffentlichen Schuleinrichtungen ist kostenlos. Der Unterricht an Schulen mit hohem Anteil an ethnischen Gruppen kann in der Muttersprache der ethnischen Gruppe geführt werden. An Hochschuleinrichtungen wird auf Litauisch unterrichtet. Andere Sprachen sind erlaubt, wenn ausländische Lehrkräfte unterrichten oder das Studienfach in direktem Zusammenhang mit der Fremdsprache steht.
(Quelle: Youth Policy in Transformation, 2002)

Schulsystem

1999/2000 wurde das Zehnklassensystem für Grund- und Mittelstufe eingeführt. Danach ist ein zweijähriger Besuch der Oberstufe möglich. Man kann aber bisher noch auch nach Klasse 8 auf ein Gymnasium wechseln, das bis zur 12. Klasse führt. In der 11. und 12. Klassen können die Schülerinnen und Schüler Fächer gezielt nach ihren persönlichen Interessen und Stärken wählen, zum Beispiel Naturwissenschaften, technische Fächer oder Kunst.

Die Primarschule bildet die erste Stufe der Pflichtschule. Sie umfasst die Klassenstufen 1 bis 4 und wird eigenständig oder in organisatorischer Verbindung mit Kindergärten oder mit der Sekundarstufe I (Basisschule) geführt. Nach Inhalten und Terminierung wird die Leistungsbeurteilung in der Verantwortung des Lehrerkollegiums gestaltet. Die Pflichtschulzeit wird in der Basisschule mit den Klassenstufen 5 bis 10 fortgesetzt. Neben der schon erwähnten organisatorischen Verbindung mit Primarschulen bildet sie z. T. auch mit Schulen der Sekundarstufe II eine Einheit. Schülern, die wegen Lernschwierigkeiten dem normalen Unterricht der Basisschule nicht mehr folgen können, wird ab Klassenstufe 6 der Besuch einer Jugendschule oder einer Heimschule angeboten. Auch in der Basisschule entscheiden die Kollegien über Inhalte und Terminierung der Leistungsbeurteilung. Nach erfolgreicher Beendigung der Pflichtschulzeit wechseln die Jugendlichen i. d. R. auf die zweijährige Oberstufe der Sekundarschule, die fast durchweg mit der Basisschule organisatorisch verbunden ist oder in eine Berufsschule. Bereits nach Klassenstufe 8 ist der Wechsel zum vierjährigen Gymnasium möglich.

Hochschulwesen

Im Studienjahr 2002/2003 gab es in Litauen 43 Hochschuleinrichtungen, davon 30 staatliche und 13 private Einrichtungen. Insgesamt gab es 19 Universitäten, davon 15 staatliche und vier private.
Vytautas-Magnus-Universität Vilnius: www.vdu.lt/

Mit dem Studienjahr 2002/2003 wurde auch eine neue Semestergebühr in Höhe von 500 Litas eingeführt. Studierende mit hervorragenden Studienleistungen sowie aus schwachen finanziellen Verhältnissen sind von den Semestergebühren befreit, sie werden vom Staat übernommen. 2002/2003 lag der Anteil dieser Studierenden (Erstsemestler) bei rund 66%. Bei der Vergabe von Stipendien werden ebenfalls die Studienleistungen sowie die finanziellen Verhältnisse der Studierenden berücksichtigt. Die Stipendien liegen je nach Vergabekriterium bei bis zu 125 Litas monatlich für sozial schwache Studierende, bei bis zu 250 Litas für Studierende mit besonders guten Studienleistungen.

Die Studiendauer liegt für den Erwerb eines Bachelor-Abschlusses liegt bei vier Jahren. Der Magister-Abschluss kann in anderthalb bis zwei Jahren erworben werden. Der höchste akademische Grad, der in Litauen erworben werden kann, ist der Titel eines Dr. habil..
(Quelle: Youth Policy in Transformation, 2002)

Berufsausbildung

Der Bereich der Berufsbildung basiert auf dem Gesetz über Berufsaus- und -fortbildung von 1997 und dem Weißbuch über Berufsaus- und -fortbildung von 1998.

Eine Berufsausbildung können junge Leute ab 14 Jahren in Berufsschulen absolvieren. Unter der leitenden Zuständigkeit des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft findet die berufliche Erstausbildung nach der Auflösung des betrieblichen Ausbildungswesens in den sowjetischen Staatsunternehmen derzeit ausschließlich in Vollzeitschulen statt. Der Besuch staatlicher Schulen ist kostenlos. Bestandteile der Ausbildung sind sowohl die Vermittlung theoretischer als auch praktischer Kenntnisse. Bei den Ausbildungsprogrammen wird nach vier Typen unterschieden, beginnend bei jungen Schulabbrechern, die ein Zeugnis über den Erwerb von Grundqualifikationen erwerben, bis hin zu Gymnasiasten, die einen Beruf erlernen möchten und ein Facharbeiterzeugnis erhalten.

Jedoch ist die Berufsausbildung bei jungen Litauerinnen und Litauern nicht sehr beliebt, da sie nur eingeschränkt Kenntnisse vermittelt, die heute so auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr ausreichen. Viele Jugendliche wünschen sich mehr Kenntnisse für die Arbeit im privaten Sektor oder auch als Selbstständige.

4. Natur und Kultur

 

4.1 Natur und Umwelt

Litauen liegt in der Osteuropäischen Ebene. Im Westen grenzt das Land mit Sandstränden an die Ostsee. Der Niederlitausche Landrücken im westlichen Teil Litauens gehört zum Baltischen Landrücken. Das Hügelland im Südosten gehört zum Weißrussischen Höhenrücken. Hier liegt die mit 294 m höchste Erhebung Litauens (Juozapinės kalnas). Die größten Flüsse sind Memel und Neris, die beide in Weißrussland entspringen. Im Nordosten befindet sich die Seenplatte von Hochlitauen. Zahlreiche Seen gibt es auch im Süden. Insgesamt nehmen Seen etwa 1,5 % der Landesfläche ein. Ein Teil des Kurischen Haffs und der Kurischen Nehrung gehört ebenfalls zu Litauen. Den größten Teil der Landesfläche nehmen landwirtschaftliche Nutzflächen ein. Knapp über 30% der Fläche ist von Wäldern bedeckt und über 3% werden von Mooren und Sümpfen eingenommen. Es gibt über 200 Naturschutzgebiete verschiedener Bestimmung und verschiedenen Ranges in Litauen. Dazu gehören 5 Nationalparks, 5 Schutzgebiete nach der Ramsar-Konvention, 4 Totalreservate, 30 Regionalparks. Über 14% der Landesfläche werden von Naturschutzgebieten eingenommen.

Litauen hat ein Übergangsklima zwischen Kontinental- und Seeklima. Das Wetter ist im Lande wechselreich und bringt große Temperaturschwankungen mit sich. Kalte Winter kommen hier tatsächlich vor, aber es gibt auch besonders heiße Sommer an denen die Tagestemperatur nicht unter dreißig Grad fällt. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt +6,1° C, die Temperatur im Januar beträgt -4,9° C und im Juli erreicht die durchschnittliche Tagestemperatur +17° C. Der Jahresniederschlag schwankt von 900 mm in der Küstenregion bis zu 550 mm im Norden.

 

4.2 Großschutzgebiete

Nationalpark Aukštaitija
Stadt: Paluses
Region: Ignalinos raj.

Der Nationalpark von Aukštaitija liegt im Nordosten Litauens, in der seen- und waldreichen Region Oberlitauens und ist ein Paradies für Paddler und Radfahrer. 1974 gegründet ist es der älteste Nationalpark des Landes, der auf ein seit 1960 bestehendes botanisch-zoologisches Schutzgebiet zurückgeht und ist 40.750 ha groß. Der Nationalpark hieß zunächst „Nationalpark der Litauischen SSR”, 1991 erfolgte die Umbenennung zur heutigen Form.

Wassersportler, Radfahrer, Wanderer und Skiläufer kommen mit vielen eigens für die jeweilige Sportart ausgewiesenen Wegen auf ihre Kosten. Die hier entspringenden Flüsse führen durch ganz Litauen bis zur Kurischen Nehrung.

Der Nationalpark ist durch eine hügelige durch den Rückzug eines Gletschers vor 12 Jahrtausenden geformte Landschaft geprägt. Die tiefsten Punkte des Parks liegen bei 60 m unter NN und der höchste Hügel erreicht 200 m über NN. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 5,5°C. Der Wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 18,5°C. Der erste Frost ist von Mitte September an zu erwarten und er kann bis Mitte Mai anhalten. Der Jahresniederschlag beträgt 600-650 mm.

Viele seit alters her kaum veränderte Dörfer atmen noch den traditionellen Geist der Aukštaitija. Volkskundlich Interessierte finden das einzige Imkereimuseum Litauens (in Stripeikiai). Und für Naturfreunde gibt es einen Botanikpfad von 3,5 km und die Vogelwarte am Askas-See.

 

Nationalpark Dzūkija
Stadt: Marcinkonys

Der Nationalpark Dzūkija (litauisch: Dzūkijos nacionalinis parkas) ist mit einer Fläche von 55.900 ha der größte Nationalpark Litauens. Er befindet sich im Süden des Landes in der Region Dzūkija und grenzt an Weißrussland. Die Verwaltung befindet sich im Dorf Marcinkonys.

Im Park befinden sich zahlreiche weitere verschiedene Naturschutzgebiete. Das bekannteste davon ist das Totalreservat Čepkelių raistas. Dabei handelt es sich um eine zusammenhängende Moorlandschaft mit ursprünglichen Hochmooren, sehenswerten Mäandergebieten, Ufern und Inseln und dichten Kiefernwäldern, die mit einer Fläche von 11.227 ha das größte in Litauen erhaltene Moorgebiet ist. Das Gebiet steht seit 1993 gemäß der Ramsar-Konvention unter Schutz. Das Reservat wurde allerdings bereits 1974 ins Leben gerufen, der Nationalpark jedoch erst 1991 gegründet.

Durch den Park fließen 30 Flüsse und Bäche, 48 Seen machen die fast unberührte Natur zu einem begehrten Ziel für Angler, Kanusportler, Wanderer und Radler. Etwa zwei Drittel des Parks liegen im Südosten auf einer sandigen Ebene, die dem Park sein unverwechselbares Aussehen mit mächtigen Hügeln der Kontinentaldünen und dichten Kiefernwäldern gibt. Im Nordwesten des Parks ändert sich die Landschaft stark, hier herrschen die Hügelketten der Dzuku-Berge mit Ackerboden und Nutzflächen vor.

Im Nationalpark gibt es 60 Naturdenkmäler. Außerdem befinden sich 17 Archäologie-, 10 Architektur - und Urbanistik- und etwa 40 Kunstdenkmäler auf dem Gebiet des Parks.

 
Historischer Nationalpark Trakai
Stadt: Trakai

Der Nationalpark Trakai, eigentlich Historischer Nationalpark Trakai (litauisch: Trakų istorinis nacionalinis parkas) liegt 30 km westlich von Vilnius, der vordergründig dem Erhalt kulturellen Erbes dient. Zentrum und Verwaltungssitz des Parks mit einer Fläche von 8.200 ha ist der Ort Trakai, einst die Hauptstadt Litauens, mit der berühmten gleichnamigen Wasserburg. Ferner gehört hierzu die ehemalige Burg Senieji Trakai sowie weitere archäologische Stätten.

Zum Park gehören zahlreiche Seen, von denen die größten Galvė, Akmena und Skaistis sind, ferner umgebenden die Seen Totoriškės und Luka Trakai die Wasserburg.

Eingebettet in eine herrliche Landschaft bietet dieser Nationalpark eine Fülle an Sehenswürdigkeiten von historischem, volkskundlichem und archäologischem Interesse.

Die mittelalterlichen Burgen auf der Halbinsel von Trakai und auf der Insel im Galvė-See (mit Burgmuseum), Sitz der Großfürsten von Litauen und Herz des damaligen Staatswesens, versetzen den Besucher zurück in die Ritterzeit. Der von E. F. André angelegte Park von Uztrakis vermittelt einen Eindruck von der litauischen Gutshofkultur.

 

Nationalpark Kurische Nehrung
Stadt: Klaipeda
Region: Kurische Nehrung

Der Nationalpark Kurische Nehrung (auch Kuršių Nerija (litauisch: Kuršių Nerijos Nacionalinis Parkas, KNNP)) wurde 1991 nach der Unabhängigkeit Litauens zum Nationalpark erklärt, nachdem hier bereits seit 1961 ein Landschaftsschutzgebiet bestand. Der Nationalpark umfasst den gesamten litauischen Teil der Kurischen Nehrung ein, die ihrerseits 36,9% der Parkfläche einnimmt. Weiterhin gehören die angrenzende Ostsee (47,2%) und Teile des Kurischen Haffs (15,9%) zum Park. Die Gesamtfläche des Nationalparks beträgt 26.474 ha. Die Verwaltung befindet sich außerhalb des Territoriums, in Klaipėda.

Die Kurische Nehrung steht zudem unter Schutz als UNESCO-Weltkulturerbe. Gemeinsam mit dem Kurischen Haff und dem Memeldelta, das ein Schutzgebiet gemäß der Ramsar-Konvention darstellt, bildet der Nationalpark das größte zusammenhängende litauische Natura 2000-Gebiet.

Gewaltige Berge aus Sand wie die Vacekrugo mit eine Höhe von 67 Metern gelten als die höchsten Dünen Nordeuropas und machen die besondere Anziehungskraft dieses Nationalparks aus. Feuchte Wälder und heißer Sand liegen hier in unmittelbarer nebeneinander.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Parks sind die Große Düne von Nida (Nidden) mit ihrer Höhe von über 60 Metern, die Holzskulpturen des Hexenberges in Juodkrante (Schwarzort), das Meeresmuseum mit Aquarium und Delphinarium in Smiltyne und das Thomas-Mann-Haus.

 

Nationalpark Žemaitija

Der Nationalpark befindet sich im Nordwesten Litauens, in der Region Niederlitauen (Žemaitija). Der 1991 gegründete Nationalpark liegt in Niederlitauen und etwa 70 Kilometer von Klaipeda, dem früheren Memel entfernt und erstreckt sich über eine Fläche von 21.700 ha. Dabei handelt es sich primär um seenreiches Hügelland. 7% der Fläche des Parks werden von Seen eingenommen, von denen der größte der Plateliai ist.

Der Nationalpark Žemaitija liegt in einer hügeligen Endmoränenlandschaft, die vor mehr als 12.000 Jahren entstanden ist. Seitdem hat sich das von Seen, Flüssen und Mooren geprägte Territorium nur wenig verändert. Dadurch leben im Žemaitija-Nationalpark Tierarten, die im westlichen Europa nur sehr selten anzutreffen sind, wie z.B. Schwarzstörche, Fledermäuse, Biber und Edelkrebse.

Jahrelang nutzte die russische Armee das Gebiet als Truppenübungsplatz. Mittlerweile werden die ehemaligen Bunker im Winter von Tieren als Unterschlupf genutzt. Vor allem Fledermäuse verharren an diesen frostfreien Orten und warten auf die ersten wärmenden Sonnenstrahlen im Frühjahr. Auf dem Gebiet des Nationalparks findet man noch urzeitliche Farne und Moose, Trollblumen, Kuckucksblumen, Fieberklee oder äußerst sensible Flechten die anderorts schon ausgestorben sind. Ebenso einzigartig sind die in flachen Tälern zu findenden Schwingmoore. Bei dieser besonderen Moorform wächst eine schwimmende Pflanzendecke langsam über das zentrale Gewässer.

 

4.3 Welterbestätten

 

Altstadt von Vilnius (Wilna) (K/1994)

Die Wahrzeichen der Stadt sind die Ruine der Burg von Gediminas auf dem gleichnamigen Hügel aus dem 14. und 15. Jh., sowie an ihrem Fuße die klassizistische römisch-katholische Kathedrale Sankt Stanislaus mit ihrem etwas abseits stehenden Glockenturm.

Ausgehend vom Burgberg bildet das Straßennetz der Altstadt von Vilnius in Richtung Westen und Süden eine fächerartige Struktur. Die Altstadt, die sich an den Hängen auf dem linken Ufer der Neris hochzieht, hat eine Fläche von 360 ha und zählt damit zu den größten und besterhaltensten Europas. Viele Baustile hinterließen ihre Spuren, vor allem prägen sie der Barock, aber auch Gotik und Renaissance. Sehenswert sind die St.-Annen-Kirche (Šv. Onos), ein gotisches Backsteingebäude zusammen mit der ebenfalls gotischen Bernhardiner-Kirche und die barocke Universitätsanlage mit der Johannes-Kirche (Šv. Jono). Bekannt sind auch die barocke St. Kazimir-Kirche (Šv. Kazimiero), welche dem Nationalheiligen geweiht ist, und das Tor der Morgenröte (Aušros vartai). Das alte Rathaus wurde wie die Kathedrale zuletzt in klassizistischem Stil umgebaut.

Kurische Nehrung (K//2000)

Die Kurische Nehrung ist ein 98 km langer Landstreifen (bzw. Halbinsel) zwischen Klaipėda (deutsch: Memel) und Lesnoje (deutsch: Sarkau), von dem heute 52 km zu Litauen und 46 km zu Russland gehören. Die Nehrung besteht ausschließlich aus Sand mit riesigen Wanderdünen, die in den vergangenen Jahrhunderten, nach der Abholzung in der frühen Neuzeit, immer wieder Ortschaften unter sich begruben. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gelang es dem Düneninspektor Wilhelm Franz Epha, die Dünen zu bepflanzen und zu stabilisieren. Die Große Düne bei Nidden (litauisch: Nida), eine der größten Dünen Europas, wird auch die ostpreußische Sahara genannt.

Die breiteste Stelle der Nehrung mit 3,8 km befindet sich beim Bulvikio ragas (Bullwikscher Haken), vier Kilometer nordöstlich von Nidden. Die schmalste liegt bei der russichen Siedlung Lesnoje (deutsch: Sarkau, litauisch: Sarkuva) und ist 380 m breit. Die Nehrung trennt das Kurische Haff von der Ostsee. Bei Klaipėda befindet sich eine etwa 300 m breite Verbindung zwischen diesen Gewässern. Im Jahr 2000 wurde die Kurische Nehrung von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Benannt ist die Kurische Nehrung nach dem Volksstamm der Kuren. Der litauische Teil der Kurische Nehrung wurde zum Nationalpark Kuršių Nerija erklärt. Im Mai 2006 verbrannten über 200 Hektar Kiefernwald im nördlichen Teil der Nehrung.

Archäologische Stätte Kernavė (K/2004)

Kernavė ist die älteste bekannte Hauptstadt Litauens. Im 13. Jahrhundert war Kernavė eine feudale Stadt mit 5 Wehrburgen. Heute sind von den Burgen nur noch 4 Burghügel übrig geblieben. Und es wohnen nur noch etwas mehr als 200 Personen dort. Trotzdem hat Kernavė nichts an Faszination verloren. Eine Wanderung durch die Burghügel oder der Blick von den Burghügeln auf die Stadt oder das Tal der Neris ist immer noch beeindruckend.

Struve-Bogen (K//2005)

Mit der Aufnahme des Struve-Bogens verzeichnen gleich zehn Länder einen gemeinsamen Eintrag in der Welterbeliste: Belarus, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, die Republik Moldau, Norwegen, Russland, Schweden und die Ukraine. Der Struve-Bogen ist eine Kette von geodätischen Messstationen von Hammerfest am Nordkap bis Ismail am Schwarzen Meer. In der Welterbeliste repräsentieren 34 der 265 Messstationen das gemeinsame Erbe der beteiligten Länder. Der Astronom Friedrich Georg Wilhelm Struve führte von 1816 bis 1855 die Meridianmessung durch und überbrückte eine Länge von 2820 Kilometern. Die Messung diente der exakten Bestimmung der Größe und Form unseres Planeten und war ein bedeutender Schritt für die Geowissenschaften. Der Struve-Bogen ist ein außergewöhnliches und frühes Beispiel für internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit.