Tschechien
1.1 Landeskennzeichen
1.2 Internationale Telefon-Vorwahl
1.3 Allgemeine Informationen
1.4 Informationen zum Staatsaufbau
1.5 Einreise- und Zollbestimmungen
1.6 Währung und Geldwechsel
1.7 Gesundheit
1.8 Botschaften und Konsulate
1.9 Wichtige Telefonnummern
2.1 Tourismus
2.2 Tourismus-Informationen
2.3 Links zum Thema Tourismus
2.4 Verkehr
2.5 Unterkünfte
2.6 Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken
2.7 Links: Weitere Informationen
3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik
3.2 Jugendschutz, kinder- und jugendrelevante Gesetze, altersbezogene gesetzliche Bestimmungen
3.3 Weitere Informationen
3.4 Schulsystem und Bildungswesen
4.1 Natur und Umwelt
4.2 Großschutzgebiete
4.3 Welterbestätten
1. Übersicht
1.1 Landeskennzeichen: CZ
1.2 Internationale Telefon-Vorwahl: +420
1.3 Allgemeine Informationen
Ländername: Tschechische Republik (Tschechisch: Česká Republika)
Fläche: 78.866 km²
Einwohner: ca. 10,28 Millionen (ca. 90 % Tschechen, ca. 4 % Mähren und Schlesier, ca. 2 % Slowaken, ca. 4 % andere Ethnien)
Hauptstadt: Praha (Prag, Prague) (ca. 1,17 Millionen Einwohner)
Weitere wichtige Städte: Brno (Brünn) (ca. 368.000 Einwohner), Ostrava (Ostrau) (ca. 311.000 Einwohner), Plzeň (Pilsen) (ca. 163.000 Einwohner), Olomouc (Olmütz) (ca. 101.000 Einwohner), Liberec (Reichenberg) (ca. 97.000 Einwohner), České Budějovice (Budweis) (ca. 95.000 Einwohner), Hradec Králové (Königgrätz) (ca. 95.000 Einwohner), Ústí nad Labem (Aussig an der Elbe) (ca. 94.000 Einwohner), Pardubice (Pardubitz) (ca. 88.000 Einwohner)
Religionen: Konfessionslose bzw. Atheisten (ca. 68 %), Katholiken (ca. 27 %), Protestanten (ca. 2 %), andere Konfessionen (ca. 3 %)
Amtssprache: Tschechisch
Währung: Tschechische Krone (koruna, CZK/Kč) 1 CZK = 100 Heller (halíř, h)
Geographische Lage: Tschechien ist ein Binnenstaat in Mitteleuropa und hat gemeinsame Grenzen mit Deutschland, Polen, der Slowakei und Österreich.
Tschechien ist seit dem 1.5.2004 Mitglied in der EU und seit dem 21.12.2007 fallen die Personenkontrollen
1.4 Informationen zum Staatsaufbau
1.5 Einreise- und Zollbestimmungen
Seit dem 21. Dezember 2007 entfallen durch die Ausführung des Schengener Abkommens alle Grenzkontrollen zu den EU-Nachbarländern Tschechiens. Deutsche Staatsangehörige können seit dem EU-Beitritt der Tschechischen Republik in allen Fällen visumfrei einreisen und genießen Bewegungsfreiheit. Sie müssen sich mit einem gültigen Personalausweis oder Reisepass (Europapass, vorläufiger Reisepass) ausweisen. Vorläufige Personalausweise und Kinderausweise ohne Lichtbild werden nicht anerkannt. Sind Kinder bis zum vollendeten 15. Lebensjahr im Reisepass eines begleitenden Elternteils eingetragen, wird kein Lichtbild benötigt.
Mit dem EU-Beitritt der Tschechischen Republik am 01.05.2004 gibt es außerhalb der internationalen Flughäfen keine Warenkontrollen im Sinne einer Zollkontrolle mehr. Dies schließt nach geltender EU-Regelung Stichprobenkontrollen im Rahmen der polizeilichen Überwachung der Grenzen und der polizeilichen Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs nicht aus. Flughäfen können Passagiere aus anderen EU-Staaten durch einen „Blue Channel“ ohne Zollkontrolle verlassen, sofern sie ausschließlich Ware aus EU-Staaten mit sich führen.
In einigen Bereichen sind Übergangsfristen vorgesehen. Dazu zählen bestimmte Vorschriften des Zoll- und Verbrauchssteuerrechts. Nähere Informationen dazu (inklusive der Freimengen für Tabakwaren im Reiseverkehr) finden Sie unter: http://www.zoll.de.
Die Einfuhr von (Jagd-) Waffen ist nur mit entsprechender Genehmigung möglich. Diese ist bei der zuständigen tschechischen Auslandsvertretung in Deutschland zu beantragen, wobei in der Regel ein internationaler Jagd- sowie ein Waffenschein vorzuweisen sind.
1.6 Währung und Geldwechsel
Die Tschechische Krone ist seit dem 8. Februar 1993 die offizielle Währung des Landes. 100 Heller (haléř) entsprechen einer tschechischen Krone (Koruna česká). Tschechien will den Euro 2010 einführen, ist aber derzeit nicht Mitglied im „Eurowarteraum“ WKM II. Mit dem Beitritt zur Europäischen Union ist Tschechien die Verpflichtung eingegangen, den Euro zu übernehmen. Diese Verpflichtung ist jedoch an keinen zeitlichen Rahmen gebunden. Derzeit steht das Land einer baldigen Euroeinführung eher verhalten gegenüber.
Es sind Banknoten zu 50, 100, 200, 500, 1000, 2000 und 5000 Kronen und Münzen zu 50 Heller und 1, 2, 5, 10, 20 und 50 (seltene Münze) Kronen im Umlauf.
Aktuelle Wechselkurse sind im Internet unter www.oanda.com/convert/classic einzusehen.
In den Wechselstuben der Banken bekommt man meist den besten Wechselkurs. Die Umtauschgebühren sind in den freien Wechselstuben meist höher und stehen im Ermessen des Betreibers. In größeren Städten findet man Wechselstuben mit Nonstop-Öffnungszeiten. Ein Geldwechsel in Tschechische Kronen ist auch an manchen Hotelrezeptionen möglich.
Die Homepage der Tschechischen Nationalbank: http://www.cnb.cz/en/index.php. Neben Barzahlung nehmen die Zahlungen mit Kreditkarten von tschechischen und gängigen internationalen Kreditsystemen immer mehr zu. Geschäfte, Hotels und andere Einrichtungen, die bargeldlose Zahlungsweise akzeptieren, erkennt man an den üblichen Aushangzeichen.
1.7 Gesundheit
Besondere gesundheitliche Risiken bestehen nicht. Allerdings sind vor allem in den Industriegebieten Nordböhmens und Nordmährens wegen hoher Luftverschmutzung Erkrankungen der Atemwege häufig. In Waldgebieten besonders Mittel- und Südböhmens (aber auch im Prager Stadtgebiet) ist die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) verbreitet. Vorbeugung durch rechtzeitige Schutzimpfung ist möglich und empfehlenswert.
Das Niveau der medizinischen Einrichtungen ist in der Regel befriedigend. Das zwischen Deutschland und Tschechien bestehende Sozialversicherungsabkommen bezieht Leistungen der Krankenversicherung bei vorübergehendem Aufenthalt und damit auch für Touristen ein. Dies heißt: Touristen können im Falle einer Erkrankung in Tschechien grundsätzlich medizinische Leistungen wie ärztliche Behandlung oder Krankenhausbehandlung nach tschechischem Versicherungsrecht in Anspruch nehmen. Die Kosten hierfür werden von der deutschen Krankenversicherung erstattet. Es wird empfohlen, sich vor Reiseantritt über Regelungen und Verfahren im Zusammenhang mit dem Sozialversicherungsabkommen und zur Ausstellung einer entsprechenden Anspruchsbescheinigung bei den jeweiligen Krankenkassen zu informieren. Mit dem Beitritt der Tschechischen Republik zur EU sollen die gesetzlichen Krankenkassen die „Europäische Krankenversicherungskarte“ ausstellen, die in allen EU-Mitgliedsstaaten obligatorisch wird. Diese Rahmenbedingungen gelten nur für gesetzlich Krankenversicherte und schließen keine Rückholversicherung ein. Für Privatversicherte hat sich das Verfahren nicht geändert: Sie bezahlen weiterhin ihre medizinische Leistung in Tschechien selbständig und rechnen dies hinterher mit ihrer Versicherung ab. Dabei empfiehlt es sich jedoch, wo immer möglich, vorher den Kostenrahmen in etwa abzuklären.
1.8 Botschaften und Konsulate
Telefon: 030 226 380
Bürozeiten: Mo.–Fr. 08.00–16.30 Uhr (Botschaft), Mo.-Fr. 08.30-11.00 Uhr (Öffnungszeiten für die Öffentlichkeit/Konsularabteilung)
Adresse: Vlasská 19, Malá Strana, 12560 Praha 1, Česká Republika
Postadresse: Velvyslanectvi Spolkové republiky Némecko, P.O. Box 88, 118 01 Praha 1, Česká Republika
Die Adressen sämtlicher Konsulate und der Außenstellen können unter http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laender/TschechischeRepublik.html bei Vertretungen Tschechische Republik und Deutsche Vertretungen abgerufen werden.
1.9 Wichtige Telefonnummern
Notruf: 112, Rettungsdienst: 155, Feuerwehr: 150, Polizei: 158, Auto-Pannenhilfe:
gesamtstaatlich 01 23, 01 54; in Prag: 154, 123
Telefonauskunft: Inland: 1188, 1183 und 1180, Ausland: 1181
Landesvorwahl von Deutschland nach Tschechien: +420
Landesvorwahl von Tschechien nach Deutschland: +49
GSM 900/1800 Mobilfunknetz. Hauptanbieter die auch mit den meisten deutschen Anbietern Roaming-Verträge haben: T-Mobile Czech Republic a. s., Telefónica O2 Czech Republic a. s. (EUROTEL PRAHA) und Vodafone Czech Republic a. s. (OSKAR). Genauere Informationen können unter http://www.gsmworld.com/roaming/gsminfo/cou_cz.shtml abgerufen werden.
2. Reiseinformationen
2.1 Tourismus
Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs hat sich Tschechien binnen weniger Jahre in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens wieder in Europa etabliert. Der Tourismus spielt mittlerweile wieder eine wichtige Rolle in der tschechischen Wirtschaft, auch wenn er noch nicht zu den tragenden Wirtschaftszweigen gehört. Tschechien hat touristisch auf vielen Ebenen etwas zu bieten. Geschichtliche bedeutsame Orte, bestens erhaltene Kunstschätze, weitgehend unberührte Natur, ein unbändiger Tatendrang der jüngeren Generationen und eine sehr gut ausgebaute touristische Infrastruktur machen Tschechien zu einem interessanten Reiseziel. Vor allem die Hauptstadt Prag verzeichnet sehr hohe Besucherzahlen. Darüber hinaus ist auch der Bädertourismus (z.B. in Karlsbad, Marienbad und Franzensbad) von großer Bedeutung. Und auch Wintersportler kommen in den gut erschlossenen Skigebieten Tschechiens voll auf ihre Kosten.
Von den über 2000 Burgen und Schlössern Tschechiens sind 222 öffentlich zugänglich. Zu den meistbesuchten gehören die Prager Burg (siehe auch Stichwort Prag), der Burgkomplex in Ceský Krumlov (Krumau), die Burg Karlstejn bei Prag und das Ferdinand d'Este Schloss Konopiste südlich von Prag. Zu den weiteren beliebtesten Sehenswürdigkeiten gehören das südböhmische Schwarzenbergische Schloss Hluboká und der südmährische Liechtensteinersitz Lednice. Die meisten Burgen und Schlösser verwalten oder besitzen umfangreiche Kunstsammlungen. Viele bieten auch ein abwechslungsreiches Kulturprogramm an: internationale Musikfestspiele, Ausstellungen, thematische Nachtführungen oder mittelalterliche Turniere und Ritteressen. Und wieder andere dienen als luxuriöse Schlosshotels.
Das tschechische Kur- und Bäderwesen blickt auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück. Im Prinzip kann man behaupten, dass mit der Gründung von Karlsbad (Karlovy Vary) durch den böhmischen König und Römischen Kaiser Karl IV. im Jahre 1350 in Tschechien ein „Wellness-Boom“ begann, der auf das gesamte Europa ausstrahlte und bis zum heutigen Tag anhält.
Und dann wäre noch das Traditionsbewusstsein der Tschechen zu nennen. Heute zählt die Folklore mit ihren bunten Festen zu den schönsten touristischen Attraktionen, die Tschechien anzubieten hat. Die Volkskultur Böhmens und Mährens z.B. ist gelebte Tradition, entstanden aus Jahrhunderten bäuerlichen Lebens und Werkens, aus Bräuchen und Riten im immer wiederkehrenden Jahresablauf. So findet eines der schönsten Folklorefestivals in der historischen Umgebung des authentisch aufgebauten Walachen-Freilichtmuseums der Stadt Roznov pod Radhostem im östlichen Mähren statt (Mitteleuropas ältestes Freilichtmuseum: bereits 1925 errichtet). In der einzigartigen Atmosphäre eines Ortes, an dem sich die Jahrhunderte begegnen, treffen in alte Trachten gekleidete Musiker mit traditionellen Instrumenten wie Geige, Zimbal und Dudelsack auf volkstümliche Handwerker wie Schmiede, Töpfer, Glasbläser und Zuckerbäcker. Bunte Rahmenveranstaltungen, Wettbewerbe und ein großer Jahrmarkt ergänzen das Mitte Juni stattfindende Festprogramm. Die Straßen von Pilsen sind ebenfalls Mitte Juni Bühne für ein weiteres großes internationales Folkloretreffen. Eine ganze Woche tummeln sich Volksmusiker und Tänzer sowie Trachtenzüge beim Treffen in Frýdek Místek, das ab Mitte Juni beginnt.
In Prag und in touristisch stark frequentierten Gebieten kann man sich in der Regel problemlos auf Englisch oder auch auf Deutsch verständigen, in anderen Landesteilen und vor allem mit der älteren Landbevölkerung ist eine Verständigung ohne Tschechischkenntnisse jedoch schwieriger.
2.2 Tourismus- Informationen
Allgemeine touristische Vorabinformationen kann man über das Fremdenverkehrsamt für Tschechien in Deutschland beziehen.
Tschechische Zentrale für Tourismus – Vertretung Deutschland
Adresse: Friedrichstr. 206, 10969 Berlin
In Tschechien hat sich seit der Intensivierung des Tourismus ein immer dichter werdendes Netz von Touristeninformationszentren gebildet. Diese können vor Ort genaue Auskünfte über touristische Attraktionen oder besondere temporäre Aktionen/Veranstaltungen der Region geben, die auch nicht unbedingt in jedem Reiseführer zu lesen sind. Eine verhältnismäßig umfangreiche Liste von Touristeninformationszentren kann unter Website: http://www.fremdenverkehrsamt.com/tschechien.html eingesehen werden.
2.3 Links zum Thema Tourismus
2.4 Verkehr
Alle aktuellen Zugverbindungen kann man sich – auf Wunsch mit allen Zwischenhaltestellen – über die Reiseauskunft der Deutschen Bahn anzeigen lassen (http://reiseauskunft.bahn.de/bin/query.exe/dn). Zu beachten ist, dass dabei natürlich auch Verbindungen vorgeschlagen werden, bei denen man durch Länder reist, für die ein Visum nötig ist. Man sollte also den Zuglauf beachten. Informationen zu den entsprechenden Ländern finden Sie auf traveleast.eu jeweils unter Punkt 1.5 (Einreise- und Zollbestimmungen).
Zahlreiche Busverbindungen (mehrmals die Woche) werden von Prag in die meisten europäischen Städte angeboten: Abfahrt vom ZOB Florenc(Metrostation) oder ZOB Zelivskeho(Metrostation) (Website: www.vlak-bus.cz) nach Wien, München, Hamburg, Frankfurt/M., Berlin, Amsterdam usw.. Eurolines-Busse (Website: www.eurolines.com) fahren von und nach Tschechien. Fahrplan- und Tarifinformationen sind bei der tschechischen Eurolines-Generalvertretung (Eurolines Sodeli CZ, Website: www.eurolines.cz) oder der Eurolines-Vertretung in Deutschland (Deutsche Touring GmbH, Adresse: Am Römerhof 17, D-60486 Frankfurt/M., Telefon: (069) 79 03 50, Fax: (069) 790 32 19, E-Mail: service@deutsche-touring.com, Website: www.deutsche-touring.com) erhältlich.
Es gibt gute Straßenverbindungen in alle Nachbarländer und Grenzübergangsstellen nach Deutschland, Polen, Österreich und in die Slowakische Republik. Eine direkte Autobahnverbindung besteht über die A 6 und D 5 zwischen München und Prag. Es besteht auch eine fast durchgängige Autobahnverbindung zwischen Dresden und Prag über die A 17 und die D 8. Das noch fehlende, 16 km lange Teilstück zwischen Rehlovice und Lovosice soll voraussichtlich bis Ende 2009 fertig gestellt werden. Bis Ende 2008 soll es auch eine durchgehende Autobahnverbindung zwischen Nürnberg und Prag geben. Auf dieser Strecke fehlt auf der A 6 noch der Abschnitt zwischen Amberg Ost und dem Autobahnkreuz Oberpfälzer Wald.
Die deutschen Grenzübergänge sind: Selb - As, Oberwiesenthal - Bozi Dar, Zinnwald - Cinovec, Waidhaus - Rozvadiv, Schafberg - Folmava, Breitenau usw. In Österreich gibt es fünf große Grenzübergänge.
Benutzer von Autobahnen und vierspurigen Schnellstraßen müssen eine gültige Autobahn-Mautvignette an der Frontscheibe führen. Die Vignetten sind unter anderem an Grenzübergängen und zahlreichen Tankstellen erhältlich. Darüber hinaus können die Vignetten über den ADAC erworben werden. Das Ordnungsgeld für Nichtbeachtung beträgt bis zu 5.000 Kc, im Wiederholungsfalle weit höher (Quelle: http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/TschechischeRepublik/Sicherheitshinweise.html#t5). Nähere Informationen bietet die Website: www.uamk.cz. Eine ADAC- Auslands-Notrufstation ist eingerichtet Telefon: 261 10 43 51, Website: www.adac.de). Sie bietet ADAC-Mitgliedern und Inhabern eines ADAC-Auslandskranken- und Unfallschutzes Hilfeleistungen bezüglich Hotels, Mietwagen, Fahrzeug- oder Krankenrücktransporte. Der Ustøední automotoklub ÚAMK (Zentraler Automobilklub) ist ein Partner des ADAC (Adresse: Na Strži 9, 140 02 Praha 4, Telefon: (+420) (0261) 12 30 (rund um die Uhr), E-Mail: info@uamk.cz, Website: www.uamk.cz). Der Autoklub Bohemia Assistance ist ein rund-um-die-Uhr Abschleppdienst. Anruf unter der Telefon: 0-12 40. Der Not- und Abschleppdienst kann von jedem Verkehrsteilnehmer beansprucht werden. Notwendige Papiere sind der nationale Führerschein und Fahrzeugschein. Für Staatsangehörige der EU- und EFTA-Länder gilt als Versicherungsnachweis das Autokennzeichen. Dennoch wird EU- und EFTA-Bürgern empfohlen, die Internationale Grüne Versicherungskarte mitzunehmen, um bei eventuellen Schadensfällen, die Unfallaufnahme zu erleichtern und in den Genuss des vollen Versicherungsschutzes zu kommen. Ansonsten gilt der gesetzlich vorgeschriebene minimale Haftpflicht-Versicherungsschutz.
Mobiltelefone dürfen während der Fahrt nur mit Freisprechanlage benutzt werden. Vor und während der Autofahrten ist der Genuss von Alkohol untersagt. Es gilt 0,0 Promille. Autofahrer müssen rund um die Uhr das ganze Jahr über mit Abblendlicht fahren. Sicherheitsgurte müssen während der ganzen Fahrt angelegt bleiben. Kinder unter 12 Jahren mit einem Gewicht unter 36 kg oder einer Körpergröße unter 1,50 m dürfen nur in einem Kindersitz befördert werden. Für Motorradfahrer und deren Beifahrer besteht Helmpflicht. Bei der Einfahrt in einen Kreisverkehr muss nicht geblinkt werden, jedoch bei der Ausfahrt aus dem Kreisverkehr und beim Spurwechsel innerhalb des Kreisverkehrs. Fahrzeuge über 3,5 Tonnen mit Anhängern dürfen nicht an Sonn- und Feiertagen von 13.00 bis 22.00 Uhr sowie in den Monaten Juli und August an Freitagen von 17.00 bis 21.00 Uhr und an Samstagen von 07.00 bis 13.00 Uhr die tschechischen Autobahnen und Nationalstraßen befahren. Autofahrer müssen in der Tschechischen Republik ein Set mit Ersatz-Glühbirnen für das Kfz mitführen. Es gelten folgende Geschwindigkeitsbegrenzungen,innerhalb geschlossener Ortschaften: 50 km/h, auf Landstraßen: 90 km/h, auf Autobahnen: 130 km/h.
Die Labe (Elbe) und die Vltava (Moldau) sind teilweise schiffbar. Auf der Elbe verkehren zwischen Dresden, Schöna, Hrensko und Litomerice Ausflugsschiffe durch die Böhmische Schweiz. Die wichtigsten Binnenhäfen sind Prag, Kolin, Melnik, Usti nad Labem (Aussig) und Děčín.
Die tschechische Fluggesellschaft Ceské Aerolinie(CSA) (Website: www.csa.cz) bietet Flüge nach Prag von Frankfurt/M., Berlin, Düsseldorf, Dortmund, Hamburg, Hannover, Köln, Stuttgart, München, Wien und Zürich an.
Der internationale Flughafen Praha (PRG) (Ruzyné) (Website: www.prg.aero) liegt 20 km außerhalb der Stadt (Fahrzeit ca. 30 Min.). Zu den Flughafeneinrichtungen gehören eine Bank, Wechselstuben, Postamt, Duty-free-Shops, Autovermietung, Tourist-Information, Hotel-Reservierungsschalter, Bars und Restaurants. Der CSA-Flughafenbus fährt alle 30 Min. nach Prag. Die Buslinie 119 fährt etwa alle 10 Min. in die Stadt (Fahrzeit ca. 20 bis 30 Min.). Außerdem existiert ein privater Pendelbusverkehr zu größeren Hotels und es gibt Mini-Bus-Taxis zum Platz der Republik (Stadtzentrum). Taxis stehen rund um die Uhr zur Verfügung (Fahrzeit ca. 20 Min., Nachtzuschlag).
Fortbewegung innerhalb des Landes
Es gibt täglich mehrere Verbindungen der Tschechischen Staatsbahnen (Ceské Drahy)(Website: www.cd.cz) zwischen Prag und den größeren Städten. Die Fahrpreise sind relativ niedrig, für Schnellzüge wird jedoch ein Zuschlag erhoben. Auf viel befahrenen Strecken sollte man im Voraus Plätze reservieren.
Die Tschechische Republik verfügt über ein ca. 900 km langes Autobahn- und Schnellstraßennetz. Autobahnen verbinden Prag mit Plzeň (Pilsen), Podebrady und Brno (Brünn) und mit der slowakischen Hauptstadt Bratislava. Die Benutzung der tschechischen Autobahnen und Schnellstraßen ist gebührenpflichtig: Die Vignettewird an Grenzübergängen, Postämtern und größeren Tankstellen verkauft und kostet 2007 für Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht bis 3,5 t: 200 Kc für 7 aufeinander folgende Tage, 300 Kc für einen Monat bzw. 900 Kc für 1 Jahr. Für Motorräder besteht keine Vignettenpflicht. Nähere Informationen bietet die Website: www.uamk.cz. Eine ADAC- Auslands-Notrufstation ist eingerichtet Telefon: 261 10 43 51, Website: www.adac.de). Sie bietet ADAC-Mitgliedern und Inhabern eines ADAC-Auslandskranken- und Unfallschutzes Hilfeleistungen bezüglich Hotels, Mietwagen, Fahrzeug- oder Krankenrücktransporte. Der Ustøední automotoklub ÚAMK (Zentraler Automobilklub) ist ein Partner des ADAC (Adresse: Na Strži 9, 140 02 Praha 4, Telefon: (+420) (0261) 12 30 (rund um die Uhr), E-Mail: info@uamk.cz, Website: www.uamk.cz). Der Autoklub Bohemia Assistance ist ein rund-um-die-Uhr Abschleppdienst. Anruf unter der Telefon: 0-12 40. Der Not- und Abschleppdienst kann von jedem Verkehrsteilnehmer beansprucht werden. Notwendige Papiere sind der nationale Führerschein und Fahrzeugschein. Für Staatsangehörige der EU- und EFTA-Länder gilt als Versicherungsnachweis das Autokennzeichen. Dennoch wird EU- und EFTA-Bürgern empfohlen, die Internationale Grüne Versicherungskarte mitzunehmen, um bei eventuellen Schadensfällen, die Unfallaufnahme zu erleichtern und in den Genuss des vollen Versicherungsschutzes zu kommen. Ansonsten gilt der gesetzlich vorgeschriebene minimale Haftpflicht-Versicherungsschutz.
Mobiltelefone dürfen während der Fahrt nur mit Freisprechanlage benutzt werden. Vor und während der Autofahrten ist der Genuss von Alkohol untersagt. Es gilt 0,0 Promille. Autofahrer müssen rund um die Uhr das ganze Jahr über mit Abblendlicht fahren. Sicherheitsgurte müssen während der ganzen Fahrt angelegt bleiben. Kinder unter 12 Jahren mit einem Gewicht unter 36 kg oder einer Körpergröße unter 1,50 m dürfen nur in einem Kindersitz befördert werden. Für Motorradfahrer und deren Beifahrer besteht Helmpflicht. Bei der Einfahrt in einen Kreisverkehr muss nicht geblinkt werden, jedoch bei der Ausfahrt aus dem Kreisverkehr und beim Spurwechsel innerhalb des Kreisverkehrs. Fahrzeuge über 3,5 t mit Anhängern dürfen nicht an Sonn- und Feiertagen von 13.00 bis 22.00 Uhr sowie in den Monaten Juli und August an Freitagen von 17.00 bis 21.00 Uhr und an Samstagen von 07.00 bis 13.00 Uhr die tschechischen Autobahnen und Nationalstraßen befahren. Autofahrer müssen in der Tschechischen Republik ein Set mit Ersatz-Glühbirnen für das Kfz mitführen. Es gelten folgende Geschwindigkeitsbegrenzungen:innerhalb geschlossener Ortschaften: 50 km/h, auf Landstraßen: 90 km/h, auf Autobahnen: 130 km/h.
Die öffentlichen Verkehrsmittel in den großen tschechischen Städten sind gut. In Prag (Website: www.dp-praha.cz) gibt es U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse. Fahrscheine kauft man im Voraus in Tabakläden und anderen Geschäften mit der Aufschrift „Predprodej Jizdenek“. In Brno, Ostrava, Plzen und in einigen anderen Städten verkehren Busse, Oberleitungsbusse und Straßenbahnen. Die meisten Busse und Bahnen verkehren zwischen 04.30 und 00.00 Uhr und haben Einheitsfahrpreise, außerdem sind Zeitkarten erhältlich. Die Fahrscheine werden durch Automaten im Abteil entwertet. Für die Prager U-Bahn gibt es Einzel- und Umstiegsfahrscheine. Wer keinen gültigen Fahrschein hat, muss mit einer Strafgebühr rechnen. Manche Busse (Linien 501 + 512) und Straßenbahnen (Linien 51 + 58) fahren die ganze Nacht hindurch (ca. alle 30 Min.). Taxis in den Großstädten haben Taxameter und sind relativ preisgünstig. Nachts wird ein Zuschlag erhoben.
2.5 Unterkünfte
Auf die seit 1990 hochkatapultierte Nachfrage von Übernachtungsmöglichkeiten haben vor allem tschechische Privatleute und Hostelbetreiber inzwischen reagiert: Jeder findet sein Plätzchen, auch in Prag. Dabei war die Hauptstadt jahrzehntelang berüchtigt für ihren preistreibenden Mangel an Unterkünften. Inzwischen kann es im Sommer passieren, dass man gleich bei der Ankunft am Bahnhof zehnmal angesprochen wird: Privatzimmer, Zeltplätze, Jugendherbergen usw. buhlen auch um die Gunst der Touristen. Wer Werbern nicht traut, findet am Hlavni ein brauchbares Verkehrsamt.
Der KMC-Verband (KMC- Club of Young Travellers, Adresse: Karolíny Svètlé 30, 11000 Praha 1, Telefon: +420-2-22220347 oder 22221328, Fax: +420-2-22220347 oder 22221328, E-Mail: kmc@kmc.cz, Website: http://www.kmc.cz/) verfügt über rund 30 herbergsähnliche Billigunterkünfte und Wohnheime. In Großstädten durchgängig, ansonsten von 6 bis 9 Uhr und von 17 bis 22 Uhr geöffnet, bei schlechtem Wetter wird oft auf die Mittagsschließung verzichtet.
Die Qualität der Häuser variiert sehr stark, was sich im Preis niederschlägt, so kann man teilweise für weniger als 5 Euro pro Person übernachten.
Zeltplätze gibt es in Tschechien in dreihundertfacher Ausfertigung. Und die sind teilweise so billig, dass Wildzelten (was ohnehin offiziell verboten ist, aber nach Rücksprache mit Eigentümern oder Anwohnern fast immer für eine Nacht toleriert wird) eigentlich überflüssig ist. Der Komfort tschechischer Campingplätze hat mittlerweile auch westeuropäischen Standard erreicht. Stellplätze gibt es ab 5 Euro. Vielfach kann man auf Zeltplätzen auch Bungalows oder Wohnwagen mieten. Die sind genauso preiswert und vor allem bei Regen von Vorteil.
Eine weitere preiswerte Unterkunftsart stellen Studentenwohnheime dar. Die stehen allerdings nur im Juli/August zur Verfügung und ergänzen das Netz der Jugendherbergen.
Insgesamt betrachtet findet der Tourismus in Tschechien auch heute noch vor allem in einigen wenigen Zentren, vor allem in Prag, statt. So werden 85 % aller Urlaubsbuchungen in der Tschechischen Republik allein für Prag registriert. Reiseexperten bemühen sich, das Angebot auch außerhalb der Hauptstadt besser zu vermarkten, um auch den Tourismus in den ländlichen Regionen zu fördern. Die Anzahl der Unterkünfte hat sich in den letzten Jahren vervielfacht. Zur Auswahl stehen Hotels mit 1 bis 5 Sternen, Pensionen sowie Privatwohnungen. Weitere Informationen sind von der National Federation of Hotels and Restaurants (Adresse: Senovázné Nám. 23, CZ-110 00 Prag 1, Telefon: 224 14 26 84, Fax: 224 14 26 81, E-Mail: nfhrcr@nfhr.cz, Website: www.nfhr.cz) zu beziehen.
2.6 Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken
Einkaufen kann man in Tschechien sehr gut, das Warenangebot ist riesig und die Qualität gut, nur die Preise sind bei weitem nicht mehr so niedrig wie noch vor ein paar Jahren (in Tschechien werden 22 % Mehrwertsteuer erhoben). Dabei gilt jedoch, je weiter man von größeren Städten oder der Metropole Prag entfernt ist, desto größer ist die Chance doch ein Schnäppchen zu machen. Von den Billigmärkten am Straßenrand direkt an der Deutsch-Tschechischen Grenze sollte man sich besser fernhalten. Die Preise mögen zwar verlockend sein, doch die Qualität der angebotenen Ware ist meist miserabel. Wer nicht so sehr auf Schnäppchenjagd ist, der kommt in Prag voll auf seine Kosten. Bei einem Spaziergang durch Prag sieht man Hunderte von kleinen und großen Geschäften, Straßenhändlern und Straßenkünstlern, die ihre Produkte anbieten. Ob man einfach nur durch Bücher- und Musikläden schlendert oder gezielt nach Trödel oder Antiquitäten sucht, in Prag wird eigentlich jeder fündig. Besonders die Trödelläden sind interessant, dort findet man Sachen, die man schon immer haben wollte, in Deutschland aber nirgendwo mehr gefunden hat und Sachen, von denen man noch gar nicht wusste, dass man sie unbedingt haben wollte. Das kann schon mal gefährlich für die Geldbörse werden.
Auch Souvenirjäger werden in Prag mit Sicherheit fündig, ob zierliche Glasfiguren, Kristallvasen oder Teller und Tassen mit und ohne böhmische Malerei: In den Prager Kaufhäusern und Glasboutiquen findet man auf jeden Fall ein schönes Mitbringsel oder eine weitere Ergänzung der eigenen Sammlung.
Preiswerter einkaufen als in Prag kann man noch immer im Böhmerwald (Krumau, Pilsen, Budweis), dort kann man sich auf den schönen Wochenmärkten unter die einheimische Bevölkerung mischen. Dabei sollte man keine Berührungsängste haben, die Tschechen sind ein sehr offenes, freundliches und kommunikatives Volk. Vielerorts wird Englisch und teilweise auch Deutsch gesprochen. Und selbst wenn nicht, dann findet man immer einen anderen Weg sich auszutauschen. Auch Karlsbad ist nicht nur eine sehr schöne Stadt, sondern auch durchaus einen kleinen Einkaufsbummel wert.
Die Ladenöffnungszeiten variieren sehr stark und sind vor allem abhängig von der Lage der Geschäfte. Wochentags haben die meisten Läden von 9 bis 18 Uhr geöffnet, im Zentrum von Prag haben die großen Kaufhäuser auch bis 20 Uhr geöffnet und in vielen Geschäften und Lebensmittelläden (večerka) kann man auch spät abends und sogar nachts noch einkaufen.
Tschechische Gastronomie
Traditionsverbunden, wenig sparsam mit Kalorien, dafür aber mit sehr reichhaltigem Geschmack, so in etwa ist der Ruf der tschechischen Küche. Berühmt ist sie vor allem für ihre vielfältigen Knödel-Varianten, die dicken Suppen und Saucen, die Kartoffelgerichte sowie die Buchteln und Kuchen.
Die tschechische Küche besteht in der Regel aus sehr üppigen Mahlzeiten. Die oftmals fast in Sauce ertrinken, aber in leckerer Sauce. Frisches Gemüse (Zelenina) hingegen wird eher selten aufgetischt und wenn, dann in übersichtlichen Mengen. Dafür gibt dann ur Vegetarier ist Tschechien also wirklich nicht zu bezeichnen. Aus den umgebenden Ländern haben auch einige Gerichte ihren Eingang in die tschechische Küche gefunden, zum Beispiel Guláš (Gulasch) aus Ungarn. Wie häufig in Mittel- und Osteuropa findet man auf den Speisekarten neben der Preisangabe auch die Gewichtsangabe: Fleisch & Knödel 150g/100g usw.. Dies stammt wahrscheinlich noch aus den Zeiten der Lebensmittelrationierung und ist durchaus hilfreich, da man so abschätzen kann, was einen erwartet. Ausnahme stellen Fischgerichte dar. Hier erfolgt die Angabe in Kronen pro Gramm oder 10 Gramm. Wer sich also wundert, warum Fischgerichte so billig sind, sollte besser zwei Mal hinsehen! Sonst kann das Essen nämlich ziemlich teuer werden.
Typische Vorspeisen sind Tresčí játra (Dorschleber) oder die nahezu überall angebotene Česneková polévka (Knoblauchsuppe). Die ist empfehlenswert, sollte aber nur gegessen werden, wenn man danach nichts Besonderes mehr vor hat. In guten Restaurants wird die Suppe mit Brotstückchen und Käse serviert, welche dann frisch in die Suppe gegeben werden. Käseplatten, Schinkenröllchen usw. sind ebenfalls typisch.
Die Hauptgänge bestehen wie gesagt hauptsächlich aus Fleisch und Sauce. Das Fleisch ist entweder gekocht oder gebraten oder, und das ziemlich oft, paniert. Ob Ente, Wild, Schwein oder Rind, die Unterschiede zu deutschem Essen sind nicht übermäßig groß. Gerade Wild wird in Tschechien empfohlen.
Vegetarier haben keine große Auswahl, fleischloses Essen beschränkt sich in der Regel auf Smažený sýr (panierten Käse), der auch für Nicht-Vegetarier durchaus empfehlenswert ist. Am besten schmeckt selbiger (und anderes auch) mit der in Tschechien allgegenwärtigen Tatarska omáčka (Tatarensauce), einer Art Mayonnaise mit Kräutern.
Aus nachvollziehbaren Gründen zählt zur traditionellen tschechischen bzw. böhmischen Küche kein Meeresfisch. Allerdings gibt es etliche Seen, meist Stauseen, in denen Süßwasserfische gezüchtet werden. Gerade entlang dieser Stauseen bieten Restaurants fangfrischen Fisch an. Zum Beispiel Pstruh smažený (panierte Forelle).
Zum Essen wird in Tschechien meistens Bier getrunken, Wein eher selten. Tschechisches Bier („pivo“) gehört zu den besten der Welt, da sind sich Fachleute einig. Und dementsprechend Stolz ist man in Tschechien auf die eigene Braukunst. Aber auch der Bierkonsum der Tschechen ist unangefochten Weltspitze: Statistisch trinkt jeder Einwohner der Tschechischen Republik jährlich 162 Liter des Nationalgetränks, Tendenz steigend.
2.7 Links: Weitere Informationen
3. Jugendarbeit
3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik
Die staatliche Verwaltung im Bereich der Jugendarbeit liegt in der Kompetenz des Ministeriums für Schule, Jugend und Sport der Tschechischen Republik (Ministerstvo školství, mládeže a tělovýchovy). Abteilungen für Jugend und Sport sind bei allen regionalen Behörden angegliedert und fallen unter die Zuständigkeit der Abteilungen für Bildung. Struktur und Zuständigkeiten variieren. In Prag ist die Jugendabteilung für die Verteilung von Fördermitteln, internationale Beziehungen und Wettbewerbe zuständig; die Sportabteilung organisiert Sportwettkämpfe und verwaltet sportbezogene Fördermittel. Die Personalstruktur reicht von drei Angestellten in der Region Karlovy Vary bis zu zehn Angestellten in Mähren-Schlesien.
Das Ministerium ist ein Organ der staatlichen Verwaltung, das sich mit der jungen Generation im Vorschul- und Schulalter im Bereich Erziehung und Bildung sowie auch im Bereich Freizeitgestaltung befasst. Neben der Leitung der staatlichen Institutionen arbeitet es auch mit nichtstaatlichen Organisationen zusammen, die in sehr hohem Maße das Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche gewährleisten – sowohl im Sportbereich, als auch in anderen von den anerkannten Trägern der Kinder- und Jugendarbeit angebotenen Bereichen.
Dem Ministerium für Schule, Jugend und Sport direkt unterstellt ist das Kinder- und Jugendinstitut (IDM,Institut dětí a mládeže - Informacní centrum pro mládež), das zum 1.1.2005 mit dem Institut des Ministeriums für außerschulische Bildung (IZV) und dem Zentrum für Bildung, Information und Dienstleistungen (SVIS) zum Nationalen Kinder- und Jugendinstitut (NIDM) zusammengeführt worden ist. Schwerpunkte der Institutsarbeit sind unter anderem die Jugendforschung sowie die Arbeit mit hoch begabten Jugendlichen. Das NIDM unterstützt die Realisierung der vom Ministerium herausgegebenen Programme, organisiert landesweite Talentwettbewerbe für Jugendliche und beteiligt sich auch an der Organisation von Festivals für nichtorganisierte Kinder und Jugendliche. Aus dem Arbeitsbereich von IZV und SVIS ist die Verantwortung auch für den Bereich der außerschulischen Bildung und Freizeitaktivitäten für Kinder und Jugendliche an das IDM übergegangen. Dazu zählt die Prüfung der Einhaltung der Lehrpläne an Schulen und schulischen Einrichtungen, die Erstellung und Überprüfung methodischer Anleitungen für die außerschulische Bildung und anderer Freizeitaktivitäten, die Schaffung und Überprüfung der schulischen Arbeit mit nationalen Minderheiten und ethnischen Gruppen und die Ausbildung von Leitern von Kinderinteressengruppen. Das Institut hat eine Datenbank aufgebaut, in der Studien zur Jugendforschung online in tschechischer und englischer Sprache abgefragt werden können.
Komise Mobility (Komission für Jugendmobilität) – eine Komission, die das Ministerium für Schule, Jugend und Sport der Tschechischen Republik berät und mit Initiativen unterstützt, auf dem Gebiet der Sicherstellung und Entwicklung der Jugendmobilität mit den anerkannten Trägern der Kinder- und Jugendarbeit besser zusammenzuarbeiten.
Vorsitzender der Kommission ist ein Vertreter des Ministeriums. Weiter nehmen an den Sitzungen drei Vertreter staatlicher Institutionen teil: je ein(e) MitarbeiterIn des Ministeriums, je ein(e) MitarbeiterIn des Kinder- und Jugendinstituts IDM und je ein(e) MitarbeiteIn der Tschechischen Nationalagentur Jugend für Europa. Zu den Aufgaben der Kommission gehört es:
Teilnehmer für internationale Veranstaltungen auszuwählen, neue Rechtsunterlagen zur Jugendarbeit vorzulegen, Konzeptionsmaterialen zur Jugendmobilität vorzubereiten und andere.
Die Kommission ist ein Forum, in dem sich Jugendvereinigungen und Ministerium treffen und miteinander sprechen können.
Komora mládeže Ministerstva školství, mládeže a tělovýchovy (Jugendkammer des Ministeriums für Schule, Jugend und Sport der Tschechischen Republik) – ist eine Kammer, die dem Ministerstellvertreter Vorschläge zum Schutz und zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen vorlegen soll. Der Vorsitzende der Kammer ist der Ministerstellvertreter selbst, die Mitglieder stellen VertreterInnen der anerkannten Träger der Kinder- und Jugendarbeit. Die Kammer tagt mindestens viermal pro Jahr.
Republikový výbor pro otázky dětí, mládeže a rodiny (Republikausschuss für Kinder, Jugend und Familienfragen) – bereitet Vorschläge aus dem Bereich der Pflege rund um Kinder, Jugend und Familie für die Regierung der Tschechischen Republik vor. Vorsitzender ist ein Mitglied der Regierung. Der Ausschuss tagt mindestens viermal pro Jahr, an dem die Vertreter des Ministeriums für Schule, Jugend und Sport und eingeladene Experten aus der Kinder- und Jugendarbeit teilnehmen
Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte
Der Kinder- und Jugendring der Tschechischen Republik (Kruh sdruzení dětí a mládeže České republiky, KSDM) ist 2004 in Konkurs gegangen.
Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen
Es besteht ein ganzes Netz staatlicher außerschulischer Einrichtungen, die ausschließlich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Diese sind in das Netz der Schuleinrichtungen eingegliedert, die überwiegend von den Kreisschulämtern verwaltet werden.
Zu diesen Einrichtungen zählt der Rat der Freizeitzentren für Kinder und Jugendliche (Rada pro střediska volného casu dětí a mládeže). Der Rat soll dem stellvertretenden Minister Vorschläge zur zweckmäßigen Gestaltung der Kinder- und Jugendfreizeit geben und Lösungen zur Problemen innerhalb der Kinder- und Jugendzentren erarbeiten. Mitglieder des Rates sind die Vertreter der Freizeitzentren und andere Facharbeiter aus dem Gebiet der Jugendarbeit.
Die Freizeitzentren sind auch unter dem Namen Kinder- und Jugendhäuser (Domy dětí a mládeže) bekannt. Diese in jedem Kreis zumindest einmal existierenden Zentren haben eine mehr als 40-jährige Tradition. Es sind selbstverwaltete Einrichtungen, die sich durch Zuschüsse finanzieren. Sie verfügen über qualifiziertes Fachpersonal und oft auch über einen großen Kreis ehrenamtlicher Mitarbeiter. Zu diesen Zentren haben vor allem Kinder und Jugendliche Zutritt. Alle 294 Zentren bilden ein in sich geschlossenes Netz, welches von einem eigenen Ressort des Ministeriums für Schule, Jugend und Sport verwaltet wird.
Träger der meisten Freizeitzentren ist das Ressort für Schulwesen – in anderen Fällen kann es auch die jeweilige Gemeinde sein.
Zu den Hauptaufgaben der Freizeitzentren gehören: Regelmäßige Arbeitsgruppen und Kurse; gelegentliche Durchführung von Veranstaltungen in den Bereichen Bildung, Kultur, Sport etc.; spontane Aktivitäten; systematische Arbeit mit begabten Kindern und Jugendlichen; Feriengestaltung, Organisation von Ferienlagern und Ausflügen; fachliche und methodische Hilfe, beratende Tätigkeit vor allem für Schulen und schulische Einrichtungen, für občanské sdružení, also den anerkannten Trägern der Kinder- und Jugendarbeit und weitere Interessierte
Analog zu diesen Freizeitzentren gibt es auch Schulklubs, die den jeweiligen Schulen angegliedert sind. Außerhalb der Unterrichtszeiten bieten sie in den Schulräumen den Schülern unter fachkundiger Leitung durch die Lehrkräfte die Möglichkeit an, in Kursen und Arbeitsgruppen weiter ihren Interessen nachzugehen. Einen weiteren Beitrag zur Freizeitgestaltung für die jüngsten Schüler bieten die školní družiny - die Kindertagesstätten.
Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte
Am 7. April 2003 hat die Regierung ein umfassendes jugendpolitisches Programm zur Kinder- und Jugendpolitik bis 2007 verabschiedet. Darin wurden erstmalig die kinder- und jugendrelevanten Aufgaben von insgesamt acht Ministerien festgelegt. Die Gestaltung der Jugendpolitik basiert auf den im Weißbuch „Jugend“ der Europäischen Kommission festgeschriebenen Hauptorientierungen.
Im Jahr 2003 lief eine Kampagne gegen Rassismus mit dem Titel „Tolerance 2003“. Öffentliche Bibliotheken sollten stärker mit Publikationen ausgestattet werden, die sich mit Fragen der nationalen Minderheiten (Roma), Flüchtlingsfragen und der Koexistenz von Minderheiten beschäftigen. Weitere Schwerpunkte waren: die Förderung des Ehrenamts unter Jugendlichen, die Verbesserung des Zugangs zu neuen Medien und Internet, die Verbesserung der Wohnsituation für junge Leute, verstärkte Präventionsarbeit und Gesundheitsförderung bei Kindern und Jugendlichen.
In der Regierungserklärung vom August 2004 wurden folgende Schwerpunktthemen genannt:
Ausbau der Kinderbetreuungsangebote, Steuererleichterungen für junge Familien, Einrichtung von Kinderfreibeträgen und andere Maßnahmen zur Überwindung der kritischen demografischen Situation in der Tschechischen Republik; Reform des Schul- und Bildungssystems, international (v. a. europäisch) wettbewerbsfähig zu bleiben und besonders die Ziele des Lissabon-Prozesses einzuhalten (lebenslanges Lernen, Schlüsselqualifikationen, Verbesserung des Fremdsprachenunterrichts etc.); Unterstützung und Zertifizierung von Organisationen, die sich im Bereich Sport und Freizeit für Kinder und Jugendliche engagieren.
Aktionsprogramme
Das Aktionsprogramm der Europäischen Union JUGEND IN AKTION fördert den Jugendaustausch (insbesondere von Benachteiligten im Alter von 15-25 Jahren). Zuständig ist die Tschechische Nationalagentur „Jugend für Europa“ (Česká národní agentura "Mládež pro Evropu").
Überblick über die Strukturen der Jugendverbandsarbeit
Der tschechische Begriff „občanské sdružení“ bedeutet wörtlich übersetzt bürgerliche Vereinigung oder Gesellschaft des bürgerlichen Rechts. Diese Vereinigungen in der Tschechischen Republik entsprechen jedoch eher den eingetragenen Vereinen beziehungsweise den anerkannten Trägern der Kinder- und Jugendarbeit in Deutschland.
Die Tschechische Republik erschien als neuer Staat erst Anfang des Jahres 1993 - nach der Teilung der Tschechoslowakei - auf der Landkarte Europas. Es leben dort etwa 10 Millionen Einwohner, von denen ungefähr 40% Jugendliche sind. Deshalb zählt die Arbeit mit jungen Leuten zu einer der wichtigsten Tätigkeiten überhaupt.
Der erste Bereich der Jugendarbeit ist die direkte Kinder- und Jugendarbeit mittels der zu diesem Zweck eingerichteten zumeist staatlichen Institutionen. Der zweite Bereich ist auf die Hilfe und Unterstützung der „občanské sdružení“, also der anerkannten Träger der Kinder- und Jugendarbeit, ausgerichtet.
Seit dem Jahre 1991 werden jedes Jahr durch das Ministerium die Programme zum Kinder- und Jugendschutz bekannt gegeben. Die thematischen Schwerpunkte dieser anerkannten Träger der Kinder- und Jugendarbeit sind sehr vielfältig. Sie beinhalten vor allem die regelmäßige Tätigkeit in Arbeitsgruppen, Aufenthalte in der freien Natur, Umweltschutz sowie die Veranstaltung von Ausstellungen, Festivals, Besichtigungen, Wettbewerben und andere Aktivitäten.
Nach der Wende im Jahre 1989 und nach der Verabschiedung des neuen Gesetzes über die Gründung von Vereinigungen entstanden innerhalb des ersten Halbjahres 1990 Dutzende von Kinder- und Jugendvereinigungen. Nach sehr langer Unterbrechung nahm ein Großteil der Kinderorganisationen seine Tätigkeit wieder auf. Dazu zählen zum Beispiel Junák - der tschechische Pfadfinderbund, der YMCA und YWCA, die Liga lesní moudrosti(Liga der Waldweisheit) und andere.
Heute existieren einige Hundert anerkannte Träger der Kinder- und Jugendarbeit, in denen ca. 10 % der unter 26-Jährigen organisiert sind. Weitere 25 % der Kinder und Jugendlichen sind Mitglieder in Sportvereinen. Darüber hinaus gibt es natürlich auch noch andere Vereinigungen, die sich der Kinder- und Jugendarbeit widmen. Viele der anerkannten Träger der Kinder- und Jugendarbeit sind bemüht, sich in einer Dachorganisation zusammenzuschließen.
Überregionale Jugendverbände
Dachorganisationen in der Tschechischen Republik:
CRDM - Česká rada dětí a mládeže (Tschechischer Kinder- und Jugendrat) – ist die jüngste Dachorganisation, die im Jahre 1998 entstand und zugleich die meisten Kinder und Jugendlichen unter seinem Dach vereinigt. Es handelt sich hier um eine demokratische, freiwillige und unpolitische Gemeinschaft von „občanské sdruzení“ (anerkannten Trägern der Kinder- und Jugendarbeit). In ihr versammeln sich insgesamt 16 Vereinigungen.
- Junák svaz skautu a skautek CR (Pfadfinderbund) – ca. 60.000 Mitglieder
- Pionýr (Pionier) – ca. 30.000 Mitglieder
- Folklorní sdružení (Verein für Folklore) – ca. 13.000 Mitglieder
- Česká tábornická unie CTU (Tschechische Zeltlager-Union) - ca. 11.000 Mitglieder
- ATOM - Asociace turistických oddílu mládeže (ATOM – Vereinigung der Wandergruppen der Jugend) – ca. 10.000 Mitglieder
- Asociace pro mládež, vědu a techniku AMAVET (Vereinigung für Jugend, Wissenschaft und Technik) – ca. 5.000 Mitglieder
- YMCA – ca. 4.000 Mitglieder
- Duha (Regenbogen) – ca. 4.000 Mitglieder
3.2 Jugendschutz, kinder- und jugendrelevante Gesetze, altersbezogene gesetzliche Bestimmungen
In der Tschechischen Republik gilt seit dem 1. Januar 1993 die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen.
Im Bereich des Kinderschutzes ist die Tschechische Republik der Liste der Grundrechte und Freiheitenverbunden, die ein Teil der Verfassung des Staates ist. Weiterhin verpflichtet sich der Staat, die Forderungen der Weltdeklaration über das Überleben der Kinder, ihren Schutz und Entwicklungund andere Dokumente zu erfüllen.
Die Kinderrechtskonvention ist ein Teil der Rechtsordnung der Tschechischen Republik.
Bis zu welchem Alter gilt man als Kind bzw. Jugendlicher?
Ist Kindern und Jugendlichen der Aufenthalt an öffentlichen Plätzen (Straßen, Parks) ohne Begleitung Erwachsener gestattet?
Ja. Laut Familienrecht tragen die Eltern die Verantwortung für ihre Kinder entsprechend deren Entwicklungsstadium.
Ist Kindern und Jugendlichen der Aufenthalt an jugendgefährdenden Orten (z. B. Orte, an denen sich Prostituierte aufhalten) gestattet?
Keine gesetzliche Regelung.
Ist Kindern und Jugendlichen der Aufenthalt in Gaststätten, Restaurants gestattet?
Keine gesetzliche Einschränkung. Elternverantwortung.
Ist Kindern und Jugendlichen der Aufenthalt in Nachtbars, Nachtklubs oder vergleichbaren Vergnügungsorten gestattet?
Keine gesetzliche Einschränkung. Elternverantwortung.
Ist Kindern und Jugendlichen die Anwesenheit bei Tanzveranstaltungen gestattet?
Keine gesetzliche Regelung.
Ist die Abgabe leichter/hochprozentiger alkoholischer Getränke an Kinder und Jugendlichen gestattet?
Die Rechtsordnung der Tschechischen Republik unterteilt nicht zwischen niedrig- und hochprozentigem Alkohol. Die Rechtsordnungen der Tschechischen Republik verbieten den Verkauf von Alkohol an Personen unter 18 Jahren. Eine Person, die Alkohol an eine Person unter 18 Jahren systematisch oder in größeren Mengen verkauft, begeht eine Straftat.
Ist Kindern und Jugendlichen der Genuss alkoholischer Getränke gestattet?
Ja, es ist ihnen erlaubt. Es gibt keine gesetzliche Regelung.
Welche Beschränkungen gibt es beim Besuch öffentlicher Filmveranstaltungen?
Keine gesetzliche Einschränkung. Elternverantwortung.
Ist Kindern und Jugendlichen der Besuch öffentlicher Spielhallen gestattet?
Laut Rechtsordnung der Tschechischen Republik dürfen junge Leute ab 18 Jahren dem Glücksspiel nachgehen. Eine Person, die es einer Person unter 18 Jahren ermöglicht zu spielen, begeht selbst eine Straftat durch Nichtanzeige.
Ist Kindern und Jugendlichen das Rauchen in der Öffentlichkeit gestattet?
Laut Rechtsordnung der Tschechischen Republik darf niemand in geschlossenen Räumen rauchen, wenn dadurch die Gesundheit eines Nichtrauchers gefährdet werden könnte. Es ist verboten, Tabakprodukte an Personen unter 18 Jahren zu verkaufen.
Welche Beschränkungen gibt es, wenn ausländische Jugendliche kurzzeitig gegen Bezahlung arbeiten wollen, um ihre Reisekasse aufzubessern?
Laut Rechtsordnung der Tschechischen Republik ist jeder Ausländer berechtigt, auf dem Gebiet der Tschechischen Republik auf Grundlage einer Arbeitserlaubnis und eines Visums für den Aufenthalt in der Tschechischen Republik zu arbeiten. Es gibt einige Ausnahmen zu dieser Regelung zugunsten von Studenten und Personen, deren Aktivitäten in der Tschechischen Republik nicht länger dauern, als es das Gesetz bestimmt.
Ab welchem Alter ist es ihnen gestattet zu arbeiten?
Ab 15 Jahren, in einigen besonderen Fällen ab 14 Jahren.
Ist Kindern und Jugendlichen das Trampen/per Anhalter fahren gestattet?
Keine gesetzliche Einschränkung.
An welche Einrichtungen können sich Kinder und Jugendliche bei auftretenden Problemen in Ihrem Land wenden?
An die Behörden der Jugendfürsorge: Pädagogisch-psychologische Beratungseinrichtungen, Behörden für sozial-rechtliche Sicherheit von Kindern, Behörden für die internationale rechtliche Sicherheit von Kindern, regionale Behörden, Behörden der Gemeinden, Polizei etc. An Verbände, Stiftungen, NGOs etc.:
Linka bezpečí - Nadace Naše dítě (Sicherheitseinrichtung - Stiftung „Unser Kind“), Bílý kruh bezpečí (Weißer Ring der Sicherheit), Liga lidských práv - Centrum pro právní ochranu dětí (Bund der Menschenrechte – Zentrum für den gesetzlichen Schutz der Kinder), Česká sekce DCI (Tschechische Abteilung der internationalen Organisation zum Schutz von Kindern), Fond ohrožených dětí (Bund für Kinder in Gefahr), Dětské krizové centrum (Zentrum für Kinder in Notfällen), etc.
Welche Bestimmungen gibt es bezüglich des Mitführens von Messern, Kampfgeräten (Pfeil und Bogen, Degen etc.) und Waffen?
Es gibt keine gesetzlichen Regelungen über das Tragen von Messern und Kampfgeräten.
Das Gesetz bestimmt verschiedene Altersgrenzen für die Zulassung zum Waffenbesitz (ab 21, 18 und 16 Jahren) – das hängt vom Waffenmodell ab oder ob es sich um einen Schüler der forstwirtschaftlichen Sekundarschule handelt etc.
Welche Bestimmungen gibt es bezüglich sexueller Kontakte zu Jugendlichen?
Eine Person, die sexuelle Kontakte mit einer Person unter 15 Jahren hat oder diese sexuellmissbraucht, begeht eine Straftat. Eine Person, die eine Person unter 18 Jahren zum Geschlechtsverkehr vor der Ehe bewegt oder die die Abhängigkeit dieser Person missbraucht, begeht eine Straftat. Eine Person, die einer Person unter 18 Jahren ein Entgelt für Geschlechtsverkehr anbietet, verspricht oder beschafft, begeht eine Straftat. Eine Person, die pornographische Werke mit Kindern produziert, verbreitet, importiert, exportiert, darauf zugreift etc., begeht eine Straftat.
Wie heißen die entsprechenden Gesetze und wie sind sie zugänglich?
- Kinderrechtkonvention
- Familiengesetz - zákon č. 94/1963 Sb., zákon o rodině
- Zivilrecht - zákon č. 40/1964 Sb., občanský zákoník
- Gesetz über den Schutz gegen Alkoholismus und Toxikomanie - zákon č. 37/1989 Sb., o ochraně před alkoholismem a jinými toxikomaniemi
- Strafgesetzbuch - zákon č. 140/1961 Sb., trestní zákon
- Arbeitsgesetzbuch - zákon č. 65/1965 Sb., zákoník práce
- Gesetz über Beschäftigung - zákon č. 1/1991 Sb., o zaměstnanosti
- Gesetz über die sozial-rechtliche Sicherheit von Kindern - zákon č. 359/1999 Sb., osociálně-právni ochraně děti
- Gesetz über Schusswaffen und Munition - zákon č. 119/2002 Sb., zákon o střelných zbraních a střelivu
Diese Gesetze sind verfügbar unter: www.mvcr.cz.
[Quelle: Tschechisches Jugendministerium 2/2004]
3.3 Weitere Informationen
Weitere Informationen und Adressen von Jugendverbänden und Organisationen, sowie zu Kinder- und jugendpolitischen Strukturen sind unter http://www.dija.de/ (> Länderinfos >Ländername) zu finden.
3.4 Schulsystem und Bildungswesen
Der Kindergarten (Mateřská škola/školka) ist für Kinder im Vorschulalter bestimmt, also für Drei- bis Sechsjährige. In Ausnahmefällen wird er auch von älteren Kindern besucht, die später eingeschult werden (dies ist immer häufiger der Fall).
Grundschule (Základní škola) - der Grundschulbesuch ist auf eine Dauer von neun Jahren ausgerichtet. Die Grundschule wird in zwei Bildungsstufen unterteilt. In der ersten Stufe (Klasse 1 bis 5) unterrichtet der Klassenlehrer/die Klassenlehrerin fast alle Fächer, wohingegen in der zweiten Stufe (Klasse bis 9) sich das Lehrpersonal je nach Fachbereich spezialisiert. Im Grundschulbereich ist eine Rückkehr zu kleineren Schulen mit wenigen Klassen zu verzeichnen, wodurch die Schülerinnen und Schüler auch in ihrer Heimatgemeinde unterrichtet werden können. Für Einige wurde die Möglichkeit geschaffen, nach Abschluss der vierten Klasse ein mehrjähriges Gymnasium zu besuchen (etwa 10 % der Kinder).
Gymnasien(Gymnázium – G) – an allen Gymnasien und (Fach)oberschulen der Tschechischen Republik gibt es Aufnahmeprüfungen. Die Schülerinnen und Schüler konnten sich bisher an mehreren Schulen gleichzeitig bewerben. Seit 1.1.2005 ist jedoch nur noch eine einzige Bewerbung möglich. Diese Regelung ist sehr umstritten, da SchülerInnen, die in der ersten Auswahlrunde akzeptiert werden, sich nicht weiter an anderen (renommierteren) Schulen bewerben dürfen. Umgekehrt werden viele Schulen keine zweite Runde ausschreiben, so dass diejenigen, die in dem ersten Durchgang scheitern, auf eine weitaus weniger angesehene Schule ausweichen müssen.
Alle Gymnasien enden mit dem Abitur, das aus einer schriftlichen Prüfung und weiteren vier mündlichen Prüfungen besteht. Das Abitur gilt als Hochschulzugangsberechtigung. Entweder wird nach abgeschlossener Grundschule das vierjährige Gymnasium oder die
(Fach-)oberschule besucht, oder aber schon früher ein sechs- oder achtjähriges Gymnasium. Aufnahmebedingung hierfür ist das erfolgreiche Bestehen der Aufnahmeprüfungen. Die Schülerinnen und Schüler können sich an einem mehrjährigen Gymnasium bewerben und besuchen bei Nichtbestehen der Aufnahmeprüfungen weiter die Grundschule.
(Fach)oberschulen (Strední odborné školy - SOŠ) – es gibt Technische (Fach)oberschulen für Bauwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik und anderes. Dieser Fachschultypus schließt mit dem Fachabitur (nach vier Jahren) ab. Absolvent/innen der (Fach)oberschulen haben gute Voraussetzungen für ein technisches Hochschulstudium. Ein in der letzten Zeit immer beliebter gewordener Schultypus im Bereich der (Fach)oberschule ist häufig die private Handelsakademie (Obchodní akademie). Die ständig steigende Zahl der Schulabgänger führt allerdings zu Schwierigkeiten bei der Arbeitsplatzsuche.
Integrierte Oberschulen(Integrované strední školy - ISŠ)– da sich nur ein geringes Interesse für Studiengänge an fachspezifischen Lehranstalten abzeichnete, wurden integrierte Oberschulen geschaffen. Es werden hier sowohl Abiturfächer als auch nicht-abiturrelevante Fächer bzw. Fächerkombinationen angeboten.
Berufliche Oberschulen (Strední odborná učiliště - SOU)– hier erfolgt eine Ausbildung im handwerklichen Bereich, die mit der staatlichen Gesellenprüfung abgeschlossen werden kann. Nach drei Jahren Lehre kann in einem Aufbaustudium (dauert zwei Jahre) das Abitur abgelegt werden.
Berufschulen(učiliště - U) – in einem ein- oder zweijährigen Studium werden Schüler/-innen für den Beruf vorbereitet. Es endet mit einer Abschlussprüfung.
Höhere Fachbildung (Vyšší odborné školy - VOŠ)– in einer Dauer von drei oder fünf Jahren kann hier alternativ zum Hochschulstudium studiert werden. Diese mit der deutschen Fachhochschule vergleichbare Bildungsstufe wurde 1995 geschaffen und im Jahre 1997/98 gab es schon 156 Schulen dieses Typs. Es kann eine spezialisierte Abschlussprüfung abgelegt werden.
Im April 1998 wurde vom Parlament ein neues Hochschulgesetz (Nr. 111/1998 Sb.) über die Hochschulen und über die Änderung und Ergänzung von älteren Gesetzen verabschiedet.
Hochschulen und Universitäten (Vysoké školy a univerzity)– Voraussetzung für ein Hochschulstudium ist neben dem Abitur das Bestehen der Aufnahmeprüfung, die von jeder Hochschule individuell festgelegt wird. Man kann sich jährlich für drei Aufnahmeprüfungen melden, für die auch eine Gebühr gezahlt werden muss. Es ist durchaus keine Ausnahme, dass jemand mit einem Einserabitur mehrmals an den schwierigen Prüfungen scheitert. Das 1990 eingeführte Bakkalaureatsstudium kann nach drei Jahren mit dem Titel Bc. abgeschlossen werden. Das fünfjährige Magisterstudium wird mit dem Titel Magister - Mgr. beendet (analog dazu die Titel Ingenieur – Ing., Arzt – MUDr. bzw. Tierarzt – MVDr.). Das Promotionsstudium wird mit dem Titel PhDr. abgeschlossen.
Die Kosten, die während eines Studiums entstehen, variieren zwischen 30.000 und 50.000 Kč. jährlich. Rund 50 % der Studierenden gehen nebenbei jobben oder haben eine geregelte Arbeit. Stipendien reichen meistens nicht aus. 2005 wurde das System der staatlichen Zuwendungen für Studierende verändert; Zuschüsse, die die Universitäten pro Studierenden erhalten haben, fließen jetzt direkt an die Studenten. Dies hatte eine erhebliche Preissteigerung bei Studentenwohnheimzimmern zur Folge. Kredite an Studierende werden derzeit nur von der Komerční bankavergeben. Derzeit wird eine Diskussion über die Einführung von Studiengebühren geführt.
Studierende aus dem Ausland stellen nur einen geringen Teil der Studierenden (2,2 %). Sie müssen das Studium selbst bezahlen. Unterricht in Englisch bieten in verschiedenem Umfang alle Hochschulen, jedoch nicht alle Lehrstühle.
Berufsausbildung
In der Tschechischen Republik gibt es im Gegensatz zum deutschen Ausbildungssystem keine duale Struktur, das heißt die Berufsausbildung erfolgt vollständig an speziellen Berufsschulen, und nicht wie in Deutschland parallel an Berufsschule und im Ausbildungsbetrieb.
4. Natur und Kultur
4.1 Natur und Umwelt
Tschechien hat durch seine Randgebirge eine topografisch klare Gliederung: es besteht aus mehreren Beckenlandschaften, die von Gebirgen umgeben und unterteilt werden. Deswegen sagt man zum Beispiel in Oberösterreich „ich fahre nach Tschechien hinein“ – und nicht hinüber.
An der Südwestgrenze Tschechiens liegt der Böhmerwald (Šumava, 1.000 bis 1.400 m), im Nordwesten das Erzgebirge (Krušné hory, Keilberg 1.244 m) und im Norden die Sudeten (Sudety), welche im Riesengebirge (Krkonoše) mit der Schneekoppe (1.602 m) (Tschechisch: Sněžka) den höchsten Gipfel des Landes beherbergen. Südöstlich des Erzgebirges breitet sich zu beiden Seiten der Elbe (Tschechisch: Labe) das Böhmische Mittelgebirge aus.
Böhmen und Mähren werden durch die niedrige Böhmisch-Mährische Höhe (600 bis 800 m) voneinander getrennt. Mähren hat im Osten Anteil am Karpatenvorland und im Süden am Wiener Becken. Seine Ostgrenze zur Slowakei bilden die Beskiden und Weißen Karpaten, und nur die Südgrenze zu Niederösterreich bildet großteils ein Fluss – die stark mäandrierende Thaya (Dyje).
Auf den Gipfeln vom Böhmerwald, Böhmischen Mittelgebirge, den Beskiden und dem ersten Ausläufer der Karpaten verläuft die Europäische Wasserscheide.
Die Beckenlandschaften sind sehr fruchtbar. So wird in Böhmen, vor allem im Saazer Becken, Hopfen angebaut (Böhmen ist eines der traditionellen Bierbrauerländer), in Mähren wird Wein angebaut.
Flora und Fauna: 34,1 % der Gesamtfläche des Landes sind bewaldet, vor allem die Mittelgebirge sind waldbedeckt. Während in höheren Lagen Nadelbäume (u. a. Fichten und Tannen) dominieren, sind in tieferen Regionen auch Laubbäume (vor allem Eichen, Buchen, Birken, Pappeln und Weiden) verbreitet. In den trockenen Gebieten des südlichen Mähren gedeiht Steppen- und Heidevegetation. Umweltbelastungen haben die Pflanzenwelt vor allem in Nordböhmen in den vergangenen Jahrzehnten ernsthaft geschädigt.
Durch die Einschränkung der natürlichen Lebensräume ging auch die Vielfalt der Fauna zurück. Doch sind noch heute u.a. bemerkenswerte Raubtiere wie Wolf, Marderhund, Luchs, Wildkatze und Fischotter sowie seltene Vogelarten wie Großtrappe, Auerhuhn und Schwarzstorch anzutreffen. Die Tschechische Republik verfügt über vier Nationalparks und etwa 190 weitere Reservate und Schutzzonen. Fünf Gebiete wurden einem internationalen Programm der UNESCO unterstellt, sechs Reservate fallen unter die Konvention von Ramsar über Feuchtgebiete.
Tschechien liegt in der gemäßigten Temperaturzone der Erde. Das Klima ist eher mediterran, obwohl Tschechien ein Binnenstaat ist. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 7,9 ° C bei milden Wintern (Februar: 0,5 ° C) und kühlen Sommern (Juni: 18,6 ° C). Die Jahresniederschlagssumme beträgt 508 mm in Prag, ein relativ niedriger Wert aufgrund der Lee-Lage östlich beziehungsweise südöstlich des Böhmerwalds, des Oberpfälzer Walds und des Erzgebirges. Alle zwölf Monate sind humid.
4.2 Großschutzgebiete
Das Riesengebirge (Polnisch: Karkonosze, Tschechisch: Krkonoše) ist das höchste Gebirge der Sudeten an der Grenze zwischen Polen und Tschechien und erreicht in der Schneekoppe eine Höhe von 1.602 m ü. NN. Charakteristisch ist der subalpine Charakter des Gebirges mit eiszeitlichen Gletscherkaren, Bergseen und den steilen felsigen Flanken der Berge. Nahe am Kamm bei Špindlerův Mlýn (Spindlermühle) befindet sich in fast 1.400 m Höhe die Quelle der Elbe. Seit 1959 (Polen) bzw. 1963 (Tschechien) steht das Riesengebirge als Nationalpark unter Naturschutz. Der Krkonošský Národní Park (KRNAP) (Nationalpark Riesengebirge) ist somit der älteste Nationalpark Tschechiens. Große Teile des Riesengebirges stehen zusätzlich als Biosphärenreservat unter dem Schutz der UNESCO. Allgemein bekannt sind die Sagen und Märchen um den Berggeist Rübezahl (Tschech. Krakonoš, Poln. Liczyrzepa bzw. Duch Gór = Berggeist), der im Riesengebirge seine Heimat hat. Die Fläche des Nationalparks beträgt 36.300 ha. Unter Schutz stehen nicht nur die subalpinen Kammlagen, sondern auch die Bereiche bis an den Fuß des Gebirges.
Národní park Podyjí (Nationalpark Thayatal)
Dieser mit 6.300 ha kleinste tschechische Nationalpark wurde 1991 errichtet. Seit 2000 wird er auf der österreichischen Seit vom dortigen Nationalpark Thayatal begleitet. Die tief eingeschnittenen Mäander des Flusstals der mittleren Dyje (Thaya) machen den Nationalpark in Südmähren zu einer einzigartigen Landschaft in Mitteleuropa. Auf 40 km Länge von Vranov bis Znojmo fließt die Dyje frei, wird von bis zu 220 m hohen Felsen eingerahmt und bietet vielen bedrohten Pflanzen und Tieren einen Lebensraum.
Der Nationalpark Šumava (Šumava heißt auf Deutsch soviel wie Rauschen, eine Bezeichnung die vom Rauschen der Wälder abgeleitet ist. Der deutsche Name ist Böhmerwald) ist mit 69.030 ha der flächengrößte Nationalpark Tschechiens. Er wird umgeben vom Landschaftsschutzgebiet Šumava mit einer Größe von 97.970 ha. Als erstes großflächiges Schutzgebiet im Šumava wurde 1963 das Landschaftsschutzgebiet Šumava eingerichtet. Seit 1990 ist das Gebiet Biosphärenreservat unter der Schirmherrschaft der UNESCO. 1991 wurden die wertvollsten Teile des Gebietes zum Nationalpark erklärt. Er grenzt direkt an den deutschen Nationalpark Bayerischer Wald und bildet mit ihm das großflächigste mitteleuropäische Waldgebiet, das oft auch als „Grünes Dach Europas“ bezeichnet wird. Weite Teile des Böhmerwaldes wurden zudem ins Natura 2000-Netzwerk der Europäischen Union aufgenommen – in Tschechien, Deutschland und Österreich. Im Böhmerwald gibt es unter anderem: Luchs, Auerhuhn, Dreizehenspecht, Pannonischen und Böhmischen Enzian und andere ökologischen Besonderheiten. Durch den Nationalpark fließen die beiden Flüsse Moldau und Otava. In dem Gebiet liegen fünf Gletscherseen (Jezero Laka, Prášilské jezero, Plešné jezero, Černé jezero und Čertovo jezero). Außerdem existieren viele Moore wie die Hochmoore Jezerní slat' und Chalupska slat'.
Národní park České Švýcarsko (Nationalpark Böhmische Schweiz)
Die Böhmische Schweiz (Tschechisch: České Švýcarsko) liegt als tschechischer Teil des Elbsandsteingebirges nördlich von Děčín beiderseits der Elbe. Östlich geht die Böhmische Schweiz in das Lausitzer Gebirge und westlich ins Erzgebirge über. Die höchste Erhebung ist der Hohe Schneeberg (Děčínský Sněžník) mit 726 m über NN. Das Gebiet steht seit 1972 als ChKO Labske Piskovce unter Landschaftsschutz. Im rechtselbischen Teil besteht seit dem Jahr 2000 der Nationalpark Böhmische Schweiz.
Im Gegensatz zur benachbarten Sächsischen Schweiz wird die Böhmische Schweiz nicht von Bergen geprägt, die die Landschaft überragen. Ausnahmen sind der Tafelberg Hoher Schneeberg (Děčínský Sněžník) und die Basaltkuppe des Rosenberges (Růžovský vrch).
Charakteristisch sind im zentralen Teil die durch Schluchten zerteilten Felsgebiete und die steilen Felswände an der Südseite des Winterberges (Prebischtorgebiet). Landschaftlich einmalig ist das tiefe, düstere Durchbruchtal der Elbe, welches von steilen hohen Felswänden gesäumt ist. Im Gegensatz dazu breitet sich rechtselbisch darüber eine flachwellige, landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaft – die Ebenheit – aus, die vom Rosenberg dominiert wird. Linkselbisch ist diese wellige Landschaft dicht bewaldet, im Bereich des Überganges zum Erzgebirge befindet sich dort der höchste Berg des Elbsandsteingebirges, der Hohe Schneeberg. So wie im anschließenden Erzgebirge fällt dort die Landschaft steil nach Süden ab.
Schon seit 1972 steht die Böhmische Schweiz zur Gänze als ChKO Labske Pískovcé unter Landschaftsschutz. Nachdem 1990 die Sächsische Schweiz zum Nationalpark erhoben worden ist, mehrten sich die Bestrebungen, auch den böhmischen Teil des Elbsandsteingebirges als Nationalpark unter Schutz zu stellen. Ein schon 1991 vorgestellter Plan sah von vornherein auch die Einbeziehung des Rosenbergs (Růžovský vrch) mit vor. Von verschiedenen Gruppen wie Jagdpächtern und Forstwirtschaft wurde dieser Plan jedoch über Jahre massiv bekämpft. Eine zwischenzeitlich vorgestellte „Kleine Lösung“ wurde letztlich nicht realisiert. Im Jahre 1999 beschloss die tschechische Regierung die Bildung des Nationalparks Böhmische Schweiz dann doch in der ursprünglich vorgesehenen Größe. Mit dem 1. Januar 2000 wurden somit die wertvolle Wald-Felslandschaft, die Klammen der Kamnitz und auch das Areal um den Rosenberg (Růžovský vrch) als Nationalpark unter Schutz gestellt. Der Sitz der Nationalparkverwaltung befindet sich in Krásná Lípa (Schönlinde), Informationsstellen befinden sich außerdem in Hřensko (Herrnskretschen) und Jetřichovice (Dittersbach).
Der Nationalpark „Böhmische Schweiz“ wurde 2000 als vierter und bislang letzter Nationalpark in Tschechien ausgewiesen. Der NP Ceske Svycarsko ist zwar „nur“ 7.900 ha groß, die bizarren Formationen aus Elbsandstein machen ihn aber einzigartig. Touristisch erschlossen wird das Gebiet durch 120 km Wanderwege und 50 km Radwege sowie mehrere ausgewiesene Klettergebiete.
Besondere Sehenswürdigkeiten sind die diversen Felstürme, unter anderem die spektakuläre Pravčická brána (Prebischtor), das größte Felsentor Europas, daneben ein Schlösschen aus dem 19. Jh., zahlreiche Aussichtspunkte und -türme, Burgen, Schlösser, Kirchen, Kapellen und Reste der traditionellen ländlichen Architektur.
4.3 Welterbestätten
Historisches Zentrum von Prag (K/1992)
Das Zentrum der Prager Altstadt bildet der Altstädter Ring (Staroměstské náměstí) mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten. An der Grenze zwischen Alt- und Neustadt liegt der Platz der Republik (Náměstí Republiky) mit dem Pulverturm (Prašná brána) und das im Jugendstil erbaute Repräsentationshaus oder Gemeindehaus (Obecní Dům). Wenzel I. siedelte 1232 Franziskaner in der Altstadt an und stiftete ein Kloster an der späterer St.-Jakob-Kirche (Kostel sv. Jakuba). Aus der romanisch-frühgotischen Epoche sind jedoch keine Baureste erhalten. 1319 legte König Johann von Luxemburg den Grundstein für einen neuen Chor und 1335 für das Langhaus, dessen Bau unter Karl IV. 1374 beendet wurde. Die dreischiffige hochgotische Basilika mit zwei Türmen ist die zweitlängste Prager Kirche. Die Sakristei nördlich des Chores zeigt noch originales Kreuzgewölbe und Konsolen. Nach einem Brand 1689-1702 wurde die Kirche barockisiert und mit einem um 5 m abgesenkten neuen Tonnengewölbe und Emporen über den beiden Seitenschiffen ausgestattet. Auch der Innenraum wurde 1736 bis 39 hochbarock umgestaltet. Die drei großen Stuckgruppen mit dem Hl. Jakobus (Mitte), Hl. Franziskus (links) und Hl. Antonius an der erhaltenen gotischer Hauptfassade schuf 1695 der italienische Bildhauer Ottavio Mosto. Von dem Kloster, das 1841 zu einer Schule umgewandelt wurde, existieren noch Reste des Nord- und Westflügels aus der Zeit um 1330. Sitz der am 7. April 1348 von Karl IV. gegründeten Prager Universität, dem „Collegium Carolinum“, wurde unter Wenzel IV. ein Gebäude in der Železná ul. 9 und Ovocný trh Nr. 3, das entsprechend den Namen Carolinum erhielt. Die Universität verfügte zunächst nicht über ein Lehrgebäude, sondern es wurde in Privathäusern und Klöstern gelehrt. 1383 stiftete Wenzel IV. der Universität ein um 1370 für den Münzmeister Johlin Rotlöw erbautes Haus, das er gekauft oder geschenkt bekommen hatte. Anschließend wurden hier Aula, Hörsäle und Wohnungen für die Magister eingebaut. Unter anderem hatte Magister Jan Hus hier als Rektor gewirkt. Nach der Niederlage in der Schlacht auf dem Weißen Berg wurde das Gebäude 1620 den Jesuiten übergeben. Franz Maximilian Kaňka gestaltete es 1718 im Barockstil um. Dabei wurde die große Aula gebaut, die über die erste und zweite Etage reichte. Bis heute werden hier die Promotionen vorgenommen. Das Gebäude wurde 1881/82 von Josef Mocker und in den 1950er Jahren erneut restauriert. Es wird, inzwischen um mehrere Gebäude erweitert, noch immer durch die Philosophische Fakultät der Karlsuniversität genutzt. Von dem Ursprungsbau blieb der Erker einer ehemaligen privaten Hauskapelle erhalten, die wahrscheinlich um 1380 errichtet worden und den Heiligen Cosmas und Damian geweiht war. Zwischen den Fenstern standen einst Figuren, die verloren sind. Die Baldachine und Wasserspeier wie auch die Ziergiebel und die Maßwerkgalerie sind dagegen noch original erhalten. Auf dem Markt der 1232-34 gegründeten Gallusstadt entstand 1372 westlich der Galluskirche eine etwa 200 m lange steinerne Markthalle (Kotce) mit Läden zu beiden Seiten eines breiten Ganges, der heutige Straße V kotcich. In den Häusern CN 514 und CN 251 haben sich noch Mauerreste der Verkaufsbuden erhalten. Die Markthalle wurde 1795 abgebrochen und an ihrer Stelle in der Mitte des 19. Jahrhunderts Bürgerhäuser an drei neuen Straßen errichtet: Zu den Marktbuden (V kotcich), Rittersgasse (Rytírská ul.) und Gallusgasse (Havelská ul.). Nur die Außenseiten der beiden letzten Straßen zeigen noch die Bebauung vor dieser Zeit. Besonders deutlich wird dies bei den Laubengängen in der Havelská ul. aus dem Ende des 14./Anfang des 15. Jahrhunderts. Heute stehen in diesen Straßen wieder hölzerne Marktbuden. Die St.-Gallus-Kirche (Kostel sv. Havla) wurde 1232 gleichzeitig mit der Gallus-Stadt angelegt und bis 1263 fertiggestellt. Sie war eine der vier Altstädter Pfarrkirchen. Nachdem das Haupt des hl. Gallus aus St. Gallen nach Prag überführt worden war, wurde die Kirche ab 1353 hochgotisch umgebaut und nördlich ein ganzes Doppelschiff angefügt. In der Kirche predigten Johannes von Nepomuk (1380-90) und Jan Hus (1404). 1627 wurde die Kirche an den Orden der Beschuhten Karmeliter übergeben, die 1671 Klostergebäude errichten – Kreuzgang und Refektorium sind erhalten – und auch die Kirche am Ende des 17. Jahrhunderts durch Giovanni Domenico Orsi barock umbauen ließen. Aus dieser Zeit stammen unter anderem die Türme. Die wellenförmige Fassade hat die Kirche erst 1723 bis 1739 erhalten. Das Haus des Altstädter Ortsvorstehers (Staroměstska rychta) in der Rytířská ul. Nr. 12 war der Sitz des königlichen Ortsvorstehers, der verantwortlich für Verwaltung und Gerichtswesen war. Es ist um 1234 gebaut und um 1588 mit einem Renaissancehof erweitert worden. Bei archäologischen Untersuchungen im Hintertrakt wurde das eingemauerte „Gallustor“ entdeckt. Es blieb als einziges von 13 Toren der Altstadt erhalten, die im 13. Jahrhundert unter Wenzel II errichtet worden sind. n der Nähe des Altstädter Rings an der Pariser Straße befindet sich die Josefstadt (Josefov), das Prager Judenviertel (Judenstadt, Židovské Město). Wichtige Sehenswürdigkeiten sind der Alte Friedhof, wo unter anderem der Rabbi Judah Löw begraben ist, und verschiedenen Synagogen, darunter die gotische Altneu-Synagoge. Das Viertel bildete eine eigenständige Verwaltungseinheit. Der mittelalterliche Charakter mit zunehmend unhaltbaren sanitären Zuständen ging bei der Sanierung gegen Ende des 19. Jahrhunderts verloren. Im August 1942 wurde hier der Aufbau eines "Jüdischen Zentralmuseums" begonnen. Die nationalsozialistischen Besatzer hatten wohl mehr die Dokumentation einer beseitigten Kultur im Auge. Für die jüdische Gemeinde wurde es zur Sinnstiftung ihrer langen Geschichte. Jedenfalls enthält das Jüdische Museum bis heute zahlreiche, zum Teil einmalige Sehenswürdigkeiten. Viele Touristen wandeln hier auf den Spuren von Franz Kafka. Sein Geburtshaus „Zum Turm“ wurde an der Ecke Karpfengasse/Enge Gasse 1902 abgerissen.
Historisches Zentrum von Český Krumlov (Böhmisch Krumau) (K/1992)
Das Schloss Český Krumlov wurde vor 1250 in gotischem Stil von den Herren von Krumau errichtet. Neben dem Schloss an sich gelten die Statuen des berühmten tschechischen Bildhauers Josef Malinský auf dem örtlichen Friedhof und die Mantelbrücke als besondere Sehenswürdigkeiten. Die Mantelbrücke ist eine mehrstöckige Brücke die den Burggraben überspannt. Der offene Durchgang verbindet zwei Höfe des Schlosses miteinander; darüber befinden sich zwei weitere geschlossene Stockwerke (mit einem weiteren Zwischengeschoss), die die Gebäude auf beiden Seiten verbinden. Erstmals erwähnt wurde die Brücke im 15. Jahrhundert; das heutige Aussehen der Brücke stammt aus dem Jahr 1777.
Historisches Zentrum von Telč (Teltsch) (K/1992)
Wie eine Insel aus längst vergangenen Zeiten liegt sie zwischen den Fischteichen – die tschechische Stadt Telc. Einst war sie ein wichtiger Handelsplatz auf halbem Weg zwischen Prag und Wien. Ihre Bürger lebten vom Bierbraurecht, dem Salzverkauf und dem Ehrgeiz eines Landadligen Zacharias von Neuhaus. Er machte Schloss Telc im 16. Jahrhundert zu seinem Herrensitz, holte italienische Baumeister ins mährische Hochland und verwandelte sein Provinzstädtchen in eine Residenzstadt. Ein prächtiges Schloss, ein sehr südlich anmutender Marktplatz und ein Hauch von Dornröschenschlaf so präsentiert sich Telc noch heute. Beachtenswert im Schloss sind der Goldene, der Blaue, der Theater- und der Rittersaal. Zu besichtigen sind auch die Wohnräume, der ehemaligen Besitzer, die hier bis 1945 residierten. Im Schloss befindet sich eine Gemäldegalerie, in der Bilder des tschechischen Malers Jan Zrzavý ausgestellt sind. Vor dem in die Galerie führenden Arkadengang erstreckt sich ein nicht sehr großer Ziergarten. Beim Schloss befindet sich ein ausgedehnter Naturpark mit einem klassizistischen Gewächshaus.
Wallfahrtskirche Hl. Johannes Nepomuk von Zelená Hora (Grüneberg) (K/1994)
Das Kloster Zelená Hora ist ein Wallfahrtsort bei Žďár nad Sázavou (Bezirk Vysočina, Tschechien). Durch Umbau gotischer Elemente in Barockstil entstand Anfang des 18. Jahrhunderts ein Baustil, der in ganz Europa keine Analogie findet. In diesem Stil wurde 1722 auch die Johann-Nepomuk-Friedhofskirche nach dem Entwurf von Jan Blažej Santini-Aichel erbaut.
Historisches Zentrum von Kutná Hora (Kuttenberg) und Marienkirche von Sedlec (Sedletz) (K/1995)
Die Stadt wurde im 12. Jahrhundert als Bergmannssiedlung gegründet. Gegen Ende des 13. Jahrhundert entwickelte es sich zu einer der lebhaftesten Städte Tschechiens. Kuttenberg gelang dies durch den Silberbergbau und die berühmte Prägung der Prager-Groschen. Es war nach Prag die zweitgrößte Stadt des Böhmischen Reiches. Die Maria-Himmelfahrt-Kirche wurde zwischen 1280 und 1320 im gotischen Stil durch die Zisterzienser-Bauhütte erbaut. Von 1699 bis 1707 wurde sie auf den Fundamenten des Klosters der Zisterzienser durch die Architekten Paul Ignaz Bayer und Giovanni Santini-Aichel wiederhergestellt. Das Verstreuen von Erde aus dem Heiligen Grab in Jerusalem ließ den Friedhof von Sedletz für die Christen auch außerhalb Böhmens zu größerer Bedeutung kommen. Durch den Bergbau räumlich eingeschränkt, durch Pestepidemie und Kriege belastet, kam es zum Platzmangel. Um weiterhin Bestattungen durchführen zu können, wurde in den Gewölben unterhalb der im 14. Jahrhundert errichteten Friedhofskapelle ein Beinhaus, das Sedletz-Ossarium, eingerichtet. Die Pyramiden aus Gebeinen von rund 40.000 Menschen sind der Sage nach das Werk eines blinden Mönchs des Zisterzienserordens um 1510, die sakralen Ausschmückungen des Raums und das Herrichten der menschlichen Knochen übernahm der Holzschnitzer Frantisek Rint.
Kulturlandschaft von Lednice (Eisgrub) – Valtice (Feldsberg) (K/1996)
Zwischen sanften Hügeln und bewaldeten Talauen an der Grenze zwischen Tschechien und Österreich liegt ein Gesamtkunstwerk verborgen, das Gebäude, Parklandschaft und freie Natur umfasst. Es ist das Werk der Fürsten von Liechtenstein, die sich im 14. Jahrhundert in den Orten Lednice (Eisgrub) und Valtice (Feldsberg) ansiedelten. Diese Gutsherrschaft wurde zum Kernbereich ihrer ausgedehnten Besitzungen in Mähren, Böhmen und Schlesien, Österreich und dem Alpenrheintal. In Valtice erbauten sie ein Barockschloss und im sieben Kilometer entfernten Lednice eine Sommerresidenz. Den ganzen Gutsbezirk um die beiden Ortschaften herum betrachteten sie als eine natürliche Parklandschaft, die sie nach malerischen Gesichtspunkten umgestalteten. Kernpunkt des Landschaftsensembles bildet das mit neugotischer Pracht ausgestattete Schloss Lednice mit dem 192 ha großen Landschaftspark, den die Liechtensteiner Fürsten zwischen 1781 und 1811 in den Auwäldern der Thaya anlegen ließen. Sümpfe wurden trockengelegt, der Fluss wurde umgeleitet und ein großer See mit vielen Inseln ausgegraben. Fürst Alois schickte 1802 einen Gärtner nach Amerika, um Samen und Pflanzen von Forstgehölzen zu sammeln und nach Lednice zurückzuschicken, so dass hier im Park einer der ältesten europäischen Sammlungen amerikanischer Bäume entstanden ist. An genau berechneten Punkten in der Landschaft setzte später Fürst Johann I. klassizistische Bauwerke, die mit ihren harmonischen Formen das Bild der Natur veredeln sollten. Mitten im Wald und auf Wiesen, auf Anhöhen und am Wasser errichtete er Tempel und Schlösschen, Villen und Kolonnaden, oft in direkter Blickbeziehung zueinander. Sie stehen im Kontrast zur weitgehend intakten Natur der Auwälder und Fischteiche mit ihrer artenreichen Vogel- und Pflanzenwelt. Auf einer Fläche von rund 200 Quadratkilometer dehnt sich dieses Gebiet aus, das mit seinem Wechselspiel zwischen Baukunst, Gartenkultur und freier Natur ein einmaliges Zeugnis herrschaftlicher Landschaftsgestaltung darstellt.
Historisches Dorf Holašovice (K/1998)
Holašovice (Deutsch: Holaschowitz) ist ein Ortsteil der Gemeinde Jankov in Tschechien. Das historische Dorf befindet sich 15 km westlich von České Budějovice am Rande einer Teichlandschaft im Okres České Budějovice. In Holašovice leben 140 Einwohner. Der Ort wurde 1263 erstmals erwähnt. 1292 überließ König Wenzel II. das Dorf dem Zisterzienserkloster Hohenfurth, in dessen Besitz es bis 1848 blieb. Zwischen 1520 und 1525 wurde Holašovice bei der großen Pestepidemie, die im Raum Budweis ausgebrochen war, fast ausgelöscht. Nur zwei der Einwohner überlebten. Am nördlichen Ortsrand von Holašovice erinnert eine auf dem Pestgrab errichtete Pestsäule an dieses Ereignis. Das Kloster besiedelte den Ort wieder, die Siedler kamen aus Bayern und Österreich. Im Jahre 1530 sind in den Klosterurbarn 17 Siedler nachweisbar. Holaschowitz wurde zu einem überwiegend deutschsprachigen Dorf im tschechischen Sprachgebiet. Nach der Vertreibung der deutschen Bewohner im Jahre 1945 blieben viele Höfe unbewohnt und verfielen. Während der kommunistischen Herrschaft verödete Holašovice. Nach 1990 wurde die wertvolle Bausubstanz aufwändig restauriert und in die Gehöfte wurden wieder bewohnt. Holašovice ist ein typisches Dorf in dieser böhmischen Gegend rund um České Budějovice mit 22 gemauerten Gehöften und einem Fischteich auf einem großzügigen Dorfanger. Die im bäuerlichen Barockstil erbauten Gebäude stammen aus dem 18. bis 20. Jahrhundert, hauptsächlich aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die dem heiligen Johannes Nepomuk geweihte Kapelle im Zentrum des Dorfes wurde 1755 erbaut.
Schloss und Park Kroměříž (Kremsier) (K/1998)
Das Schloss Kroměříž befindet sich in der gleichnamigen Bezirkstadt Kroměříž. Das Schloss entstand an der Stelle einer gotischen Burg, die an einer Furt aus der Zeit des Großmährischen Reiches errichtet und Anfang des 16. Jahrhunderts durch Bischof Stanislaus Thurzo zu einem Renaissanceschloss umgebaut und danach zur Hauptresidenz der Olmützer Bischöfe bestimmt wurde. Nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges wurde das Schloss ab 1686 unter Bischof Karl II. von Liechtenstein-Kastelkorn nach Entwürfen der Wiener Architekten Filibert Luchese und Giovanni Pietro Tencalla im Stil des Spätbarock neu errichtet. Auch die Anlage des Schlossparks und des Blumengartens geht auf diese Zeit zurück. Sehenswert sind die Repräsentations- und Wohnräume mit der wertvollen Inneneinrichtung, zu denen der Jagd-, der Rats- und der Thronsaal sowie der Rosen- und der Zarensalon gehören. Außerordentlich wertvoll ausgestattet sind der Vasallensaal mit Deckenfresken von Franz Anton Maulbertsch, die Schlossbibliothek mit einem Deckengemälde des Brünner Malers Josef Stern und der Reichstagssaal mit drei Deckengemälden von F. Adolf von Freenthal. Die Salla terrena ist reich geschmückt mit Stukkaturen von Baldassare Fontana. Die Gemäldegalerie des Schlosses ist nach der Prager Nationalgalerie die zweitbedeutendste in der Tschechischen Republik. In zehn Sälen werden hervorragende Werke der deutschen, italienischen und niederländischen Malerei des 15. bis 19. Jahrhunderts gezeigt. Dazu gehören u. a. Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren, Hans von Aachen, Jacob Bassano, Paolo Veronese, Tizian (Apollo und Marsyas), Jan Breughel dem Älteren, Anthonis van Dyck und Johann Heinrich Schönfeld.
Schloss Litomyšl (Leitomischl) (K/1999)
Das Schloss Litomyšl in der ostböhmischen Stadt Litomyšl im Okres Svitavy ist eines der bedeutendsten Renaissance-Denkmäler in Tschechien. Das Schloss entstand vermutlich an der Stelle einer slavischen Burgstätte, die die Slavnikiden im 10. Jahrhundert errichtet haben sollen und die nach 1432 zum Besitz der Kostka von Postupice gehörte. Nachdem Bohuš von Postupice 1567 den Ständeaufstand gegen König Ferdinand I. unterstützt hatte, ging Litomyšl für die Familie Postupice verloren. Neuer Besitzer der Herrschaft Litomyšl wurde der böhmische Oberstkanzler Vratislav von Pernstein, der 1568-1581 durch die Brüder Giovanni Battista Aostalli und Ulrico Aostalli das heutige Renaissanceschloss errichten ließ. Nach dem Dreißigjährigen Krieg gehörte es der Adelsfamilie Trauttmansdorff, die das Schloss in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts durch Franz Maximilian Kaňka im Stil des Barock-Klassizismus umgestalten ließ. 1758 erwarben es die Grafen Waldstein. Georg Josef von Waldstein-Wartenberg veranlasste den Einbau des Schlosstheaters. Letzte Besitzer waren die Fürsten von Thurn und Taxis, die das Schloss 1855 erwarben. Das Scraffito an den Rustika-Außenwänden schuf Šimon Vlach. Die weitgehend einheitliche Fassade wird von unterschiedlichen Renaissancegiebeln geschmückt und der Südflügel im dritten Geschoss von neun Arkadenbögen unterbrochen. Das Hauptportal ist mit dem pernsteinischen Wappen verziert, das einen Auerochsen mit Nasenring darstellt. Der Innenhof ist von drei Seiten von einem dreigeschossigen Arkadengang umgeben und die Nordwand mit Chiaroscuro-Verzierungen antiker und biblischer Szenen geschmückt. Die rekonstruierten Wohnräume des Schlosses sind mit kostbaren Gemälden und Möbeln ausgestattet. Die dem heiligen Michael geweihte Schlosskapelle mit den drei großen Fenstern an der Fassadensüdseite stammt aus der Erbauungszeit. Den Schlachtensaal ließ Graf Trauttmansdorff 1730 mit Szenen der Schlachten des Prinzen Eugen von Savoyen schmücken. Das Schlosstheater im Erdgeschoss des Westflügels entstand 1796-1797 und wurde durch Dominik Dvořák malerisch ausgestaltet. Es zählt zu den ältesten noch erhaltenen Theatern Mitteleuropas und besitzt die Original-Bühnenbilder und Dekorationen von Joseph Platzer. Den Marstall östlich des Schlosses errichtete F. M. Kaňka 1725. Die Roßlenker-Plastik stammt von Matthias Bernhard Braun. Dem Schloss gegenüber steht das Gebäude der ehemaligen Schlossbrauerei. Es wurde durch F. M. Kaňka 1730 barockisiert und ist das Geburtshaus des Komponisten Bedřich Smetana. Der Schlosspark wurde 1726 durch F. M. Kaňka zu einer barocken Anlage umgestaltet. Ende des 18. Jahrhunderts wurde im Park ein Pavillon errichtet und mit altägyptischen Szenen ausgemalt.
Dreifaltigkeitssäule in Olomouc (Olmütz) (K/2000)
Die heilige Dreifaltigkeitssäule in Olomouc wurde von Milan Togner erbaut. Die Bauzeit der Säule war relativ lang (von 1716 bis 1754) und sie gehört zu den letzten Beispielen von Pest-, Marien- und Ehrensäulen zu Zeiten des Barocks. Durch ihre Konzeption unterscheidet sie sich beträchtlich von allen ähnlichen, vor allem für die Innen- oder Altstädte der mitteleuropäischen Städte charakteristischen, Monumente.
Haus Tugendhat in Brno (Brünn) (K/2001)
Das Haus Tugendhat im tschechischen Brno (Brünn) gilt als ein Meisterwerk der klassischen modernen Architektur und ist der bedeutendste Bau Ludwig Mies van der Rohes auf europäischem Boden. Mies van der Rohe konnte aus dem Vollen schöpfen und seine ästhetischen Prinzipien zur Vollendung entwickeln. Dazu gehören der freie Grundriss, den Stahlskelettstützen ermöglichen, Wände aus Glas, die versenkbar sind, und Wandelemente aus kostbaren Materialien wie Ebenholz und Onyx. Bis 1938 war das Kunstwerk Wohnhaus für die jüdische Fabrikantenfamilie Tugendhat, die der drohende Einmarsch Hitlers ins Exil trieb. Das Haus wurde zunächst von den Nazis beschlagnahmt, nach 1945 von der Roten Armee. Die kommunistische Tschechoslowakei funktionierte es zu einer Anstalt für Heilgymnastik um und erklärte es in den 60er Jahren zum nationalen Denkmal. Bis heute gilt das Haus als eines der architektonisch einflussreichsten Wohnhäuser der Welt.
Jüdisches Viertel und Basilika St. Prokop in Třebíč (Trebitsch) (K/2003)
Das jüdische Viertel und die Basilika St. Prokop in Třebíč (Trebitsch) stehen für die Koexistenz der jüdischen und christlichen Kultur vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Das jüdische Viertel mit dem Friedhof aus dem 15./16. Jahrhundert ist vollständig erhalten. Die Basilika, im frühen 13. Jahrhundert als Teil eines Benediktinerklosters erbaut, zeugt vom Einfluss des westeuropäischen Architekturerbes in dieser Region.

