Ungarn
1.1 Landeskennzeichen
1.2 Internationale Telefon-Vorwahl
1.3 Allgemeine Informationen
1.4 Informationen zum Staatsaufbau
1.5 Einreise- und Zollbestimmungen
1.6 Währung und Geldwechsel
1.7 Gesundheit
1.8 Botschaften und Konsulate
1.9 Wichtige Telefonnummern
2.1 Tourismus
2.2 Tourismus-Informationen
2.3 Links zum Thema Tourismus
2.4 Verkehr
2.5 Unterkünfte
2.6 Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken
2.7 Links: Weitere Informationen
3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik
3.2 Jugendschutz, kinder- und jugendrelevante Gesetze, altersbezogene gesetzliche Bestimmungen
3.3 Weitere Informationen
3.4 Schulsystem und Bildungswesen
4.1 Natur und Umwelt
4.2 Großschutzgebiete
4.3 Welterbestätten
1. Übersicht
1.1 Landeskennzeichen: H
1.2 Internationale Telefon-Vorwahl: +36
1.3 Allgemeine Informationen
Ländername: Republik Ungarn (ungarisch: Magyar Köztársaság)
Fläche: 93.030 km2
Einwohner: ca. 9,98 Millionen (ca. 92 % Ungarn, ca. 2 % Roma, ca. 0,5 % Deutsche, ca. 0,2 % Slowaken, ca. 0,15 % Kroaten, ca. 5,15 % andere Ethnien)
Hauptstadt: Budapest (ca. 1.69 Millionen Einwohner)
Weitere wichtige Städte: Debrecen (Debreczin) (ca. 204.000 Einwohner), Miskolc (Mischkolz) (ca. 176.000 Einwohner), Szeged (Szegedin) (ca. 163.000 Einwohner), Pécs (Fünfkirchen) (ca. 157.000 Einwohner), Györ (Raab) (ca. 128.000 Einwohner), Nyíregyháza (ca. 116.000 Einwohner), Kecskemét (ca. 108.000 Einwohner), Székesfehérvár (Stuhlweißenburg) (ca. 101.000 Einwohner), Szombathely (Steinamanger) (ca. 80.000 Einwohner)
Religionen: Katholiken (ca. 54,5 %), Calvinisten (ca. 15,9 %), Lutheraner (ca. 3 %), Konfessionslose (ca. 14,5 %), die restlichen ca. 12,1 % gehören anderen kleineren Glaubensgemeinschaften an oder haben keine Angabe gemacht
Amtssprache: Ungarisch
Währung: Forint (HUF/Ft)
Geographische Lage: Ungarn ist ein Binnenstaat in Mitteleuropa und hat gemeinsame Grenzen mit der Slowakei, der Ukraine, Rumänien, Serbien, Kroatien, Slowenien und Österreich.
Ungarn ist seit dem 01.05.2004 Mitglied der EU.
1.4 Informationen zum Staatsaufbau
Parlamentarische Republik/Demokratie
1.5 Einreise- und Zollbestimmungen.
Nach dem Beitritt zur Europäischen Union am 1. Mai 2004, trat Ungarn am 21.12.2007 offiziell dem Schengen-Raum bei. Somit können alle EU-Bürger die ungarische Grenze ohne jegliche Passkontrolle passieren. Die Kontrollen für Flugreisende entfallen allerdings erst zum Flugplanwechsel Ende März. Jeder Reisende ab 16 Jahren sollte einen gültigen Personalausweis oder Reisepass mit sich führen. Kinder mit deutscher Staatsangehörigkeit bis zum 16. Lebensjahr dürfen mit eigenem Kinderreisepass oder Kinderausweis mit Lichtbild nach Ungarn einreisen oder müssen im Reisepass der Eltern eingetragen sein. Für Reisen von EU-Bürgern nach Ungarn, die länger als 90 Tage im Halbjahr dauern, ist eine Aufenthaltsgenehmigung notwendig.
Über eventuell abweichende Regelungen und spezielle Zollvorschriften informiert das Auswärtige Amt.
Sollte das Reisedokument verloren gehen, so muss unverzüglich das zuständige Konsulat bzw. die Botschaft – je nach Staatsangehörigkeit – informiert werden. Auskunft über Adressen, Telefonnummern und Öffnungszeiten der in Ungarn akkreditierten diplomatischen Vertretungen erteilt die Informationszentrale von TOURINFORM (Tel:+36 1 438 8080).
1.6 Währung und Geldwechsel
Der Ungarische Forint ist die offizielle Währung der Republik Ungarn. Ein Hundertstel eines Forint war ein Fillér (Heller). Die Fillér-Münzen wurden 1999 vollständig eingezogen.
Ungarn ist derzeit nicht Mitglied im „Eurowarteraum“ WKM II. Mit dem Beitritt zur Europäischen Union ist Ungarn die Verpflichtung eingegangen, den Euro zu übernehmen. Diese Verpflichtung ist jedoch an keinen zeitlichen Rahmen gebunden. Der ungarische Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány kündigte im Juni 2005 an, dass Ungarn nicht vor 2010 den Euro einführen wolle und danach auch nur, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entsprechend seien. Es sind Banknoten zu 200, 500, 1000, 2000, 5000, 10.000 und 20.000 Forint und Münzen zu 1, 2, 5, 10, 20, 50 und 100 Forint im Umlauf.
Aktuelle Wechselkurse sind im Internet unter www.oanda.com/convert/classic einzusehen.
Der Wechsel von Devisen in Forint sowie der Rücktausch darf nur bei offiziell autorisierten Stellen getätigt werden. Bei illegalem Geldumtausch auf der Straße besteht die Gefahr, Falschgeld zu erhalten.
1.7 Gesundheit
Empfohlene Impfungen
Für die Einreise nach Ungarn sind keine Schutzimpfungen verpflichtend. Wie in anderen europäischen Ländern ist das Aufkommen der Tiertollwut aber auch in Ungarn hoch. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Fälle nachgewiesen, wobei die Tendenz steigend ist. Westlich von Budapest, um Miskolc und an der Nordgrenze, eventuell auch vereinzelt in anderen Landesteilen, kommt die durch Zecken übertragene FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) vor, gegen die man sich mit zwei Impfungen im Abstand von 14 Tagen schützen kann. Dies wird vor allem bei Aktivitäten in der Natur (Joggen, Jagd, Reiten, Wandern) empfohlen. Ein Impfschutz gegen Tetanus und Diphterie sollte ebenfalls bestehen.
Medizinische Versorgung
Die im Ausland laut ärztlichem Rezept verordneten Medikamente sind auch in ungarischen Apotheken erhältlich. Ohne Rezept kann man gewisse Arzneimittel in den Apotheken nur begrenzt erhalten.
Seit dem 1. Mai 2000 besteht ein deutsch-ungarisches Sozialversicherungsabkommen. Demnach besteht Versicherungsschutz für alle deutschen Staatsangehörigen, die in Deutschland gesetzlich krankenversichert sind. Als Nachweis für den in Deutschland bestehenden Versicherungsschutz sollten Reisende den Auslandskrankenschein H/D 111 bei ihrer Krankenkasse beantragen und während des Aufenthalts mitführen.
Durch die Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) ist kein Rücktransport nach einer schweren Erkrankung oder einem Unfall im Ausland gewährleistet. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen diese Leistung nicht anbieten. Einen Rücktransport bezahlen nur private Reiseversicherungen. Es wird deshalb empfohlen für die Dauer des Aufenthalts eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen, die Risiken abdeckt, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden.
EHIC-Inhaber wenden sich im Krankheitsfall direkt an ein Krankenhaus, an eine Poliklinik oder an einen Vertragsarzt. Auskünfte über Vertragsärzte und -einrichtungen sind bei der nächst gelegenen Regionalstelle des Krankenversicherungsfonds (Orszagos Egeszegbiztositasi Penztar Megyei Penztara) erhältlich.
Die meisten Apotheken in der Hauptstadt sind von 08.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Allerdings gibt es auch 24-Std.-Notfallapotheken.
1.8 Botschaften und Konsulate
Botschaft der Republik Ungarn
Adresse: Unter den Linden 74 - 76, 10117 Berlin
Telefon: 030 203 10 - 0
Fax: 030 229 13 14
E-Mail: nktitkarsag@ungarische-botschaft.de
Website: www.ungarische-botschaft.de
Bürozeiten: Mo. Di. Mi. und Fr. 09.00 - 12.00 Uhr
Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
Adresse: Úri utca 64-66, 1014 Budapest I, Ungarn
Postadresse: Postfach 140, 1525 Budapest, Ungarn
Telefon: +36 1 488 3500, -3567 (nach Dienstschluss)
Fax: +36 1 488 3505
E-Mail: info@deutschebotschaft-budapest.hu
Website: www.budapest.diplo.de
Die Adressen sämtlicher Konsulate und der Außenstellen können unter http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laender/Ungarn.html bei Vertretungen Ungarn und Deutsche Vertretungen abgerufen werden.
1.9 Wichtige Telefonnummern
Notrufnummern:
Notruf: 112, Rettungsdienst: 104, Feuerwehr: 105, Polizei: 107, Gelbe Engel (Mobiler Straßendienst für Autofahrer): 088
Telefonauskunft: Inland: 118 und 198 (Ungarisch), Ausland: 199
Landesvorwahl von Deutschland nach Ungarn: +36
Landesvorwahl von Ungarn nach Deutschland: +49
Nutzbarkeit deutsche Mobiltelefone
GSM 900/1800 Mobilfunknetz. Hauptanbieter die auch mit den meisten deutschen Anbietern Roaming-Verträge haben: Magyar Telekom Plc (T-Mobile Hungary), Pannon GSM Telecommunications und Vodafone Hungary Ltd.
Genauere Informationen können unter http://www.gsmworld.com/roaming/gsminfo/cou_hu.shtml abgerufen werden.
2. Reiseinformationen
2.1 Tourismus
Der Tourismus spielt in Ungarn eine wichtige wirtschaftliche Rolle und dementsprechend gut ist die Infrastruktur ausgebaut. Das besondere dabei ist, dass sich das Land nicht auf eine Haupttourismusform festgelegt hat oder es einen deutlichen Schwerpunkt gibt. Ungarn bietet über Sehenswürdigkeiten und Erholung hinaus die unterschiedlichsten Formen des Tourismus an: Dorfurlaub wird ebenso angeboten wie Heilkuren (Héviz besitzt den größten europäischen Thermalsee). Man kann in Schlosshotels und Herrenhäusern übernachten. Im Mittelpunkt eines Aktivurlaubs können vor allem Reitferien stehen, außerdem sind Angeln, Radtouren und Wanderungen möglich. Sonnen- und Partyurlauber sind am Balaton gut aufgehoben. Außerdem ist Ungarn mit seiner reichen Historie und vielfältigen Kultur (man denke an Franz Liszt und Béla Bartok, an Operettenhäuser und Volksmusik) auch für Kulturtouristen reizvoll. Naturliebhaber kommen in den weitläufigen Nationalparks auf ihre Kosten, in denen manche Bereiche noch beinahe vollständig unberührt von Menschenhand geblieben sind.
Budapest trägt nach wie vor den Beinamen "Paris des Ostens". Ungarn galt noch zu Ostblockzeiten als am stärksten westlich orientierter Staat des Warschauer Paktes, insofern war der Tourismus insbesondere nach Budapest damals bereits sehr lebhaft. Natürlich ist die Stadt heute nicht weniger sehenswert. Auf Budaer Seite rechts der Donau befindet sich das historische Zentrum, die Burg, das Burgviertel, die Matthiaskirche und die Fischerbastei. Die Budaer Burg zählt ebenso wie das Stadtpanorama am Donauufer zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ein weiterer Blickfang ist der Gellértberg mit der Zitadelle, die von den Österreichern nach der Niederschlagung des ungarischen Freiheitskampfes 1848/49 errichtet wurde. Außerdem stehen dort die Freiheitsstatue von 1947 und das St.Gellért-Denkmal. Den Rotarmisten auf dem Denkmalsockel hat man 1992 entfernt, er wanderte wie fast alle anderen Monumente der KP-Ära in den Statuenpark von Budatétíny. Allein das sowjetische Ehrenmal am Szabadság tér, gegenüber der US-Botschaft, blieb bestehen, weil darunter russische Soldaten bestattet sind.
So wie in Wien und Prag spiegeln auch zahlreiche Repräsentativbauten in Pest die Zeit der Habsburger Monarchie wider. Es gibt großzügige Ringstrassen, dem Parlament sieht man das Vorbild Westminster in London an, imposante Brücken überqueren die Donau, geschäftige Einkaufsstraßen verlaufen durch die Stadt, Kaffeehäuser wie das "Café New York" und das "Gerbeaud" haben eine lange Tradition. Alle wichtigen kulturellen Institutionen sind in Budapest beheimatet und zusätzliches Plus der Stadt sind ihre 80 Thermalquellen, die 20 Heil- und Freibäder speisen. Besonders empfohlen werden das Bad Gellért Gyógyfürdö, dem Grand Hotel Gellért angeschlossen, die Thermalbäder der Margareteninsel (Margitsziget) in der Donau und das neobarocke Széchenyi-Bad.
Etwas außerhalb von Budapest liegt der "Hösek tere", der monumentale Heldenplatz, an den sich das Stadtwäldchen (Városliget) anschließt. Dort findet man den Vergnügungspark (Vidám Park) samt hölzerner Achterbahn, historisierender Bauwerke und das berühmte Restaurant Gundel. Abgesehen von der antiquierten Achterbahn kann man Budapest auch sonst auf ungewöhnliche Weise entdecken: Die U-Bahn ist die älteste Europas, zum Burgviertel verkehrt eine Standseilbahn, zum Széchenyi-Berg eine Zahnradbahn. Auf den Jánoshegy fährt ein Sessellift und eine Kindereisenbahn (ehemals Pionier-Eisenbahn) führt durch die Budaer Berge.
Nicht weit ist es von der Hauptstadt hinauf zum Donauknie, wohin man auch per Schiff fahren kann. Hier liegt auch Szentendre, dass den Beinamen "Künstlerkleinstadt" hat. Über dem malerischen Visegrád thront hier die Ruine der Hochburg und Esztergom welches ebenfalls in dieser Ecke Ungarns liegt, war erster ungarischer Königssitz und ist Zentrum der Katholiken. Es besitzt mit der größten Basilika des Landes ein herausragendes Bauwerk.
Aber Budapest hin, Donauknie her, das Zentrum des Tourismus in Ungarn ist und bleibt der Balaton, der Plattensee, mit fast 600 km² Wasserfläche der größte Süßwassersee West- und Mitteleuropas. Die Wassertemperaturen dort betragen im Sommer zwischen 21 und 27 Grad Celsius. Auf der Südseite fallen die Sandstrände sehr flach ab, insofern ein geeignetes Terrain für den Familienurlaub. Der Massentourismus hat die Szenerie leider nachteilig verändert. Balatonfüred gilt als eine Art "magyarisches Ibiza" und auch in Siófok, der größten Stadt am Südufer, bestimmen Discos, Bars und "Erotik-Shows" das Bild. Aber es gibt nach wie vor beschauliche Bereiche, wie die Halbinsel Tihany samt Abteikirche und die Barockstadt Veszprém unweit des Sees.
Ganz im Gegensatz zum Massentourismus am Balaton stehen die Schätze der Natur, auf die das Land stolz ist. Neun Nationalparks, 37 Landschaftsschutzgebiete und 145 Naturschutzgebiete zählt Ungarn. Zum Weltnaturerbe gehören das Höhlensystem von Aggtelek im Grenzgebiet zur Slowakei und der Nationalpark Hortobágy, der im Zentrum der Alföld genannten Großen Tiefebene liegt, einer Steppenlandschaft die als "Puszta" wahrscheinlich besser bekannt ist.
Die Gegend westlich der Donau heißt Transdanubien, dort liegt weit im Süden mit Pécs eine der schönsten Städte des Landes, bekannt für ihr mediterranes Flair. An die Zeit der türkischen Besatzung erinnern in Pécs Moscheen, darunter die einzige im Land erhaltene mit einem Minarett. Nahe der Grenze zu Österreich findet man Györ, dessen Altstadt sehenswert ist, Sopron mit 250 denkmalgeschützten Bauten und die Bischofsstadt Szombathely. 20 Kilometer von Györ entfernt liegt Pannonhalma, die berühmte Erzabtei der Benediktiner, und das Dorf Holókö, auch ein Teil des ungarischen Weltkulturerbes.
2.2 Tourismus-Informationen
In Ungarn hat sich ein gut strukturiertes Netzwerk aus Touristeninformationszentren (die in Ungarn Tourismus-Büros heißen) etabliert. Eine sehr umfangreiche Liste (rund 140 Tourismus-Büros), die nach Regionen sortiert ist, kann unter der Website: http://www.europa-auf-einen-blick.de/ungarn/tourismus-bueros.php eingesehen werden. Weitere Informationen wie z.B. Adressen, Telefonnummern und Dienstleistungen von Unterkünften können über die Website (http://www.tourinform.hu/main.php?folderID=880〈=deu) oder den Tourinfo-Telefondienst (Telefon: +36-1438-8080) dieses Tourismus-Büro-Netzwerkes eingeholt werden.
2.3 Links zum Thema Tourismus
www.ungarn.info
www.ungarn-tourismus.de
www.destinia.com/guide/die-welt/europa/ungarn/1-30004-30107/main/de
www.hungary.com
www.hungaroinfo.com
www.budapestinfo.hu
2.4 Verkehr
Einreise
1. Bahn:
Alle aktuellen Zugverbindungen kann man sich – auf Wunsch mit allen Zwischenhaltestellen – über die Reiseauskunft der Deutschen Bahn anzeigen lassen (http://reiseauskunft.bahn.de/bin/query.exe/dn). Zu beachten ist, dass dabei natürlich auch Verbindungen vorgeschlagen werden, bei denen man durch Länder reist, für die ein Visum nötig ist. Man sollte also den Zuglauf beachten. Informationen zu den entsprechenden Ländern finden Sie auf traveleast.eu jeweils unter Punkt 1.5 (Einreise- und Zollbestimmungen).
2. Bus:
Gute Fernbusverbindungen gibt es von Österreich, Deutschland, Italien, Polen und von den ehemaligen Mitgliedstaaten der Sowjetunion. Eurolines-Busse (Website: www.eurolines.com) fahren von und nach Ungarn. Die ungarische Vertretung Volanbusz AG (Website: www.volanbusz.hu) und ihre ausländischen Partnerunternehmen bedienen 24 Länder mit Linienbusverbindungen. Fahrkarten (auch im Vorverkauf) für diese internationalen Buslinien kann man am Busterminal in Budapest, Népliget, bestellen bzw. kaufen (Telefon: (01) 219 80 20). Ebenso sind dort Fahrscheine in Form von Eurolines-Pässen erhältlich. Fahrplaninformationen und Kartenverkauf für alle internationalen Buslinien unter Telefon: 485 21 00 oder der Eurolines-Vertretung in Deutschland (Deutsche Touring GmbH, Adresse: Am Römerhof 17, D-60486 Frankfurt/M., Telefon: (069) 79 03 50, Fax: (069) 790 32 19, E-Mail: service@deutsche-touring.com, Website: www.deutsche-touring.com).
3. Auto:
Anreise mit dem Pkw von Deutschland und der Schweiz aus über Österreich und die Slowakische Republik. Die Europastraße E 60 von Wien ist eine der günstigsten Verbindungen. Autofahrer in Österreich, die in Richtung Ungarn unterwegs sind und die von der Westautobahn A 1 auf die Ostautobahn A 4 wechseln, können Wien südlich auf der Wiener Außenring-Schnellstraße S 1 umfahren. Die wichtigsten Grenzübergänge sind:
von Österreich: Nickelsdorf - Hegyeshalom; Heiligenkreuz - Rábafüzes; Klingenbach - Sopron; Deutschkreuz - Kópháza; Rattersdorf - Liebing - Köszeg und Schachtendorf - Bucsu.
von der Slowakischen Repubik: Rusovce - Rajra; Slovenské Darmoty - Balassagyarmat; Kral - Bánréve; Komárno - Komárom und Sahy - Parassapuszta.
Für die Autobahnen (Website: www.autobahn.hu) ist der Kauf einer Vignette erforderlich. Eine 4-Tages-Vignette kostet von Mai bis September 1530 Ft (ca. 6 Euro) und von Januar bis April sowie von Oktober bis Dezember 1170 Ft (ca 4,55 Euro). Eine 10-Tages-Vignette für Pkw kostet 2550 Ft (ca 10 Euro). Eine 1-Monats-Vignette kostet 4200 Ft (ca. 16 Euro) und eine Jahresvignette 37.200 Ft (ca. 145 Euro). Die Autobahnvignette wird an den Zahlstellen der Autobahn, an der Grenzstation Hegyeshalom und an den Tankstellen in der Nähe der Autobahn verkauft. Notrufsäulen sind alle 2 km an den Autobahnen M1, M5, M7 und an der Europastraße 5 zu finden.
Ein gut ausgebautes Netz an Tankstellen ist vorhanden. Alle im internationalen Verkehr üblichen Kraftstoffarten sind erhältlich.
Der Ungarische Automobilklub betreibt einen Pannendienst an Wochenenden auf den Hauptstraßen und 24 Std. auf den Autobahnen und ist landesweit unter Telefon: 188 erreichbar; (Adresse: Rómer Flóris utca 4/A, H-1024 Budapest. Telefon: (01) 345 17 44 (24-Std.-Helpline, E-Mail: mailto:autoklub@euroweb.hudatanet.hu, Website: www.autoklub.hu). Eine ADAC-Auslands-Notrufstation ist ebenfalls eingerichtet (Telefon: (01) 345 17 17. Website: www.adac.de). Er bietet ADAC-Mitgliedern und Inhabern eines ADAC-Auslandskranken- und Unfallschutzes Hilfeleistungen hinsichtlich Hotels, Mietwagen, Fahrzeug- oder Krankenrücktransporte.
Bei Reisen mit dem Auto sollte folgendes mitgeführt und beachtet werden:Der nationale Führerschein ist für EU-Bürger ausreichend. Für Staatsangehörige der EU- und EFTA-Länder gilt als Versicherungsnachweis das Autokennzeichen. Dennoch wird EU- und EFTA-Bürgern empfohlen, die Internationale Grüne Versicherungskarte mitzunehmen, um bei eventuellen Schadensfällen in den Genuss des vollen Versicherungsschutzes zu kommen. Ansonsten gilt der gesetzlich vorgeschriebene minimale Haftpflicht-Versicherungsschutz. Außerdem kann die Grüne Karte die Unfallaufnahme erleichtern.
4. Schiff:
Von April bis Oktober verkehrt täglich außer sonntags ein Tragflügelboot zwischen Wien und Budapest. Zusätzlich steht eine Luftkissenbootverbindung zwischen April und Oktober zur Verfügung, die von MAHART betrieben wird. Die Fahrzeit beträgt 5,5 Std.. Eine Vorausbuchung ist erforderlich. Weitere Informationen von: MAHART Wien, Telefon: (+43) (01) 729 21 61, Fax: (+43) (01) 729 21 63 oder MAHART,Belgrád rakpart, H-1056 Budapest, Telefon (01) 484 40 00, Fax: (01) 266 63 70, E-Mail: passnave@mahartpassnave.hu, Website: www.mahartpassnave.hu. Romantische Donaufahrten mit verschiedenen Landausflügen in österreichische und ungarische Städte werden u. a. von Transocean Tours angeboten. Abfahrthafen ist Passau, angelaufen werden u. a. die Städte Budapest und Esztergom. Weitere Informationen sind erhältlich von: Transocean Tours, Adresse: Stavendamm 22, D-28195 Bremen, Telefon: (0421) 333 60, Fax: (0421) 333 61 00, E-Mail: info@transocean.de, Website: www.transocean.de)
5. Flugzeug:
Die nationale Fluggesellschaft Malév (MA) fliegt über 40 Städte an. Unter anderem fliegen Lufthansa (LH), Austrian Airlines (OS) und Swiss International Air Lines (LX) Budapest an. Austrian Airlines (OS) fliegt auch ab Wien nach Pecs.
Der internationale Flughafen Budapest Ferihegy (BUD) (Website: www.bud.hu) liegt 16 km außerhalb der Stadt (Fahrzeit 30 Min.). Es gibt zwei Abfertigungshallen, Terminal 2 wird von den ausländischen Fluggesellschaften sowie von Malév benutzt, das kleinere Terminal 1 fliegen Germanwings und SkyEurope an. Zu den Flughafeneinrichtungen gehören ein Duty-free-Shop, Banken, eineWechselstube, ein Postamt, eine Tourist-Information, Hotel-Reservierungsschalter, Mietwagenschalter, ein Restaurant und eine Bar. Im Terminal 1 gibt es wenige Einkaufsmöglichkeiten. Es bestehen eine Linienbusverbindung zur Stadt (Schnellbuslinie 93). Außerdem ist ein Taxistand vorhanden.
Fortbewegung innerhalb des Landes
Das ungarische Schienennetz verläuft strahlenförmig, der Mittelpunkt ist Budapest. Das Streckennetz wird von MÁV ( Kartenbüro in Budapest, Telefon/Fax: (01) 322 84 05, Website: www.mav.hu) betrieben und umfasst 8.500 km. Fahrplaninformationen sind unter Telefon: (01) 461 55 00 (internationale Fahrpläne) und (01) 461 54 00 (nationale Fahrpläne) erhältlich. Alle größeren Städte können bequem mit der Eisenbahn erreicht werden. Die Verbindungen sind gut, jedoch sind manche Einrichtungen ungenügend. Für Expresszüge wird ein Zuschlag erhoben, besonders im Sommer sind Sitzplatzreservierungen erforderlich. Fahrkarten und Platzkarten können bis zu 60 Tage im Voraus gekauft werden. Die Ermäßigung JUNIOR gilt für Personen bis 26 Jahren. Kinder unter 4 Jahren fahren ugt über ein gut ausgebautes Straßennetz (Website: www.aka.hu). Es gibt acht Hauptverkehrsstraßen, außer der M8 beginnen alle in Budapest. Die beiden wichtigsten Verbindungsstraßen von Budapest sind die M1 nach Hegyeshalom und die M7, die am Balaton vorbeiführt. Die M3 verbindet Budapest mit Ostungarn (bis Görbehaza) und über die M6 gelangt man am schnellsten von Budapest nach Südungarn. Für die Autobahnen (Website: www.autobahn.hu) ist der Kauf einer Vignette erforderlich. Eine 4-Tages-Vignette kostet von Mai bis September 1530 Ft (ca. 6 Euro) und von Januar bis April sowie von Oktober bis Dezember 1170 Ft (ca 4,55 Euro). Eine 10-Tages-Vignette für Pkw kostet 2550 Ft (ca 10 Euro). Eine 1-Monats-Vignette kostet 4200 Ft (ca. 16 Euro) und eine Jahresvignette 37.200 Ft (ca. 145 Euro). Die Autobahnvignette wird an den Zahlstellen der Autobahn, an der Grenzstation Hegyeshalom und an den Tankstellen in der Nähe der Autobahn verkauft. Notrufsäulen sind alle 2 km an den Autobahnen M1, M5, M7 und an der Europastraße 5 zu finden.
Ein gut ausgebautes Netz an Tankstellen ist vorhanden. Alle im internationalen Verkehr üblichen Kraftstoffarten sind erhältlich.
Volanbusz unterhält Buslinien zu den Städten im Land und zu den Erholungs- und Urlaubsorten. Fast alle ungarischen Städte sind von Budapest mit dem Bus zu erreichen. Die Fahrkarten erhält man bei den Volán- und Ibusz-Büros im ganzen Land. Es gibt auch eine Busnetzkarte.
Bei der Benutzung von Taxis sollte zur Vermeidung unangenehmer Überraschungen der Fahrpreis unbedingt vor Antritt der Fahrt vereinbart werden.
Mietwagenzentralen gibt es am Ferihegy-Flughafen, bei IBUSZ, Volán, dem Fremdenverkehrsamt in Budapest und den größeren Hotels.
Der Ungarische Automobilklub betreibt einen Pannendienst an Wochenenden auf den Hauptstraßen und 24 Std. auf den Autobahnen und ist landesweit unter Telefon: 188 erreichbar; (Adresse: Rómer Flóris utca 4/A, H-1024 Budapest. Telefon: (01) 345 17 44 (24-Std.-Helpline, E-Mail: mailto:autoklub@euroweb.hudatanet.hu, Website: www.autoklub.hu). Eine ADAC-Auslands-Notrufstation ist ebenfalls eingerichtet (Telefon: (01) 345 17 17. Website: www.adac.de). Sie bietet ADAC-Mitgliedern und Inhabern eines ADAC-Auslandskranken- und Unfallschutzes Hilfeleistungen bezüglich Hotels, Mietwagen, Fahrzeug- oder Krankenrücktransporte.
Bei Reisen mit dem Auto sollte folgendes mitgeführt und beachtet werden:Der nationale Führerschein ist für EU-Bürger ausreichend. Für Staatsangehörige der EU- und EFTA-Länder gilt als Versicherungsnachweis das Autokennzeichen. Dennoch wird EU- und EFTA-Bürgern empfohlen, die Internationale Grüne Versicherungskarte mitzunehmen, um bei eventuellen Schadensfällen in den Genuss des vollen Versicherungsschutzes zu kommen. Ansonsten gilt der gesetzlich vorgeschriebene minimale Haftpflicht-Versicherungsschutz. Außerdem kann die Grüne Karte die Unfallaufnahme erleichtern.
Es gelten folgende Verkehrsbestimmungen:
- Anschnallpflicht.
- Striktes Alkoholverbot am Steuer (0,0 Promille).
- Auch tagsüber muss außerhalb bebauter Gebiete mit Abblendlicht gefahren werden.
- Hupen ist in bebauten Gebieten nur bei unmittelbarer Unfallgefahr erlaubt.
- Im Auto dürfen nur eingebaute Mobiltelefone benutzt werden.
- Während der Wintersaison sollten stets Schneeketten im Fahrzeug mitgeführt werden.
- Geschwindigkeitsbegrenzungen für Pkw und Motorrad:
Autobahn: 130 km/h
Schnellstraße: 110 km/h
Landstraße: 90 km/h
Ortschaft: 50 km/h - Geschwindigkeitsbegrenzungen für Busse:
Autobahn: 80 km/h
Schnellstraße: 70 km/h
Landstraße: 70 km/h
Ortschaft: 50 km/h
Die größeren Städte verfügen über gute Nahverkehrsnetze. In Budapest gibt es Busse, Oberleitungsbusse, Straßenbahnen, Vorortzüge (HEV), drei U-Bahnlinien und Fähren. Fahrkarten für Straßenbahnen und Omnibusse sind im Vorverkauf u. a. in Tabakläden erhältlich. Tageskarten sind für alle Verkehrsmittel erhältlich. Die Straßenbahnen und Busse fahren von 04.30 bis 23.00 Uhr, es gibt auch einige Nachtlinien (mit „É“ gekennzeichnet). U-Bahnverkehr von 04.30 bis 23.30 Uhr. Weiterhin stehen eine Zahnradbahn (Városmajor - Széchenyi-Berg), ein alter Zug aus der Pionierzeit der Eisenbahn (Hüvösvölgy - Széchenyi-Berg), ein Sessellift und eine Seilbahn zur Verfügung. In den anderen Städten gibt es Straßenbahnen oder Busse.
2.5 Unterkünfte
In Ungarn findet man Unterkünfte in allen Kategorien vom Luxushotel bis zum Privatzimmer.
Das Ungarische Tourismusamt veröffentlicht jährlich drei Kataloge über Hotels, Pensionen, Touristenherbergen und Campinganlagen.
Weitere Informationen wie Adressen, Telefonnummern, und Dienstleistungen der Unterkünfte unter Tourinfo-Telefondienst:
Telefon:+36-1438-8080
2.6 Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken
Einkaufsmöglichkeiten
Einkaufen kann man in Ungarn vor allem in den größeren Städten sehr gut. Allerdings liegt das Preisniveau mittlerweile auch fast auf der Höhe Westeuropas. Vor allem Budapest hat den Ruf mit Metropolen wie London, Paris und Mailand mithalten zu können. Dabei ist das Hochpreissegment genauso vertreten wie die Independentabteilung. Es gibt für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel etwas. Die zentrale Markthalle (özponti Vásárcsarnok, Vámház körút 1 - 3) ist ein wunderbarer Startpunkt für einen Einkaufstag in Budapest. In den hohen Hallen gibt es alles, was in Ungarn erzeugt wird und gut schmeckt: verschiedene Paprikasorten, Würste, Safran, Wild, Geflügelfleisch, Gänseleber und lebende Fische. Auf der Galerie steht Imbiss neben Imbiss. Kenner essen die frisch gebratene Paprika-Knoblauch-Wurst mit lockerem Weißbrot und Senf. Die beliebtesten Mitbringsel sind die Paprikawürste, gyulai, csabai und gebratene Gänseleber im eigenen Schmalz, Tokajer Wein, Aprikosen- und Zwetschgenbrände sowie Tresterschnäpse. Die Hallen sind Montags von 6 bis 17 Uhr, Dienstags bis Freitags 6 bis 18 Uhr und Samstags 6 bis 14 Uhr geöffnet. Der Flohmarkt Ecseri (Nagykorösi út 156, Autobahn M5 Richtung Kecskemét, Ausfahrt bei km 12 und dem Schild "Fövárosi Autópiac") ist für all diejenigen interessant, die noch nicht so recht wissen, wonach sie eigentlich suchen. Die Händler verkaufen so ziemlich alles, was alt ist und in Mittel- und Osteuropa hergestellt wurde. Oft zeigen sie ihre wirklich guten Waren aber nur auf ausdrückliches Nachfragen. Wer seine Wünsche auf Deutsch äußert, zahlt oft das Doppelte. Es ist ratsam, jemanden mitzunehmen, der den Markt und zumindest einige Händler kennt. Der Markt ist Montags bis Freitags von 8 bis 16 Uhr und Samstags 8 -bis 15 Uhr geöffnet.
Die hübsche, verhältnismäßig ruhige Falk-Miksa-Straße in der Pester Innenstadt hat sich in den letzten Jahren zur Portobello Road von Budapest entwickelt. In unzähligen kleinen Läden finden sich hier neue Kunst, alte Kunst, Antiquitäten sowie Gebrauchsgegenstände. Es lohnt sich hier zu stöbern. Zum Ausruhen laden mehrere Cafés und Bierstuben ein.
Lebensmittelläden und Einkaufszentren sind in der Regel montags bis freitags von 7 Uhr bis 19 Uhr, samstags von 7 Uhr bis 14 Uhr geöffnet.
Größere Kaufhäuser, Einkaufs- und Unterhaltungszentren, Privatgeschäfte und die wichtigsten Passagen und Einkaufsstraßen haben auch sonntags geöffnet.
Die Postämter sind normalerweise werktags von 8 bis 18 Uhr geöffnet.
Ungarische Gastronomie
Die ungarische Küche gilt im Vergleich zu anderen europäischen Speisen als relativ „schwer“. Ein beliebtes Gericht der Ungarn, das häufig als Nationalgericht tituliert wird, ist pörkölt. Pörkölt wird nicht nur im deutschsprachigen Raum fälschlicherweise auch als Gulasch bezeichnet. Das in Ungarn gekochte gulyás ist im Gegensatz zum pörkölt eine Suppe. Die deutsche Bezeichnung Gulaschsuppe (Ungarisch: gulyásleves) wäre in dem Fall also treffender. In Ungarn gibt es pörkölt sowohl als disznópörkölt (mit Schweinefleisch) als auch als marhapörkölt (mit Rindfleisch). Pörkölni bezeichnet das Verfahren der Fleischzubereitung (Schmoren in Zwiebeln, Paprika und Fett). Die Beilagen zu diesem Gericht sind variabel und von Region zu Region verschieden.
Das gulyás wird traditionell im Kessel (bogrács) zubereitet. Das Kochen in diesem Gerät geht auf die Nomadenzeit zurück und ist mit der chinesischen Version des Kessels verwandt, dem Wok. Das Fleisch wird zunächst wie pörkölt geschmort, jedoch nach ausreichender Garzeit mit Wasser aufgegossen. Außerdem gibt man Kartoffelstücke und Kümmel dazu (nicht so beim pörkölt). Für dieses Gericht wird traditionell nur Rindfleisch verwendet. Dass dies so ist, ergibt sich aus dem Wort gulyás. Das Wort gulya bedeutet „Rinderherde“, der gulyás ist der Rinderhirte (sozusagen der ungarische Cowboy). Der bogrács besteht meist aus Kupfer und in ihm werden auch heute noch andere Speisen als das gulyás auf offenem Feuer zubereitet, Fischsuppe z. B.. Manchmal wird in Restaurants auch die jeweilige Bestellung in einem kleinen Portionskessel serviert.
Neben der Paprika, die auch gemahlen als Gewürz besonders häufig in der ungarischen Küche verwendet wird, ist der Tokajer (Ungarisch: Tokaji), ein Wein aus dem Tokajer Weingebiet (Ungarisch: tokaji borvidék), mittlerweile als typisch ungarisches Produkt weltbekannt. Für diesen Wein werden nur spätreifende Rebsorten verwendet, so dass die Weintrauben nicht nur von den trockenen, heißen Sommern, sondern auch von den langen, warmen und nebelreichen Herbsten profitieren. Außerdem nimmt Sauerrahm (tejföl), zum Würzen und Abschmecken einer Vielzahl an Speisen, eine zentrale Rolle in der ungarischen Küche ein.
Historisch basiert die ungarische Küche auf der traditionellen bäuerlichen Küche, mit ihren in der Herstellung durchaus aufwändigen Gerichten, und der Magnatenküche des ungarischen Hochadels. Eine eigentliche bürgerliche Küche hat sich, wie in ganz Osteuropa, erst relativ spät und nur in Ansätzen entwickelt.
Eine Reihe von Erzeugnissen spiegeln die geographische und kulturelle Vielfalt des Landes besonders wider, die kulinarisch von Weidehaltung sowie Obst- und Gemüseanbau geprägt ist. Ungarn besitzt seit alters her hochwertige ungarische Weinanbaugebiete mit guten Weißweinen aus dem Gebiet rund um den Balaton (Plattensee). Dieser wird auch für den Fischfang genutzt, etwa auf den Fogasch (fogas, also Zander aus dem Balaton), der ein beliebter Speisefisch in Ungarn ist, sei es frittiert oder im Fischgulasch.
Eine weitere ungarische Spezialität ist Langos, eine Art herzhafter Fladen, vergleichbar mit Flammkuchen, den man gut als Beilage zu Suppen oder als Snack mit Kräuterquark, Frischkäse oder Knoblauchbutter essen kann.
Weniger bekannt ist noch die große Tradition Ungarns im Bereich der Back- und Süßwaren. Für diese Tradition steht auch das Café Gerbeaud in Budapest mit seiner über ein hundertjährigen Geschichte. Davon zeugen unter anderem Palatschinken, Esterházytorte, Dobostorte, Gerbeaudschnitten (Zserbó-szelet) oder Schomlauer Nockerln (somlói galuska).
2.7 Links: Weitere Informationen
www.de.wikipedia.org/wiki/Ungarn
www.schwarzaufweiss.de/ungarn/kurzportrait1.htm
www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laender/Ungarn.html
www.ungarnaktuell.de/
3. Jugendarbeit
3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik
Für die wesentlichen Belange der Kinder- und Jugendpolitik ist in Ungarn das Ministerium für Jugend, Familie, Soziales und Chancengleichheit (Ifjúsági, Családügyi, Szociális és Esélyegyenlõségi Minisztérium, ICSSZEM) zuständig. Das Ministerium wurde am 1. Februar 1999 als Ministerium für Jugend und Sport (seit 2004: Jugend, Familie, Soziales und Chancengleichheit) gegründet, unterstützt wird es in seiner Tätigkeit durch die Nationale Kinder- und Jugendstiftung, das Kinder- und Jugendgrundsatzprogramm sowie Mobilitás. Die Regierung hat diese Institutionen zur dezentralen Unterstützung ins Leben gerufen, um lokale Initiativen der Jugendlichen zu ermutigen, damit Probleme bereits am Wohnort gelöst werden können. Das bedeutet die Unterstützung sowohl der lokalen Kinder- und Jugendorganisationen als auch der bürgerlichen Gemeinschaften, Vereine, Stiftungen und Institutionen des Stadtrates, die Jugendarbeit machen. Eines der Ziele des neuen Ministeriums ist die direkte Kommunikation mit den Jugendlichen und mit ihren Fürsprechern. Die Regierung will gemeinsam mit den Jugendlichen ihr Programm verwirklichen.
Die Kinder- und Jugendstrategie des Ministeriums beruht auf drei Pfeilern: Koordination, Regionalität, Gespräch.
- Koordination: Verschiedene Ministerien sind für die Kinder und Jugend betreffenden Belange zuständig, unter anderem für das Gesundheitswesen, das Arbeitsrecht und für das Schulwesen, mit der Gründung des Ministerium beginnt nun die Koordinierung der Tätigkeiten dieser Ministerien in Bezug auf Jugendfragen.
- Regionalität: Ein von Mobilitás koordiniertes nationales Netzwerk von sieben regionalen Jugenddienstleistungsbüros unterstützt die regionale Jugendarbeit sowie Organisationen und verwaltet die regionalen Mittel für die Jugendarbeit.
- Gespräch: Das Ministerium führt vor allem mit den großen kinder- und jugendrelevanten Organisationen einen stetigen Dialog: mit der Landeskonferenz der Studentenselbstverwaltungen, mit dem Ungarischen Kinder- und Jugendrat, mit dem Landeskinder- und -jugendparlament und mit den ihnen angeschlossenen Organisationen.
Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte
In Ungarn gibt es seit 2003 die Nationale Kinder- und Jugendkonferenz, die die Aufgaben einer einheitlichen Dachorganisation in Sachen Vertretung der Kinder- und Jugendrechte hat.
Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen
Mobilitás ist eine auf Landesebene tätige übergeordnete Institution der Jugendhilfe, die dem Ministerium für Jugend, Familie, Soziales und Chancengleichheit unterstellt ist. Mobilitás unterstützt und fördert nationale und internationale Programme, Projekte und Initiativen für Kinder und junge Leute. Außerdem übernimmt Mobilitás für Ungarn die Verwaltung des europäischen Förderprogramms JUGEND IN AKTION als Nationalagentur. Darüber hinaus koordiniert Mobilitás die Arbeit der sieben regionalen Jugenddienstleistungsbüros.
Die Tätigkeit der regionalen Jugenddienstleistungsbüros wird durch die Anordnung 2/1999 des damaligen Jugend- und Sportministeriums (seit 2004: Ministerium für Jugend, Familie, Soziales und Chancengleichheit) geregelt. Die Büros sind in fachlicher Hinsicht autonom, arbeiten aber mit beschränkter Befugnis und werden von Mobilitás beaufsichtigt.
Aufgaben der Büros:
- Regionale Entwicklungsprogramme, Unterprogramme, Mitarbeit an der Planung und Verwirklichung.
- Mitarbeit an der Bewertung und der fachlichen und finanziellen Kontrolle der durch das Kinder- und Jugendgrundsatzprogramm unterstützten Projekte.
- Bekanntmachung der Anforderungen der EU, des Europarats und anderer nationaler Organisationen und Durchführung der Programmentwicklung und Vorbereitung.
- Sammlung von regionalen Informationen über die Jugend (Forschung).
- Förderung der Teilnahme der Jugend an der lokalen, regionalen, interregionalen und euro-regionalen Zusammenarbeit.
- Sicherung der Funktionsbedingungen des Regionalen Jugendrates.
Leistungen der Büros
- Beratung zur Planung und Verwirklichung der Jugendprogramme des Stadtrates und der lokalen und regionalen Programme.
- Organisation von Kursen zur Verwirklichung der regionalen und lokalen Programme.
- Teilnahme an der Ausbildung von Leitern der Jugendgemeinschaften und die Jugend unterstützende Fachleuten, Teilnahme an der Weiterbildung der Mitglieder des Stadtrates und der Verwaltungsbeamten.
- Informationslieferung in jugendrelevanten Fragen.
- Sicherung der materiellen Bedingungen, die für gemeinschaftliche Jugendinitiativen zur Verfügung stehen sollen.
Die Nationale Kinder- und Jugendstiftung wurde 1995 von der Regierung gegründet. Zielsetzung war und ist die Sicherung der aktiven, persönlichen und kollektiven Teilnahme und Mitgestaltung von Kindern und Jugendlichen an der Bestimmung ihrer Zukunft und der Zukunft des Landes. Die Stiftung betreibt das Jugendzentrum in Zánka, ein Urlaubszentrum am Ufer des Plattensees, dort können bis zu 4.000 Kinder und Jugendliche untergebracht werden.
Auf regionaler beziehungsweise Komitats-Ebene gibt es die Komitatsselbstverwaltung. Ihre Aufgaben sind die Verwirklichung der Kinder- und Jugendrechte und die Koordination der damit verbundenen Aufgaben. Die behördlichen Aufgaben besorgt die Komitatsverwaltung.
Auf lokaler Ebene agiert die Stadtverordnetenversammlung. Die lokalen jugendrelevanten Institutionen werden durch den Stadtrat verwaltet: Kindergärten, Grundschulen, Realschulen, Fachschulen, kulturelle Institutionen (Jugendklubs, -häuser, -lager), Jugendinformations- und -beratungsbüros, Vormundschaftsbehörde, Familienfürsorge, Fürsorgeheime und Rehabilitationszentren für Behinderte. Das Gesetz empfiehlt den Stadträten, einen so genannten Jugendreferenten anzustellen, dies ist aber nicht obligatorisch. Auch die Bestimmung des Aufgabenbereiches und die dazu nötigen Kompetenzen sind bisher nicht eindeutig geregelt.
Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte
Im ungarischen Regierungsprogramm 2006 bis 2010 spielt der Bereich Kinder- und Jugendpolitik eine untergeordnete Rolle. Die Regierung sieht ihre Aufgabe in der Förderung der gesellschaftlichen Integration der Jugendlichen. Zu diesem Zweck wird das Nationale Jugendprogramm ausgearbeitet, das den Jugendlichen Chancengleichheit in den Bereichen Lernen, Wohnen, Arbeit und Familiengründung zum erfolgreichen Erwachsenwerden sichern will. Die Regierung entwickelt die Voraussetzungen für die Infrastruktur der nützlichen Freizeitgestaltung (Jugendklubs, Gemeinschaftseinrichtungen, Jugendherbergen, Spielplätze, Frei-Sportanlagen), fördert die Durchsetzung von lokalen und landesweiten Initiativen durch das „Kinder- und Jugendgrundprogramm“, regionale Jugendräte und das Jugendprogramm der Europäischen Union, und startet ein Programm, um die gesundheits- und umweltbewusste Lebensweise beliebter zu machen und die demokratische Bürgereinstellung zu entwickeln.
Um die Arbeit von Fachleuten und zivilen Organisationen, die sich mit der Unterstützung der Jugendlichen beschäftigen, zu fördern, soll ein Nationales Jugendinformations- und Dokumentationsdatenarchiv geschaffen werden. Ein „Jugendwissensarchiv“, das eigentlich eine Online-Datenbank mit Programmen, Initiativen, Fachleuten, Fachliteratur, Forschungsergebnissen nach internationalen Vorbildern ist.
Die Regierung will die Entwicklungen im Bereich Jugendpolitik in den Selbstverwaltungen, Selbstverwaltungsvereinen und Regionen unterstützen und bei der Ausarbeitung von lokalen Handlungsplänen für die Verbesserung der Lebensumstände der Jugendlichen helfen.
Die Möglichkeiten der nationalen und internationalen ehrenamtlichen Tätigkeit, damit die Jugendlichen Erfahrungen und Wissen erwerben können, sollen erweitert werden.
Für die Studierenden wird ein „Arbeitnehmerbuch für Studierende“ eingeführt, durch das die Möglichkeit eine Praktikumstelle zu erhalten und eine spätere Anstellung der Studierenden unterstützt werden sollen.
Die Regierung unterstützt die bewusste Familienplanung der Jugendlichen. Um Unfruchtbarkeit und Abtreibungen zu vermeiden und die Geburt von gesunden Kindern zu fördern, strebt die Regierung die gesundheitsbewusste Erziehung der Jugendlichen an und unterstützt alle Initiativen, die beim Erreichen der obigen Ziele mithelfen können.
[Quelle: Regierungsprogramm der ungarischen Regierung 2006-2010 „Das neue Ungarn“: http://www.miniszterelnok.hu/domain2/files/modules/module25/fileok/Das_neue_Ungarn.pdf, 19.6.06]
Aktionsprogramme
Ungarn ist seit dem 1. September 1997 vollberechtigtes Programmland des Aktions- und FörderprogrammsJUGENDIN AKTION der Europäischen Union. Die Nationalagentur zur Verwaltung der Mittel ist bei Mobilitás angesiedelt. Das Büro unterstützt die Ausbreitung des Programms und der Methode des interkulturellen Lernens mit Unterstützung von Studienreisen und in Kooperation mit den anderen Nationalbüros mit der Organisation internationaler Bildungsveranstaltungen.
Das in Ungarn tätige Ministerium für Jugend, Familie, Soziales und Chancengleichheit bereitet zurzeit ein Nationalprogramm zur Unterstützung der Kinder und Jugendlichen vor. Grundlegendes Ziel ist die Unterstützung der Jugendarbeit der Stadträte sowie der lokalen gesellschaftlichen Organisationen und Institutionen. Die Grundeinheiten sind das dezentralisierte Unterstützungssystem (durch den Kinder- und Jugendfonds) und die Betätigung der regionalen Jugenddienstleistungsbüros. Das Ministerium möchte die informelle Erziehung der Kinder und der Jugend durch die Sicherung des Informationsflusses und die Einrichtung der Fachausbildungen unterstützen. Dieses Vorhaben beachtet die Grundprinzipien der Regionalität und Subsidiarität und strebt die Zusammenarbeit der Regierung und der Stadträte sowie die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene an. Die von der Regierung unterstützten Bereiche, sind insbesondere die folgenden: Umweltschutz, Naturkunde, Erziehung in der Freizeit und außerhalb der Schule, Gesundheitsförderung, kulturelles Erbe, lokale Werte, Traditionspflege.
Das Nationale Programm gegen Kinderarmutsoll in einem Zeitrahmen von 25 Jahren verwirklicht werden. Bereits in den nächsten Jahren werden weitere Schritte unternommen, damit die Zahl der in Armut lebenden Kinder zurückgeht: Arbeitsmöglichkeiten für die Eltern sollen geschaffen werden, die bedürftigen Kinder bekommen aus der gemeinsamen Kasse nicht mehr genauso viel, sondern mehr, ihre Ausgegrenztheit soll sich verringern und ihre Chancen zum Erwerb von Wissen sollen sich verbessern. Um die Kinderarmut zu mindern, sollen über das System der Familienförderung hinaus erhebliche Veränderungen in der Beschäftigung der Eltern, in der Verbesserung der Wohnbedingungen und der Verringerung der Chancenungleichheiten in der Bildung erfolgen.
Das Nationale Gesundheitsprogramm für Säuglinge und Kinder sieht vor, durch die Entwicklung von Familienplanung, Familienschutz und Geburtsvorbereitung die Zahl der Frühgeburten und die Säuglingssterblichkeit zu verringern, das Gemeindeschwesternetz in den benachteiligten Kleingemeinden zu stärken und zu entwickeln, die Unterschiede in der Kinder-Gesundheitsversorgung durch Aufholen der rückständigen Regionen zu verringern, die Anforderungen der gesunden Ernährung in der institutionellen Kinderversorgung durchzusetzen, Dauerprogramme im Zusammenhang mit Körpertraining und Gesundheitserziehung anzuregen und Gemeinschaftseinrichtungen zu schaffen, die auch das Beteiben von Sport ermöglichen.
3.2 Jugendschutz, kinder- und jugendrelevante Gesetze, altersbezogene gesetzliche Bestimmungen
Relevante Gesetze
Die Zielbereiche der Kinder- und Jugendpolitik werden von einem Regierungserlassfestgelegt, der die Aufgaben des für Kinder udn Jugend zuständigen Ministeriums vorschreibt und die staatlichen Verpflichtungen und Leistungen regelt. Folgende Rechtsvorschriften regeln den Rahmen der ungarischen Kinder- und Jugendpolitik:
- Gesetz über die Umsetzung der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen
- LXIV-Gesetzartikel (1995) über den Kinder- und Jugendfonds, die Nationale Kinder- und Jugendstiftung sowie das staatliche Organisationssystem für die Erfüllung der jugendrelevanten Aufgaben
- ISM-Erlass (1999) über das Kinder- und Jugendgrundsatzprogramm und die Tätigkeit der regionalen Jugenddienstleistungsbüros
- ISM-Erlass (2001) über die Gründung von Mobilitás
- Regierungserlass 1056 (2001) über die Gründung eines koordinierenden Arbeitsausschusses für die Entwicklung des Jugendtourismus
- Beschluss des Ministeriums für Kinder, Jugend und Sport (2002) über den Rat für internationale Programme
- Regierungserlass 157 (2002) über die Aufgaben und Zuständigkeiten des Ministeriums für Kinder, Jugend und Sport
- Regierungserlass 173 (2003) über nicht geschäftliche, gemeinschaftliche Unterkunftsdienstleistungen für die Freizeit
Seit Oktober 2003 wird in Ungarn an der Ausarbeitung eines Jugendgesetzes gefeilt. Zielsetzungen sind unter anderem:
- Die Harmonisierung der gesetzlichen Bestimmungen und rechtlichen Regelungen
- Der Aufbau eines Systems zur Schaffung der Voraussetzungen für die Wahrung der Rechte der Kinder
- Die Definition der staatlichen Rolle und die Festsetzung des sozialen Minimums im Gesetzespaket, das die Regierung für alle Kinder und Jugendlichen sicherstellt
- Die Bestimmung staatlicher Aufgaben und Funktionen
- Die Bildung eines Rahmens für die Systeme der Jugendorganisationen
- Die Bestimmung der Ressourcenverteilung und deren Funktionen
- Die Sicherung beziehungsweise Regelung der Teilnahme von Kindern und Jugendlichen und deren Organisationen an Entscheidungen, die diese betreffen
Das Wehrdienstgesetz regelt die allgemeine Wehrdienstpflicht zur Absolvierung des Wehrdienstes in einem bestimmten Zeitraum. Ziele: Ausbildung, Umbildung, Weiterbildung, Praxis, Spezialdienst, Militärdienst und waffenloser Dienst. In Notstand- und Sondersituationen werden die unterschiedlichen, die Dienstbeziehung der militärpflichtigen Soldaten betreffenden Verfügungen durch besondere Gesetze geregelt. Die allgemeine Wehrpflicht beträgt sechs Monate. Aufgrund einer Regierungsentscheidung werden wehrdienstpflichtige junge Männer bis auf weiteres nicht eingezogen, das heißt der Militärdienst ist praktisch abgeschafft worden.
Grundrechte der Kinder und Jugendlichen sind Gewissens- und Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Vereinigungsfreiheit, Recht auf Ausübung der Muttersprache, Wahlrecht, Wissenschaft-, Kunst- und Bildungsfreiheit, Rechte zur Ausbildung und zur körperlichen Entwicklung.
Die Strategie zum Abbau des Drogenkonsums vom 5. Dezember 2000 enthält folgende Punkte:
- Wer die behördlichen Vorschriften verletzt und Rauschgifte züchtet, produziert, erwirbt, bei sich trägt, importiert, exportiert, durch das Land transportiert, begeht ein Verbrechen und ist zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren zu verurteilen.
- Wer die behördlichen Vorschriften verletzt und jemandem Rauschgifte anbietet, übergibt, auf den Markt bringt oder mit Rauschgift handelt, begeht ein Verbrechen und ist zu einer Freiheitsstrafe von zwei bis acht Jahren zu verurteilen.
Altersbezogene gesetzliche Bestimmungen
Alle volljährigen ungarischen Staatsbürgerinnen und -bürger, deren Wohnsitz oder Aufenthaltsort sich in Ungarn befindet, dürfen wählen und können gewählt werden. Das Wahlrecht gebührt nach den ungarischen Gesetzen auch den Einwanderern, die keine ungarische Staatsbürgerschaft haben. Diejenigen, die unter Vormundschaft stehen und handlungsunfähig sind, denen ein rechtskräftiges Urteil die öffentlichen Angelegenheiten untersagt, die zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurden, die unter einer in einem Strafverfahren rechtskräftig verschriebenen Zwangsheilbehandlung stehen, haben kein Wahlrecht.
Die Schulpflicht in Ungarn dauert bis zum 16. Lebensjahr. Die Eltern sind verpflichtet, ihr Kind in die erste Klasse der dem Wohnort oder dem Aufenthaltsort nach zugeordneten Schule einschreiben zu lassen.
Rauchen ist ab 18 Jahren erlaubt. Alkoholverkauf ist für unter 14-Jährige nicht erlaubt, es erfolgt kein Alkoholausschank in Gaststätten für unter 18-Jährige. Der Aufenthalt in Spielhallen ist ab 18 Jahren erlaubt.
Der Aufenthalt an öffentlichen Plätzen, in Gaststätten, der Besuch von Nachtclubs und -bars sowie Tanzveranstaltungen ist nicht gesetzlich geregelt. Erlaubnis oder Verbot zum Besuch fällt in die Zuständigkeit der Eltern.
3.3 Weitere Informationen
Weitere Informationen und Adressen von Jugendverbänden und Organisationen, sowie zu kinder- und jugendpolitischen Strukturen sind unter http://www.dija.de/ (> Länderinfos >Ländername) zu finden.
3.4 Schulsystem und Bildungswesen
Zuständig für die allgemeine, berufliche und Hochschulbildung sowie Forschung und Entwicklung in Ungarn ist das Ministerium für Bildung(Oktatási Minisztérium).
In den Achtzigerjahren begann die Reform des ungarischen Bildungswesens, deren strukturelle Änderungen ab Anfang der Neunzigerjahre eingeführt wurden. Nach Annahme der Bildungsgesetze wurde dieser Prozess weiter vorangetrieben. Die wichtigsten Änderungen sind folgende:
- Das Gesetz zur öffentlichen Bildung aus dem Jahre 1993 macht die Vorschulbeschäftigung von fünfjährigen Kindern zur Pflicht. Kinder und Jugendliche unter 16 sind ohne Ausnahme zur Teilnahme am Unterricht verpflichtet.
- Die Anforderungen an die wichtigsten Bildungsrichtungen wurden neu bestimmt, sowie allgemeine und fachliche Gebiete getrennt. Strategische Punkte des ungarischen Bildungswesens sind:
- Geltendmachung des allgemeinen und grundlegenden Charakters der primären Bildung. Als Schlüsselaufgaben gelten hier: Eintritt in die Bildung, Vorschulbildung, Förderung von Grundfähigkeiten bei allen Schülern.
- Möglichkeiten des Übertritts aus der primären Bildung: Der erste Bruch für den Schüler erfolgt beim Übertritt in die Oberstufe der traditionellen allgemeinbildenden Schule, da der Großteil der Selbstverwaltungen erst auf Kosten von Niveausenkung die Achtklassenbildung gewährleisten kann.
- Die untere Mittelstufe und die Fortsetzbarkeit der Bildung: Die erste Möglichkeit zum Austritt aus der Pflichtbildung bietet sich mit dem 16. Lebensjahr. Bei der Berufsausbildung, die für die Austretenden geschaffen wurde, erhebt sich die Frage der Qualität und die der Kontinuität.
- Die obere Mittelstufe und die heutigen Schultypen: Die unterschiedlichen Schultypen der oberen Mittelstufe stellen ein natürliches Hindernis für den späteren Wissenserwerb dar.
- Durch die Reform der Berufsausbildung eröffnen immer mehr Mittelschulen mit gemischtem Profil beziehungsweise Gymnasien mit Berufsausbildung, das heißt mit fünf Klassen. Einer Vereinheitlichung könnte vor allem die Einführung eines differenzierten Abiturs dienen.
- Die Beschaffenheit der Berufsausbildung nach dem Abitur: Die Berufsausbildung im Rahmen der Schule scheint sich aufzulösen. Dies macht den Erhalt von großen Berufsschulen und Lehrwerkstätten fraglich.
Fragen der tertiären Bildung: Die Modernisierung des ungarischen Hochschulwesens könnte eine Neuorganisierung der jetzigen Bildung zu einem neuen System mit vier Bildungsebenen bedeuten: eine Hochschul-Berufsausbildung, die mit der oberen Mittelstufe zusammenwächst (associate degree); gefolgt durch die Grundbildung innerhalb des Hochschulwesens (bachelor degree); durch die wissenschaftliche Bildung (master degree) und durch die Wissenschaftlerbildung (PhD).
Ausdehnung der postgraduellen Bildung: eine sektorenneutrale Akkreditierung könnte die Gestaltung eines einheitlichen Weiterbildungssystems, zur Befriedigung von Lernansprüchen der sogenannten älteren Generation, fördern.
Das Regierungsprogramm 2006 bis 2010 sieht die Weiterführung des Reformprozesses des Bildungssystems vor. Darin ist unter anderem vorgesehen:
Ein umfassendes Schulerneuerungsprogramm, in dessen Rahmen bis 2013 1.000 Schulen erneuert und 300 Schulen vollständig neu aufgebaut werden. Das Heizungs- und Beleuchtungssystem der Schulen wird modernisiert, neue Sporthallen und Schwimmbäder werden gebaut. Die Belastung der Kinder durch das Erlernen von überflüssigem lexikalischem Wissen wird nach wie vor verringert. Der Anteil des nicht-fachsystematischen Unterrichtes wird in den Jahrgängen 5 bis 6 erhöht. Die Fortführung der systematischen Einführung des „Nationalen Grundlehrplanes“, die Modernisierung des Unterrichts der naturwissenschaftlichen Fächer, die Einführung einer neuen Regelung für das Gutachten von Lehrbüchern, um den Schülern den Erwerb von brauchbarem Wissen zu erleichtern. Die Bewahrung des Systems des zweistufigen Abiturs, in Anlehnung an die Erfahrungen weiterentwickelt und vereinfacht. Die Bewahrung und weitere Verbesserung des Systems der Fremdsprachenvorbereitungsjahrgänge, bis 2010 Schaffung von Möglichkeiten, dass jede/r Schüler/-in in jeder Mittelschule Englisch lernen kann. Die Fortsetzung der Anwendung der Informations- und Kommunikationstechnologie in den Schulen, die Erweiterung der Rolle des „Sulinet Digitalen Wissensbasis“, die digitale Kultur, mit Hilfe von multimedialen Mitteln Förderung der Ansprüche und Möglichkeiten von individuellem Lernen, gestärkt.
Weitere Informationen: http://www.miniszterelnok.hu/domain2/files/modules/module25/fileok/Das_neue_Ungarn.pdf (19.6.06)
Schulsystem
Der Kindergarten erzieht die Kinder ab dem dritten Lebensjahr bis zum Erreichen der Schulreife, maximal bis zum siebenten Lebensjahr. Ein Kind ist verpflichtet, ab dem Jahr, in dem es sein fünftes Lebensjahr erreicht, im Rahmen der Kindergartenerziehung an Beschäftigungen teilzunehmen, die der Schulvorbereitung dienen. Die Schulreife ist eine Vorbedingung für die Einschulung und wird durch eineN KindergärtnerIn und eineN LogopädIn schriftlich bestätigt. Für Kinder, die die Schulreife nicht erreichen können, gibt es spezielle Schulen.
Seit 1962 besteht in Ungarn vom sechsten bis zum 16. Lebensjahr allgemeine Schulpflicht. Nach dem Besuch der achtjährigen Grundschule (in der Regel von sechs bis 14) gibt es drei weiterführende Optionen für den individuellen Bildungsweg:
- Gymnasium (vier Jahre) mit Schwerpunkt Allgemeinbildung und Sprachen,
- Technikum, praktische Ausbildung in Technik und Handel,
- Berufsschule, den Berufsausbildungsstätten angegliedert.
Aufgrund historischer Traditionen, der sozialen Umwelt und der Nachfrage gibt es in Ungarn zwei verschiedene Gruppen von nichtstaatlichen und nichtkommunalen Schulen: kirchliche und Stiftungs- bzw. Privatschulen. Die Gründung einer kirchlichen Schule kann durch eine kirchliche Rechtsperson erfolgen. Die Wiedererlangung ihrer ehemaligen Schulen machte es den Kirchen möglich, ihre traditionelle Rolle als Lehrinstitution fortzusetzen. Mehr als 60 % der kirchlichen Schulen gehören der katholischen Kirche, etwas mehr als ein Fünftel der kalvinistischen, ein Zehntel der lutheranischen und 1 % der jüdischen Konfession an.
Die entscheidende Mehrheit (76 %) der Privatschulen werden von Stiftungen getragen, 15 % von Privatunternehmern und 9 % von Vereinen. Ein Teil der von Stiftungen getragenen Schulen hat sich zum Ziel gesetzt, alternative Unterrichtsmethoden anzuwenden. Sie adaptieren international anerkannte pädagogische Methoden (Waldorf, Rogers, Montessori) oder aber eigene alternative Methoden. Eine andere Gruppe dieser Schulen vertritt spezifische alternative Philosophien und Interessen. Die Stiftungs- und Privatschulen sind unter Eltern und Schülern schnell populär geworden.
Besonders zugenommen hat in den letzten Jahren die Anzahl von Berufs- und Fachschulen, Kunstschulen und Kindergärten. In den meisten Schulen kann Lehrgeldunterstützung beantragt werden. Ein Teil dieser Privatinstitutionen versucht, der Nachfrage entsprechend, das staatliche Angebot zu ergänzen. Ein anderer Teil bietet dasselbe Programm wie die kommunalen Institutionen, achtet bei der Ausführung aber auf ein höheres Niveau oder spezielle Methoden. Der Anteil von Privatschulen ist gering, ihre soziale und pädagogische Bedeutung übersteigt aber ihre Anzahl. Sie sind in der Lage, sich flexibler und dynamischer den neuen Aufgaben anzupassen als die staatlichen und kommunalen Schulen.
Der Nationale Grundlehrplan hat einen neuen Zeitrahmen für den Fremdsprachenunterricht bestimmt. Einerseits wurde der Beginn der Lernpflicht für Fremdsprachen vom vierten auf das fünfte Lehrjahr verlegt, andererseits ist die Stundenzahl flexibler bestimmt, das heißt dem Fremdsprachenunterricht kann eine unterschiedliche Zahl von Stunden gewidmet werden.
Hochschulwesen
Das Hochschulwesen in Ungarn kann auf eine 700-jährige Geschichte zurückblicken. Wie auch in anderen Ländern Europas sind die ersten Universitäten im Mittelalter gegründet worden. Die Hochschulbildung stand lange Zeit unter kirchlicher Führung und Einfluss, da es in erster Linie die Kirche war, die den anderen Schichten der Gesellschaft die Wissenschaft vermittelt hat. Als Ergebnis einer langen Entwicklung sind in Ungarn im 19. Jahrhundert die großen, so genannten Wissenschaftsuniversitäten ausgebaut worden, in denen verschiedene Ausbildungsformen für mehrere Gebiete der Wissenschaft existent waren.
Bis zum Jahre 1945, als der sowjetische Machteinfluss wirksam wurde, bestimmten diese Rahmenbedingungen das Hochschulwesen des Landes, und zwar auf einem sehr hohen, auch international anerkannten Niveau. Nach der kommunistischen Machtübernahme wurden durch zentralen politischen Willen die vorher gut funktionierenden wissenschaftlichen Zentren aufgelöst und Fachuniversitäten gegründet, vor allem zum Zwecke der Ausbildung von Fachleuten für die forcierte Industrialisierung, andererseits zur Erleichterung der politischen Kontrolle.
Das Netz von Fachuniversitäten wurde immer breiter, und so existierten Ende der Achtziger-/Anfang der Neunzigerjahre beinahe 90 selbstständige Institutionen des Hochschulwesens. Nach der Wende im Jahre 1989 sind dann die nichtstaatlich finanzierten Hochschulinstitutionen ins Leben gerufen worden, die größtenteils unter kirchlicher Aufsicht sind, es gibt darunter aber auch private Stiftungsinstitutionen.
Die nächsten Jahre stehen im Zeichen der Verwirklichung der Hochschulbildungsreform. Durch die Einführung der dem Bologna-System entsprechenden Bildung ab September 2006 startet das ganze Grundstudium nach einem neuen Studiengangssystem, und ab dem Studienjahr 2007 werden Master-Studiengänge angeboten.
Im Prozess der Demokratisierung des Hochschulwesens sind die Ungarische Rektorenkonferenz, die Generaldirektorenkonferenz der Hochschulen sowie die Studentenorganisation Landeskonferenz der Studentenselbstverwaltungen zu gesetzlich anerkannten Verhandlungspartnern beziehungsweise Fach- und Interessenvertretern der Universitäten und Hochschulen geworden. Die Grundlagen dafür sind im Hochschulgesetz vom Jahre 1993 geschaffen worden.
Wer sich für ein Studium in Ungarn interessiert, kann über den Deutschen Akademischen Austauschdienst weiterführende Informationen erhalten. Der DAAD hält einen Studienführer zu den Ländern Mittel- und Osteuropas, darunter Ungarn, bereit.
Berufsausbildung
Mit der Reform des Bildungswesens ging auch eine Reform des Systems der Berufsausbildung einher. Aufgrund der Notwendigkeit der schnelleren Anpassung an die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes wurde das System der Berufsausbildung umgestaltet. In den Mittelschulen wurde schon in den 80er Jahren die Bildungsform von zwei + zwei Jahren beziehungsweise von zwei + zwei + ein Jahr eingeführt, wo in der ersten Etappe die Grundbildung mit wenig Fachkenntnissen dominiert und es erst in den späteren Jahren zur Spezialisierung kommt.
In den letzten Jahren verschiebt sich die Berufsausbildung in Richtung einer auf das Abitur basierenden Bildung. Dadurch nimmt die Schülerzahl in den Mittelschulen trotz Bevölkerungsabnahme zu.
Dem Nationalen Institut für Berufsausbildung obliegen folgende Aufgaben: dauernde Förderung und Modernisierung der Berufsstruktur, inhaltliche Förderung der Berufsausbildung, internationale Tätigkeit, Weiterbildung von Lehrkräften, Arbeitsmarkt orientierte Bildung, Fachberatung, Informationstätigkeit und Verlagstätigkeit.
4. Natur und Kultur
4.1 Natur und Umwelt
Ungarn ist durch die Flüsse Donau und Theiß in das westliche Transdanubien mit der Kleinen Ungarische Tiefebene (Ungarisch: Kisalföld) und die Große Ungarischen Tiefebene (Ungarisch: Alföld) geteilt. Diese Tiefebenen machen zwei Drittel der gesamten Landesfläche aus. Die Kleine Ungarische Tiefebene im Nordwesten Ungarns, die hauptsächlich aus dem Becken von Győr (Raab) besteht, bietet eine recht abwechslungsreiche Landschaft. Diese wird durch leicht welliges Terrain und kleine Hügel bestimmt. Auf Grund der fruchtbaren Lößböden und des milden Klimas kann intensiv Landwirtschaft betrieben werden. Die knapp die Hälfte Ungarns einnehmende Große Ungarische Tiefebene ist entlang der Theiß von Auenlandschaften durchzogen und mit einzelnen Waldinseln durchsetzt. Durch Trockenlegung der Auen und die Rodung der Wälder sind viele Böden zunehmend versalzt. Daraus entstand eine einzigartige Landschaft, die Puszta, eine baumarme Steppenlandschaft mit Ziehbrunnen, verstreuten Bauernhöfen und extensiver Weidelandschaft.
Auf Grund aufwendiger Bewässerungsmaßnahmen entstanden fruchtbare Böden, die den Anbau von Tabak, Mais und Sonnenblumen ermöglichen. Der Nationalpark Hortobágy wurde geschaffen, um die ursprüngliche Puszta-Landschaft zu schützen. Einen dritten Landschaftstyp, gekennzeichnet von Hügeln und Bergen, findet man in im Norden Ungarns sowie in Transdanubien im Westen und Südwesten vor. Es gibt in Ungarn über tausend große Seen, von denen der Plattensee (Balaton) der größte Ungarns und zugleich Europas ist. Der Neusiedler See (Ungarisch: Fertő-tó) liegt nur zu einem Teil in Ungarn. 75 % der Wasserfläche gehören zum Staatsgebiet Österreichs.
Die ungarischen Mittelgebirge verlaufen vom Bükkgebirge im Nordosten bis zum Bakonywald im Westen. Fast alle Mittelgebirge in Ungarn tragen in höheren Lagen dichten Laubwald. Die Hänge und Becken sind mit fruchtbaren Böden bedeckt, die Acker-, Obst- und Weinbau ermöglichen. Thermalquellen, die an den Rändern der Mittelgebirge auftreten, sind Zeugnisse eines vergangenen und lebhaften Vulkanismus. Dies bestätigen auch die vulkanischen Gesteine des Bakonywaldes und des Mátragebirges im Norden. Bis auf diese Ausnahmen bestehen die sonstigen Mittelgebirge in Ungarn aus Dolomit und Kalkstein. Das bewaldete Mecsekgebirge im Südwesten Ungarns erhebt sich inselartig und ist bis zu 682 m hoch. Im Mátragebirge steht auch die mit 1.014 m höchste Erhebung Ungarns, der Kékes.
Der längste Fluss auf ungarischem Staatsgebiet ist die Donau (Ungarisch: Duna). Sie fließt zunächst als Grenzfluss zwischen Ungarn und der Slowakei von West nach Ost, nach dem Donauknie bei Visegrád, einer 90°-Wendung des Flusses, fließt die Donau von Norden nach Süden Richtung Serbien. Ein weiterer langer Fluss in Ungarn ist die Theiß (Ungarisch: Tisza). Weitere wichtige Flüsse in Ungarn sind die Drau (Ungarisch: Dráva), der Hernád, die Körös (Deutsch: Kreisch), die Mur, die Raab (Ungarisch: Rába), Sajó und Zala.
Alle größeren Flüsse entspringen außerhalb Ungarns: Mur und Raab in Österreich, die Drau in Südtirol, die Zala in Slowenien, der Hernád in der Slowakei, die Körös in Siebenbürgen (West-Rumänien). Ungarns Hauptflüsse Donau und Theiß entspringen in Süddeutschland bzw. in der Ukraine.
Wegen der Binnenlage und der abschirmenden Wirkung der Gebirge hat Ungarn ein relativ trockenes Kontinentalklima mit kalten Wintern und warmen Sommern. Die mittleren Temperaturen liegen im Januar zwischen -1 °C und -3 °C und im Juli zwischen +21 °C und +23 °C. Im Frühsommer sind die ergiebigsten Niederschläge zu verzeichnen. Die mittlere Niederschlagsmenge beträgt im Westen auf Grund der vorherrschenden, Regen bringenden Westwinde rund 800 Millimeter, während in den östlichen Landesteilen in trockenen Jahren 500 Millimeter unterschritten werden können. Die Höhe der Niederschläge nehmen insgesamt von Westen nach Osten ab.
In Ungarn sind etwa 45.000 Tierarten und 2.200 Pflanzenarten beheimatet. Vereinzelt gibt es nord-, ost- und südeuropäische Arten, die Mehrheit sind aber mitteleuropäische Arten. 855 Tierarten und 535 Pflanzenarten stehen unter Schutz. Seltene geschützte Blumen sind beispielsweise die mediterrane Nieswurz, die wilde Pfingstrose im Hügelland vom Mecsek und die ungarische Windblume in der Nyírség-Gegend. Wildschweine, Hirsche, Rehe und Füchse sind in den ungarischen Wäldern beheimatet. Aber auch seltenere Arten wie Wildkatzen, Teichfledermaus, Smaragdeidechse und Wiesenotter können noch in Ungarn beobachtet werden. Auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen und im Tiefland leben vor allem Hasen, Fasane, Rebhühner und Wachteln. Im Frühling ziehen riesige Vogelschwärme von Norden nach Süden. Zu ihnen gehören Schwalben und Störche, die in Afrika den Winter verbringen. Geschützte Vogelarten sind beispielsweise der Stelzenläufer, die Trappe, die vor allem in der südlichen Tiefebene verbreitet ist, und der Säbelschnäbler. Die ungarischen Flüsse und Seen sind sehr fischreich. Beheimatet sind Brassen, Karpfen und Hechte. Aale und Amuren wurden aus fremden Seen und Flüssen übergesiedelt und leben mittlerweile zahlreich in ungarischen Gewässern. Um die ungarische Tier- und Pflanzenwelt zu schützen, hat man auf einer Gesamtfläche von 816.008 ha 10 Nationalparks, 38 Landschaftsschutzgebiete und 142 Naturschutzgebiete eingerichtet.
4.2 Großschutzgebiete
Nationalpark Aggtelek
Im Nordosten des Landes an der Grenze zur Slowakei wurde 1985 auf der ungarischen Seite des Gömör-Tornai-Karsts (heutige Bezeichnung: Aggteleker Höhlen und Slowakisches Karstgebiet) mit einer Reihe von Natur- und Kulturschätzen der 2.000 ha große Nationalpark Aggtelek gegründet. Die UNESCO hat das Höhlensystem von Aggtelek 1995 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten des Aggteleker Karsts ist die Baradla-Höhle, die jährlich von 200.000 Touristen besucht wird. Sie ist die größte und prächtigste Tropfsteinhöhle Ungarns und innerhalb der gemäßigten Klimazone beispiellos in ihrer Schönheit. Die zum Weltkulturerbe erklärte Baradla-Höhle kann sowohl von Aggtelek als auch von Jósvafő aus im Rahmen geführter Wanderungen erkundet werden.
Nationalpark Bükk
Seit 1. Januar 1977 sichert der 43.200 ha große Nationalpark Bükk Schutz und Hege des natürlichen Pflanzen- und Tierbestandes des Bükk-Gebirges sowie die Erhaltung der geologischen, landschaftlichen und kulturellen Werte dieser Region. Man findet hier Arten, die sonst nur in mediterranen Gegenden vorkommen, aber auch solche, die sonst im Hochgebirge leben oder aus der letzten Eiszeit stammen. Einzigartig und umfangreich ist der Bestand an Faltern und Schmetterlingen. Etwa 90 Vogelarten brüten hier, unter ihnen auch viele bedrohte Arten, deren Nester in Ungarn nur noch in den Kalksteinwänden des Bükk-Gebirges zu finden sind. Die unzähligen Höhlen des Gebirges beherbergen zum Teil interessante archäologische Funde (Stállós-kõ, Subalyuk, Szeleta usw.).
Im Verwaltungsgebiet der Direktion des Nationalparks liegt das paläontologische Naturschutzgebiet von Ipolytarnóc. Diese Gegend wurde 1995 Teil des europäischen Naturschutzerbes.
Das 151 Hektar große Landschaftsschutzgebiet von Hollókő liegt zwischen den Hügeln des Cserhát-Gebirges. Es wurde 1977 zwecks Wahrung der Bausubstanz, der bäuerlichen und kulturellen Traditionen der Ortschaft Hollókő errichtet. Die Instandhaltung des alten Dorfes von Hollókő, das unter dem gleichnamigen Burgberg liegt, brachte der Ortschaft internationale Beachtung ein. Als Zeichen der Anerkennung wurde das Dorf im Jahre 1989 von der UNESCO zum Teil des Weltkulturerbes ernannt.
Nationalpark Duna-Dráva
In dieser großen Region sorgen neben dem Nationalpark weitere vier Landschaftsschutzgebiete und 16 Naturschutzgebiete für die Pflege und den Erhalt der Naturschätze. Der zum Nationalpark gehörende Donauabschnitt verläuft von Bogyiszló bis zur Staatsgrenze, während sich das Draugebiet von Őrtilos bis Matty erstreckt.
Der Nationalpark wurde 1996 gegründet, er erstreckt sich an der Donau von der Sió-Mündung bis zur Staatsgrenze und entlang der Drau über etwa 50.000 ha. Die Errichtung des Nationalparks begründete man mit der Notwendigkeit eines intensiven Schutzes der Umweltqualitäten der Flüsse Donau und Drau, sowie ihrer Altarme, der hinteren Gewässer, der Wasservorräte, der Auwälder und der Nährböden. Zahllose Pflanzen- und Tierarten, welche in Ungarn unter Naturschutz oder gar erhöhtem Naturschutz stehen, sind nur hier vorzufinden, wodurch der „biologische Wert“ des Nationalparks erhöht wird.
Im Nationalpark findet man auch zahlreiche frei zugängliche Gebiete. Die Flächen, die in erhöhtem Maße unter Naturschutz stehen, können nur mit Genehmigung und im Rahmen einer Fachführung besichtigt werden. Bei größeren Gruppen bzw. bei längeren Touren ist es ratsam, sich vor Tourbeginn über Beschränkungen zu informieren.
In den Lehrzentren von Pécs und Drávatamási werden nach vorheriger Anmeldung Gruppen empfangen, die hier in Seminarräumen und in der Natur zu theoretischen und praktischen Themen wertvolle Informationen erhalten.
Nationalpark Duna-Ipoly
Der Nationalpark Donau-Ipoly wurde am 28. November 1997 gegründet. Sein zentraler Teil besteht aus der malerisch anmutenden Gegend des Donauknies sowie dem Pilis-, Börzsöny- und Visegráder Gebirge. Auch Teile des Ipoly-Tales und der Szentendre-Insel gehören dazu.
Der bedeutendste Wert des Nationalparks Donau-Ipoly liegt in seiner landschaftlichen Schönheit und dem Tierreichtum seiner Wälder. Typisch für den Nationalpark ist die Vielfalt der hier beheimateten Lebewesen, aber auch die Verschiedenartigkeit an Lebensräumen auf engstem Raum. Seltene Tier- und Pflanzenarten sind in großer Zahl zu finden. Der Reichtum an Naturschätzen ist vor allem der Vielfalt des Untergrundgesteins, der Bodengestaltung und den hydrologischen Gegebenheiten zu verdanken, denn das Zusammenspiel dieser Komponenten ermöglicht erst die Herausbildung unterschiedlicher Lebensräume.
2000 verschiedene Pflanzenarten und mehrere Tausend Tiergattungen leben im Nationalpark. Sie alle zeugen von dieser Mannigfaltigkeit. Mehr als 700 Arten davon stehen unter besonderem Naturschutz.
Zum Verwaltungsgebiet der Direktion des Nationalparks Donau-Ipoly gehören außer dem Gebiet des Nationalparks acht Landschaftsschutzgebiete und 29 Naturschutzgebiete. Diese sind im Bereich der Hauptstadt oder in ihrer unmittelbaren Umgebung zu finden.
Zum Budaer Landschaftsschutzgebiet gehört zum Beispiel die Kette des Szénás-Gebirges. An den Dolomithängen dieses Gebirgszuges wächst der Piliser Lein (diese Pflanze gedeiht sonst nirgendwo auf der Welt).
Im Jahre 1995 wurde dieses Gebiet mit dem Europadiplom des Europäischen Rates als internationale Anerkennung für den Schutz und die Pflege von Naturschätzen ausgezeichnet.
Nationalpark Fertő -Hanság
Der Nationalpark Fertő-Hanság wurde 1991 gegründet und umfasst die erhalten gebliebenen Sumpf- und Moorgebiete in der Umgebung des Neusiedler Sees und der Hanság sowie die wertvollen Überschwemmungsgebiete des Répce-Flusses. Die Gesamtfläche beträgt 23.587 ha. Das Verwaltungszentrum ist die "Reiherburg" (Kócsagvár) in Sarród.
Im Dezember 2001 wurde das Gebiet des Neusiedler Sees nach dem gemeinsamen Vorschlag von Österreich und Ungarn zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt. Die auf österreichischer und ungarischer Seite gelegenen Schätze der Kulturgeschichte und der Natur in der Umgebung des Neusiedler Sees wurden mit diesem Akt in die Reihe des fast 700 Objekte umfassenden Weltkulturerbes aufgenommen.
Das Gelände des Nationalparks ist wie ein Mosaik zusammengesetzt. Die Gegend des Neusiedler Sees besitzt aus europäischer Sicht eine einzigartig typische Tier- und Pflanzenwelt, sowie charakteristische klimatische und geologische Bedingungen.
In unmittelbarer Nähe des Sees befindet sich eines der größten Vogelreservate Mitteleuropas.
Zahlreichen Zugvögeln dient es als Rastplatz. Im Osten und Südosten umsäumen die mit Pflanzen bewachsenen Salzsteppen den See. Auf den Hügeln in der Nähe sind verschiedene geschützte Pflanzenseltenheiten der Pannonischen Salzsteppen anzutreffen.
Die Besucher können auf den gekennzeichneten und beschilderten Wanderwegen zum Ostufer des Sees gelangen, um dort die Tier- und Pflanzenwelt zu beobachten.
Die Uferregion der Répce gehört zu den kleinsten Mosaikteilchen des Nationalparks. Das unter Umweltschutz stehende Gebiet befindet sich an einer bestimmten Stelle im Uferabschnitt des Flusses und zwar dort, wo sich auf den Wiesen der Aue die größten und mit Frühlingsblumen bewachsenen Felder Ungarns befinden.
Nationalpark Hortobágy
Hortobágy ist die größte, zusammenhängende, natürliche Grassteppe Europas. Hier entstand 1973 der erste und größte ungarische Nationalpark. Das gesamte ursprüngliche Gebiet des Nationalparks (52.000 ha) ist ein Biosphärenreservat, ein Viertel der Fläche ist eine international anerkannte und geschützte Lebensstätte der Wasservögel. Die nördlichen und mittleren Teile des Theiß-Sees sind streng geschützte Naturschutzgebiete, wobei die Gegend auch ein beliebtes Ziel für Ökotouristen ist. Landschaftlich verkörpert der See die Überschwemmungsbereiche noch aus den Zeiten vor der Flussregulierung und demzufolge spielt er eine bedeutende Rolle, sowohl im Leben als auch im Nist- und Brutverhalten der Zugvögel. Die UNESCO hatte die einzigartigen Werte dieser Steppenlandschaft anerkannt, indem sie Hortobágy - ein seit 4000 bis 5000 Jahren als freies Weideland mit traditioneller Tierhaltung genutztes Gebiet von großer biologischer Vielfalt - 1999 zum Weltkulturerbe erklärte.
Nationalpark Kiskunság
Der Nationalpark liegt zwischen Donau und Theiß und entstand im Jahre 1975. Der neun Gebietseinheiten umfassende ca. 50.000 h große Nationalpark mit der Struktur, die einem Mosaik ähnelt, weist im ungarischen Teil, der Batschka, Alkaliböden, weite Horizonte, Sandrücken mit welliger Oberfläche, Sümpfe, Moorgebiete ohne Abfluss, feuchte Wiesen, tote Zweige entlang der Theiß sowie von Löss bedeckte Dünenlandschaften auf. Der größte Teil des Nationalparks ist ein Biosphärenreservat.
Der Izsáker Kolon-See und die Alkali-Seen im oberen Kiskunság (Klein-Kumanien) sind Wasserlebensräume von internationaler Bedeutung. Zum Verantwortungsbereich der Nationalparkdirektion Kiskunság zählen auch noch die Landschaftsschutzgebiete von Pusztaszer und Mártély sowie weitere 17 kleinere Naturschutzgebiete.
Um der Aufrechterhaltung des Entwicklungskonzepts zu entsprechen, wird im Interesse der Wahrung der ursprünglichen ökologischen Verhältnisse eine umweltschonende Landschaftsnutzung im gesamten Naturschutzgebiet eingehalten.
Nationalpark Körös-Maros
Im 1997 wurde der Nationalpark Körös-Maros als siebter Nationalpark in Ungarn gegründet.
Er befindet sich in der südöstlichen Tiefebene. Die wasserreichen Lebensräume des Kardoskúter Fehértó (Weißer See) und die Kis Sárrét (Kleine Schlamm-Au) sind für Zugvögel von internationaler Bedeutung.
Die Gebiete des Nationalparks sind von ihrer Erscheinung her sehr unterschiedlich und bestehen aus zwei Landschaftseinheiten: die Körös-Gegend und die ehemaligen Gebiete von Groß- und Kleinsárrét im Komitat Békés einerseits und die Kigyósi- und Csanádi-Puszten sowie der Kardoskúter Fehértó (Weißer See) sowie die ehemaligen Überschwemmungsgebiete der Maros andererseits.
Das gut 50.000 ha große Gebiet des Nationalparks beherbergt zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten. In Dévaványa-Ecsegfalva befindet sich die größte Population der Trappen in Ungarn. Bereits im Jahre 1975 wurde hier ein Trappenreservat eingerichtet. Die Arbeit des Nationalparks hat sich auf den Schutz der Trappen und die weitere Erhaltung dieser Tierart konzentriert. In diesem Zusammenhang wird überwiegend Wert auf den Schutz des frei lebenden Bestandes gelegt, wobei ruhige und weiträumige Balzplätze in der Puszta, Nistplätze, ein konkreter Nestschutz, sowie die Sicherung einer Fütterungsbasis (Getreide) für die Winterzeit zu den wichtigen Aufgaben des Nationalparks gehören.
Nationalpark Őrség
Der Nationalpark Őrség ist einer der jüngeren ungarischen Nationalparks. Er wurde 2002 eröffnet und hat eine Fläche von ca. 4.400 ha. Der hügelige Teil des Nationalparks wird von zahlreichen Bächen und Flüssen durchzogen; das Klima ist durch eine überdurchschnittlich hohe Niederschlagsmenge gekennzeichnet. Das Gebiet hat außerdem einige Stauseen aufzuweisen. Neben den für die Gegend typischen Pflanzenarten kommen hier auch Pflanzen vor, die innerhalb Ungarns nur hier zu finden sind, wie beispielsweise der Berggamander. Ebenfalls ist hier eine vielfältige Auswahl an Tierarten zu finden, besonders an Faltern und Libellen. Zu nennen ist hier außerdem das Vorkommen seltener Vogelarten, wie dem Wespenbussard oder Wachtelkönig.
Nationalpark Kis Balaton (Balaton-Oberland)
Der Nationalpark Balaton-Oberland wurde 1997 gegründet. Er umfasst ein Areal von ca. 56.000 ha und ist landschaftlich sehr vielfältig. Die hier anzutreffenden Geysirkegel sind aus geologischer Sicht (Vulkanismus) interessant. Das Gebiet Klein-Balaton zeichnet sich durch ein Vogelreservat im Bereich des Plattensees aus. Weiterhin beherbergt dieser Nationalpark das Keszthely-Gebirge sowie Moore, in denen seltene Pflanzenarten vorkommen. Darüber hinaus sind im Nationalpark die versteinerten Überreste des Pannonischen Meeres zu finden.
4.3 Welterbestätten
Burgviertel Buda und Uferzone der Donau in Budapest (K/1987; 2002 erweitert)
Nach der offiziellen Bezeichnung auf der Liste des Weltkulturerbes erhielten „Budapest, das Panorama beidseitig der Donau zwischen Margareteninsel und Gellért-Berg sowie das Budaer Burgviertel“ die Auszeichnung als Mitglied im Klub des Weltkulturerbes.
Der Bau der Budaer Burg wurde vor 750 Jahren begonnen. 100 Jahre später, als der Sitz der Könige von Visegrád nach Buda verlegt wurde, entstand der Vorgänger des heutigen Palastes, der im 15. Jahrhundert erst im gotischen Stil und dann im Zeichen des Quattrocento erneuert wurde. Das Palastensemble bildet heute das bedeutendste Kulturzentrum der Hauptstadt, wo neben zahlreichen Museen auch die größte Bibliothek des Landes einen Platz erhalten hat.
Das Burgviertel bietet auch unter der Erde prächtige Sehenswürdigkeiten. Das hier anzutreffende Höhlensystem stellt ein einzigartiges natürliches Gebilde dar.
Die Kulturerbestätte wurde 2002 auf ein größeres Stadtensemble ausgedehnt, wozu auch der Prachtboulevard Andrássy út und ein Teil der U-Bahn, eine der ältesten Untergrundbahnen Europas, gehören.
Traditionelles Dorf Hollokö (Rabenstein) (K/1987)
Dieses Dorf mit seinen 55 denkmalgeschützten Gebäuden stellt ein wahres Schmuckkästchen dar, das seine Besucher im gleichen Zustand wie eingangs des 20. Jahrhunderts empfängt. In praktisch jedem Haus trifft man ein Museum oder ein Folkloregeschäft an, das die Leistungen in Architektur und Kunst der Hochland-Paloczen rühmt. Selbstverständlich ist die Zivilisation auch hierhin vorgestoßen, doch haben die Einwohner alle verräterischen Zeichen außerordentlich diskret versteckt.
In Hollóko finden im Jahresverlauf gleich mehrere Veranstaltungen im Umfeld von Feiertagen statt, mit denen die Traditionen bewahrt werden: das Osterfestival, Fronleichnam, das Paloczen-Foklorefestival, die Burgtage und das Erntedankfest. Die Umgebung bietet ausgezeichnete Bedingungen für Wanderungen, Radtouren, zum Reiten, Jagen und Angeln.
Aggteleker Höhlen und Slowakischer Karst (N/GÜ/1995; 2000 erweitert)
Die durch die ungarisch-slowakische Staatsgrenze zweigeteilten, aber geographisch eine Einheit bildenden Höhlen der Karstgegend erwarben den Titel eines Weltkulturerbes auf der Grundlage einer durch die beiden Länder gemeinsam eingereichten Bewerbung. Diese unterirdische Welt ist der erste und bislang auch einzige derartige natürliche Wert in Ungarn, der den gemeinsamen Anforderungen, „auch im Weltmaßstab herausragend“ und „unberührt“ zu sein, gerecht werden konnte.
In dem aus 220-240 Millionen Jahre alten Kalksteinen bestehenden Karstgebiet auf einer Fläche von 60.000 Hektar kennen wir gegenwärtig 712 Höhlen, unter denen 262 auf ungarischer Seite eine Öffnung haben. Der bedeutendste Repräsentant darunter ist das 25 km lange Baradla-Domica-Höhlensystem, welches bis zum heutigen Tage die längste Höhle der gemäßigten Klimazone mit Tropfsteinen und Bächen darstellt. In dieser eigenen, geschlossenen Welt der Höhlen leben mehr als 500 nur höhlenbewohnende und Höhlen präferierende Tierarten.
Benediktinerabtei Pannonhalma (K/1996)
Fürst Géza, Vater des Staatsgründers König István I. (Hl. Stefan), siedelte in Pannonhalma jene deutschstämmigen Benediktinermönche an, die die Bekehrung der heidnischen Ungarn zur Aufgabe hatten. Sie schufen parallel zur Gründung die erste Klosterschule im Lande. Der Hl. Stefan stärkte das Kloster im Jahre 1002 mit Rechten und Privilegien, das den Ausgangspunkt der christlichen Mission in Transdanubien bedeutete. Im Verlauf des 11. Jahrhunderts wurde die erste Kirche mitsamt Kloster errichtet, denen im 13. Jahrhundert der Bau des heutigen Ensembles aus Kirche und Unterkirche folgte. Das schönste Andenken an jene Zeit ist die noch heute sichtbare Porta Speciosa. Im Verlauf der folgenden Jahrhunderte wuchs das Kloster sowohl hinsichtlich seiner Größe als auch seiner Bedeutung beständig weiter. Hier wurde ein Archivmaterial von einmaligem Wert zusammengetragen. Seit dem 18. Jahrhundert übernahm die Einrichtung außerdem Unterrichtsfunktionen, wurde zur Heimstatt eines Gymnasiums, das zur Zeit des zweiten Weltkrieges als das modernste im Lande galt, sowie für die Religionsschule „Szent Gellért“.
Außer der Basilika und der Unterkirche können auch die Bibliothek und eine Ausstellung besichtigt werden, in der Geschichte und Sammlungen der Abtei vorgestellt werden. Da die Mönchsgemeinde auch heute ein aktives Glaubensleben führt, werden Besucher mit Vorliebe nach Voranmeldung empfangen. Die Denkmäler des Hauptklosters können nur in Begleitung eines örtlichen Ausstellungsführers besichtigt werden.
Nationalpark Hortobágy - die „Puszta“ (K/1999)
Beschreibung siehe oben
Frühchristlicher Friedhof von Pécs (Fünfkirchen) (K/2000)
Der Friedhof liegt unter dem Domplatz und seiner Umgebung im nordwestlichen Teil der Altstadt und stammt aus der Römerzeit. Im 2. Jahrhundert nach Christus gründeten die Römer an der Stelle des heutigen Pécs eine Siedlung namens Sopianae, die sie im 3. Jahrhundert zur Verwaltungshauptstadt der Teilprovinz Pannonia Valeria erhoben. Wie in alle anderen Provinzen des Römischen Reiches kamen auch hierher bald die ersten Christen, die ab dem 4. Jahrhundert ihren Glauben frei ausüben durften. Die frühchristliche Gemeinde der Stadt Sopianae hat auf ihrem damaligen Friedhof zahlreiche Grabmäler errichtet. Insgesamt wurden bisher 16 Kapellen und Grabkammern freigelegt, von denen derzeit drei besichtigt werden können.
Die bereits 1782 entdeckte Peter und Paul-Grabkammer ist wohl das bekannteste frühchristliche Bauwerk Pannoniens. Vom ursprünglich zweistöckigen Gebäude ist die Grabkammer erhalten geblieben, deren Wände reich mit Wandmalereien geschmückt sind. Gegenüber dem Eingang weisen die Apostel Peter und Paul auf das Christusmonogramm hin. Dieses Christogramm wurde übrigens auch zum Symbol des Pécser Weltkulturerbes erwählt. An den Seitenwänden sind biblische Szenen dargestellt. Im 20. Jahrhundert wurde die sogenannte „Krug-Grabkammer“ freigelegt, benannt nach dem in einer Nische an der Nordwand dargestellten Krug und Kelch. Oberhalb der unterirdischen Grabkammer befindet sich eine Kapelle. Die Seitenwände sind mit geometrischen Motiven und Pflanzenornamenten geschmückt, die das Paradies symbolisieren sollen.
In den 70er Jahren stiessen die Archäologen auf die Grundmauern einer Kapelle mit Ostapsis, das sogenannte Mausoleum, und darunter auf eine Grabkammer mit drei Marmorsarkophagen. Die Wandmalereien zeigen Adam und Eva und Daniel in der Löwengrube. Das Mausoleum wurde bereits vollständig restauriert und mit einem klimatisierten Schutzgebäude versehen, das für konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit sorgt. Die in der Apáca utca freigelegte Kapelle besitzt keine unterirdische Grabkammer. Ursprünglich diente das ganze Gebäude als Grabkammer, wurde dann aber umgebaut und mit einem Altar versehen. Die frühchristlichen Grabmäler von Pécs gewähren uns Einblick in den Totenkult der Anfänge des Christentums. In ihrer Fülle und Vielfalt stellen sie wirklich ein einzigartiges frühchristliches Kulturgut dar. Die Einwohner von Pécs sind stolz auf ihr Weltkulturerbe, sie wissen aber auch, dass sie für seine Pflege und Erhaltung verantwortlich sind.
Kulturlandschaft Neusiedler See (Ungarisch: Fertö-tö) (K/GÜ/2001)
Der einzigartige Naturraum am Ostrand der Alpen und am Westrand der Kleinen Ungarischen Tiefebene wurde 1993 zu einem grenzübergreifenden Nationalpark: Rund 230 km² liegen auf ungarischem, etwa 100 km² auf österreichischem Hoheitsgebiet. Der Südteil des Neusiedler Sees und die salzhaltigen, periodisch austrocknenden Lacken bilden den größten Teil des Nationalparks.
Das Aufeinandertreffen von Tieren und Pflanzen aus alpinen, pannonischen, asiatischen, mediterranen und nordischen Gebieten führt zu einem außergewöhnlichen Artenreichtum, der hier in vielfältigen Lebensräumen existiert. Mosaikartig liegen Feuchtgebiete, Trockenrasen, Eichenwälder, Sandsteppen, Weideflächen, Wiesengebiete und Salzstandorte nebeneinander. Etwa 300 Vogelarten leben hier. Die Hälfte davon sind Zugvögel, für die das Gebiet als Trittstein während ihrer Reise unverzichtbar ist.
Kulturlandschaft Tokajer Weinregion (K/2002) - Die Tokajer Weinregion repräsentiert die hier seit fast einem Jahrtausend lebendig erhaltene Kulturtradition des Weinanbaus. Zu der Kulturlandschaft zählen historische Weingüter, Weinkeller und Produktionsstätten ebenso wie traditionelle landwirtschaftliche Betriebe. Bereits seit drei Jahrhunderten wird die Qualität der Tokajer Weinproduktion streng kontrolliert.

