Belarus

 

1. Übersicht

1.1 Landeskennzeichen
1.2 Internationale Telefon-Vorwahl
1.3 Allgemeine Informationen
1.4 Informationen zum Staatsaufbau
1.5 Einreise- und Zollbestimmungen
1.6 Währung und Geldwechsel
1.7 Gesundheit
1.8 Botschaften und Konsulate
1.9 Wichtige Telefonnummern

2. Reiseinformationen

2.1 Tourismus
2.2 Tourismus-Informationen
2.3 Links zum Thema Tourismus
2.4 Verkehr
2.5 Unterkünfte
2.6 Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken
2.7 Links: Weitere Informationen

3. Jugendarbeit

3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik
3.2 Jugendschutz, kinder- und jugendrelevante Gesetze, altersbezogene gesetzliche Bestimmungen
3.3 Weitere Informationen
3.4 Schulsystem und Bildungswesen

4. Natur und Kultur

4.1 Natur und Umwelt
4.2 Großschutzgebiete
4.3 Welterbestätten

 


1. Übersicht

1.1 Landeskennzeichen: BY

 

 

1.2 Internationale Telefon-Vorwahl: +375

 

 

1.3 Allgemeine Informationen

 

Ländername: Belarus, Weißrussland;weißrussischБеларусь (russisch Белоруссия)
Fläche: 207.595 km²
Einwohner: ca. 9,9 Millionen
Hauptstadt: Minsk (ca. 1,7 Mio Einwohner)
Weitere wichtige Städte: Homel, auch Gomel (ca. 482.000 Einwohner), Mahiljou (ca. 365.000 Einwohner), Wizebsk (ca. 342.000 Einwohner), Hrodna, auch Grodno (ca. 315.000 Einwohner), Brest (ca. 298.000 Einwohner), Babruisk (ca. 221.000 Einwohner)
Religionen: orthodoxe Christen (ca. 85,1 %), andere christliche Konfessionen (ca. 12,1%), Muslime (ca. 2,8%)
Amtssprache: Russisch und Weißrussisch
Währung: belarussische Rubel (BYR)
Geographische Lage: Belarus liegt in Osteuropa, zwischen Polen, der Ukraine, Russland und Litauen.

 

 

1.4 Informationen zum Staatsaufbau

 
(Autoritäre) Präsidialrepublik
 

 

1.5 Einreise- und Zollbestimmungen

 

Für den touristischen Aufenthalt ist ein Visum notwendig. Da sich die Einreisebestimmungen häufig kurzfristig ändern, sollte man sich vor der Abreise bei der zuständigen Botschaft erkundigen. Ein Reisepass ist allgemein erforderlich, er muss noch mindestens sechs Monate über den Aufenthalt hinaus gültig sein.

Bei Dienst- und Geschäftsreisen ist die Einladung einer weißrussischen juristischen Person erforderlich. Dabei muss der geschäftliche, dienstliche, wissenschaftliche oder sonstige Charakter der Reise bestätigt und der Name, Vorname, das Geburtsdatum, die Reisepassnummer, die Aufenthaltsdauer mit den Daten der Ein- und Ausreise, sowie der Zweck der Reise angegeben werden.

Für die Beantragung eines Transitvisums ist der Reisepass mit eingetragenem Visum des Ziellandes und/oder der noch zu passierenden Länder einzureichen. Mit dem Transitvisum darf man das Territorium der Republik Belarus in einer Richtung innerhalb von 48 Stunden durchreisen.

Ein Mehrfachvisum wird in der Regel für Geschäfts- und Dienstreisen sowie für Hilfsgütertransporte ausgestellt. Aufenthaltsdauer: maximal 90 Tage.

Ein Gruppenvisum wird bei Reisen von Gruppen mit mehr als 10 Personen beantragt. Dabei sind Reisepässe (Original), Visumanträge mit Lichtbildern und eine Sammelliste in zweifacher Ausfertigung mit Angaben zu Name, Vorname, Geburtsdatum, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Reisepassnummer vorzulegen.

Von Ausländern und Staatenlosen, die sich länger als drei Werktage in Belarus aufhalten, wird die Registrierung bei der Ausländerbehörde (OWIR) verlangt. Bei Unterbringung im Hotel wird die Registrierung von dem Hotel vorgenommen. Bei Privatunterkunft muss der Reisende die Registrierung innerhalb von drei Werktagen selbst vornehmen.

Hierzu werden benötigt:
  • Kopien der wichtigsten Seiten des Reisepasses inkl. Visum, das heißt die laminierte Seite mit den Personalien, die folgenden Seiten 1-3 sowie die Seite mit dem aktuellen Visum. (falls der Einreisestempel sich auf einer anderen Seite befindet, auch diese Seite),
  • ein ausgefülltes Anmeldeformular (bei OWIR erhältlich in Russisch und Weißrussisch; beim Ausfüllen in jedem Fall von weißrussischen Gastgebern helfen lassen),
  • eine Bankbescheinigungen über die Einzahlung der zu entrichtenden Gebühren (Es sind zwei getrennte Einzahlungen auf unterschiedliche Behördenkonten vorzunehmen. Einzahlungen können bei jeder weißrussischen Bank vorgenommen werden. Über Kontodaten, zu verwendenden Betreff und die genauen Beträge vorab bei OWIR informieren, in der Regel findet sich ein Aushang neben dem zuständigen Büro (Kabinet). Wer öfter nach Weißrussland reist, sollte sich vergewissern, dass sich die Beträge nicht geändert haben. Die Gebühren betragen pro Person umgerechnet weniger als 10 EUR und sind nicht von der Dauer des Aufenthaltes abhängig.
  • Krankenversicherungs-Nachweis – Bei der Registrierung ist der Abschluss einer weißrussischen Krankenversicherung nachzuweisen. Sofern nicht bereits bei der Einreise (mit Pkw meist zwingend erforderlich, bei Bahn oder Flug wird eher selten danach gefragt) abgeschlossen, ist der entsprechende Versicherungsschein (z.B. von BELGOSSTRAKH – auch in Deutsch) zunächst zu beschaffen. Ein Durchschlag desselben ist bei der Registrierung mit einzureichen. Kostenpunkt: etwa 0,50 USD pro Tag
  • Gegebenenfalls Antrag der einladenden Organisation mit Stempel und Unterschrift (gilt nicht für Privatbesuche)

Die Registrierung kann üblicherweise innerhalb eines Tages erledigt werden.

Seit In-Kraft-Treten des Beschlusses des Ministerrates Nr. 73 vom 20.01.2006, am 05.02.2006 müssen ausländische Staatsangehörige ausreichende Mittel für die Finanzierung ihres Aufenthaltes in der Republik Belarus und für die Ausreise von ca. 11 Euro pro Aufenthaltstag auf folgende Weise nachweisen (alternativ):

  • Bargeld in der Nationalwährung der Republik Belarus bzw. in einer anderen durch die Nationalbank konvertierbaren Währung,
  • Dokumente, die den Erhalt von Zahlungsmitteln ermöglichen,
  • eine durch die Innenbehörden der Republik Belarus erstellte Einladung für einen befristeten Aufenthalt,
  • Nachweise über die Buchung und Bezahlung einer Unterkunft und der Verpflegung in der Republik Belarus,
  • Garantieschreiben eines Einzelunternehmens bzw. einer juristischen Person über die Übernahme aller im Zusammenhang mit dem Aufenthalt eines Ausländers entstehenden Kosten,
  • Vorhandensein eines Fahrzeuges bzw. von Rückfahrkarten in den Heimatstaat, zum Ort des ständigen Wohnsitzes bzw. in ein drittes Land.

Bei der Einreise muss eine Zolldeklaration ausgefüllt und bis zur Ausreise aufgehoben werden. Auf diesem Formular müssen alle eingeführten privaten Gegenstände einschließlich Währungen und Wertgegenstände vermerkt werden. Bei genauer Zollkontrolle können die Zollformalitäten sehr langwierig sein. Die Ausfuhrbestimmungen sind sehr streng; es ist ratsam, sich bereits bei der Einreise nach den aktuellen Regelungen zu erkundigen.

 

Im Rahmen von humanitären Aktionen gelten besondere Bestimmungen. Weitere Informationen: www.belarus-botschaft.de
Aktuelle Informationen über Einreise-, Zoll- und Visumbestimmungen nach Belarus: www.auswaertiges-amt.de

 

 

1.6 Währung und Geldwechsel

 

Die in Belarus gültige Währung ist der belarussische Rubel (Br, BYR). Banknoten sind im Wert von 50.000, 20.000, 10.000, 5.000, 1.000, 500, 100, 50, 20, 10, 5 Br im Umlauf. Münzen sind nicht im Umlauf. Der Belarussische Rubel wurde am 1. Januar 2000 um den Faktor 1000 entwertet (1 neuer Rubel = 1000 alte Rubel). 2001 wurden neue Banknoten eingeführt. BYR sind nicht frei umtauschbar. Euro und US-Dollar kann man in jeder Bank umtauschen. Internationale Kreditkarten wie American Express, MasterCard, Eurocard und Visa werden in der Regel in größeren Hotels, Läden und Restaurants akzeptiert.

Der Wechselkurs ändert sich monatlich. Er sollte tagesaktuell bei allen Banken zu erfragen sein. Wechselkurse im Internet unter www.oanda.com/convert/classic.

Russland und Belarus stehen derzeit in Verhandlungen zur Realisierung eines gemeinsamen Aktionsplanes zur Einführung des Russischen Rubels als einheitlichem Währungsmittel. Seit 1. Juli 2003 ist der Russische Rubel als Zahlungsmittel im Umlauf. Er sollte als einheitliches Währungsmittel ab 1. Januar 2006 gültig werden, doch wurden diese Pläne auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.

 

1.7 Gesundheit

Infolge des Reaktorunglücks von Tschernobyl wurden Gebiete, besonders in den südöstlichen Landesteilen, stark radioaktiv belastet. Ein kurzfristiger Aufenthalt in dieser Region ist aber inzwischen nach Auskunft des Bundesamts für Strahlenschutz unbedenklich. Aus Vorsorgegründen sollten Pilze, Beeren, Süßwasserfische und Wild allerdings immer noch gemieden werden.

Empfohlene Impfungen

Folgende Schutzimpfungen sind empfohlen: Tetanus, Diphtherie und Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt über drei Monaten auch Hepatitis B. Unter bestimmten Bedingungnen (Aufenthalt unter Hygienemängeln, Jagd, Jogging u.a.) kann auch ein Impfschutz gegen Tollwut und Typhus sinnvoll sein, ebenso gegen die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningo-Encephalitis (FSME – Saison: April bis Oktober). Durch das Beachten von Hygieneregeln („peel it, boil it – or forget it“) und einen konsequenten Insektenschutz (Repellentien, Mückennetz, bedeckende Kleidung, Verhalten) können bestimmte Infektionserkrankungen oder z.B Durchfälle vermieden werden. Die Behörden verlangen von Ausländern gelegentlich einen HIV-Test ( i.d.R. nur bei einer Aufenthaltsdauer über 3 Monaten).

 
Medizinische Versorgung

Die medizinische Grundversorgung für Weißrussen ist kostenlos, aber auf sehr niedrigem Niveau. Leistungen werden auch gegen Bezahlung angeboten. Bei Reisen nach Belarus besteht für ausländische Reisende Krankenversicherungspflicht. Policen ausländischer Krankenversicherungsgesellschaften werden nur anerkannt, wenn sie folgende Kriterien erfüllen:

  • Gültigkeit in Belarus für die gesamte Aufenthaltsdauer des/der Reisenden
  • Deckungsbetrag von mindestens 5.000 EURO

Insbesondere bei längeren Aufenthalten außerhalb von Minsk ist es ratsam, eine gut sortierte Reiseapotheke mitzunehmen.

 

 

1.8 Botschaften und Konsulate

 

 

 

Botschaft der Republik Belarus
Adresse: Am Treptower Park 32, 12435 Berlin, Deutschland
E-Mail: xijxnjxfjxojx@jxbjxejxljxajxrjxujxsjx-jxbjxojxtjxsjxcjxhjxajxfjxtjx.jxdjxejx;j b5eq5lq5aq5rq5uq5sq5eq5mq5bq5@q5hq5oq5tq5mq5aq5iq5lq5.q5cq5oq5mq
Webseite: www.belarus-botschaft.de

 

Büro des Botschafters
Telefon: 030/5363590
Fax: 030/53635923

 

 

Wirtschaftsabteilung
Telefon: 030/53635914
Fax:030/53635923

 

 

 

Konsularabteilung und Visastelle
Adresse: Am Treptower Park 31, 12435 Berlin, Deutschland
Telefon: 030/53635925 (Anrufbeantworter)
Telefon: 015 115335290 (für außerordentliche Anliegen)

 

 

 

Konsularabteilung
Telefon: 030/53635932
030/53635933
030/53635934
Fax: 030/53635924

 

 

Visastelle
Telefon: 030/53635932
Fax: 030/53635924
Sprechstunden:
Mo., Mi. und Fr. 9-13 Uhr, Di. und Do. 15-17 Uhr
Mit Fragen in konsularischen Angelegenheiten kann man sich telefonisch (nicht per E-Mail!) an die Sachbearbeiter wenden: Mo., Mi. und Fr. 14.30-18 Uhr, Di. und Do. 9-13 Uhr

 

 

 

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
Adresse: Minsk 220034, Ulica Sacharowa 26, Belarus
Telefon: +375 172175900
Fax: +375 172948552
E-Mail: qgkqekqrkqmkqakqnkqekqmkqbkqakqskqskqykq@kqmkqakqikqlkq.kqbkqekqlkqpkqakqkkq.kqbkqyk
Webseite: www.minsk.diplo.de
Öffnungszeiten: Mo- Fr 9.00- 12.00 Uhr
Bei dringenden Angelegenheiten wird gebeten eine Nachricht unter +375 172175900 zu hinterlassen, der Anrufbeantworter wird regelmäßig abgehört.
 

Die Adressen sämtlicher Konsulate und der Außenstellen können unter www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laender/Belarus.html bei Vertretungen Belarus und Deutsche Vertretungen abgerufen werden.

 

1.9 Wichtige Telefonnummern

 
Notrufnummern:

 

Feuerwehr: 01, Polizei: 02, Unfallrettung: 03
Telefonauskunft: -
Landesvorwahl von Deutschland nach Weißrussland: +375
Landesvorwahl von Weißrussland nach Deutschland: 81049

 

Nutzbarkeit deutscher Mobiltelefone

Mobilfunknetz: GSM 900/1800, GPRS: nein, HSCSD: nein. Die Hauptanbieter sind Belarussian Telecommunications Network (BeST), JLLC Mobile TeleSystems (MTS) und Mobile Digital Communications (VELCOM). Es bestehen weitestgehend Roaming-Verträge mit deutschen Anbietern, genauere Informationen: www.gsmworld.com/roaming/gsminfo/cou_by.shtml

 
 

 

2. Reiseinformation

 

2.1 Tourismus

Der Tourismus in Belarus ist nicht besonders weit entwickelt, aber es gibt Bemühungen in Belarus eine Tourismusindustrie aufzubauen.

Sehenswert ist Belarus wegen seiner weitläufigen und unberührten Natur. Die Städte und Ortschaften haben für manchen Betrachter einen ganz eigenen Charme. Vielerorts fühlt man sich so, als würde man durch ein lebendes Museum der Sowjetgeschichte wandern: Überall findet man Leninstatuen und sozialistische Ikonographie.

Tourismus findet derzeit noch hauptsächlich innerhalb der nationalen Grenzen statt, doch auch Besucher aus den Nachbarstaaten werden häufiger. Insbesondere deshalb, weil die Kureinrichtungen des Landes noch bedeutend kostengünstiger sind als z. B. in Russland oder der Ukraine.

Bei der Entwicklung des internationalen Tourismus werden zum Teil auch Projekte betrieben die sanft und ökologisch nachhaltig arbeiten. In internationaler Kooperation zum Beispiel ein ECEAT Projekt:

"In Zusammenarbeit mit dem Belarussischen Verband für Landurlaub BACE und unterstützt durch das Förderprogramm Belarus der deutschen Bundesregierung koordiniert ECEAT Deutschland seit Sommer 2005 ein Projekt in Belarus.

Das Projekt fördert umweltverträglichen ländlichen Tourismus in Belarus. Nebeneffekte sind die Unterstützung einer ökologischen und nachhaltigen Landbewirtschaftung, des Umwelt- und Naturschutzes und regionaler Wirtschaftskreisläufe. Die Qualität und Attraktivität von ländlichen Tourismusangeboten in Belarus wird verbessert und die ländlichen Regionen mehr für ausländische und einheimische Besucher geöffnet. Die Identität der GastgeberInnen wird gestärkt und die Einkommenssituation im ländlichen Raum in Belarus verbessert."

Des Weiteren existiert seit kurzem wieder ein Markt für Jagdtourismus in Belarus.

Es werden derzeit (2006) auch "Touristendörfer" gebaut. Diese Anlagen sind wie kleine Siedlungen angelegt, mit eigenen Läden und Entertainmenteinrichtungen. Auch die staatlichen Organe sind mittlerweile nicht mehr abgeneigt den Tourismus zu fördern. Immerhin stellt er ja eine willkommene Devisenquelle dar. Deshalb wird das eigene Land, wie es sich gehört, auch ordentlich angepriesen. Manchmal kommen dabei recht amüsante Abhandlungen heraus. Hier ein kleines Beispiel: "Tourismus ist eine Prioritätsrichtung der Wirtschaft der Republik Belarus. Die Staatspolitik im Bereich des Tourismus arbeitet daran die notwendigen Rechts-, Organisations- und Wirtschaftsgrundlagen für die Entwicklung einer modernen und konkurrenzfähigen Tourismusindustrie in Belarus zu schaffen.

Tourismus in Belarus ist ein Bestandteil des sozial-kulturellen Lebens des Landes. Belarus hat ein reiches Potenzial für die Entwicklung des Tourismus: Wälder, Waldseen, Waldflüsse, die natürliche Komplexe bilden, verschiedene Denkmale der Natur, eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt, natürliche und medizinische Ressourcen (medizinisches Mineralwasser, Heiltorf, Sapropel), Jagd- und Fischereizonen, Tierlandschaften mit der Möglichkeit für die Gestaltung der Wanderungen zu Fuß, mit dem Rad, mit dem Pferde, Wasserwanderungen (mit dem Boot, Motorschiff, Paddelboot, Segelschiff), Touristenwanderungen, Erholung und Heilung in der Natur.

Belarus, das an der Kreuzung der transeuropäischen Transport- und Kommunikationskorridore «West – Ost», «Nord – Süden» liegt, hat eine sehr günstige Lage für die Entwicklung des Tourismus. Die Grundpfeiler des Transportnetzes der Republik Belarus bilden solche transeuropäischen Korridore wie Nr. 2 Paris-Berlin-Warschau-Brest-Minsk-Moskau; Nr. 9 Istanbul-Bukarest-Kiew-Homel-Wizebsk-St.Peterburg; Nr. 9A Homel-Minsk-Vilnius-Klaipeda. Die Entwicklung des Korridors Nr. 5 Ljubljana-Budapest-Uschgorod-Lwow bis Baranowitschi mit der Verbindung zum Korridor Nr. 2 und weiter durch Lida bis Vilnius ist geplant.

Das Ministerium für Sport und Tourismus der Republik Belarus mit der Tourismusverwaltung sind für die Branchensteuerung verantwortlich. Im Jahre 2001 wurde vom Ministerium eine Nationalagentur für Tourismus gegründet. 1999 wurde das Gesetz „Über den Tourismus“ verabschiedet, um die Wirksamkeit der Arbeit der touristischen Unternehmen zu erhöhen und die Bedingungen für die Entwicklung des Marktes der Touristendienste zu schaffen.

In der Republik Belarus arbeiten die touristischen Unternehmen in verschiedenen Arten des Eigentums: staatliches „Belinturist“, öffentliche Vereinigung „Belarusturist“, Aktionsgesellschaften und Privatunternehmen. 2003 wurden die Touristendienste von 460 Organisationen geleistet.

Mehr und mehr Firmen vergrößern den Teil des inländischen Tourismus, führen die zielgerichtete Arbeit für die Bildung des neuen Images der Republik. Mehr als 350 Tausend Touristen besuchten die Republik im Jahre 2003.

Gemäß den meisten Bewertungsmerkmalen des Systems des Tourismusservice (die Qualität der Dienstleistungen, das Verhältnis: Preis – Qualität, Beherbergungsunternehmen und Gaststättenbetriebe, der Stand der Herstellung und Verkauf der Waren für Touristen, Infrastruktur, Personalpotenzial, normativrechtliche Basis, Charakter und Umfänge der Finanzierung des Tourismus usw.) nähert sich die Republik schrittweise dem im Zusammenhang mit der internationalen Praxis annehmbaren Stand. Ein moderner, hochwirksamer und konkurrenzfähiger Tourismuskomplex formiert sich, der einerseits die breite Möglichkeiten für die Befriedigung der Bedürfnisse der inländischen und ausländischen Touristen gewährleistet und anderseits einen erheblichen Beitrag zur Entwicklung der Wirtschaft des Landes, darunter auf Kosten der Steuereinnahmen in das Budget, Zufluss von Devisenmitteln, Erhöhung der Menge der Arbeitplätze, Sicherung und rationelle Verwendung des natur- und kulturgeschichtlichen Erbes leistet.

Die Einführung in die Praxis der Arbeit der touristischen Firmen eines einheitlichen Belegstückes, der Touristenempfangslisten und einer Arbeitskarte der Reiserouten vergrößerte die Verantwortlichkeit der Leiter der touristischen Firmen gegenüber den Kunden, festgelegte, strikt die Verantwortlichkeit der Lieferanten des Tourismusservice, verbesserte das Kontrollsystem für die Finanzrechnungen der touristischen Firmen und deren Versteuerung."

 

 

2.2 Tourismus-Informationen

 

Die aus anderen Ländern bekannten klassischen Touristeninformationszentren gibt es in Belarus nicht. Es gibt einen Schalter der staatlichen Tourismusagentur "Belintourist" am Hotel Jubilejnyj.

Adresse: Prospekt Pobediteley (Masherova) 19, 220004 Minsk, Belarus
Telefon: +375 17 226 99 00,

Dieser kommt einer Tourist-Info schon relativ nahe. Der Schalter ist aber nur unter der Woche geöffnet.
Öffnungszeiten: 09:00 - 13:00, 13:45 - 18:00; Fr. 09:00 - 13:00, 13:45 - 16:45.

Außerdem gibt es noch das Tourism department of National Exhibition Centre under the President Affair Management of the Republic of Belarus (Belexpo)

Adresse: Y Kupala Str. 27, 220600 Minsk
Telefon: +375 - 172- 3424 13
Fax: +375- 172- 3424 13
E-Mail: 5wo5wo5wo5.o5to5ro5ao5vo5eo5lo5@o5bo5eo5lo5eo5xo5po5oo5.o5bo5yo
Webseite: www.belexpo.by

 

 

2.3 Links zum Thema Tourismus

 

Angebote zu Sehenswürdigkeiten, Erholungstourismus, Ökotourismus und aktivem Tourismus sind unter ger.contour-lamn.com/ zu finden.

Englischsprachige Seiten die aber sehr viel Infomaterial und links beinhalten: www.belarustourism.by/en
www.belarustourist.minsk.by/

 

2.4 Verkehr

Einreise

 

 

 

1. Bahn:
Alle aktuellen Zugverbindungen kann man sich – auf Wunsch mit allen Zwischenhaltestellen – über die Reiseauskunft der Deutschen Bahn anzeigen lassen (reiseauskunft.bahn.de/bin/query.exe/dn). Zu beachten ist, dass dabei natürlich auch Verbindungen vorgeschlagen werden, bei denen man durch Länder reist, für die ein Visum nötig ist. Man sollte also den Zuglauf beachten. Informationen zu den entsprechenden Ländern finden Sie auf traveleast.eu jeweils unter Punkt 1.5 (Einreise- und Zollbestimmungen).

 

 

 

2. Bus:
Es gibt Eurolines-Busverbindungen aus Westeuropa und den Nachbarländern nach Belarus. Weitere Informationen sind von der Eurolines-Vertretung in Deutschland (Deutsche Touring GmbH, Adresse: Am Römerhof 17, D-60486 Frankfurt/M., Telefon: (069) 79 03 50, Fax: (069) 790 32 19, E-Mail: service@deutsche-touring.com, Webseite: www.deutsche-touring.com) zu bekommen.

 

 

 

3. Auto:
Zu den Grenzübergängen gehören u.a. von Polen nach Belarus: Terespol – Brest. Bei Anreise von Österreich über die Slowakische Republik und die Ukraine auch: Vysné Nemecké - Ushgorod. Wartezeiten an den Grenzübergängen sind normal und sollten eingeplant werden.

Wer mit dem eigenen Auto einreist, sollte sein Visum bei der ersten Übernachtung im Hotel, Motel oder Campingplatz registrieren lassen. Eine Eigentumsbestätigung eines Rechtsanwalts für das Auto muss an der Grenze vorgewiesen werden. Pkw-Reisende müssen sich bei der Einreise schriftlich verpflichten, das Kraftfahrzeug wieder auszuführen, und eine belorussische Kfz-Versicherung für die Zeit ihres Aufenthaltes abschließen. Versicherungs-Zweigstellen gibt es an Grenzübergängen und in größeren Städten. Die Internationale Grüne Versicherungskarte gilt nicht, viele Versicherungsgesellschaften stellen eine besondere Bescheinigung aus. Eine Kurzkaskoversicherung sollte zudem unbedingt abgeschlossen werden. Internationaler Führerschein erforderlich. Tankstellen akzeptieren Bargeld und Kreditkarten.

Für die Autobahn Brest-Minsk-Moskau müssen Mautgebühren entrichtet werden.

 

 

 

4. Flugzeug:
Die nationale Fluggesellschaft heißt Belavia (B2). Linienflüge nach Minsk werden u.a. auch von der Lufthansa (Nonstop-Flug) angeboten. Die durchschnittliche Flugzeit z. B. von Frankfurt nach Minsk beträgt 2 Std. 20 Min. (nonstop).

Der internationaler Flughafen Minsk 2 (MSQ) liegt 43 km östlich von der Stadt. Der Flughafen ist verhältnismäßig gut eingerichtet: Es gibt eine Post, eine Autovermietung (Avis), eine Bank, eine Bar, Geschäfte, Restaurants, einen Duty-free-Shop und eine Kinderkrippe. Busse fahren stündlich in das Stadtzentrum (Fahrzeit ca. 60 Min.). Es gibt aber auch einen Taxistand (Fahrzeit ca. 40 Min.).

 
Lufthansa German Airlines
Adresse: Prospekt Skoriny 56, Minsk, Belarus
Telefon: +375-17-2791745 Reservierung
Telefon: +375-17-2791951 Flughafen

 

 

 

BELAVIA Belarussian Airlines
Adresse: Flughafen Schönefeld, B2, PF 99, 12529 Berlin
Telefon: 030-60915660, -60915662
E-Mail: 3fo3lo3uo3go3ho3ao3fo3eo3no3bo3uo3eo3ro3oo3@o3bo3eo3lo3ao3vo3io3ao3-o3bo3eo3ro3lo3io3no3.o3do3eo
E-Mail: 8bf8ef8rf8lf8if8nf8@f8bf8ef8lf8af8vf8if8af8.f8bf8yf
Webseite:www.belavia.com
Webseite: www.belavia-berlin.de
 

Fortbewegung innerhalb des Landes

Der Inlandsflughafen Minsk 1 (MSQ) ist nach Renovierung wieder in Betrieb. Er bietet neben Inlandsflügen z. B. nach Brest, Hrodna und in andere wichtige weißrussische Städte auch Flüge u.a. nach Kiev und Stockholm an. Wegen Treibstoffknappheit kann es jedoch zu Verzögerungen im Flugverkehr kommen.

Das Schienennetz umfasst 5490 km. Es gibt regelmäßige Zugverbindungen zwischen allen größeren Städten. Man sollte bei der Wahl der Züge allerdings bedenken, dass man bei internationalen Nachtzügen im Zug 11 Euro Zuschlag bezahlen muss! Und nicht alle Züge fahren täglich.

Das Straßennetz umfasst 51.547 km, von denen 50.100 km asphaltiert sind. Die Qualität der Straßen ist je nach Region sehr unterschiedlich. Von Nachtfahrten wird abgeraten. Es gibt zahlreiche Busverbindungen zwischen allen größeren Städten. Busse sind sehr günstig, jedoch oft überfüllt, und man muss häufig lange für Fahrkarten anstehen. Wenn man mit dem eigenen Pkw unterwegs ist, muss man den Internationaler Führerschein mit sich führen. Es gelten die in Westeuropa allgemein üblichen Verkehrsregeln und Schilder. Außerdem striktes Alkoholverbot (0,0 0/00) und Höchstgeschwindigkeiten von 60 km/h (geschlossene Ortschaften) und 90 km/h (Landstraßen).

 
 
 

2.5 Unterkünfte

 

4-, 3- und 2-Sterne-Hotels gibt es in Minsk, Brest, Hrodna, Mogilew und Wizebsk. In Pinsk und anderen regionalen Zentren stehen 1-Sterne-Hotels zur Verfügung. Die Qualität entspricht nicht immer mitteleuropäischen Standards.

In kleineren Ortschaften, aber selbstverständlich auch in den Großstädten, besteht häufig die Möglichkeit sich in kleine Pensionen einzumieten oder bei Privatfamilien in einem Gästezimmer unterzukommen. In diesen Fällen kann die Qualität sehr unterschiedlich sein. Dafür hat man direkten Kontakt zur freundlichen einheimischen Bevölkerung und bekommt so vielleicht den einen oder anderen Geheimtipp, was in der Gegend besuchenswert ist und nicht in jedem Reiseführer steht.

Es gibt auch Hütten mitten in der Wildnis, die angemietet werden können. Sie sind eigentlich für Jagdurlauber vorgesehen, inwiefern man als "gewöhnlicher" Tourist darauf Zugriff hat muss von Fall zu Fall in Erfahrung gebracht werden. Manche der Hütten sind recht komfortabel eingerichtet und es ist auch Personal vor Ort.

Campingplätze sind nur vereinzelt vorhanden. Jedoch ist Camping außerhalb von Städten in ländlichen Gegenden erlaubt, unter der Bedingung, dass Rücksicht auf die Natur und die Menschen genommen werden.

Das Angebot ist groß und vielschichtig. Es sollte eigentlich für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel etwas zu finden sein.

 

 

2.6 Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken

 
Einkaufsmöglichkeiten

Wer nach Belarus reist, darf sich keine Hoffnungen auf ein Shoppingparadies machen. Die meisten Angebote sind billige Massenware und bei den wenigen Artikeln mit guter Qualität handelt es sich meist um überteuerte Importe aus Russland.

Nahrungsmittel bekommt man selbstverständlich auf den Märkten und in ein paar Supermärkten in guter Qualität und zu fairen Preisen. Man wird das Land auch nicht ohne das eine oder andere Souvenir verlassen müssen.

 
Weißrussische Gastronomie

Belorussischer Borschtsch, eine Suppe aus roter Beete, die heiß mit saurer Sahne serviert wird, und Filet à la Minsk sind nur zwei der schmackhaften Spezialitäten. Die Weißrussen lieben Kartoffelgerichte mit einer großen Menge tierischen Fetts. Das wichtigste Nationalgericht sind Draniki, die in den meisten Kantinen angeboten werden. Dies sind Kartoffelpfannkuchen mit oder ohne Hackfleischfüllung. Auf jeden Fall probieren sollte man auch Draschenij, ein leckeres Kartoffelgericht mit Pilzen. Motschanka ist eine mit Schweineschmalz angemachte Suppe, zu der man heiße Eierkuchen isst. Als weitere nationale Delikatesse gilt Räucheraal (ein vorzüglicher Fisch). In großer Menge werden Pilze, Eingesalzenes und Milchprodukte verwendet. Der Preis von Milchprodukten hängt vom Fettgehalt ab (je fetter saure Sahne, Joghurt und Milch sind, desto teurer sind sie). Dabei gilt bei den Weißrussen Anspruchslosigkeit beim Essen als Vorzug, und wenn man als Gast in ein weißrussisches Haus kommt, kann es sein, dass man kein einziges Nationalgericht auf dem Tisch vorfindet.

Gut essen kann man in den Hotelrestaurants. Viele Hotels und Restaurants nehmen auch ausländische Währungen an.

Getränke: Der aus über 100 Kräutern gebrannte Likör Belovjeschkaja hat einen ganz besonderen Geschmack. Eines der beliebtesten Getränke ist auch hier Tschai (schwarzer Tee). Alkoholfreie Getränke, Fruchtsäfte und Mineralwasser sind überall erhältlich. Kwas ist ein erfrischendes und ungewöhnliches Getränk aus gegorenem Brot, Mehl und Malz, ideal für heiße Tage. Getränke werden normalerweise per Gramm oder Flasche bestellt. Nach geltenden Bestimmungen dürfen nicht mehr als 100 ml Alkohol pro Person und Mahlzeit verkauft werden. Manche Bars und Cafés sind bis in die frühen Morgenstunden geöffnet, andere schließen normalerweise um 21.00 Uhr.

 

 

2.7 Links: Weitere Informationen

 
de.wikipedia.org/wiki/Belarus
www.auswaertiges-amt.de - Das Auswärtige Amt
www.wetteronline.de - Reisewetter
www.waehrungsrechner.de - Währungs- Umrechner
www.viamichelin.de - Reiseroutenplanung
www.schwarzaufweiss.de/weissrussland/kurzportrait1.htm - Ein nettes touristisches Kurzportrait des Landes
 

 

3. Jugendarbeit

 

3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik

 
Jugendverband

Allbelarussischer Nationalrat der Kinder- und Jugendorganisationen (RADA). Der RADA vertritt ein Bündnis von 26 Jugendorganisationen, die republikweit arbeiten und einer international arbeitenden Organisation. Ihm gehören ganz unterschiedliche Verbände an: Von den Nachfolgern der früheren KoVerband der Jungunternehmer". Der RADA soll nun durch eine "Patriotische Jugendunion" ersetzt werden, deren Gründungsprogramm von der Präsidialregierung erarbeitet wurde. RADA ist Vollmitglied im Europäischen Jugendring. Allerdings ist auch der RADA der staatlichen Willkür ausgesetzt und kann nach dem Willen der Regierung aufgelöst werden. Anderen unabhängigen Jugendorganisationen wird die Arbeit durch staatliche Überwachung und Willkür sehr erschwert, wie z.B. im Fall der Sozialistische Jugend Belarus – Sokoly (Die Falken), oder gar durch ein Verbot, wie z.B im Fall der Jungen Sozialdemokraten – Maladaya Hramada, nahezu unmöglich gemacht.

Nationaler Jugendrat RADA
Adresse: Warwascheni 77- 231, 220002 Minsk, Belarus
Telefon/Fax: +375 17 23 48 343
E-Mail: rfafdfaf@frfafdfaf.fbfyf
Webseite: www.rada.by
 

 

 

 

Jugendpolitik und Staatliche Jugendförderung

In Weißrussland sind Mittel zur Finanzierung von Maßnahmen im Bereich der staatlichen Jugendpolitik in einem gesonderten Abschnitt im nationalen und lokalen Haushalt vorgesehen. Maßnahmen werden im Rahmen komplexer Programme durchgeführt (das nationale Programm „Die Jugend Weißrusslands“, Jugendprogramme auf Gebiets-, Stadt- und Stadtbezirksebene). Landesweite Programme werden von der Regierung der Republik Weißrussland bewilligt, lokale von den Exekutivkomitees. Die Durchführung von Programmen wird von den staatlichen Jugendbehörden koordiniert.

 

Am 13. Januar 2003 unterschrieb Aljaksandr Lukaschenka den Ukas Nr. 16 über die staatliche Unterstützung der gesellschaftlichen Vereinigung "Weißrussischer nationaler Jugendverband" (WNJV), der aus dem "Weißrussischen patriotischen Jugendverband" und dem "Weißrussischen Jugendverband" hervorgegangen ist. Das Dokument sieht eine finanzielle Unterstützung dieser Organisation bis 2006 vor, enthält jedoch auch die notwendigen rechtlichen Mechanismen zur Schaffung einer starken Jugendorganisation. Der WNJV wird jährlich 2,9 Milliarden Rubel (1,5 Mio. Dollar) erhalten. Diese Summe ist im Haushalt in einem eigenen Titel verankert. Die zahlenmäßig zweitgrößte Organisation – die Pionierorganisation mit 315 000 Mädchen und Jungen – erhielt im Jahre 2003 fast 500 Millionen weißrussische Rubel.

Knapp die Hälfte der im sozialen Bereich tätigen Organisationen sind freie Träger, gefolgt von staatlichen Strukturen. Über 50% aller Organisationen sind in der Hauptstadt Minsk konzentriert. 11,6% aller sozial tätigen Organisationen kümmern sich schwerpunktmäßig um die Belange erkrankter Kinder und behinderter Personen. 5,7% widmen sich ausschließlich der Zielgruppe Jugend, 4,2% der Zielgruppe Kinder. 2,2% der Organisationen kümmern sich ausschließlich um vernachlässigte Kinder und Jugendliche. Daneben gibt es auch Organisationen, deren Zielgruppe nicht explizit Kinder und Jugendliche sind, die aber auch in diese Gruppen hineinfallen wie zum Beispiel Großfamilien, Drogenabhängige und Alkoholiker.

 
Private und sonstige Finanzierungsquellen:

Auf dem Territorium Weißrusslands befindet sich eine sehr begrenzte Anzahl von Stiftungen: Vertretung des TACIS-Programms der Europäischen Kommission in Weißrussland; Vertretung der UNICEF-Kinderstiftung der UNO in der Republik Weißrussland; Programm für kleine Finanzhilfen der Welthandelsbank; Programm für kleine Finanzhilfen der Botschaft der Niederlande; Programm für kleine Finanzhilfen der USA.

 
Internationale Zusammenarbeit:

Seit 1997 hat Weißrussland keinen Beobachterstatus im Europarat mehr und ist außerdem seit fünf Jahren von allen europäischen Prozessen abgeschnitten. Bis heute existieren nach den Angaben des Departements für Jugendfragen nur wenige Dokumente zur internationalen Zusammenarbeit.

Es gibt aber Protokolle über die Zusammenarbeit mit Russland, Ukraine, Moldawien, Kasachstan und Italien, sowie Regierungsvereinbarungen mit Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

Aufgrund der staatlichen Politik entstanden für die gesellschaftlichen Jugendorganisationen ebenfalls Probleme im internationalen Bereich. (Nur Schweden nahm 1998 ein Programm zur Unterstützung der Demokratie in Weißrussland auf, wodurch gute Voraussetzungen für die Zusammenarbeit weißrussischer und schwedischer NGOs geschaffen wurden).

Der weißrussische Nationalrat betreibt eine aktive internationale Zusammenarbeit mit den nationalen Jugendräten Deutschlands (seit 1996), Schwedens (seit 1998), Russlands, Litauens, Moldawiens, Dänemarks, Norwegens und Lettlands.

 

3.2 Jugendschutz, kinder- und jugendrelevante Gesetze, altersbezogene gesetzliche Bestimmungen

 

Bis zu welchem Alter gilt man als Kind bzw. Jugendlicher?

Wie sind die Altersgrenzen der Begriffe „Kind“ und „Jugendlicher“ definiert?

Das belarussische Gesetz definiert Personen als Kinder im Allgemeinen von der Geburt an bis zu ihrem 14. Lebensjahr. Als Jugendliche werden Personen im Alter von 14-18 Jahren angesehen. Als minderjährig gelten alle Kinder und Jugendlichen unter 16 Jahren. Ab dem 18. Lebensjahr gilt man als volljährig.

Ist Kindern und Jugendlichen der Aufenthalt an öffentlichen Plätzen (Straßen, Parks) ohne Begleitung Erwachsener gestattet?

Ab welchem Alter?

In jeder Region der Republik Belarus gibt es Normen, die regeln, ob und unter welchen Umständen Minderjährige sich an öffentlichen Plätzen aufhalten können. So verbietet beispielsweise der Beschluss des Stadtrates von Minsk Nr. 419 vom 14.03.1995, dass sich Kinder unter 18 Jahren ohne Begleitung von Erwachsenen nach 23 Uhr draußen und an öffentlichen Plätzen aufhalten.

Ist Kindern und Jugendlichen der Aufenthalt an jugendgefährdenden Orten (z. B. Orten, an denen sich Prostituierte aufhalten) gestattet?

Welche Orte gelten als jugendgefährdend?

Das Gesetz der Republik Belarus „Über Grundsätze zur Bewahrung von Kindern und Jugendlichen vor Verwahrlosung sowie zur Vorbeugung von Kinder- und Jugendkriminalität“ definiert einen Minderjährigen in einer sozial gefährdeten Situation als „eine Person unter 18 Jahren, die infolge mangelnder Beaufsichtigung oder Obdachlosigkeit sich in einer Situation befindet, die ihr Leben oder ihre Gesundheit gefährdet bzw. nicht den Anforderungen bezüglich ihrer Erziehung oder ihrer Lebensbedingungen genügt oder die Straftaten bzw. andere Ordnungswidrigkeiten begeht.“

Ist Kindern und Jugendlichen der Aufenthalt in Gaststätten, Restaurants (in Begleitung Erwachsener) gestattet?

Ab welchem Alter?

Ob und unter welchen Umständen Kinder und Jugendliche sich an öffentlichen Plätzen, u. a. in Cafés und Restaurants aufhalten dürfen, wird durch Beschlüsse der örtlichen Exekutiv- und Verwaltungsbehörden geregelt, die verbieten, dass Kinder und Jugendliche sich nach einer bestimmten Uhrzeit ohne Begleitung von Erwachsenen draußen und an öffentlichen Plätzen aufhalten.

Ist Kindern und Jugendlichen der Aufenthalt in Nachtbars, Nachtklubs oder vergleichbaren Vergnügungsorten gestattet?

Ab welchem Alter?

Entsprechende Beschlüsse regionaler Behörden untersagen Kindern und Jugendlichen, sich nachts ohne Begleitung von Erwachsenen an öffentlichen Plätzen aufzuhalten.

Ist Kindern und Jugendlichen die Anwesenheit bei Tanzveranstaltungen gestattet? Ist Kindern und Jugendlichen die Anwesenheit bei Tanzveranstaltungen in Begleitung Erwachsener gestattet?

Ab welchem Alter?

Ob und unter welchen Umständen Kinder und Jugendliche sich in abendlichen Tanzlokalen (Diskotheken) aufhalten dürfen, wird durch Beschlüsse der örtlichen Exekutiv- und Verwaltungsbehörden geregelt, die Kindern und Jugendlichen untersagen, sich nach einer bestimmten Uhrzeit ohne Begleitung von Erwachsenen draußen und an öffentlichen Plätzen aufzuhalten.

Ist Kindern und Jugendlichen der Genuss von Branntwein oder ähnlichen hochprozentigen Getränken gestattet?

Ab welchem Alter? Ist die Abgabe eingeschränkt?

Ist der Genuss anderer alkoholischer Getränke (Wein, Bier etc.) Kinder und Jugendlichen gestattet?

Ab welchem Alter? Ist die Abgabe eingeschränkt?

Der Verkauf von Alkoholika wird durch das Gesetz der Republik Belarus „Über die staatliche Regulierung der Herstellung und des Umsatzes von Alkoholika“ vom 30.06.1998 geregelt. Das Gesetz untersagt den Verkauf von hochprozentigen alkoholischen Getränken (inklusive Wein) an Personen, die das Alter von 18 Jahren noch nicht erreicht haben. Der Verkauf von Bier an Personen, die das Alter von 18 Jahren erreicht haben, ist durch Verfügung Nr. 62 des Handelsministeriums vom 07.06.1999 „Grundnormen des Einzelhandels und der Geschäftstätigkeit im Handel“ gestattet.

Welche Beschränkungen gibt es beim Besuch öffentlicher Filmveranstaltungen?

Welche Altersabstufungen gibt es?

Die Verfügung Nr. 42 des Kulturministeriums vom 04.02.1999 (Abs. 1.10) legt folgende mögliche Einschränkungen für Kinofilme fest:

  • für Kinder unter 16 Jahren in Begleitung von Eltern oder Lehrern erlaubt
  • für Kinder unter 16 Jahren verboten
  • für Kinder unter 18 Jahren verboten.

Ist Kindern und Jugendlichen der Besuch öffentlicher Spielhallen gestattet?

Ab welchem Alter?

Der Erlass Nr. 548 des Präsidenten der Republik Belarus „Über die Verabschiedung der Normen zur Regelung des Glückspiels auf dem Gebiet der Republik Belarus“ untersagt Personen unter 18 Jahren, Spieleinrichtungen zu besuchen, in denen Glücksspiele organisiert und durchgeführt werden.

Ist Kindern und Jugendlichen das Rauchen in der Öffentlichkeit gestattet?

Ab welchem Alter?

Der Erlass Nr. 28 des Präsidenten der Republik Belarus vom 17.12.2002 „Über die staatliche Regelung der Herstellung, des Umsatzes, der Werbung und des Konsums von Tabakerzeugnissen“ untersagt das Rauchen an öffentlichen Plätzen (unabhängig vom Alter).

Welche Beschränkungen gibt es, wenn ausländische Jugendliche kurzzeitig gegen Bezahlung arbeiten wollen, um ihre Reisekasse aufzubessern?

Ab welchem Alter ist es ihnen gestattet zu arbeiten?

Gibt es die Möglichkeit der so genannten „Working Holiday“?

Laut Arbeitsgesetzbuch der Republik Belarus dürfen Arbeitsverträge mit Personen ab 16 Jahren geschlossen werden. Jugendliche im Alter zwischen 14 und 16 Jahren dürfen nur arbeiten, wenn eine schriftliche Einwilligung eines der Elternteile oder von deren Stellvertreter vorliegt. Die „Grundlagen der Organisation und der Finanzierung der Zeitarbeit von Studierenden und Schülern in der studien- und schulfreien Zeit aus Mitteln des staatlichen Fonds für Beschäftigungsförderung“ (1999, vom Ministerium für Arbeit und sozialen Schutz der Republik Belarus angenommen) regelt die Zeitarbeit von Schülern, Studierenden und Auszubildenden ab 14 Jahren in der schul- und studienfreien Zeit. Gleiches gilt auch für ausländische Jugendliche.

Welche Bestimmungen gibt es bezüglich des Mitführens von Messern, Kampfgeräten (Pfeil und Bogen, Degen etc.) und Waffen?

Welche Altersbeschränkungen gibt es?

Besitz und Erwerb von Schusswaffen werden durch das Waffengesetz der Republik Belarus vom 13.11.2001 geregelt. Das Gesetz untersagt Personen unter 18 Jahren den Erwerb und Besitz von Schusswaffen und Munition.

Welche Bestimmungen gibt es bezüglich sexueller Kontakte zu Jugendlichen?

Welche Altersbeschränkungen gibt es?

Sexuelle Kontakte mit Minderjährigen sind im Art. 168 des Strafgesetzbuches der Republik Belarus geregelt. Geschlechtsverkehr oder andere sexuelle Handlungen, die durch Personen im Alter ab 18 Jahren an Personen unter 16 Jahren vollzogen werden, werden rechtlich verfolgt (Festnahme, Freiheitsbeschränkung oder -entzug).

Quelle: Botschaft der Republik Belarus (3/2004)

3.3 Weitere Informationen

 

Weitere Informationen und Adressen von Jugendverbänden und Organisationen, sowie zu Kinder- und jugendpolitischen Strukturen sind unter www.dija.de/ (> Länderinfos >Ländername) zu finden.

 

 

3.4 Schulsystem und Bildungswesen

 

In Weißrussland liegt die Bildung in der Zuständigkeit des Bildungsministeriums, das alle Typen von Lehr- und Erziehungseinrichtungen leitet, von Kindergärten bis hin zu den Universitäten. In der Regel kommen Kinder mit drei Jahren in den Kindergarten, wo man sie auf die Schule vorbereitet. Eine Vorschulerziehung ist auch zu Hause möglich. Heute gehen die Mittelschulen von einer elfjährigen zu einer zwölfjährigen Schulzeit über. Die Grundschule dauert vier Jahre, die Hauptschule sechs, eine zehnjährige Schulbildung ist Pflicht. Die meisten Weißrussen haben eine abgeschlossene mittlere Schulbildung (gegenwärtig dauert diese 12 Jahre). Die letzte Stufe der mittleren Schulbildung (11. bis 12. Klasse) kann man in einer Schule, einem Technikum (College) oder einer Berufsschule absolvieren (in der Berufsschule ist der Abschluss der mittleren Schulbildung nicht Pflicht).

 
Schulwesen

Die Schüler können eine gewöhnliche Schule besuchen oder eine Schule mit vertieftem Unterricht in einzelnen Fächern, ein Gymnasium oder Lyzeum. Eine Lyzeums- oder Gymnasialbildung gilt als qualifizierter, und man kann ins Gymnasium oder Lyzeum eintreten, wenn man die Abschlussprüfungen der Grundschule abgelegt hat. Elitebildungseinrichtungen zeichnen sich durch erhöhte Anforderungen an die Kenntnisse der Schüler aus, durch qualifizierten Fremdsprachenunterricht, vertieften Unterricht in einzelnen Fächern und eine ständige Überforderung der Schüler. Privatschulen sind im Allgemeinen Gymnasien, die sich von den staatlichen Schulen durch eine menschlichere Beziehung zu den Schülern auszeichnen, die Berücksichtigung ihrer Bildungsansprüche, den Verzicht auf eine strenge Auswahl beim Eintritt, Ganztagsbetreuung, zusätzliche Unterrichtsangebote mit qualifizierten Lehrern und gute Lebensbedingungen. Nur sehr wenige Familien können sich eine private mittlere Schulbildung leisten.

 
Hochschulwesen

Die Aufnahme in die Colleges und Hochschulen erfolgt aufgrund der Ergebnisse von Aufnahmeprüfungen, in die Berufsschulen nach Schulzeugnissen. Diejenigen, die die Aufnahmeprüfung nicht bestanden haben, steht die Möglichkeit offen, in gebührenpflichtigen staatlichen oder privaten Bildungseinrichtungen zu lernen. Es gibt 43 staatliche und 12 private Hochschulen im Land, auf 10 000 Einwohner kommen mehr als 300 Studierende. Nach einer kostenlosen Bildung in einer staatlichen Hochschule geraten Absolventen in das System der obligatorischen staatlichen Verteilung auf Arbeitsplätze, an deren Besetzung in der Regel staatliche Unternehmen interessiert sind. Dieses obligatorische Abarbeiten dauert zwei Jahre. Doch viele Absolventen sabotieren dieses System auf unterschiedliche Weise.

 
Berufsausbildung

Die Absolventen von Haupt- und Mittelschulen, die nicht weiter lernen wollen, können entweder in Kursen, die eine staatliche Arbeitsvermittlung organisiert, oder durch ein Ausbildungssystem am Arbeitsplatz, das ebenfalls aus staatlichen Mitteln finanziert wird und in großen Unternehmen stattfindet, einen Beruf erlernen.

 
 

4. Natur und Kultur

 

4.1 Natur und Umwelt

 

Weißrussland umfasst ein Gebiet von 207.600 Quadratkilometer. Von Norden nach Süden erstreckt sich Weißrussland über 560 Kilometer, von Osten nach Westen über 650 Kilometer. Im Norden und Osten grenzt Weißrussland an Russland, im Süden an die Ukraine, im Westen an Polen und im Nordwesten an Litauen.

Weißrussland liegt in der osteuropäischen Tiefebene. Das Tief- und Hügelland erhebt sich im Durchschnitt 160 Meter über den Meeresspiegel. Das Land ist von großen Waldflächen bedeckt, die zum großen Teil versumpft und vermoort sind. Die mehr als 10.000 Seen werden auch die blauen Augen des Landes genannt. Besonders viele Seen liegen im Norden, im Gebiet der weißrussischen Seenplatte.

Der größte See ist der Narotsch. Die Größe seiner Wasserfläche beträgt 80 Quadratkilometer, die größte Tiefe fast 25 Meter. Deshalb nennt man ihn auch das Weißrussische Meer. Das Wasser des Narotsch ist so klar, dass man seinen sandigen Grund noch in fünf Metern Tiefe sehen kann. Gewöhnlich heiter, verfinstert sich der See bei windigem Wetter und schlägt Wellen wie das Meer. Im See leben 24 Fischarten. Heute ist der Narotsch der wichtigste Kurort der Republik. An seinen Ufern, inmitten von Kiefernwäldern, liegen Sanatorien, Erholungsheime, eine Touristenstation, eine Wochenendsiedlung und viele Kinderlager.

Im Norden der Republik befinden sich die malerischen Braslower Seen. Es sind mehr als 30. In der Mehrzahl miteinander verbunden, bilden sie ein wahres Labyrinth von Durchflüssen, Buchten, Landzungen und über die Seen verstreuten Inselchen. Viele Bewohner von Weißrussland, der Ukraine und des Baltikums erholen sich gerne hier.

Ein Netz von Flüssen durchzieht das Land: Die westliche Dwina und der Njoman fließen in die Ostsee, der Pripjat und der Dnepr in das Schwarze Meer.

Das milde Klima bringt gemäßigte Winter und relativ kühle Sommer mit sich. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt bei 600 bis 650 Millimetern.

Schön und vielgestaltig ist die Pflanzen- und Tierwelt Weißrusslands. Etwa 1500 Pflanzen- und Tierarten bevölkern Weißrussland. Alle Vögel der belorussischen Wälder lassen sich gar nicht aufzählen. Außerdem gibt es 73 Tiergärten. Für den Schutz der Tier- und Pflanzenwelt wurden auf dem Territorium der Republik einige staatliche Naturschutzgebiete eingerichtet, unter anderem: der Nationalpark Belavezhskaya Pushcha, das staatliche Berezina-Biosphären-Schutzgebiet und das Pripjat-Landschafts- und Gewässerschutzgebiet. Außerdem gibt es noch 88 Schonreviere von lokaler Bedeutung.

 

 

4.2 Großschutzgebiete

Belavezhskaya Pushcha
Stadt: Kamenjuki
Region: Brest

Der ca. 90.000 ha große Nationalpark wurde 1939 gegründet. Seit Dezember 1992 gehört er zum UNESCO-Weltnaturerbe der Menschheit. Die Belavezhskaya Pushcha breitet sich im Süden des Landes aus. Ihr Wald hat wenig von der strengen Eintönigkeit des verschlafenen nordischen Nadelwaldes. Hier ragen mächtige 200- bis 350-jährige Kiefern 30 und mehr Meter empor. Es stehen 50 Meter hohe Fichten im Alter von bis zu 220 Jahren. Hier wachsen 300 bis 500-jährige Eichen mit Stämmen von nahezu zwei Metern Dicke. Reich ist der Wald auch an Tieren. 216 gefiederte Arten erfüllen mit ihrem Gesang die Luft. Unter ihnen Auerhahn, Haselhuhn, Waldschnepfe, Ente, Birkhuhn, Rebhuhn und Wachtel. Sogar Schwarzstörche kann man beobachten. In der Pushcha leben auch viele Säugetierarten. Dazu gehören Damhirsch und Rothirsch, Elch und Reh, Wildschwein und Dachs, Biber und Bisamratte, Nerz und Iltis, Marder und Luchs. Zu einem der ältesten Tiere der europäischen Fauna gehört der Wisent, der in der Belavezhskaya Pushcha beheimatet ist und eines der Wahrzeichen Weißrusslands darstellt. Diese uralte Büffelart ist das größte Wildtier Europas. Die Körperlänge eines Wisents beträgt 3,50 bis 3,70 Meter und das Durchschnittsgewicht 800 Kilogramm, die Bullen können allerdings bis zu 1,2 Tonnen wiegen können.

Adresse: Nationalpark Belavezhskaya Pushcha, 225063 Kamenjuki, Bezirk Kamenez, Gebiet Brest, Republik Belarus
Telefon: +3 75 (0 16 31) 5 61 69
Fax: + 3 75 (0 16 31) 2 12 83
E-Mail: fa1fd1fm1fi1fn1f@1fn1fp1fb1fp1fr1fo1fp1fm1f.1fb1fe1fl1fp1fa1fk1f.1fb1fr1fe1fs1ft1f.1fb1fy1

Berezinsky

Am oberen Lauf der Berezina, etwa 110 Kilometer nördlich von Minsk wurde ein Naturschutzgebiet geschaffen, welches mit dem europäischen Diplom für geschützte Gebiete ausgezeichnet wurde. Das Naturschutzgebiet hat eine Fläche von ca. 82.000 ha und etwa die Hälfte des Gebiets ist von Sümpfen bedeckt, in denen die seltenen Zwerg-Birken wachsen.

Berühmt ist das Naturschutzgebiet für seine reinen Flüsse und Seen mit einer umfangreichen Flora und Fauna und für seine vielen Vogelarten. Besonderes Augenmerk gilt im Naturschutzgebiet den Bibern, die in großer Zahl vorkommen. Auch der selten gewordene Schwarzstorch ist in diesem Naturschutzgebiet anzutreffen. Wildschweine, Elche und Bären bewohnen die Wälder und zu den Bibern gesellen sich an den Seen und Flüssen Nerze und Otter.

Adresse: Berenzinsky Biosphären-Reservat, 211188 Domsherizy, Bezirk Lepel, Gebiet Wizebsk, Republik Belarus
Telefon: +3 75 (0 21 32) 2 64 05
Fax: +3 75 (0 21 32) 2 63 42
E-Mail: 6b96b96s96r96@96v96i96t96e96b96s96k96.96u96n96i96b96e96l96.96b96y9

Braslower Seen
Stadt: Braslow
Region: Wizebsk

Der 1995 gegründete und damit jüngste Nationalpark Weißrusslands ist 70.000 ha groß. Über 25% des Parkgebiets entfallen auf Seen und Flüsse, in denen viele seltene und teilweise vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten vorkommen. Die einzigartige Welt dieses Seengebietes wurde durch die Eiszeit geprägt. Die größten Binnenseen Driwjaty, Snudy, Woiso, Strusto, Woloso Sewernyj, Nedrowo, Beresha, Daubli, Potech usw. sind in das hügelige Relief eingebettet. Jeder See ist einzigartig. Die Wasserfläche der Seen beträgt insgesamt 18.300 ha. Im See Strusto liegt die zweitgrößte Insel des Landes, Tschaitschin (160 ha) mit wiederum einem kleinen See in ihrer Mitte. Der Woloso-Jushnyi-See ist der tiefste See auf dem Territorium des Nationalparks. Er ist 40 m tief und hat eine Fläche von 120 ha. Der See ist durch die außergewöhnliche Reinheit des Wassers bekannt und erlaubt einen Blick bis 7 m unter die Wasseroberfläche. Das Braslower Seengebiet besteht insgesamt aus mehr als 30 Seen. Viele von ihnen sind durch kleine Kanäle und Zuflüsse miteinander verbunden. Ein wahres Wasserlabyrinth.

Adresse: Nationalpark "Die Braslower Seen", 211970 Braslow, Gebiet Wizebsk, Republik Belarus
Telefon: +3 75 (0 21 53) 2 21 66
Fax: +3 75 (0 21 53) 2 93 61
E-Mail: bblbrlbalbslbllbalbvlb_lbblbylb@lbmlbalbilbllb.lbrlbul

 
Narotschanskij Nationalpark
Region: Raum Oschmjany-Minsk

Die Region Narotsch wird mit dem Rauschen des Kiefernwaldes und dem Plätschern der Wellen des Narotsch-Sees verbunden. Der malerische See, die wunderschönen Wälder und das milde Klima haben an den Ufern des Narotsch-Sees den einzigen Kurort des Landes mit Sanatorien, Erholungsheimen, Ferienlagern für Kinder und Touristenherbergen entstehen lassen. Die Badezeit beträgt immerhin etwa 100 Tage pro Jahr. Die Region Narotsch ist durch ihre Mineralwässer berühmt. Zahlreiche Bau-, Kultur- und Geschichtsdenkmäler machen den Park zu einer idealen Wanderregion.

Die Gesamtfläche des Parks beträgt 94.000 ha, darunter 37.900 ha Wald und 42 Seen mit einer Gesamtfläche von 18.300 ha. Die Wälder des Nationalparks bilden das größte Kiefernwaldgebiet Belarus'. Sie umfassen das Westufer des Narotsch-Sees, ziehen sich am linken Ufer des Flusses Narotschanka und fast auf der ganzen Länge des Flusses Wilija entlang. Auf dem Territorium des Nationalparks liegen drei Seengruppen: Narotsch, Mjadel und Bolduk. Zur Seegruppe Narotsch gehört der größte See der Republik Belarus, der Narotsch-See. Seine Fläche beträgt 7920 ha, die durchschnittliche Tiefe 9 m, die maximale Tiefe 25 m. Dieser See ist vor allem dank der außerordentlichen Reinheit des Wassers, der wunderschönen Sandstrände und der Kiefernwälder an seinen Ufern einmalig. Zu dieser Seegruppe gehören auch der Mjastro-See (der zweitgrößte See mit 1310 ha) und der Batorino-See (625 ha). Der Mjadel-See ist das Herz der Seegruppe Mjadel, die anderen Seen dieser Gruppe sind nicht groß. Die Fläche des Mjadel-Sees beträgt 1620 ha, die durchschnittliche Tiefe7 m, die maximale Tiefe 25 m. Zur Bolduk-Seegruppe gehören Seen, die im Einzugsgebiet des Flusses Stratscha liegen. Der größte See ist der Bolduk-See mit 78 ha und einer durchschnittlichen Tiefe von 15 m und einer maximalen Tiefe von 40 m. Zu dieser Gruppe gehören noch zehn kleinere Seen. Die Gegend gilt seit langer Zeit als Zentrum des Naturkundetourismus, hier gibt es Touristencampingplätze und Wanderrouten.

 
Nationalpark Pripjatsky
Stadt: Turow, Bezirk Shitkowitschie
Region: Homel

Ein besonderes Erlebnis für Naturfreunde ist die Polessje genannte Niederung im Süden Weißrusslands. Der träge Pripjat mit seinen vielen Nebenflüssen, die sich oft stauen und ausgedehnte Sumpfgebiete entstehen lassen, durchzieht diese weite Landschaft, in deren Zentrum der Pripjatsky-Nationalpark liegt. Dieser 1969 gegründete Nationalpark im Gebiet Homel hat eine Fläche von ca. 83.000 ha und umfasst 30 kleine Seen sowie eine einzigartige Fluss- und Auenlandschaft mit über 800 Pflanzenarten und ca. 200 Moosarten sowie vielen seltenen Tieren.

75.000 ha seiner Fläche besteht aus dichten Wäldern (Kiefern, Eichen, Buchen). Die Seen verändern auf faszinierende Weise mehrmals jährlich ihr Aussehen. Im Winter eine Eisfläche, werden sie im Frühjahr zu einer Seenplatte und im Sommer zu einer üppigen Graslandschaft. 45 Säugetier- und 256 Vogelarten sind hier heimisch, darunter Wisent, Luchs, Schwarzstorch und Kranich. Besuchern werden geführte Exkursionen angeboten.

Adresse: Nationalpark Pripjatsky, 247980 Turow, Bezirk Shitkowitschie, Gebiet Homel, Republik Belarus
Telefon: +3 75 (0 23 53) 5 11 73
Fax: +3 75 (0 23 53) 5 12 76

 
 

4.3 Welterbestätten

Nationalpark Belavezhskaya Pushcha/Bialowieza (N//1979; 1992 erweitert)

Beschreibung siehe oben

Schloss Mir (K/2000)

100 km von Minsk und 30 km von Nesvizh (auch Nieswiez), in der weißrussischen Region Grodno, liegt eine kleine Siedlung mit dem bedeutenden Namen Mir (russisch für „Welt“, „Frieden“). Der Ort wurde das erste Mal 1395 urkundlich erwähnt. Dank seiner Hauptsehenswürdigkeit – dem Schloss Mir – ist Mir weit über Weißrussland hinaus berühmt geworden. Die Errichtung der Schlossanlagen begann Anfang des 16. Jahrhunderts. Im Laufe von 500 Jahren wurde Schloss Mir mehrmals in den Wirren der Kriege zerstört, wechselte seine Besitzer und damit seine baukünstlerische Gestalt. Das Schloss ist ein einzigartiges Baudenkmal der weißrussischen Architektur. In ihm sind Züge verschiedener Elemente der Gotik, Renaissance und des Barocks erkennbar. Die an den Ecken durch vier reich geschmückte Türme verbundenen Festungsmauern (13 Meter hoch und bis zu 3 Metern dick) sind sehr beeindruckend. Der fünfte Turm, der Einfahrtsturm (25 Meter hoch), befindet sich in der Mitte der westlichen Mauer. Das Schloss Mir befand sich im Besitz von bekannten weißrussischen, russischen und europäischen Familien: Die Familien Ilinitschi und Radzivilly (ab 1569), die Wittgensteins (seit 1813) und Swjatopolk-Mirskie (ab 1891). Es ist ein Denkmal der Geschichte. Der Gründer des Schlosses war der Magnat Jurij Ilinitsch, der im Großfürstentum Litauen eine bedeutende Stellung bekleidete. Sein Enkel, Jurij Ilinitsch hat sich den Titel „Graf“ als Besitzer der ersten privaten Steinresidenz in Weißrussland verdient. Das Schloss ist von einer malerischen Teich- und Parkanlage umgeben. Hinter dem Schloss Mir verbirgt sich im Park die kleine Kapelle der Fürsten Swjatopolk-Mirskie. Die Kapelle wurde aus roten Ziegeln nach dem Entwurf des Petersburger Architekten Robert Marfeld gebaut und mit einem Mosaik auf der Fassade geschmückt. Leider sind die Namen der ersten Baumeister des Schloss Mir selbst nicht überliefert. Derzeit ist Schloss Mir eine Filiale des Nationalen Kunstmuseums der Republik Belarus. Im süd-westlichen Turm ist eine kleine Ausstellung , die der Geschichte des Schlosses und seinen Besitzern gewidmet ist. Im Moment (2006) werden immer noch Renovierungsarbeit im und am Schloss durchgeführt.

Struve-Bogen (K//2005)

Mit der Aufnahme des Struve-Bogens verzeichnen gleich zehn Länder einen gemeinsamen Eintrag in der Welterbeliste: Belarus, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, die Republik Moldau, Norwegen, Russland, Schweden und die Ukraine. Der Struve-Bogen ist eine Kette von geodätischen Messstationen von Hammerfest am Nordkap bis Ismail am Schwarzen Meer. In der Welterbeliste repräsentieren 34 der 265 Messstationen das gemeinsame Erbe der beteiligten Länder. Der Astronom Friedrich Georg Wilhelm Struve führte von 1816 bis 1855 die Meridianmessung durch und überbrückte eine Länge von 2820 Kilometern. Die Messung diente der exakten Bestimmung der Größe und Form unseres Planeten und war ein bedeutender Schritt für die Geowissenschaften. Der Struve-Bogen ist ein außergewöhnliches und frühes Beispiel für internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit.

Architektonisches und kulturelles Erbe der Adelsfamilie Radziwill in Nieswiez (auch Nesvizh) (K/2005)

Das architektonische und kulturelle Erbe der Adelsfamilie Radziwill in Nieswiez umfasst unter anderem das Residenzschloss und die Corpus Christi Kirche mit ihren Malereien. Die Radziwill-Dynastie (bis 1939) machte Nieswiez im 16. Jahrhundert zu einem kulturellen, wissenschaftlichen und künstlerischen Zentrum und beeinflusste die Architektur in Mitteleuropa und Russland.