Bulgarien

 

1. Übersicht

1.1 Landeskennzeichen
1.2 Internationale Telefon-Vorwahl
1.3 Allgemeine Informationen
1.4 Informationen zum Staatsaufbau
1.5 Einreise- und Zollbestimmungen
1.6 Währung und Geldwechsel
1.7 Gesundheit
1.8 Botschaften und Konsulate
1.9 Wichtige Telefonnummern

2. Reiseinformationen

2.1 Tourismus
2.2 Tourismus-Informationen
2.3 Links zum Thema Tourismus
2.4 Verkehr
2.5 Unterkünfte
2.6 Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken
2.7 Links: Weitere Informationen

3. Jugendarbeit

3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik
3.2 Jugendschutz, kinder- und jugendrelevante Gesetze, altersbezogene gesetzliche Bestimmungen
3.3 Weitere Informationen
3.4 Schulsystem und Bildungswesen

4. Natur und Kultur

4.1 Natur und Umwelt
4.2 Großschutzgebiete
4.3 Welterbestätten

 


1. Übersicht

 

1.1 Landeskennzeichen: BG

 

1.2 Internationale Telefon-Vorwahl: +359

 

1.3 Allgemeine Informationen

 

Ländername: Bulgarien (bulgarisch България)
Fläche: 111.000 km²
Einwohner: ca. 7,320 Millionen (Dezember 2006)
Hauptstadt: Sofia (ca. 1.332.000 Einwohner)
Weitere wichtige Städte: Plowdiw (ca. 377.000 Einwohner), Varna (ca. 353.000 Einwohner), Bourgas (ca. 229.000 Einwohner), Russe (ca. 193.000 Einwohner), Stara Sagora (ca. 182.000 Einwohner), Plewen (ca. 162.000 Einwohner), Sliwen (ca. 148.000 Einwohner)
Religionen: Bulgarisch-Orthodoxe (ca. 85,7%), sunnitische Muslime (ca. 12,1%), schiitische Muslime (ca. 1,0%), Sonstige (ca. 1,2%)
Amtssprache: Bulgarisch; es wird das kyrillische Alphabet benutzt, Geschäftssprachen sind außerdem Englisch, Deutsch, Französisch und Russisch
Währung: Bulgarischer Lew/Lev (BGN/lv) (1 Lev = 100 Stotinki)
Geographische Lage: Bulgarien liegt in Südosteuropa auf dem Balkan zwischen Griechenland, Mazedonien, Rumänien, Serbien und der Türkei. Es ist ein Anrainerstaat des Schwarzen Meeres.

Bulgarien ist seit dem 01.01.2007 Mitglied der EU.

 

1.4 Informationen zum Staatsaufbau

 
Parlamentarische Republik
 

1.5 Einreise- und Zollbestimmungen

 

Zur Einreise nach Bulgarien benötigen Deutsche Staatsangehörige einen gültigen Personalausweis oder Reisepass. Ein Visum ist für sie unter keinen Umständen mehr erforderlich. Für Aufenthalte von mehr als 90 Tagen benötigen sie allerdings eine Daueraufenthaltserlaubnis von der zuständigen bulgarischen Ausländerbehörde. Familien mit Kindern sollten beachten, dass Kinderausweise mit Lichtbild oder mit Reisepass zur Einreise vorgelegt werden müssen, die Eintragung der Kinder in den Pass der Eltern ist nicht ausreichend. Personalausweise, Reisepässe und Kinderausweise mit Lichtbild sollten bei der Einreise noch drei Monate gültig sein, nach Auskunft der zuständigen bulgarischen Behörden mindestens jedoch für die geplante Reisedauer. Außerdem ist eine gültige Krankenversicherung nachzuweisen. Innerhalb von 5 Tagen muss man sich als Deutscher beziehungsweise als EU-Bürger unter Vorlage der gültigen Reisedokumente bei der für den jeweiligen Aufenthaltsort zuständigen Ausländerbehörde oder bei der zuständigen Polizei des Aufenthaltsortes anmelden, ansonsten drohen Geldstrafen. Bei Hotelaufenthalten übernimmt das Hotel die Anmeldung.

Die Ein- und Ausfuhr von Summen über 8.000 Leva ist gegenüber den bulgarischen Zollbehörden schriftlich zu deklarieren.

 

1.6 Währung und Geldwechsel

 

Die nationale Währungseinheit ist der bulgarische Lew/Lev (lv) (Plural: Leva). Er wird zum festgelegten Kurs von 1 Euro = 1,95 lv getauscht.. Die Untereinheit des Lew sind die Stotinki (100 Stotinki = 1 Lew). Bei den zahlreichen Banken und Wechselstuben können ausländische Währungen problemlos umgetauscht werden, allerdings rät das Auswärtige Amt dazu Geld nur in Banken zu tauschen, da die Wechselstubenbetreiber schon mal ihre eigenen Wechselkurse zu Grunde legen.

Im Umlauf sind Banknoten zu 1, 2, 5, 10, 20, 50 und 100 Lew und Münzen zu 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Stotinki.

Die Kreditkarten American Express, Diner´s Club, Bankamericard, Visa, Eurocard, Mastercard und Carte Blanche werden in Bulgarien akzeptiert. Sie werden unter anderem für die Bezahlung im Hotel, im Restaurant, in Einkaufszentren, bei Autovermietungen und für Flugtickets akzeptiert.

1.7 Gesundheit

 
Empfohlene Impfungen

Bulgarienreisenden wird empfohlen, sich vor Reiseantritt gegen Hepatitis A impfen zu lassen, bei Langzeitaufenthalten über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten auch gegen Hepatitis B. Bei besonderer Exposition (z. B. Landaufenthalt, Jagd) wird auch ein Impfschutz gegen Tollwut und FSME (Frühsommer-Meningo-Encephalitis) empfohlen. Schutz gegen Borreliosebieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Für Langzeitaufenthalte wird zudem ein HIV-Test in englischer Sprache verlangt.
Das Leitungswasser ist prinzipiell gefahrlos zu genießen, wer auf "Nummer sicher" gehen möchte, hält sich aber besser an abgefülltes Mineralwasser bzw. kocht das Leitungswasser ab.

 
Medizinische Versorgung

Eine spezielle Gesundheitsvorsorge ist nicht erforderlich. Die Grundversorgung kann jedoch nicht mit dem Standard westeuropäischer Länder verglichen werden. Persönliche, regelmäßig einzunehmende Medikamente sollten mitgenommen werden. Der Abschluss einer Auslandskranken- und Unfallversicherung ist zu empfehlen, da mit Bulgarien kein Sozialversicherungsabkommen besteht und die Kosten für Behandlungen vor Ort erst einmal privat zu bezahlen sind.

 

1.8 Botschaften und Konsulate

 
Botschaft der Republik Bulgarien
Adresse: Mauerstraße 11, 10117 Berlin
Telefon: 030 2010922-26
Fax: 030 2086838
E-Mail: xi6xn6xf6xo6xØ6xb6xo6xt6xs6xc6xh6xa6xf6xt6x-6xb6xu6xl6xg6xa6xr6xi6xe6xn6x.6xd6xe6
Website: www.botschaft-bulgarien.de
Bürozeiten: Mo – Fr 08.30 – 12.00 Uhr, 13.30 – 17.30 Uhr

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland

Adresse: Ulica Frederic-Jolio-Curie 25, 1113 Sofia, Bulgarien
Postadresse: Botschaft der Bundesrepublik Deutschland, Postfach 869, 1000 Sofia, Bulgarien.
Telefon: +359 2 918380,
Fax: +359 2 963-1658, -4117 (Visastelle)
E-Mail: mr5me5mg5m15mØ5ms5mo5mf5mi5m.5md5mi5mp5ml5mo5m.5md5me5
Website: www.sofia.diplo.de
 

Die Adressen sämtlicher Konsulate und der Außenstellen können unter www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laender/Bulgarien.html bei Vertretungen Bulgariens und Deutschen Vertretungen abgerufen werden.

1.9 Wichtige Telefonnummern

 
Notrufnummern:

Feuerwehr: 160, Polizei: 166, Erste Hilfe: 150, Dringende medizinische Hilfe: 150, Pannenhilfe: 1286
Telefonauskunft: 144
Landesvorwahl von Deutschland nach Bulgarien: +359
Landesvorwahl von Bulgarien nach Deutschland: +49

 

Nutzbarkeit deutsche Mobiltelefone

GSM 900/1800 Mobilfunknetz. Hauptanbieter die auch mit den meisten deutschen Anbietern Roaming-Verträge haben: Cosmo Bulgaria Mobile EAD (GLOBUL) und Mobiltel EAD (M-Tel BG). Genauere Informationen können unter www.gsmworld.com/roaming/gsminfo/cou_bg.shtml abgerufen werden

 

2. Reiseinformationen

 

2.1 Tourismus

Bulgarien ist touristisch gut entwickelt. Nach der Wende hat man sich des ungeheuren kulturellen Potential erinnert und vieles touristisch erschlossen. In Bulgarien gibt es ca. 40 000 Kulturdenkmäler aus verschiedenen historischen Epochen, 36 Kulturreservate und rund 300 Museen und Galerien.

Gerade die Zeugnisse der alten thrakischen Zivilisation sind dabei zu erwähnen, bemerkenswerte Grabmäler mit wertvollen Wandmalereien und Gegenständen der materiellen Kultur. Die sensationellen Entdeckungen von Siedlungen und Gegenständen aus der Antike dauern weiter an und beinahe jedes Jahr werden neue Kulturschätze geborgen. Zentraler Bestandteil des Kulturtourismus ist auch der jährliche Kulturkalender mit angesehenen internationalen und nationalen Festivals und Festspielen.

Auch religiös-kulturell hat Bulgarien eine Menge zu bieten. Auf dem bulgarischen Territorium sind mehr als 160 orthodoxe Klöster und Kultstätten anderer Religionen erhalten. Als Beispiel sei an dieser Stelle das Backovo-Kloster (Backovo-Manastir) genannt. Auf das bekannteste Kloster, Rila, wird im Abschnitt über das UNESCO-Weltkulturerbe genauer eingegangen. Bulgariens zweitbedeutendstes – doch keineswegs zweitrangiges – Kloster, Backovo, wurde 1083 von den georgischen Brüdern Bakuriani gegründet. Es wurde etwa 30 km südlich von Plowdiw in einer grünen Hügellandschaft errichtet und ist nach wie vor von Mönchen bewohnt. Auch dieser Konvent musste nach Verwüstungen mehrfach instand gesetzt werden. Er besteht aus einzelnen Gebäuden, die sich um zwei verschieden große, blumengeschmückte Innenhöfe versammeln und war dank seines Landbesitzes einmal weitgehend unabhängig. Erst im 14. Jahrhundert gelangte die Abtei endgültig in die Hand der bulgarischen Kirche.

Bulgarien ist auch auf Grund seiner erhaltenen Folklore und der einmaligen Atmosphäre in den Dörfern und Architekturreservaten, mit den traditionellen Handwerkskünsten, der schmackhaften Küche und der sprichwörtlichen Gastfreundschaft ein attraktives Reiseziel für ausländische Touristen.

Die Hauptstadt Bulgariens ist als politisches, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum des Landes, natürlich auch touristisch von besonderem Interesse. Sofia hat eine wechselvolle Geschichte erlebt. Von den thrakischen Serden im 5. Jahrhundert v. Chr. als „Serdica“ gegründet, wurde sie mehrmals von den Römern und anderen fremden Völkern erobert und zerstört. Heute kämpft die Stadt gegen die typischen Probleme einer modernen Metropole: Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot und Verkehrschaos. Dennoch wartet Sofia dank seines reichen kulturellen Erbes auch mit vielen reizvollen Zügen auf. Zu erwähnen wären da die schöne Innenstadt, mit ihren Monumenten, Grünflächen, internationalen Restaurants und Straßencafés. Außerdem gibt es ein vielseitiges Kulturangebot mit Museen und Galerien, in denen neben der klassischen Moderne auch die Avantgarde zu Hause ist; daneben großartige Konzert-, Opern- und Theateraufführungen, sowie die weltberühmten Chöre. Als Naherholungsgebiet wird das Witosha-Gebirge genutzt.

Die Gebirge Bulgariens können generell stellvertretend für das große naturräumliche Potential des Landes angesprochen werden. Das Gebiet der Mittleren Rhodopen ist reich an Naturreservaten und Sehenswürdigkeiten, die nicht nur für Touristen interessant sind, sondern auch von vielen Wissenschaftlern besucht werden. In den meisten Reservaten sind uralte Kiefern-, Fichten-, Tannen- und Buchenwälder erhalten geblieben, wobei einzelne Bäume bis zu zweihundert Jahre alt sind. Die einmalige Landschaft der Reservate zeichnet sich durch große Anhöhen, enge Schluchten und steile Hänge aus.

Für Strand- und Erholungsurlauber bietet sich die Schwarzmeerküste an. Dort befinden sich schöne Strände, aufgelockert durch ruhige Buchten und romantische Küstenorte. Als Beispiel sei hier nur der 3,5 Kilometer lange und bis zu hundert Metern breite Strand Slatni Pjassazi (Goldener Sand) erwähnt, der sich durch feinen, goldschimmernden Sand, von dem sich auch der Name ableitet, auszeichnet. Von Mai bis Oktober scheint hier (fast) garantiert die Sonne. Die Sommer sind lang und warm, mit Temperaturen bis zu 37°C in der Hochsaison. Dabei weht jedoch ständig eine milde, erfrischende Brise vom Meer her. Auch die Wassertemperaturen sind mit 24°C im Juli und August sehr angenehm.

 

2.2 Tourismus-Informationen

In jeder größeren Stadt und den Seebädern und Gebirgskurorten ist eine Touristeninformation zu finden. Touristen aus dem In- und Ausland können dort folgende Auskünfte bekommen: Unterkünfte, Hotel- und Ticketreservierungen, Organisation von Ausflügen, Informationen über die Gegend, Kurorte und Sehenswürdigkeiten der Region, aktuelle Touristeninformationen und Gastronomische Einrichtungen.

Informationen geben auch die 38 Touristikräte und -gesellschaften im Lande. Deren Anschriften und Telefonnummern sind, sofern vorhanden, über die jeweiligen Städte bzw. Kurorte zu bekommen. Andere Informationsquellen sind Reiseveranstalter und die Niederlassungen des Bulgarischen Touristikverbandes vor Ort. Karten und Werbebroschüren und sonstiges Informationsmaterial findet man auch in Buchhandlungen.

In den letzten Jahren sind in Bulgarien neue Karten für alle Städte, Seebäder und Gebirgskurorte gedruckt worden, die möglichst real die Wirklichkeit widerspiegeln. Auch gibt es genug Reiseführer mit Karten, wovon einige in die wichtigsten europäischen Sprachen übersetzt sind.

 

Touristinfo in Sofia
Adresse: Bul. Vitosha 1, 1040 Sofia
Telefon: +359-2-43331
Fax: +359-2-890 10 14
E-Mail: hbnhanhlnhtnhonhunhrnhØnhmnhanhinhlnh.nhtnhenhcnhhnhnnhonh-nhlnhinhnnhknh.nhcnhonhmn

 
Bulgarischer Touristenverband
Adresse: Vassil Levski-Boulevard 75, 1040 Sofia
Telefon: +359 2 9862255
Fax: +359 2 9862255
E-Mail: cc0ce0cn0ct0ce0cr0cb0ct0cs0cØ0cb0ct0cs0cb0cg0c.0co0cr0cg0
Website: www.btsbg.org
 

2.3 Links zum Thema Tourismus

 
www.bulgarien-web.de
www.bulgarien-reise.de
www.destinia.com/guide/die-welt/europa/bulgarien/1-30004-30044/main/de
www.schwarzaufweiss.de/bulgarien/bulgarien1.htm
www.bulgarienreise.com
www.travelchannel.de/reiseziele/europa/bulgarien
www.auswaertiges-amt.de - Das Auswärtige Amt
www.wetteronline.de - Reisewetter
www.viamichelin.de - Reiseroutenplanung
www.bahn.de - Deutsche Bahn
 

2.4 Verkehr

Einreise:

 

 

 

1. Bahn:
Alle aktuellen Zugverbindungen kann man sich – auf Wunsch mit allen Zwischenhaltestellen – über die Reiseauskunft der Deutschen Bahn anzeigen lassen (reiseauskunft.bahn.de/bin/query.exe/dn). Zu beachten ist, dass dabei natürlich auch Verbindungen vorgeschlagen werden, bei denen man durch Länder reist, für die ein Visum nötig ist. Man sollte also den Zuglauf beachten. Informationen zu den entsprechenden Ländern finden Sie auf traveleast.eu jeweils unter Punkt 1.5 (Einreise- und Zollbestimmungen).

 

 

 

2. Bus:
Viele größere Städte unterhalten Busverbindungen mit Sofia. Die Fahrzeit von Deutschland aus beträgt ca. 24 Stunden und die Kosten liegen bei umgerechnet etwa 70 Euro bis 100 Euro. Eurolines-Busse (Internet: www.eurolines.com) fahren von und nach Bulgarien. Fahrplan- und Tarifinformationen sind bei der Eurolines-Vertretung in Deutschland (Deutsche Touring GmbH, Adresse: Am Römerhof 17, D-60486 Frankfurt/M., Telefon: (069) 79 03 50, Fax: (069) 790 32 19, E-Mail: service@deutsche-touring.com, Website: www.deutsche-touring.com) erhältlich.

 

 

 

3. Auto:
Die nationalen Führerscheine sind in Bulgarien gültig. Es ist empfehlenswert eine Versicherung, die Bulgarien einbezieht, zu Hause oder an der Grenze abzuschließen. Auf allen öffentlichen Straßen gibt es Geschwindigkeitsbegrenzungen. Man gelangt über Griechenland (Koulata, Novo Selo), Rumänien (Ruse, Kardom, Durankulak, Silistra), Türkei (Svilengrad, Kapitan Andrikeevo), Serbien und Montenegro(Kalotina, Zlatarevo, Vrashkachuka) und die Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien (Guyeschevo) nach Bulgarien.

 

 

 

4. Schiff:
Die Donau (Internet: www.danube-river.org) verbindet Bulgarien mit den Donau-Ländern. Grenzübergänge nach Rumänien gibt es an der Donau zwischen Vidin und Calafat (Fähre) sowie Russe und Giurgiu (Brücke). Bulgariens wichtigste internationale Häfen am Schwarzen Meer sind Varna und Bourgas. Es gibt regelmäßige Fährdienste von Varna und Bourgas zum ukrainischen Ilichovsk, in die Russische Föderation und ins Mittelmeer.

 

 

 

5. Flugzeug:
Die Fluggesellschaften Balkan Air, Bulgarian Airlines, sowie einige private bulgarische Fluggesellschaften und eine Reihe von ausländischen Fluggesellschaften bedienen die vier internationalen bulgarischen Flughafen von den meisten europäischen Hauptstädten aus.

Die internationalen Flughäfen sind:
Sofia (SOF) (Internet: www.sofia-airport.bg) liegt 10 km östlich der Stadt. Linienbusse fahren tagsüber im 10-Minutentakt zum Stadtzentrum, von 21.00 bis 00.30 Uhr alle 20 Min (Fahrzeit 20 Min.). Flughafeneinrichtungen: Wechselstube (24 Std. geöffnet), Post, Duty-free-Shops, Restaurant (07.30 bis 22.00 Uhr), Apotheke, Mietwagenschalter (Hertz, Avis, Budget und Europcar) und Tourist-Information. Ein Hinweis zum Taxistand: ist ein Taxameter nicht vorhanden, sollte man den Fahrpreis vor Fahrtantritt aushandeln.
Varna (VAR) liegt 9 km außerhalb der Stadt. Linienbusverbindung in die Innenstadt fahren im 20-Minutentakt. Flughafeneinrichtungen: Taxistand, Duty-free-Shop, Bank/Wechselstube, Restaurant (06.00 bis 22.30 Uhr), Bar und Mietwagenschalter.
Bourgas (BOJ) liegt 13 km außerhalb der Stadt. Linienbusse fahren alle 20 Min. zum Stadtzentrum. Flughafeneinrichtungen: Taxistand, Duty-free-Shop, Bank/Wechselstube (24h geöffnet), Restaurant (06.00 bis 22.30 Uhr), Bar und Mietwagenschalter.
Plovdiv (PDV) (Internet: www.plovdivairport.com/) liegt 10 km südöstlich von Plovdiv.

 
Fortbewegung innerhalb des Landes:

Das Schienennetz der bulgarischen Staatsbahn BDZ (Website: www.bdz.bg) umfasst über 4.200 km. Verkehrsknotenpunkt ist Sofia. Es empfiehlt sich im Voraus zu buchen und Tickets erster Klasse zu kaufen. Nähere Auskunft erteilt das Bulgarische Fremdenverkehrsamt, Informationsbüro der Bulgarischen Eisenbahnen in Sofias Kulturpalast (Telefon: 931 11 11).

Beim Kauf eines Rückfahrscheins wird ein Rabatt von 10 % (auf manchen Strecken bis 20 %) auf den regulären Preis gewährt. Studenten und Jugendliche erhalten 50 % Ermäßigung auf Zugfahrkarten, wenn sie über den Student-Railpass bzw. Jugend-Railpass verfügen.

Kinder zwischen 7 und 10 Jahren erhalten 50 % Ermäßigung, wenn sie einen Kinder Railpass haben. Rentner (Frauen über 57 Jahre, Männer über 62 Jahre) erhalten 50 % Ermäßigungen auf Fahrkarten bei Vorlage ihres Personalausweises. Die Railcard "O" ermöglicht Bahnreisen mit 50 % Ermäßigung in Bulgarien und ist ein Jahr gültig.

Bulgarien hat ein gutes Straßennetz, das über 18.000 km umfasst. Fahrer von Pkw, Motorrädern, Gespannen und Wohnmobilen müssen für die Autobahnen und die Fernstraßen eine Vignette kaufen. Die Vignette ist an allen Grenzübergängen erhältlich, als 7-Tages-Vignette, als Monats-Vignette und als Jahres-Vignette (1. Januar des Ausgabejahres bis 31. Januar des folgenden Jahres). An Tankstellen muss bar in Lewa bezahlt werden. Alle Kraftstoffarten sind an den Tankstellen in den Städten und entlang der Autobahnen erhältlich. Bei Balkantourist ist ein kostenloses Verzeichnis aller bulgarischen Tankstellen erhältlich. Busse, die nationale und internationale Strecken bedienen, fahren von Terminals ab, die zumeist bei den Hauptbahnhöfen in den Großstädten liegen. Taxisgibt es in allen Städten, auch für Überlandfahrten. Sie stehen in Taxiständen vor Hotels und können telefonisch bestellt werden. Staatliche Taxis haben Taxameter, private Taxis nicht. Alle Taxis im Land sind gelb. Der Tagtarif gilt von 06.00 bis 22.00 Uhr, der Nachttarif von 22.00 bis 06.00 Uhr. Internationale und nationale Mietwagenfirmen sind in größeren Städten und Urlaubsresorts vertreten.

Um ein Kraftfahrzeug in Bulgarien zu führen benötigt man einige Unterlagen. Bei Kurzbesuchen und für EU-Bürger ist der nationale Führerschein ausreichend, dennoch wird das Mitführen eines internationalen Führerscheins empfohlen. Als Versicherungsnachweis gilt für Staatsangehörige der EU- und EFTA-Länder das Autokennzeichen, doch auch hier wird empfohlen die internationale Grüne Versicherungskarte mitzunehmen um bei eventuellen Schadensfällen in den Genuss des vollen Versicherungsschutzes zu kommen. Ansonsten gilt der gesetzlich vorgeschriebene minimale Haftpflicht-Versicherungsschutz. Außerdem kann die Grüne Karte die Unfallaufnahme erleichtern.

Es gelten folgende Verkehrsbestimmungen:

  • Promillegrenze: 0,5 ‰.
  • Während der Fahrt ist das Telefonieren nur über eine Freisprechanlage erlaubt. Bei Verstoß müssen Strafmandate sofort bezahlt werden. Es besteht Anschnallpflicht.
  • Autofahrer müssen von 1. November bis 1. März des Folgejahres auch tagsüber mit Tagfahr- oder Abblendlicht fahren. Diese Pflicht besteht sowohl innerhalb als auch außerhalb von Ortschaften.
  • Geschwindigkeitsbegrenzungen: in geschlossenen Ortschaften 50 km/h, außerhalb von Ortschaften 90 km/h und auf Autobahnen 130 km/h.

Sofias Nahverkehrsnetz umfasst Busse, eine Straßenbahn, eine U-Bahn und Oberleitungsbusse. Die U-Bahnen fahren täglich zwischen 05:30 und 00:00 Uhr. Es gelten Einheitstarife, die Tickets müssen vor Fahrtantritt gekauft werden. In allen größeren Städten stehen Busse und Taxis zur Verfügung. In Plowdiw und Varna gibt es auch Oberleitungsbusse.

 

2.5 Unterkünfte

 

Bulgarien ist ein gut erschlossenes Touristikland, daher bietet es auch Übernachtungsmöglichkeiten, die den unterschiedlichsten Ansprüchen gerecht werden.

Für die teuren Hotels sollte telefonisch, per Fax oder E-Mail eine Reservierung vorgenommen werden. Viele ausländische Reisebüros und bulgarische Vertretungen bieten solche Dienstleistungen an. Die Preise variieren je nach Kategorie, Saison und der Lage in der Nähe von Seebädern und Gebirgskurorten bzw. Kulturdenkmälern und großen Ortschaften. In der Regel sind die Hotels der großen, weltweit verbreiteten Hotelketten Sheraton und Hilton die teuersten. In letzter Zeit entstanden in Bulgarien auch zahlreiche kleine Privathotels, die den Touristen gute Unterkünfte bieten. Darüber hinaus gibt es noch Motels und Bungalows in der Nähe von Städten sowie Campingplätze. Erstere sind relativ teuer, während letztere hingegen eher preiswert sind. Ganz besonders viele Campingplätze sind entlang der Schwarzmeerküste zu finden. Ihre Preise sind saisonabhängig.

Eine ungefähre Orientierung in Bezug auf die Übernachtungspreise gibt folgende Aufstellung:

  • 5 Sterne ca. 180 Euro / Doppelzimmer, ca. 150 Euro / Einzelzimmer
  • 4 Sterne ca. 110 Euro / Doppelzimmer, ca. 90 Euro / Einzelzimmer
  • 3 Sterne ca. 70 Euro / Doppelzimmer, ca. 50 Euro / Einzelzimmer
  • 2 Sterne ca. 30 Euro / Doppelzimmer, ca. 15 Euro / Einzelzimmer
  • 1 Stern ca. 20 Euro / Doppelzimmer, ca. 12 Euro / Einzelzimmer

Außerhalb der Hauptsaison fallen in der Regel die Preise. Die meisten Hotels bieten ein im Preis enthaltenes Frühstück; auch Absprachen zu Halb- und Vollpension können getroffen werden, wobei oft der Einzelpreis für eine Übernachtung niedriger wird.

An der Küste sind besonders in der Sommersaison Übernachtungen in Privatquartieren beliebt. Ein gutes Quartier kostet für Ausländer ca. 12 Euro, einschließlich Zimmer mit eigenem Bad und WC und zwei Betten. Private Zimmer werden über Zimmervermietungszentralen in den Seebädern und größeren Städten vermittelt.

Weniger anspruchsvolle, dafür aber preisbewusste Touristen können auf die zahlreichen Touristenherbergen, Bergbauden und Jungendherbergen zurückgreifen. Die Bedingungen dort sind halbwegs anständig. Für die Bauden und Jugendherbergen müssen nicht unbedingt Schlafsäcke und leichte Matratzen mitgeführt werden, in den Touristenherbergen ist dies allerdings notwendig.

 

2.6 Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken

 
Einkaufsmöglichkeiten

Bulgarien ist als Einkaufsort durchaus lohnenswert. Selbst kleinere Läden haben schöne Waren im Angebot. Günstig zu kaufen sind vor allem Töpferwaren, Porzellan, Lederwaren und Pelzkleidung.

Die Hauptstadt Sofia gilt in Bulgarien als die Einkaufsmetropole schlechthin. Ein Besuch im CUM, dem größten Warenhaus der Stadt, ist schon fast ein touristisches Muss. Das Gebäude wurde 1999 renoviert und gilt seitdem wieder als das Wahrzeichen des Handels in Bulgarien. Die Waren hier sind allerdings so „exklusiv“, dass sie für die wenigsten Bulgaren erschwinglich sind. Außerhalb des Stadtzentrums haben sich Basare gebildet, auf denen jeder fündig wird. Der Freiluft-Kunsthandwerkermarkt erfreut sich besonderer Popularität. Dort sollten sich diejenigen umsehen, die auf der Suche nach Modeschmuck, Gemälden und Antiquitäten sind.

Wer noch mehr Kunsthandwerk sehen möchte, sollte die Augen auch nach den sogenannten „Charsija“, Bulgariens typischen Werkstattläden, offen halten. Diese Läden gibt es nicht nur in Sofia, sondern z. B. auch in Plowdiw, Nessebar, Sozopol und Gabrovo. In ihnen findet man neben Silber- und Goldschmuck, Keramik, Teppichen und Decken auch Reproduktionen alter Ikonen. In Varna an der Schwarzmeerküste gibt es die Möglichkeit Kleidung und Schuhe zu Schnäppchenpreisen zu erstehen. Weitere typisch bulgarische Souvenirs sind außerdem Rosenöl, Honig, Wein und Schnaps, die meist günstig in kleinen Läden oder auf lokalen Bauernmärkten angeboten werden.

Bulgarische Gastronomie

Lebensmittel werden sowohl in den entsprechenden Läden als auch auf dem Markt verkauft. Besonders schmackhaft sind Obst und Gemüse, die in Bulgarien direkt geerntet werden. Sie sollten vor dem probieren nach dem Kauf auf dem Markt natürlich gut unter fließendem Wasser abgespült werden.

Bisher hat die bulgarische Küche noch keinen hohen Bekanntheitsgrad erreicht. Die Landesküche unterscheidet sich nicht wesentlich von der traditionellen europäischen Küche, besondere Ähnlichkeit besteht mit der griechischen. Hauptzutaten der alten bulgarischen Küche sind Bohnen, Joghurt und frische Milch, Schafskäse, Tomaten, Paprikaschoten und Zwiebeln, Äpfel, Melonen und Weintrauben. Sämtliche Fleischsorten aus kommerzieller Tierhaltung kommen zum Einsatz, Süß- und Salzwasserfisch, selten Wild. Brot mit Salz und Gewürzen gehört in Bulgarien zu jeder Mahlzeit dazu und Gäste werden mit Brot und Salz willkommen geheißen. Die bulgarische Küche ist verhältnismäßig mild, nur selten werden sehr scharfe, salzige oder saure Gerichte angeboten.

Besondere Landesgerichte sind z. B. Fleischgerichte wie Kebaptscheta, das sind Hackfleischröllchen, Banska kavyrma, Fleisch und Gemüse, dass in einem Keramiktopf zusammen geschmort wird, Rodopsko cheverme, über offenem Feuer auf einem Rost gegrilltes Lammfleisch, aber auch Bouletten, Schaschlik, Kotelett und Lukanka, eine typisch bulgarische Dauerwurst. Außerdem gibt es eine ganze Reihe vegetarischer Gerichte wie Tarator, eine Suppe aus Joghurt, Gurken, Knoblauch und gemahlenen Nüssen, die mit Eis serviert wird, thrakischer Katmi, eine besondere Art von Pfannkuchen, Dobrudzhanska Supa, eine Suppe aus Fischen der Donau mit Miesmuscheln, Schafskäse nach Schopenart, panierten Schnittkäse, weiße Bohnen nach Klosterart, Baniza, ein Blätterteiggebäck mit unterschiedlicher Füllung, käsegefüllte Paprikaschoten, russischen Salat, Auberginenpüree, Shopska Salat und Karamellpudding. Und dann wäre da selbstverständlich noch der weltweit bekannte bulgarische Joghurt aus Kuh-, Schafs- und Büffelmilch zu nennen, den es in den vielfältigsten Geschmacksrichtungen und mit mehr oder weniger Fettgehalt gibt. Die Mikroorganismen, die die Milch in dieses Genussmittel verwandeln, heißen auch nicht von ungefähr Bacterium bulgaricum (Grigoroff). Dementsprechend gehört Joghurt auch neben Rosenöl und Wein zu den gefragtesten Exportartikeln Bulgariens.

Zum Essen trinkt man außer Wein auch gerne ein Glas Slibowitz, einen hochprozentigen Pflaumenschnaps. Eine weitere alkoholische Spezialität heißt Mastika, ein Getränk auf Basis von Anis, das wie der griechische Ouzo schmeckt. Die besten bulgarischen Schnapssorten werden in der Volksheilkunde sogar als Arzneimittel verwendet. Viel getrunken werden auch Säfte ohne Konservierungsstoffe, hergestellt von bulgarischen und ausländischen Firmen nach europäischem Standard. Tee und Kaffee bekommt man überall, mancherorts wird sogar „Bosa“ angeboten, ein arabisches, ursprünglich aus Hirse hergestelltes Getränk, das die Bulgaren sehr gerne trinken. Natürlich werden auch viele nationale und internationale Biersorten und Softdrinks angeboten. Alle Alkoholflaschen sollten eine unversehrte Banderole haben. Damit kann man auch sicher gehen, dass man nichts „Gepanschtes“ zu sich nimmt.

Essen und Trinken sind in Bulgarien eine relativ günstige Angelegenheit und das sogar in den nobelsten Restaurants des Landes. So gibt man selbst für ein Menü mit fünf Gängen selten mehr als 10 Euro pro Person aus, Getränke sind darin nicht enthalten. Gibt man sich mit weniger zufrieden, so kann man auch schon für ein paar Euro satt werden. Alkoholische oder alkoholfreie Getränke kosten meist weniger als 1 Euro.

Genauso viel Zeit wie die Zubereitung der bulgarischen Gerichte in Anspruch nimmt, nehmen sich dann auch die Gäste, um ihre Mahlzeit zu genießen. Die Bulgaren sind sehr gesellig und bleiben gerne lange am Tisch sitzen. Die Küche wird auch tagsüber nie geschlossen. So herrscht den ganzen Tag über ein reges Treiben um die Töpfe in Bulgarien.

Knabberzeug ist an vielen kleinen Kiosken zu finden, außerdem zahlreiche Sorten Nüsse, Popcorn und getrocknetes, kandiertes oder mit Schokolade überzogenes Obst.

2.7 Links: Weitere Informationen

 
de.wikipedia.org/wiki/Bulgarien
www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laender/Bulgarien.html
www.bulgarien-web.de
www.bulgarien-reise.de
www.bulgarienreise.com
www.travelchannel.de/reiseziele/europa/bulgarien
www.bulgarien.info
de.zonebulgaria.com
 

3. Jugendarbeit

 

3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik

 

Die für die Staatspolitik im Bereich der Jugend zuständigen Institutionen sind die Staatliche Agentur für Jugend und Sport, das Ministerium für Ausbildung und Wissenschaft und das Ministerium für Arbeit und Sozialpolitik.

Die Staatliche Agentur für Jugend und Sport ist ein Spezialorgan zur Koordination der Staatspolitik im Bereich des Sportes, der Jugendtätigkeit und der Probleme von Kindern. Die Agentur entwickelt Programme, die schwerpunktmäßig an Jugendliche gerichtet sind und koordiniert und administriert ihre Erfüllung.

Das Ministerium für Ausbildung und Wissenschaft ist für die Ausbildungspolitik der jungen Menschen in Bulgarien zuständig, außerdem fördert es die Entwicklung der Wissenschaft.

Die Kompetenzen des Ministeriums für Arbeit und Sozialpolitik liegen auf dem Sektor der Beschäftigungspolitik. Zum System des Ministeriums gehören auch die so genannten Beschäftigungsbüros (ähnlich deutschen Arbeitsämtern), die aktuelle Informationen über freie Arbeitsplätze, Berufsqualifizierung und Umqualifizierung geben. Es wurden auch spezielle Dienstleistungen für Studierende aufgebaut.

Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte

Von 1991 bis 1997 war die politische Situation instabil und die Vereinigung der bulgarischen Jugend fast unmöglich. Seit 1997 gibt es aber in Bulgarien einen nationalen und einen regionalen Jugendrat.

Der nationale Jugendrat NMS fungiert als Raum für Austausch von Ideen und Informationen im Bereich der Jugend. Die Gründung war ein Ergebnis der Zusammenarbeit der bedeutendsten politischen und anderen Jugend- und Studentenorganisationen in Bulgarien. Die Ziele, die sich der nationale Jugendrat gesetzt hat, sind die Partnerschaft mit internationalen Organisationen und Institutionen im Namen der Jugendlichen Bulgariens. Der nationale Jugendrat sorgt für die notwendige Koordination, den Informationsaustausch und die optimale Zusammenarbeit zwischen den bulgarischen Jugendverbänden zur Erfüllung ihrer Ziele und arbeitet für eine erhöhte Anerkennung, einen besseren sozialen Status und bessere Entfaltungsmöglichkeiten der bulgarischen Jugend. Als Nichtregierungsorganisation gründet er sich auf den Grundprinzipien Aufgeschlossenheit, Demokratie und maximale Übereinstimmung der Jugendorganisationen.

Der regionale Jugendrat vereinigt die regionalen Jugendorganisationen innerhalb der Gemeinden.

Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen

Die nationale Jugendpolitik erfolgt durch die Zusammenarbeit zwischen den Staatsorganen und den Nichtregierungsorganisationen, während die regionale Jugendpolitik von den Gemeindevertretungen in Kooperation mit den regionalen Jugendorganisationen stattfindet.

Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte

Kinder- und Jugendpolitik ist ein Schwerpunkt der Regierungspolitik. Die Hauptbereiche der bulgarischen Jugendpolitik sind Ausbildung, Freizeitgestaltung, die Beschäftigung und Qualifizierung der SchülerInnen und Studierenden, die Institutionsentwicklung, die bürgerliche Kontrolle, die regionale Jugendpolitik, Probleme der Familie, die Arbeit mit Randgruppen, schöpferische Tätigkeiten von Kindern und die kulturelle Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.

2002 wurde erstmals ein Jugendbericht erstellt, der zukünftig jährlich vorliegen soll. Zuständig für die Erstellung des Jugendberichts ist der Ministerrat.

Für den Zeitraum 2003 bis 2007 wurde erstmals eine Strategie der Nationalen Jugendpolitik verabschiedet, basierend auf der European Charter über die Beteiligung junger Menschen und das Weißbuch Jugend der Europäischen Kommission. An der Erarbeitung der Nationalen Jugendpolitik waren sowohl Regierungsvertreter als auch Vertreter aus Nichtregierungsorganisationen beteiligt. Die Zielsetzungen der Nationalen Jugendpolitik schließen die Unter-18-Jährigen und die Gruppe der 18- bis 35-Jährigen ein.

Die Ziele des Jugendprogramms der Regierung sind:

  • Entwicklung einer Informationspolitik für alle jungen BulgarInnen,
  • Schaffung von Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendliche
  • Abgleichen der Ausbildung mit den realen Bedürfnissen junger Leute,
  • Schaffung von Bedingungen für physische Aktivitäten und Sport bei jungen Leuten,
  • Förderung einer gesunden Lebensweise unter jungen Leuten,
  • Förderung der Jugendmobilität,
  • Förderung der schulischen und außerschulischen Bildung
  • Schaffung von mehr Beschäftigungsmöglichkeiten für Jugendliche
  • Einbeziehen benachteiligter Kinder und Jugendlicher
  • Schaffung eines Systems zur Talententdeckung und -entwicklung eines jeden Kindes und Begabtenförderung.

Aktionsprogramme

Das Programm „Sportliche Ferien“ des Ministeriums für Jugend und Sport zielt auf die Entwicklung von guten Bedingungen für die physischen Aktivitäten und Sport junger Leute, sowie die Förderung einer gesunden Lebensweise ab. Eine Vielzahl von Organisationen (Sportvereine etc.) im ganzen Land arbeitet extra für die SchülerInnen in den Ferien kostenlos, indem das Ministerium die Kosten z. B. für die TrainerInnen der Jugendlichen trägt.

Ministerium für Jugend und Sport der Republik Bulgarien
Adresse: Vassil Levski Blvd. 75, 1040 Sofia, Bulgarien
Telefon:+359 2 9300555
Fax: +359 2 9884795
E-Mail: 9i09n09f09o09Ø09m09m09s09.09g09o09v09e09r09n09m09e09n09t09.09b09g0
Website: www.youthsport.bg

 

Bulgarische Nationalagentur für das Jugend-Programm der EU
Adresse: Vassil Levski Blvd. 75, 1040 Sofia, Bulgarien
Telefon:+359 2 9817577
Fax: +359 2 9818360
E-Mail: tymtomtumttmthmtØmtmmtmmtsmt.mtgmtomtvmtemtrmtnmtmmtemtnmttmt.mtbmtgm
Website: www.youthprog.bg

Europäisches Informationsnetz Eurodesk
Adresse: Vassil Levski Blvd. 75, 1040 Sofia, Bulgarien
Telefon:+359 2 9817577
Fax: +359 2 9818360
E-Mail: eb0eg0e00e00e10eØ0ee0eu0er0eo0ed0ee0es0ek0e.0eo0er0eg0
Website:www.eurodesk.org

Nationaler Kinderschutzrat
Adresse: Triaditza str. 2, 1051 Sofia, Bulgarien
Telefon:+359 2 9339050
Fax: +359 2 9802415
E-Mail: qs1qa1qc1qp1qØ1qs1qa1qc1qp1q.1qg1qo1qv1qe1qr1qn1qm1qe1qn1qt1q.1qb1qg1
Website:www.sacp.government.bg

Kommission zur Bekämpfung anti-sozialen Verhaltens von Minderjährigen
Adresse: Graf Ignatiev str. 10a, 6. Stock, 1000 Sofia, Bulgarien
Telefon: +359 2 9811133

 

3.2 Jugendschutz, kinder- und jugendrelevante Gesetze, altersbezogene gesetzliche Bestimmungen

 

In der bulgarischen Verfassung sind die Grundlagen des Status von Kindern und Jugendlichen festgeschrieben. Das Grundgesetz erklärt die Kinder zu vom Staat und der Gesellschaft zu schützenden Personen.

Im folgenden wird die Situation aus der Sichtweise der bulgarischen Regierung beschrieben. Ziel der Gesetzgebung ist es, günstige Voraussetzungen für die Geburt und die Erziehung neuer Generationen zu schaffen sowie den Aufbau der Familie zu fördern und zu unterstützen. Eheliche und uneheliche Kinder sind gleichgestellt.

Den Kindern eine Umgebung zu bieten in der sie wohlbehalten aufwachsen können, der Schutz und die Erziehung der Kinder bis zu ihrer Volljährigkeit sind Recht und Pflicht der Eltern und wird vom Staat unterstützt. Es gibt konkrete Rechte für Frauen, die gute Bedingungen für die Mutterschaft garantieren, zum Beispiel die Befreiung von staatlichen Gebühren, die Anerkennung der Erziehungszeiten eines Kindes bis zu drei Jahren als Dienstjahre und eine zusätzliche Sozialhilfe in der Höhe eines Mindestgehalts für allein erziehende Mütter mit Kindern bis zwei Jahre.

Der Gesetzgeber hat zum Schutz der Rechte von Kindern und Eltern ein System aufgebaut. Falls es gesetzlich bewiesen ist, dass sich die Eltern nicht um ihr Kind kümmern oder dass das Kind durch ihre Erziehung zu Schaden kommt, wird die Erziehung des Kindes speziellen Sozialeinrichtungen übergeben. Der Staat kümmert sich darum, dass auch elternlose Kinder in einer angemessenen Umgebung aufwachsen können.

Der Status von Kindern und Jugendlichen wird hauptsächlich durch Gesetze aus dem Familiengesetzbuch, dem Gesetz zu Personen und Familie, dem Gesetz zu den Pflichten und Aufgaben, dem Arbeitsgesetzbuch und dem Gesetz zur Bekämpfung der antisozialen Handlungen von Minderjährigen und Nichtvolljährigengeregelt.

Das Familiengesetzbuch fixiert die Grundrechte des Kindes und regelt Fragen der Adoption und Vormundschaft. Das Gesetz zu Personen und Familie behandelt die Rechtsfähigkeit von Personen. Das Arbeitsgesetzbuch bestimmt die Möglichkeiten zu Arbeitsrechtverhältnissen, an denen Jugendliche beteiligt sind. Das Gesetz zur Bekämpfung antisozialer Handlungen von Minderjährigen und Nichtvolljährigen sichert die Entwicklung und Erziehung von schwererziehbaren Kindern. In Bulgarien wird nach einer Jugendpolitik gestrebt, welche die Wohlfahrt und die soziale Sicherheit der Kinder und Jugendlichen garantiert.

 

Alle Personen in Bulgarien sind seit dem Moment ihrer Geburt Rechtsträger. Man unterscheidet allerdings, in Abhängigkeit davon, ob sie die Möglichkeit haben ihre Rechte und Pflichten selbstständig auszuüben, drei Altersgruppen:

  • Minderjährige: Kinder unter 14 Jahre,
  • Nichtvolljährige: Jugendliche von 14 bis 18 Jahren,
  • Volljährige: Personen über 18 Jahre.

Kinder, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sind nicht rechtsfähig. Ihre Eltern sind für alle Rechtsangelegenheiten zuständig. Sie verpflichten sich, für das Eigentum und für die Persönlichkeit der Minderjährigen zu sorgen.

Jugendliche von 14 bis 18 Jahren sind begrenzt rechtsfähig. Die Nichtvolljährigen brauchen bei ihren Rechtshandlungen allerdings die Unterstützung seitens der Vormundschaft. Die Geschäftsabschlüsse, die sie tätigen können, sind kleine Geschäfte zur Befriedigung der primären Bedürfnisse. Eine Eheschließung ist ab 16 Jahren möglich. Die Jugendlichen von 14 bis 18 Jahren besitzen eine Rechtsverantwortung.

Die gesetzlich geregelte Arbeitsfähigkeit tritt mit dem 16. Lebensjahr in Kraft. Es besteht kein Alkohol- und Zigarettenverbot für Minderjährige. Nichtvolljährige müssen um 22.00 Uhr Bars oder Restaurants verlassen.
Mit dem Vollenden des 18. Lebensjahres wird eine Person als volljährig und rechtsfähig betrachtet. Sie besitzt politische Rechte und darf an den Wahlen teilnehmen.

Ist Kindern und Jugendlichen der Aufenthalt an öffentlichen Plätzen (Straßen, Parks) ohne Begleitung Erwachsener gestattet?

Ab welchem Alter?

Diesen Fragen wird im „Child Protection Act“, in der „Ordinance for Specialized protection of children at public places“ und in lokalen Regeln in verschieden Gemeinden nachgegangen. Die Gemeinden können eine „Sperrstundenregelung“ erlassen, nach der Kinder sich nicht an öffentlichen Orten ohne ihre Eltern oder andere Erwachsenen aufhalten dürfen.

Art. 8(3): Eltern müssen ihre Kinder begleiten oder müssen für eine kompetente Person, die über 18 Jahre alt ist, als Begleitung für Kinder unter 14 Jahren an öffentlichen Orten nach 22 Uhr sorgen.
Öffentliche Orte sind „Orte, die für jeden allgemein zugänglich sind, wie öffentliche Verkehrsmittel, Restaurants, Märkte, Sport- und Freizeitzentren, Kinos, Theater, Stadien etc.“

Ist Kindern und Jugendlichen der Aufenthalt an jugendgefährdenden Orten (z. B. Orte, an denen sich Prostituierte aufhalten) gestattet?

Welche Orte gelten als jugendgefährdend?

Art. 6: Kindern ist der Aufenthalt an öffentlichen Orten mit erotischen oder pornographischen Merkmalen, in Spielhallen oder Kasinos nicht erlaubt.

Ist Kindern und Jugendlichen der Aufenthalt in Gaststätten, Restaurants (evtl. in Begleitung Erwachsener) gestattet?

Ab welchem Alter?

Es gilt die selbe Regelung wie beim Aufenthalt an öffentlichen Plätzen.

Ist Kindern und Jugendlichen der Aufenthalt in Nachtbars, Nachtklubs oder vergleichbaren Vergnügungsorten gestattet?

Nein.

Ist Kindern und Jugendlichen die Anwesenheit bei Tanzveranstaltungen gestattet?

Ab welchem Alter?

Für Jugendliche unter 18 Jahren gilt 22 Uhr als Begrenzung. Es gibt so genannte Kinderdiskos von 19 bis 21 Uhr.

Ist Kindern und Jugendlichen der Genuss von Branntwein oder ähnlichen hochprozentigen Getränken gestattet?

Ab welchem Alter? Ist die Abgabe eingeschränkt?

Ist der Genuss anderer alkoholischer Getränke (Wein, Bier etc.) Kinder und Jugendlichen gestattet?

Ab welchem Alter? Ist die Abgabe eingeschränkt?

Gemäß dem „National Health Act“ (Art. 56) ist der Verkauf von Alkohol an Jugendliche verboten. Gemäß Strafgesetzbuch (Art. 193) wird jeder bestraft, der Alkohol an Kinder unter 18 Jahren verkauft.

Welche Beschränkungen gibt es beim Besuch öffentlicher Filmveranstaltungen?

Welche Altersabstufungen gibt es?

Es gibt eine „Ordinance“ und die Allgemeinen Regeln der Gemeinde (Municipalities General Rules). Die Altersbeschränkungen von Filmen sind ab 12 und ab 18 Jahren.

Ist Kindern und Jugendlichen der Besuch öffentlicher Spielhallen gestattet?

Nein.

Ist Kindern und Jugendlichen das Rauchen in der Öffentlichkeit gestattet?

Ab welchem Alter?

Gemäß Art. 59 des „National Health Act“ ist der Verkauf von Zigaretten an Personen unter 18 Jahren verboten.

Welche Beschränkungen gibt es, wenn ausländische Jugendliche kurzzeitig gegen Bezahlung arbeiten wollen, um ihre Reisekasse aufzubessern?

Ab welchem Alter ist es ihnen gestattet zu arbeiten?

Gibt es die Möglichkeit der so genannten „Working Holiday“?

Die Gesetzgebung bezüglich der Beschäftigung von Minderjährigen ist sehr streng. Eine Person zwischen 16 und 18 Jahren darf erst nach Erhalt einer speziellen Erlaubnis der „Main Labour Inspection“ legal arbeiten. Die Gesetze finden sich im Arbeitsgesetz (Labour Code). Es gibt die Möglichkeit der „working holidays“, jedoch nur durch eine lizensierte Agentur oder eine Vereinbarung zwischen gewissen Organisationen.

Ist Kindern und Jugendlichen das Trampen/per Anhalter fahren gestattet?

Ab welchem Alter?

Es gibt keine Gesetzgebung zu dieser Frage.

An welche Einrichtungen können sich Kinder und Jugendliche bei auftretenden Problemen in Ihrem Land wenden?

Im Falle eines Problems kann ein Kind Hilfe bei der Polizei, den Kinderschutzdepartments des „Social Assistance Directorates“, in der staatlichen Kinderschutz Agentur, in jedem regionalen Gesundheitszentrum und einigen NGOs etc. suchen.

Welche Bestimmungen gibt es bezüglich des Mitführens von Messern, Kampfgeräten (Pfeil und Bogen, Degen etc.) und Waffen?

Welche Altersbeschränkungen gibt es?

Waffen ab 18 Jahren, jedoch ist eine spezielle Lizenz für den Besitz und die Benutzung erforderlich. (Gesetz über Kontrolle von Sprengstoffen, Feuerwaffen und Munition). An öffentlichen Orten sind keine Waffen gestattet.

Welche Bestimmungen gibt es bezüglich sexueller Kontakte zu Jugendlichen?

Welche Altersbeschränkungen gibt es?

Gemäß dem Strafgesetz wird der Geschlechtsverkehr mit Kindern unter 14 Jahren bestraft. Ebenfalls bestraft wird, wenn ein Erwachsener sexuellen Kontakt mit einer Person über 14 Jahren hat, die nicht das Charakteristikum und die Bedeutung der Tat versteht.
Quelle: Botschaft der Republik Bulgarien (7/2004)

3.3 Weitere Informationen

 

Weitere Informationen und Adressen von Jugendverbänden und Organisationen, sowie zu kinder- und jugendpolitischen Strukturen sind unter www.dija.de/ (> Länderinfos >Ländername) zu finden.

3.4 Schulsystem und Bildungswesen

 

Das bulgarische Bildungssystem hat traditionell einen guten Ruf und spielt eine sehr wichtige Rolle im bulgarischen Selbstverständnis. In den Jahren vor der Wende wurde Bildung als Mittel zur Förderung nationalen Bewusstseins genutzt. Heutzutage strebt man nach dem Aufbau eines neuen, modernen europäischen Ausbildungssystems. Noch 1990 fanden umfangreiche Reformen im Bildungswesen statt. Das Bildungsniveau ist hoch. Zunehmend werden Kindergärten eingerichtet, an denen auch Deutsch gesprochen wird. Neben „Mittelschulen“ (1.-12./13. Klasse) existiert ein zweistufiges System aus Grundschule (1.-8. Klasse) und Gymnasium (8./9.-12. Klasse). Außerdem gibt es weiterführende und berufsqualifizierende Schulen. Spezialgymnasien betreiben eine erfolgreiche Elitenförderung. Die Zahl der Studienplätze an den 41 staatlichen Hochschulen ist überwiegend durch Eingangsprüfungen reglementiert. Neben den staatlichen bestehen inzwischen auch einige private Hochschulen.

 
Schul- und Ausbildungssystem:

In Bulgarien besteht eine allgemeine Schulpflicht für Kinder ab 6 oder 7 Jahren bis zu einem Alter von 16 Jahren. Die Schulausbildung ist kostenlos, aber die Lehrmaterialien müssen selbst gekauft werden. Das Schuljahr beginnt landesweit am 15. September und endet im Mai oder Juni. Die Leistungen der Schüler werden nach dem folgendem Notensystem bewertet: exzellent (6), sehr gut (5), gut (4), ausreichend (3) und schwach (2). Die Note 1 wird nicht vergeben. Um eine Prüfung zu bestehen, muss man mindestens eine 3 haben.

Die Grundschule dauert acht Jahre und ist in zwei Etappen unterteilt: die eigentliche Grundschule (vier Jahre) und die vorgymnasiale Stufe (ebenfalls vier Jahre). In den ersten vier Jahren unterrichtet ein Lehrer alle Fächer. Der Fremdsprachenunterricht beginnt in der dritten Klasse. Ab der fünften Klasse werden alle Fächer von Fachlehrern übernommen. Die achte Klasse schließt mit Prüfungen ab, danach kann jeder Schüler einen Beruf erlernen oder ins Gymnasium gehen. Aber auch schon nach dem 6. Schuljahr können die Schüler mit zusätzlichen berufsqualifizierenden Kursen beginnen.

Anschließend an die achte Klasse gibt es die allgemeine, die spezielle und die berufsqualifizierende Sekundarstufe: Einen Abschluss, der dem deutschen Abitur ähnlich ist, erlangt man entweder nach weiteren drei bis vier Jahren in der allgemeinen Sekundarstufe, also nach der 11. Klasse, oder nach vier bis fünf Jahren (im Abschluss an die 7. oder 8. Klasse) oder in der speziellen Sekundarstufe. Dazu gehören zum Beispiel Fremdsprachengymnasien mit sehr schweren Aufnahmeprüfungen, die nach dem siebten Schuljahr besucht und nach vier Jahren abgeschlossen werden können. Diese Zeitspanne umfasst ein Vorbereitungsjahr, während dessen die gewählte Sprache mit 20 Stunden wöchentlich erlernt wird. Sämtliche Fächer in der jeweiligen Sprache werden von Gastlehrern unterrichtet. Das hohe Niveau in den Fremdsprachengymnasien bildet eine gute Basis für eine Hochschulausbildung. Die berufsqualifizierende Sekundarstufe (Technikum) dauert je nach Beruf drei oder fünf Jahre und erfordert erfolgreich bestandene Aufnahmeprüfungen nach der achten Klasse.

Man hat aber auch die Möglichkeit, nach der achten Klasse an einer zweijährigen berufsqualifizierenden technischen Ausbildung teilzunehmen.

Schüler, die 16 Jahre oder älter sind, können außerdem in den Schulen eine abendliche Ausbildung bekommen oder an der Universität ein Fernstudium durchführen.

In Bulgarien gibt es seit einigen Jahren auch die ersten Privatschulen. Die Ausbildung ist kostenpflichtig und erfolgt nach nicht so streng festgelegten Lehrplänen.

Nach weiteren geplanten Reformen wird die Schulausbildung ein Jahr länger dauern. Nach dem 12. Schuljahr wird es dann ein Pflichtabitur geben, das als Hochschulaufnahmeprüfung gelten wird. Bis zum Inkrafttreten der neuen Regelungen bleibt das alte System aber bestehen.

 

Hochschulwesen

Die Hochschulausbildung in Bulgarien ist noch recht jung. Die Geschichte der bulgarischen Universitäten folgt der Tradition der europäischen akademischen Werte.

Die Zahl der Hochschulen in Bulgarien wächst in jedem Jahr, momentan existieren mehr als 49 Hochschulen. Die Neugründungen sind ein Ergebnis der Initiative von bulgarischen und ausländischen Persönlichkeiten.

Im Hochschulsystem Bulgariens kann man zwischen unterschiedlichen Formen und Programmen wählen. Im Moment sind in Bulgarien folgende Hochschultypen vorhanden: Universitäten (auch Akademien und Institute) und Colleges (Fachhochschulen). Um für einen Studiengang zugelassen zu werden, muss man sich schwierigen Aufnahmeprüfungenunterziehen.

Die Universitäten sind Hochschulinstitutionen, die eine Palette von unterschiedlichen Studiengängen in den Geistes-, Natur-, Gesellschaftswissenschaften und auch in den technischen Bereichen anbieten. An den Universitäten kann man nach mindestens vier Jahren zunächst einen Bachelor´s Degree (BA) erwerben, nach mindesten fünf Jahren oder ein Jahr nach dem BA einen Master´s Degree (MA; entspricht unserem Magister Artium) und nach mindestens drei Jahren im Anschluss an den MA einen Doktorgrad. Die Sofioter Universität ist mit über 29.000 Studierenden die größte Hochschule Bulgariens. 1992 hat das Parlament die Existenz der Neuen bulgarischen Universität und der Amerikanischen Universität in Blagoevgrad gesetzlich besiegelt.

Spezielle Universitäten bereiten Fachleute in den Bereichen der Wissenschaft, der Kunst, des Sports und der Verteidigung vor. Die bedeutendsten Hochschulen in dieser Richtung sind die Technische Universität Sofia (15.000 Studierende), die Professor-Pantscho-Vladigerov-Akademie für Musik, die nationale Sportakademie und die Universität für Welt- und Nationalwirtschaft Sofia (20.403 Studierende).

Das Studium in den Colleges(Fachhochschulen) ist kürzer und praxisorientierter. Sie sind entweder ein Teil der Universitäten oder funktionieren selbstständig als private Institutionen. Die Ausbildung muss in diesem Fall aber auch selbst finanziert werden.

Die Militärhochschulen in Bulgarien entsprechen allen Anforderungen der Ausbildung in den Zivilhochschulen und sind mit den anderen Hochschulen konkurrenzfähig.

Nach den Reformen im Jahre 1999 zahlen Studierende eine Sozialgebühr in der Höhe von zirka 230 Lew (rund 118 Euro) pro Semester. Eine Erhöhung der Semestergebühren ist zu erwarten.

Berufsausbildung

Die Berufsausbildung (Technikum) dauert je nach Beruf drei oder fünf Jahre und erfordert eine erfolgreich bestandene Aufnahmeprüfung nach der achten Klasse.

Eine in Zusammenarbeit mit der deutschen Bundesregierung geschaffene Möglichkeit, sich beruflich auszubilden, stellen die Deutsch-bulgarischen Zentren für berufliche Aus- und Fortbildung in Plewen, Pasardschik und Stara Zagora dar. In Kurz- und Langzeitlehrgängen können sich hier Bulgaren in den Bereichen Bautechnik, Metalltechnik, und moderne Technologien fortbilden. Seit 2000 werden die Kosten für die Zentren von bulgarischer Seite getragen (Nationales Beschäftigungsamt und verschiedene Ministerien).

 

4. Natur und Kultur

 

4.1 Natur und Umwelt

 

Bulgarien ist nicht zuletzt für Naturliebhaber ein ideales Reiseziel. In Bulgarien befinden sich die höchsten unberührten Bergketten in Südosteuropa. Sie besitzen eine äußerst reiche Flora und Fauna. So trifft man hier auch noch häufig auf Tierarten die in anderen Ländern Europas, insbesondere Westeuropas, ausgestorben oder stark bedroht sind: Diverse Falkenarten, Geier, Adler, Bären, Wölfe und Rothirsche sind keine Seltenheit. Sie alle haben in der Sicherheit der Berge Rückzugsgebiete gefunden, in denen sie in Ruhe leben können. Für Touristen bieten sich in den bulgarischen Bergen Naturerlebnisse, die in den überlaufenen Alpen nicht mehr zu finden sind. Bulgariens erster Nationalpark, der Nationalpark Witosha, wurde im Jahre 1934 eröffnet. Heute ist er ein Teil der 498.000 Hektar großen Park- und Schutzgebiete. Die meisten dieser Parks sind dem Besucher frei zugänglich. Die bulgarischen Gebirge lassen alle auf ihre Kosten kommen – egal, ob Mountainbiker, Bergsteiger, Bergwanderer oder einfach Naturliebhaber. Das Land verfügt über eine große Anzahl an Nationalparks. Den Besuchern steht dort immer ein freundlicher und kundiger Führer zur Verfügung. Einige der Parks haben spezielle Naturreservate, für deren Besuch im Voraus eine Genehmigung zu beantragen ist. Auch in der Nacht können Sie Unterschlupf in den Parks finden: In kleinen Hotels, Jagdhütten oder Privatunterkünften. In den Gebirgsregionen kann man die Gastfreundschaft genießen, die hier allerorts anzutreffen ist. Bei manchen Unterkünften sollte man im voraus reservieren. In manchen Fällen ist auch das Campen in freier Natur möglich.

Auch die Schwarzmeerküste hat eine Menge Naturerlebnisse zu bieten. Empfehlenswert sind die vielen verschiedenen Bootstouren. Hier und auf der Donau können auch Kanuausflüge geplant werden.

 

4.2 Großschutzgebiete

 
Wratschanski Balkan - Nationalpark

Der Nationalpark Wratschanski Balkan – die Balkanregion von Wraza – in Nordwestbulgarien gelegen, hat mit seinen wildwuchernden Wäldern, prächtigen Felsformationen, schäumenden Wasserfällen und faszinierenden Höhlen schon die bekannten bulgarischen Schriftsteller inspiriert.

Innerhalb des Parks befindet sich das Wraza-Karst-Naturreservat (sein Name bezieht sich auf die gigantischen Karstformationen dieser Gegend), dessen Höhlen mehreren Fledermausarten einen natürlicher Unterschlupf bieten und dessen Flora mehr als 700 Pflanzenarten einschließt, einige davon so selten, dass sie gesetzlich streng geschützt sind. Manche der Höhlen sind deshalb besonders beeindruckend, weil sie ihren Namen „Ledenika“ (Die Eisige) oder „Temnata Dupka“ (Dunkles Loch) alle Ehre machen.

Slatni Pjassazi - Nationalpark

Im Jahre 1943 gegründet und später, 1981, beträchtlich erweitert, ist dieser Nationalpark einer der ältesten, aber zugleich auch einer der kleinsten in Bulgarien. Er liegt direkt nördlich von Varna. Seine geographische Lage – in einer Höhe von nur 277 Metern über dem Meeresspiegel – bewirkt, dass sich die Flora von der in anderen Parks des Landes relativ stark unterscheidet. Hier besteht die große Chance, Hasen, rote Eichhörnchen, Wildschweine, Hirsche und verschiedene Arten von Fasanen, Falken und Adlern zu sehen. Besuchenswert ist auch die archäologische und historische Stätte des Aladscha-Höhlenklosters mit den Relikten seines einstmals reichen Freskenschmucks.

Der Park bietet für Küstenurlauber ideale Voraussetzungen um täglich neue Aktivitäten auszuprobieren, weil er in der Nähe der ruhigen Seebäder St. Konstantin und Goldstrand (bulgarisch: Slatni Pjassazi/Goldener Sand) liegt, wo auch der Name des Parks herrührt. Die gleichbleibend hohe Qualität von Stränden und Meer hat den Seebädern an der nördlichen Schwarzmeerküste, wozu ebenfalls noch Albena gehört, wiederholt Auszeichnungen beschert. Außerdem weist die Region viele Heilquellen auf, weshalb man auch einige Kurzentren entlang der Küste findet.

 
Sinite Kamani - Nationalpark

Dieser Park befindet sich zwischen Sofia und Burgas – nahe der Stadt Sliwen. Unabhängig davon, dass er einer der kleinsten bulgarischen Nationalparks ist, hat er einige der interessantesten Felsformationen des Landes zu bieten. Die Besonderheit seiner Landschaft machen mehrere Hundert interessante Pflanzenarten aus. Außerdem ist der Park Heimat dreier vom Aussterben bedrohter europäischer Vogelarten: des Wanderfalken, des Langbeinbussards und des Königsadlers.

 
Schumen-Plateau - Nationalpark

Der Park, nahe der Stadt Schurren, zeichnet sich durch seine besonders abwechslungsreiche Landschaft aus - von Ebenen bis zu hügligen Bergplateaus, durchsetzt von dichten Wäldern und steilen Felsformationen ist alles zu finden. Das ideale Klima der Region lässt mehr als 500 Arten von Pflanzen wachsen und sorgt für einen besonderen Baumreichtum. In den Wäldern findet man neben Steineichen auch Robinien, türkische Eichen, Hainbuchen, Mizijski-Buchen und Roteichen.

Zudem beherbergt der Park reichlich jagdbares Wild und man kann hier mehr als 100 Vogelarten beobachten. Hier befindet sich auch das archäologisches Reservat Shumenska Krepost (Madara-Festung). Weiterhin gibt es ein Besucherzentrum und den Memorialkomplex „1300 Jahre Bulgarien“.

 
Russenski - Nationalpark

Der Park, 1970 gegründet, bekam seinen Namen von dem canyonartigen Flusstal des Russenski Lom und befindet sich unweit der Donaustadt Russe. Unter der Vielfalt von Büschen und Bäumen sind in diesem Park einige Arten zu finden, denen man ihre Steppenherkunft noch deutlich ansieht. Der enorme Artenreichtum der Flora wird von dem der Tierwelt noch übertroffen. Eidechsen, Schlangen und Fische habe hier stabile Populationen, viele Vögel nisten im Park, wovon der Kuttengeier, der Steinadler und der kurzzehige Adler nur einige der zu bewundernden Seltenheiten sind. Neben Begegnungen mit harmlosen Fledermäusen oder Flussottern, kann es durchaus auch vorkommen, dass man auf Wölfe, Schakale oder Wildkatzen trifft.

Wer eine Pause von den Naturerlebnissen braucht, kann sich die Ruinen mittelalterlicher Festungen ansehen, wie beispielsweise die Festung von Tscherwen oder die Wandmalereien der höhlenartig in den Stein gemeißelten Felsenkirchen von Iwanowo. Dort haben unbekannte bulgarische Ikonenmaler für kommende Generationen ihre Spuren hinterlassen, ohne dass die Gemälde auf einen bestimmten Zeitraum datiert werden können.

Witosha Nationalpark

Unmittelbar bis an die bulgarische Hauptstadt Sofia heran reichen die Ausläufer des Witosha Gebirges. Entsprechend schnell gelangt man mit dem Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln von der pulsierenden Hauptstadt in die Einsamkeit der ursprünglichen Natur. Viele Bewohner Sofias zieht es regelmäßig dorthin.

Ein Besuch im Witosha Nationalpark, der fast das gesamte Gebirge umfasst, lohnt sich besonders dann, wenn man sich für die Tierwelt interessiert. Unter anderem kann man hier Dachse und Hirsche beobachten. Aber auch Wildkatzen oder Bären geben sich im 1934 gegründeten Park ein Stelldichein.

Von den Höhen aus genießt man die herrlichen Aussichten – nicht zuletzt auch auf Sofia selbst. Mit 2.290 Metern Höhe überragt der Tscherni Wrach als höchster Gipfel den Rest des Gebirges.

Der Park beherbergt zwei Naturreservate. Von diesen wurde eines zum UNESCO-Biosphären-Reservat erklärt. Der Nationalpark bietet viele Beschäftigungsmöglichkeiten: Vom Skifahren im Winter über Kletter- und Wandertouren bis hin zu rasanten Mountainbike-Abfahrten im Sommer. Diese Region Bulgariens gewährleistet mit ihrer Nähe zur Hauptstadt die besten Voraussetzungen für einen Mix aus Sightseeing und Naturerlebnissen.

 
Nationalpark Strandscha

Im Südosten Bulgariens liegt der an das Schwarze Meer grenzende Nationalpark Strandscha. Er ist der jüngste, gleichzeitig aber auch der größte der bulgarischen Nationalparks und verdankt seinen Namen dem gleichnamigen Gebirge. Berühmt ist Strandscha für seine Eichen- und Strandwälder. Das Klima ist derart vielfältig, dass in diesem Park 50 Prozent der gesamten bulgarischen Flora gedeihen. In den Flüssen des Parks leben zahlreiche Fischarten. Ornithologen kommen voll auf ihre Kosten: Sie können den Steinadler, den geringgefiederten und weißschwänzigen Adler ebenso beobachten, wie den Schwarzstorch und den Bienenfalken.

In der Nähe des Parks Strandscha liegt zu beiden Seiten des gleichnamigen Flusses, der hier ins Schwarze Meer mündet, das Naturreservat Ropotamo. Es besticht durch seine reiche Fauna und den Abwechslungsreichtum seiner Landschaft. Inseln, Klippen, Sandstrände, Buchten, Dünen, Wälder und Weiden wechseln sich ab. Durch das milde Klima gedeihen eine Vielzahl von Pflanzen- und Wildtierarten. Der Sumpf von Arkutino ist als bevorzugter Nistplatz zahlreicher Vogelarten als Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Aber auch einige seltene Kakteenarten lassen sich hier in der Nähe des Schwarzen Meeres finden.

Bei all den Naturschönheiten haben sich auch Menschen schon vor mehreren tausend Jahren im Gebiet des heutigen Nationalpark angesiedelt. Dies belegen einige Ruinen aus thrakischer Zeit sowie alte Kirchen und Klöster.

 
Nationalpark Zentralbalkan

Auf einer Fläche von 71.669 ha und in einer Höhenlage von 500 bis 2.376 m ist dieser Nationalpark zu 61 % von Wald bedeckt (Buchen, Fichten, Tannen, Weißbuchen). Über die Hälfte der Pflanzenarten Bulgariens sind in diesem Park vertreten.

Im höchsten und schönsten Teil des Mittleren Balkan-Gebirges östlich von Sofia gelegen, befindet sich der höchste Wasserfall Bulgariens, der 125 Meter hohe „Praskalo“, im Nationalpark Zentralbalkan. Der Park ist über den schönen Trojan-Paß zu erreichen, in dessen Nähe das Trojan-Kloster einen Besuch wehrt ist.

Der Nationalpark Zentralbalkan stellt eines der besten Beispiele unberührter Natur dar, und ein Teil des Parks soll auch unerforscht erhalten bleiben. Neun Naturschutzgebiete gehören zum Park, vier davon sind Biosphärenreservate. Hier leben über 200 geschützte Tier- und 50 Pflanzenarten, viele davon Endemiten des Gebirges. Die Sonnenaufgänge und -untergänge sind in diesem Gebirge besonders atemberaubend. Deshalb wird die Region von den Einheimischen auch „Land der Söhne der Sonne“ genannt.

 
Rila-Nationalpark

Der Rila-Nationalpark liegt etwa 100 km südlich von Sofia im Zentrum des Rila-Gebirges. In ihm befinden sich Vorkommen zahlreicher bedrohter Pflanzen- und Tierarten. Der 1992 eingerichtete Nationalpark umfasst eine Fläche von 81.046 ha in einer Höhe von 800 bis 2.925 m über dem Meeresspiegel. Drei Viertel des Gebietes sind Waldfläche (Fichte, Weiße Tanne und mazedonische Kiefer).

Hier erwarten Wanderer und Entdecker atemberaubende Bergpanoramen. Der Nationalpark bietet viele verschiedene Möglichkeiten auf Tuchfühlung mit der Natur und ihren Bewohnern zu gehen. Schließlich deckt der Park rund die Hälfte des Rila Gebirges ab. Hier hat man nicht nur die Gelegenheit Rotwild zu sehen, sondern auch majestätische Adler und Bären. Für Kulturbegeisterte lohnt sich ein Besuch des unter Denkmalschutz stehenden Rila Klosters, das als eines der eindrucksvollsten Zeugnisse für die Kunst und Kultur Bulgariens gilt.

 
Pirin-Nationalpark

Der Pirin-Nationalparkliegt im gleichnamigen Gebirge im äußersten Südwesten Bulgariens. Er umfasst eine Fläche von etwa 40.000 Hektar, wozu auch der höchste Gipfel des Pirin-Gebirges, der 2914 Meter hohen Wichren, gehört. Daneben gibt es im Nationalpark 176 Trichterseen. 80% der Parkfläche sind mit Wald bedeckt. Prägend sind die wertvollen Vorkommen von Schwarzkiefern. Die Stiftung Europäisches Naturerbe (EURONATUR) betreibt im Nationalpark ein Projekt zum Schutz der Wölfe und hat ein Großraubtierzentrum errichtet.

Das mediterrane Klima beschert dem Besucher eine prachtvolle Landschaft mit üppiger Vegetation und einer reichen Fauna. Der Park ist in verschiedene Zonen gegliedert. Eine Besonderheit ist der Wald der Panzerkiefern, hier sticht besonders die alte Baikuschewa-Mura heraus – eine gigantische Panzerkiefer, benannt nach ihrem Entdecker Baikuschew, die schon zur Zeit Karls des Großen ihre Äste in den Himmel streckte.

Das Gestein des Pirin gründet sich auf kristallinem, hellem Kalkstein. Charakteristisch für die Vegetation sind in den höheren Lagen das Edelweiß und der Pirin-Mohn, die hier in den Felsen blühen. In geringerer Höhe wachsen Mazedonische Kiefern, Silbertannen und Fichten.

Der Park ist in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes aufgenommen worden.

 
Biosphärenreservat Srebarna

Das Biosphärenreservat Srebarna befindet sich im Nordosten Bulgariens. Der Srebarna-See, der Namensgeber des Reservates, liegt in den Flussniederungen einen Kilometer südlich der Donau, die eine natürliche Grenze zum benachbarten Rumänien bildet, und 19 Kilometer von Silistra entfernt. Das Biosphärenreservat erstreckt sich über 900 Hektar, auf denen 99 Vogelarten brüten und 80 Zugvogelarten überwintern.

Bereits 1942 wurde der Srebarna-See auf nationaler Ebene zum Vogelschutzgebiet und 1948 zum Naturreservat erklärt. Im Jahre 1973 folgte die Erklärung zum Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung und 1977 wurde das Gebiet erstmals von der UNESCO als Biosphäre anerkannt. Eine Pufferzone wurde 1983 als Schutz um den See herum angelegt, im gleichen Jahr kam es auch zur Aufnahme in die Liste des Weltnaturerbes der UNESCO. Der Bau eines Damms stromaufwärts der Donau führte zur allmählichen Austrocknung, da die alljährlichen Überschwemmungen ausblieben. Dies führte dazu, dass das Biosphärenreservat 1992 bis 2002 als Welterbe in Gefahr aufgelistet wurde, da unter Anderem ein erheblicher Rückgang der Pelikanpopulation zu verzeichnen war.

Zu den Brutvögeln die hier regelmäßig beobachtet werden können, gehören der Krauskopfpelikan (10% des Weltbestands sind hier zu finden), der Kormoran, die Moorente und die Rothalsgans. Auch verschiedene Reiherarten wie zum Beispiel den Nachtreiher und die Zwergdommel finden hier eine Brutstätte. 12 international und 57 national bedrohte Vogelarten sind am Srebarna-See anzutreffen.

Neben den unzähligen Vogelarten gibt es auch 41 Säugetier-, 18 Fisch-, 15 Reptilien- und 12 Amphibienarten.

Der Besuch des Biosphärenreservats ist strengstens untersagt, auch fischen und jagen sind nicht erlaubt. Das gesamte Gebiet ist durch einen Zaun abgegrenzt. Ein Naturkundemuseum, das zum Reservat gehört, empfängt jährlich etwa 15.000 Besucher.

4.3 Welterbestätten

 

Kirche von Bojana (Sofia) (K/1979)

Die Kirche von Bojana ist eine mittelalterliche bulgarisch-orthodoxe Kirche in einem Außenbezirk Sofias. Der Gebäudekomplex umfasst drei Bauwerke aus dem 10., dem 13. und dem 19. Jahrhundert.

Ihre weltweite Bekanntheit verdankt die Kirche ihren Fresken aus dem Jahr 1259. Sie liegen als zweite Schicht über Malereien von noch älterem Ursprung und repräsentieren eines der am komplettesten und am besten erhaltenen Beispiele mittelalterlicher osteuropäischer Kunst. Auf den Wänden finden sich Darstellungen von 240 Menschen in 89 verschiedenen Szenen. Der Maler ist unbekannt, gehörte aber wahrscheinlich zur Kunstschule von Tarnovo.

18 Szenen im Narthex stellen das Leben des heiligen Nikolaus dar, andere zeigen Alltagsszenen der damaligen Zeit. Als besonders interessant gelten die Darstellungen des Schutzheiligen der Kirche – Kaloyan und seiner Frau Desislava – und des bulgarischen Zaren Konstantin Tich Asen und seiner Frau Irina.

Felsenrelief des Reiters von Madara (K/1979)

Der Reiter von Madara ist ein frühmittelalterliches Monumentalrelief in der Nähe des Dorfes Madara im Nordosten Bulgariens. Das Relief befindet sich in 23 Metern Höhe an einer ca. 100 Meter hohen Klippe. Es zeigt einen Reiter der sich in einem Kampf mit einem Löwen zu seinen Füßen befindet. Dabei wird er von einem Hund begleitet.

Das Bild wird im Allgemeinen den Protobulgaren zugeschrieben, die im 7. Jahrhundert in dieser Gegend siedelten, andere Theorien sprechen von einem thrakischen Ursprung.

Felskirchen von Ivanovo (K/1979)

Die Felskirchen von Ivanovo sind eine Gruppe von orthodoxen Kirchen, Kapellen und Klosterräumen nahe dem Dorf Ivanovo, 22 Kilometer südwestlich der Stadt Ruse und nahe der Hauptstadt des zweiten bulgarischen Reiches, Weliko Tarnowo.

Die Felskirchen von Ivanovo wurden zwischen dem 13. und dem 17. Jahrhundert in die Flanke eines Steilfelsens der Berge am Ufer des Flusses Rusenski Lom geschlagen.

Ab dem Ende des 12. Jahrhunderts bewohnten bereits einzelne Eremiten die natürlichen Höhlen der Berge und formten weitere Kammern aus dem weichen Kalkstein. Der Eremit Yoakim begründete aus den vereinzelten Kammern das Kloster Erzengel Michael, indem er die einzelnen Räume miteinander verbinden ließ. Heute sind viele der Gänge wieder eingestürzt. Die Errichtung des Klosters wurde unter anderem durch den bulgarischen Zaren gefördert und war bald auch Ziel der herausragendsten zeitgenössischen Künstler Bulgariens. In sechs Kirchen und Kapellen des Komplexes sind heute noch Fresken des 13. und 14. Jahrhunderts erhalten. Die Fresken sind ein typisches Beispiel des Versuches einer byzantinischen Renaissance in der bulgarischen Kunst und die bedeutendsten Fresken der bulgarischen Kunst des 14. Jahrhunderts; die Künstler sind namentlich nicht bekannt.

Am 22. Oktober 1979 wurden die Felskirchen von Ivanovo durch die UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Insbesondere die Fresken der Felsenkirche der Jungfrau Maria waren jedoch zu diesem Zeitpunkt bereits durch Licht, Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen und vor allem durch zunehmenden Tourismus bedroht; daher wurden sie in den 1980er Jahren für die Öffentlichkeit gesperrt. Um die Jahrtausendwende wurden sie aufwendig mit finanzieller Hilfe der UNESCO konserviert und 2002 wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Thrakergrab von Kazanlak (K/1979)

Das Thrakergrab von Kazanlak ist ein mit einem Ziegelgewölbe versehenes „Bienenkorb“-Grab in der Nähe der Stadt Kazanlak in Zentral-Bulgarien. Es befindet sich nahe der antiken thrakischen Hauptstadt Seuthopolis.

Das Grab ist Teil einer großen thrakischen Nekropole. Sowohl die Grabkammer als auch der Vorraum sind mit Wandgemälden verziert, die unter anderem ein thrakisches Paar auf einem Beerdigungsfest darstellen. Das Thrakergrab von Kazanlak geht auf das 4. Jahrhundert v.Chr. zurück und ist das am besten erhaltene Kunstwerk aus der Zeit des Hellenismus in Bulgarien.

Altstadt von Nessebar (K/1983)

Ein „Freilichtmuseum“ bulgarischer Geschichte stellt die Altstadt von Nessebar dar. Der Ort, auf einer Halbinsel gelegen, ist durch einen schmalen, 400 Meter langen Damm mit dem Festland verbunden. Auch wenn der Tourismus hier schon sehr kommerzialisiert wurde schlägt der Besucher mit jedem Schritt durch die engen Gassen eine neue Seite der reichen bulgarischen Historie auf. Steinerne Zeugen griechischer Vorherrschaft liegen dicht neben den zahlreichen Ruinen mittelalterlicher Kirchen und den sehr sehenswerten Wohnhäusern des 18. und 19. Jahrhunderts mit ihren herausragenden Obergeschossen. Bereits am einzigen Zugang zur Halbinsel beeindrucken Reste mächtiger Mauern und Türme, die aus dem 5. Jahrhundert vor Christus, aber auch dem 14. Jahrhundert nach Christus stammen.

Griechische Siedler entwickelten die ehemals thrakische Siedlung zu einem blühenden Gemeinwesen, dem sie den Namen Mesambria gaben. Wie zahlreiche Funde und historische Quellen belegen, spielte die Stadt eine wichtige Mittlerrolle zwischen der griechischen Welt und den thrakischen Stämmen des Hinterlandes, die Handelsbeziehungen reichten bis Kleinasien und Ägypten. Der kampflosen Übernahme der Stadt durch die Römer ist es zu verdanken, dass die Spuren des Hellenismus bis heute erhalten blieben.

Während des Mittelalters fügte die wechselnde Zugehörigkeit Nessebars zum Byzantinischen und zum Bulgarischen Reich seiner wirtschaftlichen Macht keinen Schaden zu. Das geistliche Leben blühte, wie an den zahlreichen Resten mittelalterlicher Kirchenbauten abzulesen ist. Aus der frühbyzantinischen Epoche blieben Ruinen von vier großen Basiliken erhalten. Vor allem die ehemalige Hauptkirche, die Alte Metropolitenkirche mit ihren übereinanderliegenden Arkadenreihen beeindruckt bis heute die Menschen.

Üppige Wandmalereien mit mehr als 200 Szenen in der Stephanoskirche bezeugen die hohe Schule der bulgarischen Kunst des 16. Jahrhunderts.

Doch Nessebar ist beileibe kein lebloses Museum vergangener Epochen. Hier leben und arbeiten Menschen, bieten Frauen ihre Klöppelarbeiten an, häkeln emsig, vor ihren Häusern sitzend. Der Alltag der Gegenwart verschmilzt mit den steinernen Zeugen einer reichen Vergangenheit.

Biosphärenreservat Srebarna (N/1983)

Beschreibung siehe oben

Nationalpark Pirin (N/1983)

Beschreibung siehe oben

Kloster Rila (K/1983)

Das Kloster Rila liegt mitten im Rila-Gebirge und ist eines der größten orthodoxen Klöster der Welt. Das Kloster wurde im 10. Jahrhundert vom Mönch Iwan Rilski gegründet. Im Mittelalter wurde das Kloster reich beschenkt und entwickelte sich zu einem Zentrum des geistigen und kulturellen Lebens in Bulgarien. 1378 erhielt das Kloster durch den Zaren Iwan Schischmann weitreichende Privilegien. Zahlreiche Schriftsteller, Künstler und Baumeister hinterließen Manuskripte, kirchliche und Profanbauten, Wandmalereien, Holzschnitzereien, liturgische Gefäße und Ikonen.

Mit der Eroberung Bulgariens durch die Osmanen im 14. und 15. Jahrhundert verlor das Kloster an Einfluss und Macht. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde das Kloster geplündert, in Brand gesteckt und weitgehend zerstört.

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurde das Kloster dann wieder aufgebaut und die Reliquien von Iwan Rilski wurden aus der damaligen bulgarischen Hauptstadt Weliko Tarnowo zurück ins Kloster Rila verlegt. Der Sultan in Konstantinopel stellte dem Kloster einen Schutzbrief aus. Doch auch dieser Schutzbrief konnte die Übergriffe der türkischen Besatzer nicht vollständig verhindern. Später wurden die Beziehungen zur Orthodoxen Kirche in Russland wieder verstärkt, so dass im Jahr 1558 viele Mönche des Klosters nach Russland auswanderten.

Die Epoche der bulgarischen Wiedergeburt im 18. und 19. Jahrhundert gab neue Impulse und das Kloster Rila erlebte eine neue Blütezeit. Mit Spenden aus der Bevölkerung wurde das Kloster wiederhergestellt, erweitert und erneuert. Es wurde Treffpunkt tausender Pilger, Stifter, Baumeister und Künstler.

Die heutige Gestalt des Klosters stammt weitestgehend aus dem 19. Jahrhundert.

Zu den Schätzen des Klostermuseums gehören neben zahlreichen Handschriften und Ikonen auch bedeutende Holzschnitzarbeiten. Unter anderem Raffails Kreuz. Auf dem 81 cm x 43 cm großen Holzkreuz sind 104 religiöse Szenen und 650 Kleinfiguren dargestellt.

Thrakergrab von Sweschtari (K/1985)

Das Thrakergrab von Sweschtari befindet sich 2,5 km südwestlich des Dorfes Sweschtari und 42 km nordöstlich von Razgrad im Nordosten Bulgariens.

Die Thraker glaubten an ein Leben nach dem Tod. Deshalb bauten sie für Ihre Toten Häuser. Damit sie nicht so leicht gefunden und geplündert werden konnten, wurden diese Gräber unter einem Hügel versteckt.

So kam es, dass erst 1982 in der Nähe der kleinen Stadt Sweschtari unter einem 11 Meter hohen Erdhügel ein thrakisches Grab aus dem 3. Jahrhundert vor Chr. gefunden wurde. Die Räume sind mit Gemälden und Skulpturen verziert.

Besonders einzigartig sind die halb menschlichen, halb pflanzlichen Karyatiden, die das Totenbett des thrakischen Herrschers „umstehen“, dem man auch seine Pferde und seine Lieblingsfrau mit ins Grab gegeben hatte. Das Grab ist vermutlich auf die Geten (auch als Daker bekannt) zurückzuführen.

Das Thrakergrab von Sweschtari ist ein einmaliges Beispiel thrakischer Kunst und Kultur; seine Architektur und die künstlerische Gestaltung machen es zu einem bedeutenden Denkmal der Antike.