Albanien
1.1 Landeskennzeichen
1.2 Internationale Telefon-Vorwahl
1.3 Allgemeine Informationen
1.4 Informationen zum Staatsaufbau
1.5 Einreise- und Zollbestimmungen
1.6 Währung und Geldwechsel
1.7 Gesundheit
1.8 Botschaften und Konsulate
1.9 Wichtige Telefonnummern
2.1 Tourismus
2.2 Tourismus-Informationen
2.3 Links zum Thema Tourismus
2.4 Verkehr
2.5 Unterkünfte
2.6 Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken
2.7 Links: Weitere Informationen
3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik
3.2 Jugendschutz, kinder- und jugendrelevante Gesetze, altersbezogene gesetzliche Bestimmungen
3.3 Weitere Informationen
3.4 Schulsystem und Bildungswesen
4.1 Natur und Umwelt
4.2 Großschutzgebiete
4.3 Welterbestätten
1. Übersicht
1.1 Landeskennzeichen: AL
1.2 Internationale Telefon-Vorwahl: +355
1.3 Allgemeine Informationen
Ländername: Albanien, albanisch: Shqipëria
Fläche: 28.748 km²
Einwohner: ca. 3,563 Millionen (Juli 2005)
Hauptstadt: Tirana, albanisch Tiranë (ca. 895.042 Einwohner)
Weitere wichtige Städte: Durrës, albanisch Durrësi (griechisch Δυρρ�Euroχιον - Dyrrhachion, Δυρρ�Euroχιο, lateinisch Dyrrachium, italienisch Durazzo, serbisch/mazedonisch Drač, bulgarisch Дуръс) (ca. 200.000 Einwohner); Shkodra, albanisch Shkodër (deutsch früher auch Skutari, italienisch Scutari, serbisch Skadar, lateinisch Scodra) (ca. 109.632 Einwohner); Korça, selten auch Kortscha, albanisch Korçë (griechisch: Κορυτσ�Euro/Koritza, italienisch: Corizza, aromunisch: Curceaua, türkisch: Görice) (ca. 60.000 Einwohner); Saranda, albanisch Sarandë (griechisch: Agii Saranda/Άγιοι Σαρ�Euroντα) (ca. 14.500 Einwohner)
Religionen: Muslime (ca. 60%) (davon ca. 40% Sunniten und 20% Bektaschi (islamischer Derwisch-Orden)), Christlich-Orthodoxe (ca. 20 %); Katholiken (ca. 10 %), Atheisten oder angehörige anderer Religionen (ca. 10%)
Amtssprache: Albanisch
Währung: Albanischer Lek
Geographische Lage: Albanienliegt in Südosteuropa auf dem Balkan zwischen Serbien, Montenegro, Mazedonien und Griechenland. Es ist ein Anrainerstaat des Mittelmeeres.
1.4 Informationen zum Staatsaufbau
Parlamentarische Präsidialrepublik seit 1991. Neue Verfassung seit Ende 1998. Einkammerparlament mit 155 Abgeordneten; Legislaturperiode vier Jahre.
1.5 Einreise- und Zollbestimmungen
Deutsche benötigen einen gültigen Reisepass, für einen Aufenthalt von bis zu einem Monat, aber kein Einreisevisum. Falls man länger bleiben möchte, muss man das spätestens 10 Tage vor Ablauf des Monats bei der Polizei abklären. Der Kinderausweis wird anerkannt. Um zusätzliche Nachweise an einzelnen Grenzpunkten zu vermeiden, sollte darin nach Möglichkeit auch für Kinder unter 10 Jahren ein Lichtbild angebracht sein. An den Grenzübergängen und am internationalen Flughafen Rinas werden Ein-und Ausreisegebühren in Höhe von jeweils 10,- EUR, sowie bei Einreise mit Fahrzeug ebenfalls eine Gebühr (Pkw: 1 EUR/Tag) für das Kfz verlangt. Es empfiehlt sich, die Gebühr bereits bei der Einreise für den gesamten Reisezeitraum zu entrichten.
1.6 Währung und Geldwechsel
Der Wechselkurs liegt im allgemeinen relativ stabil im Bereich von 120 bis 140 Lek für 1 EUR. Wechselkurse im Internet unter www.oanda.com/convert/classic.
Alternativ zu Banken und Wechselstuben gibt es fast in jedem Ort die Möglichkeit Euro und teilweise auch andere Währungen auf der Straße in Albanische Lek zu wechseln. Dieser Geldmarkt ist meist auf dem zentralen Platz des Ortes, vor dem lokalen Hotel oder vor der Bank. In Tirana warten die Geldwechsler auf dem Skanderbeg-Platz vor der Nationalbank auf Kundschaft. Da der Preisvorteil gegenüber den legalen Wechselstuben nur gering ist, gibt es keinen Grund, das verbotene und riskante Geldwechseln auf der Straße zu bevorzugen. Neben dem Lek sind in Albanien Euro und Dollar allgemein aber auch als Zweitwährungen anerkannt.
Mit Fremdwährungen müssen meist Hotels sowie die Einreise- und Flughafengebühr bezahlt werden (Euro werden dabei immer akzeptiert, US$ immer seltener). Ansonsten wird aber durchweg die Landeswährung verwendet.
Für Verwirrung sorgen kann, dass die Albaner zwischen alten Lek und neuen Lek unterscheiden. Die neuen Lek entsprechen den tatsächlich zu bezahlenden Geldbeträgen. Die alten Lek betragen jeweils den zehnfachen Betrag und werden im mündlichen Umgang meistens verwendet. Nur selten erwähnen Albaner alte Lek, wenn sie Fremdsprachen sprechen oder die Preise aufschreiben. Im Alltag wird also meist nur ein Zehntel des geforderten Betrages bezahlt (ein Kellner sagt zum Beispiel, der Kaffe koste 500 (alte) Lek, wobei der zu bezahlende Betrag nur 50 (neue/richtige) Lek beträgt).
Es gibt Geldscheine zu 5000, 1000, 500, 200 und 100 Lek. Es sind verschiedene Serien mit verschiedenen Größen, Farben und Motiven im Umlauf. Die albanischen Münzen haben Nennwerte von 1, 5, 10, 20, 50 und 100 Lek.
Zwischenzeitlich gehören auch Geldautomaten zum Stadtbild größerer albanischer Städte. Aber nicht jede Bank akzeptiert jede Karte. Deshalb sollte man sich bei seiner jeweiligen Hausbank bezüglich der Spesen bei Auszahlungen im Ausland erkundigen.
An den Bankomaten mehrerer Banken (u.a. Raiffeisen (ehemals Savings Bank of Albania) und Pro Kredit-Bank) kann zumindest in den größeren Städten Geld über Maestro (ehemals EC) bezogen werden. Wir raten aber davon ab (insbesondere außerhalb der Zentren), sich ausschließlich darauf zu verlassen.
An den meisten Bankomaten ist es möglich mit einer Visa-Karte Geld zu beziehen. Mit Karten, die an das Visa-System angeschlossen sind und auf denen das PLUS-Logo verzeichnet ist, können ebenfalls Geldbezüge getätigt werden. Dazu zählt unter anderem die Schweizer Postcard.
Einige wenige und meist auch teure Hotels, Restaurants und Läden in Tirana, Durrës und Saranda akzeptieren Kreditkarten.
Travelercheques können auf Banken eingelöst werden. Es ist aber mit einem umständlichen Prozedere und zusätzlichen Kosten zu rechnen.
1.7 Gesundheit
Tetanus, Diphtherie, Poliomyelitis (Kinderlähmung) und Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt über einem Monat auch Hepatitis B. Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis-B-Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung wird für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen. Erwartet man bei seinem Aufenthalt in Albanien Hygienemängel, begibt man sich dort auf die Jagd, oder will Jogging oder ähnliche Sportarten betreiben, kann auch ein Impfschutz gegen Typhus sinnvoll sein, ebenso gegen die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningo-Encephalitis (FSME – Saison: April bis Oktober). Durch einen konsequenten Insektenschutz (Repellentien, Mückennetz, bedeckende Kleidung, Verhalten) kann die Infektion mit bestimmten Erkrankungen wie Borreliose, Kala Azar und Leishmaniose weitestgehend vermieden werden. Um das Risiko einer Darminfektion bzw. eines Parasitenbefalls des Darmes (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien) zu minimieren, sollte besonders auf eine sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene geachtet werden.
Da die medizinische Versorgung unzureichend ist, ist eine gut bestückte persönliche Reiseapotheke ebenso unverzichtbar wie der Abschluss einer Auslandsreise-Krankenversicherung mit Rückholgarantie.
1.8 Botschaften und Konsulate
Botschaft Albanien
Adresse: Friedrichstraße 231, 10969 Berlin, Deutschland
Telefon: (030) 2593040
Fax: (030) 25931890
E-Mail: je5jm5jb5ja5js5js5jy5j.5jb5je5jr5jl5ji5jn5j@5jm5jf5ja5j.5jg5jo5jv5j.5ja5jl5 oder yk9ya9yn9yz9yl9ye9yi9y@9yb9yo9yt9ys9yc9yh9ya9yf9yt9y-9ya9yl9yb9ya9yn9yi9ye9yn9y.9yd9ye9
Webseite: www.botschaft-albanien.de
Öffnungszeiten: Mo-Fr 08.30 – 16.30 Uhr; Kanzlei Mo-Fr 09.00 - 12.00 Uhr
Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
Adresse: Rruga Skènderbej Nr. 8 Tirana, Albania
Telefon: (00355 4) 274505
Fax: (00355 4) 233497
E-Mail: rgmremrrmrmmramrnmr.mremrmmrbmramrsmrsmrymr@mrimrcmrcmr.mramrlmr.mremrumr.mromrrmrgm oder vgzvezvrzvmzvazvnzv.zvezvmzvbzvazvszvszvyzv@zvizvczvczv-zvazvlzv.zvozvrzvgz
Webseite: www.tirana.diplo.de
Amtsbezirk: Albanien.
Die Adressen sämtlicher Konsulate und der Außenstellen können unter www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laender/Albanien.html bei Vertretungen Albanien und Deutsche Vertretungen abgerufen werden.
1.9 Wichtige Telefonnummern
Feuerwehr: 18, Polizei: 19, Unfallrettung: 17
Telefonauskunft: -
Landesvorwahl von Deutschland nach Albanien: +355
Landesvorwahl von Albanien nach Deutschland: +49
Nutzbarkeit deutscher Mobiltelefone
GSM 900 Mobilfunknetz. Die Hauptanbieter sind Albanian Mobile Communications (A M C MOBIL) (www.amc.al) und Vodafone Albania auch GSM 1800(www.vodafone.al). Der Empfangs-/Sendebereich deckt über 90 % des Landes ab. Roaming-Verträge bestehen.
2. Reiseinformationen
2.1 Tourismus
Der Tourismus steckt in Albanien noch immer in den Kinderschuhen. Im Gegensatz zu den Nachbarländern Griechenland, Italien oder Jugoslawien setzte die touristische Entwicklung in Albanien erst spät ein. Trotz regen Interesses der Albaner, den Tourismus zu fördern und als wichtige wirtschaftliche Einnahmenquelle des Landes zu entwickeln, wird es noch länger dauern, bis sich Reisen nach Albanien in den Katalogen europäischer Reisebüros etablieren. Die Mehrzahl der Touristen, die im Hochsommer die Strände der Adria und des Ionischen Meeres bevölkern, sind Einheimische, Emigranten und Albaner aus den Nachbarländern. Nur langsam finden immer mehr Abenteurer und Entdecker Gefallen an Albanien: Unberührte Landschaften, kaum besuchte Sehenswürdigkeiten, für ihre Freundlichkeit gelobte Menschen, sich rasant entwickelnden Städte und die Neugier auf Unbekanntes locken.
Sehenswürdigkeiten:
Das Land verfügt über beeindruckende Naturschönheiten wie Sandstrände am Mittelmeer, imposante Berglandschaften, fruchtbare Ebenen, große und kleine Seen und viele unberührte Gegenden. Albanien hat eine lange Geschichte, die bis zu den Illyrern zurückreicht. Es gibt viele antike Ruinen und andere Schätze aus alter Zeit. Viele verschiedene Kulturen haben ihre Spuren hinterlassen, so dass das Land eine interessante Mischung gesellschaftlicher Einflüsse und architektonischer Monumente bieten kann. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Albaniens zählen:
- Berats große osmanische Altstadt und die Burg (Stadt mit 1000 Fenstern),
- Butrints griechisch-römische Ruinen (UNESCO Welterbe),
- Byllis illyrisch-griechisch-römische Ruinen,
- Durrës antike Hafenstadt Dyrrhachium mit Amphitheater,
- Gjirokastras osmanische Museumsstadt (UNESCO Welterbe),
- Krujas Burg Skanderbegs,
- Sarandas Strände (sehr beliebt für einen Badeurlaub),
- Tirana als bunte Hauptstadt mit vielen Museen,
- sowie Vlora und Borsh, welche ebenfalls beliebt für einen Badeurlaub sind.
Das frühere kommunistische Regime erlaubte lange Zeit keine touristischen Aktivitäten. In den späten 1950ern und frühen 1960ern waren einzig Reisende aus den osteuropäischen Bruderstaaten erwünscht. Mit dem Bruch zwischen Tirana und Moskau fanden diese schnell zunehmenden Ansätze von Tourismus ein abruptes Ende. Die wenigen, soeben erstellten Hotelbauten an der Küste hatten kaum Gäste. Bis zum Tod Enver Hoxhas im Jahr 1985 wurde ausländischer Tourismus in Albanien kaum gefördert. Zwar verfügte zwischenzeitlich fast jede Stadt über ein Hotel und an den Küsten und Bergen standen zahlreiche Erholungsheime, diese waren aber für Parteifunktionäre, Geschäftsreisende und ausgezeichnete inländische Arbeiter gedacht.
In den 1970ern waren fast nur kommunistische Gruppierungen aus Westeuropa in Albanien zu Gast. Erst in den 1980er Jahren durften Ausländer das Land in Gruppen besuchen. Journalisten und Amerikaner waren aber nicht erwünscht. Der Ausbau der touristischen Infrastruktur wurde gefördert, soweit dies dem armen Land, wo es fast an allem fehlte, möglich war und im Ausland wurden diverse Reiseführer publiziert.
In den 1990ern hielten der schwierige Transformationsprozess mit seinen Gewaltexzessen und Versorgungsengpässen sowie die Konflikte auf dem Balkan weiterhin Touristen davon ab, Albanien zu bereisen. Erholungssuchenden aus dem Westen war der Balkan zu gefährlich; Entwicklungshelfer gehörten zu den wenigen Ausländern im Land.
Erst als nach dem Kosovo-Krieg die Grenzen zwischen den südosteuropäischen Staaten wieder durchlässiger wurden, fanden mehr Ausländer den Weg nach Albanien. Den Anfang machten um das Jahr 2000 – neben für Heimaturlaub zurückkehrenden Emigranten – in den Nachbarländern lebende Albaner.
Seither hat eine rasante Entwicklung eingesetzt. Im ganzen Land, aber vor allem an den Stränden Mittelalbaniens, sind viele kleine private Hotels gebaut worden. Die Zahl albanischer Badetouristen aus dem In- und Ausland wird immer größer. Bei Westeuropäern sind vor allem Tagesausflüge von Korfu nach Saranda und Butrint beliebt. An der albanischen Riviera plant Club Méditerranée den Bau einer Hotelanlage.
Abgeschlossenheit und die politische Instabilität des Landes zählten zu den wesentlichen Problemen, die Touristen von Reisen nach Albanien abgehalten haben. Heute sind es vor allem Vorurteile. Daneben setzt die schlechte Infrastruktur dem Tourismus Grenzen: Stromausfälle und Unterbrechungen der Anschlüsse für fließendes Wasser sind Alltag und viele Straßen sind noch immer in sehr schlechtem Zustand, so dass Überlandfahrten schnell lang und strapaziös werden. Zunächst wurden nur die wichtigsten nationalen Verkehrsachsen stückweise ausgebaut. Private Fahrer bieten mit Bussen und Kleinbussen günstige Transporte zwischen den wichtigen Orten an. Fahrpläne und Preise sind aber nicht festgeschrieben. Das Netz der Eisenbahn Hekurudha e Shqipërisë ist klein, und die Züge verkehren nur selten.
Daneben drohen viele der schönsten Plätze durch illegales Bauen und Umweltverschmutzung zerstört zu werden. Insbesondere südlich von Durrës entstanden in den letzten Jahren zahlreiche Hotels. Das Wasser an vielen Stränden soll erheblich verschmutzt sein. Zudem fehlt es an manchen Orten an den notwendigen Trinkwasserreserven, um die Versorgung zur Hochsaison sicherstellen zu können.
Viele Ausländer fürchten sich vor Überfällen, obwohl die gegen Touristen gerichtete Kriminalität sehr gering ist. Die Sicherheitslage in Albanien ist weit besser als ihr Ruf, auch wenn in gewissen Regionen – vor allem im Norden – noch Vorsicht geboten ist. Wer hier unterwegs ist, sollte immer noch äußerst aufmerksam sein und/oder sich in Begleitung vertrauenswürdiger Einheimischer auf Wanderung begeben.
Der Tourismus hat für die wirtschaftliche Entwicklung eine große Bedeutung. Entwicklungspläne von allen Regierungen der letzten Jahre sehen den Tourismus als wichtiges Standbein der künftigen Volkswirtschaft. In gewissen Küstenregionen zählt der Badetourismus auch jetzt schon zu den wichtigsten Arbeitgebern.
Westeuropäer werden aber nicht in Massen nach Albanien reisen, solange die Infrastruktur nicht deutlich verbessert wird. Projekte wie der Neubau des Flughafenterminals, der Ausbau des Straßennetzes und der Häfen werden aber schnell vorangetrieben.
Einige Albaner merken jedoch, dass sie in anderen Ländern für ähnlich viel Geld deutlich mehr Komfort erhalten. Deshalb reisen derzeit viele reiche Albaner für einen Badeurlaub mit Charterflügen in die Türkei oder nach Ägypten.
2.2 Tourismus-Informationen
Die aus anderen Ländern bekannten klassischen Touristen-Informations-Center gibt es in Albanien (noch) nicht. Im Flughafen gibt es eine Information, an der auch Broschüren ausliegen. Ansonsten muss man in den Lobbys von Hotels Ausschau nach Infomaterial halten. Wegbeschreibungen zu und Informationen über besondere Sehenswürdigkeiten der Region bekommt man aber auch von der lokalen Bevölkerung.
2.3 Links zum Thema Tourismus
www.ayha.org/ (Albanischer Jugendherbergsverein – ist noch im Aufbau befindlich (Stand: Ende 2006))
home.arcor.de/jan.cramer/albanien.htm (Die Länderbeschreibung für Radfahrer, aber auch für alle anderen absolut empfehlenswert, mit vielen persönlichen Erfahrungen und Informationen versehen)
2.4 Verkehr
Schneller Anreiseweg aus Deutschland z.B. Nachtzug von München nach Florenz, in Bologna umsteigen auf Interregio nach Ancona, dort Fähren u.a. nach Bar, Durrës, Igoumenitsa.
Alle aktuellen Zugverbindungen kann man sich – auf Wunsch mit allen Zwischenhaltestellen – über die Reiseauskunft der Deutschen Bahn anzeigen lassen (reiseauskunft.bahn.de/bin/query.exe/dn). Zu beachten ist, dass dabei natürlich auch Verbindungen vorgeschlagen werden, bei denen man durch Länder reist, für die ein Visum nötig ist. Man sollte also den Zuglauf beachten. Informationen zu den entsprechenden Ländern finden Sie auf traveleast.eu jeweils unter Punkt 1.5 (Einreise- und Zollbestimmungen).
Es gibt Busverbindungen von Tirana nach Istanbul, Sofia und Athen.
3. Auto:
Die Einreise mit dem eigenen Pkw ist nicht unbedingt zu empfehlen. Zwar gibt es in Tirana bewachte Parkplätze (Parkgebühr wird erhoben), aber das Einbruch- bzw. Diebstahlrisiko ist auch tagsüber groß. Bei Einreise mit eigenem Wagen ist eine Vollkaskoversicherung unbedingt zu empfehlen. Die Benzinqualität kann gelegentlich problematisch sein. Bleifreier Kraftstoff ist mittlerweile auch im Landesinneren erhältlich, sollte jedoch vorsichtshalber in größeren Städten getankt werden.
Es gibt mindestens drei Grenzübergänge von Montenegro aus (u.a. Plav - Vermosh, schwierig), vier zum Kosovo (davon nur einer auf Asphalt), vier nach Mazedonien (u.a. zwei am Ohrid- und einer am Prespasee) und vier von Griechenland aus (u.a. Nebenübergang Permet - Dogana Tre Ura - Konitsa). Aufgrund der politisch angespannten Lage sind die Straßenverbindungen zwischen Albanien und dem Kosovo nicht zu empfehlen.
Fähren von Italien (Bari, Ancona, Triest, evtl. weitere) nach Durrës, aber auch nach Vlora und gelegentlich nach Shengjin. Tägliche Fähre Korfu - Saranda, jedenfalls zur Saison, d.h. günstiger Anreiseweg per Charterflug oder Fährschiff nach Korfu möglich. Anbieter der Fährfahrten sind unter anderem die Adriatica Lines (www.adriatica.it) und Agoudimos Lines (www.agoudimos-lines.com).
Albanien verfügt über einen internationalen Flughafen (Rinas) nahe Tirana, der von folgenden Fluggesellschaften angeflogen wird: ADA-Air, Albanian Airlines, Alitalia, Austrian, Hemus Air, JAT, Malev, Olympic Airways, Turkish Airways. Wöchentliche Flüge nach Tirana gibt es von Deutschland mit Lufthansa in Kooperation mit anderen Airlines, auch mit Austrian Airlines, Alitalia und Malev. Germanwings fliegt samstags von Köln nach Tirana.
Fortbewegung innerhalb des Landes
Das Netz der Eisenbahn Hekurudha e Shqipërisë ist klein, und die Züge verkehren nur selten. Busse sind immer noch das wichtigste Verkehrsmittel in Albanien. Von Tirana aus werden die Hauptrouten (Durrës, Shkodra, Peshkopia, Korça, Gjirokastra, Saranda) von privaten Busfirmen befahren. Private Fahrer bieten mit Bussen und Kleinbussen günstige Transporte zwischen den wichtigen Orten an. Fahrpläne und Preise sind aber nicht festgeschrieben. Taxisfindet man vor internationalen Hotels oder in Tirana am zentralen Taxistand auf dem Sheshi (»Platz«) Avni Rustemi. Mietwagen sowie repräsentative Fahrzeuge sind in Tirana bei Verleihfirmen, auch international bekannten, zu bekommen. Ein Privatchauffeur mit Wagen ist die bequemste und zuverlässigste Alternative, die bei guten Veranstaltern bereits vor der Albanienreise zu buchen ist.
Verkehrsbestimmungen:Strenge Geschwindigkeitsbegrenzungen, je nach Fahrzeugtyp und Straßenart sowie innerhalb von Ortschaften. Tankstellen sind nicht überall im Landesinneren zu finden. Es wird darauf hingewiesen, dass Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen oft von der Polizei angehalten werden. Nachtfahrten und Fahrten auf wenig befahrenen Strecken sollten vermieden werden. Es gilt Rechtsverkehr.
Unterlagen: Internationaler oder nationaler Führerschein und Internationale Grüne Versicherungskarte sind erforderlich.
2.5 Unterkünfte
In eigentlich allen größeren Orten, vor allem an der Küste gibt es Hotels. Deren Qualität kann aber sehr stark schwanken. Wer abenteuerlustiger ist und mehr Kontakt mit den Einheimischen bekommen möchte, der mietet sich in einer kleinen Pension oder einem privat angebotenen Zimmer ein.
Die Preise sind je nach Unterbringungsart sehr variabel, von 12 Euro oder noch weniger pro Nacht in Mehrbettzimmern/Schlafsälen bis weit über 150 Euro pro Nacht in Doppelzimmern in großen Hotels. Eine durchschnittliche Preisauskunft zu geben ist schwierig. Aber mit 20 bis 25 Euro pro Person und Nacht sollte eine ordentliche Unterkunft zu finden sein.
Im ganzen Land gibt es rund 30 Hotels. Die staatlichen Touristenhotels werden von Albturist (Adresse: Bulevardi Zhan D'Ark 2, Tirana; Telefon: (042) 5 10 51, 5 10 46,5 18 49; Fax: (042) 5 10 51, 3 43 59; E-Mail: 4an4ln4bn4tn4un4rn4in4sn4tn4.n4tn4.n4an4@n4an4ln4bn4an4nn4en4tn4.n4nn4en4tn) verwaltet. Zahlreiche neuere Hotels befinden sich in Privatbesitz. Derzeit wird eine Neuklassifizierung der Hotels in fünf Kategorien vorgenommen. Die meisten Hotels entsprechen nicht dem europäischen Standard. Der Service fällt sehr unterschiedlich aus, der Komfort ist einfach bis sehr einfach. Manchmal gibt es Probleme mit der Wasser- und Stromversorgung. Sauberkeit und Hygiene lassen allgemein zu wünschen übrig. Das landesdurchschnittliche Standardhotel bietet Zimmer meist ohne eigene Dusche und WC an. Hygiene, Komfort und Qualität können nicht unbedingt erwartet werden. Die Preise sind rapide gestiegen, besonders für Touristen. Manchmal erwartet das Personal ein Trinkgeld noch bevor es bereit ist, seinen Aufgaben nachzugehen. Gute Hotels werden in Tirana meist von Geschäftsreisenden und Politikern in Anspruch genommen. Eine Vorausbuchung ist empfehlenswert, aber auch auf Reservierungen ist nicht immer Verlass. Alternativen bieten Privatunterkünfte, Appartements oder Zimmer.
Im Rahmen von Ökotourismus-Projekten, wie z. B. der Ernennung des Nationalparks Prespa, wurden extra einige Privatunterkünfte und kleine Pensionen eingerichtet.
Im Sommer bieten Campingplätze an der Adriaküste 4-Bett-Wohnwagen an. Allerdings ist der Camping-Tourismus in Albanien kaum entwickelt. Insbesondere die sanitären Anlagen sind häufig problematisch. Einige Campingplätze werden wild betrieben. Bei manchen zahlt man so gut wie nichts, andere haben wiederum erstaunlich hohe Preise. Man sollte daher etwas Zeit und Geduld mitbringen um einen adäquaten Platz zu finden. Es wird davon abgeraten, frei zu zelten.
2.6 Einkaufsmöglichkeiten, Essen und Trinken
Einkaufen kann man eigentlich in allen Städten und größeren Orten. Und auch die Auswahl ist in Ordnung. Prinzipiell sollte man aber Zeit und Geduld mitbringen, um die günstigsten Angebote bei guter Qualität zu finden. Es gibt wohl für jeden Geldbeutel, Geschmack und in jeder Qualitätsstufe etwas, von ordentlichen Jeans für ca. 15 Euro und Turnschuhen für 10 Euro, bis hin zur aktuellen Mode aus Italien, die dann allerdings auch dementsprechend teurer ist.
Meistens kann man in albanischen Restaurants überraschend gut essen. Besonders beim Imitieren italienischer Speisen zeigen die Albaner großes Geschick: Kaffee und Pizza sind in der Regel sehr gut. Und ab und zu lernt man in Albanien auch wieder zu schätzen, wie schmackhaft einfache Speisen sein können.
In den großen Städten gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Restaurants. Es stehen meist verschiedene Preisklassen und Spezialitäten (in der Regel am Namen zu erkennen) zur Verfügung. In den ländlichen Gebieten gibt es neben Byrek-Ständen meist nur wenige Restaurants. Das Angebot ist hier – gerade in abgelegenen Regionen – nicht immer sehr reichhaltig.
In einfacheren Lokalen kann es passieren, dass es nicht alles gibt was auf der Karte steht, da nicht immer alles vorrätig ist.
Meist erhält man auch in Cafés etwas zu essen, sei es nur Brot und Käse oder Salat. Wer Hunger hat, sollte einfach fragen, was es gibt.
Die einheimische Küche ist eine Balkanküche mit türkischem Einschlag und entlehntem Vokabular (Byrek, Qofte, Shishqebab), aber auch mit mancherlei Varianten. Auf der Speisekarte stehen Gemüse und Fleisch, Brot gehört zu jeder Mahlzeit. Außerdem werden immer saisonale Gemüse- und Obstsorten als Beilage mitserviert. Bekannte Spezialitäten sind Fërgesë Tirane, ein heißes Pfannengericht aus Fleisch- und Leberstücken mit Ei und Tomaten sowie Tavë Kosi bzw. Tavë Elbasani, Hammelfleisch in Joghurt überbacken. Weiterhin beliebt ist der Koran, eine Lachsforellenart aus dem Ohridsee, auch der Shkodra-Karpfen ist eine Kostprobe wert. Kukurec, gefüllte Schafsdärme (im Süden besonders beliebt) und gebackene Hammelköpfe gelten als Ehrung für den Gast. Erfrischend im Sommer ist Tarator, eine kalte Joghurt-Gurkensuppe. Ein spezieller Nachtisch ist Oshaf, ein Feigen- und Schafsmilch-Pudding aus Gjirokastra. Überhaupt ist Albanien ein Eldorado für Freunde süßer Torten, honiggetränkter Kuchen, Puddings und Eis oder (besonders im Süden) kandierter Früchte, Reçel. Traditionell ist auch der albanische Schnaps Raki Rrushi und andere Eigenbrände, die jedes gute Essen begleiten.
2.7 Links: Weitere Informationen
www.auswaertiges-amt.de - Das Auswärtige Amt
3. Jugendarbeit
3.1 Jugendarbeit und Jugendpolitik
Die Jugendarbeit (unter 18jährige) ist gesetzlich geregelt und es gelten die grundsätzlichen Kinderschutzgesetze. In wie weit sie aber immer eingehalten werden, kann insbesondere auf dem Land nur schwer nachvollzogen werden. Die Situation hat sich aber in den letzten Jahren wohl deutlich gebessert und verbessert sich auch weiterhin jährlich. Es ist schwer sich über alles einen umfassenden Blick zu verschaffen, da noch vieles im Aufbau ist und immer wieder Änderungen vorgenommen werden.
Des Weiteren gibt und gab es viele internationale, teilweise aus privater Initiative entstandene, Hilfsprojekte, die sich vor allem auf lokaler Ebene darum bemühen Arbeitsplätze zu schaffen und die Perspektivlosigkeit der Jugend zu bekämpfen (Einrichtung von Jugendcamps, Hilfe zur Selbsthilfe, etc.).
Jugendorganisationen der Parteien scheint es nicht zu geben, oder sie sind zumindest nicht als eigene, unabhängige Abteilungen organisiert.
Besonders in Tirana gibt es eine ganze Reihe von Jugendorganisationen, die sich darum bemühen den Einfluss und vor allem die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen am gesellschaftlichen und politischen Leben zu verstärken. Auch die Umsetzung der Menschen- und Kinderrechte in allen Belangen und gesellschaftlichen Feldern sowie eine adäquate medizinische Versorgung der Bevölkerung (von Kindern und Jugendlichen im Speziellen) wird von den Organisationen angestrebt.
Kinder- und Jugendorganisationen, Nicht-Regierungs-Organisationen und Nicht-Politische-Organisationen haben sich zum Teil unter dem Dachverband des Albanian Youth Council zusammengeschlossen:
Addresse: Rr. Ismail Qemali, Pall 34/1, Ap. 5/3; Tirana – Albania
Telefon: 00355602095487
E-Mail: skxsrxssxshxs@xsaxsbxsixssxssxsnxsexstxs.xscxsoxsmxs.xsaxslx
Webseite: www.albanianyouth.org
Nebengeschäftsstellen in: Shkodra, Kruja, Dibra, Durrësi, Lezha, Elbasan, Korca, Gjirokastra, Vlora, Kukes, Saranda: Youth Councils.
Telefon/Fax: 003554242264
E-Mail: ycwyrwycwyawy@wycwyrwycwyawy.wyowyrwygwy.wyawylw
Einige weitere Einzelorganisationen mit Adresse:
Adresse: Rruga e Elbasanit - Fakulteti i Gjuheve te Huaja, Tirana – Albania
Telefon: 003554228312
RR.Margarita Tutulani, Pall 23, Shk 3,Ap 7, Tirana – Albania
Außerdem gibt es in Albanien eine Partnergliederung der Malteser (Malteser Ndihmon ne Shqiperi (MNSH)), die die gleichen Aufgaben wie ihre internationalen Pendants übernimmt und auch eine Jugendabteilung beinhaltet.
Adresse: Lagja: Perlat Rexhepi, Rruga: Ludovik Saraçi Nr. 6, Shkoder – Albania
3.2 Jugendschutz, kinder- und jugendrelevante Gesetze, altersbezogene gesetzliche Bestimmungen
3.3 Weitere Informationen
3.4 Schulsystem und Bildungswesen
Es gibt vorschulische Erziehungseinrichtungen für Kinder von 2 bis 6 Jahren. Kinder sind in Albanien vom 6. bis zum 14. Lebensjahr schulpflichtig. Diese Grundbildung wird in zwei jeweils 4-jährigen aufeinanderfolgenden Schulformen vermittelt. Daran anschließend können, sofern ein Abschlusszeugnis (Leaving certificate der 8-Jahresschule) vorliegt, verschiedene weiterführende Schulformen besucht werden:
- Die wiederum 4-jährige Mittelschule die mit dem Reifezeugnis abschließt,
- eine 3-jährige Berufsschule oder
- eine 5-jährige Technische Schule.
Die beiden letzteren werden jeweils mit für die Ausübung eines Berufes qualifizierenden Zeugnissen abgeschlossen.
Um ein universitäres Studium anschließend an die Mittelschule beginnen zu können, müssen zusätzlich zu dem Reifezeugnis noch Eingangstests durchlaufen werden.
Es existieren 8 Universitäten, einige Akademien (unter anderem eine Kunstakademie und zwei Militärakademien) und zwei in Fakultäten aufgeteilte Institute.
4. Natur und Kultur
4.1 Natur und Umwelt
Mit einer Fläche von 28.748 Quadratkilometern ist Albanien etwas kleiner als das deutsche Bundesland Brandenburg. Albanien besitzt an der Adria und am Ionischen Meer 362 Kilometer Küstenlinie. Im Süden (Straße von Otranto) ist die albanische Küste nur 71 Kilometer von Italien entfernt.
Mehr als zwei Drittel des albanischen Staatsgebiets werden von Bergland und zum Teil von Hochgebirgsregionen eingenommen. Vom Shkodrasee im Norden bis nach Vlora im Süden erstreckt sich eine zum Teil nur wenige Kilometer breite Schwemmlandebene entlang der Küste, die sich in Mittelalbanien zur großen Myzeqe-Ebene ausdehnt. An der Küste befinden sich zahlreiche Lagunen und Feuchtgebiete. Da nur die Täler, das Hügelland und Teile der Küstenebene für eine dichtere menschliche Besiedlung geeignet sind, ist in diesen Regionen die Bevölkerungsdichte relativ hoch, während andere Teile des Landes fast unbewohnt sind. Höchster Berg Albaniens ist mit 2.764 m der Korab (Mali i Korabit), nordöstlich von Peshkopi direkt an der Grenze zu Mazedonien gelegen.
In Albanien herrscht ein subtropisch-mediterranes Winterregenklima (Mittelmeerklima) mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 16° C und einer Jahresniederschlagssumme von knapp 1200 mm. In Tirana sind zwei Sommermonate arid. Die nördlichen und östlichen Bergregionen weisen harte Winter auf. In Saranda werden jährlich fast 300 sonnige Tage verzeichnet.
Alle bedeutenden Flüsse Albaniens münden in die Adria. Der Schwarze Drin entspringt aus dem Ohridsee. Bei der nordalbanischen Stadt Kukës vereinigt er sich mit dem aus dem Kosovo kommenden Weißen Drin. Der Drin fließt dann in westlicher Richtung durch mehrere große Stauseen und mündet nach einem Lauf von 282 Kilometern bei Lezha in die Adria. Die anderen größeren albanischen Flüsse Mat, Shkumbin, Seman mit Devoll und Vjosa (in ihrer Nennung von Nord nach Süd) fließen mehr oder weniger direkt in westlicher Richtung der Adria zu, wobei sie alle Bergketten durchbrechen. Die kurze Buna entwässert den Shkodrasee in die Adria und bildet dabei streckenweise die Grenze zu Montenegro.
4.2 Großschutzgebiete
Der Dajti (albanisch Mali i Dajtit, auch Dajt) ist ein Berg in Mittelalbanien mit einer Höhe von 1.613 Metern. Er ist der Hausberg der albanischen Hauptstadt Tirana, in deren Osten er sich erhebt.
Der Berg ist Teil der Kruja-Kette, einer langen Reihe von Bergen, die sich von Shkodra bis südlich von Tirana erstreckt und abrupt aus der Küstenebene erhebt. Die ganze Kette wird von tiefen Flusstälern durchschnitten. Der Dajti wird im Norden durch den Fluss Tirana, im Süden durch den Erzen begrenzt. An seiner westlichen Flanke entspringt die kleine Lana. Im Norden des Dajti ragt die kleine Spitze Maja e Tujanit (1.531 m) auf, die den Berg zu einer Art Doppelspitze macht. Durch einen Sattel getrennt wird der Gipfel Maja e Dajtit (1.613 m), der auf dem langen südlichen Rücken nochmals drei Erhebungen mit Höhen über 1.500 m folgen. Der Berg besteht mehrheitlich aus Kalkstein.
Auf der Westseite verleihen mehrere Felsbänder zwischen 700 m und 1050 m ein markantes Aussehen. Oberhalb dieser Felsen liegt am nördlichen Ende des Berges eine vier Kilometer lange und rund 400 m breite Terrasse, die Fusha e Dajtit. Ein weiterer Steilhang liegt zwischen rund 350 m und 500 m Höhe. Auf der Rückseite fällt der Berg steil ab bis auf eine Höhe von unter 1.000 m. Danach läuft er flach in den Tälern hinter diesem ersten Gebirgszug aus.
Der Dajti bildet zusammen mit dem südlich gelegenen Priska-Berg (1.353 m) einen Nationalpark mit einer Fläche von 3.300 ha. Neben den Wäldern und der schönen Berglandschaft mit vielen Wildblumen gilt dessen Schutz auch zahlreichen Säugetieren: Im Park leben Wildschweine, Wölfe, Füchse, Hasen, Braunbären und Wildkatzen. Im unteren Teil des Berges ist die Vegetation durch Macchia bestimmt mit viel Heidekraut, Myrthe und Erdbeerstauden. Rund um 1.000 m Höhe liegt eine Zone mit Eichenwald. Darüber folgt Buchenwald mit einigen Nadelbäumen. Auf der felsigen Spitze gibt es fast keine Vegetation.
Der Park kann über eine enge Bergstraße erreicht werden, die sich bis zur Fusha e Dajtit hinaufschlängelt. Wo früher ein Feriencamp war, gibt es heute zahlreiche kleine Restaurants. Von dieser kleinen Ebene aus hat man eine hervorragende Aussicht über Tirana und die Ebene, weshalb sie auch Balkon von Tirana genannt wird. Seit Juni 2005 können Ausflügler auch mit einer Gondelbahn vom östlichen Stadtrand von Tirana aus in wenigen Minuten heraufschweben. Diese erste Seilbahn Albaniens für den Transport von Touristen wurde von einer österreichischen Firma erbaut. Der Dajti eignet sich gut für Wanderungen. Der Gipfel hingegen kann nicht bestiegen werden, da es sich um militärisches Sperrgebiet handelt.
Am Dajti wurden Spuren von prähistorischen Siedlungen gefunden. Auch Überreste von diversen Wehranlagen aus späteren Zeiten wurden entdeckt. Man geht davon aus, dass der Name Dajti von der griechischen Göttin Diktynna stammen könnte. Auch andere Berge tragen ihren Namen.
Nationalpark Valbona
Der Nationalpark Valbona-Tal umfasst Wälder, kleine Bergseen, Alpweiden, Höhlen, den gleichnamigen Fluss mit Schluchten und Wasserfällen und ist rund 3,237 ha groß. Valbona (albanisch auch Valbonë) ist der Name eines Bergflusses, eines Tals und eines Ortes in den Nordalbanischen Alpen. Valbona ist zudem ein beliebter albanischer Mädchenname, der sich ebenfalls vom Fluss, respektive Tal und Ort ableitet.
Der Fluss entspringt südlich der Jezerca in Tropoja aus Karstquellen. An ihrem Oberlauf durchfließt die Valbona ein rund 30 km langes, von Gletschern geformtes Tal, das den gleichen Namen trägt. Rrogam, die höchste Siedlung im Valbona-Tal, ist heute praktisch unbewohnt. Von hier an ist der Talboden über einige Kilometer flach und recht breit. An der breitesten Stelle liegt die Ortschaft Valbona, hinter der das Tal wieder enger und steiler wird. Am Ende des Valbona-Tals passiert der Fluss eine tief eingeschnittene Schlucht und tritt dann in ein weites Trogtal aus, in dem auch die Stadt Bajram Curri liegt. Dort nimmt sie die Flüsse Gash und Bistrica auf. Die Valbona mündet, nach einer weiteren engen Passage zwischen Bergen, bei Fierza rechtsseitig in den zum Koman-Stausee gestauten Drin. Die 50,6 km lange Valbona gilt als größter Nebenfluss des Drin. Trotzdem behält sie während des ganzen Verlaufs ihren wilden, alpinen Charakter.
Im Mai 2000 richtete die albanische Regierung den Nationalpark Prespasee ein. Er umfasst eine circa 280 Quadratkilometer große Fläche. Ohridsee, Großer und Kleiner Prespasee liegen im Grenzgebiet von Griechenland, Albanien und Mazedonien. Sie zählen zu den ökologischen Schatzkammern Europas und beheimaten eine Vielzahl von Endemiten (Arten, die es nur hier und sonst nirgends auf der Welt gibt.) Darüber hinaus gelten die Seen als wichtige Raststationen für Zugvögel. Weltweit vom Aussterben bedrohte Vogelarten wie Krauskopfpelikan und Zwergscharbe brüten hier noch in großer Zahl. Besondere Bedeutung haben Ohrid- und Prespasee auch deshalb, weil sie Teil eines im Balkan nahtlos zusammenhängenden Schutzgebietssystems sind, des Balkan Green Belt. Es ist so groß wie die Bundesländer Saarland und Hamburg und umfasst ökologisch wertvolle Flächen in Mazedonien, Albanien, Griechenland und Bulgarien. Dieses grüne Netzwerk aus Schutzgebieten und verbindenden Korridoren sichert die Lebensräume vieler Arten, darunter Wolf, Braunbär und Luchs, und ermöglicht deren Wiederausbreitung. Vom kleinen Prespasee (45 km²) reicht nur ein winziger Zipfel nach Albanien hinein. Eine schmale Landbarriere trennt ihn vom Großen Prespa-See (273 km²). Vielleicht ein Viertel seiner Fläche liegt auf albanischem Territorium. Hohe Berge rücken bis nahe an die stark gegliederten Ufer. Kleine Inseln schwimmen in beiden Seen. Die 853 m hoch gelegenen Prespaseen entwässern unterirdisch zum Ohridsee in 695 m Höhe. Der größere Teil dieses Sees liegt auf makedonischem Gebiet, der kleinere gehört zu Albanien. Zerklüftete Karstgebirge umrahmen das 349 km² große und bis zu 289 m tiefe Gewässer. Damit zählt der Ohrid zu den tiefsten und überdies ältesten Seen der Welt. Da er die Heimat einiger interessanter endemischer Tier- und Pflanzenarten ist, nennt man ihn aus gutem Grund „Museum lebendiger Fossilien“. Die Gegend um den Ohridsee mit seiner weitgehend unberührten Seen- und Gebirgslandschaft könnte eines nicht so fernen Tages ein Highlight für Albanientouristen werden.
4.3 Welterbestätten
Ruinenstadt Butrint (K/1992; 1999 erweitert)
Die Ruinenstadt Butrint (albanisch Butrinti, griechisch Buthroton, italienisch Butrinto): Das steinerne Erbe des antiken Buthrotum, das Vergil ein „kleines Troja“ nannte, liegt im hintersten Winkel Albaniens 15 km südlich von Saranda an einer strategisch günstigen Stelle, nämlich auf dem Ausläufer einer weit vorspringenden und auf drei Seiten von Wasser umgebenen Halbinsel. Ursprünglich war Butrint eine griechisch-illyrische Stadt. Sie war einer der Hauptorte der Chaonier, einem der drei großen epirotischen Stämme. Die ältesten Funde stammen aus dem späten 8. Jahrhundert v. Chr. Seit dem 6. Jahrhundert existierte eine Befestigung und im 4. Jahrhundert war Butrint der führende Ort eines lokalen Städtebundes. Nach Griechen und Römern haben auch Byzantiner und Venezianer ihre Spuren im Gelände hinterlassen und das macht die als Weltkulturerbe ausgewiesene Stätte mit ihrer stark ausgebauten Akropolis und weitläufigen Unterstadt zu einem hochinteressanten Freilichtmuseum. Bisher wurde nur ein Fünftel der antiken Stadt freigelegt und wer weiß was zukünftige Ausgrabungen noch alles zu Tage fördern.
Historische Stadt Gjirokastra (K/2005)
Die Stadt Gjirokastra (albanisch Gjirokastër, griechisch Αργυρόκαστρο, Argirókastro) liegt im Süden Albaniens. Der Burgfelsen, der das ganze Tal dominiert, wurde vermutlich schon im 3. Jahrhundert v. Chr. besiedelt. Erstmals mit Mauern befestigt wurde die Anlage im 6. Jahrhundert. Die erste schriftliche Erwähnung von Gjirokastra stammt aus dem Jahr 1336. Zwischenzeitlich hatte sich langsam eine Siedlung rund um die schutzbietende Burg gebildet. 1417 wurde Gjirokastra von den Osmanen erobert. Gjirokastra ist auch bekannt unter dem Namen „Stadt der Steine“, da die meisten Dächer der alten Häuser mit Steinen bedeckt sind. Die unteren Geschosse der Häuser gleichen oft kleinen Trutzburgen, während die oberen Wohn-Etagen mit Holzverkleidungen, Balkonen und Fenstern ausgestattet sind. Die Stadt ist ein seltenes Beispiel einer gut erhaltenen Stadt aus der Zeit der Osmanen. Sie bietet ein außergewöhnliches Zeugnis für die von der islamischen Kultur geprägte Gesellschaft.

